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Studie untersucht Bärentraubenblätter als Alternative zu Antibiotika bei Blasenentzündung

Die Universität Göttingen untersucht ab August in einer klinischen Studie, ob Bärentraubenblätter bei Blasenentzündungen eine Alternative zu Antibiotika sein können. Sie kooperiert dazu mit der Universität Bremen und der Medizinischen Hochschule Hannover. Vorerst müssen etwa 430 Frauen für die Teilnahme rekrutiert werden. Mit Resultaten wird in zwei Jahren gerechnet.

Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,5 Millionen Euro unterstützt.

Medizinisch werden Blasenentzündungen bisher mit Antibiotika behandelt. Je häufiger Antibiotika jedoch eingesetzt werden, desto grösser wird das Risiko von Resistenzen. Die Bakterien können sich verändern und soweit unempfindich gegen Antibiotika ewerden, dass diese ihre Wirksamkeit verlieren. Bei leichten Blasenentzündungen können Patientinnen zwar auch ein Schmerzmittel nehmen. Die Universität ist aber der Ansicht, dass Bärentraubenblätter eine natürliche Alternative sein könnten und will dem nun mit dieser Studie auf den Grund gehen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=70743

Kommentar & Ergänzung:

Ich warte jetzt schon gespannt auf die Ergebnisse dieser Studie. Interessant zu wissen wäre noch, in welcher Form Bärentraube untersucht wird. Bärentraubenblättertee? Wohl kaum. Bärentraubenblättertee ist geschmacklich ziemlich auffällig – um es neutral zu sagen. Da wäre es kaum möglich, ein Placebo für die Kontrollgruppe zu kreieren, das vom Bärentraubenblättertee nicht unterscheidbar ist. Es wird wohl ein Bärentraubenblätterextrakt zu Anwendung kommen, der in ein Dragees verarbeitet werden kann und sich auf einen konstanten Arbutingehalt einstellen lässt. Nach Angaben der Phytotherapie-Fachliteratur sollte die Tagesdosis an Arbutin für die Behandlung einer akuten Blasenentzündung bei 400 – 840 mg liegen.

Mit 430 geplanten Probandinnen scheint es sich um eine Phase II-Studie zu handeln. Das ist erfreulich, denn oft werden Heilpflanzen-Präparate nur mit ein paar Dutzend Probanden auf dem Level von Pilotstudien untersucht, die keine Wirksamkeit belegen können. Die Meldung zeigt aber auch, dass solche Phase II-Studien aufwändig und teuer sind. Der Betrag von 1,5 Millionen Euro, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung beisteuert, belegt das eindrücklich. Für Phytopharmaka ist es normalerweise nicht so einfach, Fördermittel in dieser Grössenordnung zu bekommen und die Möglichkeiten der Hersteller übersteigen diese Beträge oft.

Ich kann mir vorstellen, dass die sich weltweit zuspitzende Problematik der Antibiotika-Resistenzen hier geholfen hat, dass entsprechende Fördermittel bewilligt wurden.

Die Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) wächst in höheren Lagen auf der gesamten nördlichen Hemisphäre. In Europa kommt sie von der Iberischen Halbinsel über ganz Mitteleuropa bis Skandinavien vor. In östlicher Richtung ist sie Sibirien, zum Altai und Himalaja verbreitet.

In der Schweiz ist die Bärentraube in relativ grossen Beständen im Wallis und im Oberengadin anzutreffen. Wir finden sie auf unseren Kräuterwanderungen aber oft auch in den Nordalpen, zum Beispiel in Lenk, Mürren, Trin / Flims, Kandersteg und Feldis. Sie werden in diesen Regionen manchmal übersehen, weil sie quasi im Meer der Preiselbeer-Sträucher untergehen, die bei oberflächlichem hinschauen ein ähnliches Bild geben.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Heilpflanzen-Anwendungen in der Spitex-Pflege

