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Schüssler-Salze gegen Warzen?

Ich bin immer wieder verblüfft über die Unverfrorenheit, mit der irgendwelche Behauptungen über fragwürdige Heilwirkungen herumgeboten werden.

Noch mehr verblüfft mich aber, wie selten solche Behauptungen in Frage gestellt werden.

Jetzt bin ich gerade über eine Aussage in der Drogistenzeitung „D-inside“ gestossen, die sich mit der Behandlung von Warzen befasst (Ausgabe April 2017).

Naturheilkundlich lasse sich eine Warze mit Schüssler-Salz Nr. 4 zur Bindung des Papillomavirus behandeln sowie mit Schüssler-Salz Nr. 10, das die Virenausscheidung verbessere, schreibt die Autorin unter Bezugnahme auf Aussagen einer Naturheilpraktikerin.

Was wird hier genau versprochen:

Schüssler-Salz Nr. 4 soll also das Papillomavirus binden, das für die Entstehung von Warzen verantwortlich ist. Eine steile Behauptung. Eine solche Wirkung kann man nicht einfach von aussen beobachten.

Um eine solche Wirkung festzustellen, braucht es deshalb ein Experiment zumindestens im Reagenzglas, wobei dann allerdings noch nicht klar wäre, ob der Vorgang auch in einer veritablen Warze funktionieren würde.

Nun sind aber bisher keinerlei derartige Studien bekannt geworden.

Gibt es womöglich eine geheime Studie? Das wäre sehr komisch, denn das Ergebnis wäre sensationell und würde den Umsatz vervielfachen. Zudem ist kaum vorstellbar, dass die Wirkung sich auf Papillomaviren beschränken würde. Schüssler-Salz Nr. 4 wäre dann die Lösung für unzählige gefährliche Virenkrankheiten und der Entdecker dieses Wundermittels ein heisser Kandidat für den Nobelpreis in Medizin.

Da liegt es schon sehr nahe, dass die Studie eben darum geheim bleibt, weil es sie gar nicht gibt.

Schüssler-Salz Nr. 4 enthält 1 g Kaliumchlorid auf 1000 kg Milchzucker.

Kaliumchlorid ist als Geschmacksverstärker unter der Bezeichnung E 508 im Handel. Wollen wir wetten, dass der grösste Teil der Schüssler-Salz Nr. 4-Konsumenten im Laden einen weiten Bogen macht um all die teuflischen E-Nummern? E 508 und damit auch Kaliumchlorid ist enthalten in Fertiggerichten, Würzmitteln und diätetischen Lebensmitteln – viel billiger und auch in grösseren Mengen als im Schüssler-Salz Nr. 4.

Die Apothekerin Susana Niedan-Feichtinger von der Firma Adler Pharma, einer Herstellerin von Schüsslersalzen, schreibt in der Österreichischen Apothekerzeitung (Nr. 24 /2010, S. 1419):

„Alle Mineralwasser-Konsumenten nehmen pro Tag mehr Mineralstoffe auf, als es über Schüßler Salze überhaupt möglich wäre…..“

Das gilt genauso für Trinkwasser-Konsumenten.

So: Und dieses Schüssler-Salz Nr. 4, das 1 g Kaliumchlorid pro 1000 kg Schüssler-Salz enthält, soll in der Warze die Papillomaviren binden? Wie genau muss ich mir das vorstellen?

Zudem soll Schüssler-Salz Nr. 10 noch die Virenausscheidung verbessern. Wie werden denn Viren überhaupt ausgeschieden? Ich habe bisher eigentlich gedacht, dass Viren von Fresszellen des Immunsystems vertilgt werden.

Auch die verbesserte Virenausscheidung kann man nicht sehen und damit eine solche Aussage gemacht werden kann, müssten Daten aus einem Experiment oder einer Studie vorliegen. Das wäre auch in diesem Fall Nobelpreis-würdig, wenn es dazu Belege geben würde……

Schüssler-Salz Nr. 10 enthält 1 g Natriumsulfat (Glaubersalz) auf 1000 kg Milchzucker.

Natriumsulfat ist als Lebensmittelzusatzstoff Nummer E 514 ohne Höchstmengenbeschränkung für Lebensmittel allgemein zugelassen.

Es dient als Festigungsmittel, Säureregulator und Trägersubstanz.

