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Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt: Prof. Robert Fürst neu auf dem Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie

Prof. Robert Fürst, der am 1. November 2012 die Nachfolge von Prof. Theo Dingermann am Institut für Pharmazeutische Biologie in Frankfurt angetreten hat, erforscht die wirksamen Prinzipien in Naturstoff-Gemischen wie Weißdorn, Baldrian oder Melisse, die aus tausenden von Substanzen zusammengesetzt sind.

Und er sucht Zielstrukturen im Körper, an denen solche Naturstoffe wirksam werden. Vorgänger Theo Dingermann bleibt noch zwei Semester im Amt und wird dann Seniorprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt.

Einer von drei Forschungsschwerpunkten Fürsts sei die rationale Phytotherapie, also die Verwendung pflanzlicher Arzneimittel, die nach medizinischen Massstäben eingesetzt werden, schreibt die Universität in einer Pressemitteilung. Fürst untersuche diese Vielstoffgemische auf ihre molekularen Mechanismen und wirksamen Bestandteile hin. Das erläutert der neue Lehrstuhlinhaber am Beispiel des Weißdorns: Aus Studien wisse man, dass Weissdorn die Herzleistung bei milden Formen der Herzinsuffizienz verbessere. „Ich wollte wissen, wo der Wirkstoff, abgesehen vom Herzen, sonst noch angreift und hatte den Verdacht, dass er auch direkt auf die Endothelzellen wirkt, die die Gefäße auskleiden“, sagt Fürst. Häufig seien mit der Herzinsuffizienz auch entzündliche Prozesse der Gefäße verbunden. Dies trage dazu bei, dass sie undicht werden und Flüssigkeit an das Gewebe verlieren. Diese Ödembildung könne durch Weißdorn verhindert werden, da der Extrakt direkt in Regelkreise der Endothelzellen eingreifen könne, wie Fürst herausgefunden hat.

Robert Fürst war der Wunschkandidat der Universität Frankfurt und seine Berufung wurde nach Aussage des Vizepräsidenten Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz möglich dank der großzügigen Unterstützung der Karlsruher Firma Dr. Willmar Schwabe, einem Produzenten pflanzlicher Arzneimittel.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news507476

Kommentar & Ergänzung:

Der Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie an der Universität Frankfurt hat einen ausgezeichneten Ruf und Prof. Theo Dingermann ist bekannt als Autor bedeutender Phytotherapie-Fachbücher. Erfreulich zu hören also, dass die Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt weitergeht. Das zeigt einmal mehr, dass die Phytotherapie gut in den Wissenschaftsbetrieb integriert ist. Das stützt meine seit je her vertretene Ansicht, dass Phytotherapie ein (randständiger) Bereich der Medizin ist – und irreführender weise von manchen Politikerinnen und Politikern aus Lobbying-Gründen  zur Komplementärmedizin gestellt wird.

Siehe auch:

Komplementärmedizin  – ein fragwürdiger Begriff

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Skeptisch bin ich immer, wenn Lehrstühle an Universitäten von Pharmafirmen (teil)finanziert werden. Das ist eine verbreitete Praxis bei Pharmakonzernen wie Novartis, Roche, Merck, Schering etc.

Negativ-Schlagzeilen macht seit längerem ein Lehrstuhl an der Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder, der vom Homöopathika-Hersteller Heel finanziert wird.

Und in Frankfurt am Main beteiligt sich also die Firma Wilmar Schwabe aus Karlsruhe an der Finanzierung des Lehrstuhls für Pharmazeutische Biologie.

Immerhin kann hier gesagt werden, dass Wilmar Schwabe sich seit langem erkennbar um seriöse Forschung bemüht. Die Phytopharmaka der Firma gehören zu den am besten wissenschaftlich dokumentierten Präparaten der Phytotherapie – zum Beispiel:

Hyperiplant (Johanniskraut)

Cardiplant (Weissdorn)

Tebokan / Tebofortin (Ginkgo)

Prostagutt (Brennnesselwurzel / Sabalfrucht)

Wilmar Schwabe ist damit wohl die führende Phyto-Firma in Deutschland, wenn es um die Entwicklung von Heilpflanzen-Extrakten geht.

