Beiträge

Myrtillin aus Heidelbeeren gegen Entzündungen und Freie Radikale

Die „Süddeutsche“ veröffentlichte direkt aus dem dpa-Newskanal eine Meldung über Heidelbeeren:

„Das Myrtillin in den Heidelbeeren ist ein natürlicher Farbstoff und verleiht ihnen die dunkelblaue Farbe. Zudem neutralisiert er im Körper Freie Radikale.

Außerdem wirkt der Farbstoff entzündungshemmend und macht die Blutgefäße elastischer. So beugt er Herz- und Kreislaufkrankheiten vor.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/news/leben/ernaehrung-heidelbeeren-neutralisieren-freie-radikale-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-150610-99-02161

Kommentar & Ergänzung:

Myrtillin gehört zur Stoffklasse der Anthocyane. Das sind Pflanzenfarbstoffe, welche für die rote, violette, blaue oder blauschwarze Färbung vieler Blüten und Früchte verantwortlich sind. Sie zeigen experimentell (im Reagenzglas) antioxidative Eigenschaften, die diejenigen von Vitamin C und Vitamin E um ein Vielfaches übersteigen können. Soweit decken sich die Angaben aus der Fachliteratur mit den Aussagen in der dpa-Meldung.

Allerdings gibt es Einschränkungen, die in der dpa-Meldung nicht erwähnt werden.

Die beeindruckenden Laborergebnisse lassen sich nicht 1 : 1 auf den menschlichen Organismus übertragen. Anthocyane werden nur zum geringen Teil in den Körper aufgenommen und dort rasch umgebaut und ausgeschieden. Die sogenannte Bioverfügbarkeit ist also gering.

Am plausibelsten scheint mir daher eine Wirksamkeit gegen Entzündungen im Verdauungstrakt, zum Beispiel bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Allerdings fehlen dazu überzeugende Belege aus Patientenstudien.

Heidelbeeren-Anthocyane im Verdauungstrakt 

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Ob Myrtillin eine vorbeugende Wirkung gegen Herz- und Kreislaufkrankheiten hat, ist gänzlich ungeklärt.

Dass Heidelbeeren – so wie auch andere Anthocyan-Quellen – wertvolle Bestandteile einer abwechslungsreichen Ernährung sind, liegt aber auf der Hand.

Anthocyane aus Heidelbeeren sind zudem als Wirkstoff im rezeptpflichtigen Präparat Myrtaven® enthalten, das zur Anwendung kommt bei Schädigung der Blutgefässe infolge von Diabetes oder Bluthochdruck, bei Venenstauungen, Hämorrhoiden und Krampfaderleiden, sowie in der Augenheilkunde bei Netzhauterkrankungen.

In der Phytotherapie werden getrocknete Heidelbeeren vor allem gegen Durchfall angewendet, aber auch zur Linderung von Mundschleimhautentzündungen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heilpflanzen bei Makula-Degeneration?

Gibt es Heilpflanzen-Anwendungen zur unterstützenden Therapie bei Makula-Degeneration (AMD)?

Professor Karin Kraft (Lehrstuhl für Naturheilkunde, Universität Rostock) hat im Phyto-Forum der „Aerztezeitung“ zu dieser Frage Stellung genommen und dabei Ginkgo-Extrakt und Safran erwähnt. Nachfolgend zwei Zitate mit nachfolgendem Kommentar:

„Die vielfältigen günstigen pharmakologischen Wirkungen von Ginkgo biloba dürften auch für die in eine Cochrane-Analyse zur Phytotherapie bei AMD eingeschlossenen randomisierten Studien ausschlaggebend gewesen sein. Es sind insgesamt 119 Personen über jeweils 6 Monate untersucht worden.

In der einen Studie wurden 20 Patienten mit 2×80 mg Ginkgo biloba-Extrakt (EGb 761) oder Placebo behandelt, in der anderen Studie, in die nur Patienten mit trockener AMD eingeschlossen wurden, wurden Tagesdosierungen von 240mg und 60 mg Extrakt (EGb 761) verglichen. Beide Studien ergaben Hinweise auf eine Verbesserung der Sehschärfe bei Einnahme von Ginkgo biloba-Extrakt.“

Kommentar:

Das ist eine schmale Basis – aber Ginkgo-biloba-Extrakt wirkt antioxidativ und dürfte die arterielle Durchblutung günstig beeinflussen. Ein positiver Effekt ist daher zwar nicht eindeutig belegt, aber auch nicht abwegig.

Zitat:

„In einer interventionellen offenen Pilotstudie nahmen 29 Patienten (55-85 Jahre) mit einem frühen Stadium der AMD ein Präparat mit einer Tagesdosis von 20 mg Safran ein. Nach drei Monaten wurden eine Verbesserung der retinalen Sensitivität auf der Basis der Elektroretinographie um im Mittel 0.3 log-Einheiten und einer um zwei Snellen-Linien verbesserten Sehschärfe beobachtet.

Diese Verbesserungen waren auch in der anschließenden Langzeitstudie über 14 (±2) Monate stabil. Für die beobachtete Wirkung sollen zwei in Safran enthaltene antioxidativ wirksame Inhaltsstoffe, Crocin und Crocetin, verantwortlich sein.“

Kommentar:

Es gibt hier eine kleine Placebo-kontrollierte Studie über drei Monate aus dem Jahr 2010, bei der das Safran-Präparat dem Placebo überlegen war:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20688744

Dann gibt es die Langzeitstudie über rund 14 Monate ohne Placebokontrolle, wobei sich der Effekt stabil zeigte:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22852021

Grundsätzlich geht es hier nur um ein frühes Stadium der AMD. Ob der gefundene Effekt klinisch relevant ist, kann ich nicht beurteilen.

Keine Selbstmedikation mit dem Safran-Gewürz, da die Gefahr einer Überdosierung besteht. Bei missbräuchlicher Verwendung als Abortivum (Abtreibungsmittel) traten schwere Vergiftungen auf.

Ergänzung:

Mir selber kommt beim Stichwort Makula-Degeneration zuerst Myrtaven® in den Sinn, ein rezeptpflichtiges Präparat, das Anthocyane (blaue Farbstoffe) aus der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) enthält, welche die Brüchigkeit und Durchlässigkeit der Blutkapillaren günstig beeinflussen und zudem antioxydativ wirken. Das legt eine günstige Wirkung nahe. Dazu gibt es auch entsprechende augenärztliche Erfahrungsberichte. Siehe dazu hier – was allerdings nur ein Bericht in der Zeitschrift „Schweizer Familie“ ist. Eine Publikation in einer Fachzeitschrift wäre glaubwürdiger.

Fundierte Studien zur Wirkung von Myrtaven® bei Makula-Degeneration fehlen meines Wissens.

Fachinformation Myrtaven®:

http://www.compendium.ch/mpro/mnr/2011/html/de#7100

Quelle der Zitate:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/phytotherapie/article/874585/phyto-forum-hilft-makula-degeneration.html?sh=15&h=-1384503515

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Heidelbeeren-Anthocyane im Verdauungstrakt

Die „Österreichische Apothekerzeitung“ (17 / 2013) publizierte einen fundierten Artikel von Mag. Pharm. Arnold Achmüller zum Thema „Phytotherapie bei Erkrankungen im Gastrointestinaltrakt“.

Hier als Zitat der Abschnitt über die Heidelbeere:

„Die in den getrockneten Heidelbeeren (Myrtilli fructus siccus) enthaltenen 5 bis 12 % Gerbstoffe, wobei es sich hier vor allem um Catechingerbstoffe handelt, wirken adstringierend, obstipierend und antiseptisch. Die ESCOP empfiehlt getrocknete Heidelbeeren daher bei unspezifischen akuten Durchfallerkrankungen. Die ebenfalls enthaltenen Anthocyanoside wirken gefäßprotektiv und antiulzerogen und unterstützen dadurch die Abheilung von Magen- und Darmgeschwüren. Im Gegensatz zu den getrockneten Heidelbeeren wirken frische Beeren leicht abführend.

