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Demenzvorbeugung: US-Neurologen empfehlen Sport statt Medikamente

Mediziner sollen Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (MCI) zu sportlichen Aktivitäten ermuntern, statt sie mit Medikamenten zu behandeln, deren Wirksamkeit gemäss einer überarbeiteten Leitlinie der American Academy of Neurology (AAN) nicht belegt ist. Publiziert wurden die Empfehlungen in Neurology (2017; doi: 10.1212/WNL.0000000000004826). Sie umfassen auch die Suche nach modifizierbaren Risikofaktoren, deren Vermeidung die kognitiven Fähigkeiten der Patienten oft verbessern kann.

Leichte kognitive Beeinträchtigungen (MCI) kommen im Alter oft vor.

Die Beeinträchtigungen werden von den Betroffenen zunächst kaum bemerkt. Sie haben Schwierigkeiten, komplexe Aufgaben zu erledigen, oder verstehen Informationen, die sie gelesen haben, nicht mehr. Die Grenze zur Demenz ist erreicht, wenn Probleme mit alltäglichen Aufgaben wie Ankleiden, Baden und Essen auftreten.

Eine MCI entwickelt sich nicht immer zur Demenz weiter. Der Verfall der kognitiven Fähigkeiten kann aber schnell verlaufen: Bei 14,9 Prozent der MCI-Patienten kommt es innerhalb von zwei Jahren zu einer Demenzdiagnose.

Gegenwürtig existieren keine Medikamente, die die Entwicklung stoppen können.

Cholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Rivastigmin, Tacrin oder Galantamin, die für die symptomatische Therapie der Alzheimer-Demenz zugelassen sind, sind für die Behandlung der MCI nicht angezeigt. Die AAN rät daher in ihrer Leitlinie von der Anwendung von Cholinesterase-Hemmern ab. Wenn die Mediziner sie den MCI-Patienten dennoch anbieten, sollten sie vorgängig auf die nicht nachgewiesene Wirkung hinweisen.

Für die Wirksamkeit von Sport existieren dagegen erste Belege. Zwar seien bisher noch keine Langzeitstudien durchgeführt worden, erklären die Leitlinien-Autoren. Sechsmonatige Studien würden aber darauf hinweisen, dass das zweimal wöchentliche Training das Gedächtnis verbessern kann.

Die Mediziner können den Patienten auch kognitives Training empfehlen, schreiben die Leitlinien-Autoren. Die Hinweise, dass die Denksport-Übungen den Patienten helfen, stufen sie jedoch als schwach ein.

Eine wichtige Aufgabe der Mediziner besteht nach Einschätzung der Leitlinien in der Suche nach beeinflussbaren Risikofaktoren. Dazu zählen die Nebenwirkungen von Medikamenten, Schlafstörungen oder Depressionen. Durch Wechsel der Medikation, verbesserte Schlafhygiene und die Behandlung von Depressionen können oft die Symptome der MCI gelindert und die Lebensqualität der Patienten verbessert werden.

Quelle:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/87286/Demenzpraevention-US-Neurologen-raten-zu-Sport-statt-Medikamenten

http://n.neurology.org/content/early/2017/12/27/WNL.0000000000004826

 

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine Bestätigung für Empfehlungen, die schon aus verschiedenen Quellen verlautet sind.

Galantamin ist übrigens ein Wirkstoff, der ursprünglich aus dem Schneeglöckchen stammt.

Siehe dazu:

Wirksamkeit von Galantamin bei Demenz bestätigt

Aus phytotherapeutischer Sicht gibt es bei leichter und mittelgradiger Alzheimer-Demenz sowie bei vaskulärer Demenz laut einer S3-Leitline Hinweise auf einen kognitiven Nutzen für den Ginkgo-Extrakt EgB 761 (Tebokan, Tebofortin, in D: Tebonin). Ein vorbeugender Effekt konnte dagegen nicht hinreichend belegt werden.

Siehe dazu:

S3-Leitlinie „Demenzen“: Empfehlung für Ginkgo-Extrakt

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Pfefferminzöl bei Muskelkater?

T-online gibt in einem Beitrag Tipps zum Umgang mit Muskelkater und hat eine interessante Empfehlung: Pfefferminzöl.

Hier eine Zusammenfassung mit anschliessendem Kommentar:

Muskelkater entwickelt sich, wenn die Muskeln beim Training zu stark strapaziert werden und dadurch kleine Risse im Gewebe entstehen. Die verletzten Muskelfasern schwellen an und es kommt zu einer Entzündung, die sich durch den charakteristischen ziehenden und stechenden Schmerz zeigt.

Wer ungewohnt intensive Belastungen oder für den Muskel ungewohnte Bewegungsabläufe durchführt, muss mit Muskelkater rechnen. Verhindern lässt er sich nur mit einem auf die vorhandene Muskelkraft abgestimmten Training.

Aufwärmübungen und Dehneinheiten vor dem Sport reduzieren zwar das Verletzungsrisiko von Sehnen und Bändern, können aber einem Muskekater nicht vorbeugen. Und Schmerzmittel lindern nur das Symptom Schmerz, helfen jedoch den verletzten Muskelfasern nicht. Sportmedizinern zufolge können die in den Schmerzmitteln eingesetzten Wirkstoffe sogar den Muskelaufbau stören.