In der Schweiz kommt diese Stellung der Firma Zeller in Romanshorn zu, die eigene Extrakte entwickelt und wissenschaftlich dokumentiert.

Beispielsweise:

Rebalance / Remotiv (Johanniskraut)

Redormin / Zeller Schlafdragées (Baldrian / Hopfen)

Tesalin (Pestwurz)

Cimifemin (Traubensilberkerze / Cimicifuga)

Premens / Prefemin (Mönchspfeffer / Keuschlamm)

Für die Phytotherapie ist es enorm wichtig, dass es kompetente Arzneipflanzenforscher und Phytopharmaka-Hersteller gibt, die neue Extrakte entwickeln und wissenschaftlich dokumentieren. Sie arbeiten an der Grundlage, auf welcher sich die Phytotherapie weiter entwickeln kann.

Deshalb halte ich es für sinnvoll, wenn alle an einer fundierten Phytotherapie interessierten Personen die forschenden Phyto-Firmen auch bevorzugt unterstützen. Trittrettfahrer, die sich jeden Entwicklungs- und Forschungsaufwand sparen, haben wir genug.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Medikamente beim Prämenstruellen Syndrom (PMS)

Zur Behandlung der Beschwerden beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) gibt es verschiedene nichtmedikamentöse Massnahmen (z. B. körperliches Training, Stressmanagement, Muskelentspannung, diätetische Ansätze).

Darüber hinaus kommen oft auch Medikamente zum Einsatz.

Die Medical-Tribüne hat in einem Artikel zum Thema PMS die wichtigsten Medikamentengruppen vorgestellt.

– Diuretika: „… während der Lutealphase möglich. In plazebokontrollierten Untersuchungen linderte Spironolacton (100 mg/Tag) PMS-Beschwerden deutlich.“

– Psychopharmaka: „Metaanalysen plazebokontrollierter Studien zufolge ließen körperliche und psychische PMS-Symptome unter SSRI1, z.B. Fluoxetin, Paroxetin, Citalopram sowie Sertralin, und SNRI2 (Venlafaxin) nach. Anxiolytika wie Alprazolam und Buspiron wirken schwächer als SSRI.“

– Phytopharmaka: „Falls Patientinnen pflanzliche Medikamente bevorzugen: Ein Fruchtextrakt aus Vitex agnus castus (Keuschlamm) meisterte ebenfalls die Prüfung in plazebokontrollierten Studien.

-Hormonelle Therapie: „Bei der hormonellen Therapie kann man z.B. die Ovulation unterdrücken, das Spektrum reicht von oralen Kontrazeptiva über GnRH-Agonisten und Gonadotropin-Inhibitoren bis hin zur Ovar bzw. Hysterektomie, infrage kommen aber auch Ansätze, bei denen der Eisprung nicht unterdrückt wird (z.B. Progesteron).“

Die Medical-Tribune empfiehlt:

„Die Risiko- Nutzen-Abwägung sollte individuell mit entsprechenden Spezialisten erfolgen.“

Quelle der Zitate:

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=65229&dspaid=970920

Kommentar & Ergänzung:

Mönchspfeffer (Keuschlamm) gehört in der Phytotherapie zu den Heilpflanzen, die bezüglich Wirksamkeit auch wissenschaftlich gut belegt sind.

PMS ist aber ein sehr komplexes Geschehen und Mönchspfefferextrakte werden nicht in jedem Falle helfen. Sieht man sich aber die Risiken und Nebenwirkungen der anderen vorgestellten Arzneimittel an, so schneidet Mönchspfeffer in dieser Hinsicht ausgesprochen gut ab.

Ein Versuch mit Mönchspfeffer dürfte daher in vielen Fällen eine gute Option sein.

In der Schweiz sind verschiedene Heilpflanzen-Präparate mit Mönchspfefferextrakt im Handel:

Agnolyt Kapseln (Max Zeller, Romanshorn)

Emoton (Tentan, Itingen)

Oprane (Vifor, Villars-sur-Glâne)

Prefemin (Max Zeller, Romanshorn)

Premens (Zeller Medical, Romanshorn)

Ungeklärt ist die Wirksamkeit von Mönchspfeffertee und Mönchspfeffertinktur.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch