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Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie in der Gynäkologie

Hier finden Sie die wichtigsten Stichworte, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung zum Thema „Phytotherapie in der Gynäkologie“ vermittle.

Wir befassen uns vor allem mit Heilpflanzen-Anwendungen in folgenden Bereichen:

☛ Menstruationsbeschwerden

Hier geht es um Zyklusstörungen wie zum Beispiel verstärkte Blutungen, um die Linderung von Menstruationskrämpfen und von Beschwerden beim Prämentstruellen Syndrom (PMS).

☛ Klimakterium 
(Wechseljahre)

Bei den Wechseljahrsbeschwerden ist es wichtig, dass Beschwerden im Frühklimakterium anders mit Heilpflanzen behandelt werden müssen als Beschwerden in der späteren Phase (zum Beispiel Wallungen).

In der Phytotherapie-Ausbildung ist zudem die Behandlung vaginaler Infektionen ein Schwerpunkt (vaginale Pilze / Gardnerella-Bakterien / Herpes) und zudem wird das Thema Phytoöstrogene vertieft erläutert. In ganzen Bereich der Gynäkologie liefert die Phytotherapie-Ausbildung über die direkte und isolierte Anwendung von Heilpflanzen hinaus medizinische und psychologische Zusammenhänge zum Kontext der Beschwerden,  soweit sie für deren Verständnis wichtig sind. Insbesondere wenn Hebammen in der Phytotherapie-Ausbildung sind, können wir gerne auch (kritisch) Heilpflanzen-Anwendungen in Geburtshilfe und Wochenbett anschauen. In diesem Bereich gibt es mehr fragwürdige als fundierte Empfehlungen und es ist wichtig, sich diese Unterschiede klarzumachen (das gilt aber für alle Bereiche der Heilpflanzen-Anwendungen).

Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema „Phytotherapie in der Gynäkologie“ befassen:

Cimicifugae rhizoma – Traubensilberkerzen-Wurzelstock

Oenotherae biennis oleum – Nachtkerzenöl

Agni casti fructus – Mönchspfefferfrucht

Anserinae herba – Gänsefingerkraut

Alchemillae herba – Frauenmantelkraut

Bursae pastoris herba – Hirtentäschelkraut

Salviae folium – Salbeiblatt

Millefolii flos / -herba – Schafgarbenblüte / -kraut

Weitere gynäkologisch eingesetzte Heilpflanzen werden in anderen Organsystemen behandelt.

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung und Repetition.

Melden Sie sich jetzt für das Heilpflanzen-Seminar oder die Phytotherapie-Ausbildung an, wenn Sie fundiertes, verständliches Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten.

 

 

 

 

Pflanzenheilkunde-Infotreff in Winterthur

Am Pflanzenheilkunde-Infotreff hören Sie Minilektionen zu aktuellen Themen aus der Phytotherapie. Vor allen aber können Sie – die Anwesenden – die Themen bestimmen. Fragen Sie mich zu bestimmten Heilpflanzen, Naturheilmitteln, Krankheiten oder Methoden, die Sie interessieren. Ich werde so gut ich kann mit der Erfahrung aus über dreissig Jahren intensiver Auseinandersetzung mit Naturheilkunde und Phytotherapie antworten. Wir kommen über Ihre Themen ins Gespräch.

Leitung:  Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Zeit:  90 Minuten, von 19.00 Uhr bis 20.30

Türöffnung: 18.30 Uhr

Kosten: 20.- (bitte bar mitnehmen)

Anmeldung: nicht nötig Ort: Kulturzentrum Alte Kaserne, Technikumstrasse 8, 8400 Winterthur (Am Rand der Altstadt, 15 gemütliche Fussminuten vom Bahnhof) Im Eingangsbereich der „Alten Kaserne“ ist der Kursraum angeschrieben.

Programm:

Mittwoch, 26. November 2014:

Naturheilmittel kommentiert und erläutert

Es gibt Naturheilmittel in unüberschaubarer Anzahl und mit sehr grossen Qualitätsunterschieden und Hintergründen. Viele TherapeutInnen und Mitarbeitende in Apotheken und Drogerien erwerben ihr Wissen darüber vor allem in Schulungen der Hersteller, wodurch fraglich wird, ob immer wirklich das Fundierteste verschrieben, empfohlen und verkauft wird. An diesem Abend können Sie Naturheilmittel mitbringen, die Sie gekauft haben, oder Fragen stellen zu Naturheilmitteln, die Sie zu kaufen beabsichtigen. Ich werde die Produkte gerne kommentieren & erläutern und auf ihre Fragen eingehen. Sie bekommen so eine Zweitmeinung von absolut unabhängiger Seite, da ich keinerlei Produkte verkaufe und mit keinem Hersteller verbandelt bin. Wie immer an den Pflanzenheilkunde-Infotreffs, sind an diesem Abend auch alle anderen Fragen rund um die Pflanzenheilkunde willkommen.

 

Montag, 2. Februar 2015: Naturheilkundlich-phytotherapeutische Beratung & Lehre

Sie – die Anwesenden – bestimmen die Themen dieses Abends. Fragen Sie mich alles, was Sie schon lange wissen wollten über Naturheilkunde & Phytotherapie. Und ich werde so gut ich kann dazu Antworten geben: Bestimmte Wirkstoffe, Heilpflanzen, Naturheilmittel, Methoden, Krankheiten…..Ich freue mich auf Ihre Fragen oder Ihren „Lehrauftrag“. Daraus einsteht ein lebendiges Lehrgespräch über Naturheilkunde & Phytotherapie.

Vergangene Themen:

Montag, 29. September 2014:

Heilpflanzen-Anwendungen bei Blasenentzündung

– Heilpflanzen-Anwendungen zur Vorbeugung und Behandlung von Blasenentzündung / Möglichkeiten und Grenzen der Phytotherapie. – Bärentraubenblätter, Kapuzinerekresse, Meerrettich, Cranberry – Wie anwenden? Wann anwenden? – Und im zweiten Teil Fragen aus dem Publikum zur Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Donnerstag, 23. Oktober 2014:

Pflanzliche Arzneiformen – Wissenswertes über Kräutertees, Pflanzentinkturen, Pflanzenextrakte und Frischpflanzensäfte

– In der Phytotherapie ist nicht nur wichtig, welche Heilpflanze bei welcher Krankheit am wirksamsten ist. Entscheidend ist auch die Arzneiform. An diesem Abend erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Arzneiformen haben und wie sie hergestellt werden. – Und im zweiten Teil Fragen aus dem Publikum zur Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Donnerstag, 8. Mai 2014: Wirkstoffkunde – Gerbstoffe und ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten

– Gerbstoffe sind entscheidend für die Wirkung bedeutender Heilpflanzen (Heidelbeeren, Schwarztee, Blutwurz, Eichenrinde…). Wie genau wirken Gerbstoffe und für welche Krankheiten und Beschwerden können sie eingesetzt werden? – Und im zweiten Teil Fragen zur Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Donnerstag, 20. März 2014: Pflanzliche Schlafmittel

–  Wie genau wirken Baldrian, Melisse, Lavendel, Passionsblume, Orangenblüten…und in welcher Form werden sie am besten gegen Schlafstörungen eingesetzt? Was sind die wichtigsten Punkte der nichtmedikamentösen Behandlung von Schlafstörungen? – Und im zweiten Teil Fragen aus der Runde zur Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Montag, 17. Februar 2014: „Frauenkräuter“

– Die wichtigsten Heilpflanzen in der Gynäkologie und ihre genauen Anwendungsbereiche: Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Frauenmantel…/ PMS, Wechseljahrsbeschwerden, Menstruationskrämpfe – Und im zweiten Teil  Fragen aus der Runde zur als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Montag, 27. Januar 2014: Verdauungstrakt: Blähungen, Verstopfung, Durchfall

– Welches sind die wirksamsten Heilpflanzen bei Blähungen, Verstopfung und Durchfall? In welcher Form werden sie am besten eingesetzt (Tee, Tinktur, Extrakt)? – Und im zweiten Teil Fragen aus der Runde zu allen Bereichen der Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Montag, 25. November 2013: Johanniskraut & Depression

– Wann Johanniskraut? Wann nicht? In welcher Form? Nebenwirkungen? Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten? Ergänzendes zum Thema Depression und Umgang mit depressiven Menschen. Geschichtliches zum Johanniskraut…. – Und im zweiten Teil Fragen aus der Runde zu allen Bereichen der Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Deutschland: Phytopharmaka-Absatz in Apotheken leicht rückläufig

Der Verkauf von Arzneimitteln mit pflanzlichen Wirkstoffen (Phytopharmaka) in Apotheken ist in Deutschland im vergangen Jahr leicht gesunken. Nach Angaben des Informationsdienstleisters IMS Health reduzierte sich die Menge der abgegebenen Packungen um 1,5 Prozent von 102,8 Millionen in 2011 auf 101,3 Millionen in 2012. Der Phytopharmaka-Umsatz sank um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr von rund 1.248 Milliarden Euro auf rund 1.237 Milliarden Euro.

Am meisten Umsatz brachten der IMS-Analyse zufolge Phytopharmaka zur Linderung von Erkältungssymptomen, durchblutungsfördernde Mittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Magen-Darm-Medikamente, sowie Arzneien zur Stärkung des Immunsystems und topische (=ausserliche) Antirheumatika. Ein leichtes Wachstum gab es laut IMS beim Umsatz von Hypnotika und Sedativa mit einem Plus von 9 Prozent. Auch Digestiva inklusive Enzyme verbesserten sich um 8 Prozent.

Während Phytopharmaka in der Offizinapotheke rückläufig sind, legte laut IMS der Umsatz und Absatz im Versandhandel um 4 Prozent beziehungsweise um 6 Prozent zu. Arzneimitteln mit pflanzlichen Wirkstoffen sind in der Regel rezeptfrei und werden nur in Ausnahmenfällen wie beispielsweise bei leichten oder mittelschweren Depressionen oder bei Morbus Crohn von den Kassen erstattet. Die Marktentwicklung sei demnach nicht nennenswert durch die Erstattungsfähigkeit von Präparaten beeinflusst worden, schlussfolgert IMS Health.

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=47382&Nachricht_Title=Nachrichten_Apothekenmarkt%3A+Weniger+Phytopharmaka&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Wie sich der Markt bei den Phytophamaka in der Schweiz entwickelt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Phytopharmaka sind Naturheilmittel, die bei den Behörden als Medikamente registriert sind.

