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Welt-Elefanten-Tag: „Traffic“ verlangt von Thailand Verbot von Elfenbein-Handel

Dem Elfenbein ist nicht anzusehen, ob es von einem Elefanten aus Afrika oder von einem aus Thailand stammt.

Dieses Schlupfloch nutzen Schmuggler aus, stellt die Tierschutz-Organisation „Traffic“ fest. Denn der internationale Elfenbein-Handel ist zwar untersagt, in Thailand darf jedoch einheimisches Elfenbein verkauft werden, solange es nicht von Wildtieren stammt. Dadurch werde Thailand zur Drehscheibe des weltweiten illegalen Handels, indem die Schmuggler afrikanisches Elfenbein umdeklarieren, warnt „Traffic“. Die Organisation verlangt von der thailändischen Regierung zum heutigen Welt-Elefanten-Tag, dass sie dieses Schlupfloch stopft. Das hatte Regierungschefin Yingluck Shinawatra auch im Frühling bei einer Artenschutz-Tagung angekündigt. Details zur Umsetzung lassen jedoch noch auf sich warten.
„Traffic“ erklärt, dass jedes Jahr Tausende Elefanten wegen ihres Elfenbeins getötet werden.

Quelle:

http://www.dradiowissen.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=252876

Kommentar & Ergänzung:

Der illegale Elfenbein-Handel boomt vor allem in China, wo Elfenbein zum Teil als Wertanlage betrachtet und gekauft wird. Inzwischen gibt es allerdings auch gross angelegte Medienkampagnen in China, die sich gegen den Elfenbein-Handel stellen.

Auch Vietnam trägt zur Steigerung im Elfenbein-Handel bei.

Es braucht internationalen Druck, damit Elefanten gegen Wilderei besser geschützt werden.

Was ist „Traffic“?

„ TRAFFIC ist eine internationale Artenschutzorganisation, die den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten aus der Wildnis überwacht und sich dafür einsetzt, dass der Erhalt der Natur davon nicht bedroht wird. Der Name steht für „Trade Records Analysis of Flora and Fauna in Commerce“.

TRAFFIC ist ein gemeinsames Programm des World Wide Fund For Nature (WWF) und der Weltnaturschutzunion (IUCN). Außerdem arbeitet TRAFFIC eng mit dem Sekretariat der Artenschutzkonferenz (CITES) zusammen. Das 1976 gegründete Artenschutzprogramm hat seinen Hauptsitz in Cambridge, Großbritannien und Büros in Afrika, Asien, Nord-, Süd- und Mittelamerika, sowie Europa und Ozeanien.

Seit der Gründung hat TRAFFIC einen Ruf als verlässliche und unabhängige Organisation im Artenschutz aufbauen können. Das weltweite Netzwerk beruht auf Erforschung des Handels mit wilden Tier- und Pflanzenarten und sucht innovative und praktikable Lösungen, die mithilfe der neusten Information geeignete Regelungen für Mensch und Arten anbieten.“

(Quelle: Wikipedia)

Was ist Elfenbein?

Fundierte Informationen auf www.materialarchiv.ch

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Ein schlechtes Jahr für Elefanten und Nashörner in Afrika – auch wegen traditioneller Medizin

2012 war ein schlechtes Jahr für Elefanten und Nashörner in Afrika,
schreibt die südafrikanische Zeitung „Business Day“. Sie beruft sich dabei auf Statistiken der Organisation Traffic, die den Handel mit Wildtieren untersucht. Traffic zufolge wurden in Südafrika in diesem Jahr so viele Nashörner erlegt wie noch nie – nämlich 633. In Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo würden dagegen hauptsächlich Elefanten gewildert. Sowohl bei der illegalen Jagd von Elefanten als auch bei den Nashörnern geht es um die begehrten Hörner der Tiere. Nashorn-Hörner werden überwiegend nach China und Vietnam verkauft und dort zu traditioneller Medizin verarbeitet. Auch das Elfenbein der Elefanten geht hauptsächlich nach Asien.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=174583

Kommentar & Ergänzung:

Diese unsägliche Nashorn-Wilderei zur Herstellung von traditioneller chinesischer Medizin zeigt, dass Tradition nicht immer Recht hat.

Es gibt in weiten Teilen der Alternativmedizin eine Traditionsgläubigkeit, die allem, was an Heilmethoden traditionell daher kommt, fraglos höhere Weihen zuspricht.

Traditionelle Heilkunde ist aber nicht per se gut. Tradition hat sich auch hundert Mal geirrt.

Es braucht daher eine interessierte, kritische, fachkundige Auseinandersetzung mit „Traditioneller Medizin“, um zu klären, was wir von ihr lernen können.

Wer diesen Aufwand scheut, sollte meines Erachtens lieber die Finger lassen von „Traditionellen Heilmethoden“.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

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Tierschutz: Handel mit Löwenknochen gefährdet Bestand in Südafrika

Tierschützer schlagen Alarm, weil für die asiatische Medizin immer mehr Löwenknochen in den Handel kommen. Ein Löwen-Skelett bringe bis zu 10.000 US-Dollar.

Pulver und Tabletten aus Löwenknochen gelten als Arznei für Krankheiten von Asthma bis Impotenz.

Vor allem „Tigerwein“ ist beliebt und gefragt. Da jedoch der Handel mit Tigerknochen schon lange geächtet ist, werden nun stattdessen Löwenknochen in Whisky eingelegt und als eine Art „Tigerwein“ verkauft.

In Südafrika dürfen Löwenknochen frei gehandelt werden – im Mai war ein Verkaufsverbot gescheitert. Die Regierung erklärt, die Knochen seien nur ein Abfallprodukt aus der Löwenzucht. Tierschützer glauben das jedoch nicht. Das Angebot in Vietnam und Laos übertreffe schon jetzt die Menge an legal exportierter Ware. Das nähre die Vermutung, dass auch Knochen gewilderter Löwen verkauft würden. Die Tierschützer befürchten, die steigende Nachfrage nach den Knochen sei das Todesurteil für die wilden Löwen in Südafrika. Schätzungen zufolge leben dort noch zirka 2.000 Tiere.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=155710

http://www.taz.de/!105062/

Kommentar & Ergänzung:

Der Handel mit Tigerknochen genauso wie der Handel mit Nashornpulver gegen Potenzprobleme zeigen zweierlei:

1. Tradition hat nicht immer Recht.

Auch die langjährige Anwendung eines Heilmittel kann auf einem Irrtum basieren.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin: Hat Tradition Recht?

2. Auch langjährige Erfahrung bringt einen Irrtum oft nicht ans Licht.

Millionen von Menschen in Asien zeigen ihre Erfahrungen, dass Nashornpulver und Tigerknochen helfen.

Tausende von Beschneiderinnen in Dschibuti, Ägypten, Guinea, Mali, Sierra Leone, Somalia,  Eritrea, Äthiopien, Nordsudan, Jemen…würden mit ihrer Erfahrung begründen, dass Genitalverstümmelungen für kleine Mädchen unverzichtbar sind.

Und die Mayas wussten aus Erfahrung, dass man dem Regengott regelmässig Kinder als Menschenopfer darbringen muss, damit er seine Aufgabe verlässlich erfüllt.

Vom 18. bis ins 20. Jahrhundert vertrauten auch Millionen von Menschen in Europa aus Erfahrung auf die Wirksamkeit von Schluckbildchen. Da braucht es doch keinen Nachweis (siehe Artikel Schluckbildchen auf Wikipedia)

Erfahrung allein ist ein sehr unzuverlässiger Geselle.

Siehe dazu:

Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Gewürze: Kardamom fördert Verdauung und aromatisiert den Kaffee

Bohnenkaffee werde durch eine winzige Prise Kardamom verträglicher. Darüber hinaus sollen die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in den Kapseln kaufen sollte, Appetit und Verdauung anregen. Kardamom eigne sich besonders zum Würzen von Gebäck, Kompott und Süßspeisen, aber auch für Blutwurst oder Kochschinken.