Und auch hier führen wir Natriumionen und Sulfationen mit dem Trinkwasser in viel grösseren Mengen zu, als dies mit Schüssler-Salz Nr. 10 je möglich wäre:

„Grundwässer in sulfatarmen Gesteinen enthalten üblicherweise bis ca. 30 mg/l Sulfat…. Wesentlich höhere Gehalte (bis mehrere 100 mg/l) sind jedoch für Wässer aus sulfathaltigen Gesteinen typisch.“

Quelle:

http://www.umwelt.niedersachsen.de/grundwasser/grundwasserbericht/grundwasserbeschaffenheit/gueteparameter/grundprogramm/sulfat/sulfat-137612.html

Ein Liter Trinkwasser enthält also zwischen 30 mg und mehreren 100 mg Sulfat. Eine Tablette Schüssler-Salz enthält 0.25 Millionstelgramm Natriumsulfat (Quelle: Pharmawiki).

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Die_Schuessler_Luege

In Dosen von 10 – 30 Gramm wird Glaubersalz als Abführmittel bei Verstopfung und zur Darmentleerung vor Fastenkuren eingesetzt.

Und nun zurück zu den Warzen. Die Aussagen in der Drogistenzeitung bezüglich Virenbindung und Virenausscheidung durch Schüssler-Salze Nr. 4 und 10 sind völlig faktenfrei. Warzen sind aber in der Regel selbstlimitierend – sie heilen nach einer gewissen Zeit auch ohne Behandlung – und sie reagieren häufig sehr gut auf Suggestion bzw. Placebo.

Es wird daher während der Behandlung mit diesen Schüssler-Salzen in einer respektablen Zahl der Fälle zu einem Verschwinden der Warze kommen. Und dann kann man ja durchaus den Schluss ziehen, dass es keine Rolle spielt, ob der Effekt durch Suggestion oder durch eine spezifische Wirkung der Schüssler-Salze zustande kommt.

Verwerflich und störend finde ich nur die völlig aus der Luft gegriffenen Behauptungen spezifischer Wirkungen wie „Virenbindung“ und „Virenausscheidung“, die man eigentlich nur als Bullshit bezeichnen kann.

In der Pflanzenheilkunde wird gegen Warzen gerne der Schöllkrautsaft verwendet.

Siehe dazu:

Hilft Schöllkraut gegen Warzen?

Schöllkraut enthält im Milchsaft eiweissspaltende Enzyme sowie die Alkaloide Berberin und Sanguinarin, die mit der DNA reagieren und deshalb zelltoxisch und antiviral wirken. Dadurch könnte eventuell (!) eine Wirkung gegen Warzen erklärt werden, wenn der Schöllkrautsaft 2 mal täglich auf die Warze aufgetragen wird. Da diese Wirkungen aber nur im Labor belegt sind, lässt sich daraus keine sichere Aussage über eine Wirksamkeit an konkreten Warzen lebender Menschen machen.

Wenn eine Warze nach der Anwendung von Schöllkrautsaft verschwindet, kann ich daher nie mit Sicherheit wissen, ob dieser Effekt durch eine spezifische Wirkung der Schöllkraut-Inhaltsstoffe erfolgt ist, durch Suggestion oder durch ein zufälliges Zusammenfallen der Behandlung mit dem Zeitpunkt, an dem die Warze sowieso verschwunden wäre.

Für den Warzenträger oder die Warzenträgerin spielt das in diesem Fall keine wesentliche Rolle. Es ist aber meines Erachtens eine Frage der Wahrhaftigkeit, die Ungewissheit über den eigentlichen Wirkfaktor anzuerkennen und sich nicht im Brustton der Überzeugung mit leeren, aber eindrücklich klingenden Behauptungen zu schmücken – zum Beispiel betreffend Virenbindung und Virenausscheidung.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Bohnenkraut – eine Heilpflanze?

Bohnenkraut stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet und den Anrainerländern des Schwarzen Meers.

Bohnenkraut (Satureja hortensis) wird vor allem als Gewürz verwendet – für Fleischgerichte, dann natürlich speziell für Bohnengerichte, für Pizza, Suppen und Sossen. In Bulgarien ist Bohnenkraut Bestandteil der als Tschubritza bezeichneten Würzmittel.

