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Weisse Taubnessel in der Küche und Kräuterheilkunde

Das Bundeszentrum für Ernährung hat gerade die Taubnessel als Wildkraut vorgestellt: Ihre zarten Blätter haben ein feines, champignonähnliches Aroma. Wer sie sammelt, sollte nur die jungen Triebe pflücken, deren obere Blättchen äußerst zart und schmackhaft sind.

Taubnessel schmeckt im Salat, im Pesto und Kräuterquark, in cremigen Suppen und in Aufläufen. Die Blätter lassen sich jedoch auch kurz gedünstet als Gemüsebeilage zu Fleisch und Fisch reichen.

Die weiße Taubnessel (Lamium album) zählt zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler und ist mit Kräutern wie Oregano und Thymian verwandt.

Quelle:

http://www.bzfe.de/inhalt/taubnessel-in-der-kueche-32105.html

Kommentar & Ergänzung:

Neben der Weissen Taubnessel findet man in der Natur zum Beispiel auch die gelbblühende Goldnessel und die rotblühenden Arten Rote Taubnessel und Gefleckte Taubnessel. Sie sind auch essbar.

Die Weisse Taubnessel wurde früher entsprechend der Signaturenlehre wegen der weissen Blüten bei Weissfluss eingesetzt. Es gibt allerdings keine ernsthaften Hinweise für eine Wirksamkeit in dieser Hinsicht. Dazu kommt, dass Weissfluss durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Eine Empfehlung von Taubnesseln gegen Weissfluss ist daher von Grund auf zu undifferenziert. Tradition ist wertvoll, aber sie hat nicht immer Recht. Tradition zu schätzen heisst nicht, ihr kritiklos zu begegnen. Im Gegenteil: Tradition zu schätzen bedeutet, sich mit ihr auseinanderzusetzen und dabei zu prüfen, was an ihr nützlich und was überholt oder irrtumsbehaftet ist.

Siehe auch:

Komplementärmedizin: Hat Tradition Recht?

Zur Zeit gibt es meinem Eindruck nach keine fundierten,  überzeugenden Anwendungsbereiche für die Weisse Taubnessel als Heilpflanze.

Taubnesseln sind aber sehr wertvolle Nahrungsquellen für Hummeln. Sie bieten ihnen sowohl Nektar als auch Pollen.

Und weil wir gerade bei den Hummeln sind und Frühling ist:

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Naturkunde: Weidenkätzchen von der Salweide

Die Salweide (Salix caprea) ist eine Pflanzenart in der Gattung der Weiden (Salix) innerhalb der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Wegen ihrer frühen Blütezeit ab Anfang März ist die Sal-Weide eine bedeutende erste Futterpflanze für Insekten wie zum Beispiel Honigbienen und verschiedene Wildbienenarten.

Als Kätzchen man meist den männlichen Blütenstand mancher Bäume und Sträucher. Die Bezeichnung geht auf sein fühlbar weiches Äußeres zurück, das mit einem weichen Katzenfell vergleichbar ist.

Foto auf Wikipedia.

Früh im Jahr fliegende Schmetterlingsarten wie Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge schätzen den nahrhaften Nektar der Weidenkätzchen. Zusammen mit der Eiche ist die Salweide die wichtigste Pflanze für die einheimische Schmetterlingsfauna.

Sehr wichtig ist die Salweide aber auch als Pollenspender. Bereits eine einzige männliche Blüte produziert bis zu 5 Millionen Pollenkörner. Dazu kommt noch, dass dieser erste in wesentlichen Mengen angebotene Pollen des Jahres auch der eiweissreichste ist (der Eiweissgehalt wird mit 15 – 22 % angegeben.

Die Honigbienen beginnen in ihrem Stock Ende Februar mit der Bruterzeugung und haben dafür im Herbst einen Pollenvorrat angelegt. Ist dieser wegen ungünstiger Witterung nur gering ausgefallen, muss das Brutgeschäft solange stocken, bis die Pflanzenwelt neuen Pollen liefert. Dieser für eine verstärkte Legetätigkeit der Bienenkönigin und für die Aufzucht der Brut als Eiweissquelle so wichtige Blütenstaub wird von den Kätzchen der Salweide in so reichem Mass angeboten wie es in dieser Jahreszeit bei keiner anderen Pflanze der Fall ist.

Bei Hummeln und sozialen Wespen überwintern nur die Jungköniginnen. Sie profitieren für die Aufzucht einer ersten Generation von Arbeiterinnen ebenfalls stark vom Pollenangebot der Weidenkätzchen.

Siehe auch:

Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs

Bei den Wildbienen gehören Sandbienen, Mauerbienen und Schmalbienen zu den frühesten Pollensammlerinnen. Nach einer bereits 1913 durchgeführten Untersuchung werden Weiden von 78 Bienenarten beflogen. Vor allem bei den Sandbienen gibt es Arten, die auf Salweide spezialisiert sind, und deren Aktivitätszeit mit der Blütezeit der Salweide zusammenfällt. Die gleiche Wärmemenge, welche die Weidenkätzchen zum erblühen bringt, lässt auch diese Wildbienenarten aus ihrer Kammer ausschlüpfen.

Am Blütenstaub der Weidenkätzchen interessiert sind zudem viele Schwebfliegenarten. Zum Beispiel die Gemeine Winterschwebfliege (Episyrphus balteatus) oder die als „Mistbiene“ bezeichnete Eristalis tenax. Die Eierstöcke dieser Schwebfliegen-Weibchen können nur bei reichlicher Aufnahme von Pollennahrung zur vollen Funktionsfähigkeit heranreifen.

Weidenkätzchen werden aber auch als Nahrungsquelle von Käfern, zum Beispiel dem Rosenkäfer, und sogar von Vögeln, besonders von Meisen.

