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Heilpflanzen bei Lippenherpes: Rhabarber, Melisse, Salbei

Im Phyto-Forum der Aerztezeitung wurde die Frage aufgeworfen, ob es etwas Pflanzliches gebe, das die Dauer des Ausbruchs von Lippenherpes reduziert.

Die Antwort verfasst hat Professor Jürgen Reichling vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg.

Der Lippenherpes (Herpes labialis) sei eine ansteckende, schmerzhafte, juckende sowie kosmetisch und psychisch störende Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1), seltener durch HSV-2 hervorgerufen werde.

Eine Lippenherpes-Episode sei selbstlimitierend und halte unbehandelt etwa 7 bis 10 Tage an. Nach einer Erstinfektion, die meist im Kindesalter stattfindet, schlummere das Virus lebenslang in Nervenganglien.

In Deutschland seien etwa 80 bis 90% der Bevölkerung mit HSV-1 infiziert. Es komme jedoch nur bei 20 bis 40% der Infizierten zu einer mehr oder weniger regelmäßigen Reaktivierung der Viren mit dem typischen klinischen Bild der Herpesbläschen an den Lippen oder in der Umgebung des Mundes.

In unkomplizierten Fällen könne Lippenherpes im Rahmen der Selbstmedikation behandelt werden. Ausgeschlossen von einer solchen Selbstbehandlung seien hingegen generalisierte Herpes-simplex-Infektionen.

Zur örtlichen Behandlung, schreibt Reichling,  stehen neben Arzneimitteln mit Nucleosidanaloga als Wirkstoff (Aciclovir, Penciclovir u.a.) auch einige pflanzliche Präparate zur Verfügung. Dabei sollte die Behandlung des Lippenherpes so früh wie möglich beginnen, idealerweise bereits bei ersten Anzeichen wie Brennen und Jucken der Haut.

Klinische Studien mit Extrakt aus Melisse, Salbei und Rhabarberwurzel

Bewährt haben sich vor allem zwei Phytopharmaka, die als Wirkstoff Extrakte aus Melissenblättern enthalten (Lomaherpan, Valverde Fieberbläschencreme) oder aber eine Kombination von Rhabarberwurzelextrakt und Salbeiblätterextrakt (Parsenn Herpes-Creme, Phytovir). Für diese Phytopharmaka liegen klinische Studien vor, die eine alleinige Anwendung oder eine Anwendung in kombiniert mit Nucleosidanaloga rechtfertigen.

Für die Selbstbehandlung schreibt Reichling, dass versuchsweise auch kosmetische Präparate mit Propolis, Echinacea (Sonnenhut), Aloe vera sowie mit ätherischen Ölen (zum Beispiel Teebaumöl, Melissenöl) eingesetzt werden können.

Für diese Stoffe existieren In-vitro-Studien, teilweise auch klinische Pilotstudien (Teebaumöl bei HSV-1; Propolis bei HSV-2), die eine Wirksamkeit bei der Therapie von Lippenherpes nahelegen.

Hält eine Lippenherpes-Episode länger als 10 bis 14 Tage an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Um das Risiko einer Ausbreitung der Viren zu verhindern, sollten die Präparate auf die befallene Hautstelle am besten mit Einmalmaterial (beispielsweise mit einem Wattestäbchen) appliziert werden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/herpes/article/839399/phyto-forum-rhabarber-melisse-salbei-lippenherpes.html?sh=7&h=1048513246

Kommentar & Ergänzung:

Die antivirale Wirkung von Melissenextrakt, Salbeiextrakt und Rhabarbarwurzelextrakt ist im Labor gut dokumentiert. Eine andere Frage ist, ob sich damit der Verlauf eines Lippenherpes wirklich entscheidend verkürzen lässt.

Von allen diesen lokalen Anwendungen sollte man jedenfalls keine Wunder erwarten. Die Dauer des Lippenherpes wird nur gering verkürzt, und nur wenn die Behandlung ganz im Anfangsstadium einsetzt. Das gilt auch für synthetische Wirkstoffe wie Aciclovir.

Bei Salbeiextrakt und Melissenextrakt sind es die Lamiaceen-Gerbstoffe, die für die Wirkung verantwortlich sind. Sie verbinden sich mit Eiweissbestandteilen der Viren.

Siehe dazu: Was ist Rosmarinsäure?

Von den ätherischen Ölen wirkt auch Pfefferminzöl antiviral gegen Herpesviren.