Gegen ein sanftes Sportprogramm ist Fachleuten zufolge auch mit Muskelkater nichts einzuwenden. Das Training sollte aber deutlich weniger intensiv ausfallen, weil der Muskel Zeit braucht um sich zu regenerieren. Walken, langsames Radfahren und entspanntes Schwimmen sind gute Trainingsmöglichkeiten in dieser Phase. Bei starkem Muskelkater ist aber eine Auszeit zu empfehlen oder eine Verlagerung des Trainings auf andere Muskelgruppen unter Schonung der beanspruchten.

Zahlreiche Sportler setzen auf Wärme nach der Trainingseinheit, weil sie die Muskeln entspannt und durch Erweiterung der Gefässe die Durchblutung fördert. Dadurch wird der Muskel besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

Von Massagen raten Fachleute bei Muskelkater allerdings ab, da der Druck, der dabei auf die Muskelpartien ausgeübt wird, diesen zusätzlich reizt.

Als Geheimtipp gegen Muskelkater stellt T-online in dem Beitrag Pfefferminzöl vor:

„Die ätherischen Öle, darunter Menthol, Menthon und Menthofuran wirken krampflösend, entspannend, kühlend und durchblutungsfördernd. So werden die Muskeln bei der Regeneration unterstützt und das Ziehen im Muskel gelindert. Am besten trägt man das Öl direkt nach der sportlichen Belastung auf die beanspruchten Bereiche auf.

Ein wenig verdünnt ist das Öl für die Haut besser verträglich. Einfach einige Tropfen auf ein angefeuchtetes Tuch oder Wattepad geben und die gewünschte Hautstelle damit einreiben.“

Wichtig sei zudem, nach der Anwendung die Hände gründlich zu waschen und den Kontakt mit den Augen zu vermeiden.

Der Muskelkater erreicht meist am zweiten oder dritten Tag nach dem intensiven Training seinen Höhepunkt und bis er wieder vollständig abgeklungen ist, kann es bis zu sieben Tage dauern.

Schädlich sei Muskelkater nicht, schreibt T-online. Sehr ausgeprägter und schmerzhafter Muskelkater sei allerdings ein sicheres Zeichen dafür, dass man es übertrieben hat.

Das Gute an Muskelkater sei zudem, „dass der Muskel angeregt wird, sich auf intensivere Trainingseinheiten vorzubereiten, zu wachsen beginnt und an Stärke gewinnt.“

Sei der Schmerz kaum auszuhalten oder lasse er nach einigen Tagen nicht nach, solle man einen Arzt aufsuchen. Dann könne es sein, dass eine Sportverletzung vorliegt, die behandelt werden muss.

Quelle:

http://www.t-online.de/gesundheit/fitness/id_81171044/muskelkater-weitertrainieren-oder-pausieren-.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Pfefferminzöl bei Muskelkater – diese Empfehlung ist mir bisher noch nie über den Weg gelaufen.

Pfefferminzöl wird äusserlich oft verwendet als juckreizstillendes Mittel zum Beispiel bei Insektenstichen (ca. 1%ig) und als Gegenstimulation zur Linderung von Spannungskopfschmerzen (ca. 10%ig).

Bei akuten Prellungen auf den Sportplatz kann Pfefferminzöl Schmerzen ebenfalls lindern durch Gegenstimulation (Counterirritation). Menthol als Hauptbestandteil des Pfefferminzöls reizt die Kältesensoren in der Haut und die Kühlempfindung überlagert die Schmerzempfindung, lindert sie dadurch auf ähnliche Art wie ein Eisspray, aber ohne physikalisch zu kühlen.

Dass Pfefferminzöl auf der Basis einer Gegenstimulation auch Schmerzen bei Muskelkater lindert ist deshalb denkbar. Ich würde dazu allerdings Pfefferminzöl 10%ig in alkoholischer Lösung nehmen, so wie es als Roller oder Tupfer in Apotheken und Drogerien gegen Spannungskopfschmerzen empfohlen wird.

Dass sich mit Pfefferminzöl die Durchblutung (des Muskels) anregen lässt, scheint mir nicht sehr überzeugend. Zwar gibt es eine ganze Reihe von Naturstoffen mit durchblutungssteigernder Wirkung – zum Beispiel Capsaicin aus Paprika, Rosmarinöl, Kampfer und Wacholderöl. Sie wirken aber eher wärmend und werden in Sportsalben und Rheumasalben eingesetzt. Ob sie auch die Durchblutung der Muskeln fördern ist eher zweifelhaft. Es spricht mehr dafür, dass sich die durchblutungsfördernde Wirkung vor allem auf die Haut beschränkt. Eine schmerzlindernde Wirkung des Pfefferminzöls bei Muskelkater kann ich mir aber gut vorstellen.

Siehe auch:

Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

 

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Noch eine Bemerkung zum Schluss: Unterschätzt wird nicht selten die recht gute Wirksamkeit von Pfefferminzöl gegen viele Bakterien, Viren (z. B. Herpes) und Hefepilze (z. B. Candida albicans). Untersuchungen dazu wurden im Zusammenhang mit Olbas-Tropfen gemacht – ein Gemisch aus Pfefferminzöl, Cajeputöl, Eukalyptusöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl.

Siehe dazu:

Olbas-Tropfen: Ein Gemisch von ätherischen Ölen getestet auf antimikrobielle Wirkung

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Sport gegen Entzündungen?

Schon aus früheren Studien ist bekannt, dass sportliche Betätigung den Serumspiegel verschiedener Entzündungsmediatoren wie z.B. Interleukin-6 reduziert.

