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Desinfektion: Mit Zitronensaft gegen Noroviren?

Hinter heftigen, plötzlich einsetzenden Magen-Darm-Beschwerden stecken oft Krankheitserreger aus der Familie der Noroviren. Sie sind die überwiegenden Auslöser von Gastroenteritis-Ausbrüchen in Kranken­häusern oder Schulen oder etwa auf Kreuzfahrtschiffen.

Die Krankheitssymptome entwickeln sich innerhalb weniger Stunden bis Tage und bestehen hauptsächlich aus einer Gastroenteritis mit plötzlich auftretendem Durchfall und Erbrechen, die zu markanten Flüssigkeitsverlusten (Exsikkose) führen können. Deshalb sind vor allem Kinder und ältere Menschen gefährdet. Meist entwickelt sich ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen.

Forscher aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) berichten nun, dass Zitronensaft sich als sicheres, gesundheitlich unbedenkliches Desinfektionsmittel gegen Noroviren eignen könnte. Das schreiben sie in der Zeitschrift Virology (doi 10.1016/j.virol.2015.07.009).

Das Norovirus ist sehr ansteckend und wird fäkal-oral übertragen, also über kontaminierte Hände oder verunreinigte Lebensmittel.

Daher sei es wichtig, ein sicheres und gesundheitlich unbedenkliches Desinfektionsmittel zur Verfügung zu haben, erklärt Grant Hansman, der Leiter der sogenannten C.H.S.-Nachwuchsgruppe Noroviren am DKFZ und der Universität Heidelberg.

Das Wissenschaftlerteam konnte zeigen, dass Viruspartikel durch die Bindung an Citrat ihre Gestalt verändern. Per Röntgenstrukturanalyse fanden die Forscher heraus, dass das Citrat – aus Zitronensaft oder aus Citrat-haltigen Desinfektionsmitteln – genau an die Stelle bindet, mit der das Virus beim Infektionsvorgang mit den Körperzellen in Kontakt tritt.

Die Resultate zeigen laut den Wissenschaftlern, warum Citrat die Infektionsfähigkeit von Noroviren vermindert.

Hansmann schätzt, dass die Citratmenge im Saft einer Zitrone genügen könnte, um etwa die Hände zu dekontaminieren.

Vielleicht seien ja die paar Tropfen Zitronensaft, die man üblicherweise auf eine Auster träufelt, eine guter Infektionsschutz“, spekuliert der Forscher. Seine Arbeitsgruppe will nun untersuchen, ob Zitronensäure auch bei schon erfolgter Norovirus-Infektion die Symptome lindern kann.

Quellen:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63966/Zitronensaft-koennte-Noroviren-ausschalten

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=59435

Kommentar und Ergänzung:

Dass Zitronensaft möglicherweise wirksam ist als Desinfektionsmittel gegen Noroviren, ist sehr überraschend. Natürlich sind an diesem Punkt noch viele Fragen offen, aber wenn ein derart einfaches Mittel wie Zitronensaft sich als effektiv erweisen würde, wäre das sehr erfreulich.

Interessant wäre zudem die Frage, ob eine solche Desinfektionswirkung auch bei anderen Virenarten erwartet werden könnte.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Die zehn Früchte mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt

Die „Handelszeitung“ stellt eine Rangliste mit 10 Früchten vor, die sich durch einen hohen Gehalt an Vitamin C auszeichnen:

Hagebutte: 1250mg Vitamin C pro 100g Hagebutten

Sanddorn:  450mg Vitamin C pro 100g Sanddornbeeren

Schwarze Johannisbeere: 177mg Vitamin C pro 100g Schwarze Johannisbeeren

Erdbeere: 57mg Vitamin C pro 100g Erdbeeren

Zitrone: 51mg Vitamin C pro 100g Zitrone

Orange: 45mg Vitamin C pro 100g Orange

Kiwi: 44mg Vitamin C pro 100g Kiwi

Grapefruit: 41mg Vitamin C pro 100g Grapefruit

Mango: 37mg Vitamin C pro 100g Mango

Rote Johannisbeere: 36mg Vitamin C pro 100g Rote Johannisbeeren

Quelle:

http://www.handelszeitung.ch/bildergalerie/die-zehn-fruechte-mit-dem-hoechsten-gehalt-vitamin-c

Kommentar & Ergänzung:

Diese Rangliste beschränkt sich auf bei uns gebräuchliche Früchte. Weltweit betrachtet dürfte es noch viele Früchte geben, die bezüglich Vitamin-C-Gehalt mithalten können.

Diese Rangliste zeigt aber einige interessante Aspekte, die meinem Eindruck nach nicht so allgemein bekannt sind. Beispielsweise:

– Dass die Erdbeere vor den Zitrusfrüchten rangiert.

– Dass die Schwarzen Johannisbeeren die Roten Johannisbeeren punkte Vitamin-C-Gehalt so stark abhängen.

Die „Handelszeitung“ stellt diese Rangliste allerdings in einen fragwürdigen Zusammenhang:

„Die zehn Früchte mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C. Gesundheit: Schützen Sie sich vor der Grippe. Mit diesen vitaminreichen Früchten kommen Sie gestärkt durch den Winter.“

Die Fokussierung auf Vitamin C als Schutz vor Grippe ist Unsinn.

Die zusätzliche Gabe von Vitamin C hat sich in verschiedenen Studien als nutzlos erwiesen zur Vorbeugung von Grippe und Erkältung. Allenfalls profitieren Extremsportler von einer solchen Zugabe.

Damit soll aber natürlich nicht bestritten werden, dass Früchte ein gesunder Bestandteil der menschlichen Ernährung sind. Aber es kommt dabei auf eine breite Palette von Inhaltsstoffen an – und nicht nur auf  einen hohen Vitamin-C-Gehalt. Beispielsweise auf Karotinoide aus Hagebutten, Sanddornbeeren und Aprikosen; oder Anthocyane aus Schwarzen Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Kirschen, Heidelbeeren.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ätherische Öle zur Immunstärkung?