Phytopharmaka haben mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen, die für Aussenstehende nur schwer durchschaubar sind Es scheint mir nützlich für Konsumentinnen und Konsumenten, wenn sie dazu einige Informationen bekommen:

– Während traditionelle Kräuterpräparate wie Kamillentee oder eine Brusttee-Mischung keine Wirksamkeitsbelege vorweisen müssen, wird von neuentwickelten Phytopharmaka wie zum Beispiel  einem Mönchspfefferextrakt gegen PMS-Beschwerden oder einem Pestwurz-Extrakt gegen Heuschnupfen in der Regel ein Wirksamkeitsnachweis verlangt – und zwar im vergleichbaren Sinn wie von synthetischen Medikamenten. Solche Studien kosten.

– Viele Pflanzenpräparate kommen allerdings nicht als Phytopharmaka auf den Markt (also als Arzneimittel), sondern als Nahrungsergänzungsmittel. Für Nahrungsergänzungsmittel wird kein Wirksamkeitsnachweis verlangt. Das spart Forschungsaufwand und damit Kosten.  Das gesparte Geld lässt sich gut ins Marketing investieren.

Im Klartext: Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist in der Regel völlig unklar, ob sie wirksam sind, auch wenn sie in Apotheken verkauft werden und wie ein Arzneimittel daher kommen. Von Gesetzes wegen dürfen Nahrungsergänzungsmittel zwar nicht mit Indikationen beworben werden. Man darf also beispielsweise nicht im Packungsprospekt oder in einem Inserat  schreiben: „Litozin Hagebuttenpulver lindert Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose“.  Das ist aber kein Problem.  Man muss die Propaganda einfach getrennt vom Produkt machen. Man druckt eine Broschüre zum Thema „Hagebuttenpulver bei Arthrose“, gestaltet  sie grafisch gleich wie das Produkt und legt sie auf dem Apothekentisch gleich neben die Packungen. Oder man kauft redaktionellen Platz in einer Gesundheitszeitschrift für einen Artikel über die wunderbaren Wirkungen von Hagebuttenpulver und setzt gleich nebenan ein Inserat, in dem der Produktname steht…..

– Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin sind gesetzlich bevorzugt, weil sie keinerlei Wirksamkeit nachweisen müssen. Firmen wie Similasan, Omida oder Weleda könne den Markt mit einer grossen Palette von Produkten fluten, weil sie dafür kaum Aufwand für Forschung und Entwicklung betreiben müssen. Die Entwicklung von Phytopharmaka und die damit verbundene Forschung zur Dokumentation ihrer Wirksamkeit ist dagegen sehr viel kostspieliger.

Fazit:

– Wer daran interessiert ist, dass die Wirksamkeit von Naturheilmitteln erforscht und dokumentiert wird, sollte Phytopharmaka kaufen, deren Hersteller diese aufwendige Investition in die Forschung tatsächlich auch machen, beziehungsweise machen müssen.

– Die enormen qualitativen Unterschiede bei den Naturheilmitteln werden gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten in der Regel verschwiegen. Dass sie eine wohl begründete, informierte Entscheidung treffen können, wird damit praktisch verunmöglicht. Wer mehr Durchblick in diesem unübersichtlichen Gelände haben möchte, bekommt die dazu nötigen Informationen und Hinweise im Heilpflanzen-Seminar über 6 Wochenenden, in der Phytotherapie-Ausbildung oder am Tagesseminar „Naturheilkunde & Komplementärmedizin – wie erkennt man seriöse und unseriöse Angebote?“

Die Daten für die Ausbildungen und Kurse finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Phytotherapie in der Gynäkologie

„Die Phytotherapie entspricht in hohem Maße der Geisteshaltung unserer Zeit, die man mit »zurück zur Natur« beschreiben könnte und die durch die Suche nach sanften, ursprünglichen Methoden gekennzeichnet ist. Gerade in der gynäkologischen Praxis hat die Nachfrage der Patientinnen nach natürlichen, geprüften Präparaten bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden in den  letzten Jahren stark zugenommen. Und tatsächlich gibt es eine Reihe von Pflanzen, die sich in typischen weiblichen Problemfeldern zu Recht einen  guten Namen erworben haben.“

UNIV.-PROF. DDR. JOHANNES HUBER in „Die Apotheke“ Nr. 7 / 2012

Kommentar & Ergänzung:

Schönes Statement für Heilpflanzen-Anwendungen in der Gynäkologie.

Allerdings würde ich bezweifeln, ob die „Geisteshaltung unserer Zeit“ wirklich mit „zurück zur Natur“ beschrieben werden kann. Ich beobachte eher einen Trend hin zu idealisierten Vorstellungen von Natur.

Ich bin mir auch nicht so sicher, ob die „ursprünglichen Methoden“ wirklich so sanft waren – wenn ich an Aderlass und rabiate Abführkuren denke, die in der Humoralpathologie als früherer Medizin üblich gewesen sind…

Siehe: Aderlass & Hildegard-Medizin

Ich stimme aber natürlich Prof. Johannes Huber darin zu, dass die Phytotherapie in der Gynäkologie den Frauen interessante Alternativen anbieten kann.

Heilpflanzen wie Traubensilberkerze (bei Hitzewallungen in den Wechseljahren) und Mönchspfeffer (bei Prämenstruellem Syndrom, PMS) sind seit Jahren einer der Schwerpunkte in der Phytotherapie-Forschung.

Daneben gibt es in der traditionellen Pflanzenheilkunde „Frauenpflanzen“ wie Frauenmantel, Hirtentäschel, Gänsefingerkraut, Schafgarbe und andere, deren Wirksamkeit bei „Frauenkrankheiten“ aber nicht wissenschaftlich belegt ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Heilkräuter & Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Die „Kronen-Zeitung“ befasste sich mit dem Prämenstruellen Syndrom (PMS).

