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Benzodiazepine: Jede vierte Verordnung bei älteren Personen führt zur Abhängigkeit

Benzodiazepine sind eine Medikamentengruppe, die häufig gegen Schlafstörungen eingesetzt wird. Bekannte Präparate sind Valium, Lexotanil, Seresta und Temesta.

Der Missbrauch und die Abhängigkeit von Benzodiazepinen ist seit etwa 40 Jahren ein Thema. Das Abhängigkeitspotenzial dieser Medikamente wird häufig unter­schätzt.

Nach einer Studie, die in JAMA Internal Medicine (2018; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.2413) publiziert wurde, erhielt ein Viertel aller älteren Patienten, denen Nichtpsychiater Benzodiazepine verschrieben hatten, auch nach einem Jahr weiterhin Rezepte.

Gerade im Alter sollten Benzodiazepine jedoch zurückhaltend eingesetzt werden.

Die Realität sieht allerdings oft anders aus. Die Teilnehmenden des US-Programms SUSTAIN („Supporting Seniors Receiving Treatment and Intervention“), das Senioren mit niedrigem Einkommen unterstützt, waren durchschnittlich 78 Jahre alt, als ihnen zum ersten Mal ein Benzodiazepin verordnet wurde. Dabei sollten Benzodiazepine Patienten über 65 Jahre nur im Ausnahmefall verordnet werden, erläutert Lauren Gerlach, die an der Universität in Michigan ein „Program for Positive Aging“ betreut.

SUSTAIN dokumentiert ausschliesslich Verordnungen von Nicht-Fachärzten. Diese Nicht-Fachärzte hatten Benzodiazepine in der Regel gegen Schlafstörungen verordnet. Da sich die Schlafstörungen mit diesen Medikamenten zwar (vorübergehend) verbessern, die Ursachen jedoch nicht beseitigt werden, besteht die Gefahr, dass Folgerezepte ausgestellt werden. Die Patienten, die ein Jahr nach der ersten Verordnung weiterhin Benzodiazepine bekamen, gaben viermal häufiger einen sehr schlechten Schlaf an als Patienten, die nur kurzzeitig Benzodiazepine einnahmen.

Gesamthaft lag der Anteil der Patienten mit einer chronischen Verschreibung in dieser Untersuchung bei 26,4 Prozent (152 von 576 Patienten). Lauren Gerlach empfiehlt den Allgemeinmedizinern, bei der Erstverschreibung von Benzodiazepinen immer auch den Ausstieg zu planen.

Das Problem der übermäsigen Benzodiazepin-Verordnung ist nicht auf die USA begrenzt. In Deutschland bekommen zirka 4 bis 5 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten jährlich mindestens eine Verordnung eines Benzodiazepins oder eines Benzodiazepin-Derivats. Wie gross die Zahl der Menschen in Deutschland ist, die von Benzodiazepinen abhängig sind, ist nicht bekannt. Die Schätzungen liegen zwischen  128.000 und1,6 Millionen.

 

Quelle:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97784/Benzodiazepine-Jede-vierte-Verordnung-bei-aelteren-Menschen-fuehrt-zur-Abhaengigkeit

 

https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/article-abstract/2701626

 

Kommentar & Ergänzung:

Benzodiazepine sind in bestimmten Situationen wichtige Medikamente, zum Beispiel in der Psychiatrie. Aber so breit und langfristig, wie sie seit langem eingesetzt werden, gegen Schlafstörungen und Spannungszustände im Alltag, das ist skandalös. Das hohe Abhängigkeitspotenzial ist seit Jahrzehnten bekannt und wurde von den Herstellern kosequent kleingeredet. Irgendwie ist es auch absurd, dass chronischer Gebrauch von Benzodiazepinen gegen Schlafstörungen Schlafstörungen fördern kann.

Und damit das klar ist: Mir geht es nicht darum, ein plumpes, pauschales Feindbild „böse Pharmaindustrie“ zu bewirtschaften. Es gibt nützliche, wertvolle und notwendige Medikamente. Das soll aber nicht davon abhalten, Missstände klar zu benennen. Das hier ist ein solcher Missstand.

Schlafstörungen und Spannungszustände im Alltag sollten in erster Linie mit nicht-medikamentösen Bewältigungsstrategien angegangen werden. Unterstützend können auch Heilpflanzen-Anwendungen als Option in Frage kommen. Ätherische Öle wie Lavendelöl, Kräutertees wie Zitronenmelisse oder Orangenblüten, Phytopharmaka wie die Kombipräparate aus Baldrianextrakt und Hopfenextrakt. Sie helfen nicht in jedem Fall, sind aber völlig frei von jedem Abhängigkeitsrisiko. Deshalb lohnt es sich, sie in die Behandlungsoptionen einbezogen werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe.

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse.

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse.

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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Helfen Erdbeeren gegen Darmentzündungen?

Erdbeeren hemmen bei Mäusen die Autoimmunreaktion der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Täglich eine Portion Erdbeeren könnte die Symptome von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa lindern. Darauf deuten Versuche mit Mäusen hin, die an der University of Massachusetts durchgeführt wurden. Der Erdbeergenuss hemmte die Entzündungen im Darm und die damit verbundenen Schäden. Gleichzeitig reduzierte das Erdbeerpulver die Zahl der entzündungsfördernden Immunzellen und -Botenstoffe im Darm. Ob diese „Erdbeer-Diät“ auch beim Menschen wirksam ist, wollen die Wissenschaftler nun als nächstes untersuchen.