Tagesdosis: 20 bis 60 g für Erwachsene, 5 bis 20 g für Kinder.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2013/OAZ-2013-17.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Die Anwendung von getrockneten Heidelbeeren gegen Durchfall ist schon lange bekannt.

Interessanter ist der Hinweis auf die Anthocyanoside (Anthocyane) – das sind die blauen Farbstoffe in der Heidelbeere.

Anthocyane sind als blaue und rote Farbstoffe im Pflanzenreich weit verbreitet. Neben den Heidelbeeren findet man sie beispielsweise auch in Brombeeren, Kirschen, Himbeeren, Holunderbeeren, Schwarze Johannisbeeren.

Anthocyane zeigen experimentell sehr interessante Wirkungen, zum Beispiel gegen Entzündungen und als Gefässschutz.

Allerdings werden sie nur schlecht aus dem Verdauungstrakt in den Organismus aufgenommen, was „Fernwirkungen“ im Körper einschränkt. Einfacher vorstellbar sind lokale Wirkungen im Verdauungstrakt, wie die in Zitat erwähnte unterstützende Wirkung bei der Abheilung von Magengeschwüren und Darmgeschwüren.

Auch bei chronischen Entzündungen im Dickdarm (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) wird eine Wirkung der Anthocyane aus Heidelbeere diskutiert.

Wenig bekannt ist, dass es ein rezeptpflichtiges Fertigarzneimittel (Myrtaven®) gibt auf der Grundlage von Heidelbeer-Anthocyanen.

Es handelt sich dabei um ein Kapillarschutzmittel. Der Wirkstoff von Myrtaven ist ein Komplex von Anthocyanosiden / Anthocyanen, die aus der schwarzen Heidelbeere gewonnen werden. Myrtaven wird für die Therapie von verschiedenen Krankheiten der Blutgefässe angewendet: Kapillarbrüchigkeit, Blutgefässkrankheiten (Venenentzündung, Krampfadern, usw.), Mikroangiopathien (z.B. Diabetes mellitus, Venenleiden), Hämorrhoiden.

Siehe auch:

Anthocyane aus Traubensaft / Heidelbeersaft wirken positiv auf Fettstoffwechsel

Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren: Günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Phytotherapie: Zur Wirkung von Heidelbeeren

Schwarzer Holunder / Holundersaft bei Grippe und Erkältung

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Açai, Goji und Maqui – die neuen Wunderbeeren?

Aronia-Beeren – die neueste Antioxidantien-Welle?

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen Auberginen?

Açai-Beere als Schlankheitsmittel und Power-Frucht?

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen?

Polyphenole für Herz-Kreislauf – schwache Datenlage

Anthocyane als Entzündungshemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Erdbeeren und Heidelbeeren reduzieren Herzinfarkt-Risiko bei Frauen

Drei Portionen Erdbeeren oder Heidelbeeren pro Woche reduzieren das Infarktrisiko für Frauen um ein Drittel.

Das schreibt ein internationales Wissenschaftlerteam im Fachjournal „Circulation: Journal of the American Heart Association“ (doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.112.122408).

Grund dafür seien Inhaltsstoffe aus der Gruppe der sogenannten Anthocyane, welche die Blutgefässe gesund halten.

Erdbeeren und Heidelbeeren sind reich an Flavonoiden. Diese Gruppe von Pflanzeninhaltsstoffen erzeugt oft die Blütenfarbe, hat jedoch weitere schützende Funktionen für die Pflanze. Eine Untergruppe der Flavonoide, die sogenannten Anthocyane, ist für die menschliche Ernährung von spezieller Bedeutung, wie Wissenschaftler um Eric Rimm von der Harvard School of Public Health in Boston mitteilen.