Informativ an dem Beitrag ist, dass die verschiedenen Typen des Prämenstruellen Syndroms vorgestellt werden:

„Vier verschiedene Arten des PMS

PMS- Typ D (von engl. Depression): Die Hauptsymptome sind depressive Verstimmungen, Vergesslichkeit, Schlaflosigkeit und Verwirrtheit.

PMS- Typ A (von engl. anxiety = Angst): Die Hauptsymptome sind ebenfalls depressive Verstimmungen, aber auch Stimmungsschwankungen.

PMS- Typ C (von engl. craving = Gelüste): Hier sind die Hauptsymptome Heißhungerattacken, Kopfschmerzen, Schwindel.

PMS- Typ H (von engl. hyperhydration = Wasserüberschuss): Bei diesem Typ leiden Frauen vor allem unter Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Spannungsschmerzen in der Brust.“

Diese Differenzierung ist wenig bekannt und oft sinnvoll.

Ziemlich wirr sind dagegen die Empfehlungen der Kronen-Zeitung zur Anwendung von Heilpflanzen bei PMS-Beschwerden:

„Aber nicht nur mit den Nahrungsmitteln, sondern auch mit Heilkräutern kannst du Beschwerden vor deiner Periode in den Griff bekommen. Mönchspfeffer bzw. Keuchlammfrüchte beispielsweise lindern Spannungsgefühle in den Brüsten, der Wurzelstock der Traubensilberkerze gilt als eine der wirksamsten Heilwurzeln bei zahlreichen Frauenleiden. Krampflösend sind die Wirkstoffe der chinesischen Engelswurz, die daher auch als „Ginseng für Frauen“ bezeichnet wird, aber auch die Angelikawurzel wirkt schmerzlindernd, leicht antidepressiv und entkrampfend. Aber auch heimische Heilpflanzen wie Johanniskraut, Frauenmantel und Scharfgarbe kommen beim PMS zum Einsatz.“

Quelle der Zitate:

http://www.krone.at/Gesund-Fit/So_kannst_du_PMS_auf_natuerlichem_Wege_behandeln-Beschwerden_lindern-Story-337281

Kommentar & Ergänzung:

Lustig sind die Empfehlungen von „Keuchlamm“ und „Scharfgarbe“. Das macht den Eindruck, als ob da jemand flüchtig abgeschrieben, die Pflanzennamen „Keuschlamm“ und „Schafgarbe“  aber das erste Mal gelesen hat.

Was empfiehlt die Kronen-Zeitung da genau an Heilkräutern?

Mir scheint: Ein Sammelsurium mit der Botschaft, dass es nicht so drauf ankommt, was man nun genau einnimmt.

Nur beim Mönchspfeffer gibt es eine Studienlage, die eine Wirksamkeit bei PMS nahelegt, vor allem bei PMS mit Brustspannen (genauer: zyklusabhängige Mastalgie). Belege für eine Wirksamkeit gibt es nur für Mönchspfeffer-Extrakt.

Bei der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) liegt der gut dokumentierte Anwendungsbereich bei Wallungen in den Wechseljahren, nicht aber beim PMS. Die Angabe „eine der wirksamsten Heilwurzeln bei zahlreichen Frauenleiden“ ist sinnlos. Was heisst schon „zahlreiche Frauenleiden“. Das sagt nichts aus und stimmt so auch nicht.

Die chinesische Engelwurz (Angelica sinensis, Dong quai, Danggui) ist weltweit wohl das am häufigsten eingesetzte Mittel gegen Menstruationsbeschwerden jeder Art – vor allem als Analgetikum bei Menstruationsbeschwerden, bei Menorrhagie, Amenorrhoe und rheumatischen Beschwerden.

PMS ist damit nicht wirklich abgedeckt, aber das erstaunt nicht, weil PMS ein westlicher Krankheitsbegriff ist.

Die Bezeichnung „Ginseng für Frauen“ ist verkaufsfördernd, aber fachlich fragwürdig. Das weite Anwendungsfeld von Dong quai gleicht eher unserem Frauenmantel, der ebenfalls umfassend bei „Frauenleiden“ eingesetzt wird.

Bei beiden Pflanzen kontrastieren diese umfassenden Anwendungsbereiche mit dem Fehlen von aussagekräftigen wissenschaftlichen Daten.

Dong quai enthält Furanocumarine, die vor allem in Verbindung mit der Benutzung von Solarien zu einer Photodermatitis führen können. Mit Wechselwirkungen  ist bei der gleichzeitigen Einnahme von oralen Antikoagulanzien (Typ Warfarin) zu rechnen. Gewarnt wird vor der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit.

Johanniskraut ist eine Behandlungsoption bei PMS Typ D.

Bei Schafgarbe kann man von den Inhaltsstoffen und von Erfahrungsberichten auf eine leicht krampflösende Wirkung bei Menstruationskrämpfen (Dysmenorrhoe) schliessen. Dazu wird Schafgarbentee empfohlen. Bei Schmerzen im Beckenbereich in der prämenstruellen Zyklusphase gibt es auch in der Phytotherapie-Fachliteratur den Hinweis auf warme Sitzbäder mit Badezusätzen aus Kamille und Schafgarben. Hier dürfte vor allem die Wärmeanwendung wirksam sein. Dass Kamille und Schafgarbe hier spezifische Wirkungen entfalten, ist sehr fraglich.