US-Wissenschaftler haben nun einen weiteren entzündungshemmenden Mechanismus entdeckt. Schon nach moderatem Training auf dem Laufband zeigte die Analyse von Blutproben zwei Effekte. Einerseits verminderte sich der Anteil an TNF-α produzierenden Monozyten, andererseits sank auch die Menge des pro Zelle produzierten Zytokins. Der Effekt kommt offenbar über einen erhöhten Adrenalinspiegel und die Bindung des Hormons an β2-Adrenorezeptoren auf den Monozyten zustande.

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5476&NMID=5476&LANGID=2

Pharmazeutische Zeitung, 10/2017/p42

Kommentar & Ergänzung:

Bewegung ist eine wichtige Säule der Naturheilkunde.

Siehe dazu:

Naturheilkunde – was ist das?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Krafttraining genügt nicht zur Reduktion des Sturzrisikos bei Senioren

Krafttraining allein reduziert das Sturzrisiko bei älteren Personen nicht. Ebenso nötig ist Training der Motorik und der Kognition.

Die Skelettmuskulatur sei selbst in hohem Alter trainierbar, sagt Professor Reto Kressig vom Universitären Zentrum für Altersmedizin in Basel. Er verweist auf eine Studie mit 100 Pflegeheimbewohnern mit einem Durchschnittsalter von 87 Jahren.

Bei diesen Probanden führte progressives Krafttraining über zehn Wochen zu einer Kraftverdopplung.

Die Kombination des Trainings mit Proteindrinks erhöhte die Muskelkraft um 130 Prozent, Proteindrinks ohne Training zeigten dagegen keine Wirkung.

Krafttraining allein macht jedoch weder den Gang sicherer noch reduziert sich dadurch die Sturzgefahr.

Es braucht dazu zusätzlich Training von Motorik und Kognition.

Denn die Sturzwahrscheinlichkeit verdoppelt sich schon durch minimale, mit dem bloßen Auge nicht erkennbare Gangunregelmäßigkeiten mit einer Schritt-zu-Schritt-Variabilität von 1,7 cm.

Bei alten Menschen, die beim Gehen stehen bleiben, um zu sprechen, zeigte sich ein stark gesteigertes Sturzrisiko!

Werden motorische Einschränkungen und Kraftdefizite bei alten Menschen rechtzeitig erkannt, können diese mit einem gezielten Training verbessert werden. In geriatrischen Institutionen gibt es darum Möglichkeiten, frühzeitig auf Gangunregelmäßigkeiten zu testen. Das geschieht mit Multitasking-Aufgaben.

In diesen Testverfahren wird eine motorische mit einer kognitiven Aufgabe kombiniert, beispielsweise das Lösen einer Rechenaufgabe beim Gang über einen Teppich.

Die in der Schweiz populäre Dalcroze-Rhythmik (nach Émile Jaques-Dalcroze, 1865-1950) verbessert Exekutivfunktion und Gangsicherheit.

In Gruppen trainieren die Teilnehmenden im Rhythmus von improvisierten, am Klavier gespielten Melodien.

Dabei verändern sich je nach Melodie unerwartet die Bewegungsfolgen.

Professor Kressig schildert, dass 80-jährige Damen, die seit Jahren die Dalcroze-Rhythmik praktizieren, beim Dual-Task-Test ebenso gut abschneiden wie 30-jährige.

Bei 134 zu Hause lebenden Senioren, die sechs Monate lang einmal pro Woche am Training teilnahmen, führte die Intervention zu einer signifikanten Verbesserung der Exekutivfunktion und zu einer Reduktion der Sturzrate auf die Hälfte.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/893646/sturzrisiko-krafttraining-nicht-genug.html

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0034-1387497     (Aktuel Ernährungsmed 2015; 40: S5-S7).

 

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass oft an mehreren Faktoren gleichzeitig angesetzt werden sollte, um eine Verbesserung zu erreichen.

Beim Thema Sturzrisiko von Senioren gibt es über die erwähnten Punkte Kraft, Motorik und Kognition hinaus noch einen weiteren beachtenswerten Aspekt:

Schlafmittelkonsum erhöht das Sturzrisiko. Durch ihre muskelrelaxierende Wirkung und die zum Teil nachhaltig eingeschränkte Wachheit kann es zu verstärkter Gangunsicherheit kommen.

Siehe dazu:

Schlafmittel: Sturzrisiko auch mit Nicht–Benzodiazepinen

Pflanzliche Schlafmittel sind frei von diesem Risiko – sie steigern also das Sturzrisiko und damit das Risiko von Knochenbrüchen nicht.

Das macht sie zu einer Option in der Behandlung von Schlafstörungen, die nicht gering geschätzt werden sollte.

Siehe dazu:

Schlafstörungen – Senioren profitieren von pflanzlichen Schlafhilfen

Süchtig nach Schlafmitteln – Phytotherapie bietet gesunde Alternative

Phytotherapie bei Schlafstörungen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ausdauersport ist gut fürs Gehirn

Sport kann vor geistigem Abbau schützen und hat einen signifikant günstigen Effekt auf die Verhinderung einer Demenz. Das erklärte Professor Dr. Barbara Tettenborn, Chefärztin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen, in München auf einer Informationsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Gemäss der aktuellen Datenlage reduziere sich das Risiko um bis zu 40 Prozent. Das Gehirnvolumen vergrössere sich messbar. Bei Jugendlichen steigere die Teilnahme an Sport die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Tettenborn erklärt, dass der Nutzen von Ausdauersport unabhängig vom Lebensalter sei und es keine Altersgrenze nach oben gebe. Sport wirke auch positiv, wenn man erst im höheren Alter mit dem Training beginne. Ebenso günstig sei gesteigerte Alltagsbewegung.

