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Veganismus und Vitamin B12

Veganismus ist eine Ernährungsweise, die völlig ohne tierische Produkte auskommt. Das Portal „medizin-transparent“ befasst sich mit der Frage, ob Veganismus gesund oder riskant sei. In diesem Zusammenhang gehen die Autoren auch auf das Thema „Veganismus und Vitamin B12“ ein.

Im Zusammenhang mit Veganismus ist ein möglicher Mangel an Vitamin B12 eine vieldiskutiertes Frage, da dieses Vitamin nur in tierischen Lebensmitteln in grösseren Mengen enthalten ist.

Mangel an Vitamin B12 könne zu Blutarmut und zu Schädigungen des Nervensystems führen, schreibt „medizin-transparent“.  Untersuchungen hätten ergeben, dass bereits Vegetarier weniger B12 als empfohlen aufnehmen.

Deswegen solle bewusst durch Nahrungsergänzungsmittel Vitamin B12 zugeführt werden. B12-Präparate für Veganer lassen sich mit Hilfe von Bakterien herstellen, so dass dabei tatsächlich keine tierischen Produkte verwendet werden.

Die Diagnose von chronischem B12-Mangel wird erschwert dadurch, dass mit pflanzlicher Kost eine große Menge an Folsäure (Vitamin B9) aufgenommen wird. Folsäure hat die Eigenschaft, einen B12-Mangel zu maskieren, was dazu führen kann, dieser erst bei ernsthaften neurologischen Beschwerden erkannt wird.

Quelle:

http://www.medizin-transparent.at/veganismus-gesund-oder-riskant#more-4620

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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Vortrag in Zürich: Honig – begehrt von Mensch und Tier

Wer den Film „More than honey“ von Markus Imhoof über Honigbienen gesehen hat, möchte vielleicht mehr wissen über diese faszinierenden Tiere.

Die Entomologische Gesellschaft Zürich veranstaltet am Freitag  22. November 2013 einen interessante Vortag von Hans-Ulrich Thomas. Der Imker und Entomologe berichtet über verschiedene Arten der Honiggewinnung in Europa, Afrika und Asien, und über Tierarten, die den Honig ebenfalls nutzen und schätzen. Vorgestellt werden auch verschiedene Honigquellen in der Natur und deren Urheberinnen.

Zeit: 19.30 Uhr, Ort: ETH-Zentrum Hauptgebäude, Rämistrasse 101, 8006 Zürich,

Eintritt frei.

Kommentar & Ergänzung:

Die Entomologische Gesellschaft Zürich hat auch sonst ein spannendes Vortrags- und Exkursionsprogramm. Wer sich für Libellen, Käfer, Heuschrecken, Schmetterlinge, Wanzen, Schwebefliegen, Wildbienen, Hummeln und vieles mehr aus der faszinierenden Insektenwelt interessiert, wird hier viele Entdeckungen machen können. Auch die Spinnen, obwohl nicht zu den Insekten gehörend, gehören zu den Themen der Entomologischen Gesellschaft Zürich.

Siehe: http://www.insekten-egz.ch/www/index.htm

P.S. Die Bienen produzieren aber auch eine ganze Reihe von Substanzen, die als Heilmittel genutzt werden – interessante, aber auch fragwürdige. Darum hier noch ein kleiner Exkurs zur „Biene als Apotheke“:

In erster Linie natürlich kommt Honig zur Anwendung:

Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

Honig lindert Erkältungen bei Kleinkindern

Hausmittel: Honig & Joghurt gegen Scheidenpilz

Honig zeigt Wirkung gegen multiresistente Bakterien

Naturheilmittel: Wundbehandlung mit Manuka-Honig

Honig als Wundheilmittel

Honig bei Mundschleimhautentzündung infolge Chemotherapie

Wundheilmittel: Honig gegen resistente Bakterien

Beruhigt warme Milch mit Honig den Hals?

