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Hausmittel: Zwiebelsirup bei Husten

Die „Welt“ hat einen Text veröffentlicht über Hausmittel für Kinder. Darin kommt auch der Zwiebelsirup zur Sprache, empfohlen durch den Kinder- und Jugendarzt Andreas Volbracht:

«Zwiebelsirup sei sein Lieblingshausmittel, sagt Volbracht. Dazu ein bis zwei geschälte und gewürfelte Zwiebeln mit ein paar Löffeln Zucker oder Honig in ein leeres Marmeladenglas gegeben. Nach mindestens zwei Stunden die Stücke heraussieben, übrig bleibt der Zwiebelsirup. Ihn kann man mit Wasser verdünnen. Kinder mit Husten können mehrmals täglich ein bis zwei Esslöffel einnehmen. „Es bewirkt eine Muskelentspannung an der Bronchialmuskulatur. Das löst die muskuläre Verkrampfung der Atemwege auf“, so Volbracht.»

Quelle:

https://www.welt.de/gesundheit/article175379422/Diese-Hausmittel-koennen-kranken-Kindern-wirklich-helfen.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Zwiebel (Allium cepa) und insbesondere der Zwiebelsirup ist ein bewährtes Hausmittel gegen Husten und er schmeckt nicht einmal so übel, wie das im ersten Moment erscheinen mag. Auch Kinder nehmen ihn oft überraschend gerne.

Interessant ist in der obenstehenden Aussage die Erklärung zum Wirkungsmechanismus:

„Es bewirkt eine Muskelentspannung an der Bronchialmuskulatur. Das löst die muskuläre Verkrampfung der Atemwege auf.“

Die Erklärung habe ich bezüglich Husten noch nie gehört und gelesen. Vermutlich gründet sie in experimentellen Hinweisen auf antiasthmatische Wirkungen der Zwiebel.

Ob sich diese Erkenntnisse auf die Anwendung bei Husten übertragen lassen, ist allerdings unklar.

Die Laborergebnisse werden im „Lehrbuch der Phytotherapie“ so beschrieben:

„Untersuchungen von Dorsch et. al. …zeigen tatsächlich in frisch zubereiteten lyophilisierten Extrakten von Allium cepa ein antisathmatisches Wirkprinzip. Thiosulfinate hemmen die anti-Immunglobulin-E-(IgE)-induzierte Freisetzung von Histamin aus peripheren Granulozyten, die Leukotrienbiosynthese in vorstimmulierten Granulozyten durch Hemmung  der 5-Lipoxygenase und die Thromboxan-B2-Biosynthese in menschlichem plättchenreichen Plasma und in Lungenfibroplasten…Es handelt sich um potente Hemmstoffe der Prostaglandinkaskade.“

Tönt kompliziert, läuft aber vor allem auf eine entzündungswidrige Wirkung hinaus.

Wir habe es bei diesen Ergebnissen hier mit Experimenten an Zellen im Reagenzglas zu tun und mit einem Tierversuch. Mittels Ovalbumin sensibilisierte Meerschweinchen wurden durch perorale Gabe von Zwiebelsaft vor einem Asthmaanfall geschützt.

Allerdings war der Asthmaanfall experimentell ausgelöst. Das ist alles weit weg von der Praxis eines Asthmakranken.

Aussagekräftig bezüglich einer Anwendung von Zwiebelsaft gegen Asthma beim Menschen sind aber nur Untersuchungen am Menschen, also sogenannte klinische Studien.

Dazu schreibt das „Lehrbuch der Phytotherapie“:

„In einem Versuch am Menschen wurde durch orale Gabe von 2 x 100 ml ethanolischem Zwiebelextrakt (= 400 g Zwiebeln) die asthmatische Sofort- und verzögerte Reaktion einer Patientin auf die Inhalation von Hausstaubmilbenextrakt unterdrückt.“

Auch das ist zwar interessant, aber offenbar besteht die Studie nur aus einem einzigen Experiment mit einer einzigen Patientin. Das ist eine äusserst schmale Basis. Und ob ein Äquivalent von 400 g Zwiebeln praxistauglich ist, darf bezweifelt werden.