Anthocyane weiten den Studienautoren zufolge Arterien, hemmen die Entstehung von Plaques in den Blutgefäßen und zeigen noch eine Reihe weiterer nützlicher Eigenschaften. Gemäss den Aussagen des Leitautors Aedín Cassidy von der University of East Anglia in Norwich zeigt die Studie, dass der erhöhte Verzehr dieser Früchte schon in jungen Jahren das Herzinfarktrisiko im späteren Leben vermindern kann. Beteiligt an der Studie waren 93 600 Frauen zwischen 25 und 42 Jahren. Während 18 Jahren füllten die Teilnehmerinnen im Vier-Jahres-Rhythmus Fragebögen zu ihrer Ernährung aus. In diesem Zeitraum erlitten 405 Frauen einen Herzinfarkt. Dabei zeigte sich, dass Teilnehmerinnen, die mindestens dreimal in der Woche Erdbeeren oder Heidelbeeren aßen, ein Drittel seltener betroffen waren als solche, die die Beeren höchstens einmal im Monat konsumierten. Der häufige Genuss anderer Früchte oder von Gemüse konnte den Effekt der Erdbeeren und Heidelbeeren nicht ausgleichen.

Die Forscher erklären, dass ihr Resultat unabhängig sei von anderen Risikofaktoren wie Alter, Blutdruck, familiärer Krankengeschichte, Gewicht, Bewegung, Rauchen, Koffein- und Alkoholkonsum. Die Wissenschaftler konzentrierten sich bei ihrer Analyse auf Erdbeeren und Heidelbeeren, da diese Beerenarten in den USA speziell beliebt sind. Daher sei nicht auszuschließen, dass weitere Beeren ähnliche Effekte hätten, unterstreichen die Forscher. Sie empfehlen, Beeren regelmäßig in eine ausgewogene Ernährung mit weiterem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zu integrieren.

Da Herzinfarkte speziell mit steigendem Alter und hauptsächlich bei Männern auftreten, existieren bisher wenige Studien, die untersucht haben, welchen Einfluss die Ernährung bei Frauen in jüngeren Jahren auf das spätere Krankheitsrisiko hat. Bekannt war jedoch schon bisher, dass Flavonoide einen stärkeren antioxidativen Effekt haben als zum Beispiel Vitamin E und darum auch stärker die Zellalterung bremsen sollen. Frühere Studien hatten zudem einen grundsätzlich günstigen Einfluss der Anthocyane auf Herz-Kreislauf-Risiken gezeigt.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/erdbeeren-und-heidelbeeren-senken-herzinfarkt-risiko-bei-frauen-061507683.html

Kommentar & Ergänzung:

Anthocyane gehören zu den interessantesten Pflanzeninhaltsstoffen. Sie sind zum Beispiel auch vorhanden in Kirschen, Schwarzen Johannisbeeren, Karkadeblüten (Hibiscus sabdariffa) und Auberginen.

Zu der beschriebenen Studie ist aber noch zu sagen, dass eine Beobachtungsstudie nie den kausalen Zusammenhang einwandfrei belegen kann. Festgestellt wird eine Korrelation, ein Zusammentreffen von hohem Erdbeer- und Heidelbeerkonsum mit einem tieferen Herzinfarktrisiko. Das belebt jedoch nicht, dass der Erdbeer- und Heidelbeerkonsum und damit die hohe Anthocyan-Zufuhr auch Ursache der tieferen Herzinfarktrate ist. Der hohe Erdbeer- und Heidelbeerkonsum könnte auch nur ein Marker für einen gesunden Lebensstil sein und damit die Ursache für die tiefere Herzinfarktrate bei anderen, noch unbekannten Faktoren liegen.

Wenig bekannt ist, dass es ein rezeptpflichtiges Fertigarzneimittel (Myrtaven®) gibt auf der Basis von Heidelbeer-Anthocyanen.

Es handelt sich dabei um ein Kapillarschutzmittel. Der Wirkstoff von Myrtaven ist ein Komplex von Anthocyanosiden / Anthocyanen, die aus der schwarzen Heidelbeere gewonnen werden. Myrtaven wird für die Therapie von verschiedenen Krankheiten der Blutgefässe angewendet: Kapillarbrüchigkeit, Blutgefässkrankheiten (Venenentzündung, Krampfadern, usw.), Mikroangiopathien (z.B. Diabetes mellitus, Venenleiden), Hämorrhoiden.

In der Augenheilkunde: Netzhauterkrankung und Nachtblindheit.