Ätherische Öle sind sehr spannende Inhaltsstoffe vieler Pflanzen. Und sie zeigen eine ganze Reihe von Wirkungen, die sich therapeutisch nutzen lassen.

Ich finde in der Aromatherapie-Literatur aber auch immer wieder Angaben zu Heilwirkungen, die ich nicht nachvollziehen kann und für die ich auch keine glaubwürdigen Belege erkennen kann.
Oft fehlt auch eine genauere Quellenangabe und damit auch der Hinweis, wer aus welchen Gründen eine bestimmte Empfehlung in die Welt gesetzt hat. So lässt sich die Glaubwürdigkeit nur schwer überprüfen.
Ein Beispiel dazu:
In der österreichischen Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. 9 / 2012) erschien ein Artikel zum Thema „Abwehrkräfte der Kinder stärken“.
Zitat:

„Ätherische Öle wie Lemongrass, Zitrone, Teebaum und Kamille besitzen immunstärkende Eigenschaften. Gerade die wohlriechenden, erfrischenden Zitrusnoten verbessern in einer Duftlampe während der Hausaufgaben das Raumklima. So steigern sie nicht nur die Abwehrkräfte sondern wirken auch konzentrationsfördernd und machen wach.“

Kommentar & Ergänzung:

Klar scheint mir, dass viele ätherische Öle gute antimikrobielle Wirkungen haben, vor allem gegen Bakterien, aber auch gegen Pilze und Viren. Damit können sie Infektionen bekämpfen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine ausreichende Konzentration der ätherischen Öle am Wirkungsort.
Bei inhalativer Anwendung wird sich der antimikrobielle Effekt auf die Atemwege beschränken.

Meinem Eindruck nach werden antimikrobielle und immunstärkende Wirkungen in der Aromatherapie-Literatur oft nicht genau unterschieden.
Bei einer antimikrobiellen Wirkung geht es um eine direkte Hemmung oder Abtötung der Bakterien, Pilze und Viren.
Ist von einer immunstärkenden Wirkung die Rede, müsste ein direkter Effekt auf das unspezifische Immunsystem vorliegen, beispielsweise durch Aktivierung irgendwelcher Fresszellen.
Während es aber massenweise Untersuchungen über antimikrobielle Wirkungen von ätherischen Ölen gibt, fehlen meinem Eindruck nach Belege für eine immunstärkende Wirkung, also für direkte Wirkungen auf das unspezifische Immunsystem. In der Aromatherapie-Literatur vermisse ich Quellenangaben, wenn von immunstimulierenden Effekten die Rede ist. Im Fachbuch „Aromatherapie“ von Wabner / Beier (2009) wird eine immunstärkende Wirkung bei Lemongrassöl, Zitronenöl und Kamillenöl nicht erwähnt. Bei Teebaumöl steht „immunstimulierend“ und dazu die Angabe „Erhöht IgA und IgM, C3 und C4“. Durch welche Quellenangabe das gestützt wird, ist mir nicht ersichtlich. Es dürfte sich aber um Laborexperimente an isolierten Zellen oder Geweben handeln, von denen auf eine Wirksamkeit aus das Immunsystem des Menschen nicht einfach geschlossen werden kann.
Über die Duftebene angewendet wirken ätherische Öle vor allem via Limbisches System in den psychischen Bereich und auf das vegetative Nervensystem. Ein stärkender Einfluss auf das Immunsystem ist da noch sehr spekulativ.
Den Begriff „immunstärkend“ würde ich im Zusammenhang mit ätherischen Ölen meiden. Diese Wirkung ist meinem Eindruck nach nicht annähernd glaubwürdig belegt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Düfte zur Steigerung von Aufmerksamkeit und Gehirnaktivität

Die „Zeit“ interviewt den Duftforscher Hanns Hatt, Professor für Zellphysiologie an der Universität Bochum. Er erforscht die Wirkung von Düften auf den menschlichen Körper. Auf die Frage, ob es Aromen gebe, mit denen wir uns für Lernphasen und Klausuren dopen können, antwortet Hanns Hatt:

„’Dopen’ würde ich es nicht nennen, aber bestimmte Düfte können durchaus die Gehirnaktivität und Aufmerksamkeit steigern. Das hat allerdings nichts mit ihrem Geruch zu tun, sondern mit spezifischen Duftmolekülen, die sie enthalten. Diese gelangen beim Atmen über unsere Lunge ins Blut und werden von dort aus ins Gehirn transportiert. Sie wirken auf Rezeptoren in den Aktivitätszentren im Gehirn – und das macht uns wacher. Klassische Beispiele für anregende Aromen sind etwa Minze, Rosmarin und Zitrone.“

http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2012-11/Gerueche-beeinflussen-Leistung

Kommentar & Ergänzung:

Substanzen, die in therapeutischen Mengen verabreicht erregend auf das Nervensystem oder einzelne Funktionsabschnitte wirken (wie zum Beispiel das Atemzentrum), nennt man Analeptika.

Am häufigsten als Analeptikum eingesetzt werden wohl Coffein und das Coffein-haltige Guarana.

Sehr gebräuchlich waren früher die sogenannten Hoffmannstropfen (1870, benannt nach ihrem Erfinder Friedrich Hoffmann) ein zur medizinischen Verwendung bestimmtes Gemisch aus drei Teilen Ethanol und einem Teil Diethylether. Sie wurden empfohlen beispielsweise bei Schwächezuständen, Ohnmachten, Neuralgien, krampfhaften Affektionen und starkem Erbrechen.