Quelle: http://derstandard.at/1350260941875/Gewuerze-und-ihre-Wirkung

Kommentar & Ergänzung:

Zwischen Gewürzen und Heilpflanzen gibt es oft fliessende Übergänge.

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse).

Die Gewürzpflanze stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein wichtiges Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.

Hauptwirkstoff in den Kardamomsamen ist ein ätherisches Öl mit 1,8-Cineol (20-40 %), außerdem (+)-alpha-Terpineolacetat, Limonen (2-14 %) und Sabinen (3-5 %).

Ausserdem enthält der Samen Fettes Öl mit Linolensäure, Ölsäure, Palmitinsäure.
Weitere Inhaltsstoffe sind: Kohlenhydrate (Stärke 20-40 %, Zucker 5 %), Protein (etwa. 10 %), Gummi, reichlich Mangan und Eisen.

Zur Wirkung und Anwendung von Kardamomsamen bzw. Kardamomöl

Das Kardamom als Gewürz verdauungsfördernd wirkt, liegt irgendwie auf der Hand. Die Wirkung genauer zu fassen ist aber nicht so einfach.

Kardamom soll die Gallensekretion steigern. Das wurde jedoch mit relativ hohen Dosen eines acetonischen Extraktes bei Ratten festgestellt. Ob sich dieses Ergebnis auf den Menschen übertragen lässt, ist damit nicht belegt.

Wikipedia schreibt:

„ Ihr ätherisches Öl wirkt fördernd auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion. In der Regel werden alkoholische Auszüge verwendet, bisweilen mit Kümmel und Fenchel kombiniert und in Fertigpräparaten gegen Verdauungsbeschwerden, Blähungen und zur Anregung des Appetits eingesetzt.“

Allerdings widerspricht dem, dass bei In-vivo-Versuchen an Kaninchen sowohl ein Wasser- als auch ein Methanolextrakt der Kardamomsamen die Säure- und Pepsinsekretion des Magens vermindert hat.

In arabischen Ländern wird dem Kardamom eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt, ohne dass diesbezüglich etwas geklärt wäre.

Kardamom als Gewürz

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. In Schweden ist Kardamom außerdem ein typischer Bestandteil süßer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und im Glühwein (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz desselben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

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Vor 20 Jahren: Pogrome von Rostock-Lichtenhagen

In einer lauen Nacht im August vor 20 Jahren, geschah in der Norddeutschen Stadt Rostock Unheimliches. Mehrere hundert Jugendliche und Erwachsene zündeten einen Wohnblock am, in welchem sich über 100 Vietnamesen und viele Helfer befanden. Angefeuert wurden sie von mehreren tausenden, beifallklatschenden Zuschauern.

Dieses Beispiel zeigt, wie dünn die Zivilisationsdecke ist, wenn die gesellschaftspolitischen Verhältnisse solchen Pogromen Raum bieten.

Höchst beunruhigend an solchen Ereignissen ist, dass sie kaum je von offensichtlichen Monstern in Gang gesetzt und durchgeführt werden, sondern überwiegend von bisher unauffälligen Bürgerinnen und Bürgern.

Das zeigen auch die Erfahrungen im Nationalsozialismus, im Stalinismus, während des Genozids an den Tutsi in Ruanda (1994) und während den Jugoslawienkriegen.

Wenn die gesellschaftspolitischen Verhältnisse solchen Verbrechen Raum lassen oder sie gar fördern, werden aus sehr vielen „normalen“ Bürgerinnen und Bürgern bedenklich schnell Monster.

Daher braucht es in demokratischen Gesellschaften wache Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht nur für die neuesten Nacktbilder von Prinz Harry interessieren, sondern sich (auch) mit gesellschaftlichen Fragen und politischen Prozessen auseinandersetzen.

Und es braucht eine kontinuierliche Pflege gesellschaftlicher Strukturen, die ein zivilisiertes Zusammenleben  garantieren. Das kann man nicht an Politikerinnen und Politiker delegieren.