Bohnenkraut gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist daher verwandt mit „prominenten“ Heilpflanzen wie Salbei, Thymian, Melisse, Pfefferminze, Lavendel, Rosmarin. Und wie für einen richtigen Lippenblütler typisch, enthält auch Bohnenkraut ein ätherisches Öl (bis etwa 2%). Hauptbestandteil dieses ätherischen Bohnenkrautöls ist Carvacrol, eine Substanz, die auch in den ätherischen Ölen von Thymian und Oregano vorkommt.

Bohnenkraut enthält neben seinem ätherischen Öl noch Gerbstoffe und wenig Schleim.

Bohnenkrauttee dürfte aufgrund seines Gehalts an ätherischem Öl eine leichte Steigerung der Magensaftbildung bewirken und Blähungen lindern, aber durch Carvacrol auch antiseptisch wirken.

In der Volksmedizin wird Bohnenkraut bei leichten Verdauungsstörungen sowie zur unterstützenden Behandlung von Husten und Halsentzündungen  benutzt. Zumindestens für die letzten beiden Anwendungsbereiche ist allerdings Thymian überlegen.

Bohnenkraut hatte aber bereits im Mittelalter quasi eine offizielle Stellung – im Plan des Klostergartens in St. Gallen ist die Pflanze jedenfalls verzeichnet.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pistazien als Hilfe zur Gewichtskontrolle?

Nüsse und nussähnliche Früchte gelten zwar als gesund, doch nicht gerade als Schlankheitsmittel. Pistazien allerdings besitzen nicht nur ein hochwertiges Nährstoffprofil. Sie können sich offenbar auch günstig auf das Essverhalten auswirken. Dies legen jedenfalls einige aktuelle Studien nahe.

So haben US-Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Los Angeles über zwölf Wochen 52 übergewichtige Erwachsene mit unterschiedlichen Reduktionsdiät-Konzepten untersucht. In der randomisierten Studie bekam ein Teil der Probanden als täglichen Snack 75 Pistazien (240 kcal, ca. 45 g), ein anderer Teil Salzbrezel (220 kcal, ca. 60 g).

Die Auswertung zeigte, dass die Pistazien-Gruppe ihre BMI-Ziele besser erreichte und tiefere Triglyzerid-Werte aufwies als die Brezel-Gruppe (J Am College Nutrition, 2011, Vol. 29, 3, 198).

Eine jüngst im British Journal of Nutrition veröffentlichte Untersuchung hat gezeigt, dass immerhin ein Teil der in Pistazien enthaltenen Energie – immerhin fünf Prozent – offenbar unverdaut wieder ausgeschieden wird (British J Nutrition, 2011, 28, 1).

Studienleiter Dr. David Baer vom Beltsville Human Nutrition Research Center (USA) folgerte aus den Daten seiner Untersuchung, dass Pistazien im Zuge einer Gewichtsreduktion nicht vorschnell vom Diätplan gestrichen werden sollten.

Und noch einen besonderen Vorteil für die Hüften soll es geben: Pistazien werden langsamer und bewusster verzehrt als schon geschälte Nüsse, weil sie erst aus der harten Hülle herausgeholt werden müssen. Das haben zumindest kürzlich Verhaltens- und Ernährungsforscher der Eastern Illinois Universität (USA) herausgefunden.

Die Probanden der Pistazien-Gruppe nahmen insgesamt 41 Prozent weniger Kalorien auf als die Personen der Vergleichsgruppe, die geschälte Nüsse bekam.

Die Pistazien-Gruppe fühlte sich aber genauso gesättigt und zufrieden. Die Autoren entdeckten zudem, dass es offenbar der Anblick der leeren Schalen ist, der bewirkt, dass weniger gegessen wird.

Denn andere Probanden nahmen wiederum 22 Prozent weniger Energie auf, wenn die Schale liegen geblieben ist, im Vergleich zu jenen, bei denen die Schalenreste gleich entfernt wurden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/allgemeinmedizin/article/664566/schlank-pistazien.html?sh=1&h=1385878286

http://www.jacn.org/content/29/3/198.abstract

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21733319

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666311001553

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666311004855

Kommentar & Ergänzung:

Und was sind eigentlich genauer Pistazien?