Die Spitex Oberengadin integriert seit einigen Jahren professionelle Heilpflanzen-Anwendungen in die Spitex-Pflege. In der Spitexzeitung Oberengadin heisst es zu den Vorteilen dieser phytotherapeutischen Pflegemassnahmen:

„Phytotherapeutische Pflegemassnahmen haben viele Vorteile, sowohl für den Hausgebrauch als auch in der professionellen Pflege. Dabei ist wohl dem anheimelnden Gefühl des Altbekannten beim Anlegen eines Wickels und der damit verbundenen Zuwendung auch ein Teil der guten Wirksamkeit zuzuschreiben. Bei vielen Klienten und Klientinnen wecken Pflanzenanwendungen Erinnerungen an frühere Zeiten, Auch ihre Verfügbarkeit zu Hause (z. B. Schwarztee, Kamille…) und manchmal die geringen Kosten zählen zu den Vorteilen dieser alternativen Behandlung. Ein Malventee gegen eine entzündete Mundschleimhaut, ein Schmerz lindernder Arnikawickel auf ein arthrotisches Knie oder ein Lavendelfussbad als Einschlafhilfe sind wirksam und trotzdem angenehm und einfach zu handhaben.“

Quelle:

Spitexzeitung Oberengadin,  September 2008.

http://www.heilpflanzen-seminare.ch/docs_db/102504_phytotherapie-spitexpflege.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Professionelle Heilpflanzen-Anwendungen aus der Phytotherapie sind eine Bereicherung für die Spitex und werden geschätzt. Die Spitex schlägt damit eine seriöse Brücke zwischen Naturheilkunde und Medizin.

Siehe auch:

Was ist Phytotherapie?

Phytotherapie in der Pflege

Phytotherapie-Ausbildunge für Pflegende

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Woraus besteht Ivaschaps / Ivalikör / Ivabitter?

Ivaschnaps ist eine Spezialität, die hauptsächlich in Graubünden (vor allem im Engadin) hergestellt wird. Auch in Teilen des Kantons Tessins ist der “liquore d’iva“ eine regionale Spezialität. Konsumiert wird der Iva-Likör ebenfalls vorwiegend in diesen Regionen.

Charakteristisch ist bei der Herstellung die Verwendung von Moschus-Schafgarbe (Achillea erba-rotta).

Foto auf Wikipedia.

Die Moschus-Schafgarbe bevorzugt steinige, saure Böden zwischen 1500 und 3400 m ü.M. Sie enthält Bitterstoffe wie Ivain, Moschatin, Achillein, Harzsäure und das stark aromatische, pfefferminzähnliche Ivaöl.

Auf unserer Alpenpflanzenexkursion letzte Woche im Oberengadin trafen wir unzählige Moschus-Schafgarben am Berninapass.

Eindrücklich ist der stark aromatische Geruch dieser Pflanze.

In der Volksheilkunde der Bergregionen wird die Moschus-Schafgarbe bei Appetitlosigkeit, Erkrankungen von Magen, Darm und Leber, bei Nervenschwäche und äußerlich als Wundmittel verwendet. „Iva“, der romanische Volksname der Moschus-Schafgarbe, soll sich laut Wikipedia vom lat. abigere = abtreiben her ableiten und auf eine Verwendung als Abortivum (Abtreibungsmittel) hinweisen. Diese Ableitung ist aber meines Wissens nicht wirklich geklärt.

In der Schweiz wird daraus seit über 100 Jahren ein Alpen-Kräuterlikör, der sogenannte Ivabitter, Iva-Schnaps oder Ivalikör hergestellt.

Er besteht aus Wasser, Ivablüten, Alkohol bzw. Schnaps und Zucker.

Die Ivablüten werden im Alkohol ausgezogen ( z. B. Industriealkohol, Kernobstschaps) und es wird Zucker zugesetzt. Der Ivabitter ist deshalb genau genommen ein Likör und kein Schnaps.

In Graubünden wird der Iva-Schnaps häufig als Digestif nach eher schwer verdaubaren Menus wie Capuns, Raclette oder Fondue getrunken.