Bewährt gegen Lippenherpes / Fieberbläschen hat sich auch Honig (mehrmals täglich ein paar Minuten auf einem Stück Gaze anpressen.

Siehe auch:

Phytotherapie: Melissenextrakt bei Herpesinfektionen

Melissenöl hält Herpesviren in Zellkulturen in Schach

Phytotherapie bei Fieberbläschen: Melissenextrakt

Melissenextrakt doppel wirksam gegen Herpes-simplex-Virus (HSV-1)

Naturheilkunde: Was ist Propolis?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Herpesviren mit Melissenöl und Teebaumöl stoppen

Ob Herpes labialis (Fieberbläschen) oder Herpes genitalis (Genitalherpes):

Verschiedene ätherische Öle hemmen die auslösenden Viren. Im Vordergrund stehen Melissenöl und Teebaumöl.

Gerade für Patienten mit häufig wiederkehrenden Herpes-Erkankungen könnten die ätherischen Öle eine interessante Lokaltherapie darstellen.

Herpesinfektionen werden oft mit der antiviralen Substanz Aciclovir oder verwandten Medikamenten behandelt. Allerdings gibt es zunehmend Virusstämme, die gegen die üblichen antiviralen Mittel resistent sind, was hauptsächlich für Patienten mit Immundefekt problematisch ist. Vor diesem Hintergrund gewinnen antivirale und antimikrobielle Extrakte und ätherische Öle aus Heilpflanzen zunehmend an Bedeutung, stellt Prof. Dr. Jürgen Reichling vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg fest.

Speziell unangenehm sind Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus (HSV) Typ 1, das zur schmerzhaften Gingivostomatitis herpetica und zu rezidivierendem (wiederkehrendem) Lippenherpes (Fieberbläschen) führt. HSV Typ 2 wird sexuell übertragen und ist der häufigste Auslöser für Herpeserkrankungen im Genitalbereich.

Prof. Reichling und sein Team untersuchten in vitro ( = im Reagenzglas) an Zellen, auf denen Herpesviren kultiviert wurden, wie Melissenöl auf HSV-1 und HSV-2 wirkt. Wurde das Melissenöl in nichtzytotoxischen Konzentrationen hinzugefügt, reduzierte sich die Bildung von Virusplaques signifikant um 98,8 % (HSV-1) bzw. um 97,2 % (HSV-2). Bei höheren Konzentrationen ließ sich fast keine Virusinfektiosität mehr feststellen.

Ätherisches Öl aus Zitronenmelisse übt eine direkte antivirale Wirkung auf Herpesviren aus. Weil das Melissenöl lipophil (fettliebend) ist und in die Haut eindringen kann, eignet es sich möglicherweise zur Lokalbehandlung von Herpesinfektionen.

Nicht nur die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) hat heilsame ätherische Öle zu bieten. Interessant ist ebenfalls das Teebaumöl, welches antiviral wirkt und für die Lokalbehandlung des Herpes genitalis vielversprechend sein dürfte.

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=100576&dspaid=819103

Kommentar & Ergänzung:

Antiviral gegen Herpesviren wirkt nicht nur Melissenöl, sondern auch Melissenextrakt. Er verhindert durch Rezeptor-Blockade das Eindringen des Virus in noch nicht infizierte epidermale Wirtszellen.  Diese virustatischen Eigenschaften werden den glykosidisch gebundenen Phenolcarbonsäuren und  deren Polymeren zugeschrieben.

Auch Salbeiextrakt und Rhabarberwurzel-Extrakt zeigen gute Effekte gegen Herpesviren und werden gegen Lippenbläschen (Fieberbläschen) eingesetzt.

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Zitronenmelisse jetzt pflanzen & teilen

In Süßspeisen, Cocktails oder als Tee ist die Zitronenmelisse das ganze Jahr hindurch beliebt. Jetzt im Oktober ist die günstigste Zeit zum Pflanzen und Teilen der duftenden Heilpflanze.

Wer Zitronenmelisse im Garten hat, merkt rasch, dass sie schnell wuchert. Damit die Melisse ihre volle Würze behält, sollte sie allerdings regelmäßig geteilt werden, empfiehlt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. Dazu wird die Melisse aus dem Boden genommen und in etwa zehn Zentimeter große Stücke aufgeteilt. Die einzelnen Pflanzen können danach wieder eingepflanzt werden. Wer mehr hat als er benötigt, kann die kleinen Büsche gut verschenken. Weil die Zitronenmelisse (botanisch: Melissa officinalis) auch im Kübel gut gedeiht, kann sie auch auf dem Balkon oder der auf der Terrasse stehen.