Wer demokratische und rechtstaatliche Strukturen fördern will, sollte meines Erachtens zudem nur noch Politikerinnen und Politiker wählen, die lösungsorientiert auch mit politischen Gegnern zusammen arbeiten können. Gemieden werden sollten Populistinnen und Populisten, die mit aufgeladenen Schlagworten simple Lösungen verkaufen, politische Gegner persönlich diffamieren (wie zum Beispiel ein Christoph Mörgeli) und durch Aufwiegeln und Schüren von Emotionen als Brandstifter wirken. Leider haben wir solche unsäglichen Gestalten auch in der Schweiz.

Zu den Pogromen in Rostock gibt es eine „Kontext“ Radiosendung auf DRS 2:

Grausame Erinnerungen an Rostock-Lichtenhagen

Einen eindrücklichen Dokumentationsfilm auf youtube:

The Truth Lies in Rostock

Und einen fundierten Artikel in der „Zeit“:

Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen

Hintergrundinformationen, wenn Sie dieses Thema im Auge behalten möchten :

Amadeu Antonio Stiftung

Initiativen für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur

Ausserdem:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

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Traditionelle Medizin gefährdet Nashörner

Zerriebenes Pulver aus Nashorn ist in Asien als Heilmittel gegen verschiedenste Krankheiten gefragt wie noch nie. Ob Fieber, Krebs, Impotenz oder anders – zahlreiche Einwohner asiatischer Länder vertrauen auf traditionelle Medizin und suchen Heiler auf, die Nashornpulver als Potenz- und Heilmittel anpreisen. Für den Handel mit Wild und Tierprodukten gebe es eine massive Nachfrage in China – und zunehmend in anderen Ländern, die reicher werden, sagt der Asiendirektor der Wildlife Conservation Society (WCS), Joe Walston. Alles, was teuer ist, ziehe die neue Mittelschicht an, erklärt auch William Schaedla von der Organisation Traffic, und erwähnt als Beispiel einen Mercedes-Benz, eine schicke Wohnung und eben auch ein exotisches, teures Medikament. Dabei existiert keine einzige Studie, die eine medizinische Wirkung von Nashornpulver belegen würde.

In Vietnam ist das Nashorn schon ausgerottet – hier wurde 2010 das letzte Tier getötet. Heute wird das Nashornpulver aus dem südlichen Afrika importiert. Wilderer schlachten die Nashörner dort gleich dutzendweise ab, um die grosse Nachfrage zu decken. Mit 220 toten Nashörnern bis Mitte Mai steht Südafrika in diesem Jahr an der Spitze einer traurigen Rekordliste.

Schaedla macht hauptsächlich die traditionellen Heiler für die problematische Entwicklung verantwortlich.

Sie würden die Not der Menschen durch falsche Versprechungen ausnutzen, stellt er fest. Beispielsweise in Vietnam: Bei dem katastrophalen Gesundheitssystem ist die Aussicht auf erfolgreiche Behandlung klein, daher klammern sich Kranke und ihre Familien an jeden Strohhalm. Wenn jemand sage ‚Rhino-Horn heilt Krebs‘, wollten sie es unbedingt haben, stellt Scott Roberton fest, der für WCS in Hanoi arbeitet.

Die Tierschützer verlangen einen stärkeren Kampf gegen die Wilderer und härteres Durchgreifen gegen Schmuggler. Wild-Verbrechen seien aber nicht gerade sehr weit oben auf der Prioritätenliste der Regierungen, sagt Tierschutzaktivistin Onkuri Majumdar von der Organisation Freeland. Und ihr  WCS-Kollege erklärt, letztlich helfe nur Aufklärung und mehr Druck aus der eigenen Gesellschaft – zum Beispiel durch junge Menschen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=42045&Nachricht_Title=Nachrichten_Medizinischer+Aberglaube+bedroht+Nash%F6rner&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Traditionelle Heilmethoden werden im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin oft sehr unkritisch betrachtet. Was eine lange Tradition hat, gilt fraglos als gut, wahr, wirksam etc.

Der Einsatz von Nashornpulver mit seinen falschen Versprechungen und der damit drohenden Ausrottung der Nashörner ist ein Beispiel dafür, dass Tradition nicht immer Recht hat.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin – Hat Tradition Recht?