Frauenmantel – das wurde schon erwähnt, gilt in der traditionellen Pflanzenheilkunde als umfassendes Mittel bei „Frauenleiden“, wodurch ihr Profil aber auch verschwommen wird. Gegen einen Versuch mit Frauenmanteltee beim Prämenstruellen Syndrom spricht nichts, doch gibt es für diesen Anwendungsbereich keinerlei fundiert Angaben.

Der Bereich „Heilkräuter bei PMS“ ist also ziemlich komplexer als es die Kronen-Zeitung darstellt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Mönchspfeffer bei Prämenstruellem Syndrom (PMS)

Die Österreichische Apotheker-Zeitung (ÖAZ Nr. 12 / 2012) veröffentlichte einen fundierten Beitrag von Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber zum Thema „Phytotherapie-Optionen in der Gynäkologie“. Einleitend schreibt der Autor:

„Die Phytotherapie entspricht in hohem Maße der Geisteshaltung unserer Zeit, die man mit »zurück zur Natur« beschreiben könnte und die durch die Suche nach sanften, ursprünglichen Methoden gekennzeichnet ist. Gerade in der gynäkologischen Praxis hat die Nachfrage der Patientinnen nach natürlichen, geprüften Präparaten bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden in den letzten Jahren stark zugenommen. Und tatsächlich gibt es eine Reihe von Pflanzen, die sich in typischen weiblichen Problemfeldern zu Recht einen guten Namen erworben haben.“

Dem kann man meines Erachtens nur beipflichten. Es gibt einige Heilpflanzen-Extrakte in der Gynäkologie, deren Wirksamkeit inzwischen gut erforscht und belegt ist. Andererseits gibt es auch eine ganze Reihe von traditionellen Frauenpflanzen, die noch sehr ungeklärt im Raum stehen, so zum Beispiel der Frauenmantel. Seine grosse Bedeutung in der traditionellen Pflanzenheilkunde lässt sich wohl nur kulturhistorisch erfassen (Freya-Pflanze, Muttergottes-Pflanze, silbrige Wassertropfen als Anregung für Gedankengänge in der Alchemie).

Gut dokumentiert sind dagegen Mönchspfeffer-Extrakte beim Prämenstruellen Syndrom.

Dazu ein Zitat aus dem Beitrag von Prof. Johannes Huber:

Prämenstruelles Syndrom

Mönchspfeffer (Vitex agnus castus)

Der Mönchspfeffer ist eine Pflanze des mediterranen Raumes. Seit dem Mittelalter ist seine positive Wirkung auf Regelbeschwerden bekannt. Zahlreiche klinische Studien mit Extrakten aus Mönchspfefferfrüchten bestätigen die Anwendungsgebiete prämenstruelles Syndrom (PMS), Mastodynie und Regeltempoanomalien. Zugrunde liegt der Wirkung des Mönchspfeffers eine Hemmung der Prolaktinausschüttung aus dem Hypophysenvorderlappen. Eine hohe  Prolaktinfreisetzung aus den laktotropen Zellen der Hypophyse ist an einer Vielzahl gynäkologischer Krankheitsbilder wie Zyklus-Rhythmusstörungen ursächlich beteiligt.

Prolaktin unterliegt der hypothalamischen Kontrolle durch den Prolaktin-Inhibitor-Faktor (PIF), der mit Dopamin ident ist.  In verschiedenen Versuchsmodellen wurde nachgewiesen, dass sich mehrere Inhaltsstoffe des Extraktes aus Mönchspfefferfrüchten (Agni casti fructus) wie Dopaminagonisten verhalten und selektiv über Dopamin (D2)-Rezeptoren die Prolaktinfreisetzumg hemmen.“

Quelle: http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2012/OAZ-2012-12.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Im Anwendungsbereich PMS ist Mönchspfeffer-Extrakt in der Phytotherapie gut etabliert. Darüber hinaus gibt es aber noch einen Anwendungsbereich im Frühklimakterium, der zwar studienmässig nicht erforscht, aber aufgrund der Wirkungsmechanismen plausibel ist:

Mönchspfeffer wirkt Progesteron-ähnlich. Da in den Wechseljahren zuerst der Progesteronspiegel und dann erst der Östrogenspiegel sinkt, entsteht bei Frauen im Frühklimakterium oft ein relativer Östrogenüberschuss. Daher ist bei Beschwerden im Frühklimakterium – vor dem Auftreten von Hitzewallungen – manchmal der Mönchspfeffer-Extrakt eine sinnvolle Option. Zu diesem Anwendungsbereich existieren zwar keine Studien, aber Erfahrungen aus gynäkologischen Praxen und eine Plausibilität aufgrund der hormonellen Situation.

Zu Mönchspfeffer ( = Keuschlamm) siehe auch:

Mönchspfeffer bei Restless-legs-Syndrom

Zyklusstörungen –  häufig genügt Mönchspfeffer

Mönchspfeffer bei Prämenstruellem  Syndrom (PMS)

Mönchspfeffer bei Kinderwunsch

Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch

Phytotherapie: Prämenstruelles Syndrom – Mönchspfeffer oft wirksam

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Omega-3-Fettsäuren aus Krill-Öl

Unter dem Begriff Krill werden zahlreiche kleine Krebstiere zusammengefasst, welche hauptsächlich in den kalten Gewässern der Antarktis leben. Das in Nahrungsergänzungsmitteln vermarktete Neptune Krill-Öl® (NKO®) wird durch ein patentiertes Extraktionsverfahren der Firma Neptune (Quebec, Kanada) aus der Krill-Art Euphausia superba gewonnen.