Chronisch-entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sind weltweit verbreitet und betreffen Millionen von Menschen.

In Deutschland dürften an diesen Autoimmunerkrankungen etwa 300.000 Menschen leiden. Chronische Entzündungen der Darmschleimhaut lösen bei ihnen Durchfall und Bauchschmerzen aus und können im Laufe der Zeit sogar die Darmwand schwer schädigen. Die Auslöser dieser Krankheiten sind bisher nur zum Teil geklärt. Es gibt eine genetische Komponente, doch auch Umweltfaktoren wie Nanopartikel, Triclosan sowie die Darmflora könnten eine Rolle spielen.

Eine Heilung dieser entzündlichen Darmerkrankungen ist bisher nicht möglich. Die Entzündungen lassen sich aber durch Medikamente wie Cortison oder durch gezielte Antikörpertherapien hemmen. Auch Ernährungsmassnahmen können Linderung verschaffen.

Ein Lebensmittel, das offenbar heilsam bei entzündlichen Darmerkrankungen wirkt, haben identifiziert: Erdbeeren. Für ihre Studie mit Erdbeeren haben nun Forscher um Hang Xiao von der University of Massachusetts die Wirkung dieses Obstes an Mäusen getestet, die an einer induzierten chronischen Darmentzündung litten. Ein Teil dieser Mäuse bekam mit dem Futter ein Pulver aus gefriergetrockneten ganzen Erdbeeren.

Forscher Xiao erklärt dazu:

„Wenn man nur Extrakte und einzelne Verbindungen testet, bleiben eine Menge anderer wichtiger Inhaltsstoffe der Beeren auf der Strecke, darunter Ballaststoff-Fasern oder an sie geknüpfte phenolische Verbindungen, die sich durch Lösungsmittel nicht extrahieren lassen.“

Darum verabreichten die Forscher den Mäusen Komplettpulver, und zwar in einer Dosis, die etwa einer Tasse frische Erdbeeren täglich bei einem Menschen entspricht.

Erdbeeren reduzierten Symptome und Immunreaktion

Die Resultate der Studie zeigten, dass die Erdbeeren die Krankheitssymptome linderten. Sie verringerten die Schäden an den Darmgeweben der Mäuse und verhinderten die Verkürzung des Darms. Auch die Menge der entzündungsfördernden Immunzellen in der Darmschleimhaut wurde durch die Gabe des Erdbeer-Komplettpulvers reduziert.

Die Mäuse litten dadurch nicht mehr unter blutigen Durchfällen und nahmen auch wieder an Körpergewicht zu. Die Erdbeer-Diät hatte zudem einen günstigen Effekt auf die Darmflora der Tiere. Sie begann sich im Laufe der Studie zu normalisieren. Die Zahl der Akkermansia- und Dorea-Bakterien verminderte sich, dafür stieg die Menge von Lactobacillus und Bifidobacillus. Das wiederum normalisierte den Darmstoffwechsel und förderte die Bildung von gesunden, kurzkettigen Fettsäuren im Verdauungstrakt.

 

Wirkung beim Menschen noch ungeklärt

Noch haben die Wissenschaftler die günstige Wirkung der Erdbeeren nur bei Mäusen nachgewiesen. Sie halten es aber für durchaus wahrscheinlich, dass auch menschliche Patienten mit chronischen Darmentzündungen vom Konsum von Erdbeeren profitieren könnten und wollen dies nun in ersten Tests mit Darmpatienten untersuchen.

Dass Ernährungfaktoren bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eine wichtige Rolle spielen können, ist schon länger bekannt. Der bewegungsarme Lebensstil und die Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen hier bei uns – viel Zucker, viel tierisches Fett, aber wenig Ballaststoffe – könnten laut Xiao zu chronischen Darmentzündungen beitragen.

Sollte sich nun diese im Labor gefundenen Effekt der Erdbeeren bestätigen, dann hätten Betroffene eine zusätzliche Möglichkeit, ihr Leiden durch einfache Maßnahmen zumindest zu lindern – bereits eine Dreiviertel Tasse voller Erdbeeren täglich könnte dafür genügen. Die Forscher betonen aber, dass Darmpatienten vor einer Anwendung immer erst Rückspräche mit ihrem Arzt halten sollen, weil Erdbeeren auch Allergien auslösen können

 

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-23061-2018-08-21.html

(American Chemical Society 256th National Meeting, 2018)

 

Kommentar & Ergänzung:

Mal abgesehen von schwierigen ethischen Fragen, die solche Versuche immer auch aufwerfen, sind das natürlich interessante Ergebnisse.

Allerdings lassen sich Erkenntnisse aus Tierversuchen nicht einfach so direkt auf Menschen übertragen, worauf die Forscher richtigerweise auch hinweisen. Eine künstlich ausgelöste Entzündung bei der Maus entspricht eben nicht genau der Entzündung durch Morbus Crohn und Colitis ulcerosa beim Menschen.

Günstig ist hier allerdings der Umstand, dass die verwendete Dosis umgerechnet auf den Menschen in einer realistischen Grössenordnung liegt, einfach zu verabreichen ist und kostenmässig nicht gross ins Gewicht fällt. Dazu sind Erdbeeren nach gegenwärtigem Wissen unschädlich und darüber hinaus sogar gesund.