„ Die Pistazie ist die Steinfrucht des zweihäusigen Pistazienbaumes (Pistacia vera, „Echte Pistazie“), zur Unterscheidung von den anderen Arten der Pistazien daher Echte Pistazie genannt, aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Die Pistazie ist keine Nussfrucht im botanischen Sinne.

Die Pistazie ist ein Laubbaum, wird bis zu 12 m hoch und bis zu 300 Jahre alt. Die Wurzeln der Bäume können sich bis in eine Tiefe von 15 m erstrecken. Die Kerne sind oval und besitzen eine dünne, harte Schale; der Pistaziensamen hat eine bräunliche Haut und ein hellgrünes Inneres (die Keimblätter). Die Ernte der Samen erfolgt in einem zweijährigen Turnus, was neben den Schwankungen der Witterung zu unterschiedlichen Erträgen führt. Von den Mastix-Pistazienbäumen wird im Juni das Harz gewonnen und als Würzmittel, Klebstoff oder Räuchermittel verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Zu den Wirkungen der Pistazien auf die Gesundheit schreibt Wikipedia:

„ Anfang Dezember 2009 wurde bekannt, dass eine Ernährung mit täglich ein bis zwei Handvoll Pistazien dazu beitragen kann, das Risiko von Lungenkrebs zu reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung (American Association for Cancer Research, AACR).

Forscher der Universität von Toronto haben herausgefunden, dass beim gleichzeitigen Verzehr von einer Handvoll Pistazien und kohlenhydrathaltiger Lebensmittel wie etwa Weißbrot die Pistazien den Anstieg des Blutzuckerspiegels gemindert haben. Auch wurden so Hunger stimulierende Hormone reduziert. So bleibt der Appetit kontrollierbar.

Pistazien sind reich an Ballaststoffen. Pistazien in der Schale haben einen zusätzlichen Vorteil für die Gewichtskontrolle, da sie die Verzehrzeit verlangsamen, weil sie erst geöffnet werden müssen. Studien haben gezeigt, dass das Sättigungsgefühl ungefähr 20 Minuten nach dem Verzehr eines Snacks eintritt. Durch den langsameren Verzehr der Pistazie wird die Zeit bis zum Sättigungsgefühl überbrückt.

Die meisten in Pistazien enthaltenen Fette sind sogenannte gute Fettsäuren. Sie tragen dazu bei, das Risiko einer Herzerkrankung zu mindern. Forscher der Pennsylvania State University in den USA haben herausgefunden, dass der Verzehr von ein bis zwei Handvoll Pistazien pro Tag zu einer Reduktion des schlechten LDL-Cholesterinspiegels um neun bis 12 Prozent führen kann.“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Schlechte Schlankheitsmethoden: Die Apfelessig-Kur

Das Magazin „Focus“ veröffentlichte vor kurzem eine Beschreibung der zehn schlechtesten Diäten. Zur „Apfelessig-Kur“ schreibt Focus:

„Morgens bereits ein Glas warmes Wasser mit einem Fingerbreit Apfelessig trinken, danach alle zwei Stunden wieder diese Mixtur zu sich nehmen – so lautet das simple Rezept dieser Abnehmmethode. Damit ist die strenge Apfelessig-Kur eigentlich eine Nulldiät. Entsprechend schnell purzeln die Pfunde. Außerdem führt Apfelessig ab, was das Abnehmen zusätzlich beschleunigt. Allerdings weist die Kur einige negative Nebenwirkungen auf: Wie alle Nulldiäten kann sie Herz und Kreislauf belasten, die Konzentration schmälern und zu Mangelzuständen führen.“

Heikel ist bei der Apfelessig-Kur zudem, dass der Organismus das Übergewicht überwiegend am falschen Ort eliminiert:

„Außerdem baut der Körper unter diesem Hungerstress vor allem Muskelmasse ab und nicht die störenden Speckpölsterchen. Zusätzlich kann der Essig auf Dauer empfindlichen Menschen Magenprobleme bereiten. Sodbrennen und im schlimmsten Fall eine Magenschleimhauentzündung können die Folgen sein.“

Auch die moderatere Form der Apfelessig-Diät sieht der Focus-Artikel kritisch:

„Eine modifizierte Form der Apfelessig-Diät sieht kalorienreduzierte Mischkost vor, wobei die Speisen wenn möglich mit Apfelessig zubereitet werden. Außerdem trinkt man dreimal täglich das Essig-Wasser-Gemisch. Doch auch hier kann es zu Problemen wegen Übersäuerung kommen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/abnehmen/tid-20983/abnehmen-die-zehn-schlechtesten-diaeten_aid_589657.html

Kommentar & Ergänzung:

Schlankheitsdiäten werden immer wieder mit reisserischen Schlagzeilen propagiert und halten kaum je, was sie versprechen. Daher ist es auch immer wieder einmal nötig, sie kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Der Beitrag auf Focus-online gibt dazu eine gute Übersicht.