Beim Verpflanzen der Teilstücke sind auch die oberirdischen Pflanzenteile zurückzuschneiden, rät der Verband. So wächst die Melissen-Staude besser an. An einem sonnigen bis halbschattigen Platz gedeiht Zitronenmelisse prächtig und liefert über lange Zeit zitronenfrische Würze.

Quelle:

http://www.maerkischeallgemeine.de

Kommentar & Ergänzung:

In der Phytotherapie ist die Melisse (Zitronenmelisse, Melissa officinalis) eine der wichtigsten Heilpflanzen bei Schlafstörungen, Nervosität und Unruhe. Melissenöl und Melissen-Extrakt wirken gegen Herpesviren und werden angewandt bei Herpes labialis (Fieberbläschen, Lippenbläschen).

Obwohl die Melisse so gut wächst und wuchert, ist das ätherische Öl aus der Heilpflanze ziemlich teuer – wenn es sich um echtes Melissenöl handelt, weil seine Konzentration in den Blättern verglichen mit anderen ätherisch-öl-haltigen Pflanzen tief ist. Dieser tiefe Gehalt an ätherischen Ölen ist eigentlich sehr erstaunlich, weil doch die Melisse fast unübertroffen intensiv duftet.

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Kinderheilkunde: Heilpflanzen bei Hauterkrankungen

Eltern verlangen heute vermehrt nach natürlichen Alternativen in der Behandlung ihrer Kinder. Heilpflanzen-Präparate kommen diesem Bedürfnis entgegen. Prof. Karin Kraft hat sich in der Zeitschrift „ Kinderärztliche Praxis“ zur Anwendung von Heilpflanzen-Präparaten aus der Phytotherapie bei Hauterkrankungen geäussert:

„Häufige dermatologische Indikationsgebiete für Phytotherapie sind Windeldermatitis, Neurodermitis, Wunden und stumpfe Traumata, Infektion mit Herpes simplex und Insektenstiche.“

Für die einzelnen Bereiche gibt Prof. Kraft folgende Empfehlungen:

„Bei der Windeldermatitis werden Cremes, Salben und Sitzbäder mit Kamillenblütenextrakt, Eichenrindenextrakt sowie Extrakte aus Hamamelisblättern und -rinde empfohlen.“

„Für die Therapie der Neurodermitis eignet sich das linolensäurereiche Borretschsamenöl lokal wie oral, zudem Extrakte aus Hamamelisblättern und -rinde.“

„Schlecht heilende Wunden, Dekubitus und Schnitt-, Riss- und Quetschwunden können mit Ringelblumenextrakt behandelt werden. Für die Therapie von Hämatomen, Prellungen, Distorsionen, rheumatischen Muskel- und Gelenkschmerzen und Furunkulosen ist Arnikablütenextrakt empirisch gut wirksam. Beinwellextrakte eignen sich vor allem bei stumpfen Verletzungen. Es sollten hier nur Fertigarzneimittel verwendet werden, wegen des – allerdings geringen – Alkaloidgehaltes sollte die Anwendung nur auf intakter Haut und nicht bei kleinen Kindern und Schwangeren und stillenden Müttern stattfinden.“

„Bei Herpes labialis ist eine Verkürzung der Abheilzeit der Bläschen durch Melissenblätterextrakt, dessen virustatische Wirkung gut dokumentiert ist, beschrieben.“

„Schwellungen nach Insektenstichen lassen sich durch den Saft der Küchenzwiebel oder, direkt nach Stich, mit Spitzwegerichpresssaft behandeln.“

Quelle:

Kinderärztliche Praxis, Heft 05, 2008 Jahrgang 79

Rubrik: Fortbildung

Seite: 282-289

Autor: Prof. Dr. med. Karin Kraft

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein guter Überblick der wichtigsten Heilpflanzen-Anwendungen in der Dermatologie.

Prof. Dr. med. Karin Kraft ist Inhaberin des Lehrstuhles für Naturheilkunde an der Universität Rostock und eine wichtige Vertreterin der universitären Phytotherapie im deutschsprachigen Raum.

Ergänzende Hinweise:

Bei Neurodermitis (Atopische dermatitis) gilt im Borretschsamenöl die Gamma-Linolensäure als wirksamer Inhaltsstoff. Die gleiche Substanz enthält auch das Nachtkerzenöl. Vom Nachtkerzenöl gibt es in der Schweiz Präparate, die in ihrer Wirksamkeit gut genug durch Studien belegt sind, dass sie von den Krankenkassen aus der Grundversicherung bezahlt werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.