In Aromatherapie und Phytotherapie werden heute als Analeptikum verschiedene ätherische Öle verwendet. Prof. Hanns Hatt erwähnt Rosmarinöl, Minzöl und Zitronenöl.

Das älteste Analeptikum dürfte aber Campher sein, eine Substanz, die man vor allem in ätherischen Ölen von Lorbeergewächsen, Korbblütlern und Lippenblütlern findet.

(+)-Campher kommt in der Rinde und im Harz des Campherbaums (Cinnamomum camphora) vor, eines immergrünen Baums, der vor allem in Asien wächst.

Rosmarinöl, Pfefferminzöl und Campher waren Bestandteile von Riechmitteln und Riechsalzen.

Was ist ein Riechsalz?

„ Als Riechsalze bezeichnet man verschiedene, mehr oder weniger intensiv riechende Substanzen, die besonders im 17. und 18. Jahrhundert zur Belebung bei Schwindel- und Ohnmachtsanfällen unter die Nase gehalten wurden, was im Erfolgsfall das Aufwachen bewirken soll. Riechstäbchen dienten demselben Zweck. Riechsalz wird in der modernen Ersten Hilfe nicht mehr angewendet. Die gelegentliche praktizierte Anwendung im Sportbereich wird nicht empfohlen, da sie mutmaßlich keine Wirkung hat und das Einleiten notwendiger medizinischer Maßnahmen verzögern kann.“

Quelle: Wikipedia

Woraus besteht Riechsalz?

„Die meisten Riechsalze basieren auf Ammoniumcarbonat, das durch Dissoziation in feuchter Umgebung Ammoniak freisetzt. Ammoniak soll in Nase und Lunge einen verstärkten Atemanreiz bewirken, der dann zu einer besseren Sauerstoffversorgung des Patienten führen soll. Als Rohstoff wurde Hirschhornsalz verwendet, das zu einem Drittel aus Ammoniumcarbonat besteht. Die Wirkung ließ sich verstärken, indem durch Zugabe von Ammoniak der Anteil an Ammoniumcarbonat erhöht wurde.

Als Englisches Riechsalz bezeichnete man früher Ammoniumcarbonat, das mit ätherischen Ölen parfümiert wurde.“

Quelle: Wikipedia

Riechsalz gegen Korsett-bedingte Ohnmacht:

„Aus Riechsalzen bestehende Flüssigkeiten, auch Schlagbalsam genannt, füllte man in sogenannte Riechfläschchen. Das bekannte Zitat „Nachbarin, Euer Fläschchen!“ aus Goethes Faust bezieht sich auf diese Anwendung, die zu Zeiten, in denen einschnürende Kleidungsstücke wie Korsetts zur Damenmode gehörten und solche Anfälle begünstigten, noch recht verbreitet war.

Heute ist Riechsalz, wenn überhaupt, dann nur noch literarisch bekannt, etwa in der bis heute erscheinenden Übersetzung einer Donald-Duck-Geschichte von Carl Barks durch Erika Fuchs, in der es in der erfundenen, höchsten „Stärke 5“ eingesetzt wird.“

Quelle: Wikipedia

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Verveinetee gegen Nervosität – stimmt’s?

„Die Pflanze ist auch unter dem Namen Zitronenverbene oder Zitronenstrauch bekannt. Die Blätter enthalten ein feines, frisch nach Zitrone duftendes ätherisches Öl, das beruhigend bei Nervosität und Schlaflosigkeit wirkt……Für einen Tee 1 TL getrocknete Verveine­blätter mit 200 ml kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen. Alternative: Frische Blätter mit kochendem Wasser übergießen und eine halbe Stunde ziehen lassen.“

Quelle:

http://madonna.oe24.at/gesund/Die-besten-Heilkraeuter-fuer-die-Seele/83718451

Kommentar & Ergänzung:

Verveine (Aloysia triphylla, Lippia citriodora) stammt aus Südamerika ( Argentinien und Chile) und ist eine beliebte Gartenpflanze, Zierpflanze und Teepflanze in warmen und gemässigten Klimaregionen. Vor allem in Frankreich wird Verveinetee gern als Genusstee verwendet.

Verveinetee gilt traditionell aber auch als Beruhigungsmittel und wird gegen Verdauungsbeschwerden empfohlen.

Das ätherische Öl aus den Blättern (Verveineöl) enthält als charakteristische Bestandteile Neral und Geranial (das Gemisch wird Citral genannt).

Citral entfaltet ein intensives Zitronenaroma und  ist auch Hauptbestandteil der ätherischen Öle von Melisse (Melissa officinalis) und Zitronengras (Cymbopogon citratus, syn. Andropogon citratus). Zusammen mit Citronellal ist es Hauptbestandteil des Melissengeists und Grundstoff zahlreicher Liköre. Im Melissentee und im Melissenöl ist Citral das beruhigende Wirkprinzip.

Mit dem Inhaltsstoff Citral lässt sich eine beruhigende Wirkung von Verveinetee begründen. Klinische Studien, die eine solche Wirkung belegen könnten, gibt es dazu allerdings nicht.

Die Bezeichnung Eisenkraut für Verveine und Eisenkrautöl für Verveineöl sind etwas irreführend. Mit Eisenkraut wird botanisch Verbena officinalis bezeichnet. Eisenkrauttee aus Verbena officinalis schmeckt sehr bitter und riecht eher streng. Kein Genusstee also.

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Zitrusöle auf der Haut steigern Sonnenbrandrisiko

Zitrusöle auf der Haut steigern das Sonnenbrandrisiko. Nach der Massage mit solchen ätherischen Ölen sollten deshalb starke UV-Strahlen gemieden werden. Zitrusöle enthalten phototoxische Substanzen, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Die Haut kann mit Rötungen bis hin zur Brandblasenbildung reagieren, wenn nach Applikation von Zitrusölen Sonnenbestrahlung folgt.