Apfelessig ist ein altes Naturheilmittel, dem allerdings im Verlaufe der Zeit etwas gar umfassende Heilwirkungen zugeschrieben wurden.

Apfelessig besteht aus Wasser, Essigsäure und einigen Mineralstoffen (v. a. Kalium). Darüber hinaus bietet das hochgepriesende Allheilmittel allerdings kaum noch nennenswerte Inhaltsstoffe. Natürlich prägen verschiedene Aroma- und Geschmacksstoffe die jeweilige Essigsorte abhängig vom Ausgangsprodukt und machen den Essig in der Küche zu einem beliebten und unverzichtbaren Würzmittel.

Wikipedia schreibt zur medizinischen Anwendung von Apfelessig:

„Genau wie andere Essigsorten gilt Apfelessig als Mittel der Naturheilkunde. Anwendungsbereiche sind die Körperhygiene (Bad und Haarwäsche) sowie die Mundhygiene. Innerlich angewendet sollen „Essigtrunke“ eine Entgiftung und Entschlackung des Körpers bewirken und sogar zur Gewichtsreduktion beitragen. Bei äußerlicher Anwendung wird eine Heilung bei Akne, Schuppenflechte oder Hautverletzungen versprochen. Für die meisten genannten gesundheitlichen Wirkungen von Apfelessig und anderen Essigsorten gibt es jedoch mit Ausnahme der antibakteriellen Wirkung noch keine wissenschaftlichen Belege.

Genauere (seriöse) Studien zur Gewichtsabnahme existieren zwar nicht, es gibt jedoch denkbare Wirkungsmechanismen, wie Apfelessig sättigen kann. Die Säure stimuliert im Zwölffingerdarm die Produktion von Cholecystokinin, Säure hemmt die Amylase, was den Glykämischen Index senkt und die Mineralien verringern Appetit durch Mangelnährung. Ferner bewirken kaliumreiche Lebensmittel eine Entwässerung, was wiederum als Gewichtsverlust missverstanden werden kann. Zu beachten ist allerdings, dass häufiger Konsum von Essig, bei dem es Kontakt mit den Zähnen gibt, sogar zu Zahnerosion führt.“

(Quelle: Wikipedia)

Nicht erwähnt werden im Wikipedia-Text die Essigsocken gegen Fieber, die allerdings nicht speziell den Apfelessig voraussetzen.

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Schüssler-Salz Kalium chloratum D6 – ein Wunderheiler?

Das Schüssler-Salz Nr. 4,  Kalium chloratum, kann man nach den Angaben einer Schüsslersalz-Website für folgende Anwendungsgebiete einsetzen:

Adenoide Vegetationen, Adipositas, Adnexitis, Akne, Angina, Apoplex, Appendicitis chronica, Asthma, Atemnot, Augenentzündung, Ausleitung, Badeotitis, Bauchspeicheldrüsen-Entzündung, Benignes Prostatasyndrom, Besenreiser, Blasenentzündung, Bronchialasthma, Bronchitis, Brustfellentzündung, COPD, Candida, Cerumen obturans, Cholangitis, Cholezystitis, Chronische Blinddarmentzündung, Chronische Bronchitis, Chronische Gaumenmandel-Entzündung, Chronische Hepatitis, Chronische Leberentzündung, Couperose, Darm-Soor, Darmentzündung, Dickdarmentzündung, Drüsenschwellung, Dünndarmentzündung, Eierstockentzündung, Eileiterentzündung, Eileiterentzündung,