Und wer an einer Erdbeerallergie leidet, wird das in der Regel wohl wissen und diese Erdbeer-Diät bleiben lassen.

Würde ich an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden, würde ich diese Option wohl ausprobieren und in der Erdbeersaison über 4 – 6 Wochen eine Tasse Erdbeeren über den Tag verteilt essen.

Aus sicht der Phytotherapie könnte man aber auch andere Arzneipflanzen in Betracht ziehen. So wirken zum Beispiel getrocknete Heidelbeeren durch ihren Gerbstoffgehalt gegen Durchfall und von den blauen Farbstoffen (Anthocyane) könnte eine entzündungswidrige Wirkung im Darm ausgehen. Auch der gelbe Farbstoff Curcumin aus der Gelbwurzel (Curcuma) wirkt möglicherweise gegen Entzündungen im Darm. Das sind allerdings ebenfalls nur Ableitungen aus Laborstudien. Sowohl für Heidelbeere als auch für Curcumin fehlen grössere Studien mit Patienten, die an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden.

Interessant ist an diesem Forschungsbericht im übrigen auch, dass Forscher Xiao Argumente für die Verwendung von Erdbeer-Vollpulver und gegen isolierte Substanzen und Extrakte anführt.

In der Phytotherapie finden sich ähnliche Argumentationen. Phytotherapie arbeitet in der Regel mit „Teams“ von Wirkstoffen und nicht mit isolierten Einzelsubstanzen, verwendet aber durchaus auch Extrakte.

Die Schwierigkeit für Forschung mit einem Erdbeer-Vollpulver wird sein, dass sich ein solches Produkt nicht patentieren lässt. Dadurch wird es wenig Interesse von Firmen geben, massiv Geld in teure klinische Forschung zu investieren. Die Chance, dass sich eine solche Intestition später auszahlt, ist einfach zu gering, weil jede andere Firma diese Forschungsergebnisse auch für ihre Zwecke nutzen und ein Erdbeer-Vollpulver auf den Markt werfen kann. Patentierbare Einzelsubstanzen oder Spezialextrakte sind da viel attraktiver.

Diese ökonomische Tatsache ist wesentlich dafür mitverantwortlich, dass einfache Pflanzenprodukte wie ein Kräutertee oder eben ein Pflanzenpulver wenig erforscht werden. Solche Forschung kommt oft nicht über das billigere Laborstadium hinaus. Es spricht viel dafür, dass es dem Erdbeer-Vollpulver auch so gehen wird.

Und dann ist es einfach zu sagen, dass zuwenig aussagekräftige Studienergebnisse vorliegen…..

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Warnung vor Ibuprofen in der Schwangerschaft

Ibuprofen ist ein Schmerzmittel, Entzündungshemmer und Fiebersenker aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

Seit 15 Jahren publiziert die ANSM Gesundheitsfachleute regelmässig Warnungen vor Risiken bei Einnahme von NSAR ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat.

Aus der Überwachung von Medikamenten bezüglich Risiken und Nebenwirkungen (Pharmakovigilanz) zeigt sich eindeutig, dass eine Einnahme, auch einmalig, ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat für den Fötus toxisch sein kann. Belegt ist ein ein Risiko für renale und kardiopulmonale Beschwerden, welche zum Tod in utero oder kurz nach der Geburt führen können. Frühgeburten und Asthma beim Neugeborenen können ebenfalls auftreten.

Gemäss einem aktuellen Bericht des Inserm (Institut national de la santé et de la recherche médicale française) und der ANSM zählt Ibuprofen bei Schwangeren zu den am häufigsten konsumierten frei verkäuflichen Schmerzmitteln, und wird in der Schwangerschaft oft verschrieben.

In Kooperation mit anderen Ländern haben Wissenschaftler des Inserm nun die Wirkung von Ibuprofen auf humane, fötale Hoden (Transplantat in Mäusen) untersucht. Sie konnten so feststellen, dass es im ersten Trimenon im Hodengewebe zu hormonellen Störungen kommt, welche möglicherweise Folgen für die Entwicklung des männlichen Urogenitalsystems haben können. Die Testosteronproduktion wurde stark reduziert, die Vermännlichung des Genitaltraktes beeinträchtigt und die Genexpression für funktionsfähige Keimzellen (Bildung von Spermatozyten) vermindert.

Eine neue Studie an 7 bis 12 Wochen alten Föten zeigte auch eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung der Eierstöcke bei Mädchen.

Diese Ergebnisse mahnen zur Vorsicht bei der Anwendung von Ibuprofen bereits zu Beginn einer Schwangerschaft, damit die Fruchtbarkeit der Kinder nicht beeinträchtigt wird.

Literatur:

Revue Médicale Suisse 556/2018/p724

Le Moniteur 321/2018/p20

Quelle:

 

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5721&NMID=5721&LANGID=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Da Ibuprofen ein sehr häufig konsumiertes Schmerzmittel ist, verdient diese Warnung breite Beachtung.

Ausserdem sind eine ganze Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten.

Ibuprofen hemmt zum Beispiel unter anderem die Schleimproduktion im Magen und kann dadurch Schäden an der Magenschleimhaut auslösen.

Gemäss Wikipedia ist Ibuprofen gegenwärtig in folgenden Medikamenten enthalten (Monopräparate):

„Da das Patent von Ibuprofen seit Jahren frei ist, handelt es sich – außer beim Original – bei den folgenden Präparaten um Generika mit verschiedensten Namen in Deutschland (D), Österreich (A) und der Schweiz (CH): Aktren (D, A), Alges-X (CH), Algifor-L Forte 400 (CH), Anco (D), Brufen (A, CH), Dismenol (D, A, CH), Dolgit (D, A), Dolocyl (CH), Dolormin Extra (D), Esprenit (D), Eudorlin Extra (D), Grefen (CH), Gyno-Neuralgin (D), Ibuflam (D), IbuHEXAL (D), Ibumetin (A), Ibutop (D), Ibubeta (D), Irfen (CH), Kontagripp (D), Migränin Ibuprofen (D), Movone (A), Neuralgin extra (D), Nurofen (D, A), Opturem (D), Pedea (D), RatioDolor akut (A), Saridon (CH), Spedifen (A, CH), Spalt Flüssigkapseln (D), Spidifen (D), Tispol (D), Urem (D).“

Es wäre aber verkehrt, die Warnung nur auf Ibuprofen zu beziehen. Auch andere Schmerzmittel könnten während der Schwangerschaft problematisch sein. Darauf weisen die Resultate einer Studie aus Kopenhagen hin.

Demnach steigern Schmerzmittel das Risiko, einen Sohn zu gebären, der eine Lageanomalie des Hodens – auch Kryptorchismus genannt – aufweist. Diese Fehlentwicklung kann im späteren Lebensalter zu einer schlechteren Samenqualität führen und Hodenkrebs fördern.

Siehe dazu:

Bedenkliche Schmerzmittel in der Schwangerschaft

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Fuchsbandwurm durch Beerensammeln?

Auf Kräuterwanderungen werde ich immer wieder mal darauf angesprochen, ob es vertretbar sei, Wildbeeren zu sammeln und zu essen, wegen dem Risiko einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm.

Dazu ist zu sagen, dass ein Befall mit dem Fuchsbandwurm für den Menschen lebensgefährlich sein kann, aber sehr selten vorkommt.

In Deutschland waren die Meldezahlen im Vergleich zu den Vorjahren nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) im Jahr 2016 wieder rückläufig: 26 Fälle gab es, davon 10 aus Bayern, 8 aus Baden-Württemberg, wobei das RKI darauf hinweist, dass davon nicht in jedem Fall auf den Infektionsort geschlossen werden kann.

Infizierte Personen nehmen zunächst keine Beschwerden oder Schmerzen wahr, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) erklärt. Der Erreger befalle unbemerkt die Leber, in der sich die Larven des Bandwurms entwickeln.“ Manchmal wird auch die Lunge oder – seltener – das Gehirn befallen. Die Larven wachsen im Körper sehr langsam und zerstören tumorartig das Organ. Bis sich die ersten Symptome zeigen, kann es mehr als zehn Jahre dauern.

Noch vor 30 Jahren galt eine Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm als Todesurteil. Inzwischen gibt es Medikamente, die den Erreger in Schach halten, eine komplette Heilung ist jedoch noch nicht möglich, erklärte Professor Klaus Brehm vom Institut für Hygiene am Uniklinikum Würzburg kürzlich im Bayerischen Rundfunk. Die Medikamente können das Wachstum der Larve im Organismus des Menschen eindämmen, sind jedoch nicht in der Lage, das Larvengewebe abzutöten, so dass Patienten das Medikament ein Leben lang nehmen müssen.

Die geschlechtsreifen, drei bis vier Millimeter langen Würmer leben im Darm von Fleischfressern, in Europa hauptsächlich von Rotfuchs, Marderhund und seltener auch bei Hund und Katze. Die Tiere scheiden die Eier des Parasiten mit dem Kot aus. Diese sind gegenüber Umwelteinflüssen sehr widerstandfähig und können unter günstigen Bedingungen mehrere Monate infektiös bleiben. Abtöten lassen sich die Eier nur durch kurzes Abkochen oder ein mehrere Tage dauerndes Einfrieren bei minus 80 Grad.

 

Und nun zu möglichen Übertragungswegen

Der Übertragungsweg des Fuchsbandwurms auf den Menschen sei noch nicht richtig erforscht, erläutert das Friedrich-Loeffler-Institut.

Die Übertragung des Parasiten von einem Haustier auf den Menschen ist weltweit bisher noch in keinem Fall nachgewiesen worden. Eine Übertragung vom Hund kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Deshalb sollten herumstreunende und Mäuse jagende Hunde regelmäßig auf Bandwürmer untersucht und entwurmt werden. Bei Katzen besteht nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts nur ein geringes Übertragungsrisiko, weil sie eine geringere Empfänglichkeit für den Fuchsbandwurm haben und im Falle einer Infektion sehr viel geringere Eizahlen ausscheiden.