Der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ist etwas tiefer als im Fischöl. Der überwiegende Teil dieser Omega-3-Fettsäuren liegt allerdings in Form von Phospholipiden vor, was die Bioverfügbarkeit zu verbessern scheint. Krill-Öl unterscheidet sich vom Fischöl auch im Gehalt an Astaxanthin, einem Carotinoid-Antioxidans mit vermutlich entzündungshemmenden Eigenschaften.

Laut Pharmavista-Newsletter wurden für folgende Anwendungsbereiche Studien mit NKO® durchgeführt:

„_Prämenstruelles Syndrom und Dysmenorrhoe: 70 Frauen im gebärfähigen Alter konsumierten entweder 2g NKO® oder Fischöl (mit 18% EPA und 12% DHA) während des ersten Monats der Studie, danach während des zweiten und dritten Monats täglich 2g für 8 Tage vor der Menstruation und 2 Tage während der Menstruation. Die Resultate weisen auf eine bessere Wirksamkeit des Krill-Öls hin.

_Chronische Entzündung: In einer klinischen Studie wurden 90 Probanden mit kardiovaskulären Erkrankungen, rheumatoider Arthritis und Arthrose sowie Anzeichen einer chronischen Entzündung (erhöhte Konzentrationen des C-reaktiven Proteins (CRP)) 300 mg NKO®/Tag oder 300 mg Placebo verabreicht. Nach 30 Tagen war die Konzentration des CRP in der Krill-Öl Gruppe um ca 30% gesunken, in der Placebo Gruppe hingegen gestiegen.

_Hypercholesterinämie: In einer 3monatigen Studie konnte eine Abnahme des Cholesterinspiegels nach Einnahme von 1 bis 3g Krill-Öl/Tag gezeigt werden.“

Zu möglichen Nebenwirkungen des Krillöls schreibt der Pharmavista-Newsletter:

„Als mögliche Nebenwirkungen können Erbrechen und Durchfall auftreten. Vorsicht ist geboten bei antikoagulierten Patienten, da Omega-3-Fettsäuren die Blutungszeit verlängern können. Krill-Öl sollte nicht von Personen mit Allergien gegen Meeresfrüchte eingenommen werden.“

Der Pharmavista-Newsletter zieht den Schluss, dass diese ersten Studien zwar vielversprechende Resultate zeigen, dass diese aber noch durch weitere Studien bestätigt werden müssen.

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4575&NMID=4575&LANGID=2

Kommentar & Ergänzung:

Krillöl wird in der Schweiz in Form von Kapseln gehandelt (z.B. Novakrill®, Alpinamed® Krill Oil). Diese Produkte sind als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und nicht als registrierte Arzneimittel. Deshalb dürfen auf den Packungen keine Heilwirkungen und Indiktionen aufgeführt werden.

Krillöl ist wesentlich teurer als Fischöl und daher stellt sich die Frage, ob es auch entsprechend wirksamer ist.

Ein kritischer Punkt ist die Frage nach der Unabhängigkeit der oben erwähnten Studien.

Auf enutrio.de wurde 2007 ein interessanter Beitrag zum Thema Krillöl publiziert, der diesen Punkt unter die Lupe nimmt. Bei der erwähnten Studie zum Prämenstruellen Syndrom (PMS) beispielsweise fungiert als Studienleiterin Dr. Tina Sampalis. Sie ist Vizepräsidentin für Forschung und Entwicklung der Neptune Technologies, einer Firma, die Krillöl-Produkte produziert. Das bedeutet noch nicht, dass die Ergebnisse einer solchen Studie wertlos sind, aber es rechtfertigt einen besonders kritischen Blick. Siehe auch: http://www.enutrio.de/krill-oel/

Einen zusammenfassenden Kommentar zur Studienlage gibt esowatch:

„Es gibt derzeit nur sehr wenige Studien zur Wirksamkeit von Krillöl gegen entzündliche Vorgänge. Zu diesen Studien kann zusammenfassen ausgesagt werden:

Krillöl wird besser resorbiert als Fischöl, allerdings nur bei Patienten mit Fettresorptionsstörungen. Bei der Behandlung des Prämenstruellen Syndroms (PMS) scheint Krillöl gute Wirkung zu zeigen, es kann ebenso effektiv die Blutfette bei vorbelasteten Patienten positiv beeinflussen und schneidet diesbezüglich im Vergleich zu Fischölkapseln besser ab. Krillöl ist im Vergleich zu Fischöl zwar ein wirkungsvolleres Antioxidans, als Anti Aging-Mittel schneiden aber Trockenpflaumen, Rosinen und eine Vielzahl weiterer, sehr preiswerter Lebensmittel sehr viel besser ab.

Die Wirkung von Krillöl als Entzündungshemmer mit dem möglichen Einsatzgebiet Arthritis ist wissenschaftlich nicht belegt. Allerdings haben Krillöl (und Fischöl) aufgrund ihres Omega-3 Gehalts bestimmt Einfluss auf Entzündungsvorgänge. Eine vergleichende und unabhängige Studie existiert allerdings bis jetzt nicht.