Dieser ausgesprochen grosse Nutzen der Weidenkätzchen legt nahe, dass man sie in der Natur schonen sollte.

Im übrigen ist die Salweide nicht nur wegen den Weidenkätzchen als Pollenlieferant und Nektarquelle interessant, sondern auch als Futterpflanze für sehr viele Schmetterlingsarten, die an den Blättern fressen.

Hier ein paar Beispiele (nach Wikipedia):

Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata)

Achateule (Phlogophora meticulosa)

Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris)

Alpenspanner (Lycia alpina)

Ampfer-Rindeneule (Acromicta rumicis)

Birkenspanner (Biston betularius)

Bleich-Gelbeule (Xanthia icterica)

Brauner Bär (Arctia caja)

Buchenmotte (Diurnea fagella)

Buchen-Streckfuß (Callitheara pudibunda)

C-Falter (Nymphalis c-album)

Dromedar-Zahnspinner (Notodonta dromedarius)

Erlen-Rindeneule (Acronicta alni)

Erpelschwanz-Rauhfußspinner (Clostera curtula)

Federspanner (Colotois pennaria)

Frühlings-Wollafter (Eriogaster lanestris)

Gelbe Bandeule (Noctua fimbriata)

Gelbspanner (Opisthograptis luteolata)

Gothica-Kätzcheneule (Orthosia gothica)

Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

Großer Gabelschwanz (Cerura vinula)

Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Großkopf-Rindeneule (Acronicta megacephala)

Hausmutter (Noctua pronuba)

Hermelinspinner (Cerura erminea)

Hornissen-Glasflügler (Sesia apiformis)

Kamel-Zahnspinner (Ptilodon capucina)

Kleine Eichenglucke (Phyllodesma tremulifolia)

Kleiner Bürstenspinner (Orgyia antiqua)

Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata)

Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia)

Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

Maivogel (Euphydryas maturna)

Violettbrauner Mondfleckspanner (Selenia tetralunaria)

Mondvogel (Phalera bucephala)

Nagelfleck (Aglia tau)

Olivgrüner Bindenspanner (Chloroclysta siterata)

Palpen-Zahnspinner (Pterostoma palpina)

Pappel-Porzellanspinner (Pheosia tremula)

Pappelschwärmer (Laothoe populi)

Pappelspanner (Biston stratarius)

Pappelspinner (Leucoma salicis)

Pfeileule (Acronicta psi)

Pyramideneule (Amphipyra pyramidea)

Ringelspinner (Malacosoma neustria)

Rundflügel-Kätzcheneule (Orthosia cerasi)

Schneespanner (Apocheima pilosaria)

Schönbär (Callimorpha dominula)

Schwammspinner (Lymantria dispar)

Schwan (Euproctis similis)

Schwarzes L (Actornis L-nigrum)

Silberblatt (Campaea margaritata)

Sphinxeule (Asteroscopus sphinx)

Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Violett-Gelbeule (Xanthia togata)

Weidenbohrer (Cossus cossus)

Weißstirn-Weißspanner (Cabera pusaria)

Zackeneule (Scoliopteryx libatrix)

Zickzackspinner (Notodonta ziczac)

Insgesamt ernähren sich fast 100 Schmetterlingsarten von der Salweide, entweder als Futterpflanze für die Raupen oder als Nektarquelle für den fliegenden Schmetterling.

Wenn Sie mehr über Pflanzen und Tiere in der Natur erfahren und viele kleine Wunder am Wegrand entdecken möchten, dann schauen Sie sich einmal die Daten und Orte meiner Heilpflanzenexkursionen und Kräuterwanderungen im Kurskalender an.

In der Phytotherapie werden Extrakte aus verschiedenen Weidenarten gegen Schmerzen angewendet, zum Beispiel bei Arthrose. Als Hauptwirkstoff gilt dabei das Salicin aus der Weidenrinde.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Schlaue Hummeln lernen von Artgenossen

Hummeln können von ihren Artgenossen lernen, wo es ergiebige Blüten hat.
Diese Fähigkeit ist nützlich beim Nektar suchen. Biologen der Universität London haben ein Experiment mit Hummeln in einer Flugarena veranstaltet. Sie versahen künstliche Blüten mit einer Zuckerlösung und platzierten daneben Hummel-Attrappen. So sollten die Hummeln lernen, die Anwesenheit von Artgenossen mit Futter zu assoziieren.

Danach vertauschten die Biologen die Anordnung der Blumen und ließen die Hummeln erneut durch die Arena fliegen. Das Resultat: Die Tiere steuerten genau die Blüten an, auf denen vorher andere Hummeln – bzw. Hummel-Attrappen – saßen – egal, ob sich dort Zucker befand oder nicht.

Die Wissenschaftler berichten über ihre Resultate im Magazin Current Biology.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=208281

http://www.cell.com/current-biology/retrieve/pii/S0960982213003370

Kommentar & Ergänzung:

Hummeln sind in vielerlei Hinsicht faszinierende Insekten.

Hummeln spielen eine wichtige Rolle für die Bestäubung von mehreren hundert Pflanzenarten in Mitteleuropa (z. B. Rotklee, Taubnesseln, Salbei-, Eisenhut-, Storchschnabel- und Enzianarten, Akelei und zahlreiche mehr. Bedingt durch ihre Kältetoleranz sind hauptsächlich in Gebirgen viele Hummelarten zu finden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden bisher 48 Hummelarten nachgewiesen, 44 kommen aktuell vor. Da gibt es zum Beispiel Erdhummeln, Steinhummeln, Alpenhummeln, Wiesenhummeln, Baumhummeln, Waldhummeln, Ackerhummeln….

Siehe auch:

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

Hummeln sind Transportkünstlerinnen

Pestizide schaden Hummeln

Nicht nur in einer „Hummel-Flugarena“, auch direkt in der Natur gibt es unzählige spannende Geschichten und kleine Wunder zu entdecken.