Und nun zum Sammeln von Beeren und Pilzen…

Mikrobiologe Klaus Brehm von der Würzburger Uniklinik erklärt dazu, dass das Sammeln von Beeren oder Pilzen bisher in keiner Studie als Risikofaktor identifiziert worden ist. Er gibt ausserdem den wichtigen Hinweis, dass man mehrere Hundert Eier des Fuchsbandwurms aufnehmen müsse, um sich zu infizieren, und sagt darüber hinaus:

„Je höher eine Beere am Strauch hängt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Beere mit Fuchskot in Verbindung kommt. Das heißt, die Beere muss schon erkennbar mit Fuchskot verunreinigt sein und kaum jemand wird so eine Beere essen.“

Quelle:

https://www.n-tv.de/wissen/Ist-Pilze-und-Beerensammeln-riskant-article20582536.html

https://www.br.de/mediathek/video/unnoetige-aengste-infektion-mit-fuchsbandwurm-durch-beeren-kaum-moeglich-av:5b6ad150147dc800180ed0ba

Kommentar & Ergänzung:

Das sind immer so schwierige Themen, wenn es zwar äusserst unwahrscheinlich ist, dass ein Risiko eintrifft, doch wenn es trotzdem geschieht,  zum Beispiel die Fuchsbandwurm-Infektion, dann ist es eine sehr ernsthafte Sache.

Immerhin lässt sich die Krankheit inzwischen soweit behandeln, dass man nicht mehr an ihr sterben muss.

Beim Fuchsbandwurm scheinen die Warnungen vor einer Infektion durch den Genuss von gesammelten Beeren allerdings auf einer sehr schwachen Grundlage zu stehen.

Dafür sprechen auch Aussagen anderer Fachleute, zum Beispiel von der Uniklinik Ulm:

Fuchsbandwurm: Risiko durch Waldbeeren?

Waldbeeren & Fuchsbandwurm diffuse Ängste

Interessant und zuwenig bekannt acheint mir der Hinweis, dass es offenbar eine längerdauernde Aufnahme von mehreeren 100 Eiern braucht, bis eine Infektion stattfindet.

Offenbar kann man mit diesen Fuchsbandwurmeiern auf verschiedensten Wegen in Kontakt kommen. Im Merkblatt „Vorsicht Fuchsbandwurm“ des Instituts für Parasitologie der Universität Zürich stehen zum Beispiel auch die Hinweise:

– „Schuhe/Stiefel nicht im Wohnbereich benutzen und die Hände regelmässig waschen.

– Nach Arbeiten mit Erde oder Gras (Rasen) und Gartenarbeiten, sowie nach Kontakt mit Hunden jeweils die Hände gründlich waschen. „

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ingwer bei Reisekrankheit ohne sedierende Nebenwirkung

Die „Pharmazeutische Zeitung“ hat gerade einen Artikel publiziert zum Thema Reisekrankheit (Kinetose). Dort wird festgestellt, dass sich für die Selbstmedikation der Reiseübelkeit die H1-Antihistaminika Dimenhydrinat und Diphenhydramin etabliert haben. Sie blockieren die Histamin-Rezeptoren in der Area postrema und unterdrücken dadurch den Brechreiz.

Der Text weist auch auf die sedierende Nebenwirkung dieser Medikamente hin, wodurch die Reaktionsfähigkeit zum Beispiel im Straßenverkehr beeinträchtigt wird.

Dimenhydrinat oder Diphenhydramin sind zudem wegen ihrer anticholinergen Nebeneffekte nicht geeignet bei akuten Asthmabeschwerden, Engwinkelglaukom, Prostatahyperplasie, Epilepsie, Arrhythmien sowie bei schweren Leberfunktionsstörungen.

Als Alternative wird im Beitrag der Ingwer erwähnt:

„Eine phytotherapeutische Alternative gegen Reiseübelkeit ist Ingwer (Zingiber officinale). Die Wirkung wird in erster Linie den enthaltenen Gingerolen und Shogaolen zugeschrieben, wobei der genaue Wirkmechanismus unbekannt ist. Ingwer steht in Kapselform zur Verfügung. Das Präparat sollte eine halbe Stunde vor Reisebeginn und dann bei Bedarf alle vier Stunden eingenommen werden. Vorteil des Ingwers: Die Reaktionsfähigkeit bleibt unbeeinträchtigt.“

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=77445

Kommentar & Ergänzung:

Ingwer ist eine vielseitige Heilpflanze, die schon seit langem gegen Verdauungsbeschwerden und bei Erkältungskrankheiten eingesetzt wird.

Die Anwendung als Antiemetikum – also als Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen – ist erst in jüngerer Zeit aufgekommen.

Die Vielfalt der Ingwer-Anwendungen zeigt sich in den folgenden Beiträgen:

Kandierte Ingwerstückchen zur Förderung des Appetits

Ingwer unterstützt Heilungsprozess bei Mandeloperation

Oeko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als „gut“ bewertet

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Ingwer bei Erkältungen

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer vermindert Muskelschmerzen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen?

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie im Bereich „Hauterkrankungen & Wunden“

Hier finden Sie die wichtigsten Themen, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung im Bereich „Hauterkrankungen & Wunden“ vermittle.

Bei den Hauterkrankungenist es nicht nur wichtig, welche Heilpflanzen zur Behandlung geeignet sind. Zentral ist auch die Frage, welche Arzneiform gewählt wird. Bei Ekzemen zum Beispiel muss die Arzneiform zum Ekzemstadium passen. Es kommt sehr darauf an, ob das Ekzem in einer akuten oder chronischen Phase ist. Entsprechend muss die Heilpflanzen-Anwendung in einer wässrigen Form (Bad, Umschlag) oder in einer fettarmen oder fettreichen Emulsion (Lotionen, Salben, Cremen) durchgeführt werden.  Deshalb sprechen wir in meinen Lehrgängen beim Thema „Phytotherapie in der Dermatologie“ auch über diese grundlegenden Arzneiformen. In manchen Situationen ist es zudem sinnvoll, Heilpflanzen-Anwendungen mit synthetischen Medikamenten zu kombinieren. Wann und wie das zum Beispiel bei Ekzemen möglich ist,  kommt in den Lehrgängen ebenfalls zur Sprache. In der Phytotherapie-Ausbildung werden zudem phytotherapeutische und nichtmedikamentöse Möglichkeiten zur Juckreizstillung aufgezeigt.