Die Neurologin wies auf die vielfältigen biologischen Effekte der vermehrten Bewegung hin. Die Blutversorgung des Gehirns steige und der Lipid- und Insulinstoffwechsel werde günstig beeinflusst. Ausdauersport setze zudem Wachstumsfaktoren frei.

Die Professorin rät zu täglich 30 bis 60 Minuten Sport, und zwar vorzugsweise zu Ausdauersport im aeroben Bereich. Das bedeute, dass der Puls sich beschleunigen und der Mensch ins Schwitzen kommen soll. Der Trainierende soll dabei noch reden können.

Ein zusätzliches Krafttraining empfiehlt Tettenborn einmal wöchentlich zum Erhalt der Muskulatur und zur Vorbeugung gegen Verletzungen, sowie ebenfalls zusätzlich einmal pro Woche ein Gleichgewichts- und Geschicklichkeitstraining. Ausdauersport fördere auch die Schlaftiefe und Schlafqualität, umgekehrt verbessere guter Schlaf die sportliche Leistung.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=54149

 

Kommentar & Ergänzung:

Ich zweifle nicht an der Qualität und am Sinn dieser Empfehlungen, doch handelt es sich dabei schon um ein ziemlich umfangreiches Programm.

Gerade diejenigen Menschen, die sich sehr wenig bewegen, und denen Bewegung daher viel bringen würde, werden sich nicht leicht auf ein solches Pensum einlassen.

Diesen „Bewegungsmuffel“ muss man sagen, dass auch schon leichte Bewegung die Lebenserwartung – und oft auch die Lebensqualität – erheblich verbessert:

„Schon wer etwas mehr als eine Stunde pro Woche stramm marschiert, kann seine Lebenserwartung demnach um mehr als ein Jahr steigern.“

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/sport-selbst-leichte-bewegung-steigert-die-lebenserwartung-deutlich-a-865592.html

 

….und „stramm marschieren“ könnte man ja auch noch ein bisschen netter umformulieren in „zügig gehen“!

Abschliessend soll noch erwähnt werden, dass „Bewegung“ ein Grundelement der Naturheilkunde ist.

Siehe: Was ist Naturheilkunde?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Echinacea – was sagt die wissenschaftliche Forschung?

Echinacea-Präparate gehören zu den beliebtesten Naturheilmitteln zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten.

Die „Zeitschrift für Phytotherapie“ veröffentlichte vor kurzem eine informative Bestandesaufnahme der aktuellen wissenschaftlichen Literatur zu Echinacea (eFirst, 16. Mai 2014). Die Autorin Karin Ardjomand-Woelkart arbeitet am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Graz (Prof. Dr. Rudolf Bauer), einem „Kompetenzzentrum“ in Sachen Echinacea.

Nachfolgend ein paar Zitate aus der Zusammenfassung mit anschliessendem Kommentar:

– Zum Wirkungsmechanismus von Echinacea:

„Trotz zahlreicher neuer Untersuchungen kann die therapeutische Wirkung von Echinacea nicht eindeutig einer bestimmten Komponente zugeschrieben werden. Allerdings deuten die jüngsten Daten darauf hin, dass die Alkamide eine sehr wichtige Rolle spielen. Sie besitzen zahlreiche immunmodulatorische und entzündungshemmende Eigenschaften und binden an CB2-Rezeptoren. Dies könnte ein Wirkungsmechanismus im Sinne eines Infektions-Mimiking bedeuten. Die Tatsache, dass für Echinacea-Alkamide auch die Bioverfügbarkeit nachgewiesen wurde und pharmakologisch relevante Blutspiegel erreicht werden, macht sie noch mehr zu klinisch hoch relevanten Inhaltsstoffen und eine entsprechende Standardisierung von Präparaten ist gerechtfertigt.“

Kommentar:

Der Weg bis zur Identifizierung der relevanten Wirkstoffe ist bei Phytopharmaka häufig lang. Viele Heilpflanzen enthalten eine ganze Reihe von Inhaltstoffen, die für eine bestimmte Wirkung in Frage kommen. Und die Einschätzung, welche Substanzen für die Wirksamkeit relevant sind, ändert sich im Verlaufe der Forschungsaktivitäten nicht selten grundlegend. Bei Echinacea konzentriert sich das Interesse seit längerem bereits auf die Alkamide.

Diese Forschungsaktivitäten sind wichtig, unter anderem, weil es ganz unterschiedlich zusammengesetzte Echinacea-Präparate gibt. Kennt man die entscheidenden Wirkstoffe, können die Produkte entsprechend optimiert werden.

 

– Zur klinischen Studienlage (Patientenstudien)

„Die klinische Studienlage ist bei Echinacea-Präparaten immer noch nicht zufriedenstellend. Es deuten zwar viele Studien auf eine Wirksamkeit hin, insbesondere bei Zubereitungen aus den oberirdischen Teilen von E. purpurea, aber wegen der unterschiedlichen Zusammensetzung der verwendeten Zubereitungen sind die Ergebnisse der Studien widersprüchlich. In Zukunft sollten klinische Studien mit klar definierten Produkten gemacht werden.“

Kommentar:

Die Unterschiedlichkeit der untersuchten Präparate ist für die Echinacea-Forschung ein grosses Problem. Jedes positive oder negative Studienresultat gilt genau genommen nur für das untersuchte Präparat und nicht generell für „Echinacea“. Man kann also aufgrund einer einzelnen Studie nicht sagen „Echinacea ist wirksam“ oder „Echinacea wirkt nicht“, wie das in den Medien manchmal dargestellt wird.