Melissenextrakt wird in Salbenform gegen Herpes labialis („Fieberbläschen“) eingesetzt, wirkt aber wohl nur im frühen Stadium. Antivirale Wirksamkeit nützt nicht mehr viel, wenn die Virenvermehrung schon gelaufen ist. Es gibt – jedenfalls in der Schweiz –  zur Behandlung von Herpes labialis ausserdem Salben mit Salbei-Extrakt und Rhabarberwurzel-Extrakt.

Und natürlich gibt es noch viele weitere Anwendungsbereiche für Heilpflanzen in der Kinderheilkunde.

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Phytotherapie im Überblick: Dermatologie

Im Bereich Hauterkrankungen / Dermatologie werden verschiedenste Heilpflanzen-Präparate empfohlen und angewendet.

Hier als Überblick eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen bei Ekzemen, Wunden, Warzen und Fieberbläschen.

Entzündlich-nässende Dermatosen (Nässende Ekzeme)
Verwendet werden Heilpflanzen mit Gerbstoffen:
– Eichenrinde (Quercus robur, Quercus cortex)
– Hamamelisblätter und Hamamelisrinde (Hamamelis virginiana)

Ekzematöse Dermatosen
Bewährt haben sich Heilpflanzen mit Schleimstoffen oder Saponinen zur äußerlichen Anwendung
– Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor)
– Spitzwegerichkraut (Plantaginis herba, Plantago lanceolata)
– Holzteerpräparate (gewonnen aus Kiefer, Buche, Birke oder Wacholder)
– Mahonia aquifolia (Mahonie, Zierberberitze)
Innerlich kann das Öl aus den Samen der Nachtkerze oder aus Borretschsamen eingesetzt werden (Nachtkerzenöl = Oenotherae oleum, Borretschsamenöl = Boraginis oleum)
Wirksam in Nachtkerzenöl und Borretschöl ist der Gehalt an Gamma-Linolensäure.

Leichte Hautverletzungen, Wundheilungsstörungen
– Ringelblume (Calendula officinalis, Calendulae flos)
– Johanniskrautöl (Hyperici oleum)

Warzen (erfahrungsmedizinisch)
– Schöllkrautsaft (aus Chelidonium majus)
– Zitronensaft
– Zwiebelsaft
– Umckaloabo (Pelargonium sidoides, Kapland-Pelargonie)
– Knoblauchsaft
– Efeublätter (Hedera helix)
Herpes labialis (Fieberbläschen)
– Melissenblätter (Melissa officinalis, Melisae folium)
– Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea), zur äußeren Anwendung als Salbe

Verbrennungen I. und II.Grades:
– Johanniskrautöl (Hyperici oleum)
– Ringelblume (Calendula officinalis) als Salbenverband

Kommentar & Ergänzung:

Bei nässenden Ekzemen kommen neben Eichenrinde und Hamamelis (Virginische Zaubernuss) auch andere gerbstoffreiche Heilpflanzen in Frage wie Schwarztee, Tormentill (Blutwurz) oder Walnussblätter.
Im Abschnitt Ekzematöse Dermatosen fehlt die Ballonrebe (Cardiospermum) und bei Mahonia müsste das Anwendungsgebiet präzisiert werden auf Psoriasis (Schuppenflechte) und allenfalls Akne.
Nachtkerzenöl und Borretschöl sind vor allem bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis) zu empfehlen.
Bei leichten Hautverletzungen und Wunden wären noch zu erwähnen Chäslichrut (Malva silvestris / Malva neglecta), Hamamelis, Aloe vera und Kamille.
Im Bereich “Warzen” gibt es zahlreiche Hausrezepte, die aber kaum geklärt oder in ihrer Wirksamkeit dokumentiert sind. In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird der Schöllkrautsaft sehr geschätzt (äusserlich aufgetragen).
Bei Fieberbläschen zeigen Salbei-Extrakt und Rhabarberwurzel-Extrakt Wirksamkeit gegen Herpes-Viren, in Salben ähnlich wie Zovirax.
Bei leichten Verbrennungen eignet sich Gel aus Aloe vera.

Ausführliche Informationen zu Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden bekommen Sie in meinem Tagesseminar zu diesem Thema.
Siehe dazu:
www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen soll noch betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.

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