Embolie, Emphysem, Entzündungen, Epilepsie, Fatigue-Syndrom, Fettsucht, Fibromyalgie, Fliess-Schnupfen, Flugangst, Frostbeulen, Fusspilz, Gallenblasenentzündung, Gallenwegsentzündung, Ganglion, Gehörgangsentzündungen, Gelbsucht, Gelenkentzündung, Gelenkrheumatismus, Geschwulst, Gicht, Giftstoffe-Abbau, Gingivitis, Glomerulonephritis, Grind, Halsschmerzen, Hautausschlag, Hautauswüchse, Hautfalten-Entzündung, Hautgriess, Hautmykose, Hautpilz, Hautwucherungen, Hefepilz-Befall, Heiserkeit, Heisshunger, Hepatitis, Herpes, Heuschnupfen, Hodgkin-Lymphom, Husten, Hypochondrie, Hämorrhoiden, Hühneraugen, Ikterus, Impffolgen, Infektiöse Mononukleose, Kandida, Kapillar-Verkrampfung, Kehlkopfentzündung, Keuchhusten, Klarheit, Kleieflechte, Kleiepilz, Kniegelenksentzündung, Kopfekzem, Kopfgrind, Kopfschuppen, Krampfadern, Kreislaufschwäche, Krupp, Laryngitis, Lauf-Schnupfen, Laufnase, Leberentzündung, Leberflecken, Lidrandentzündung, Lungenentzündung,

Lymphangitis, Lymphdrüsenschwellung, Lymphgefässentzündung, Lymphknoteneiterung, Lymphknotenentzündung, Lymphknotenkrebs, Lymphknotenschwellungen, Lymphogranulomatose, Lymphom, Magenbrennen, Mandelentzündung, Mandelschwellung, Mandelvereiterung, Mandelvergrösserung, Milchschorf, Mittelohr-Vereiterung, Mittelohrentzündung, Morbus Bechterew, Morbus Crohn, Morbus Hodgkin, Mumps, Mund-Soor, Muskelrheuma, Mykose, Myogelose, Myom, Myringitis, Müdigkeits-Syndrom, Nagelpilz, Narbenpflege, Nasenlaufen, Nasenpolypen, Nebenhöhlenentzündung, Neurodermitis, Nierenbeckenentzündung, Nierenentzündung, Nierenstauung, Offenheit, Ohrenausfluss, Ohrenekzem, Ohrenentzündung, Ohrenlaufen, Ohrenschmalz, Ohrenschmalzpfropf, Ohrenschmerzen, Ohrknorpelentzündung, Ohrmuschelekzem, Ohrmuschelentzündung, Oophoritis, Operationsvorbereitung,

Otitis, Otitis externa, Parotitis, Parotitis epidemica, Periarthropathie, Perichondritis, Pfeiffersches Drüsenfieber, Pharyngitis, Phlebitis, Pickel, Pityriasis versicolor, Platzangst, Pockenimpfung-Nachbehandlung, Polyarthritis, Polypen, Prostataadenom, Prostatabeschwerden, Prostatahyperplasie, Prostatahypertrophie,

Prostatavergrösserung, Pseudo-Krupp, Psoriasis, Pusteln, Pyelonephritis, Rachengeschwür, Rachenmandel-Vergrösserung, Rheuma, Rhinitis, SMS-Daumen,

Salpingitis, Schlaganfall, Schleimbeutelentzündung, Schleimhaut-Pilze, Schleudertrauma, Schluckschmerzen, Schuppenflechte, Schwerhörigkeit, Seborrhoisches Ekzem, Sehnenscheidenentzündung, Sensibilität, Sinusitis, Soor,

Sorgen, Souveränität, Speicheldrüsenentzündung, Stockschnupfen, Surferohr, Taucherohr, Thrombophlebitis, Thrombose, Traumatische Arthritis, Trommelfellentzündung, Tumor, Vergrösserte Mandeln, Warzen, Weichteilrheumatismus, Weissfluss, Wucherungen, Zahnfleischentzündung, Zeruminalpfropf, Ziegenpeter, Zungenbelag, Zwanghaftigkeit, Zwänge, Zyste, Zystitis, Zöliakie.

Quelle: http://lexikon-der-schuessler-salze.de/mittel/kalium-chloratum.htm

Kommentar & Ergänzung:

1. Das ist eine Verarschung sondergleichen, doch was soll man dazu schon sagen, wenn so viele Leute sich offenbar verarschen lassen wollen und keinerlei Fragen stellen.