Zum Thema Anthocyane siehe auch:

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren: Günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Schützen Flavonoide aus Beeren vor Parkinson?

Blick ins Pflanzenlexikon: Hibiskus

Phytotherapie: Zur Wirkung von Heidelbeeren

Blaue Kartoffeln reduzieren Blutdruck

Aronia-Beeren – die neueste Antioxidantienwelle

Schwarzer Holunder, Holundersaft bei Grippe & Erkältung

Acai, Goji und Maqui – die neuen Wunderbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen und Auberginen?

Acai-Beere als Schlankheitsmittel und Powerfrucht

Polyphenole für Herz & Kreislauf – Schwache Datenlage

Anthocyane als Entzündungshemmer

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Heilpflanzen-Anwendungen bei Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind Erweiterungen der Gefässpolster im Analkanal, die zu Blutungen, Schmerzen und Entzündungen führen können. Zu den möglichen Auslösern zählen ein starkes Pressen bei der Defäkation (Stuhlentleerung), eine Verstopfung und eine Schwangerschaft. Eine ärztliche Diagnose ist nötig, um andere Ursachen auszuschliessen und eine adäquate Behandlung einzuleiten. Zur medikamentösen Therapie werden Ballaststoffe, Venenmittel, Salben und Zäpfchen angewendet. Neben synthetischen Wirkstoffen kommen bei Hämorrhoidenleiden auch Heilpflanzen-Präparate zur Anwendung.

Je nach Ausprägung und Symptomatik kann auch ein kleiner oder grösserer medizinischer Eingriff nötig werden; Hämorrhoiden können jedoch auch von alleine wieder zurückgehen.

Symptome bei Hämorrhoidenleiden

Zu den möglichen Symptomen von Hämorrhoiden zählen:

Blutungen, Blut am Toilettenpapier

Druckbeschwerden, Schmerzen, Brennen

Unangenehmes Gefühl

Entzündungen, Schwellungen, perianale Dermatitis

Juckreiz im Analbereich

Abgang von Schleim, Nässen

Vorfall, Ausstülpungen ausserhalb des Anus (Prolaps)

Hämorrhoiden können nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden. Geläufig ist die Klassifikation nach dem anatomischen Ursprung in innere und äussere Hämorrhoiden. Innere Hämorrhoiden haben ihren Ursprung oberhalb der Grenze zwischen Rektum und Analkanal (Linea dentata), äussere Hämorrhoiden unterhalb. Entsprechend dem Schweregrad des Vorfalls werden Hämorrhoiden in vier Stadien unterteilt.

Komplikationen

Zu den möglichen Komplikationen zählen Stuhlinkontinenz, Thrombosen, Nekrosen und Ulzerationen, die mit starken akuten Schmerzen einhergehen. Eine längerfristige Blutung kann Eisenmangel und Blutarmut zur Folge haben.

Ursachen

Zu den Ursachen von Hämorrhoiden zählen eine Schwächung des Bindegewebes mit zunehmendem Alter, Scherkräfte bei der Passage von hartem Stuhl, starkes Pressen, Stauung des Bluts und unzureichender venöser Blutabfluss sowie ein zu hoher Druck in den Gefässen. Als auslösende Faktoren können dazu kommen eine ballaststoffarme Ernährung und Verstopfung, Übergewicht, eine Schwangerschaft, Bewegungsmangel, langer Aufenthalt auf der Toilette und einige Medikamente wie beispielsweise Phosphodiesterase-5-Hemmer (Viagra), Mittel gegen Durchfall, Abführmittel und Pegvisomant. Nicht-steroidale Entzündungshemmer können Blutungen auslösen.

Diagnose

Die ärztliche Diagnose soll andere Ursachen ausschliessen. Zu den möglichen Differentialdiagnosen zählen Tumore, Analfissuren, Fisteln, Infektionen, Abszesse, Hautfalten, Polypen, Papillen, perianale Thrombosen, Warzen, Trauma und weitere Erkrankungen. Es wird vermutet, dass viele Patienten für sich selbst eine Fehldiagnose machen, weil andere Ursachen, die ähnliche Beschwerden hervorrufen, kaum bekannt sind.