Schauen Sie sich im Kurskalender mal die Daten und Orte meiner Exkursionen an, wenn Sie Pflanzen und Tiere besser kennenlernen möchten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hummeln sind Transportkünstlerinnen

Hummeln besitzen ein Flügelgelenk, das ihre Tragfähigkeit enorm vergrössert. Dadurch kann eine Hummel das Zweifache ihres Körpergewichts nicht nur stemmen, sondern damit auch nach Hause in den Stock fliegen.

Und dies obwohl ihre Flügel bezogen auf das Körpervolumen verhältnismässig klein sind.

Der US-amerikanische Forscher Andrew Mountcastle hat nun die Flügel der Hummeln im Detail untersucht und ist dabei auf eine anatomische Besonderheit gestoßen, die die ausserordentliche Transportleistung dieser Insekten erklären könnte. Bei seinen Untersuchungen unter dem Mikroskop entdeckte er eine bislang unbekannte Art von Gelenk, das bei allen Hummeln vorkommt.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/entomologie-hummeln-sind-fliegende-packesel.35.de.html?dram:article_id=231683

Kommentar & Ergänzung:

Hummeln sind sehr faszinierende Tiere. Jetzt kommt dann die Jahreszeit, in der man Hummelköniginnen auf ihrem Erkundungsflug beobachten kann.

Siehe dazu:

Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs

Und weitere Infos über Hummeln:

Pestizide schaden Hummeln

Radarüberwachung von Hummeln erforscht Lösungsstrategien für Transportprobleme

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

In obenstehendem Beitrag finden Sie auch eine Auflösung des sogenannten „Hummel-Paradoxons“, wonach Hummeln nach den Gesetzen der Aerodynamik gar nicht fliegen könnten, aber glücklicherweise davon nichts wissen……

Übrigens:

Auf meinen Kräuterexkursionen achten wir auch auf die übrige Natur, beispielsweise eben auf herumfliegende Hummelköniginnen. Wer sich in der Natur bewegt und nur beachtenswert findet, was uns etwas nützt – also was essbar ist oder Heilkräfte hat – der verpasst viele kleine Wunder am Wegrand,  die vielleicht einfach „nur“ schön und faszinierend sind.

Wer Lust auf Naturentdeckungen hat, findet dazu Daten und Orte unter „Kurse“.

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Pestizide schaden Hummeln

Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Hummel-Kolonien durch bestimmte Pestizide erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werden.

Für ihre Untersuchung setzten sie die Hummeln vier Wochen lang gleichzeitig zwei verschiedenen Chemikalien aus – und zwar in Konzentrationen, die auf landwirtschaftlichen Flächen üblich sind. Laut Beipackzettel waren die Pestizide (Neonikotinoide und Pyrethroide) dazu geeignet, Heuschrecken und Blattläuse zu vertilgen.

Tatsächlich belasteten sie jedoch auch die Hummeln: Die belasteten Hummel-Kolonien waren nur halb so erfolgreich im Sammeln von Blütenstaub wie unbelastete Vergleichsgruppen. Darum stellten sie für den „Sammeldienst“ mehr Tiere ab und hatten in der Folge weniger Ressourcen für die Aufzucht der Larven frei. Die pestizidbelasteteten Kolonien litten zudem unter einer höheren Sterblichkeitsrate.

Die Wissenschaftler ziehen daraus das Fazit, dass Pestizide vor ihrer Zulassung strenger getestet werden müssen.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=149906

http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature11585.html

Kommentar & Ergänzung:

Und vielleicht müsste ja auch bei bereits zugelassenen Pestiziden geprüft werden, welche Auswirkungen sie über die zu bekämpfenden Insekten hinaus auf die Tierwelt haben.

Dass  Hummeln durch Pestizide die Hälfte ihrer „Einnahmen“ verlieren, ist sehr einschneidend.

Ob Produkte aus Biologischem Anbau in relevantem Ausmass gesünder sind, ist immer noch nicht zweifelsfrei belegt. Dass aber der Biolandbau durch die Senkung des Pestizideintrags in die Umwelt vielen Insektenarten  mehr Schutz bietet, steht ausser Frage.

Davon profitieren unter anderem Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen, Schmetterlinge etc.

Vor allem im Sommer gibt es für Hummeln in vielen Regionen einen Mangel an geeigneten Nahrungsquellen. Dem kann man auch als Einzelperson entgegenwirken durch Förderung von Hummel-Blumen wie zum Beispiel:

Lavendel, Taubnesseln, Thymian,

Rot-Klee (Trifolium pratense), Beinwell (Symphytum officinale), Salbei,

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris),

Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia), Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata),

Mariendistel (Silybum marianum), Silberdistel (Carlina acaulis), Eselsdistel (Onopordum acanthium)

Grosses Löwenmaul (Löwenmäulchen, Antirrhinum majus, kann wegen dem speziellen Blütenbau nur von Hummel genutzt werden), Natternkopf (Echium vulgare),

Dost  (= Wilder Majoran, Oregano, Origanum vulgare, Pizzagewürz, auch gute Nahrungsquelle für Schmetterlinge), Borretsch (Borago officinalis), Königskerze (Wollblume, Verbascum spec.).

Im Frühling bspw.: Löwenzahn (Taraxacum sp.), Salweide (Salix caprea)

Mehr zu den sympathischen Hummeln siehe auch:

Radarüberwachung von Hummeln erforscht Lösungsstrategien für Transportprobleme

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute (mit einer Auflösung des „Hummel-Paradoxons“)

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

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Radarüberwachung von Hummeln erforscht Lösungsstrategien für Transportprobleme

Hummeln sind Hochleistungsflieger: Weil sie verhältnismässig temperaturunempfindlich sind, können sie viel länger auf Nahrungssuche gehen als etwa Honigbienen: Sie fliegen täglich bis zu 18 Stunden lang rund 1000 Blüten an. Dabei erbringen sie erstaunliche Orientierungs- und Gedächtnisleistungen. Und anders als Honigbienen informieren Hummeln ihre Kolleginnen nicht durch komplizierte Tänze, wohin sie fliegen sollen. Sie finden allein durch ihr eigenes Navigationssystem überraschend rasch die beste Route.

Vielleicht können wir von Hummeln einiges lernen zur Lösung von Transportproblemen.

In einer kürzlich publizierten Hummel-Studie stand das sogenannte Problem des Handlungsreisenden im Focus. Bei dieser Fragestellung aus Informatik und Mathematik geht es darum, die Wegstrecke beim Reisen zwischen mehreren Zielen so kurz wie möglich zu halten.

Wissenschaftler haben in einer Studie mittels Radarüberwachung erforscht, wie Hummeln dieses Problem lösen

Normalerweise wird Radar genutzt, um Flugzeuge zu kontrollieren. Britische Wissenschaftler haben die Technik nun bei der Dunklen Erdhummel eingesetzt. Sie klebten den Hummeln kleine Transponder mit Antennen auf den Rücken. Zusätzlich überwachten sie die Flugbahnen der Insekten mit Videoaufnahmen. Die Forscher versuchten dadurch herauszufinden, wie es den Erdhummeln gelingt, beim Sammeln des Blütenstaubs die kürzesten Wege zu nehmen. Denn dafür sind Hummeln bekannt.

Das Resultat wurde nun publiziert im Fachjournal „PLOS Biology“: Demnach nutzen die Hummeln eine Mischung aus try-and-error und stetigem Hinzulernen. Das, erklären die Wissenschaftler, sei zwar nicht ganz so effizient wie komplizierte Computerprogramme zur Berechnung von Wegstrecken, gehe jedoch deutlich schneller.

Im Experiment waren die Flugrouten der Insekten zunächst ziemlich verworren und aufwändig. Die Hummeln flogen immer wieder auch Blumen an, die kein Futter für sie bereithielten. Zunächst wählten die Testpilotinnen ganz verschiedene An- und Abflugrouten. Doch nach und nach zeigte sich, wie gut das Navigationssystem der kleinen Hummelhirne funktioniert: Je häufiger die Insekten auf Suche gingen, desto effizienter wurde ihre Routenwahl. Und nach durchschnittlich nur 26 Flügen fanden die Hummeln durch Versuch und Irrtum die kürzeste der 120 möglichen Routen vom Nest zum Futter und retour.

Erstaunt waren die Forscher aber auch über die Gedächtnisleistungen der Hummeln: Entfernten sie eine der Nahrungsquellen aus dem Fluggebiet, so schauten die Hummeln an der Stelle noch ziemlich lange immer wieder nach, ob sich dort nicht doch etwas Verwertbares fände.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=138926

http://derstandard.at/1347492896562/Das-raffinierte-Navi-der-Hummeln

http://www.plosbiology.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pbio.1001392

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz leben 31 Hummelarten. Wie Wildpflanzen und Wildtiere generell, bieten Hummeln reiche Möglichkeiten der Naturbeobachtung und Naturerfahrung.

Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier für das Sommerhalbjahr die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

Weitere Beträge über Hummeln finden Sie hier:

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

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Je mehr man über Hummeln weiss, desto faszinierender werden die Tiere.

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Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Viele Hummeln fallen im Sommer vom Nahrungsangebot her in ein „Sommerloch“.

Im Frühling geht es den Hummeln in dieser Hinsicht oft gut und sie haben genug Nahrung. Denn im Frühjahr blühen die Weiden und kurz darauf Schlehen und zahlreiche andere Rosengewächse (z. B. Apfelbäume, Kirschbäume). Auch in den Städten blüht es im Frühling in den Gärten und Parks.

Zudem leben im Frühjahr nur wenige Hummeln, die Staaten sind so früh im Jahr noch klein. Ihr Nahrungsbedarf lässt sich dadurch in der Regel decken.

Im Sommer kann dagegen für die Hummeln rasch eine lebensbedrohliche Situation entstehen. Bienen- wie Hummelvölker sind nun groß  und bei den Hummeln steht zudem die sensible Phase der Vermehrung an, in der Jungköniginnen und Hummel-Männchen produziert werden.

Gegenüber dem Frühjahr steigt also der Nahrungsbedarf drastisch an.

Gleichzeitig ist aber das Kulturland über weite Strecken abgeerntet, so dass Blüten zur Mangelware werden.

Gärten und Parkanlagen können nun wichtige Nothilfe für Hummeln anbieten, wenn sie passende Sommerblumen beherbergen.

Hier ein paar Tipps für einen hummelfreundlichen Garten:

1. Auch Sommerblumen berücksichtigen

Achten Sie beim Pflanzenkauf auf die Blühzeit und setzen Sie auch Pflanzen, die im Juni, Juli, August und September blühen.

2. Keine gefüllten Blüten

Gefüllte Blüten sehen zwar schön aus, sind aber insektenfeindlich. Biologisch gesehen bestehen Blüten aus umgestalteten Blättern. Deshalb spricht man bespielsweise von Staubblättern. Durch Züchtung gelingt es, die Staubblätter in Blütenblätter umzuwandeln. Die Blüte wirkt dadurch größer und üppiger, sie ist “gefüllt”. Leider bietet sie nun jedoch keinen Blütenstaub mehr,weil die Staubblätter ja umgewandelt wurden.

3. Hummelblumen pflanzen.

Es gibt Blütenpflanzen, die sich speziell als Nahrungsquelle für Hummeln eignen. Idealerweise pflanzt man nicht nur ein einzelnes Exemplar, sondern mindestens drei Exemplare der gleichen Pflanzenart.