Die bisherigen Studienergebnisse zeigen, dass eine Supplementation von Krillöl hauptsächlich bei Personen mit Fettresorptionsstörungen zu empfehlen ist, auch bei Patienten mit gestörten Blutfetten oder Frauen mit PMS ist es einen Versuch wert. All diese Personen sind jedoch bereits krank. Für den krankheitspräventiven Einsatz bei gesunden Menschen, etwa gegen Krebs oder Alterserscheinungen, ist die Supplementation von Krillöl wenig sinnvoll, vor allem in Anbetracht des Preis-Leistungsverhältnisses. 100 Kapseln á 500 mg Neptune Krillöl kosten derzeit ca. 90€ zzgl. Versandkosten.“

Quelle: Esowatch

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl lindern Beschwerden bei Rheumatoider Arthritis

Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl enthalten als wichtigsten Inhaltsstoff Gamma-Linolensäure. Vor allem Nachtkerzenöl ist gut dokumentiert in seiner Wirksamkeit bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis) und kann dort zur Linderung von Juckreiz beitragen. Nachtkerzenöl wird oft auch empfohlen beim Prämenstruellen Syndrom (PMS), doch sind die Studien zur Wirksamkeit hier widersprüchlich. Weniger bekannt ist die Anwendung von Pflanzenölen mit Gamma-Linolensäure bei Rheuma-Beschwerden.

Professor Dr. Oliver Werz, Friedrich-Schiller-Universität Jena, hat vor kurzem in einem sehr informativen Artikel Möglichkeiten der Phytotherapie im Bereich der rheumatischen Erkrankungen vorgestellt und ging dabei auch auf Pflanzenöle mit Gamma-Linolensäure ein:

„Die dreifach ungesättigte γ-Linolen­säure (all-cis-6,9,12-Octadecatriensäure;…) wird im Körper aus Linolsäure (all-cis-6,9-Octadecadiensäure) synthetisiert. Besonders reich an γ-Linolensäure sind Borretschsamenöl (21 Prozent), schwarzes Johannisbeerenöl (14 bis 19 Prozent) und Nachtkerzenöl (9 Prozent).“

In der Schweiz wir vor allem Nachtkerzenöl eingesetzt z. B. als Burgerstein Nachtkerzenölkapseln oder Epogam Kapseln. Epogam ist kassenzulässig aus der Grundversicherung, wenn ein ärztliches Rezept vorliegt. Bemerkenswert ist aber, dass Borretschsamenöl viel mehr Gamma-Linolensäure enthält als Nachtkerzenöl. Borretschsamenöl wird in der Schweiz als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform vertrieben.

Zur Wirkung von Gamma-Linolensäure:

„Bislang werden Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl vor allem zur peroralen Therapie der Neurodermitis angewandt. γ-Linolensäure wirkt antioxidativ, hemmt NFκB, agiert kompetitiv zu proinflammatorischen Eicosanoiden und wirkt der Autoaktivierung von IL-1β entgegen.“

Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl werden bei Neurodermitis auch äusserlich in Pflegeprodukten angewendet (z. B. Lipocremol, Lipoderm Omega von Spirig).

Studien bei Rheumatoider Arthritis

„Sieben relativ heterogene klinische Studien mit insgesamt 286 Probanden belegen die moderate Wirksamkeit von Nachtkerzenöl, Borretschsamenöl und Schwarzem Johannisbeerenöl bei Schmerzen und körperlicher Behinderung durch Rheumatoide Arthritis im Vergleich zu Olivenöl, Sonnenblumenöl, Paraffin oder Sojabohnenöl.“

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?type=0&id=40814

Kommentar & Ergänzung:

Bei akuten Gelenkentzündungen reicht die Wirksamkeit von Borretschöl / Nachtkerzenöl nicht aus. Bei stark entzündeten Gelenken braucht es in der Regel auch starke Entzündungshemmer, z. B. NSAR wie Mefenacid (Ponstan) oder Diclofenac (Voltaren).

Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl eigenen sich dagegen wegen ihrer guten Verträglichkeit gut zur Langzeitanwendung, welche für eine optimale Wirksamkeit auch nötig ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Koffein verstärkt Wirkung von Schmerzmitteln

Schmerzmittel mit Koffein-Zusatz waren lange Zeit umstritten. Wissenschaftler der Cochrane Collaboration haben sich nun aufgrund einer Metastudie für solche Kombiarzneien ausgesprochen.

Durch den Zusatz von 100 mg Koffein zu einem Analgetikum in Standarddosierung erhöht sich der Anteil an Patienten, deren akute Schmerzen deutlich nachlassen, um 5 bis 10 Prozent.

Cochrane-Forscher um Dr. Christopher J. Derry von der Uniklinik Oxford haben alle verfügbaren Daten zum Nutzen eines solchen Koffein-Zusatzes zusammengesucht und ausgewertet.

Sie werteten 19 randomisierte Doppelblindstudien mit 7238 Patienten aus, in denen eine Einzeldosis eines Analgetikums ( = Schmerzmittel) und eine Einzeldosis desselben Analgetikums plus Koffein bei akuten Schmerzen direkt verglichen wurden.

In der Mehrzahl der Studien wurde Paracetamol oder Ibuprofen verwendet, in zwei Studien ASS (= Acetylsalicylsäure, Aspirin), in einer ASS plus Paracetamol.

Koffein wurde mehrheitlich in Dosierungen von 100 bis 200 mg zugesetzt.

Anlass für die Therapie waren Kopfschmerzen, postoperative Zahnschmerzen, Schmerzen nach Entbindung, Dysmenorrhoe (Regelschmerzen, Periodenschmerzen, Menstruationskrämpfe) oder Halsschmerzen.