In den Lehrgängen stehen insbesondere Heilpflanzen-Anwendungen für folgende Hautprobleme auf dem Programm:

☛ Ekzeme (z. B. Kontaktekzeme, Neurodermitis)

☛ Juckreiz

☛ Warzen

☛ Fieberbläschen

☛ Fusspilz

☛ Furunkel

☛ Psoriasis (Schuppenflechte)

☛ Sonnenbrand

☛ Akne

Auch im Bereich der Wundbehandlung müssen bei der Anwendung von Heilpflanzen die Stadien der Wundheilung und die passenden Arzneiformen berücksichtigt werden.

Da die Wundbehandlung insbesondere in der Pflege eine wichtige Rolle spielt, gehen wir vor allem in der Phytotherapie-Ausbildung vertiefter auf die verschiedenen Wundheilungsphasen und auf unterschiedliche Wundarten ein, zum Beispiel auf das Unterschenkelgeschwür, bei dem neben äusserlichen Heilpflanzen-Anwendungen auch innerliche Möglichkeiten der Phytotherapie zur Verbesserung der Wundheilung erläutert werden. In der Phytotherapie-Ausbildung kommen zudem als Wundbehandlungsmittel Honig (Medihoney), Propolis (Bienenkittharz) und Perubalsam zur Sprache.

Neben den offenen Verletzungen geht es bei diesem Thema auch um stumpfe Verletzungen (Verstauchungen, Blutergüsse etc.).

Im Vordergrund stehen beim Thema Wundbehandlung die folgenden Anwendungsbereiche:

☛ Kleine Schürf- und Schnittwunden (Blutstillung, Desinfektion mit Pflanzentinkturen und ätherischen Ölen)

☛ Wunden mit schlechter Heilungstendenz (z. B. Unterschenkelgeschwüre)

☛ Verbrennungen

☛ Insektenstiche

☛ Narbenpflege

☛ Stumpfe Verletzungen (Bluterguss, Vertauchung, Prellung)

Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema „Hauterkrankungen & Wunden“ befassen:

Quercus Cortex – Eichenrinde

Juglandis folium – Walnussblätter

Theae nigrae folium – Schwarzteeblatt

Tormentillae rhizoma – Blutwurz, Tormentill

Cardiospermum-Urtinktur / Cardiospermum-Salbe

Hamamelidis folium / -cortex – Hamamelisblatt / -rinde

Hyperici oleum – Johannisöl

Mahoniae cortex – Mahoniarinde

Violae tricoloris herba – Stiefmütterchenkraut

Menthae piperitae aetheroleum – Pfefferminzöl

Melaleucae alternifoliae aetheroleum – Teebaumöl

Lavandulae aetheroleum – Lavendelöl

Calendulae flos – Ringelblumenblüte

Symphyti radix – Beinwellwurzel

Matricariae flos – Kamillenblüte

Aloe – Aloe

Oenotherae biennis oleum – Nachtkerzenöl

Chelidonii herba – Schöllkraut

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung und Repetition.

Melden Sie sich jetzt für das Heilpflanzen-Seminar oder die Phytotherapie-Ausbildung an, wenn Sie fundiertes, verständliches Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten.

 

 

Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie im Bereich Psyche / Nervensystem

Krankheiten und Beschwerden im Bereich Psyche / Nervensystem sind ein wichtiger Bereich der Phytotherapie. Hier finden Sie die wichtigsten Themen, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung im Bereich Psyche / Nervensystem vermittle.

Wir befassen uns hier vor allem mit Heilpflanzen-Anwendungen in folgenden Themenbereichen:

☛ Schlafstörungen

Mit Heilpflanzen-Anwendungen lässt sich nicht jedes Schlafproblem lösen. Die grossen Vorteile der Heilpflanzen-Anwendungen liegen aber in der guten Verträglichkeit und dem fehlenden Abhängigkeitsrisiko. Daher sind Heilpflanzen bei Schlafstörungen eine wichtige Option.  Man muss aber genau wissen, welche Heilpflanze in welcher Anwendungsform sinnvoll ist. Diese Kenntnisse vermittle ich in den Lehrgängen. Ausserdem lassen sich Heilpflanzen-Anwendungen bei Schlafstörungen gut mit einem Einschlafritual verbinden, das zur Wirkung beitragen kann (Abendbad, Schlafkissen, Einreibung, Kräutertee…).

 

☛ Angst & Angsterkrankungen

Auch hier gilt: Es gibt sehr unterschiedliche Angsterkrankungen und Heilpflanzen-Anwendungen helfen allein nicht in jedem Fall. Sie können aber oft sinnvoll unterstätzend eingesetzt werden. Lernen Sie die Möglichkeiten in meinen Lehrgängen kennen.