Nicht-medikamentöse Behandlung der Hämorrhoiden

Zentral ist die Regulation des Stuhls durch Ernährungs- und Lebensstilveränderungen. Der Stuhl sollte weder zu flüssig noch zu fest sein. Zu den Empfehlungen zählen:

Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen

Während der Defäkation nicht pressen und keine schweren Gegenstände anheben

Ergänzend Ballaststoffe zu sich nehmen

Warme und reizarme Sitzbäder ohne Seife

NSAID wenn möglich absetzen

Reizende Gewürze meiden

Ausreichend körperliche Bewegung, nicht zu lange sitzen

Harte Sitzunterlage

Feuchtes Toilettenpapier

Kalte Auflagen zur Schmerzlinderung

Je nach Stadium und Symptomen werden Hämorrhoiden mit kleineren und grösseren Eingriffen therapiert: Sklerosierungstherapie, Infrarottherapie, Ligatur, Operation, Hämorrhoidektomie.

Schlussendlich gehen Hämorrhoiden innert Tagen oder Wochen oft auch wieder von alleine zurück – können jedoch wiederkehrend auftreten.

Orale Therapie mit Heilpflanzen-Präparaten

Innerlich kommen zur Behandlung von Hämorrhoiden oft Heilpflanzen zu Anwendung. Einzig zur Linderung stärkerer Schmerzen werden synthetische Schmerzmittel eingesetzt.

Zur innerlichen Hämorrhoiden-Therapie werden hauptsächlich gut verträgliche Ballaststoffe und Abführmittel bei Verstopfung zur Steigerung des Stuhlvolumens und Erweichung des Stuhls eingesetzt, zum beispielsweise Flohsamen, Indische Flohsamenschalen, Leinsamen und Sterculia.

Einige Venenpräparate mit pflanzlichen oder teilsynthetischen Wirkstoffen sind zur Behandlung von Hämorrhoiden zugelassen, bspw. Flavonoide wie Oxerutin (Venoruton®), Troxerutin (Venutabs®) und Diosmin (Daflon®) sowie Anthocyanoside aus der Heidelbeere (Myrtaven®) und Mäusedornextrakte (Phlebodril®). Auch Rosskastanien-Extrakte kommen zum Einsatz.

Solche Venenpräparate sollen die Kapillaren stärken und ihre Durchlässigkeit reduzieren und entzündlichen Prozessen entgegenwirken.

Ihre Wirksamkeit für die Hämorrhoiden-Therapie ist umstritten.

Orale Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können kurzfristig zur Schmerzerleichterung angewendet werden.

Lokale medikamentöse Therapie

Hämorrhoidenmittel kommen äusserlich in Form von Salben, Zäpfchen und Tamponaden zur Anwendung. Sie sollen die Symptome wie Juckreiz und Schmerzen lindern, sowie hautpflegend und schmierend wirken. Sie beeinflussen jedoch nicht den Krankheitsverlauf. Die Behandlungsdauer ist für die Selbstmedikation auf 1-2 Wochen begrenzt. Falls die Beschwerden unter der Selbstbehandlung innert 1 – 2 Wochen nicht zurückgehen, ist eine ärztliche Abklärung angezeigt. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen lokaler Hämorrhoidenmittel zählen allergische Reaktionen. Zahlreiche Komponenten von Hämorrhoidenmitteln sind bekannte Allergene wie zum Beispiel Kamille, Lokalanäthetika und Perubalsam.

Welche Stoffe oder Heilpflanzen kommen für die lokale Therapie zur Anwendung?

– Mittel gegen Juckreiz wie Menthol (Hauptbestandteil im Pfefferminzöl) und Kampfer sind angenehm kühlend, juckreizlindernd und schmerzlindernd.

– Synthetische Lokalanästhetika wie Benzocain, Cinchocain, Quinisocain und Lidocain betäuben den Schmerz und hemmen möglicherweise den Juckreiz. Allergische Reaktionen auf diese Stoffe werden allerdings immer wieder beobachtet.