Der Ivalikör hat als Kräuterbitter dann eine ähnliche Verwendung wie Cynar, Fernet Branca, Jägermeister, Underberg, Chartreuse, Appenzeller Alpenbitter.

Hilfreich können in solchen Produkten übrigens nur die Kräuter sein. Alkohol allein wirkt nämlich nicht verdauungsfördernd.

Siehe:

Verdauungsschnaps unwirksam

Ein Kräutertee mit bitter-aromatischen Pflanzen wie Schafgarbe müsste also eigentlich mindestens so gut wirken. Obwohl natürlich zuzugeben ist, dass der Ivaschnaps vermutlich ein anderes Erlebnis bietet.

Am besten gegen Völlegefühl nach einer üppigen Mahlzeit wirkt aber wohl ein Verdauungsspaziergang.

Festzuhalten wäre abschliessend noch, dass Ivaschaps natürlich nicht zu den Phytopharmaka zählt….

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Alpenblumen-Exkursion Flimserstein am 3. – 5. August 2012

Wenn es heiss ist im Flachland, dann ist eine Exkursion auf dem Flimserstein eine angenehme Alternative. Der Wochenendkurs vom 3. – 5. August 2012 ist in meinem Kursprogramm 2012 die zweitletzte Gelegenheit für eine Entdeckenungsreise in die Alpenflora. Für Kurzentschlossene:

Auf dem Cassons-Grat ( 2678 m ü.M.) oberhalb von Flims (Graubünden) wächst eine überaus faszinierende Felsflora. Es ist immer wieder eindrücklich zu sehen, wie inmitten von Steinhalden in dieser Höhe intensiv farbige Alpenblumen blühen.

Vorgesehen ist eine Bergwanderung über den Flimserstein nach Bargis, wobei uns die verschiedenen Höhenstufen eine grosse Vielfalt an Alpenpflanzen bieten.

Und selbstverständlich werden wir die Heilpflanzen und Alpenkräuter besonders beachten.

Für den Sonntag ist eine Wanderung von Trin zum Crestasee vorgesehen. Zu dieser Jahreszeit fliegen dort viele Schmetterlinge (z. B. Kaisermantel, Schwalbenschwanz, Schachbrettfalter). Am wunderschönen Crestasee wird Zeit sein für ein kurzes, erfrischendes Bad und/ oder einen Kaffeehalt im Restaurant.

Hier gibt es Informationen zu diesem Naturseminar.

Die letzte Gelegenheit aus dem Kursprogramm 2012 für einen Streifzug in die Alpenwelt und in kühlere Gefilde: Naturerlebnis Oberengadin, 13. – 17. August 2012 (mit kleinen Einführungen in Aspekte der Naturphilosophie / Naturethik / Naturästhetik).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ameisen vertreiben mit Lavendelöl, Kerbel, Farnkraut, Backpulver..

Im Sommer kriechen Ameisen durch alle Ritzen und bauen ihre Straßen manchmal auch in Wohnungen und Häusern. Zur Abwehr braucht es nicht unbedingt giftige Chemikalien.

Ohne chemische Ameisengifte könne eine Ameisenstraße durch stark riechende Kräuter wie Farnkraut, Wacholderblätter, Tausendgüldenkraut, Kerbel, Zitronensaft, Lavendelöl oder Lavendelblüten unterbrochen werden, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg. Der Geruch verwirre den Orientierungssinn der Ameisen. Schlupflöcher ins Haus wie Ritzen sollten mit Silikon verschlossen werden. Klebende Barrieren, die im Handel erhältlich sind, blockieren zudem den Zugang durch Fenster und Türen.

Für die Ameisen tödlich seien Backpulver und Hirschhornsalz. Vermischt mit Zucker werden sie von den Ameisen gefressen, blähen deren Magen auf und töten so die Tiere.

Auch Kieselgur, ein fein gemahlenes, fossiles Pulver aus Kieselalgen, wirkt laut Verbraucherzentrale für die Ameisen tödlich. Es verletzt den Chitinpanzer der Insekten und trocknet sie innert kurzer Zeit aus. Der Einsatz von Kieselgur habe jedoch nur Sinn, wenn das Pulver gezielt in den Schlupfwinkeln oder an den Wanderwegen der Ameisen platziert werde. Kieselgur sollte nicht eingeatmet und von Kindern und Haustieren ferngehalten werden.

Quelle:

http://www.focus.de/immobilien/wohnen/wohnen-kerbel-farnkraut-und-backpulver-vertreiben-ameisen_aid_779075.html

Kommentar & Ergänzung:

Grundsätzlich müsste man ja vor allem festhalten, dass Ameisen Respekt und Schutz verdienen. Aber wenn sie in die Wohnung eindringen?

Interessant sind in diesem Zusammenhang Diskussionen innerhalb der Naturethik:

Soll die Natur (z. B. Ameisen) geschützt werden, weil sie in irgendwelchen Bereichen nützlich sind für die Menschen (anthropozentrische Position) oder weil sie einen Wert an sich haben, unabhängig von menschlichen Kriterien (physiozentrische Position).

Eine kleine Einführung in die Naturethik gibt’s übrigens im Kurs „Naturerlebnis Oberengadin“ vom 13. – 17. August 2012.

Zu den Tipps der Verbraucherzentrale Hamburg gegen Ameisen noch eine Anmerkung:

Ameisen sind tatsächlich sehr duftgesteuerte Tiere. Daher ist es gut möglich, dass sie sich durch starke Düfte quasi vom Weg abbringen lassen. Tausendgüldenkraut duftet allerdings kaum, es enthält vor allem Bitterstoffe. Bitter ist aber kein Geruch, sondern ein Geschmack. Mir ist nicht bekannt, dass Ameisen Geschmacksrezeptoren für bitter haben…….

Und Wacholder hat keine Blätter, sondern Nadeln.

Immer wieder höre ich ausserdem, dass Zimtpulver auf Ameisenstrassen gestreut, die Insekten ebenfalls vertreibt.

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Internationale Walfangkommission (IWC) warnt vor Schadstoffbelastung in Walfleisch

Nicht nur ethische Argumente sprechen gegen den Konsum von Walfleisch – die vom Aussterben bedrohten Säuger sind auch häufig mit Schadstoffen belastet.

Die Internationale Walfangkommission (IWC) warnt vor dem Konsum von Walfleisch. Es sei mit Schadstoffen belastet und stelle daher ein Risiko für die Gesundheit der Menschen dar, heißt es in einer von Deutschland eingebrachten Resolution der 64. IWC-Jahrestagung in Panama-Stadt, die dort einstimmig verabschiedet wurde. Wichtig sei, dass die Konsumenten in den Walfangländern über die Risiken aufgeklärt werden, erklärte der Deutsche IWC-Kommissar Walter Dübner vom Bundesministerium für Verbraucherschutz. Das gelte vor allem für Schwangere, Kinder und ältere Menschen.

Wal- und Tierschutzorganisationen wie Pro Wildlife begrüßten die Resolution. Sie helfe, die Nachfrage nach Wal- und Delfinfleisch zu senken – und davon profitierten Mensch und Tier, sagte Sandra Altherr, Biologin bei Pro Wildlife. Schon vor zwei Jahren hatte die Organisation zusammen mit der Schweizer OceanCare den Bericht Toxic Menu publiziert, in dem die teilweise gravierenden Belastungen im Fleisch der Wale nachgewiesen werden.

Nach Meinung Altherrs sollte sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) des Problems annehmen, da Tierschutz und Artenschutzargumente die Walfangländer bislang nicht von ihrer Jagd abgehalten haben. Aber den Warnungen der Mediziner können sich die Regierungen in den Walfangländern nicht länger verschließen, erklärt die Biologin.

Quelle:

http://www.fr-online.de/natur/waljagd-walfleisch-ist-ungesund,5028038,16563082.html

Kommentar & Ergänzung:

Dann müsste man das vor allem allen Japanerinnen und Japanern sagen. In Japan gilt Walfleisch als Delikatesse und hat eine lange Tradition. Offenbar kann nur eine sinkende Nachfrage den Walfang stoppen. Das würde dann auch die faulen Ausreden diverser japanischer Regierungen überflüssig machen, die behaupten, dass Japan den Walfang zum Zweck wissenschaftlicher Forschung betreibe.

P.S. Die verschiedenen Positionen der Naturethik – also: Weshalb soll der Mensch die Natur schützen – sind auch Thema im Kurs „Naturerlebnis Oberengadin“ vom 13. – 17. August 2012 in Bever.

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Botanica – Woche der Botanischen Gärten der Schweiz – 16. – 24. Juni 2012

23 Botanische Gärten aus allen Regionen der Schweiz laden vom 16. bis 24. Juni 2012 zum sechsten Mal ein zur Botanica – der Woche der Botanischen Gärten.

Sie umfasst mehr als hundert Veranstaltungen der verschiedensten Art: Workshops, Begegnungen mit Gärtnern und Botanikern, Führungen, Brunchs, Konzerte, Pflanzenmärkte, nächtliche Führungen, Kurse, Vorträge.

Die Botanica 2012 steht unter dem Motto «Zurück zur Natur». Dieses Thema verstehen die Veranstalter als Hommage an Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) anlässlich seines 300. Geburtstags:

„Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau und die botanischen Gärten der Schweiz haben eines gemeinsam: eine grosse Liebe zur Botanik. Mit BOTANICA möchten die Gärten diese Liebe zur Natur mit dem Publikum teilen und Ihnen zeigen, dass ein «zurück zur Natur» ganz einfach ist. Besuchen Sie uns also – vielleicht barfuss, mit einem Lächeln!“

Quelle und weitere Infos: http://www.botanica-week.org/page.php?p=accueil

Die Veranstaltungen finden in fast allen Regionen der Schweiz statt. Auf untenstehender Liste können Sie nachschauen, ob auch ein Botanischer Garten in Ihrer Nähe mitmacht.

Deutschschweiz:

Basel

Bern

Brüglingen

Davos

Freiburg

Grüningen

Schynige Platte

St. Gallen

Wädenswil

Zürich

Westschweiz:

Aubonne

Bourg-Saint-Pierre

Champex-Lac

Freiburg

Genf

Lausanne

Leysin

Meyrin

Neuenburg

Pont de Nant

Porrentruy

Prangins

Tessin:

Isole di Brissago

Kommentar & Ergänzung:

Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) war tatsächlich ein grosser Pflanzenfreund. Je schwieriger seine Beziehungen zu Menschen wurden, desto intensiver widmete er sich seinen botanischen Studien. Den ihm oft zugeschriebenen Ausspruch „Zurück zur Natur“ findet man so allerdings nicht in seinen Schriften.

„Natur“ ist bei Rousseau jedoch klar ein positiver Bezugspunkt:

„Lernen wir, zwischen uns und ihr zu verweilen und uns von der Müssigkeit und von der Langeweile zu heilen. Verschaffen wir uns leichte, unschuldige und liebenswerte Vergnügungen, die uns davon abhalten, verderbliche, verbrecherische und unsinnige zu suchen. Das Studium der Pflanzen reinigt mir die Seele. Das ist mir genug, ich will gar keine andere Arznei.“

(Zitat aus: Fragmente zur Botanik)

Schön gesagt, Monsieur Rousseau.

Im Einklang mit Jean-Jacques Rousseau kann ich daher nur raten:

Wenn Sie sich von verderblichen, verbrecherischen und unsinnigen Vergnügungen abhalten wollen, dann kommen Sie doch einfach mit auf meine Pflanzenexkursionen……Und als Zugabe reinigt das Pflanzenstudium auch noch die Seele. Was will man mehr.

Ich würde natürlich niemals wagen, meine Pflanzenexkursionen mit so grossen Versprechungen anzupreisen. Aber wenn Meister Rousseau das sagt, dann bitte:

Die Daten und Orte finden Sie hier.

Im Ernst: Ein guter Naturkontakt kann durchaus eine Quelle für Lebensqualität sein und eine Ressource für unsere physische und psychische Gesundheit.

Zu Rousseau wäre allerdings noch anzumerken, dass er, wenn er von „Natur“ spricht, meistens die menschliche Natur meint, den Naturzustand des Menschen.

Darum ist es irreführend, wenn der ihm untergeschobene Ausspruch „Zurück zur Natur“ nur im Sinne einer Rückkehr zu Ökologie, Umweltschutz und Naturschutz verwendet wird.

Und ein Programm zur Rückkehr zum Naturzustand des Menschen wäre eine ziemlich schwierige Angelegenheit, weil nur schon geklärt werden müsste, was mit der Natur des Menschen genau gemeint ist.

Wenn auf der „Botanica“-Website erwähnt wird, dass ein „Zurück zur Natur“ ganz einfach sei, dann mag das vielleicht stimmen, wenn damit der Besuch in einem Botanischen Garten gemeint ist. Das ist natürlich ganz einfach und empfehlenswert.

Nimmt man die Forderung „Zurück zur Natur“ aber umfassender ernst in dem Sinne, wie Rousseau es gemeint haben könnte, dann tut sich ein ganzer Katalog von Fragen auf.

Naturphilosophische Fragen sind im Übrigen auch ein Element im Kurs „Naturerlebnis Oberengadin“ vom 13. – 17. August 2012.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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Phytotherapie bei Harnwegsinfekten

Unter dem Titel „Heilpflanzenanwendungen: einfach und wirksam“ berichten Annina Buchli und Beatrice Trüb in der Zeitschrift „Krankenpflege“ (3 /  2011) über die Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in die Pflege:

„Jede verhinderte Blasenentzündung erspart Leiden, Pflegezeit und Kosten. In der Spitex und im Alters- und Pflegeheim im Oberengadin erweitert Fachwissen über Heilpflanzenanwendungen den Handlungsspielraum der Pflegenden.“

Im Artikel geht es beispielsweise um Intimtoilette mit Lavendelöl, um Schwarztee-Kompressen, Bärentraubenblättertee und Preiselbeersaft.

Den vollständigen Text finden Sie hier:

http://www.phytotherapie-seminare.ch/docs_db/171140_Krankenpflege%203-2011.pdf

Empfehlenswert!

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[Buchtipp] Kräuter, Kröpfe, Höhenkuren. Die Alpen in der Medizin – Die Medizin in den Alpen. Texte aus zehn Jahrhunderten — von Margrit Wyder

Verlagsbeschreibung

Ein originelles, reich illustrierte Lesebuch

für alle, die an Geschichte und Kultur der

Schweizer Alpen interessiert sind, und für die Liebhaber der Medizin Zum Shop

Kommentar:

Kräuter, Kröpfe Höhenkuren – Die Alpen in der Medizin – Die Medizin in den Alpen

Dieses ansprechende Buch beschreibt die Entwicklung der Alpen zur Therapielandschaft, wie sie ab dem 18. Jahrhundert stattfand.

Das erste Kapitel schildert die Aufwertung der Alpen durch die Berichte von Gelehrten wie Konrad Gessner, Johann Jacob Scheuchzer und Albrecht von Haller. Weil diese Gelehrten alle zugleich praktizierende Ärzte waren, richteten sie ihre Aufmerksamkeit auch auf die gesundheitsfördernden Aspekte der Bergwelt.

Die Entdeckung der Alpenwelt zu Beginn des 18. Jahrhunderts förderte gleichzeitig die Erforschung und Nutzung der einheimischen Pflanzenwelt als Arzneimittel. Die vorher beliebten exotischen Produkte gerieten dagegen in den Hintergrund. Heilpflanzen aus dem Alpenraum wurden in ganz Europa populär. Auch Alpentiere wurden zunehmend als Arznei verarbeitet, allen voran Bären, Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere. In der „Bergapotheke“ fanden auch mineralische Produkte Verwendung, allem voran der Bergkristall. Er wurde meist pulverisiert und als Mittel gegen Ruhr und Magenschmerzen eingenommen.

Das zweite Kapitel beschreibt eindrücklich den Aufstieg der Bergquellen und Badekuren am Beispiel von St. Moritz, Pfäfers, Leukerbad und Disentis.

Die höchstgelegene Heilquelle der Schweiz in St. Moritz (1770 Meter ü. M.) wurde von Paracelsus in seinem 1537 erschienenen Werk von den „Steinkrankheiten“ zur Trinkkur empfohlen. Die Kranken mussten auf dem Höhepunkt der Kur damals bis zu 10 Liter Quellwasser pro Tag trinken.

Das dritte Kapitel schildert die Verwendung von Milch und Milchprodukten in der Therapie. Die Alpenmilch galt immer mehr als besonders gesund – eine Ansicht, die in der Gegenwart ihre wissenschaftliche Bestätigung gefunden hat. Molkekuren und Kuhstallduft galten als heilsam.

Das vierte Kapitel handelt von den gesunden Reizen von Höhenluft und Höhensonne. Im 19. Jahrhundert galt die Alpenluft als besonders heilsam. Die Blütezeit der Luftkuren kam erst nach den Bade- und Molkekuren. Noch während langer Zeit galt „ozonreiche Luft“ dabei als Wettbewerbsvorteil. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Sonnentherapie im Hochgebirge auf. Eingeführt wurde sie von Oscar Bernhard. Als Chefarzt am Kreisspital Samedan im Oberengadin beobachtete er, wie die einheimischen Bauern Fleisch an Luft und Sonne trockneten und so vor Fäulnis bewahren konnten. Dies führte ihn zur Idee, die schlecht heilende Wunde eines Patienten der Sonnenbestrahlung auszusetzen.

Das fünfte Kapitel beschreibt die medizinische Diskussion um die „Schweizer Krankheit“. So wurde das Heimweh genannt, das unter der wissenschaftlichen Bezeichnung „Nostalgia“ im Jahre 1688 Eingang in die medizinische Diskussion fand. Es soll Schweizer befallen, die weit ab von ihrer Heimat leben müssen. Die medizinischen Autoritäten des 18. Jahrhunderts entwickelten jeweils eigene Erklärungen für dieses Phänomen. Johann Jacob Scheuchzer zum Beispiel sah den Grund für das Heimweh in der dicken Luft im Unterland, die den Bergbewohnern die Adern zusammen presse und das Herz beschwere.

Das sechste Kapitel dreht sich um die alpinen Therapien in der Literatur. Die medizinische Bedeutung der Schweizer Berge schlägt sich auch in der Literatur nieder. Das wird im Buch „Kräuter, Kröpfe, Höhenkuren“ an drei Beispielen aufgezeigt: Johanna Spyris „Heidi“ (1880/81), „Der Zauberberg“ von Thomas Mann (1924) und „Die Künstliche Mutter“ von Hermann Burger (1982).

Das siebente Kapitel schildert die gesundheitlichen Probleme der Alpenbewohner (z.B. Unfälle, Kropfbildung, schwierige Geburten, Infektionskrankheiten wie Pest und Pocken).

Das achte Kapitel beschreibt die Geschichte der Hilfe am Berg, der Rettung für Reisende und Alpinisten.

Alle diese spannenden Themen stellt das Buch mit Originaltexten aus der damaligen Zeit und mit alten Fotos, Zeichnungen und Plakaten vor. Wer sich für die Alpen und ihre Nutzung als Quelle der Gesundheit interessiert, wird dieses anregende Werk mit viel Gewinn lesen. Mich selber hat das Kapitel über Heilpflanzen aus der Bergapotheke sehr angesprochen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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