 

☛ Depressionen

Beim Thema „Depressionen“ stehen Heilpflanzen-Anwendungen mit Johanniskraut im Zentrum. Damit verbunden sind eine ganze Reihe von Fragen: Bei welchen Formen der Depression sind Johanniskraut-Anwendungen geeignet und bei welchen nicht? Welche Anwendungsform von Johanniskraut ist wirksam und sicher zugleich (Johanniskauttee, Johanniskrauttinktur, Johanniskrautextrakt)? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Tinkturen und Extrakte und wie wirkt sich das auf die Wirksamkeit aus? Wie lange muss eine wirksame Johanniskraut-Anwendung eingenommen werden, damit eine Wirksamkeit erwartet werden kann? Welche Dosierungen sind dazu nötig? Welche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind zu beachten? Solche Fragen und die antworten dazu schauen wir uns in meinen Lehrgängen an.

 

☛ Schmerz

Auch bei Schmerz gilt: Es gibt Schmerzzustände, für deren Linderung synthetische Pharmaprodukte oder stark wirkende Medikamente aus der Pflanzenwelt (Opiate) nötig sind.

In Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung lernen Sie aber eine ganze Reihe von Heilpflanzen-Anwendungen kennen, die bei Schmerzzuständen Linderung bringen können. Damit lassen sich manchmal auch die Dosierungen synthetischer Schmerzhemmer reduzieren, wodurch deren Nebenwirkungsrisiko vermindert wird.  Wir besprechen hier zum Beispiel Migräne und Spannungskopfschmerzen als phytotherapeutisch beeinflussbare Schmerzzustände.

☛ Übelkeit / Erbrechen

Hier geht es um Übelkeit und Erbrechen, das nicht primär vom Verdauungstrakt ausgelöst wird: Reisekrankheit, Übelkeit / Erbrechen nach Operationen oder während Chemotherapie, Schwangerschaftsübelkeit.

☛ Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema „Psyche / Nervensystem“ befassen:

Valerianae radix – Baldrianwurzel

Melissae folium – Melissenblatt

Lavandulae flos – Lavendelblüte / Lavendelöl

Aurantii flos – Orangenblüte

Passiflorae herba – Passionsblumenkraut

Lupuli strobulus – Hopfenzapfen

Cannabis-Produkte

(CBD-Hanf, THC-Hanf, legale Wege zur Cannabis-Therapie)

Hyperici herba – Johanniskraut

Zingiberis rhizoma – Ingwer-Wurzelstock

Caryophylli flos – Gewürznelken

Tanaceti parthenii herba – Mutterkraut

Petasitidis rhizoma – Pestwurz-Wurzelstock

Petasitidis folium – Pestwurzblatt

Menthae piperitae aetheroleum – Pfefferminzöl

Kava-Kava rhizoma – Kava-Wurzelstock

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung, Repetition und für medizinische und psychologische Zusammenhänge.

Melden Sie sich jetzt für das Heilpflanzen-Seminar oder die Phytotherapie-Ausbildung an, wenn Sie fundiertes, verständliches Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten.

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie im Bereich Rheuma

Hier finden Sie die wichtigsten Themen, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung im Bereich Rheumatologie vermittle.

Bei rheumatischen Erkrankungen kann man mit innerlichen oder äusserlichen Heilpflanzen-Anwendungen oft zur Linderung von Schmerzen und/oder Entzündungen beitragen. Bei hoch entzündlichen Gelenken sind aber in der Regel starke Entzündungshemmer nötig, um den Knorpel zu schützen. Da solche Medikamente aber bei längerdauernden Anwendungen oft gravierende Nebenwirkungen entfalten können, machen unterstützende Heilpflanzen-Anwendungen zum Beispiel in Phasen zwischen akuten Schüben oft Sinn. Ausschliesslich auf Heilpflanzen-Anwendungen zu setzen kann bei schwereren Entzündungen zu Schäden am Gelenk führen.

Ich vermittle einen kooperativen Ansatz: Heilpflanzen-Anwendungen und klassische Medikamente können sich je nach Situation ergänzen. Als Anwender muss man wissen, in welchen Situation Heilpflanzen sinnvoll sind, wann sie unterstützend helfen können und wann es klassische Entzündungshemmer braucht.

Wir befassen uns im Bereich „Phytotherapie in der Rheumatologie“ vor allem mit innerlichen und äusserlichen Heilpflanzen-Anwendungen bei folgenden Beschwerden / Krankheiten:

☛ Entzündlicher Rheumatismus 
z.B. chronische Polyarthritis, Spondilitis 


☛ Degenerativer Rheumatismus z.B. Arthrosen und Spondylosen 


☛ Weichteilrheumatismus (extraartikulärer Rheumatismus)


☛ Gicht



Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema „Phytotherapie in der Rheumatologie“ befassen :

Olibanum – Weihrauch

Urticae folium – Brennnesselblatt

Oenotherae biennis oleum – Nachtkerzenöl

Harpagophyti radix – Teufelskrallenwurzel

Salicis cortex – Weidenrinde

Capsici fructus – Paprikafrucht (Capsaicin-Präparate)

Cynosbati fructus cum semina – Hagebutten (Hagebuttenpulver)

Graminis flos – Heublumen / Heublumenwickel

Einreibung ätherischer Öle (z. B. Rosmarinöl, Wacholderöl, Latschenkieferöl)

Arnicae flos – Arnikablüte

Symphyti radix – Beinwellwurzel, Wallwurz

 

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung, Repetition und für die medizinischen Zusammenhänge.