Hier ein paar Beispiele für Hummelblumen mit Blühzeit noch im Sommer:

– Alle Lamiaceae (Lippenblütler) sind Hummel-Pflanzen, weil sie wegen ihrer Blütenform perfekt auf Hummeln abgestimmt sind.

Gut geeignet sind zum Beispiel:

Lavendel

Taubnessel

Salbei

Thymian

Dost  ( = Wilder Majoran, Oregano, Origanum vulgare, Pizzagewürz), auch gute Nahrungsquelle für Schmetterlinge.

– Rot-Klee (Trifolium pratense)

– Beinwell (Symphytum officinale)

– Borretsch (Borago officinalis)

– Natternkopf (Echium vulgare)

– Königskerze (Verbascum spec.)

– Grosses Löwenmaul (Löwenmäulchen, Antirrhinum majus), kann wegen dem speziellen Blütenbau nur von Hummel genutzt werden.

Quelle: http://aktion-hummelschutz.de/

Zum Thema „Hummeln“ siehe auch:

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

P. S. Wenn Sie mehr über die Natur und die Zusammenhänge zwischen Pflanzenwelt und Tierwelt erfahren wollen, finden Sie entsprechende Naturexkursionen im Kurskalender.

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Blick ins Pflanzenlexikon: Salbei (Salvia)

Salbei (Salvia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der Name (lateinisch salvare ‚heilen‘) bezieht sich jedoch auch auf den für Küche und Medizin wichtigen Küchensalbei oder Heilsalbei (Salvia officinalis).

Die Gattung Salvia ist auf der ganzen Erde verbreitet von tropischen bis in gemäßigte Gebiete. Sie umfasst 800 bis 1100 Arten, davon zum Beispiel etwa 84 Arten in China.

Viele Salbei-Arten zeichnen sich aus durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, was für ihre Verwendung als Heilpflanzen bedeutsam ist. Auch Gerbstoffe sind an der Wirkung von Salbei-Arten oft beteiligt ( sogenannte Lamiaceen-Gerbstoffe).

Zur Verwendung von Salbei schreibt Wikipedia:

„ Der Name Salvia stammt vom lateinischen Wort salvare für heilen und deutet auf dessen Heilkraft hin. Salbei war bereits im Altertum bekannt und wurde im Mittelalter von Mönchen über die Alpen gebracht.

Durch den hohen Anteil ätherischer Öle in diversen Salbeiarten gibt es unterschiedliche Verwendungen. So wird der Echte Salbei (S. officinalis) einerseits als Küchengewürz und andererseits auch in der Heilkunde verwendet, etwa bei Halsschmerzen als Kräutertee oder gegen übermäßiges Schwitzen. Außerdem soll der Salbeitee auch bei Magen- und Darmschmerzen Linderung bewirken, beispielsweise nach einer Antibiotika-Therapie. Enthaltene trizyklische Diterpene wie Carnosol und Carnosolsäure besitzen eine antioxidative, antimikrobielle sowie chemoprotektive Wirkung gegen Karzinogene.

Heilend wirken neben den Ölen auch die Gerbstoffe (Tannine). Andere Arten wie Azteken-Salbei (Salvia divinorum) enthalten halluzinogene Stoffe, die teilweise ebenfalls genutzt werden. Bei Räucherungen entsteht ein marihuanaähnlicher Duft. Der in Deutschland verbreitete Wiesensalbei enthält kaum ätherische Öle und wird deswegen nicht genutzt. Eine Heilwirkung von Inhaltsstoffen dieser Pflanze wurde im Jahre 2008 in Untersuchungen am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg an mehreren Tumorzelllinien bestätigt.

Einige Arten und ihre Sorten werden als Zierpflanzen verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Nachfolgend ein paar wichtige Vertreter aus der Gattung Salbei:

Echte Salbei (Salvia officinalis, Garten-Salbei) ist im Mittelmeerraum heimisch, wurde von Mönchen über die Alpen in die Klostergärten geholt und gelangte von dort in die Bauerngärten. Salvia officinalis ist diejenige Salbeiart, die bei uns hauptsächlich als Gewürz und Heilpflanze angewendet wird, zum Beispiel gegen Halsschmerzen, Mundschleimhautentzündungen, Aphthen, Zahnfleischentzündungen, sowie innerlich gegen Schwitzen in den Wechseljahren (also bei Wallungen).

Salbeiblüten sind eine hervorragende Bienenweide. Sie übertreffen beim Honigertrag sogar Pflanzen wie den Raps, die als gute Bienenweiden bekannt sind.

Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) besitzt nicht die Heilwirkungen der Echten Salbei. Sie wird daher in der Pflanzenheilkunde nicht verwendet, ist aber eine Zierde in der Natur, vor allem wenn sie in Wiesen zahlreich wächst. Die Blüten werden vor allem von Hummeln bestäubt.

(Klammerbemerkung: Zur Zeit fliegen wieder die Hummelköniginnen. Woran erkennt man eine Hummelkönigin?)

Klebriger Salbei (Salvia glutinosa) blüht von Juli bis September im Laubwald und im Mischwald und beeindruckt durch schöne, grosse, gelbe Blüten und citronelligen Duft.

Die Raupe der Messingeule (Noctuidae, Eulenfalter, ein Nachtfalter, ernährt sich (unter anderem) von Klebriger Salbei. Über Heilwirkungen liegt keinerlei gesichertes Wissen vor.

Weisser Salbei (Indianischer Räuchersalbei, Salvia apiana) kommt vor allem im Südwesten der USA (Nevada, Kalifornien, Mojave-Wüste und Sonora-Wüste) und im Nordwesten von Mexiko vor.