Es empfiehlt sich daher genau nachzufragen, welche Bestandteile ein Massageöl enthält. Neben Zitrusölen machen auch Lavendelöl, Lindenöl, Sandelholzöl und Zedernöl die Haut lichtempfindlicher, heisst es in der Pressemeldung, die vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen stammt. Wer mit diesen ätherischen Ölen massiert wurde, solle die Sonne für rund zwölf Stunden meiden.

Gewarnt wird auch vor dem Besuch im Solarium mit Zitrusölen auf der Haut.

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/3077427/zitrusoel-haut-erhoeht-sonnenbrandgefahr.story

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Risiko für phototoxische Reaktionen auf bestimmte ätherische Öle ist auch aus der Parfümerie bekannt, beispielsweise beim Bergamottöl.

Bergamottöl gehört auch zu den Zitrusölen (Bergamotte = Citrus aurantium subsp. bergamia, Rutaceae) und ist ein wichtiger Bestandteil aller Arten von Kölnisch Wasser. Trägt man solche Parfümprodukte vor dem Sonnenbad auf die Haut auf, kann dies zu einer sogenannten „Berloque-Dermatitis“ führen.

Was ist eine Berloque-Dermatitis?

„Die Berloque-Dermatitis ist eine Sonderform der phototoxischen Reaktion. Die phototoxische Reaktion wird überwiegend durch bestimmte Pflanzen, Lebensmittel und Medikamente ausgelöst. Sie erhöhen die Wirkung des Strahleneffektes auf der Haut und es kann leicht ein Sonnenbrand entstehen.

Bei der Berloque-Dermatitis spielen bestimmte Pflanzenstoffe (Furocumarine) eine Rolle, die man häufig in Parfüm finden kann. Durch das Besprühen oder Betupfen der Haut und die anschließende Bestrahlung mit dem Sonnenlicht kommt es zu verbrennungsähnlichen Symptomen, wie Hautrötung, Schwellung und Blasenbildung. Später entstehen dauerhafte Pigmentflecken.“

(Quelle: Wikipedia)

Das aus den Schalen der Bergamotte gewonnene ätherische Bergamottöl soll offenbar mit einer sehr viel größeren Menge an Olivenöl verdünnt auch als Bräunungsbeschleuniger eingesetzt werden. Davon ist abzuraten, weil auch die Schäden durch UV-Strahlen verstärkt werden.

Furanocumarine sind als phototoxische Pflanzeninhaltsstoffe generell von Bedeutung.

Was sind Furanocumarine?

„Furocumarine (auch Furanocumarine) kommen häufig in Doldenblütlern vor wie Bärenklau (Riesen-Bärenklau, Wiesen-Bärenklau) und Angelika (Engelwurz), außerdem in Rautengewächsen wie Zitruspflanzen (darunter Bergamotte, Zitrone, Limette, Grapefruit, Bitterorange u.a.) sowie in einer Reihe weiterer Pflanzen. Furocumarine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und dienen als Phytoalexine.

Im Grundgerüst der Furocumarine ist Cumarin mit einem Furanring fusioniert. Bekannte Furocumarine sind Xanthotoxin, Psoralen und Bergapten.

Wie die meisten α,β-ungesättigten Carbonylverbindungen sind Furocumarine sehr reaktiv. Unter Einwirkung von Sonnenlicht (UVA- und UVB-Strahlung) werden Furocumarine photoaktiviert. Prominentes Beispiel ist der giftige Saft des Riesen-Bärenklaus (Herkulesstaude). Die darin enthaltenen Furocumarine schädigen den menschlichen Organismus auf zweierlei Weise:

– Photosensibilisierend/Phototoxisch: Gelangen Furocumarine auf die Haut und werden anschließend dem Sonnenlicht (UV-Strahlung) ausgesetzt, kommt es je nach Schwere zu verbrennungsähnlichen Symptomen (Hautrötung, Schwellung, Blasenbildung, Läsionen, Photopigmentierung, Narbenbildung).

– Krebserregend: Furocumarine gehen unter UV-Einwirkung kovalente Bindungen mit den Pyrimidinbasen der DNA ein, vernetzen so die DNA-Doppelstränge irreversibel miteinander (cross-linking) und wirken dadurch krebserregend.“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) siehe auch:

Riesenbärenklau: Risiko von Hautentzündungen

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Hausmittel gegen Erkältung: Halsschmerzen

Hauptsächlich bei Infekten der oberen Atemwege, einer Erkältung oder auch bei einer Mandelentzündung schmerzt der Hals. Meistens sind dafür Viren verantwortlich, manchmal auch Bakterien. Die Schleimhäute werden dadurch gereizt und entzünden sich: Der Hals wird rot, schwillt an und schmerzt.

In solchen Fällen muss man aber nicht gleich teure Medikamente schlucken, auch alte Hausmittel wie etwa Quarkwickel oder Inhalieren haben sich bewährt.

Dauern die Beschwerden jedoch länger als drei, vier Tage an oder werden sie sogar schlimmer, sollten man besser zum Arzt gehen.

„Viel Kräutertee trinken“, empfiehlt die „BZ“ ihren Leserinnen und Lesern:

„Möglichst viel trinken. Das hält die Schleimhäute feucht, Erkältungsviren können sich nicht so gut vermehren. Heilpflanzen wirken keimhemmend, entzündungsdämmend, abschwellend und eigen sich deshalb besonders gut als Tee. Gut sind Salbei, Thymian, Kamille oder eine „heiße Zitrone“. Ob die Getränke aber heiß oder kalt sind, ist nicht entscheidend. Wichtig ist die Menge: mindestens zwei Liter am Tag.“

„Mit warmer Kamille gurgeln“, lautet der zweite Rat:

„Gurgeln Sie mehrmals täglich. Dadurch werden Krankheitserreger im Rachen weggespült. Gut bei Halsschmerzen ist Kamillentee (lang gezogen). Die Heilpflanze hat eine entzündungshemmende Wirkung und lindert Schmerzen. Der Tee sollte lauwarm sein. Achtung: Nicht mit hochprozentigem Schnaps gurgeln. Dadurch werden die entzündeten Schleimhäute zusätzlich gereizt.“

Bei Halsschmerzen würde ich allerdings zum Gurgeln anstelle von Kamillentee den Salbeitee vorziehen. Salbei enthält neben antimikrobiell wirkenden ätherischen Ölen (gegen Viren, Bakterien, Pilze) noch Lamiaceen-Gerbstoff (Rosmarinsäure), der gut entzündungswidrig wirkt.

„Mit Salzwasser inhalieren“, lautet der dritte Rat:

„Um den Schleim in der Nase und den Nebenhöhlen zu lösen, ist das Inhalieren von Salzwasser besonders wirksam. Die Dämpfe erreichen auch den Kehlkopf gut und lindern Heiserkeit. Einfach einen Liter Wasser erhitzen, drei Teelöffel Salz dazu geben und den aufsteigenden Wasserdampf unter einem Handtuch durch die Nase einatmen.“

Inhalieren mit Salzwasser ist tatsächlich ein einfaches, aber oft wirksames Hausmittel.

Schliesslich empfiehlt die „BZ“ noch den Halswickel:

„Bei Dauerkratzen kann auch ein Halswickel helfen. Dazu wird ein Küchenhandtuch mit kühlen bis warmem (je nach Bedürfnis) Wasser getränkt, ausgewrungen und um den Hals gelegt. Darüber ein trockenes Tuch oder einen Wollschal wickeln. Zwischen 20 und 30 Minuten sollte der Wickel einwirken. Oder: Quark auf das Handtuch streichen und um den Hals legen.“

Insbesondere der Quarkwickel hat eine kühlende und dadurch abschwellende Wirkung. Völlig unsinnig sind allerdings immer noch herumgeisternde Geschichten, wonach der Quarkwickel „Giftstoffe“ herausziehen soll.

Niemand kann nämlich genau erklären, um was für „Giftstoffe“ es sind da handeln soll. Viren und Bakterien jedenfalls zieht man nicht einfach so durch die Haut. Ausserdem ist völlig unklar, wie der Quark wissen kann, welche Stoffe er als Giftstoffe herausziehen muss, und welche Stoffe unbedingt drin bleiben müssen. Und wenn man dann noch hört, der Quarkwickel ziehe die „Giftstoffe“ „osmotisch“ heraus, dann bleibt nur noch das grosse Staunen. Osmose funktioniert nämlich nur über eine halbdurchlässige Membran. Wäre die Haut eine solche halbdurchlässige (semipermeable) Membran, dann würde ich in der Badewanne aufgehen wie ein Kuchen im Backofen und schliesslich wohl platzen.

Das ist aber – damit wir uns nicht missverstehen – kein Quarkwickel-feindliches Statement. Quarkwickel sind oft sehr wirksam, wohl einfach aufgrund der intensiven, langanhaltenden Kühlwirkung. Dafür gebührt dem Quarkwickel meine Anerkennung. Ich bin nur gegen abstruse Konstrukte wie die „Giftstoff-herauszieh-Theorie“ (GHT).

Quelle der „BZ“-Zitate:

http://www.bz-berlin.de/ratgeber/gesundheit/die-besten-hausmittel-gegen-erkaeltung-article1342725.html#bzRSS

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Blick ins Pflanzenlexikon: Pfefferminze und andere Minzen

An Kursen werde ich immer wieder einmal gefragt, ob andere Minzen genauso wirken wie die Pfefferminze (Mentha piperita).

Das ist keine einfache Frage, denn als Heilpflanze gilt in der Phytotherapie und auch im Arzneibuch die Pfefferminze (Mentha piperita). Die Wirkung anderer Minzenarten ist nur ungenügend dokumentiert.

Pfefferminze gehört also zur Gattung der Minzen (Mentha) und das ist eine interessante Pflanzengruppe in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Je nach Quelle umfasst die Gattung der Minzen 20 bis über 30 Pflanzenarten.

Einen guten Überblick über die Verwendung der Minzen gibt Wikipedia:

„ Minzen werden schon sehr lange in Gärten angebaut. 812 schrieb Karl der Große bereits vier Minzearten für den Anbau in Gärten in seinem Reich vor (siehe Karlsgarten): Polei-Minze (Mentha pulegium), Wasser-Minze (Mentha aquatica), Ähren-Minze (Mentha spicata) und Ross-Minze (Mentha longifolia).

Walahfrid Strabo schreibt schon im 9. Jahrhundert in seinem Buch Liber de cultura hortorum (kurz Hortulus) zum Thema Minze-Sorten:

‚Wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze / samt und sonders zu nennen vermöchte, so müsste er gleich auch / wissen, wie viele Fische im Roten Meere wohl schwimmen, / oder wie viele Funken Vulkanus, der Schmelzgott aus Lemnos, / schickt in die Lüfte empor aus den riesigen Essen des Aetna.’

Als Gewürz und Teekraut relevante Minze-Sorten tragen oft Namen, die auf die Geschmacksähnlichkeit mit anderen Pflanzen hinweisen:

Apfel-Minze (Mentha suaveolens) – (Apfelkuchen-Duft): Bei der Apfelminze besteht die Ähnlichkeit darin, dass sie gut zu Apfel passt, beispielsweise als Apfelkuchengewürz anstelle von Zimt.

Basilikum-Minze – (Basilikum-Duft)

Bergamotte-Minze (Mentha × piperita var. citrata) – (Bergamotte)

Orangen-Minze (Mentha × piperita var. citrata) – (Orange)

Zitronen-Minze (Mentha × piperita var. citrata) – (Zitrone) (Beachte Zitronenmelisse hört sich ähnlich an, aber gehört nicht zu den Minzen und ist mit Zitronenminze auch nicht gemeint.)

Schoko-Minze (Mentha × piperita var. piperita) – (Minz-Schokolade-Geruch)

Als Nanaminze werden mehrere Sorten bezeichnet.

Braune Minze oder Nudel-Minze (Mentha ×gracilis = M. arvensis × M. spicata, Syn.: Mentha ×cardiaca J.Gerard ex Baker, Mentha ×gentilis auct.) wird zur Zubereitung der Kärntner Nudel verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Ergänzt werden müsste hier noch als wichtige Minze die Grüne Minze (Mentha viridis), auch Ährige Minze, Speer-Minze oder Krauseminze (Mentha spicata). Sie enthält im ätherischen Öl vor allem Carvon (im Gegensatz zu Pfefferminzöl mit dem Hauptbestandteil Menthol).

„ Die Grüne Minze ist als Spearmint eine der bekanntesten Minz-Arten überhaupt und Grundlage für zahlreiche industrielle Produkte, wie zum Beispiel Zahnpasten, Kaugummis und Süßigkeiten. Die getrockneten Spitzen und Blätter werden medizinisch als Stimulanzien sowie als windtreibende und nervenstärkende Mittel angewendet. Die Grüne Minze enthält Carvone aus der Stoffgruppe der monocyclischen Monoterpene, die als Bestandteil von ätherischen Ölen genutzt werden.“

(Quelle: Wikipedia)

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11 Tipps gegen lästige Wespen

Natürlich ist es in manchen Situationen nötig, ein Wespennest zu vernichten. Doch die Tiere sind auch sehr nützlich, sie fressen tausende von Insekten wie zum Beispiel Mücken. Wenn das Nest nicht in unmittelbarer Nähe ist, kann man sich vielleicht auch mit den neuen Mitbewohnern arrangieren. In diesem Jahr konnten die Wespenstaaten sich besonders gut entwickeln.

Elf Tipps, wie man eine Wespenplage in den Griff bekommt, ohne die Wespen umzubringen:

Die Wespen mit Gerüchen vertreiben:

Als altes Hausmittel wird oft die Zitronenscheibe empfohlen, die mit Gewürznelken gespickt ist (überzeugt mich nicht so ganz, M.K.).Auch Basilikum soll die Plagegeister vertreiben (hört man immer wieder, M.K.). Diese und andere Gerüche mögen die Wespen überhaupt nicht. Für den Garten sollen auch Tücher mit Salmiakgeist helfen.

Die Wespen ablenken:

Wirksam und einfach ist die gezielte Fütterung von Wespen an anderer Stelle, zum Beispiel mit überreifen Weintrauben oder mit wasserverdünntem Honig. Ungeeignet sind hingegen unverdünnter Honig und Marmelade. Sie machen die Tiere manchmal sogar aggressiv. Ablenker am besten rund fünf bis zehn Meter vom Essensort entfernt präsentieren.

Möglichst keine Wespenfallen:

Im Handel erhältliche Wespenfallen sollte man möglichst nicht verwenden. Die Wespen sterben einen langen und qualvollen Tod. Dabei geben sie Geruchsstoffe ab, die noch mehr Wespen anlocken.

Nahrungsmittel abdecken:

Wespen werden durch unsere Nahrungsmittel angezogen, egal ob süßes oder deftiges. Deshalb sollte man Gläser mit einem Bierdeckel zudecken und Speisen abdecken. Wespen sind auch Aasfresser und sie können manchmal auch Krankheitserreger auf die Nahrung übertragen.

Essenreste abwischen:

Hauptsächlich bei Kindern sollte man darauf achten, dass sich keine Essenreste mehr im Gesicht befinden. Denn auch noch so kleine Mengen an Nahrung können Wespen anziehen.

Manchmal hilft ein Platzwechsel:

Wespen merken sich Orte, an denen sie Nahrung gefunden haben. Sie fliegen eine zeitlang immer wieder diesen Platz an. Deshalb kann ein Platzwechsel im Restaurant oder Biergarten helfen.

Nicht nach den Wespen schlagen:

Auch wenn die Wespen nahe kommen, sollte man nicht nach den Tieren schlagen. Dadurch werden sie nur aggressiver. Ruhig bleiben oder langsam den Ort wechseln sind sinnvollere Strategien.

Wespen nicht anpusten:

Ungünstig wirkt das Wegpusten oder Wegblasen von Wespen. Es macht die Tiere aggressiv, denn ausgeatmetes Kohlendioxid ist ein Alarmsignal für die Wespen.

Fallobst wegräumen:

Wer Obstbäume im Garten stehen hat, sollte überreifes Obst regelmäßig aufsammeln.

Blattläuse bekämpfen:

Das süße Sekret der Blattläuse ist offenbar ein Festschmaus für Wespen. Deshalb empfiehlt es sich,  die kleinen Blattsauger rechtzeitig bekämpfen.

Spucke gegen den Stich:

Hat eine Wespe zugestochen kann man die Stichstelle mit Spucke einreiben.  Der Speichel soll das Insektengift neutralisieren. Auch Zwiebel kann helfen, wenn man damit die Stichstelle einreibt. Wer nach einem Wespenstich Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen verspürt, sollte unverzüglich ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Auch wenn sich stark vergrößerte Quaddeln um die Stichstelle herum bilden, sollten Sie den Arzt oder die Ärztin aufsuchen, denn solche Symptomen weisen auf eine Insektengift-Allergie hin.