Die Idee, Zwiebelextrakt gegen Astma zu verwenden ist zwar interessant, aber noch nicht im Ansatz belegt.

Und diese Ergebnisse  lassen sich auch nicht einfach auf die Anwendung bei Husten übertragen.

Andere Wirkungsmechanismen für eine mögliche Wirkung von Zwiebelsirup gegen Husten schienen mit da plausibler:

– Eine schleimlösende und auswurffördernde Wirkung, zum Beispiel via gastro-pulmonalem Reflex.

– Eine Linderung des Hustenreizes durch den Honig. Siehe dazu:

 Honig gegen Husten wirksam

Es ist schade, wenn Hausmittel wie der Zwiebelsirup an Bedeutung verlieren, denn darin steckt auch eine Kompetenz, mit einfacheren Beschwerden selber fertig zu werden. Natürlich sind nicht alle Hausmittel auch sinnvoll. Gerade die Phytotherapie kann aber dazu beitragen, wirksame Hausmittel wieder bekannter zu machen und überholte Hausmittel  auszusortieren.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Medikamente beim Prämenstruellen Syndrom (PMS)

Zur Behandlung der Beschwerden beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) gibt es verschiedene nichtmedikamentöse Massnahmen (z. B. körperliches Training, Stressmanagement, Muskelentspannung, diätetische Ansätze).

Darüber hinaus kommen oft auch Medikamente zum Einsatz.

Die Medical-Tribüne hat in einem Artikel zum Thema PMS die wichtigsten Medikamentengruppen vorgestellt.

– Diuretika: „… während der Lutealphase möglich. In plazebokontrollierten Untersuchungen linderte Spironolacton (100 mg/Tag) PMS-Beschwerden deutlich.“

– Psychopharmaka: „Metaanalysen plazebokontrollierter Studien zufolge ließen körperliche und psychische PMS-Symptome unter SSRI1, z.B. Fluoxetin, Paroxetin, Citalopram sowie Sertralin, und SNRI2 (Venlafaxin) nach. Anxiolytika wie Alprazolam und Buspiron wirken schwächer als SSRI.“

– Phytopharmaka: „Falls Patientinnen pflanzliche Medikamente bevorzugen: Ein Fruchtextrakt aus Vitex agnus castus (Keuschlamm) meisterte ebenfalls die Prüfung in plazebokontrollierten Studien.

-Hormonelle Therapie: „Bei der hormonellen Therapie kann man z.B. die Ovulation unterdrücken, das Spektrum reicht von oralen Kontrazeptiva über GnRH-Agonisten und Gonadotropin-Inhibitoren bis hin zur Ovar bzw. Hysterektomie, infrage kommen aber auch Ansätze, bei denen der Eisprung nicht unterdrückt wird (z.B. Progesteron).“

Die Medical-Tribune empfiehlt:

„Die Risiko- Nutzen-Abwägung sollte individuell mit entsprechenden Spezialisten erfolgen.“

Quelle der Zitate:

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=65229&dspaid=970920

Kommentar & Ergänzung:

Mönchspfeffer (Keuschlamm) gehört in der Phytotherapie zu den Heilpflanzen, die bezüglich Wirksamkeit auch wissenschaftlich gut belegt sind.

PMS ist aber ein sehr komplexes Geschehen und Mönchspfefferextrakte werden nicht in jedem Falle helfen. Sieht man sich aber die Risiken und Nebenwirkungen der anderen vorgestellten Arzneimittel an, so schneidet Mönchspfeffer in dieser Hinsicht ausgesprochen gut ab.

Ein Versuch mit Mönchspfeffer dürfte daher in vielen Fällen eine gute Option sein.