Bereits die Ureinwohner Amerikas brauchten „white sage“ als Räucherwerk. Weisser Salbei ist Bestandteil der so genannten „Smudge sticks“: Kräuterbündel, die an einem Ende angezündet werden; die Flamme wird dann ausgeblasen und der Glut Luft zugefächert.

Azteken-Salbei (Salvia divinorum, zu deutsch „Göttersalbei“ oder „Wahrsagesalbei“) ist ursprünglich in der Sierra Mazateca im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca beheimatet. Dort wird er von den einheimischen Mazateken seit langer Zeit zu schamanischen Zeremonien genutzt. Von den Curanderos, den mazatekischen Heilern, wird er auf zwei Arten eingesetzt. In niedrigen, nicht-halluzinogenen Dosierungen dient er der Behandlung verschiedener körperlicher Beschwerden. In deutlich höheren Dosierungen dient die Azteken-Salbei der Induktion eines Rauschzustandes mit lebhaften Visionen. Salvia divinorum wird von den Mazateken nur im Rahmen dieser Heil- und Wahrsagerituale verwendet.

In der westlichen Welt ist seit den 1980er Jahren ein deutlicher Anstieg des Interesses an Salvia divinorum festzustellen.

Zu den Inhaltsstoffen und zur Wirkung von Azteken-Salbei schreibt Wikipedia:

„Der Azteken-Salbei enthält terpenoide Salvinorine, von denen sechs Derivate (A-F) bekannt sind. Das Salvinorin A ist ein potentes dissoziatives Halluzinogen, mit einer Wirkdosis ab 0,2 mg.[3][4] Die Pharmakologie des Salvinorin A unterscheidet sich deutlich von LSD-artigen Halluzinogenen: Es wirkt als κ-Opioid-Rezeptor-Agonist.“

In Deutschland ist Salvia divinorum nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) rechtlich ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel. Zur Rechtslage in anderen Ländern schreibt Wikipedia:

„Zu Salvia divinorum gibt es in Liechtenstein, Österreich und den meisten anderen Ländern der Welt keine strafgesetzliche Reglementierung, somit ist der Besitz legal. Der legale Status wurde eingeschränkt bzw. aufgehoben in Israel (2003), Australien (2004), Italien (2005), Deutschland (2008), Schweiz (2010) und Dänemark. In Norwegen ist Salvia divinorum verschreibungspflichtig.

Mehlige Salbei (Salvia farinacea, auch Ähriger Salbei, Ähren-Salbei oder Mehl-Salbei) ist beheimatet in Texas und New Mexiko. In den Gemäßigten Breiten wird er als einjährige Pflanze kultiviert und als Zierpflanze in Parks und Gärten besonders in Sommerrabatten angepflanzt.

Chia (Salvia hispanica) wird wegen seiner Samen kommerziell angebaut, da sie einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und hochwertigem Protein, Vitaminen, Antioxidantien und Mineralien aufweisen. Das Chiaöl wird aus den Samen des Chia gewonnen und besteht aus rund 60 % alpha-Linolensäure, 17 bis 26 % Linolsäure, einfach ungesättigten Fettsäuren wie Ölsäure, Stearinsäure und Palmitinsäure, und Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien. Die Eigenschaften von Chiaöl ähneln denjenigen von Rapsöl.

Rotwurzel-Salbei (Salvia miltiorrhiza) Seine auch als Danshen bezeichneten getrockneten Wurzeln finden vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) Anwendung.

Zu den Inhaltsstoffen schreibt Wikipedia:

„ In der Wurzel des Rotwurzelsalbeis konnten Flavonoide, Diterpene, Triterpene, Salvianolsäuren, Phenylpropane, Chinone, Lignane, Steroide und Tannine nachgewiesen werden. Von allen biologisch aktiven Inhaltsstoffen gelten die Diterpenoide und die Salvianolsäuren als am besten untersucht. Zu den charakteristischen Diterpenoide des Rotwurzelsalbeis zählen Tanshinone und Isotanshinone, wie beispielsweise Tanshinon I, Tanshinon IIA, Tanshinon IIB und Cyptotanshinon. Darüber hinaus sind in der Wurzel die biologisch aktiven Diterpenoide Miltiron und Salviol enthalten. Die Salvianolsäuren des Rotwurzelsalbeis, wie Salvianolsäure A, Lithospermsäure B und Rosmarinsäure gelten als Abkömmlinge der (R)-a,3,4-Trihydroxyphenylpropionsäure (Danshensu).“

Und zu den Anwendungsgebieten:

„ Die Wurzel des Rotwurzelsalbeis wird in der chinesischen Medizin insbesondere zur Behandlung von Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Durchblutungsstörungen, wie beispielsweise Angina pectoris, Hyperlipidämie und Schlaganfall eingesetzt. Traditionell wird die Wurzel darüber hinaus bei Menstruationsbeschwerden, Husten, Schlafstörungen, stechende Schmerzen im Unterleib und der Brust und Hepatosplenomegalie verwendet. Die Wirksamkeit dieser Droge gilt nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin als nicht ausreichend belegt.“

Muskatellersalbei (Salvia sclarea, auch Muskat-Salbei, Römischer Salbei, Scharlachsalbei oder Scharlei) kommt in Mittel- und Ost-Europa und West-Asien vor. Er wird als Zierpflanze, Heilpflanze und Gewürz genutzt.

„Die Wirkung vom Muskateller-Salbei kommt der des Echten Salbeis gleich. In der griechischen und römischen Antike wurde er bei Kopfschmerzen eingesetzt. Blätter und Blüten können roh oder gegart gegessen werden. Die Blüten werden zur Aromatisierung von Wermutweinen verwendet, früher wurden sie auch anderen Weinen zugesetzt. Diese Verwendung prägte den Begriff „Muskatellerwein“. Das Öl der Pflanze wird in der Parfüm- und Kosmetikindustrie verarbeitet.Die Blüten des Muskatellersalbeis sind zugleich eine verhältnismäßig gute Bienenweide. Auf einer mit ihm bestandenen Fläche von einem Hektar kann sich pro Blühsaison ein Honigertrag von 107 bis 174 kg ergeben.“

(Quelle: Wikipedia)

Das ätherische Öl aus der Pflanze – Muskatellersalbeiöl – wird aus den Triebspitzen und Blütenständen gewonnen. Es besteht hauptsächlich aus Linalylacetat (bis zu 75 %), Linalool (bis zu 30 %) und dem Diterpen-Alkohol Sclareol.

Sclareol soll eine dem Östrogen verwandte Molekularstruktur aufweisen. Damit werden in der Aromatherapie Anwendungen von Muskatellersalbei bei Menstruationsbeschwerden, Unfruchtbarkeit und Wechseljahrbeschwerden abgeleitet. Es ist allerdings sehr spekulativ, einzig von der Molekularstruktur auf entsprechende Wirkungen zu schliessen. Zu fragen wäre dabei auch, ob die Substanz in ausreichenden Mengen aufgenommen wird und welche Wirkungen sie im Organismus entfaltet.

Muskatellersalbei soll eine heilige Pflanze der Kelten gewesen sein. Seine berauschende Wirkung wurde offenbar genutzt, um Wein und andere Getränke zu aromatisieren und ihre Wirkung zu verstärken. Um den beliebten Geschmack von mit Muskatellersalbei gewürztem Wein zu gewährleisten, wurde die Muskatellertraube gezüchtet.

Diese Beispiele zeigen, dass es in der Gattung Salbei ausgesprochen interessante Pflanzenarten umfasst – als Heilpflanzen, Gewürzpflanzen, Zierpflanzen, Räucherpflanzen….

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

Hummeln wählen zwischen mehreren Blüten selbst dann den kürzesten Weg, wenn sie die Pflanzen in unterschiedlicher Reihenfolge entdeckt haben. Damit lösen die Insekten elegant das sogenannte Handelsreisenden-Problem, das zahlreichen Mathematikern Kopfzerbrechen bereitet. Dies zeigt das Wissenschafterteam um Nigel Raine von der University of London im Journal „The American Naturalist“.

Um Zeit und Geld zu sparen, versucht der Handelsreisende den kürzesten Weg finden, auf dem er die Kunden in verschiedenen Orten besuchen kann. Bei drei Zielen ist das noch einfach, bei 20 oder 30 aber nicht mehr. Computer bewältigen die Aufgabe, indem sie die Entfernungen aller möglichen Routen vergleichen.

In den Experimenten fanden auch die Hummeln immer den kürzesten Weg, obwohl den Insekten nur ein Gehirn in der Größe eines Grassamens behilflich ist. Nachdem die Hummeln den Standort von vier Kunstblumen kannten, lernten sie rasch, den kürzesten Weg zwischen den Blüten zu fliegen. Die Wissenschaftler fügten weitere Blumen hinzu. Flogen die Hummeln zu Beginn noch ihre ursprüngliche, nun nicht mehr die beste Route, banden sie nach und nach die neuen Blumen mit ein und verkürzten die Flugdistanz wieder.

Quelle:

http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article1689664/Hummeln-finden-immer-den-kuerzesten-Weg.html

Kommentar & Ergänzung:

Hummeln sind faszinierende Tiere.

Haben Sie auch schon die Geschichte gehört, dass Hummeln nach den Gesetzen der Aerodynamitk gar nicht fliegen können, es aber trotzdem tun, weil sie nichts von diesen Gesetzen wissen?

Hier die Auflösung dieses angeblichen „Hummel-Paradoxons“ nach Wikipedia:

„Hartnäckig hält sich in populärer Literatur die Legende, dass eine Hummel nach den Gesetzen der Aerodynamik nicht fliegen könne. Die Geschichte kursierte zunächst als Scherz Anfang der 1930er Jahre unter Studenten des renommierten Aerodynamikers Ludwig Prandtl an der Universität Göttingen, und sie wurde begierig von der Presse aufgenommen. Nach dieser Geschichte soll eines Abends in einer Gaststätte ein Biologe einen Aerodynamiker gefragt haben, warum eine Biene oder Hummel fliegen könne. Die Antwort des Aerodynamikers soll nach einer kurzen Berechnung auf einem Bierdeckel oder einer Serviette in etwa so gelautet haben:

Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen.

Dazugedichtet wurden meist noch anschließende Sätze wie:

Die Hummel kümmert das nicht und sie fliegt trotzdem. oder

Da die Hummel die Gesetze der Aerodynamik nicht kennt, fliegt sie dennoch.

Der Aerodynamiker soll seine Berechnungen vor dem Hintergrund, dass er die Flügel der Hummel fälschlich als steif angenommen hatte, nochmals überdacht haben. Aus der späteren Antwort ließ sich aber wohl keine Schlagzeile machen. Es ist umstritten, wer dieser Aerodynamiker war. In einigen Quellen wird vermutet, dass es sich um den Schweizer Gasdynamiker Jacob Ackeret (1898–1981) gehandelt haben könnte. Eventuell war es auch André Sainte-Laguë, ein Mathematiker und Mitarbeiter des französischen Entomologen Antoine Magnan. Letzterer erwähnt eine ähnlich lautende Behauptung seines Assistenten zum Flug der Insekten 1934 in seinem Buch Le Vol des Insectes.