– Sitzbäder mit Kamille sind entzündungshemmend, wobei Kamille allerdings ebenfalls ein bekanntes Allergen ist.

– Glucocorticoide wie Prednisolon, Hydrocortison, Dexamethason und Fluocinolon wirken entzündungshemmend und sekundär gegen Juckreiz. Gemäss der Fachinformation haben diese „chemischen“ Medikamente einen Einfluss auf die Gefässerweiterung und sollen Gefässneubildungen hemmen. Sie sollten nur kurzfristig eingesetzt werden, weil sie die Perianalhaut schädigen können und möglicherweise die Anfälligkeit für Infekte steigern.

– Venenmittel wie zum Beispiel Rosskastanienextrate werden nicht nur systemisch, sondern auch lokal angewandt in Form von Venengelen und Venensalben. Ihr Nutzen in diesem Anwendungsbereich ist unklar.

– Gerbstoffe wie Policresulen, Hamamelis und Eichenrinde wirken zusammenziehend, entzündungshemmend und juckreizlindernd. Bei entzündeten Hämorrhoiden bewährend sich Sitzbäder mit Eichenrinde immer wieder.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Hämorrhoiden

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Schmerzen? Chronische Erkrankungen?  www.patientenseminare.ch

Phytotherapie: Zur Wirkung von Heidelbeeren

Die Heidelbeerfrüchte (Myrtilli fructus) gehören zu den Heilpflanzen mit Tradition. Die Volksmedizin verwendet Heidelbeeren innerlich als Heidelbeertinktur oder Heidelbeergeist (zwei bis drei Handvoll Heidelbeeren mit gutem Branntwein angesetzt) gegen Enteritis, eine akute, bakteriell verursachte Darmentzündung. Hildegard von Bingen und Pfarrer Sebastian Kneipp schworen auf die speziellen Heilkräfte der Heidelbeere bei Durchfällen. Empfohlen werden getrocknete Heidelbeeren vor allem auch als mildes Mittel gegen Durchfall (Antidiarrhoikum) bei Kindern.

Das wirksamkeitsbestimmende Prinzip der Heidelbeeren sind die bis zu zehn Prozent enthaltenen Gerbstoffe vom Katechintyp und Anthocyanidine als biogene Vorstufe. Diese Inhaltsstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend) und bilden eine Eiweissmembran an körpereigenen Darmzellen, die das Eindringen fremder Bakterien erschweren. Die Durchfallerreger werden in ihrer Wirkung gehemmt. Die Schutzschicht wirkt entzündungshemmend und reizmildernd auf Angriffe pathogener Keime und hemmend auf übermäßige Darmperistaltik. Der entzündungshemmende Effekt wurde in vitro (im Reagenzglas, im Labor) nachgewiesen.

Weitere Inhaltsstoffe der Heidelbeerfrüchte sind Flavonoide vom Quercetintyp, Anthocyane, Phenolkarbonsäuren und hohe Konzentrationen an B-Vitaminen und Vitamin C. Mehrere dieser Wirkstoffe zeigen einen positiven Effekt auf Entzündungsprozesse in Körper. Neben der innerlichen Anwendung als Antidiarrhoikum (Durchfallmittel) kann die Heidelbeere äußerlich in Form von Infus (Aufguss) oder Tinktur als Heilmittel verwendet werden. Die antientzündliche Wirkung dieser Zubereitungen ist speziell bei Akne oder Hämorrhoiden wirksam. In der Volksheilkunde werden die frisch zerquetschten Heidelbeeren direkt auf Pusteln und Abszesse aufgetragen und fördern dort örtlich die Abheilung entzündlicher Prozesse.

Weniger bekannt als Heilpflanze sind die Heidelbeerblätter. Sie sollen stoffwechselregulierend und blutreinigend wirken und tauchen als Bestandteil einiger „Antidiabetes-Tees“ auf. Eine antidiabetische Wirkung auf Grund des hohen Gehalts an Chrom, das einen wesentlichen Faktor in der Glukosetoleranz des menschlichen Organismus darstellt, ist in Diskussion. Spülungen mit Frischpflanzensaft oder Kauen der Heidelbeerblätter soll ein probates Mittel gegen Mundgeruch sein und bei Schleimhautläsionen des Zahnhalteapparats helfen. Frische oder getrocknete Heidelbeeren können ebenfalls als Schleimhautprotektivum angewendet werden. Eine Blaufärbung der Zunge soll mit Zitronensaft leicht rückgängig zu machen sein.