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Bei chronischer Verstopfung erst im zweiten Schritt Abführmittel anwenden

Chronische Verstopfung sollte nicht sogleich mit Abführmitteln behandelt werden. Empfehlenswert als erster Behandlungsschritt sei eine ballaststoffreiche Ernährung, bis zu zwei Liter Flüssigkeitszufuhr pro Tag und regelmäßige Bewegung.

Wichtig bei Verstopfungen sei zunächst eine Umstellung des Speiseplans. Flohsamenschalen und Weizenkleie könnten Betroffene zur Ergänzung ausprobieren. Darauf haben die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und die Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) hingewiesen. Sie haben gemeinsam eine Leitlinie zur Behandlung der sogenannten chronischen Obstipation publiziert.

Erst wenn diese Massnahmen keine Besserung bringen, sollten Arzneimittel zum Einsatz kommen. Klassische Abführmittel sind der Leitlinie zufolge angezeigt, wenn die Beschwerden durch eine Darm-Transportstörung verursacht werden. Dabei passiert der Stuhl den Dickdarm verzögert. Die Medikamente können dann den Stuhl verflüssigen und die Darmtätigkeit anregen. Eine andere Möglichkeit sind bestimmte Zuckerstoffe. Helfen solche Präparate nicht, kommen Prokinetika infrage, die das Darmnervensystem stimulieren. Weniger empfehlenswert seien Mittel, die auf Salz oder Ölen basieren, erklären die Fachleute.

Bei Beschwerden, die auf einer sogenannten Entleerungsstörung beruhen, können Abführzäpfchen oder Einläufe als unterstützende Maßnahmen zur Anwendung kommen. Bei einer Entleerungsstörung funktioniert der Transport bis in den Enddarm, doch fällt den Patienten die Entleerung schwer.

Als chronisch gilt eine Verstopfung, wenn sie mindestens zwölf Wochen andauert und der Patient über zwei weitere Symptome wie «starkes Pressen», «klumpiger harter Stuhl» oder «subjektiv unvollständige Entleerung» klagt.

Quelle:

http://www.ksta.de/gesundheit/bei-chronische-verstopfung-erst-im-zweiten-schritt-abfuehrmittel,15938564,24000956.html

 

Kommentar & Ergänzung:

 

Die hier empfohlenen Flohsamen bzw. Flohsamenschalen gehören zu den wichtigen Heilpflanzen in der Phytotherapie.

Als Quellmittel können sie als Regulans eingesetzt werden – mit viel Wasser eingenommen, gegen Verstopfung, mit wenig Wasser gegen chronische Durchfälle, zum Beispiel bei Reizdarm.

 

Siehe auch:

Flohsamen bei Durchfall

Ballaststoffe bei chronischer Verstopfung: Flohsamenschalen verträglicher als Leinsamen

Verstopfung: Anwendungshinweise für Leinsamen und Flohsamen

Phytotherapie: Was sind Flohsamenschalen?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Aktivkohle bei Durchfall

Aktivkohle = „medizinische Kohle“, ist poröser, feinkörniger Kohlenstoff mit einer grossen inneren Oberfläche.

„ Die Poren sind wie bei einem Schwamm untereinander verbunden (offenporig). Die innere Oberfläche beträgt zwischen 300 und 2000 m2/g Kohle, damit entspricht die innere Oberfläche von vier Gramm Aktivkohle ungefähr der Fläche eines Fußballfeldes.“ (Quelle: Wikipedia).

An diese eindrücklich grosse Oberfläche bindet Aktivkohle Toxine und führt sie über den Stuhl der Ausscheidung zu. Diese Fähigkeit wird ausgenutzt bei Vergiftungen. Aktivkohle ist dabei zwar sehr breit wirksam, aber nicht gegen alle Gifte. Unwirksam ist sie zum Beispiel gegen Cyanid, Eisen, Lithium, Elektrolyte, Lösungsmittel und verschiedene Alkohole wie Methanol und Ethanol. (Quelle: Pharmawiki)

Da Aktivkohle zum Beispiel auch Bakterien und Bakterientoxine bindet, wird sie ebenfalls als Mittel gegen Durchfall eingesetzt. Sie ist nur lokal im Verdauungstrakt wirksam und wird nicht in den Organismus aufgenommen.

Aktivkohle kann auch andere Medikamente binden und dadurch ihre Aufnahme stören. Deshalb sollen andere Medikamente nicht gleichzeitig, sondern in einem Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden, da es sonst zu einem Wirkungsverlust kommen kann.

Aktivkohle kann auch zur Entfernung von Zahnverfärbungen eingesetzt werden.

Aktivkohle ist für medizinische Zwecke im Handel in Kapselform oder als flüssige Suspension (Carbovit).

Ausgesprochen fragwürdig ist der Trend, Aktivkohle Lebensmitteln beizufügen in der Hoffnung, damit den Körper zu entgiften, zum Beispiel in Form von Aktivkohle-Drinks. Erstens ist überhaupt nicht klar, was genau für Stoffe da entgiftet werden sollen. Die Aktivkohle ist nämlich nicht so schlau, dass sie unterscheiden kann, welche Stoffe für uns schädlich sein könnten, und welche wir brauchen. So ist es denkbar, dass sie auch gesunde und notwendige Stoffe bindet wie Vitamine, Polyphenole etc.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch