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Süssmittel Stevia gegen Bluthochdruck?

Süssmittel aus der Pflanze Stevia rebaudiana haben in den letzten Jahren eine steile Karriere hingelegt.

Stevia hat alle offensichtlichen Vorteile zuckerfreier Süssstoffe – kein Karies, keine Kalorien, keine Beeinflussung des Blutzuckerspiegels.

In den Medien diskutiert wird gelegentlich die Frage, ob Stevia darüber hinaus einen medizinischen Nutzen besitzt.

Die Plattform medizin-transparent hat die wissenschaftliche Datenlage zu diesem Thema recherchiert:

„In einer systematischen Übersichtsarbeit schließen die Autoren auf eine blutdrucksenkende Wirkung. Zwei randomisiert-kontrollierte Studien und Erkenntnisse aus Tierversuchen liefern dafür einen ersten Hinweis, größere Studien sind aber notwendig. In Südamerika wird Stevia schon länger auch gegen Diabetes eingesetzt, die Studienlage dazu ist aber noch völlig unzureichend.“

Quelle:

http://www.medizin-transparent.at/ist-stevia-der-zucker-der-zukunft

Kommentar & Ergänzung:

Stevia rebaudiana ist eine in Südamerika beheimatete Pflanze, die als Staude im Gebiet der Amambai-Bergkette im Grenzgebiet zwischen Paraguay und Brasilien wächst.

Steviablätter werden seit Jahrhunderten von der indigenen Bevölkerung Paraguays und Brasiliens bei der Zubereitung von Speisen und Getränken und als Heilpflanze genutzt.

Die lange Geschichte bis zur Zulassung von Stevia als Süssmittel ist auf Wikipedia nachzulesen.

Die Autoren von medizin-transparent kommen zum Schluss, dass eine niedrige wissenschaftliche Beweislage für die Wirksamkeit von Stevia bei Bluthochdruck spricht.

Das ist zwar eine interessante Erkenntnis. Es fehlen aber nicht nur die grösseren Studien. Es sind auch fundamentale Fragen offen wie zum Beispiel, welche Dosierung für welche zu erwartenden Effekte nötig wäre.

Auf medizin-transparent gehen die Autoren auch auf die Diskussion um mögliche Risiken von Stevia ein.

Interessant aus der Pflanzenheilkunde sind beim Thema Bluthochdruck im übrigen auch Karkade (Hibiscus sabdariffa) und Rote Beete (Randen).

Siehe:

Rote Beete (CH: Randen) reduziert Blutdruck

Rote Beete (Randen) reduziert Blutdruck

Randensaft / Rote Beete senkt Blutdruck

Karkadetee senkt systematischen Blutdruck um 13 mmhg

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Süssmittel Stevia – aktuelle Situation in der Schweiz

Stevia rebaudiana Bertoni ist in Südamerika heimisch und zählt zur Familie der Asteraceae. Die Bezeichnung “Bertoni” bezieht sich auf den Schweizer Botaniker Moises S. Bertoni. Der nach Südamerika ausgewanderte Tessiner hat 1899 die ersten Arbeiten über Stevia veröffentlicht.

Steviablätter, auch Süsskraut genannt, besitzen einen typischen, süssen Geschmack. Der wichtigste Bestandteil ist das Heterosid Steviosid, welches durch Hydrolyse in 3 Moleküle Glucose und 1 Molekül Steviol gespalten wird. Als weitere süsse Inhaltsstoffe enthält die Pflanze Ducosin, Rebaudiosin und Steviolbiosin. Steviosid besitzt eine 300-fach stärkere Süsskraft als Saccharose und erinnert geschmacklich sehr an Süssholz.

In verschiedenen Ländern wird Stevia in Form von Blättern oder Extrakten als nicht kalorienhaltiges Süssungsmittel eingesetzt. Die Pflanze ist weder in der Schweiz noch in den EU-Ländern als Nahrungsmittel erlaubt. Zurzeit sind Steviablätter nur in kleinen Mengen als Bestandteil von Teemischungen zugelassen. Der Anteil in einer Teemischung darf maximal 2% betragen. Jegliche andere Anwendung der Pflanze oder der Blätter in Lebensmitteln ist untersagt.

Anders zeigt sich die Lage für den Steviaextrakt, welcher eine starke Süsskraft besitzt. Im Juni 2008 hat der gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (engl. Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives – JECFA) einen Extrakt mit 95% Steviolglykosiden ausgewertet und beurteilt. Die zugelassene Tagesdosis wurde schlussendlich auf 0-4mg/kg Körpergewicht festsetzt.
In diesem Extrakt sind die zwei Glykoside Steviosid und Rebaudiosid enthalten. Beide Inhaltsstoffe fallen in die Kategorie der Zusatzstoffe beziehungsweise der Süssungsmittel. Weil diese Stoffe nicht im Anhang 1 der Zusatzstoffverordnung (ZuV) erwähnt sind, muss für die Anwendung von Fall zu Fall eine Bewilligung eingeholt werden.
Das Bundesamt für Gesundheit kann also im Einzelfall eine Zulassung zur Verwendung eines Steviaextrakts als Süssungsmittel erteilen, wenn der Extrakt den Anforderungen des JECFA genügt.