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China: Widerstand gegen Entnahme von Bärengalle steigt

In der traditionellen chinesischen Medizin gilt die Galle von Bären als Heilmittel. Um an das „flüssige Gold“ zu gelangen, werden die Bären grausam gequält. Jetzt allerdings regt sich laut einer Studie Kritik an der schmerzhafte Prozedur.

In China werden etwa 10.000 Bären für die traditionelle chinesische Medizin gequält. Zahlreiche Menschen halten die flüssige Bärengalle für ein wahres Wundermittel, doch nun rege sich Widerstand gegen die brutalen Praktiken an den Bären. wie ein Forscher-Team um Qiang Weng von der Universität für Forstwirtschaft in Peking im Fachblatt „Nature“ schreibt.

Mit einer Nadel ziehen die Mitarbeiter spezieller Bären-Farmen die Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase der lebendigen Bären. „Eine schmerzhafte und erschreckende Prozedur“, schreiben die Forscher in dem Artikel. Die begehrte Substanz kann mittlerweile auch künstlich im Labor produziert werden – zahlreiche Reiche wollen dennoch das echte „flüssige Gold“. Für einige Hersteller sei das Motivation genug, die Tierquälerei weiterhin aufrecht zu erhalten.

Die Tierschutzorganisation Animal Asia Foundation kämpft den Wissenschaftlern zufolge seit zehn Jahren gegen das Geschäft mit dem Gallensaft der Bären und bekommt jetzt starke öffentliche Rückendeckung. Das Forscher-Team verlangt in seinem Artikel, China müsse Ersatzprodukte stärker bewerben und die Bevölkerung besser aufklären. Außerdem solle ein Tierschutzgesetz erlassen werden, das eventuell sogar die Bären-Farmen untersage.

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Chinas-Baeren-leiden-Hoellenqualen-article6117816.html

Kommentar & Ergänzung:

Bärengalle zählt zur ursprünglichen traditionellen chinesischen Medizin. Man muss sich klarmachen, dass die Traditionelle Chinesische Medizin, wie wir sie im Westen kennen, ein ziemlich junges Exportprodukt ist, das auf westliche Bedürfnisse hin zugeschnitten wurde. Die originale chinesische Medizin  hat zum Beispiel auch über zwei Jahrtausende ein sehr kriegerisches Vokabular verwendet, das im Exportprodukt TCM fehlt, in China jedoch durchaus noch im Gebrauch ist.

Ich bin selber häufig in China unterwegs und immer wieder erstaunt über die sehr unterschiedliche Sichtweise auf die traditionelle chinesische Medizin in China und im Westen.

Dass in China nun der Widerstand gegen diese Tierquälerei mit der Bärengalle zunimmt, ist sehr zu begrüssen.

Auch Tradition muss sich in Frage stellen lassen. Tradition hat nicht fraglos Recht. Das gilt natürlich für alle Arten und Methoden der Heilkunde.

Siehe auch:

China: Kritik an geplantem Börsengang einer Bärengalle-Produktionsfirma

Vietnam gegen Geschäft mit Bärengalle

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China: Kritik an geplantem Börsengang einer Bärengalle-Produktionsfirma

Der geplante Börsengang einer Firma, die Heilmittel aus Bärengalle produziert, ist in China bei Tierschützern, Prominenten und auch bei zahlreichen Bürgern auf heftige Kritik gestoßen. Bei der Börsenaufsicht wurde gemäss Medienberichten eine Petition eingereicht mit der Forderung, eine Notierung des Unternehmens Guizhentang an der Börse nicht zuzulassen. Auf Kurzmitteilungsdiensten im Internet wurde die Firma kritisiert, weil sie den Bären Gallenflüssigkeit entnimmt.

Tierschützer werfen der Firma vor, dass die Bären in sogenannten Bärengalle-Farmen in Käfigen gehalten werden und dass den Tieren die Flüssigkeit über Katheter entnommen wird, die in permanente Wunden in der Gallenblase eingeführt werden. Zudem würden Antibiotika angewendet, um chronischen Entzündungen vorzubeugen. Dadurch komme es auch zu Verunreinigungen in der Gallenflüssigkeit, die gefährlich für Menschen sein könnten.

Die staatliche Zeitung „China Business News“ publizierte auf der Titelseite eine satirische Montage von einem Bären in einem Käfig mit einem Bild des Vorsitzenden der Vereinigung für Traditionelle Chinesische Medizin, Fang Shuting. Dazu wird Fang im Text mit den Aussage zitiert, den Bären gehe es sehr gut, während die Gallenflüssigkeit entnommen werde.

In den Medien wurde Fang Shuting damit zitiert, dass es in China 68 lizenzierte Bärenfarmen mit über 10 000 Bären gebe. Bärengalle kostet in China pro Kilogramm bis zu 4 000 Yuan (480 Euro).

Der Tierschutz bekommt in China zunehmend Unterstützung, hauptsächlich weil sich auch Stars wie der Basketballspieler Yao Ming und Schauspieler Jackie Chan dafür einsetzen. Dieser Sinneswandel ist nur ein Teil einer sich allmählich ändernden Einstellung zum Umweltschutz und Naturschutz allgemein. Tierschutzaktivisten haben in den vergangenen Jahren tausende Katzen und Hunde befreit, die für Restaurants und Märkte vorgesehen waren.

Der Hauptwirkstoff in der Gallenflüssigkeit ist Ursodeoxycholsäure (UDCA), das als entzündungshemmend gilt und zur Behandlungen von Gallensteinen und Lebererkrankungen verwendet wird. Die Gallenflüssigkeit wird dem Asiatischen Schwarzbär entnommen, der in China als geschützte, aber nicht gefährdete Tierart gilt.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/kritik-geplantem-börsengang-von-bärengalle-unternehmen-125825660.html

Kommentar & Ergänzungen:

Ich bin viel in China unterwegs und in chinesischen Läden und Apotheken werden zahlreiche tierische Heilmittel der traditionellen chinesischen Medizin verkauft.

Das Thema mit der Bärengalle ist aber besonders stossend und es ist erfreulich, dass es in der chinesischen Öffentlichkeit kritische Reaktionen dazu gibt.

Siehe auch:

Vietnam gegen Geschäft mit Bärengalle

China hat fraglos grosse Probleme im Bereich Tierschutz und Umweltschutz. Wer in China unterwegs ist kann aber auch sehen, dass das Land in vielen Gebieten grosse Anstrengungen unternimmt und in manchen Bereichen der Schweiz gar voraus ist.

So wird beispielsweise in vielen Gegenden – zum Beispiel in Yunnan – praktisch flächendeckend Sonnenenergie zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Auch Energiesparlampen sind in China praktisch Standard. Und in der Wüste östlich von Dunhuang stehen riesige Windparks (aber auch an vielen Stadträndern Atomkraftwerke). China ist in vielem vielfacettiger, als das von Europa aus aussieht.

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Heilkräuter gegen Verdauungsprobleme

Die ZDF-Sendung „Volle Kanne“ kümmerte sich vor einiger Zeit um menschliche Verdauungsprobleme:

„Vor allem über die Festtage kann der reguläre Essensrhythmus schnell aus dem Tritt geraten. Völlegefühl, Magendrücken und allgemeines Unwohlsein sind meist die Folge. Ein Schnäpschen nach dem Essen ist aber nicht die beste Möglichkeit, sich Erleichterung zu verschaffen.“

Das wohlige Brennen in der Kehle und die Wärme komme nur von der besseren Durchblutung des Magens nach dem Schnapsgenuss, erklärte die Ernährungsexpertin Dr. Brigitte Bäuerlein.

„Tatsächlich reize der Alkohol die Magenschleimhaut, hemme den Stoffwechsel und setze den Körper einem zusätzlichen Verdauungsstress aus. ‚Besser ist es, vor dem Essen einen Kräuter-Aperitif zu sich zu nehmen. Der bereitet die Verdauung vor und regt die Produktion der Gallensalze und Magensäure an.’