Dass so viele Leute keinerlei Fragen stellen ist allerdings ein spannendes Phänomen. Interessant ist genauer gesagt die Frage, welche Bedürfnisse durch solch absolut simple Wunderheiler gedeckt werden.

2. Wir haben es hier mit einem extremen Beispiel für Indikationslyrik zu tun. Ein Mittel, das für derart viele und unterschiedlichste Krankheiten helfen soll, hilft wohl vor allem gegen die Angst vor Krankheiten.

Nicht zuletzt bietet solche Indikationslyrik aber auch unbegrenzte Anwendungsbereiche und traumhafte Umsatzmöglichkeiten. Bestimmt finden Sie auf der obenstehenden Anwendungsliste ein paar Beschwerden, die auch für Sie relevant sind. Jede/r findet das. Also kann jeder/r Schüssler Salz Kalium chloratum D6 brauchen. Aber damit nicht genug: Das trifft auch auf alle anderen Schüssler-Salze zu. Fazit: Jede/r braucht alle Schüssler-Salze!

3. Es stehen reinste Behauptungen da, keinerlei Begründungen für irgendeine der Heilwirkungen. Das braucht es auch nicht. Schüssler-Salz-AnhängerInnen verlangen offenbar keine Begründungen und stellen keine Fragen. Sie schlucken brav ihre Tabletten. Wo bitte bleibt da der mündige Patient oder die mündige Patientin? Ich dachte ursprünglich einmal – sehr lange ist es her – Komplementärmedizin strebe nach einem partnerschaftlicheren Verhältnis zwischen der kranken Person und der Fachperson für’s Heilen. Doch bei Schüssler-Salzen braucht es ja nicht einmal mehr eine Fachperson. Die simple Anleitung genügt und eine gläubige Beziehung zur Herstellerfirma. Höriger und „fast-food-mässiger“ geht’s kaum mehr. Alternatives Heilen muss schnell und leicht gehen, ohne Auseinandersetzung mit sich oder dem Heilmittel und vor allem ohne Nachdenken. Das passt optimal zum Zeitgeist.

4. Es soll mir bitte jemand genauer erklären, wie Kalium chloratum D6 gegen Krebs, Sinusitis, Pfeifersches Drüsenfieber, Morbus Crohn, Platzangst und Hüheraugen wirkt. Nur diese sechs Beispiele. Was genau bewirkt Kalium chloratum bei Pfeifferschem Drüsenfieber?

Und wie wär’s mit ein paar vollständig dokumentierten Behandlungsverläufen? – Solchen Aufwand betreiben die Schüssler-Salz-Propagandisten nicht. Ist auch unnötig, solange die Tabletten-Schlucker keine Fragen stellen.

5. Kalium chloratum ist übrigens als Geschmacksverstärker unter der Bezeichnung E 508 im Handel. Wollen wir wetten, dass der grösste Teil der Schüssler-Salz-Tabletten-Schlucker im Laden einen weiten Bogen macht um all die teuflischen E-Nummern? Ein Tipp für die sparsame Hausfrau: E 508 und damit auch Kalium chloratum ist enthalten in Fertiggerichten, Würzmitteln und diätetischen Lebensmitteln – viel billiger und auch in grösseren Mengen als im Schüssler-Salz Nr. 4, da Kalium chloratum dort ja 1 : 1 000 000 mal verdünnt wurde. Allerdings fehlt im Diätsalz die Laktose (Milchzucker), aus der die Schüssler-Salze bekanntermassen bestehen. Aber es ist immer noch viel billiger, die Laktose separat zu kaufen, wenn man schon Laktose schlucken will.

6. Von Tabletten der herkömmlichen Pharmaindustrie werden meist drei pro Tag geschluckt und die Firmen entwickeln zunehmend Präparate zur Einmal-Einnahme. Von Produkten der Alternativ-Pharma schlucken viele Schüssler-Salz-Konsumenten 10, 20 oder mehr Tabletten pro Tag. Beispiel:

„Manche begeisterte Schüsslersalz-Anwender verwenden auch erheblich grössere Mengen der Schüssler-Salze. Dabei handelt es sich um die sogenannte Hochdosierung. Bei der Hochdosierung werden in kurzen Abständen bis zu 100 Tabletten am Tag im Munde zergehen lassen.“

Quelle: http://lexikon-der-schuessler-salze.de/anwendung

Das glauben Sie nicht?