Quelle:

http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/region/hierundheute/art1544,1366044

Kommentar & Ergänzung:

Zahlreiche Menschen empfinden Wespen als lästige, stechfreudige Biester. Doch von den mehr als 600 Wespenarten in Mitteleuropa werden die wenigsten für uns aufdringlich oder gefährlich. Die allermeisten führen ein unscheinbares, für uns jedoch äusserst nützliches Leben, indem sie mithelfen andere „Lästlinge“ und „Schädlinge“ in Schach zu halten. Zu den nützlichen Wespen gehören die solitären Faltenwespen, Grabwespen, Wegwespen und Goldwespen.

Mit der Bezeichnung „Wespen“ verbinden die meisten Menschen in der Regel die gelb-schwarz gefärbten Vertreter der sozialen Faltenwespen. Ihre angeblich grosse Aggressivität und Fähigkeit, schmerzhaft stechen zu können, haben die ganze  Insektengruppe der Wespen zu Unrecht in Verruf geraten lassen.

Erwachsene Wespen decken ihren Energiebedarf vor allem mit Nektar. Neben den pflanzlichen Produkten spielen auch nährstoffreiche Flüssigkeiten von Tieren eine bedeutende Rolle bei der Ernährung. Eine wichtige Kohlenhydratquelle ist der sogenannte „Blattlauskot“ oder „Honigtau“.

An diesen Zuckerausscheidungen, die hauptsächlich auf Eichen eine regelrechte Schicht hinterlassen, verköstigt sich eine Vielzahl von Wespen. Wespen lecken aber auch gerne Körpersäfte von Tierleichen.

Wespenlarven als Fleischfresser

Auffallend ist, dass eiweisshaltige Nahrung wie Fleisch und Wurst von Wespen ebenfalls angeflogen wird. Denn alle mitteleuropäische Wespenarten füttern ihren Nachwuchs mit tierischer Nahrung. Wespenlarven haben einen sehr hohen Eiweissbedarf. Er wird hauptsächlich gestillt, indem Wespen andere Insekten fangen, überwiegend Fliegen – oder eben auch Wurst und Fleisch als Futter nutzen.

(Quelle: http://www.oeko-forum.ch/downloads/WespenHornissen.pdf)

Nur wenige Wespenarten können uns Menschen ernsthafte Probleme machen. Die faszinierenden Tiere haben deshalb eine Imagekorrektur verdient.

Und wenn Sie generell mehr über die Natur erfahren wollen, dann schauen sie sich doch mal meine Natur-Seminare an.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Sind Goldmelisse und Zitronenmelisse botanisch verwandt?

Diese Frage wird mir in der Phytotherapie-Ausbildung und in Heilpflanzenkursen immer wieder gestellt.

Goldmelisse (Monarda didyma)  und Zitronenmelisse (Melissa officinalis) gehören zwar beide zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), doch näher verwandt sind sie nicht.

Nachfolgend ausgewählte Angaben dazu aus Wikipedia.

Zur Goldmelisse

„Die Goldmelisse (Monarda didyma), auch Indianernessel, Scharlach-Monarde genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Monarda in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).“

Merkmale der Goldmelisse:

„Die Goldmelisse ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit einem Rhizom, die Wuchshöhen von 80 bis 150 Zentimeter erreicht. Die Pflanze duftet nach Zitrone. Die aufrechten Stängel sind vierkantig. Die gegenständigen Laubblätter sind einfach, rau, und nur kurz gestielt. Die Blattspreite weist eine Länge von 15 cm und eine Breite von 5 cm auf. Der Blattrand ist gesägt.

Etwa 30 Blüten stehen in terminalen Blütenständen mit roten Hochblättern zusammen. Die zittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Der Kelch ist 10 bis 14 Millimeter lang und am Schlund kahl oder nur schwach behaart. Die rote, behaarte Krone ist 30 bis 45 Millimeter lang. Die Kronenoberlippe ist kahl oder nur spärlich behaart. Es sind nur zwei Staubblätter vorhanden. Der Griffel endet mit zwei Narbenästen.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September.“

Vorkommen der Goldmelisse

„Die Goldmelisse kommt im Osten der USA in feuchten Wäldern und Gebüschen vor.“

Nutzung der Goldmelisse

„Die Goldmelisse wird als Zierpflanze genutzt. Die Wildform wird selten, gezüchtete Sorten zerstreut für Rabatten, Staudenbeete und als Schnittblumen verwendet. In Nordamerika wird diese Art darüber hinaus als Heil- und Duftpflanze genutzt. Sie ist seit 1737 oder 1756 in Kultur. Die zahlreichen Sorten sind entweder Abkömmlinge von Monarda didyma oder von Hybriden aus Monarda didyma und Monarda fistulosa. Sie unterscheiden sich in Blütenfarbe, Wuchshöhe und Mehltauresistenz, ein Teil der Sorten hat auffällige Hochblätter.

Die Blätter können frisch und gegart gegessen werden. Mit den Blättern kann man Nachspeisen würzen.

Aus den frischen und getrockneten Blättern und Blütenständen kann man guten Tee („Oswego Tea“) aufgießen.

Die Oswego-Indianer kannten eine Teezubereitungsart. Ende des 18. Jahrhunderts boykottierten amerikanische Kolonisten den aus England eingeführten Tee. Sie tranken Oswego-Tee.