Honig: Altes Wundheilmittel im Aufwind

Honig verkürzt Wundheilung bei Brandwunden

Dann gibt es noch Bienenkittharz (Propolis), das vor allem antimikrobiell wirkt  :

Kontaktallergien durch Propolis

Naturheilkunde: Was ist Propolis?

Generell zu Bienenprodukten als Naturheilmittel:

Bienenprodukte als Naturheilmittel

Bienen in der Homöopathie:

Die ganze lebende Biene wird zum Homöopathikum Apis mellifica verarbeitet.

Die Biene wird für dieses Mittel allerdings sehr stark verdünnt, oft  zum Beispiel Apis mellifica D12 ( = 1 : 1  000 000 000 000) oder Apis mellifica D 30, bei dem garantiert kein Molekül Biene mehr drin ist, was das Präparat vegetariertauglich macht.

Im Internet wird dieses Mittel für eine wahnsinnig lange Liste von Beschwerden und Krankheiten empfohlen:

„Nagelumlauf,

Sonnenallergie / Sonnenbrand,

Allergien,

Angina ohne Eiterbildung,

Hautausschläge,

Augen – Netzhautablösung,

Klein- und Schulkinder – Fieberkrämpfe – gerötete Mandeln,

Windpocken,

Halsentzündungen,

Augenentzündung,

Fieberbläschen,

Schmerzen,

Bindehautentzündung – akut – Lichtempfindlichkeit – Augenlider und Bindehaut stark geschwollen,

Gelenkentzündung,

Fieber,

Verbrennungen – Auch Verbrühungen und Sonnenbrand,

Eierstockschmerzen,

Harnblasenentzündung,

Allergische Reaktionen an Augen Hals und Mund,

Juckreiz,

Gerstenkorn,

Furunkel – Im Anfangsstadium,

Nesselfieber, Nesselsucht,

Ohrenschmerzen – wundes Ohr,

Zahnen bei Kindern,

Insektenstichen,

Jugendliche – Menstruation – schmerzhaft,

Entzündung – Akut,

Allergien – Schwellungen,

Verbrennungen – Rötung der Haut,

Ohrschmerzen ohne Absonderung,

Darm – Blinddarmreiz,

Sonnenstich, Hitzschlag,

Insektenstiche – Bienen – und Wespenstiche,

Scharlach,

Gürtelrose,

Blasenbeschwerden – Harnwegsbeschwerden – Entzündungen der Blase – Stark brennende Schmerzen beim Wasserlassen,

Blinddarmbeschwerden,

Hautausschlag – Ekzem,

Augen – Lidschwellung,

Blasenentzündung – Stark brennende Schmerzen beim Wasserlassen,

Röteln,

Atemnot,

Menstruationsbeschwerden,

Lokale Entzündungen der Haut und Schleimhäute,

Lidrandentzündung – akut – Lichtempfindlichkeit – Augenlider und Bindehaut stark geschwollen,

Gelenksbeschwerden – Entzündungen, Rötungen, Schwellungen,

Arthritis – Gelenke sind blass und geschwollen,

Hautausschlag,

Plötzliche Atemnot – Allergie,

Impfreaktionen,

Knochenhautentzündung,

Entzündungen – Stich- oder Bisswunden,

Tierbisse,

Arthritis – Gelenk blassrot,

Schwellungen,

Verbrennungen,

Schlafstörungen,

Venenentzündung,

Sehnenscheidenentzündung, Sehnenverletzung,

Halsschmerzen – Stechend,

Schnittverletzung,

Frauen – Eierstockentzündung,

Sonnenstich – Kopf blassrot,

Abszess – blassrot,

Zahnfleischentzündung,

Insektenstiche,

Kehlkopfentzündung,

Blinddarmreizung,

Halsentzündung,

Gürtelrose – große Bläschen,

Blasenentzündungen,

Nesselsucht,

Mumps,

Frauen – Menstruation – schmerzhaft Dysmenorrhoe,

Kopfschmerzen,

Gelenkbeschwerden,

Arthritis,

Blase – Blasenentzündung,

Heiserkeit – Stimmverlust,

Blasenentzündung,

Stimmverlust“

Quelle:

http://www.homoeopathie-homoeopathisch.de/homoeopathische-mittel/Apis-mellifica.shtml