Tatsächlich gibt es hier kein Paradoxon. Die Aerodynamik eines Flugzeuges und die einer Hummel unterscheiden sich nicht nur in der Bewegung der Flügel, sondern auch aufgrund anderer Größen- und Geschwindigkeitverhältnisse und damit anderer Reynoldszahlen. Theorien hierzu wurden schon in den 1930er Jahren entwickelt. Dabei spielten insbesondere Wirbel eine entscheidende Rolle. Der experimentelle Nachweis dazu wurde 1996 erbracht, als Charles Ellington von der Universität Cambridge Versuche zum Insektenflug vornahm: durch den Flügelschlag werden Wirbel erzeugt, die der Hummel den nötigen Auftrieb verschaffen, und die Existenz dieser Wirbel ließ sich mit optischen Mitteln zeigen.“

Woran man eine Hummelkönigin erkennen kann, erfahren Sie hier:

Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs

Und falls Sie daran interessiert sind, weitere faszinierende Aspekte unserer Tier- und Pflanzenwelt kennen zu lernen, dann nehmen Sie doch an einem meiner Natur-Seminare teil.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs….

Das Frühlingswetter hat die Hummelköniginnen geweckt. Sie sind leicht zu erkennen, weil zu Beginn des Hummeljahres nur Hummelköniginnen fliegen, und sich ihre Majestät nur schon durch ihre Grösse von den später fliegenden Arbeiterinnen unterscheidet.
Der Hummelstaat stirbt im Herbst. Es überleben nur die befruchteten Jungköniginnen. Sie versorgen das aufgenommene Sperma in einem Körperdepot und überwintern versteckt an einer geschützten Stelle.

Nun kriechen sie hervor und suchen Nahrung und einen Platz für die Gründung eines eigenen Volkes. Auch dieser Suchflug ist charakteristisch. Die Hummelkönigin schwirrt im Tiefflug über den Boden und inspiziert dunkle Stellen, die nach kleinen Höhlen oder Mäusegängen ausschauen. Das sind potentielle Neststandorte. Hat sie einen geeigneten Platz gefunden, legt sie Eier und zieht die erste Generation von Arbeiterinnen selber auf. Später übernehmen dann die Arbeiterinnen die Sammeltätigkeit und den Innendienst im Nest, und die Hummelkönigin bleibt “zuhause” und konzentriert sich auf‘s Eierlegen.

Weitere Infos zum Thema “Hummelkönigin” hier in einer leicht überarbeiteten und gekürzten Pressemitteilung des NABU Landesverbandes Bremen:

Ohne die rund 500 Hummelarten auf der ganzen Welt gäbe es wohl kaum eine nennenswerte Obsternte. Ohne sie wären auch unsere Wiesen und Gärten viel artenärmer, denn sie sorgen durch die Bestäubung für Artenvielfalt unter den Pflanzen. Und dabei sind Hummeln auch noch sehr friedliche Tiere, die nur stechen, wenn sie sich sehr bedroht fühlen.
Hummeln leben in Kanada sogar weniger als 900 km vom Nordpol entfernt. Sie können selbst in alpinen und arktischen Gegenden überleben, weil ihr massiger Körper eine verhältnismässig geringe Oberfläche aufweist. Durch ihre Flugmuskulatur, besitzen sie zudem eine ausgeklügelte „Heizung“ und auch die dichte Behaarung hilft ihnen, Energie zu sparen.

Doch leider fällt es den gemütlichen Brummern in unserer zunehmend ausgeräumten und bebauten Landschaft immer schwerer, Blütenpflanzen und Unterschlupf zu finden. „Der naturnahe Garten ohne Gift ist der beste Hummelschutz“, erklärt Sönke Hofmann, Geschäftsführer des deutschen Naturschutzverbandes NABU, und „außerdem sollte man bei der Blumenwahl auf ungefüllte Köpfe achten. Die gefüllten Blüten sind zwar modischer, liefern jedoch keinen Nektar.“ Eine Wildblumenwiese mit Dost, Katzenminze, Lerchensporn, Beinwell, Akelei, Taubnesseln, Blutweiderich, Wildrosen und anderen einheimischen Pflanzen kann jetzt gut eingesät werden und bieten den Hummeln wertvolle Nahrung. Auch Schmetterlinge lieben diese Pflanzen und erfreuen unser Auge.

Was tun, wenn man nun eine entkräftete Hummel im Garten oder auf der Terrasse entdeckt? „Man kann Ihre Majestät ruhig mit bloßen Händen oder einem Stück Papier vorsichtig aufheben“, erläutert Hummelfreund Hofmann. Dann sollte man einen halben Teelöffel Zucker in ein bisschen lauwarmem Wasser auflösen und dem Tier per Löffel anbieten.
„Wenn man genau hinguckt, sieht man sogar, wie der lange Saugrüssel ausfährt und die Hummel trinkt“, erklärt der NABU-Mann. Innerhalb einiger Minuten könne sich das Tier dann mit bis zu einem Drittel Teelöffel Energie wieder auftanken. „Ich habe so gestern wieder einer dicken Erdhummel Starthilfe gegeben und es hat ganz toll geklappt“, erzählt der Naturschützer.

Kommentar:

Ich finde es wichtig, auf Heilpflanzen-Exkursionen nicht nur mit einem Nützlichkeitsblick durch die Natur zu gehen: Was heilt mich? Was kann man essen? – Wer nur für dasjenige Interesse zeigt, was sich direkt nutzen lässt, verpasst ganz wesentliche Entdeckungen in der Natur. Beispielsweise Pflanzen und Tiere, die einfach ästhetische Erlebnisse ermöglichen oder durch ihre spannende Lebensweise beeindrucken. Hummeln gehören ganz sicher zu diesen faszinierenden Lebewesen. Als “Freunde” und “Gäste” der Blüten sind sie mit vielen Heilpflanzen eng verbunden. Und einige Heilpflanzen wie zum Beispiel der Beinwell (Wallwurz) sind sogar gute Nahrungsquellen für Hummeln.
Falls Sie einen Garten haben: Wie wär‘s mit ein paar “Tankstellen” für Hummeln und Schmetterlinge?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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