Mit Ausnahme von drei Vergleichspaaren waren die koffeinhaltigen Schmerzmittel den Monopräparaten numerisch überlegen.

Keine schmerzvermindernde Wirkung durch Koffein-Zusatz bei Menstruationsbeschwerden

Die Resultate aller Studien zeigten einen kleinen, jedoch signifikanten Vorteil für die Kombipräparate: Die Chance, dass mindestens die Hälfte der maximal möglichen Schmerzlinderung erreicht wurde, erhöhte sich um 10 Prozent.

Etwa 15 Patienten müssen ein Schmerzmittel plus Koffein bekommen, damit die Schmerzen bei einem Patienten mehr deutlich gemildert werden als mit dem Schmerzmittel allein.

Die schmerzvermindernde Wirkung des Koffeins war sowohl bei Kopfschmerzen wie auch nach Zahn-Operationen und Entbindungen festzustellen, jedoch nicht bei Menstruationsbeschwerden.

Die nötige Mindestmenge an Koffein lag bei 100 mg – ungefähr die Menge, die mit einer Tasse Kaffee zugeführt wird. Schwere unerwünschte Wirkungen in Zusammenhang mit der Behandlung wurden nicht registriert.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/article/809895/koffein-verstaerkt-schmerzmittel.html?sh=6&h=2139941732

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD009281.pub2/abstract;jsessionid=428E1290193A3DF3391D56CA2632CAF4.d01t02

Kommentar & Ergänzung:

Am Koffein-Zusatz in Analgetika wird kritisiert, dass die belebende Wirkung des Koffeins dazu führen könne, dass das Mittel länger als nötig eingenommen wird.

Pharmawiki schreibt dazu: „Die Kombination von Schmerzmitteln mit Coffein oder Beruhigungsmitteln kann die Wirksamkeit erhöhen. Diese Präparate sollen aber zurückhaltend eingesetzt werden, da sie eine Abhängigkeit vom Schmerzmittel und einen Schmerzmittel-Kopfschmerz begünstigen können.“

Der Nutzen des Koffein-Zusatzes in diesen Studien war ja offenbar nicht sehr gross, aber messbar.

Vielleicht liesse sich ja, wenn man ein Analgetika ohne Koffein-Zusatz einnimmt, mit einer Tasse Kaffee ausprobieren, ob man zu denjenigen Personen gehört, die vom Koffein-Zusatz profitieren.

Interessant ist, dass Patientinnen mit Dysmenorrhoe vom Koffein-Zusatz nicht profitierten. Beim Prämenstruellen Syndrom (PMS), was natürlich nicht das selbe ist wie Dysmenorrhoe, wird im allgemeinen empfohlen, auf Koffein zu verzichten, weil es die PMS-Symptome verstärken soll.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wilde Yamswurzel bei Wechseljahrbeschwerden

Im Pharmawiki  wurde gerade ein neuer Artikel veröffentlicht über die Wilde Yamswurzel.  Darin wird die Wirksamkeit von Yamssalbe und Yams-Kapseln zur Linderung von Wechseljahrbeschwerden in Frage gestellt:

„Das getrocknete Rhizom der wilden Yamswurzel Dioscorea villosa wird in Form von Kapseln und als Salbe zur Behandlung von Wechseljahrbeschwerden eingesetzt. Die Wirksamkeit ist umstritten, da die Inhaltsstoffe der Pflanze im Körper nicht – wie häufig falsch angenommen und kommuniziert wird – zu weiblichen Sexualhormonen umgewandelt werden.“

(Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Wilde%20Yamswurzel)

Die Wilde Yamswurzel enthält in großen Mengen Diosgenin, das dem Gelbkörperhormon ähnlich ist und in verschiedenen Publikationen auch als „natürliches“ Progesteron bezeichnet wird. Doch obwohl Diosgenin natürlichen Ursprungs ist, unterscheidet es sich stark vom Gelbkörperhormon, welches im Körper der Frau hergestellt wird.

Für die Medikamentenherstellung wird Progesteron in mehreren chemischen Syntheseschritten aus dem natürlichen Ausgangsstoff Diosgenin gewonnen.

Die Verwendung von Yamsssalbe oder Yamskapseln basiert auf der Annahme, dass der menschliche Organismus Diosgenin aufnimmt und dann je  nach Bedarf zu Progesteron oder Östrogen umbaut. Allerdings ist kein menschliches Enzym bekannt, das diesen Umbau bewirken könnte.

Die entsprechenden Yams-Produkte sind als Nahrungsergänzungsmittel oder als Kosmetika zugelassen und nicht als Arzneimittel registriert. Daher müssen die Hersteller für diese Präparate auch keine Wirksamkeit dokumentieren.

Nochmals Pharmawiki:

„Die Anwendung bei Wechseljahrbeschwerden beruht auf einem Missverständnis. Die Yamswurzel wurde zur chemisch-synthetischen Gewinnung von weiblichen Sexualhormonen und anderer Steroidhormone verwendet (z.B. Progesteron aus Diosgenin). Bei der Einnahme oder der lokalen Anwendung findet diese Umwandlung im Körper jedoch nicht statt (!).“

Zur Yamswurzel siehe auch:

Yamswurzel-gel bei PMS und Wechseljahrbeschwerden

Dass das Einreiben einer Yamscreme gut tun kann, steht ausser Frage. Eine hormonelle Wirkung sollte man sich davon aber eher nicht erhoffen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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