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Österreich überprüfte die Beratung bezüglich Schüssler Salze in Apotheken:

„Eine Testperson mit Reizmagen-, Reizdarm- bzw. Reizblasensyndrom suchte im Rahmen eines Praxistests sieben Apotheken auf und ließ sich bezüglich Schüssler-Salze beraten…… Im extremsten Fall wurde ….zur Einnahme von elf der zwölf möglichen Schüssler-Salze in Form von beachtlichen 140 Tabletten pro Tag geraten –  um einen Gesamtpreis von 190 Euro.“

Quelle: http://derstandard.at/1285042414537/Beratung-in-Apotheken-Schuessler-Salze-im-Test

Offenbar gilt hier das Motto: „Je mehr desto besser“ oder „nimm soviel du bekommen kannst“.

Auch diese Haltung passt so schön zum Zeitgeist. Fragt sich nur, was denn so alternativ sein soll an derartigen Tabletten-Orgien.

7. Auffallend bei Schüssler-Salzen ist die grosse Beliebigkeit. Es kommt sozusagen auf gar nichts drauf an:

„Von den Schüssler-Salzen können Sie mehrere verschiedene Mittel innerhalb eines Tages verwenden. Wieviele verschiedene Schüssler-Salze jedoch am besten sind, da gehen die Meinungen auseinander. Manch nehmen soviele Salzsorten, wie möglich. Alle Salze, die irgendwie passen, werden zur Behandlung eingesetzt. Andere bevorzugen nur drei Mittel auf einmal einzusetzen. Wenn mehr Mittel passen würden, werden die besten drei ausgewählt. Wieder andere setzen am liebsten nur ein Mittel gleichzeitig ein, das sind vor allem Menschen, die auch gerne mit homöopathischen Mitteln arbeiten. In diesem Fall sucht man sich das Mittel aus, das am besten passt. Wieviele Mittel Sie gleichzeitig einsetzen, bleibt Ihnen überlassen.“

Quelle: http://lexikon-der-schuessler-salze.de/anwendung

Auch diese Beliebigkeit und Gleich-Gültigkeit zeigte sich bei den Testkäufen des VKI in Wiener Apotheken:

„Der Test ergab eine Vielfalt an unterschiedlichen Zusammenstellungen von Schüßler Salzen, bei denen zum Teil weder Salze noch Dosierung übereinstimmten.“

Quelle: http://derstandard.at/1285042414537/Beratung-in-Apotheken-Schuessler-Salze-im-Test

Diese absolute Beliebigkeit ist meines Erachtens ein Symptom für hochgradige Scharlatanerie. Aber irgendwie ist es ja auch konsequent. Schliesslich bestehen alle Schüsslersalze aus dem gleichen Stoff: Milchzucker (oder eine andere Trägersubstanz). Die zugesetzten Salze sind soweit verdünnt, meist 1 : 1 000 000 oder 1 : 000 000 000 000, dass von Vorhandensein ernsthaft nicht mehr die Rede sein kann. Weshalb soll es da wichtig sein, welches Schüssler-Salz man schluckt?

Solche Beliebigkeit hat unbestreitbare Vorteile: Es braucht dazu keine Theorie, kein Wissen, kein Nachdenken und keinerlei ernsthaften Lernprozess – wenn es doch sowieso gleichgültig ist, was, wieviel und in welcher Kombination geschluckt wird.

Dieser Relativismus passt ebenfalls perfekt zu unsere Zeit.

8. Dass viele Apotheken und Drogerien so kräftig Schüssler-Salze propagieren und verkaufen, und damit ihren Kundinnen und Kunden vorgaukeln, dass es sich dabei um Medikamente handle, grenzt meines Erachtens an Betrug. Ich würde einen weiten Bogen um solche Geschäfte machen und sie betreffend Glaubwürdigkeit tiefer einstufen als einen Kiosk.

Zu Schüssler-Salzen siehe auch:

Schüssler-Salze: Mineralwasser wirksamer, günstiger, zahnschonender

Schüssler-Salze wirksam?

Das Scharlatan-O-Meter

Schüssler-Salz Calcium phosphoricum D6 – ein Wunderheiler?

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