Man kann nur sagen: Die Echinacea-Zubereitung XY ist unter diesen Studienbedingungen wirksam (oder unwirksam).

Entscheidend in der klinischen Forschung sind Metaanalysen (siehe dazu Wikipedia), bei denen mehrere Studien zusammenfassend bewertet werden.

Bei Metaanalysen sollten aber möglichst vergleichbare Produkte verglichen werden. Die grossen Unterschiede zwischen den in Studien untersuchten Echinacea-Präparaten ist auch für Metaanalysen ein Problem.

Diese Hürden gibt es in der Phytopharmaka-Forschung auch bei anderen Heilpflanzen, nicht nur bei Echinacea. Ein weiteres Beispiel ist die Preiselbeer-Forschung. Auch die im Handel befindlichen Preiselbeer- / Cranberry-Produkte unterscheiden sich sehr stark in ihrer Herstellungsweise und Zusammensetzung.

Da hat es die Forschung mit synthetischen Wirkstoffen wie beispielsweise Mefenacid viel einfacher, weil es sich dabei um eine chemisch eindeutig festgelegte Substanz handelt. Alle Patientenstudien zu Mefenacid sind daher für Metastudien vergleichsweise sehr einfach zusammenfassend bewertbar.

 

– Zu Potenzial bezüglich Interaktionen (Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten) und Nebenwirkungen von Echinacea-Präparaten:

„Das Nebenwirkungs- und Interaktionspotenzial von Echinacea-Präparaten ist nicht besorgniserregend. Kontraindikationen bei Autoimmunerkrankungen sind substanziell nicht gerechtfertigt. Die Vorsichtsmaßnahme, „Echinacea“ nicht bei atopischen Patienten zu verwenden, ergibt sich aus der allgemein bekannten Allergenität gegen Pollen-Proteine von Korbblütlern. Ein besonderes Risiko für Kinder über einem Jahr ist nicht dokumentiert.“

Kommentar:

In der Phytotherapie-Fachliteratur wird bei Echinacea als Kontraindikation in der Regel „Autoimmunkrankheiten“ aufgeführt – aus Sicherheitsüberlegungen, und meines Wissens ohne dass jemals in dieser Hinsicht Schäden bekannt geworden wären. Ein Immunsystem, das schon aus dem Gleichgewicht ist, soll nicht noch weiter stimuliert werden, so vereinfacht gesagt die dahinterstehende Überlegung.

Obwohl für Kinder über einem Jahr kein Risiko durch Echinacea bekannt ist, stellt sich die Frage, ob die Anwendung bei kleinen Kindern Sinn macht. Die normalen Infekte im frühen Kindesalter dienen dem Training des Immunsystems. Unter normalen Umständen würde ich nicht mit einem Immunstimulans in dieses Training eingreifen.

Quelle der Zitate:

Zeitschrift für Phytotherapie, DOI: 10.1055/s-0034-1381286

 

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Energydrinks: Harmlos oder riskant?

Koffeinhaltige Energydrinks können die Herzgesundheit gefährden, exzessiver Konsum könne sogar zum Tod führen. Diese Meldung ging vor kurzem durch die Medien. Siehe dazu auch:

Energydrinks verstärken Kontraktionen der linken Herzkammer

Die Studienlage dazu ist allerdings nicht so eindeutig.

Die gesundheitlichen Auswirkungen der Energydrinks seien kaum erforscht, schreibt das Portal Medizin-Transparent. Für eine fundierte Einschätzung des Herzrisikos durch Energydrinks müssten größere Studien über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.

Wie riskant sind Energydrinks wirklich?

Der Herztod eines 14-jährigen US-amerikanischen Mädchens vor einem Jahr geriet weltweit in die Schlagzeilen. Schuld an der Tragödie sollen koffeinbedingte Herzrhythmusstörungen durch Energydrinks gewesen sein, die das Mädchen tags zuvor konsumiert hatte. Die Amerikanerin hatte allerdings am Ehlers Danlos Syndrom gelitten, einer seltenen Erkrankung, die das Herz beeinträchtigen kann.

Eine kürzlich publizierte Studie scheint weiter an der Unbedenklichkeit von Energydrinks zu rütteln. Demzufolge können die koffeinhaltigen Modegetränke den Herzschlag beeinflussen. So stellten Wissenschaftler bei 18 Versuchspersonen eine Stunde nach dem Konsum eines Energydrinks mit Koffein und Taurin fest, dass die Kontraktionen des Herzens stärker geworden waren. Das sei allerdings eine bekannte Wirkung von Koffein – schreiben die Autoren auf Medizin-Transparent – und sie weisen darauf hin, dass die Wissenschaftler keine nähere Informationen zu ihrer Untersuchung geben und nur eine Kurzzusammenfassung geben. Ob der veränderte Herzschlag jedoch gesundheitliche Auswirkungen hat, bleibe unklar.

Eine Zusammenfassung bisheriger Studienresultate lieferte ein widersprüchliches Bild, aber wenig konkrete Erkenntnisse. So könnten Energydrinks möglicherweise Herzschlagfrequenz und Blutdruck kurzfristig steigern, dies sei jedoch nicht in allen Studien der Fall. Zudem überprüften die meisten Untersuchungen Herzschlagfrequenz, Blutdruck und bestimmte Blutwerte höchstens drei Stunden nach Konsum eines einzigen Energy-Getränks.

Auswirkungen über einen längeren Zeitraum untersuchte nur ein Forscherteam:

Als Probanden dienten 38 Männer, die täglich vor sportlichem Training zehn Wochen lang Energydrinks tranken. Auch zehn Wochen seien allerdings zu kurz, um langfristige Auswirkungen auf die Herzgesundheit beurteilen zu können, schreibt Medizin-Transparent. Zudem sei die Anzahl der Teilnehmer zu klein, um zu aussagekräftigen Resultaten kommen zu können.

Was neben Studien noch bleibe, seien Fallberichte wie die der verstorbenen 14-jährigen US-Amerikanerin. Solche Fallberichte bis zum Jahr 2008 habe etwa das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) oder eine US-amerikanische Forschergruppe um Kevin Clauson zusammengetragen. Gemäss einer schwedischen Untersuchung von Krankenhausaufzeichnungen seien in drei Fällen junge Personen plötzlich verstorben, die zuvor Energydrinks, teilweise in Kombination mit Alkohol, getrunken hatten. Dass die Energydrinks den Tod verursacht hatten, sei allerdings nicht gesichert. Aus solchen Fallberichten lassen sich keine sicheren Schlussfolgerungen ziehen.

Koffein nur in Maßen genossen unbedenklich

Für die meisten Erwachsenen scheinen Dosierungen bis zu 400 Milligramm (mg) Koffein pro Tag unbedenklich, was je nach Stärke etwa zwei bis vier Tassen Kaffee entspricht. In der EU zugelassene Energydrinks dürfen nicht mehr als 80 Milligramm Koffein pro Viertelliter beinhalten. Für Jugendliche und Kinder wissen Fachleute aber nicht, wie groß die noch unbedenkliche Tagesdosis ist – sehr wahrscheinlich liegt sie jedoch deutlich tiefer.

In Maßen konsumiert scheint Koffein nicht schädlich für die Herzgesundheit zu sein. So existieren keine Hinweise darauf, dass Koffein in moderaten Dosen Herzrhythmusstörungen oder Vorhofflimmern verursachen kann. Auch den Blutdruck scheint gemäßigter, regelmäßiger Koffeinkonsum langfristig nicht oder höchstens geringfügig zu steigern. Das Risiko, an Herzerkrankungen zu sterben, dürfte dadurch vergrössert werden.

Koffein in grossen Mengen kann aber sehr wohl gesundheitliche Folgen haben und zum Beispiel Herzrasen, Zittern, Erregungszustände sowie Verdauungsprobleme auslösen. Hauptsächlich bei Menschen mit Herzerkrankungen könnten größere Koffeindosen Herzrhythmusstörungen oder andere Herzprobleme hervorrufen. Bei Epilepsie-Patienten könnte Koffein auch epileptische Anfälle mitauslösen.

Unbekannte Wechselwirkung mit anderen Inhaltsstoffen

Neben Koffein und Zucker sind in zahlreichen Energydrinks noch andere Inhaltsstoffe mit angeblich belebender Wirkung enthalten, darunter beispielsweise Taurin und Glucuronolacton. Inwieweit diese Stoffe die Wirkung von Koffein oder unerwünschte Nebenwirkungen steigern könnte, ist nur unzulänglich erforscht.

Taurin ist ein bedeutender Grundstoff für zahlreiche Stoffwechselprozesse, den der Körper im Normalfall selbst produzieren kann. Taurin und Glucuronolacton kommen als natürliche Bestandteile in Lebensmitteln vor, allerdings in weit geringeren Konzentrationen. In einer Beurteilung aus dem Jahr 2009 geht die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA von der Unbedenklichkeit von Taurin und Glucuronolacton als Zusätze in Energydrinks aus. Diese Einschätzung gründet auf Toxizitätsuntersuchungen an Ratten und Mäusen. Eine Sicherheitsbewertung von Energydrinks insgesamt durch die EFSA steht jedoch noch aus.

Eine europaweite Befragung zum Konsumverhalten zeigt, dass mehr als die Hälfte der Erwachsenen und Jugendlichen Energydrinks gemeinsam mit Alkohol konsumiert.  Allfällige Wechselwirkungen zwischen Alkohol und Koffein oder anderen Energydrink-Inhaltsstoffen sind jedoch ebenfalls unzureichend untersucht.

Das deutsche BfR rät jedenfalls zur Vorsicht, bis weitere Untersuchungsresultate am Menschen erschienen sind.

Quelle:

http://www.medizin-transparent.at/energydrinks-gefaehrlich-oder-harmlos

Kommentar & Ergänzung:

Wie üblich bei Medizin-Transparent eine differenzierte, fundierte, und trotzdem verständlich formulierte Darstellung einer komplexen Datenlage.

Das zeigt wieder einmal, wie viele Fragen im Bereich der Gesundheitsthemen noch offen sind und wie vereinfacht und einseitig sie in den Medien oft dargestellt werden.

Für Konsumentinnen und Konsumenten ist es allerdings eine grosse Herausforderung, mit so vielen offenen Fragen umzugehen.

Darum sind wir doch so empfänglich für einfache „Weltbeschreibungen“ verschiedenster Gattung.

(P.S:  „Komplexitätskompetenz“ – das heisst die Fähigkeit, mit komplexen, widersprüchlichen Situationen und offenen Fragen umzugehen, ist etwas, das ich in meinen Phytotherapie-Lehrgängen und Heilpflanzen-Seminaren zu vermitteln versuche).

Nun aber nochmals zum Energydrink:

Man soll meines Erachtens die Risiken nicht übertreiben, aber auch die täglich konsumierte Menge nicht.

Energydrinks – die ich selber nicht konsumiere – scheinen mit jedoch ziemlich wertlos. Falls zuckerhaltig eine Kalorienbombe – und weil der Zucker zack-zack ins Blut geht, jagen sie den Blutzuckerspiegel unsinnig in die Höhe.

Und wenn schon Koffein, dann sinnvoller in Form von Kaffee, Grüntee oder Schwarztee, die noch eine Reihe von gesunden Begleitstoffen mit sich führen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hilft gezieltes Augentraining gegen Fehlsichtigkeiten wie die Altersweitsichtigkeit?

Zu dieser Frage äussert sich der praktizierende Augenarzt Georg Eckert aus Ulm auf N-TV:

„Ganz klar nein, und zwar genau so wenig wie man seine Schuhgröße trainieren kann.“ Das kurzsichtige Auge sei ein wenig länger als das normale und das weitsichtige Auge etwas kürzer. Diese angeborenen Gegebenheiten könnten auch durch Training nicht verändert werden. Aber man könne schlechtes Sehen trainieren. Augenärzte seien immer wieder überrascht, wie viele Menschen sich mit ihrem eingeschränktes Sehen arrangiert haben und erst zum Augenarzt kommen, wenn es fast gar nicht mehr geht.

Im Alter werde die kollagenartige Linse im Auge allmählich immer fester und unflexibler. Das gehe soweit, dass die sogenannten Ziliarmuskeln im Auge es nicht mehr schaffen, die Linse so zu bewegen, dass sie sich auf den nahen Sehbereich einstellen kann. So entstehe die Altersweitsichtigkeit.

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Legenden-rund-ums-Auge-article10029891.html

Kommentar & Ergänzung:

Augentraining wird unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten – zum Beispiel das Sehtraining nach Bates,  Gollup und Selby.

Dass manche Augenübungen entspannend wirken können, ist meines Erachtens unbestreitbar. Fragwürdig sind aber weitergehende Versprechungen wie die Heilung von Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung.

Weitere Informationen auf Psiram:

Sehtraining nach Bates

Sehtraining / Augentraining nach Gollup und Selby

Kritik am Augentraining auf Wikipedia:

„Die Ursache für axiale Brechungsfehler (Myopie, Hyperopie) ist in der Regel ein Missverhältnis zwischen der Brechkraft der optischen Medien (Hornhaut, Linse) und der Baulänge des Augapfels, jedoch keine Störung der Augenmuskeln. Darum wird das angestrebte Ergebnis des Augentrainings, Fehlsichtigkeiten durch Entspannung der Augenmuskeln zu reduzieren oder gar beseitigen zu können, von der Wissenschaft als nicht erreichbar angesehen. Da ein anerkannter Nachweis der therapeutischen Wirksamkeit des Augentrainings auf Fehlsichtigkeiten darüber hinaus bis heute nicht erbracht wurde, wird das Verfahren von der evidenzbasierten Medizin abgelehnt.“

Quelle: Wikipedia – Artikel über Augentraining.

Ein heikler Punkt der eher esoterisch ausgerichteten Augentrainings ist eine potentielle Schuldzuweisung an Patientinnen und Patienten:

John Selby „betonte vor allem die ‚bewusste Entscheidung für klares Sehen‘ zur Erzielung einer Sehverbesserung. ‚Nur wenn Sie sich bewusst dazu entscheiden, wieder klar sehen zu wollen und die unbewussten Gewohnheiten, welche die emotionalen Hemmungen und physischen Disfunktionen aufrechterhalten, durchbrechen, kann eine Heilung stattfinden‘ (Selby 1987, S.136).

Bei einer solchen Einstellung des Therapeuten stellt sich die Frage, ob Personen, die nach dem Selby-Verfahren keinen Erfolg erzielten, sich nicht bewusst genug zur Sehverbesserung entschlossen hatten. Eine Schuldzuweisung an den Patienten kann damit angelegt sein.“ (Quelle: Psiram)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

Sport kann Krebskranken bei Erschöpfungszuständen gut tun. Studien weisen darauf hin, dass regelmäßige und dosierte Aktivität der Behandlung von Erschöpfungszuständen durch Medikamente überlegen ist.

Bewegung kann Erschöpfungszustände bei Tumorerkrankungen und Fibromyalgie lindern. Das erklärt Prof. Herbert Löllgen von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) in Berlin. Studien hätten ergeben, dass regelmäßiges, dosiertes Ausdauertraining bei Fibromyalgie neben einer Psychotherapie wirksam und einer medikamentösen Therapie überlegen sei. Auch vor, nach und während einer Krebsbehandlung mildere regelmäßige Bewegung Ermüdungserscheinungen, reduziere die Stressbelastung und verbessere die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten.

Fibromyalgie ist eine schwere chronische Erkrankung, die neben Schmerzen in Muskeln und Gelenken unter anderem durch Müdigkeit und Schlafstörungen charakterisiert ist. Betroffenen rät Löllgen zu einer Bewegungstherapie im warmen Wasser (bspw. Aquajogging) Das schont nicht zuletzt die Gelenke beim Training. Tumorkranke sollten schon in der Klinik Sport treiben und nach dem Spitalaufenthalt am besten in entsprechenden Sportgruppen weiter trainieren.

Quelle:

http://www.n-tv.de/ticker/Gesundheit/Krebskranke-sollten-bei-Muedigkeit-dosiert-Sport-treiben-article5676576.html

Kommentar & Ergänzung:

Bewegung ist eine wichtige Säule in der klassischen Naturheilkunde.

Siehe:

Naturheilkunde – was ist das?

Zum Thema Müdigkeit / Fatigue bei Krebserkrankungen gibt es Studien zur Wirksamkeit von Ginseng:

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Symptome bei Krebserkrankungen

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Regelmässiges Schwimmen hilft, erhöhte Blutdruckwerte zu senken

Bei leicht erhöhten Blutdruckwerten (120 – 139 systolisch bzw. 80 – 89 mmHg diastolisch), die als Vorstufe des Bluthochdrucks (Prähypertonie) gelten, muss bei ansonsten gesunden Menschen nicht gleich medikamentös behandelt werden.

Meist kann eine Senkung der Blutdruckwerte schon durch Lebensstil-Maßnahmen erreichen werden, wie beispielsweise durch Reduktion von Übergewicht, verminderten Salzkonsum oder regelmässigen Ausdauersport.

Auch regelmäßig zum Schwimmen gehen kann beispielsweise mithelfen, einen manifesten Bluthochdruck zu verhindern, und zudem einer Arterienverkalkung vorbeugen. Gerade für ältere oder übergewichtige, untrainierte Menschen, die häufig auch Gelenkprobleme haben,  ist Schwimmen im richtig temperierten Wasser als Sport gut geeignet.

Blutdruck-Reduktion um 10 mmHG nach zwölf Wochen

US-Wissenschaftler aus Texas konnten nun in einer Studie zeigen, dass regelmäßiges Schwimmen (drei- bis viermal die Woche jeweils 40-45 Minuten) schon nach zwölf Wochen zu einer Reduktion des arteriellen Blutdruckes um rund 10 mmHg führt, wobei sich auch die Funktion der Blutgefäße deutlich verbessert. Die Elastizität der Gefäße und ihre durch den Blutfluss vermittelte Fähigkeit, sich zu erweitern, nehmen durch das Schwimmtraining nachweislich zu. In einer Kontrollgruppe, die anstatt zu schwimmen statische Entspannungs- und Dehnungsübungen durchführte, waren solche Effekte hingegen nicht festzustellen.

Die Studie wurde publiziert im American Journal of Cardiology (Online-Vorabveröffentlichung am 16.1.2012).

Training im richtigen Pulsbereich nötig

Bei erhöhtem Blutdruck können grundsätzlich alle Ausdauersportarten günstig wirken, wenn man sie regelmäßig – das heißt mindestens dreimal wöchentlich für mindestens eine halbe Stunde – betreibt. Allerdings sollte gerade bei älteren Patienten vor Trainingsaufnahme ein erhöhtes Risiko von Sport beispielsweise durch eine Belastungsuntersuchung ausgeschlossen sein.  Zur Reduktion des Blutdrucks ist hauptsächlich das regelmäßige Training im richtigen Pulsbereich wichtig.  Den persönlichen, idealen Trainingspuls sollte man sich vom Arzt oder Trainer berechnen lassen und ihn beim Training mit einer Pulsuhr kontrollieren.

Weniger geeignet bei Prähypertonie ist ausgesprochenes Krafttraining mit schweren Gewichten. Das kann nämlich den Blutdruck in die Höhe treiben und man riskiert dabei Blutdruck spitzen, die zu vermeiden sind – vor allem wenn man dabei noch falsch atmet.

Quelle:

http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1236_regelm-iges-schwimmen-hilft-erh-hte-blutdruckwerte-zu-senken.html

http://www.ajconline.org/article/S0002-9149(11)03445-X/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Bewegung ist ein zentrales Element der Naturheilkunde und eine der fünf Säulen der Naturheilkunde nach Sebastian Kneipp (neben Hydrotherapie, Heilpflanzen, Ernährung und Lebensordnung).

Die Phytotherapie kennt kaum Heilpflanzen mit gut dokumentierter Wirksamkeit bei Bluthochdruck. Hinweise auf eine Blutdrucksenkung gibt es beim Knoblauch, doch braucht es dazu Dosen, die nicht selten mit sozialen Nebenwirkungen verbunden sind.

Siehe:

Phytotherapie: Knoblauch kann zur Blutdrucksenkung beitragen

Knoblauch entspannt Blutgefässe dank Schwefelwasserstoff

Interessant sind Hinweise auf eine Blutdrucksenkung durch Randensaft (Rote Beete Saft):

Randensaft (Rote Beete) senkt Blutdruck

Ausserdem interessant:

Rosinen zeigen günstige Wirkung bei leichtem Bluthochdruck

Schwarztee senkt Blutdruck

Blaue Kartoffeln reduzieren den Blutdruck

Chili-Wirkstoff Capsaicin senkt den Blutdruck

Karkadetee senkt systolischen blutdruck um 13 mmhg

Karkadetee ist interessant, weil er auch angenehm im Geschmack ist und sich daher leicht in den Alltag  integrieren lässt. Es handelt sich um Hibiscus sabdariffa.

Siehe: Blick ins Pflanzenlexikon – Hibiskus

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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