In der Schweiz sind verschiedene Heilpflanzen-Präparate mit Mönchspfefferextrakt im Handel:

Agnolyt Kapseln (Max Zeller, Romanshorn)

Emoton (Tentan, Itingen)

Oprane (Vifor, Villars-sur-Glâne)

Prefemin (Max Zeller, Romanshorn)

Premens (Zeller Medical, Romanshorn)

Ungeklärt ist die Wirksamkeit von Mönchspfeffertee und Mönchspfeffertinktur.

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Narzissen als Heilpflanzen und Giftpflanzen

Narzissen werden vor allem als Zierpflanzen kultiviert und geschätzt.

Wenig bekannt ist, dass Narzissen viele stark wirksame Inhaltsstoffe enthalten, welche Giftwirkungen und / oder Heilwirkungen entfalten können.

Zu den Inhaltstoffen der Narzissen:

„Narzissen enthalten wie alle Amaryllisgewächse Amaryllidaceen-Alkaloide. Je nach Art können dies unterschiedliche sein. Die Gelbe Narzisse beispielsweise enthält die Alkaloide Narcissin, Galantamin und Lycorin. Die Dichternarzisse enthält statt dem Lycorin Narcipoetin. Für die Pflanze stellen die Alkaloide einen natürlichen Schutz gegen Parasitenbefall dar. Narzissen enthalten außerdem Fruktane und niedermolekulare Glukomannane, die unter anderem in den Blättern und Pflanzenstängeln reichlich enthalten sind.“

(Quelle: Wikipedia)

Die Wirkstoffgruppe der Alkaloide enthält viele stark wirkende Substanzen wie beispielsweise

Morphin, Codein, Papaverin  – aus Opium bzw. Schlafmohn;

Atropin, Hyoscyamin, Scopolamin – aus der Tollkirsche, Atropa belladonna;

Colchicin – aus der Herbstzeitlose, Colchicum autumnale;

Kokain – aus dem Cocastrauch, Erythroxylum coca;

Ergotamin – aus dem Mutterkornpilz, Claviceps purpurea.

Zu Vergiftungen mit Narzissen:

„Zu Vergiftungen kommt es gelegentlich, weil die Zwiebeln im Ruhezustand denen der Küchenzwiebel sehr ähnlich sehen. Der Verzehr von Narzissenzwiebeln kann zu Würgereiz, Erbrechen, Diarrhoe, Schläfrigkeit, Schweißausbruch, Benommenheit, Kollaps und Lähmungserscheinungen führen. Bei sehr großen Dosen kann es auch zum Tod kommen. Ärzte behandeln Vergiftungen durch Narzissenzwiebeln häufig mit Kohlegaben und symptomatischen Therapien. Bei Tieren hat man bei Narzissenvergiftungen eine Degeneration der Leber festgestellt.

Durch den Saft der Pflanze können lokal Hautreizungen auftreten. Es handelt sich dabei um eine Kontaktdermatitis, die auch als „Narzissenkrankheit“ bezeichnet wird und vor allem bei Gärtnern auftritt. Die Symptome klingen nach der Narzissenernte auch ohne Behandlung wieder ab. Es handelt sich dabei um eine toxische Reaktion auf Inhaltsstoffe der Narzisse wie Oxalsäure, Chelidonsäure und Lycorin.“

(Quelle: Wikipedia)

Narzissen-Wirkstoff Galantamin bei Demenz:

„Das Alkaloid Galantamin, das beispielsweise in der Gelben Narzisse vorkommt, hat eine Zulassung zur symptomatischen Behandlung leichter bis mittelgradiger Demenz bei Alzheimer-Erkrankten erhalten. Es wurde 1953 erstmals aus den Zwiebeln des Kaukasischen Schneeglöckchens isoliert und anfangs unter anderem zur Aufhebung der durch Curare-Verbindungen ausgelösten Muskelentspannung bei Operationen und krankhafter Muskelschwäche eingesetzt. Narzissen besitzen heute allerdings keine arzneiliche Bedeutung mehr. Die Galantamin-Synthese ist in industriellem Maßstab möglich. In der Volksheilkunde haben Narzissen nur gelegentlich eine Rolle gespielt und wurden überwiegend für Hauterkrankungen, als Brechmittel sowie als Heilmittel bei Erkältungskrankheiten und Keuchhusten verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Aber bitte nicht Schneeglöckchen als Tee anwenden. Galantamin braucht eine genaue Dosierung. Antidementiva mit Galantamin sind rezeptpflichtig.

Siehe auch:

Wirksamkeit von Galantamin bei Demenz bestätigt

Schneeglöckchen – eine Heilpflanze?

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kartoffeln: Gelbe Knolle reduziert den Blutdruck

Kartoffelprodukte gelten allgemein als Dickmacher. Wer jedoch die Finger von Pommes frites lässt und stattdessen gekochte Kartoffeln ist, kann seinen Blutdruck damit günstig beeinflussen . Das haben Forscher der University of Scranton in Pennsylvania, USA, in einer Studie mit übergewichtigen Patienten mit Bluthochdruck festgestellt.

In der kleinen Studie assen 18 Testpersonen zweimal pro Tag sechs bis sieben ungeschälte Kartoffeln von der Größe eines Golfballs über einen Zeitraum von einem Monat. Alle Studienteilnehmer waren übergewichtig und litten an Bluthochdruck. Die Forscher erfassten währenddessen den Blutdruck der Patienten. Das Resultat: Der untere Wert des Blutdrucks verminderte sich um 4,3 Prozent, der obere Wert um 3,5 Prozent. Ein Großteil der Patienten nahm zwar bereits Medikamente zur Blutdruckreduktion ein, aber auch bei ihnen sank der Blutdruck während der Kartoffeldiät.

Den Aussagen der Wissenschaftler zufolge enthalten Kartoffeln Substanzen, die in ihrer Wirkung den sogenannten ACE-Hemmern ähneln, die häufig zur Therapie des Bluthochdrucks eingesetzt werden. Das gilt jedoch nicht für Pommes frites oder Chips, denn durch die hohen Temperaturen beim Frittieren werden die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe der Kartoffeln zerstört. Kocht man die Kartoffeln dagegen „nur“, bleiben die wertvollen Substanzen erhalten.

Quelle:

http://www.aponet.de/aktuelles/kurioses/kartoffeln-gegen-blutdruck.html

Kommentar & Ergänzung:

Es ist immer interessant, wenn bei billigen und verbreiteten Lebensmitteln positive Wirkungen auf die Gesundheit festgestellt werden.

Kartoffeln haben in der Naturheilkunde nur eine untergeordnete Bedeutung.

Kartoffelsaft wird in der „Volksmedizin“ bei Magengeschwüren und Magenübersäuerung angewendet.

Kartoffelauflagen / Kartoffelwickel sind ausgezeichnete Wärmespeicher. Sie bewirken eine intensive Durchblutungssteigerung und Muskelentspannung. Anwendungsbereiche sind unter anderem Husten, Bronchitis, Halsschmerzen, Muskelverspannungen, Rückenverspannungen, Blasenentzündung.

Die Studie aus Pennsylvania zur Blutdrucksenkung durch Kartoffeln wirft schon noch einige Fragen auf:

Die Zahl der Studienteilnehmern ist mit 18 sehr klein, was die Aussagekraft einschränkt, und der Effekt war eher klein.

Und ob die Testpersonen auch auf lange Sicht zweimal pro Tag sechs bis sieben ungeschälte Kartoffeln von der Größe eines Golfballs essen würden, halte ich für fraglich.

Und es wäre ja auch möglich, dass die Blutdrucksenkung nur deshalb zustande kam, weil die Probanden neben den 2mal 6 – 7 Kartoffeln pro Tag einfach nicht mehr genug Appetit für andere, schädliche Nahrungsmittel hatten.

P.S. Dass Kartoffeln dumm machen, ist ein ausgesprochen dummes Gerücht, das auf den “Hellseher“ Rudolf Steiner zurückgeht:

„ Also sehen Sie, während wir beim Menschen vom Bauch zum Kopfe gehen müssen, von unten herauf, müssen wir bei der Pflanze den umgekehrten Weg machen. Die Wurzel der Pflanze ist mit dem Kopf verwandt. Wenn wir das bedenken, wird uns gewissermaßen ein Licht aufgehen über die Bedeutung der Wurzel. Denn die Kartoffel, die hat Knollen; das ist etwas, was nicht ganz Wurzel geworden ist. Man ißt also, wenn man viel Kartoffel ißt, vorzugsweise Pflanzen, die nicht ganz Wurzel geworden sind. Wenn man sich also beschränkt auf das Kartoffelessen und zuviel Kartoffeln ißt, kriegt man nicht genug in den Kopf hinein. Es bleibt unten im Verdauungstrakt. So daß es also so ist, daß mit dem Kartoffelessen die Menschen in Europa ihren Kopf, ihr Gehirn vernachlässigt haben. Diesen Zusammenhang sieht man erst, wenn man Geisteswissenschaft treibt. Da sagt man sich: Seit Europa diese Kartoffelnahrung immer mehr und mehr überhand genommen hat, seit der Zeit ist der Kopf des Menschen unfähiger geworden.“

(Quelle: Rudolf Steiner, Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt? GA 350 S. 210)

Jedenfalls gibt es keinerlei konkrete Gründe, weshalb dieses Vorurteil zutreffend sein sollte.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wirksamkeit von Galantamin bei Demenz bestätigt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht bei Galantamin Belege, bei Rivastigmin-Pflaster zumindest Hinweise, dass die Arzneien den Abbau kognitiver Fähigkeiten bei Alzheimer-Patienten leicht verzögern können.

Dies ist einem vom Kölner Institut publizierten Vorbericht zu entnehmen. Die Analyse ergänzt die Nutzenbewertung der Cholinesterasehemmer aus dem Jahr 2007.

Bei beiden Arzneien lieferten dieselben Studien jedoch auch Belege für einen möglichen Schaden, teilt das IQWiG mit.

Dazu zählten hauptsächlich Nebenwirkungen in Form von häufiger auftretender Übelkeit und Erbrechen sowie von Hautirritationen bei Rivastigmin-Pflaster. Für wichtige andere Behandlungsaspekte wie etwa die Lebensqualität der Patienten oder die Notwendigkeit einer vollstationären Pflege gebe es derzeit keine Daten.

Schon im Jahr 2007 hatte das IQWiG eine Nutzenbewertung der zur den Cholinesterasehemmer zählenden Wirkstoffe Donepezil, Galantamin und Rivastigmin vorgelegt. Eine Aktualisierungsrecherche von 2009 zeigte, dass es zu Galantamin inzwischen weitere, zum Teil unpublizierte Studiendaten gibt und Rivastigmin nicht mehr nur als Tablette, sondern seit 2007 auch als Pflaster zur Verfügung steht.

Wie die Auswertung zeigt, gebe es auch unter Einbeziehung der neueren Studien Belege, dass Galantamin bei Patientinnen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer Demenz zumindest bei einer höheren Dosis die Denk- und Merkfähigkeit positiv beeinflussen kann, schreibt das IQWiG.

Für den Nutzen der neuen Applikationsform von Rivastigmin als Pflaster seien in den Studien keine Belege festgestellt worden, – und zwar weder für die kognitiven noch für die alltagspraktischen Fähigkeiten. Im Vergleich zu einem Placebo habe sich in der höheren Dosierung bei Patienten unter 75 Jahren ein Unterschied bei der Kognition ergeben, den das IQWiG als Hinweis auf einen Nutzen wertet.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/demenz/article/664422/iqwig-sieht-moeglichen-nutzen-zwei-antidementiva.html?sh=2&h=-427079204

Kommentar & Ergänzung:

Galantamin ist ein Wirkstoff, der ursprünglich aus Schneeglöckchen gewonnen wurde.

Wikipedia beschreibt Galantamin so:

„Galantamin (auch Galanthamin von galanthus) ist ein tertiäres Pflanzenalkaloid, das aus dem Kleinen Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), dem Kaukasischen Schneeglöckchen (Galanthus woronowii) sowie einigen Narzissenarten wie der Gelben Narzisse (Osterglocke) gewonnen werden kann. Heute kann der Wirkstoff auch synthetisch hergestellt werden. Erstmals isoliert wurde er 1953 aus den Zwiebeln des Kaukasischen Schneeglöckchens. Anfangs setzte man den Wirkstoff unter anderem zur Aufhebung der durch Curare-Verbindungen ausgelösten Muskelentspannungen bei Operationen ein.

Das Alkaloid wird heute vorwiegend als Antidementivum zur Behandlung von Demenzen, insbesondere Alzheimer (hierbei entsteht ein Mangel an Acetylcholin, kurz ACh, einem Neurotransmitter) eingesetzt. Galantamin führt durch einen zweifachen Wirkmechanismus (Modulation von Nikotinrezeptoren und Hemmung der Acetylcholinesterase) zu einer Erhöhung der Acetylcholinkonzentration im synaptischen Spalt. Ein verbreitetes Medikament mit dem Wirkstoff Galantamin ist Reminyl von der Firma Janssen Pharmaceutica. Entwickelt wurde die Galantamin-Synthese von der österreichischen Firma Sanochemia Pharmazeutika.

Bemerkenswert ist auch die starke, mit Morphin vergleichbare, analgetische Wirkung.“

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Tipps zur Alltagsbewältigung bei Neurodermitis

Neurodermitis (Atopische Dermatitis) ist eine chronische Hautkrankheit, die sehr zermürbend sein kann. Als belastend wird dabei oft der begleitende Juckreiz erlebt.
Die Neurodermitis-Behandlung ist nicht einfach, doch können Medikamente und Naturheilmittel die Beschwerden oft lindern.
Zur Linderung können aber auch nichtmedikamentöse Massnahmen beitragen.
Auf www.stern.de ist eine Sammlung von Tipps veröffentlicht worden, welche die Alltagsbewältigung von Neurodermitis-Betroffenen erleichtern sollen:

– Die Fingernägel kurz halten, weil so die Haut weniger verletzt wird.

– Sich regelmäßig am ganzen Körper eincremen – am besten einmal am Tag, mindestens jedoch dreimal pro Woche. Hautcremes nutzen, die auf Ihr Neurodermitis-Stadium abgestimmt sind. Bei trockener Haut braucht sie Fett. Ist sie jedoch entzündet oder nässt sie sogar, sind fette Cremes schädlich: Weil die Entzündung unter dem Fettfilm eingeschlossen wird, kann sie sich intensivieren. Die Faustregel für Cremes lautet deshalb: nass auf nass, fett auf trocken. Den tiefsten Fettgehalt haben Lotionen, in Cremes ist er höher, Salben haben den höchsten Fettgehalt. Leider stehen nicht immer die richtigen Bezeichnungen auf der Verpackung, darum sollten Sie die Konsistenz vor dem Kauf testen oder sich beraten lassen. Hautöle sind nicht empfehlenswert, weil sie die Haut austrocknen.

– Juckende Hautstellen reiben, zwicken oder beklopfen, anstatt sie zu kratzen. Das ist schonender für die Haut.