Die Schweiz ist eines der ersten Länder in Europa, welches einen Steviaextrakt zur Produktion von Süssgetränken zugelassen hat. Einzelne Detailhändler in der Schweiz bieten nun schon steviagesüsste Getränke an. Zurzeit gibt es aber keinen pulverförmigen oder flüssigen Pflanzenextrakt zur individuellen Anwendung.

Quelle: www.pharmavista.net

Kommentar:

Der Pharmavista-Text gibt die momentane rechtliche Situation um Stevia in der Schweiz wieder. Stevia ist auch in der Pflanzenheilkunde schon lange ein Thema, weil es zum Süssen von Teemischungen aus Heilpflanzen, von Kräutertees, verwendet wird. Am einfachsten besorgt man sich zu diesem Zweck in einer Gärtnerei ein Steviapflänzchen, von dem man dann ein bisschen von den Blättern in den Tee gibt. Ich würde empfehlen, Stevia zwar zu nutzen, aber mit etwas Zurückhaltung, also nicht Tag für Tag in grösseren Mengen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Stevia-Extrakt als Süssmittel bewilligt

Die Stevia-Pflanze schmeckt süss und ist beliebt als Zusatz in Kräutertees. Stevia-Extrakt in Lebensmitteln war allerdings bisher verboten. Jetzt hat das Bundesamt für Gesundheit eine Bewilligung erteilt.

Stevia (Stevia rebaudiana) wurde vor über 100 Jahren vom Tessiner Botaniker Moises Bertoni in Paraguay entdeckt. Die Blätter enthalten ein Steviosid, das im Vergleich zu Haushaltzucker eine ca. 300-fache Süsskraft besitzt. Die Blätter selber sind etwa 30-mal süsser als Zucker. Trotzdem schädigt Stevia weder die Zähne, noch fördert es Übergewicht. Auch Diabetiker vertragen sie gut. Viele Vorteile also. Darum ist das süsse Pflänzchen in Japan, China und Brasilien schon seit langem ein Ersatz für Zucker und künstliche Süssstoffe wie Cyclamat oder Saccharin. In dem USA ist Stevia als Nahrungsergänzungsmittel erlaubt. In Europa dagegen ist Stevia als Lebensmittel nicht zugelassen. Nach Ansicht der EU-Kommission konnten potenzielle Risiken nicht eindeutig entkräftet werden. Vor allem erbgutschädigende, aber auch krebsfördernde Wirkungen und negative Effekte auf die männliche Fruchtbarkeit wurden befürchtet. Allerdings stammen die meisten Untersuchungen über die Verträglichkeit von Steviosid aus den 70er und 80er Jahren. Sie wurden in Japan und Korea durchgeführt und es liegen nur kurze Zusammenfassungen auf Englisch vor. Daher sind diese Ergebnisse sehr umstritten. Die EU-Kommission hatte aber gar keine andere Wahl, als den Zulassungsantrag abzulehnen, da die Gesetze bei der Genehmigung eines neuartigen Lebensmittels eine ausführliche Prüfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit vorschreiben. Für eine Zulassung müssen sämtliche Bedenken ausgeräumt werden.

In der Schweiz ist es zulässig, Kräutertee mit kleinen Mengen Stevia-Blättern zu süssen. Stevia-Extrakte als Bestandteil von Lebensmitteln wie zum Beispiel Getränken waren dagegen bisher nicht erlaubt. Inzwischen hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Kehrtwende gemacht und ein Gesuch für ein mit Stevia gesüsstes Getränk gutgeheissen. Das BAG stützt sich dabei auf eine Neubewertung von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Welternährungsorganisation (FAO).
Es ist vorhersehbar, dass nun eine ganze Anzahl von Stevia-Produkten folgen werden.
Steviabätter eignen sich tatsächlich gut zum Süssen von Heilpflanzen-Tees. Man gibt dazu einfach eine kleine Prise Stevia zu den Heilpflanzen. Auch mit Steviosid hergestellte Lebensmittel oder Steviosid in Reinform als Süssmittel dürften unschädlich sein. Meine Empfehlung ist aber, auch mit Stevia Mass zu halten und es nicht in grossen Mengen über lange Zeiträume einzunehmen. Sicherheitshalber.
Quellen:
Petra Stöhr, Die Schranken für das Süsskraut Stevia fallen, Saldo Nr. 16/2008
Stoye / Krebs / Koch, Expertenrat: Stevia, Zeitschrift für Phytotherapie 3/2008

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