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[Buchtipp] “ Stille Machtergreifung “ , von Hans-Henning Scharsach,

Stille-Macht-ErgreifungVerlagsbeschreibung

Hofer, Strache und die Burschenschaften

Norbert Hofers Präsidentschaftswahlkampf war ein Lehrstück einer von Burschenschaften konzipierten populistischen Kampagne. Mit eisernem Lächeln täuschte er erfolgreich über die von ihm vertretenen rechtsextremen Standpunkte hinweg. Doch das ist nur die Speerspitze einer Entwicklung, die fast unbemerkt von der österreichischen Öffentlichkeit vor sich geht: Ein kleiner, verschworener Kreis hat die FPÖ in Besitz genommen, zentrale Funktionen in Bundespartei, Parlament und Landesverbänden sind fest in den Händen von Burschenschaftern.
Hans-Henning Scharsach untersucht die engen Verflechtungen Norbert Hofers, Heinz-Christian Straches und ihrer Weggefährten mit den Burschenschaften. Seine akribische Recherche taucht tief in deren antisemitische und nationalsozialistisch geprägte Geschichte ein. Er analysiert ihr politisches Instrumentarium, das sich mit Hasskampagnen und systematischer Verbreitung von Unwahrheiten über alle Regeln der Fairness hinwegsetzt. Anhand belegbarer Zahlen, Daten und Fakten zeigt Scharsach auf, was Österreich droht, wenn deutschnationale, schlagende Burschenschafter an die Macht kämen. Zum Shop

Zum Autor Hans-Henning Scharsach

Hans-Henning Scharsach, langjähriger Leiter der Auslandsressorts von „Kurier“ und „News“, ist Publizist und Autor politischer Sachbücher. Der Experte für Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Neonazismus moderierte 15 Jahre die Zeitzeugengespräche zum Jahrestag des Novemberpogroms im Wiener Volkstheater. Zu seinen Büchern zählen die Bestseller „Haiders Kampf“, „Haiders Clan“, „Europas Populisten“ und „Die Ärzte der Nazis“.

Kommentar von Martin Koradi

Hans-Henning Scharsach zeigt auf,  „was Österreich droht, wenn deutschnationale, schlagende Burschenschafter an die Macht kämen“, steht in der Verlagsbeschreibung…..

Nun sitzen also diese Burschenschafter wie Heinz-Christian Straches, Norbert Hofers & Co. inzwischen in der Regierung und  an den Schalthebeln der Macht.

Wer das Buch von Hans-Henning Scharsach gelesen hat, wird nicht in Versuchung kommen, diese Machtergreifung zu verharmlosen.

Hans-Henning Scharsach zeigt detailliert und gut belegt, mit welch fragwürdigen Figuren und menschenverachtender Ideologie wir es hier zu tun haben.

Es ist eindrücklich zu lesen, mit welcher Kaltschnäuzigkeit und Konsequenz hier Unwahrheiten und Hass als politische Instrumente eingesetzt werden.

Die gesammelten Lügen des Heinz-Christian Straches – in der Zwischenzeit zum Vizekanzler und Bundesminister für Beamte und Sport der Republik Österreich ernannt –  kann man auf der Website FPÖ-Watch nachlesen (samt Widerlegung).

Eindrücklich zeigt das Buch von Hans-Henning Scharsach auch, wie konsequent die FPÖ alle Medien, die ihre Lügen in Frage stellen, mit „Lügenpresse“-Vorwürfen zu diffamieren suchen. In dieser Hinsicht fährt die FPÖ die gleiche Strategie wie der Oberlügner Donald Trump in den USA.

Es muss sehr zu denken geben und sagt viel über eine Gesellschaft aus, wenn solch zwielichtige Figuren trotz ihrer offensichlichen Lügen gewählt werden.

Wer noch nicht davon überzeugt ist, dass Österreich eine starke zivilgesellschaftliche Reaktion auf diesen rechtsextremen Burschenschafter-Sumpf braucht, sollte diese Buch lesen – und wer davon schon überzeugt es auch.

Vernetzen Sie sich mit zivilgesellschaftlich aktiven Gruppen, zum Beispiel https://www.aufstehn.at oder bei Mitgliedern des Solidaritätspakts der Zivilgesellschaft.

Hans-Henning Scharsach liefert auch eine detaillierte Aufstellung dazu, welche FPÖ-Politiker in welchen Burschenschaften aktiv sind. Selten ein so gut recherchiertes Buch gelesen. Stichworte aus dem Inhaltsverzeichnes unten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

Aus dem Inhaltsverzeichnis

Die stille Machtübernahme: FPÖ im Besitz der Burschenschaften

Geheimhaltung: Wir sollen nicht wissen, wen wir wählen

Traditionen des Nationalsozialismus

Hofers Marko-Germania: Verräterische Festschrift

Deutsches Vaterland: Der Kampf gegen die österreichische Nation

Gegen Gleichheit und Pluralismus

Antisemitismus in den Burschenschaften

Das antisemitische Nazi-Symbol der Kornblume

Feindbild-Austausch: Muslime statt Juden

Antisemitismus-Verleugnung: Hofer und Strache als Judenfreunde

Burschenschaften und Nationalsozialismus

Bücherverbrennung 1933: Burschenschaften und der Anschluss

„Ehrendes Andenken“ für die Massenmörder der Nazis

Hofer und die NS-Traditionen

Gegen NS-Verbot und „Menschenhatz der Linken“

Täter-Opfer-Umkehr: Schlag nach bei Goebbels

Am Beispiel Norbert Hofer: Stille Machtergreifung

Hofers rechtsextreme Weggefährten, Freunde und Mitarbeiter

Väterliche Förderer und junge Geförderte

Hitlers Legitimationstheoretiker als „Vorbild“

Geschönte Biografie für die politische Mitte

Ein Künstler zur ideologischen Standortbestimmung

Ideologische Standortbestimmungen

Rechtsextreme Inhalte im FPÖ-Handbuch

Plebiszit als Waffe gegen Verfassung und Demokratie

Ausschaltung ganzer Wählergruppen durch Ende der Briefwahl?

Ein Handbuch als Kriegserklärung an die Verfassung

Von Wespenlarven, Brutpflegetrieb und militärischen Tugenden

Von der Verachtung für „Eliten“ und den Sorgen des kleinen Mannes

Faktencheck: Das Märchen von der „sozialen Heimatpartei“

„Mut zur Wahrheit“: Einblick in die blaue Sozialpolitik

Kampf gegen Kammern und Interessenverbände

Personen als Programm: Barbara Kolm, Olaf Henkel und Dieter Hundt

Männliche Weltordnung: Frauen als Opfer der „Burschenpartei“

Der Mann auf der Jagd, die Frau im Heim

Ausgeladen: Frauen, die weder schön noch still sind

Identitäre: Eine PR-Aktion rechtsextremer Burschen

Identitäre, Burschenschafter und FPÖ

Rechtsextreme Inhalte in jugendlicher Verpackung

Wahlkampf: Lügen, Hass und Nächstenliebe

Der Wahlkampf der Burschenschafter im Netz

Wie Fake News und Lügen verbreitet werden

Die grausamen Fratzen des Hasses

Überforderte Gerichte, hilfloser Rechtsstaat

Die mediale Parallelwelt der Burschenschafter

Das Zusammenspiel mit der Krone

Strache: Fake News und falsche Fakten

Der Kampf gegen die „Lügenpresse“

Kampf gegen demokratische Grundrechte

Die Printmedien der Burschenschaften

Der Rechtsstaat als Feindbild

Das Spiel mit Gewalt und Bürgerkrieg

Gewalt als Wesensmerkmal der Burschenschaften

Die Anti-Ausländer-Wahlkämpfe der FPÖ

Waffenfreunde: Schon Kinder sollen schießen lernen 162

Die burschenschaftliche Verwurzelung in NS-Traditionen

Strache und die braune Gewaltszene

Am Beispiel Olympia: Bewahrer brauner Traditionen

Sommerlager nach dem Vorbild der Reichsführerschulen

Neonazistische Redner bei Olympia-Veranstaltungen

Arminia Czernowitz: Werbung mit NSDAP-Plakat

Libertas: Ein Preis für junge Neonazis

Cimbria: Gemeinsam mit Nazis gegen die Wehrmachtsausstellung

Silesia im Rotlichtbezirk: Straches Sekretärin holt Gottfried Küssel

Teutonia: Nazi-Schulung „im Einklang mit der Bundlinie“

Wenn Burschenschafter und Neonazis gemeinsame Sache machen

Ein rechtsextremes Milieu und sein freundlicher Darsteller

Wo steht Norbert Hofer politisch?