– Nachts dünne Baumwollhandschuhe tragen. Im Schlaf merkt man häufig nicht, wenn man die Haut malträtiert.

– Kühlende Umschläge oder Eisbeutel auf juckende Hautstellen legen.

– Bei sehr trockener Haut lindern Hautpflegemittel mit Harnstoff. Sie geben Feuchtigkeit. Tragen Sie diese jedoch nicht auf entzündete Stellen auf, da sie ein brennendes Gefühl auslösen können.
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– Hautpflegeprodukte bevorzugen, die in Aluminiumtuben verpackt sind. In Salbentöpfe können leicht Keime eindringen. Plastiktuben saugen die Creme – und damit Keime – zurück, sobald der Benutzer sie loslässt.

– Eine warme Dusche trocknet die Haut nicht so stark aus und ist daher besser als ein heißes Bad.

– Anschließend unbedingt eine fettende Creme auftragen, weil das Wasser der Haut viel Feuchtigkeit entzogen hat.

– Wer auf ein Vollbad nicht verzichten will, verwendet am besten Ölbäder – entweder ein Spezialbad für Neurodermitiker aus der Apotheke oder eine selbst gemischte Emulsion aus Milch und Olivenöl mit dem klangvollen Namen „Cleopatra-Bad“. Dazu mischt man 40 Milliliter Olivenöl mit 20 Milliliter Milch, schütteln es kräftig, bis eine Emulsion entsteht, und setzt diese nach 5 Minuten dem Badewasser zu. Auf der Haut bildet sich dadurch ein dünner Ölfilm, welcher rückfettend wirkt.

– Zu Ölbädern keine weiteren Badezusätze verwenden, sonst geht die fettende Wirkung verloren. Die Haut anschließend an der Luft trocknen lassen, sonst landet der Ölfilm im Handtuch, und die Wirkung geht verloren. Auf die Inhaltsliste achten: Manche Ölbäder enthalten Auszüge aus Soja, Erdnüssen oder Paraffin. Sie können allergische Reaktionen verursachen.

– Das stark propagierte „Tote-Meer-Badesalz“ bringt für den Hausgebrauch kaum Nutzen. Um Entzündungen zu lindern, müsste ein Bad die gleiche Salzkonzentration wie im Toten Meer aufweisen – pro Wanne wären das 30 Kilogramm.

– Die Haut zum Trocknen mit dem Handtuch abtupfen, statt sie zu reiben. Möglichst weiche Handtücher verwenden.

– Wenn Sie keinen Weichspüler verwenden wollen, nehmen Sie Reisehandtücher aus dem Outdoorgeschäft. Sie bestehen aus schnell trocknenden Mikrofasern, sind jedoch gewöhnungsbedürftig, denn zunächst fühlt man sich nicht richtig trocken. Kleine Reisehandtücher eignen sich auch für unterwegs – als Ersatz für kratzige Papiertücher in öffentlichen Toiletten.

– Sich möglichst nur mit tensidfreier Waschlotion waschen. Der optimale pH-Wert sollte zwischen 5 und 6,5 liegen.

– Für unterwegs tensidfreie Waschlotion in kleine Fläschchen abfüllen. Seifen in öffentlichen Gebäuden enthalten oft Hautdesinfektionsmittel, welche Neurodermitis-Betroffene nur in Ausnahmefällen verwenden sollten.

– Parfüms vor Gebrauch auf Verträglichkeit testen oder darauf verzichten.

– Sich so kleiden, dass wenig Schweiß auf der Haut bleibt, denn Schwitzen fördert den Juckreiz. Grundsätzlich verdunstet Schweiß bei weiten und luftigen Textilien leichter als bei eng anliegenden. Weiche Textilien aus Baumwolle, Seide oder Mikrofasern sind gut geeignet. Mikrofaserstoffe können Feuchtigkeit nach außen transportieren.

– Sich das Zwiebelsystem zunutze machen und mehrere Kleidungsstücke übereinander tragen, die nach Bedarf abgelegt werden können.

– Silberhaltige Stoffe vermindern die Zahl der Bakterien auf erkrankter Haut – bei Neurodermitis-Patienten ist deren Konzentration 100- bis 1000-fach erhöht. Silbertextilien werden unter anderem in Sanitätshäusern verkauft und manche Krankenkassen bezahlen die Spezialkleidung, wenn ein ärztliches Attest vorliegt.

– Waschmittel gut aus den Kleidern spülen, denn die Chemikalien führen manchmal zu Hautirritationen.

– Wasch- und Putzmittel mit Triclosan meiden. Auf den Packungen unter Inhaltsstoffe sind sie auch als Irgasan DP300, Trichlorhydroxydiphenylether, Cloxifenol oder 5-Chlor-2-(2,4-dichlorphenoxy)phenol vermerkt. Triclosan wird zwar auch zur Behandlung keimbesiedelter Ekzeme eingesetzt, ein zu häufiger Kontakt kann jedoch die Hautflora schädigen und möglicherweise sogar zu einer Resistenz gegen Antibiotika führen.

– Es existiert keine wirksame Spezialdiät für Neurodermitiker, welche die Krankheit lindern kann – auch wenn viele Ernährungsratgeber hauptsächlich im Internet dies suggerieren. Nur jene Neurodermitis-Betroffenen, die allergisch auf gewisse Nahrungsmittel reagieren, müssen diese meiden.

– Weitgehend auf Alkohol verzichten.

– Je nach Hauttyp Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 8 bis 20 verwenden, jedoch nur in Ausnahmefällen UV-Blocker. Denn UV-Strahlen wirken antientzündlich und verschaffen den meisten Neurodermitis-Patienten Linderung.

– Achten Sie darauf, wie die Sonne auf Ihre Haut wirkt – bei manchen Neurodermitis-Patienten verschlimmert sie die Krankheit. Vergessen Sie nicht, dass zu viel UV-Strahlung das Risiko für Hautkrebs steigert.

– Auf Nikotin verzichten. Auch als Passivraucher sollten Sie sich möglichst nicht dem Tabakrauch aussetzen – die enthaltenen Schadstoffe können das Leiden nicht nur auslösen, sondern auch bereits entzündete Haut noch mehr reizen.

– Höhen- oder Meeresluft wirken häufig günstig, denn dieses Klima ist speziell arm an Schadstoffen und Allergenen. Die hohe Luftfeuchte in diesen Regionen ist besonders gut verträglich.

– Finden Sie heraus, was Sie besonders stresst, und vermeiden Sie solche Situationen so konsequent wie möglich. Sorgen Sie speziell abends für Entspannung, damit sich Psyche und Haut beruhigen können: Unterstützend wirken können dabei Entspannungstechniken wie Yoga, Qi Gong, Meditation, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training.

Quelle: www.stern.de

Kommentar & Ergänzung:

Zur Linderung von Neurodermitis ( = Atopische Dermatitis) werden auch einige bewährte Heilpflanzen verwendet, beispielsweise Hamamelis, Eichenrinde, Cardiospermum (Ballonrebe), Nachtkerzenöl, Borretschsamenöl.
Es kommt aber nicht nur darauf an, eine geeignete Heilpflanze zu finden.
Beim Einsatz von Heilpflanzen auf der vom Ekzem betroffenen Haut muss auch beachtet werden, dass die Anwendungsform (wässrig bzw. fetthaltig) dem Neurodermitis-Stadium angepasst ist.

Weitere Info:
Neurodermitis: Bleichmittel lindert Ekzeme
http://heilpflanzen-info.ch/cms/2009/05/08/neurodermitis-bleichmittel-lindert-ekzeme.html

Infos zum Tagesseminar “Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden” finden Sie hier:
www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

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