Sehr gut eigenen sich die duftenden Blätter zum Aromatisieren von Tee und Obstsalat. Auch zum Garnieren finden sie Verwendung.“

Zur Zitronenmelisse

„Die Zitronenmelisse oder Melisse (Melissa officinalis) ist eine aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammende Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).“

Inhaltsstoffe der Zitronenmelisse

„Melissenblätter enthalten 4 bis 7 % Hydroxyzimtsäure-Derivate, vor allem Rosmarinsäure (die sogenannten Labiatengerbstoffe), aber auch Chlorogensäure, Kaffeesäure u. a. Ätherisches Öl ist zu 0,05 bis 0,3 %, in Zuchtsorten bis zu 0,8 % enthalten. Die wichtigsten Komponenten sind Citral (mit 40 bis 70 %, als Gemisch aus Geranial und Neral), Citronellal (1 bis 20 %) und β-Caryophyllen (5 bis 15 %). Weitere Bestandteile sind Caryophyllenepoxid, Germacren D, Methylcitronellal, 6-Methyl-5-hepten-2-on, Geranylacetat, α-Copaen und Nerol. Die Zusammensetzung des ätherischen Öls ist von der Herkunft und den Klimabedingungen, vom Erntezeitpunkt und dem Alter der Pflanze abhängig.

Melisse enthält ätherisches Öl (Hauptbestandteile Citral und Citronellal, Linalool, Geraniol und Aldehyde) aber auch Gerbstoffe (hauptsächlich Rosmarinsäure), Bitterstoffe, Harz, Schleimstoffe, Glykoside, Saponine und Thymol. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze pro 100 Gramm Frischgewicht beträgt 253,0 Milligramm.“

Namensherkunft

„Der Gattungsname Melissa leitet sich vom griechischen meliteion = Zitronen-Melisse ab, das mit meli = Honig (Genitiv melitos) zusammenhängt. Er bezieht sich auf die Nutzung als Bienenweide. Das Art-Epitheton officinalis bedeutet offizinell, als Arznei verwendet.“

Verbreitung der Zitronenmelisse

„Die Zitronen-Melisse ist im Östlichen Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet. Das natürliche Areal reicht von Anatolien über den Kaukasus, Irak und Iran bis Pakistan. Heute wird sie weltweit in den gemäßigten und warmen Zonen kultiviert und verwildert regelmäßig.

In Mitteleuropa ist sie verwildert vor allem auf Waldschlägen und an Forststraßen zu finden.

Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, warmen und trockenen Standorten mit humusreichem sandigem Lehm- oder lehmigem Sandboden.“

Nutzung der Zitronenmelisse

„Die Zitronen-Melisse wird als Gewürz-, Arznei- und als Bienenweidepflanze angebaut. Die Blätter werden als Küchengewürz verwendet. Extrakte aus den Blättern werden zu Kräuterlikören verarbeitet. Zum Aromatisieren von kalten Getränken, Salaten und Saucen sowie Kompotten wird Melisse verwendet. Tee und Wein kann man aus ihr herstellen. Melissentee soll beruhigend wirken und verdauungsfördernd sein.

Als Droge werden die Blätter (Melissae folium) verwendet. Die traditionelle Verwendung ist die Unterstützung der Magenfunktion und bei nervlicher Belastung. Präparate wie Teeaufgüsse, Flüssig- oder Trockenextrakte aus der Melisse wirken sedativ und spasmolytisch. Sie werden bei Einschlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Häufig werden sie in Teemischungen mit anderen beruhigend wirkenden Drogen eingesetzt. Bäder werden bei Entzündungen der Haut und der Genitalorgane eingesetzt, aber auch als Entspannungsbäder. Weitere Anwendungsgebiete sind Gallenleiden und hypertone Dyskinesie.

Aufgrund des Gehaltes an Phenolcarbonsäurederivaten, v. a. Rosmarinsäure, haben Melissenblätter eine antimikrobielle und antivirale Wirkung. Dies wird in Salben zur Behandlung von Herpes simplex eingesetzt.

In der Volksmedizin wird die Zitronenmelisse auch gegen Erkältungskrankheiten und Kreislaufschwäche eingesetzt.

Im Handel ist reines Melissenöl aufgrund des hohen Preises (rund 6000 EUR pro kg) selten erhältlich, meist sind es Ersatzöle wie Citronellaöl, Lemongrasöl oder Verfälschungen (Indisches Melissenöl).“

(Quelle: Wikipedia)

Kommentar & Ergänzung:

Goldmelissentee wird in der Pflanzenheilkunde als Einschlaftee vor allem für Kinder empfohlen und ist wegen seiner roten Farbe und dem angenehmen Aroma beliebt. Auch Goldmelissensirup kommt zur Anwendung.

Eine Wirksamkeit ist allerdings für Goldmelissentee und Goldmelissensirup nicht dokumentiert. Das spricht nicht gegen den Gebrauch, wenn man Goldmelissentee oder Goldmelissensirup gern hat und danach gut schlafen kann.

Das ätherische Öl in den Goldmelissenblüten ähnelt in der Zusammensetzung an manchen Punkte  dem Thymian. Es enthält zum Beispiel wie Thymian Thymol und Carvacrol.

Goldmelissenblüten sind ziemlich teuer, wenn man sie in der Apotheke oder Drogerie kauft.

Für die Wirkung der Zitronenmelisse als Einschlafmittel gibt es deutlich bessere Belege. Untersucht wurde in dieser Hinsicht vor allem das ätherische Öl. Melissenöl wird über die Atemwege angewendet, als Melissenbad oder als Einreibung gemischt mit fettem Öl oder Bodylotion. Melissentee = Zitronenmelissentee würde ich aus frischen Melissenblättern zubereiten. Die Melissenblätter verlieren beim Trocknen rasch an ätherischem Öl.

Melissenöl und Melissenextrakt sind ausserdem wirksam gegen Herpes-simplex-Viren. Sie werden deshalb bei Lippenherpes (Fieberbläschen) angewendet.

Über’s Ganze gesehen  setzt die Phytotherapie stärker auf die Zitronenmelisse und auf das Melissenöl als auf die Goldmelisse. Goldmelisse wird aber gerne empfohlen als bewährtes Hausmittel und auch als Genusstee.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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