Ist Norbert Hofer rechtsextrem?

Ist Norbert Hofer Neonazi?

Die Taktik des Populismus: Auf beiden Seiten dabei

Was droht unter einer FPÖ-Regierung?

[Buchtipp] „Der neue Untertan – Populismus, Postmoderne, Putin“, von Boris Schumatsky

Der-neue-UntertanVerlagsbeschreibung

25 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion steckt Europas Demokratie in der Krise. Alte politische Lager lösen sich auf. Die Linke tauscht Revolution gegen Nationalismus, und die Rechte borgt sich von der Linken als nützlichen Feind die Banken. Mit Bestürzung hört Boris Schumatsky den Beifall, den die russische Autokratie von überall bekommt. Ob links, rechts oder Mitte: Herrschaft macht Spaß, Freiheit strengt an. In den 1990er Jahren ritt man auf der Welle der Postmoderne in den ewigen Frieden. Nun ist daraus ein populistisches Monster entstanden. Scharf analysiert Boris Schumatsky die politischen Bewegungen der Gegenwart und blickt in eine mögliche Zukunft. Zum Shop

Zum Autor Boris Schumatsky

Boris Schumatskys, geboren 1965 in Moskau, studierte Kunstgeschichte in Moskau und Leningrad und Politologie in Berlin. Seit Beginn der 1990er Jahre lebt er in Deutschland als freier Autor und Publizist für deutschsprachige Zeitungen, später auch für Hörfunk und Fernsehen.

Kommentar von Martin Koradi

Boris Schumatsky legt eindrücklich dar, wie die Kreml-Propaganda in den letzten Jahren bis in die Mitte der Gesellschaft einwirkt und insbesondere im Rechtspopulismus und im Linkspopulismus angedockt hat. Mit Nachdruck kritisert er dabei auch das Versagen der Linken.

Was ihn als russischen Emigranten frustriert, ist nicht Putin allein:

„Was den Emigranten wirklich verzweifeln lässt, sind die Putinversteher im Westen. Menschen, die so viel Akzeptanz für eine banale Despotie haben oder sich sogar nach ihr sehnen….Heute sind die Diktaturversteher die gefährlichsten Gegner der ideelen Freiheit, die Emigranten wie ich im Westen suchen.“

Das Buch von Boris Schumatsky dreht sich nicht in erster Linie um Wladimir Putin und Russland, sondern um den Zustand unserer liberalen Gesellschaften in Mitteleuropa. Schumatzky geht auch der Frage nach, woher diese Anfälligkeit für autoritäre Propaganda kommt, die sich heute so deutlich zeigt. Es geht ihm dabei zum Beispiel um den pluralen Wahrheitsbegriff der Postmoderne:

„Die Wahrheit nicht so genau nehmen – diese Einstellung breitet sich durch alle politischen Lager und Kulturschichten aus. Wie in dem Apell deutscher Putinversteher, ‚niemand’ wolle Krieg, als der Krieg bereits seit zehn Monaten gefochten wurde. Die Leugnung eines klaren Tatbestands ist Teil der Politik der Unmündigkeit. Dahinter steht eine Einstellung, die sowohl den neuen Untertanen, als auch ihren Hirten eigen ist: Es ist nicht entscheidend, was Fakt ist. Wahr ist, was ich gerade brauche.“

Die Zersetzung des Wahrheitsbegriffs durch die Postmoderne verschafft der Propaganda freie Bahn.

Boris Schumatzky vermittelt mit seinem Buch den speziellen Blick eines russischen Emigranten auf die Gesellschaften Westeuropas sowie einen kenntnisreichen Blick auf die ehemalige Sowjetunion und das heutige Russland.

Zur Website von Boris Schumatzky:

http://www.schumatsky.de

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

[Buchtipp] „Populismus für Anfänger“, von Walter Ötsch und Nina Horaczek

Populismus-AnfaengerVerlagsbeschreibung

Die simple Welt der Populisten

Frankreich, Holland, Deutschland, Österreich – die Populisten scheinen in Europa unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Und alle anderen agieren, als gäbe es keine Strategien gegen die rechten Volksverführer. Dabei besitzen Rechtspopulisten einen einfachen Kern, nämlich das selbstgestrickte Bild einer gespaltenen Gesellschaft: Hier sind WIR und dort sind die ANDEREN. Dieses Bild erklärt die Sprache, die Taktiken, die innere Organisation und die Eskalationsdynamiken der Rechtspopulisten auf ungemein klare Art. Der Kommunikationsexperte Walter Ötsch und die Journalistin Nina Horaczek zeigen in dieser „Anleitung zur Volksverführung“ als fiktive Coaches, wie man erfolgreicher Populist wird. So entlarven sie klug und unterhaltsam die Tricks und Täuschungsmanöver der Demagogen und entschlüsseln ihre Codes – und Sie erfahren, was Sie selbst gegen rechte Endzeitpropheten tun können.

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Zum Autor Walter Ötsch

Prof. Dr. Walter Ötsch ist Ökonom und Kommunikationswissenschaftler an der Johannes Kepler Universität Linz. Er leitet das Zentrum für soziale und interkulturelle Kompetenz, ist Autor mehrerer Bücher und als Trainer und Coach für Führungskräfte tätig.

Zur Autorin Nina Horaczek

Nina Horaczek  studierte Politikwissenschaften und arbeitet seit dem Jahr 2000 bei der österreichischen Wochenzeitung „Falter“,aktuell als Chefreporterin. Horaczek widmet sich intensiv dem Thema Rechtsextremismus und ist Autorin mehrerer Sachbücher.

 

Kommentar von Martin Koradi

Während das Buch „Was ist Populismus“ von Jan-Werner Müller ein kompaktes Konzept bietet dazu, was Populismus ist (und was nicht), liefern Ötsch und Horaczek die praktische Analyse der populistischen Rhetorik. Hier wird Punkt für Punkt seziert, wie demagogische Strategien funktionieren. Das ist sehr erhellend und zudem unterhaltsam formuliert.

Ötsch und Horaczek haben sich intensiv mit den langjährigen Erfahrungen auseinandergesetzt, die Österreich mit dem Rechtspopulismus hat, angefangen mit dem „Superstar“ Jörg Haider, der mit seinen Skandalen und seiner Politik das Bundesland Kärnten gehörig ins Trudeln gebracht hat.

Im Vorwort schreiben die Autoren:

„Dieses Buch fusst auf den Erfahrungen der letzten zwei Jahrzehnte. Es zeigt auf, mit welchen Tricks die Demagogen unserer Zeit arbeiten und welches Welt- und Menschenbild dahintersteht. In diesem buch lernen Sie, selbst zum Superdemagogen zu werden und Spass daran zu haben, die demagogischen Codes zu entschlüsseln. Sie erfahren ausserdem Gegenstrategien, was jede und jeder Einzelne, was wir alle gemeinsam gegen rechte Entzeitpropheten tun können. Denn nur wer versteht, wie Volksverführung funktioniert, ist immun gegen das Gift, das die Verführer versprühen.“

Den Kernpunkt ihres Ansatzes formulieren Ötsch und Horaczek so:

„Rechtspopulismus ist alles andere als ein Geheimnis. Im Gegenteil: Rechtspopulismus beruht auf einem einzigen Grundgedanken, einem selbstgestrickten Bild der Gesellschaft. Dieses Bild ist die Basis des Rechtspopulismus.  So sieht das Bild aus: Hier sind WIR und dort sind die ANDEREN. Diese beiden Gruppen braucht der Rechtspopulismus. Sonst nichts.“

Diese Grundeinteilung stimmt zwar, doch braucht es schon mehr für einen ausgewachsenen Populismus. Jan-Werner Müller würde wohl sagen, dass die Anführer von WIR als Populisten behaupten, dass sie und nur sie das Volk vertreten.

Das Buch „Populismus für Anfänger“ nimmt aber die rhetorischen Strategien der Populisten sehr differenziert auseinander und lohnt sich für alle, die an der Erhaltung demokratischer Gesellschaftsmodelle interessiert sind.

Wobei aber – als Wort zu Schluss – dem Populismus nicht nur auf rhetorischer Ebene begegnet werden kann. Es braucht beispielsweise auch überzeugende politische Programme und Angebote der nicht-populistischen Parteien. Manchmal werfen nämlich Populisten durchaus relevante Fragen auf, auch wenn ihre Antworten und Lösungsvorschläge noch nie irgendwo funktioniert haben.

Ausserdem: Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterkursen und Kräuterwanderungen.