Auch ein Espresso, Mokka oder Kaffee nach dem Essen kann eine Wohltat sein. Kaffee wirkt in der Tat leicht abführend. Gibt man noch etwas Kardamom hinzu, regt er sogar die Fettverdauung an und wirkt entkrampfend. Noch besser eignen sich Kräuter zur Verdauung: Muskat, Ingwer, Anis, Gewürznelken, Zitronenmelisse, Kardamom, Thymian, Kümmel, Fenchel. Gibt man sie den Speisen hinzu, wird die Verdauung schon beim Verzehr positiv beeinflusst. So kann man etwa Fleisch mit einem Thymianzweig anbraten oder Fenchelgemüse als Beilage servieren. Zitronenmelisse eignet sich hervorragend als Dessert-Garnitur oder aufgebrüht als verdauungsfördernder Tee.“

Quelle:

http://vollekanne.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,8169111,00.html?dr=1

Kommentar & Ergänzung:

Das sind durchwegs vernünftige Tipps. Viele Gewürze wirken gegen Verdauungsbeschwerden.

Interessant finde ich in dieser Aufzählung der Gewürze den Kardamom:

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. Kardamom ist außerdem ein typischer Bestandteil süßer schwedischer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und des schwedischen Glühweines (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz des selben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zum Kardamom in Medizin und Volksmedizin:

„Kardamom wirkt verdauungsfördernd, krampflösend und blähungstreibend. Er ist außerdem Bestandteil einiger Arzneimittel aus der Gruppe der Magen-Darm-Mittel. Des Weiteren gilt er als allgemeines Anregungsmittel (Aphrodisiakum) für Körper und Geist. Das Kardamomöl hat geringes Allergiepotenzial. Besonders in den arabischen und asiatischen Kulturen erfährt Kardamom eine hohe Wertschätzung.“

(Quelle: Wikipedia)

Woher stammt der Kardamom?

„Kardamom stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein großes Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.“

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

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Für Zimtsterne Ceylon-Zimt statt Cassia-Zimt verwenden

Zimtsterne, Lebkuchen und Punsch sind in der Weihnachtszeit beliebt. Doch Vorsicht: Mit dem falschen Zimt könnte die Weihnachtsleckerei zur Gefahr für die Gesundheit werden.

Seit 2006 warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davor,  zu viel Zimt zu konsumieren. Erwachsenen rät das BfR zu maximal acht Zimtsterne pro Tag, Kleinkindern sogar nur zu vier.

Wer sehr viel Zimt isst, dem sollen Kopfschmerzen und Leberschäden drohen. Auch das Krebsrisiko steige dadurch vermutlich an. Das liege am Cumarin.

Zimt findet sich jedoch nicht nur in den Zimtsternen, sondern auch in Lebkuchen oder Weihnachtstees. So fällt es gerade im Advent schwer, den Überblick über die tägliche Zimtdosis zu behalten. Sehr viel einfacher und besser ist es, die „richtige“ Zimtsorte zu verwenden – den Ceylon-Zimt. Im Gegensatz zur handelsüblicheren Sorte Cassia enthält die Sorte Ceylon sehr wenig schädliches Cumarin. Von Zimtsternen mit Ceylon-Zimt könnte ein Erwachsener zirka 800 Stück pro Tag essen, wenn man den tiefen Cumarin-Gehalt berücksichtigt – ganz ohne Risiko für die Gesundheit – zumindest was den Zimt betrifft.

Trotz der bekannten Risiken, müssen Hersteller bisher nicht deklarieren, welche Zimtsorte sie einsetzten. Hauptsächlich Fertigprodukte und Gewürzmischungen enthalten meist Cassia-Zimt. Dieser ist billiger und, so behaupten zahlreiche Hersteller, schmecke intensiver. Apotheken, Drogerien und Reformhäuser bieten dagegen den unbedenklichen Ceylon-Zimt an.

Quelle:

http://www.apotheken.de/news/article/zimt-ist-nicht-gleich-zimt/

Kommentar & Ergänzung:

Es ist tatsächlich ärgerlich, wenn pauschal vor „Zimt“ und „Zimtsternen“ gewarnt wird, ohne dass die Unterschiede im Cumarin-Gehalt von Cassia-Zimt (= Chinesischer Zimt, = Cinnamomum cassia, = Cinnamomum aromaticum) und Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) berücksichtigt werden.

Die gesundheitlichen Risiken rund um den Zimt fasst Wikipedia so zusammen:

„ In Zimt – vor allem im billigeren Cassia-Zimt (auch: chinesischer Zimt) – ist das als gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. In Fertigprodukten wird fast ausschließlich dieser aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt verarbeitet. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich erheblich: Während er bei dem Cassia-Zimt bei ca. 2 g Cumarin pro kg liegt, finden sich in der gleichen Menge Ceylon-Zimt nur ca. 0,02 g Cumarin.

Cumarin kann bei Einnahme in den Blutkreislauf Kopfschmerzen, Leberschäden, Leberentzündungen und, wie in wahrscheinlich nur bedingt auf den Menschen übertragbaren Tierversuchen mit Ratten festgestellt wurde, in sehr hohen Dosierungen sogar Krebs verursachen.

Bei Untersuchungen wurden, erstmals im Januar 2006, in Deutschland (Nordrhein-Westfalen) Zimtprodukte entdeckt, die den Höchstwert des Cumarinanteils, entsprechend der gültigen Aromenverordnung, um das 37-fache überschritten hatten. Im Juni 2006 warnte erstmals dann auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme vor dem Verzehr großer Mengen von Zimt und zimthaltigen Produkten: Schon bei Verzehr von 20 Gramm der höchstbelasteten Zimtsterne täglich (das entspricht bei vielen Marken einer Menge von drei Stück) über einen längeren Zeitraum werde die maximal tolerierbare Aufnahme bei Kleinkindern erreicht. Eine zweite Stellungnahme des BfR bezieht sich auf Zimtkapseln, die zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ II verkauft werden. Weitere Kontrollen wurden im Oktober 2006 vom Verbraucherministerium angekündigt. Hierbei wurden in Rheinland-Pfalz Zimtprodukte entdeckt, die 103 mg Cumarin pro Kilogramm aufwiesen, während der Höchstwert der Aromenverordnung nur 2 mg/kg beträgt (bis 1. November 2006 jedoch 67 mg/kg).

Nach einer Empfehlung des BfR sollten demnach „kleinere Kinder“ nicht mehr als 4 Zimtsterne, „größere Kinder“ nicht mehr als 6 Zimtsterne und Erwachsene maximal 8 Zimtsterne pro Tag zu sich nehmen. Zu beachten ist aber ferner, dass auch in vielen anderen Produkten, wie in Frühstücksprodukten, Lebkuchen, Puddings, Glühwein, diversen Teesorten, Gewürzmischungen (z. B. Curry) und sogar in Kosmetika Zimt enthalten sein kann. Dadurch sollte die Tagesration, entsprechend dem persönlichem Konsum derartig „belasteter“ Produkte, noch deutlich unter den Empfehlungen des BfR liegen.

Im häuslichen Bereich wird empfohlen, den teureren Ceylon-Zimt zu verwenden, der in Asia-Shops (hier bes. Tamil-Shops), Reformhäusern, Apotheken oder Drogeriemärkten bezogen werden kann und aufgrund des geringen Cumarin-Gehalts als unbedenklich gilt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wirft der Lebensmittelindustrie vor, aus Kostengründen den billigeren Cassia-Zimt anstelle des teureren Ceylon-Zimts einzusetzen. Die Lebensmittelindustrie bestreitet jedoch den Vorwurf mit dem Argument, dass Cassia-Zimt vor allem wegen seines hervorragenden Geschmacks eingesetzt werde. Auch überstehe das typische Zimtaroma den Backprozess besser. Weiterhin sei es schon aus mengenmäßigen Gründen nicht möglich, den Ceylon-Zimt zu verwenden, da dieser dafür zu selten sei.“

(Quelle: Wikipedia)

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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