Nur schon diese inflationär lange Liste sollte skeptisch stimmen. Es ist immer fragwürdig, wenn einem einzelnen Mittel derart viele Indikationen zugeschrieben werden. Und angesichts der Tatsache, dass für Apis mellifica keinerlei Belege für eine Wirksamkeit vorliegen – nicht für eine einzige der aufgeführten Krankheiten –  kann man eigentlich nur den Kopf schütteln ob dieser bodenlosen Aufzählung. Das ist auch ein Beispiel für die fehlende Qualitätssicherung im Internet, wo jeder und jede jeden Stuss publizieren kann.

Blütenpollen:

Dann gibt es bei den Bienenprodukten noch den Blütenpollen, der sehr eiweissreich ist. Die Bienen Nutzen den Pollen als Nahrung für die jungen Bienen.

Im Internet wird Pollen für alles mögliche propagiert: Als Kräftigungsmittel und Aufbaumittel, gegen Rheumatismus, Verstopfung, Krampfadern, Ekzeme, Depressionen, Anämie, Arteriosklerose…..

Auch hier kann man nur feststellen: Grosse Versprechungen, keinerlei Belege.

Gelée Royal:

Gelée Royale ist die dicke, milchig-weiße Substanz, die von Arbeitsbienen abgesondert wird. Sie füttern diesen „Königinnenfuttersaft“ einer Larve, die zur Königin werden soll. Auch hier im Internet grenzenlose Versprechungen: Osteoporose, Gedächtnisprobleme, Schilddrüsenerkrankungen, Arthritis….und natürlich als Anti-Aging-Mittel.

Sparen Sie sich das Geld. Bienenköniginnensaft ist gut für zukünftige Bienenköniginnen. Alles andere ist Spekulation.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Leinöl als Omega-3-Fettsäurelieferant gesund, aber kein Ersatz für Fisch

Die Ernährungswissenschaftlerin Melanie Köhler von der Universität Jena bekommt den Alpro-Foundation-Award 2013. Dieser Forschungspreis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird auf dem 50. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn verliehen.

Melanie Köhler untersuchte in einer Humanstudie, ob Leinöl an Stelle von Seefisch als Omega-3-Fettsäurelieferant genutzt werden kann. Leinöl wurde ausgewählt, weil es speziell reich an Alpha-Linolensäure ist. Diese Fettsäure kann vom menschlichen Organismus in die langkettigen und gesundheitsprotektiven Omega-3-Fettsäuren umgebaut werden. Köhlers Versuchspersonen waren durchschnittlich 62 Jahre alt. Sie litten alle an Bluthochdruck und Übergewicht. Ausserdem waren Störungen des Blutzuckerstoffwechsels vorhanden.

Die Resultate der preisgekrönten Studie mit dem Titel „Verbesserung des n-3-Status durch die Supplementation von Alpha-Linolensäure und Auswirkungen auf kardiovaskuläre Risikomarker bei Probanden mit Prä-Metabolischem Syndrom” sagen aus, dass sich Leinöl als ergänzendes Nahrungsmittel eignet. Den Seefisch kann es jedoch nicht ganz ersetzen.

Die Studienteilnehmer – neun Männer und zehn Frauen – erhielten acht Wochen lang jeden Tag zwei Esslöffel Leinöl. Während der Studiendauer durften die Probanden zudem keinen Fisch konsumieren. Beim Vergleich der Werte vom Start der Studie und nach den acht Wochen zeigten sich ca. doppelt so viele Omega-3-Fettsäuren im Blut, erklärt Melanie Köhler. Außerdem waren die Blutdruckwerte tiefer und die Blutfette verbessert.

Köhlers Studie war Teil einer DFG-geförderten Untersuchung zu Omega-3-Fettsäuren, die unter der Leitung von Dr. Katrin Kuhnt steht. Sie hat zum Zweck, alternative pflanzliche Omega-3-Lieferanten zu finden. Hintergrund dieser Forschung ist die Tatsache, dass wegen der steigenden Weltbevölkerung das Nahrungsmittel Fisch knapp zu werden droht.

Köhler erklärt dazu, dass angesichts leergefischter Weltmeere auch Fisch aus Aquakultur derzeit keine Alternative sei, denn der Fisch aus Wildfang enthalte deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren. Hinzu komme, dass manche Menschen auf Fisch verzichten, insbesondere Vegetarier. Doch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zwei Mal wächentlich Fisch zu essen. Die gesundheitsfördernden Fettsäuren kommen insbesondere in fettem Seefisch wie Hering, Lachs, Sardelle oder Makrele vor.

Der Alpro-Foundation-Award wird von der Alpro Foundation jährlich jeweils an einen Nachwuchswissenschaftler aus Belgien, Italien, Niederlande, Irland und Deutschland verliehen. Ausgezeichnet wird die beste Abschlussarbeit, die sich mit dem Einfluss pflanzlicher Nahrungsmittel beziehungsweise deren Inhaltsstoffen auf die Gesundheit, die Umwelt oder die Wirtschaft auseinandersetzt.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40299

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Kommentar & Ergänzung:

Leinöl (Leinsamenöl) ist ein Pflanzenöl, das aus Leinsamen gewonnen wird, den reifen Samen von Öllein (Linum usitatissimum). Die Phytotherapie verwendet Leinsamen vor allem als mildes Abführmittel aufgrund ihres Gehaltes an Schleimstoffen. Leinöl wird dabei nur von Organismus aufgenommen, wenn der Leinsamen geschrotet wird. Nimmt man den Leinsamen ganz ein, tritt nur der abführende Schleim aus und das Körnchen geht ganz und unverdaut wieder weg.

Geschroteter Leinsamen wird allerdings ziemlich rasch ranzig, weil das Leinöl so mit dem Luftsauerstoff zusammentrifft.

Neben seiner wichtigen Bedeutung als Nahrungsmittel hat Leinöl auch technische Anwendungsbereiche.

Es ist das wichtigste Bindemittel für Ölfarben und dient als natürlicher Holzschutz zur Konservierung.

Leinöl neigt bereits bei Raumtemperatur zur Selbstentzündung. Eine unsachgemäße Handhabung von mit Leinöl getränkten Lappen und Pinseln verursacht deshalb in Schreinereien und Malerwerkstätten immer wieder Brände.

Mit Leinöl getränkte Textilien sollten deshalb unbedingt auf nicht brennbarer Fläche flach zum Trocknen ausgelegt oder in einem luftdichten Behälter (Schraubglas, Metalldose) aufbewahrt oder kontrolliert verbrannt werden.

Leinöl soll nicht zum Braten verwendet werden.

Siehe:

Distelöl und Leinöl nicht zum Braten benutzen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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„Mehr Sex durch Müsli? Sexcereal soll Lust steigern“

So titelt die Fachzeitschrift „Bild“ gerade.

Verwiesen wird dabei auf den kanadische Unternehmer Peter Ehrlich. Der propagiert seine Sexcereals, Müsli-Mischungen für Männer und Frauen, deren Inhaltsstoffe den Hormon-Haushalt positiv beeinflussen und so das Liebesleben anheizen sollen.

Eine Mischung aus Sesam, Weizenkeimen, Goji-Beeren, Blütenstaub und Kürbiskernen soll die Testosteron-Produktion bei Männern ankurbeln, das Müsli für Frauen soll mithilfe von Salbei-Samen, Ingwer, Leinsamen und Mandeln die Hormon-Balance unterstützen.

Der Hersteller Peter Ehrlich zeigt sich von der stimulierenden Wirkung überzeugt und verweist auf Rückmeldungen seiner Kunden. Das ist allerdings ein ausgesprochen schwaches Argument. Positive Rückmeldungen von Kunden – das zeigt die Medizingeschichte und die aktuelle Therapielandschaft – gibt es auch für die absurdesten Heilmittel und Behandlungsmethoden. Millionen von Männern in Japan und China schwören auf Nashornpulver zur Potenzsteigerung. In Europa hatten auch Schluckbildchen einst eine begeisterte Anhängerschaft und gegenwärtig sind gerade mal wieder viele Konsumentinnen von Schüssler Salzen beeindruckt – die letzte grosse Schüssler-Welle fand im „Dritten Reich“ statt.

Positive Rückmeldungen – das gibt es also praktisch immer. Weil Beschwerden auch von selber wieder bessern und weil das Ritual an sich eine Wirkung hat.

Siehe auch:

Komplementärmedizin: Wer heilt hat Recht?

Glücklicherweise ist unser Hormonhaushalt in der Regel stabil genug, damit er nicht schon durch ein Müsli aus dem Gleichgewicht gekippt werden kann.

„Bild“ zitiert dazu noch einen Ernährungswissenschaftler mit der Aussage, dass unser Sexualleben nicht durch Inhaltsstoffe in Lebensmitteln beeinflusst werden kann.

Quelle:

http://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/ernaehrung/sex-muesli-lust-steigern-hormone-beeinflussen-29651976.bild.html

Der Wunsch nach solchen Effekten scheint aber ziemlich gross zu sein, so dass Argumente hier wenig Wirkung zeigen.

Über einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Sexualität wird allerdings wohl schon seit Urzeiten nachgedacht.

Ziemlich skurril erscheinen aus heutiger Sicht dazu zum Beispiel die Bemühungen von Sylvester Graham (1794–1851)   und John Harvey Kellogg (1852-1943).

Sylvester Graham war ein presbyterianischer Prediger, der sich vor allem Gedanken über die Verbindung von Sexualtrieb und Nahrungsaufnahme machte. Als strammer Puritaner war Graham überzeugt, dass Fleischgenuss die Fleischeslust anrege und speziell die „gefährliche Praktik“ der Masturbation fördere, die, wie er nie vergaß zu unterstellen, angeblich zu Blindheit führe. Allgemein sah Graham im Vegetarismus ein wirksames Rezept gegen sexuelles Verlangen – und damit der seiner Meinung nach wahren Ursache der meisten Krankheiten.

Das von ihm entwickelte Grahambrot empfahl Sylvester Graham im Sinne eines „Masturbationshemmers“.

Ähnlich John Harvey Kellogg: Der Vegetarier und Siebenter-Tag-Adventist und glaubte ebenfalls fest daran, dass nur eine strenge Diät den selbstzerstörerischen Sexualtrieb seiner Landsleute zu bremsen vermöge. Seine Kellogs-Flocken sollten dazu einen Beitrag leisten.

Quelle:

http://derstandard.at/1577837050383/160-Jahre-Grahamweckerl-Ein-Mann-wie-trocken-Brot

Als Fazit könnte man sagen: Die Zeiten ändern sich zwar, aber Sex sells – so oder so.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Übersäuerung macht krank – stimmt das?

Wenn es um Gesundheit und Krankheit geht, kommt die Rede nicht selten auf das Thema „Übersäuerung“.

Übersäuerung wird für zahlreiche Krankheiten verantwortlich gemacht.

Es fehlen für diese Behauptungen aber fundierte Belege.

Dazu ein Zitat von Wikibooks:

„Man liest immer wieder, dass eine Ernährung mit viel tierischen Fetten den Körper übersäuert und die freien Radikale begünstigt. Deshalb soll Übersäuerung die Lebenszeit verkürzen. Doch darüber existieren keine wissenschaftlichen Daten. Zum einen ist der Begriff Übersäuerung nicht definiert. Wie wird die Übersäuerung gemessen? Die übliche Blutgasanalyse ist dafür wohl nicht geeignet. Zum anderen gibt es keine vergleichende Langzeituntersuchung beim Menschen, in der eine Ernährung mit pflanzlichem Fett mit einer Ernährung mit tierischen Fett verglichen wird. Dabei ist eine wichtige Voraussetzung, dass die Kalorienmenge in beiden Gruppen gleich und dem tatsächlichen Verbrauch angepasst ist. Vegetarier leben im Durchschnitt gesünder und länger als Nichtvegetarier. Dies ist statistisch gesichert. Ob dies aber an der Art und Menge ihrer Ernährung oder an ihrem allgemein gesundheitsbewussteren Lebensstil liegt, ist nicht geklärt.“

Quelle:

http://de.wikibooks.org/wiki/Enzyklopädie_der_populären_Irrtümer/_Medizin#.C3.9Cbers.C3.A4uerung

Kommentar & Ergänzung:

Rund um das Thema „Übersäuerung“ werden zahlreiche Produkte vermarktet, die für ein basisches Milieu im Körper sorgen sollen (z. B. Basenpulver, Basenbäder).

Es spricht viel dafür, dass solche Produkte nur dem Hersteller und Verkäufer helfen.

Wahrscheinlich ist eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig Fleisch gesünder als umgekehrt. Mit Übersäuerung dürfte dies aber nichts zu tun haben.

Es gibt auch viele Länder wie die Mongolei, deren Bevölkerung sich sehr überwiegend von tierischen Produkten ernährt. Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Mongolei liegt bei 68 Jahren (2010),  was etwa den Lebensumständen entsprechen dürfte.

Jedenfalls gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Mongolinnen und Mongolen „übersäuert“ sind. Unser Organismus hat kompetente Puffersysteme, welche den Säure-Basen-Haushalt stabil halten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Blattläuse retten sich durch Sturz in die Tiefe vor Pflanzenfressern

Nehmen Blattläuse den Atem eines Säugetieres wahr, lassen sie sich blitzschnell zu Boden fallen.

Blattläuse haben offenbar eine effiziente Überlebensstrategie entwickelt, damit sie von tierischen Vegetariern nicht mitgefressen werden. Sobald sie Wärme und Feuchtigkeit durch den Atem eines Säugetieres spüren, lassen sich von der Pflanze herunter fallen. Moshe Gish und seine Kollegen von der University of Haifa in Israel untersuchten, wie exakt Blattläuse diese Gefahr einschätzen können und wie effektiv ihr Fluchtreflex ist.

Nahrung und Schutz suchende Insekten auf Pflanzen werden häufig von pflanzenfressenden Säugetieren unbeabsichtigt mitgefressen. Gish und seine Kollegen erforschten, wie die Blattlaus Uroleucon sonchi L. mit diesem Risiko umgeht – das hungrige Säugetier war in diesem Versuch eine Ziege. Untersucht wurde auch, inwieweit das Fluchtverhalten der Blattläuse von Umweltbedingungen beeinflusst wird.

Die Forscher bestückten 16 Gänsedistelpflanzen mit Blattläusen aus wilden Populationen. Dann ließen sie eine ausgewachsene Hausziege eine Zeit lang an den Gänsedisteln knabbern. Zuvor hatten sie die Blattläuse auf jeder Gänsedistel gezählt. Nach dem ‚Fressangriff‘ wurde gezählt, wie viele Blattläusen es geschafft hatten, sich auf den Boden zu flüchten. In einem weiteren Versuch hauchte einer der Forscher die Pflanzen sanft an, um den Atem pflanzenfressender Säugetiere nach zu ahmen. Erneut wurden dann die Blattläuse gezählt, die sich hatten fallen lassen.

Flucht durch Sturz in die Tiefe

In diesen Experimenten zeigte sich, dass die meisten Blattläuse der Kolonie die Aufnahme der Pflanze durch die Ziege überlebt hatten: 76 Prozent fanden sich unversehrt auf dem Boden oder in den Töpfen wieder. Auch wenn die Blattläuse dem Atem des Forschers ausgesetzt waren, ließen sie sich sofort fallen. Zusätzliche Untersuchungen im Labor zeigten, dass sich Blattläuse in Sicherheit bringen, sobald sie die Mischung aus Wärme und Feuchtigkeit aus dem Atem eines Pflanzenfressers wahrnehmen. Sie lassen sich dann blitzartig reihenweise von der Pflanze fallen. In weiteren Versuchen konnten Gish und sein Team auch zeigen, dass die Fähigkeit der Blattläuse, den Atem eines Pflanzenfressers wahrzunehmen, und damit ihre Bereitschaft, sich fallen zu lassen, mit steigenden Temperaturen sinkt.

Die Forscher untersuchten auch die Fähigkeit der Blattlaus, nach dem freien Fall alternative Wirtspflanzen zu finden. 74 Prozent der Blattläuse fanden tatsächlich einen neuen Wirt: Sie näherten sich systematisch den Stämmen von Nachbarpflanzen, was vermuten lässt, dass zumindestens die Blattlausart Uroleucon sonchi den freien Fall gut übersteht.

Gish und sein Team kommen zum Schluss: „Unsere Ergebnisse machen deutlich: Die Blattlaus U. sonchi verfügt über einen Gefahrenwahrnehmungsmechanismus und ein effizientes Fluchtverhalten – beides rettet sie vor dem Gefressenwerden durch pflanzenfressende Säugetiere. Der Atem des Säugetieres scheint bei diesem Verteidigungsmechanismus die Schlüsselrolle zu spielen – er ist ein sicherer Indikator für eine sich nähernde Schnauze.“

Quellen:

http://derstandard.at/1308681075746/Effiziente-Taktik-Wie-Blattlaeuse-sich-vor-Pflanzenfressern-schuetzen

http://www.springerlink.com/content/v5n48574156800v5/

Kommentar & Ergänzung:

Bahnt sich da eine neue biologische Blattlausbekämpfungsmethode an durch engagiertes Anhauchen….? Oder funktioniert das nur bei Wissenschaftlern und Hausziegen?

Im Ernst:  Es erstaunt immer wieder, welch hoch entwickelte und differenzierte Fähigkeiten Pflanzen und Tiere entwickeln, um ihr Überleben zu sichern.

So ist es beispielsweise auch gut belegt, dass Heilpflanzen ihre Wirkstoffe entwickelt haben, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Das ist allerdings eine ziemlich nüchterne Erklärung, die uns Menschen nicht gerade eine tolle Stellung zuschreibt in diesem Geschehen. Emotional viel ansprechender sind daher Vorstellungen, wie sie zum Beispiel Edward Bach vertrat, der Begründer der Bach-Blütentherapie. Er war davon überzeugt, dass die von ihm ausgewählten 38 Pflanzen das Bedürfnis (!) hätten, uns zu heilen. Eine schöne Vorstellung, dass es in der Natur 38 Helfer gibt, die sich um uns kümmern und uns Gutes tun wollen. Hier steht der Mensch im Zentrum pflanzlicher Zuwendung. Eine wohltuende Vorstellung offenbar, aber auch ziemlich unbescheiden.

Edward Bach war auch der Ansicht, dass es neben seinen Bachblüten-Pflanzen keine Heilmittel gibt und dass man mit ihnen alle Krankheiten heilen kann, sofern der Patient gesund werden will….

Eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Naturverständnis, dem Menschbild und dem Gesundheits- und Krankheitsverständnis von Edward Bach finden Sie im Kurs:

„Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit“.

Wenn Sie mehr über Pflanzen und Tieren und ihre faszinierenden „Beziehungsgeschichten“ erfahren wollen, empfehle ich Ihnen die Natur-Seminare oder auch die Heilpflanzenexkursionen und Alpenblumenkurse.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

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