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=110299&dspaid=953758

Kommentar & Ergänzung:

Heidelbeerblätter würde ich innerlich gar nicht empfehlen, vor allem nicht als „Diabetestee“.

Getrocknete Heidelbeeren gegen Durchfall ist in der Phytotherapie ein Klassiker.

Phytotherapie: Heidelbeertee gegen Durchfall

Die Anthocyane in den Heidelbeeren ( = blaue Farbstoffe) zeigen interessante Wirkungen gegen Entzündungen.

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Anthocyane als Entzündungshemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Anthocyane aus Heidelbeeren sind zudem Bestandteil von Myrtaven, einem rezeptpflichtigen Arzneimittel, das zum Beispiel in der Augenheilkunde eingesetzt wird bei Netzhauterkrankung und Nachtblindheit.

Interessant im oben vorgestellten ist für mich im übrigen die Anwendung von frisch zerquetschten Heidelbeeren direkt auf Pusteln und Abszesse. Ob das auch lokal bei Akne hilft?  Ebenso interessant ist die Anwendung bei Schleimhautläsionen im Mundraum (Mundschleimhautentzündung?).

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Im Phyto-Forum der Ärzte-Zeitung wurde vor kurzem folgende Frage gestellt:

„Blaue Beeren wie Heidelbeeren sollen blutdrucksenkend wirken. Ist etwas über den Mechanismus bekannt? Nachfrage: Muss bei Hypertonikern die Blutdruckmedikation angepasst werden, wenn sie in der Saison gerne zu blauen Früchten greifen? Wenn ja, gibt es eine Richtschnur zur Orientierung?“

Darauf antwortete der Experte Dr. Rainer C. Görne:

„Die charakteristischen Bestandteile von Blaubeeren, mancherorts auch Heidelbeeren genannt, sind vor allem Anthocyane, die den Beeren ihre tiefblaue Farbe verleihen. Die eigentliche Aufgabe dieser Farbstoffe ist es, die Pflanzenfrüchte vor der UV-Strahlung zu schützen.

In verschiedenen Laboruntersuchungen hat man seit den siebziger Jahren zeigen können, dass Extrakte aus Blaubeeren über antioxidative und gefäßschützende Eigenschaften verfügen. Vor diesem Hintergrund ist auch eine gewisse blutdrucksenkende Wirkung denkbar, die bislang jedoch klinisch noch nicht belegt ist.

Ebenso existieren keinerlei Untersuchungen darüber, ob und inwieweit der Genuss von Blaubeeren oder anderen Anthocyan-haltigen Früchten wie Auberginen, blauen Weintrauben, Kirschen und Rotkohl zu Wechselwirkungen mit Blutdruckmedikamenten führt.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/656850/phyto-forum-blaubeeren-bluthochdruck.html

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema „Anthocyane“ gibt es eine rege Forschungstätigkeit.

Beispiele dazu hier:

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen?

Anthocyane als Entzündungshemmer

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Wenig bekannt ist, dass es ein rezeptpflichtiges Fertigarzneimittel (Myrtaven®) gibt auf der Basis von Heidelbeer-Anthocyanen.

Es handelt sich dabei um ein Kapillarschutzmittel. Der Wirkstoff von Myrtaven ist ein Komplex von Anthocyanosiden / Anthocyanen, die aus der schwarzen Heidelbeere gewonnen werden. Myrtaven wird für die Therapie von verschiedenen Krankheiten der Blutgefässe angewendet: Kapillarbrüchigkeit, Blutgefässkrankheiten (Venenentzündung, Krampfadern, usw.), Mikroangiopathien (z.B. Diabetes mellitus, Venenleiden), Hämorrhoiden.
In der Augenheilkunde: Netzhauterkrankung und Nachtblindheit.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/