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Professor Dr. Heinz Schilcher gestorben

Professor Dr. Heinz Schilcher galt als einer der anerkanntesten Experten im Bereich der Phytopharmazie. Der von ihm mitherausgegebene „Leitfaden Phytotherapie“ zählt zur Standardliteratur in der Phytotherapie. Nun ist Schilcher im Alter von 85 Jahren verstorben.

Der Pharmazeut lehrte bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1995 an der Freien Universität Berlin und galt als Begründer einer standardisierten und reproduzierbaren Phytotherapie.

Er war Mitglied in zwölf wissenschaftlichen Gremien, darunter 25 Jahre lang als Mitglied der Sachverständigen Kommission E beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Schilcher hat mehr als 300 Publikationen sowie 19 Lehr- und Handbücher verfasst.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/wissenschaft/nachricht-detail-wissenschaft/phytotherapie-professor-schilcher-verstorben-pharmazie-apotheke-pflanzlich-salus/

Kommentar & Ergänzung:

Der Tod von Prof. Heinz Schilcher ist ein grosser Verlust für die Phytotherapie. Schilcher hat sich sein ganzes Berufsleben lang intensiv für die wissenschaftliche Fundierung von Phytopharmazie und Phytotherapie engagiert. Die Phytotherapie braucht solche wissenschaftlichen Experten mit langjähriger Erfahrung und dem damit verbundenen Insider-Wissen. Es ist zu hoffen, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ebensolchem Engagement in Schilchers Fussstapfen treten.

Zum „Leitfaden Phytotherapie“.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Neubesetzung des Lehrstuhls für Naturheilkunde an der Universität Zürich

Die Universität Zürich sucht einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Professor Reinhard Saller auf den Lehrstuhl für Naturheilkunde.

Im Rahmen dieser Neubesetzung fand am 30. August 2012 am Universitätsspital Zürich ein Symposium statt, an dem  BewerberInnen sich mit einem Fachvortrag vorstellten.

Vortragende und Themen waren:

Prof. Dr. med. Benno Brinkhaus

Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und

Gesundheitsökonomie Charité – Universitätsmedizin Berlin

Thema: Integration von Naturheilkunde / Komplementärmedizin in die

konventionelle Medizin am Beispiel Akupunktur

Prof. Dr. med. Jost Langhorst

Innere Medizin V – Naturheilverfahren und Integrative

Medizin Kliniken Essen Mitte – Knappschaftskrankenhaus

Thema: Naturheilkunde und Integrative Medizin am Beispiel chronisch

entzündlicher Darmerkrankungen

PD Dr. med. Florian Pfab

Präventive und Rehabilitative Sportmedizin

Klinikum rechts der Isar; Technische Universität München

Thema: Nadeln, Chilli, Drachenblut oder gar Haschisch gegen Juckreiz?

Prof. Dr. med. Claudia Witt, MBA

Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie

und Gesundheitsökonomie Charité – Universitätsmedizin Berlin

Thema: Forschung zur Komplementärmedizin – eine internationale Perspektive

PD Dr. med. Ursula Wolf

Institute of Complementary Medicine, Universität Bern; Inselspital

Thema: Forschung in der Komplementärmedizin

Kommentar & Ergänzung:

Tobias Füchslin und Marko Kovic besuchten die Veranstaltung und haben sie in einem Podcast kritisch kommentiert.

Den Podcast können Sie hier hören.

Bei Prof. Reinhard Saller war die Phytotherapie ein zentraler Schwerpunkt. Es wäre natürlich aus meiner Sicht begrüssenswert, wenn der Nachfolger oder die Nachfolgerin auch einen „Draht“ zur Phytotherapie mitbringen würde.

Wichtiger aber noch scheint mir, dass eine Person gewählt wird, die Wissenschaft nach den besten Standards betreibt.  Die Methoden von Komplementärmedizin und Naturheilkunde sollen ergebnisoffen erforscht werden. Das ist in diesem Bereich nicht so selbstverständlich, wie es sein sollte. Wenn aus politischen Gründen komplementärmedizinische Forschung an Universitäten durchgedrückt wird, entwickelt sich daraus nicht selten eine einseitige Bestätigungs- und Rechtfertigungsforschung, die wissenschaftlich zurecht nicht mehr ernst genommen wird.

Ein Beispiel für einseitige Zugänge ist wohl die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder mit dem „Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften“, das mit wissenschaftlich fragwürdigen Lehrveranstaltungen und skurilen Forschungsarbeiten in die Kritik gekommen ist.

Siehe:

Europa-Universität Viadrina: Esoterik-Institut vor dem aus

An der Europa-Universität Viadrina wird der Lehrstuhl von Harald Walach durch den Homöopathika-Hersteller Heel finanziert. Harald Walach ist der diesjährige Preisträger des „Goldenen Bretts“:

„Das «Goldene Brett vorm Kopf 2012» geht an Harald Walach, Professor an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder…..Das gab die Gesellschaft für Kritisches Denken bekannt.

Die Verleihung der Preise für den «erstaunlichsten pseudowissenschaftlichen Unfug» fand…..im Naturhistorischen Museum Wien statt. Der Komplementär-Mediziner Walach wurde dabei für sein «einzigartiges Bemühen, wissenschaftsbefreite Theorien in die akademische Welt hineinzubringen», gewürdigt.“

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Goldenes-Brett-vorm-Kopf-fuer-Erich-von-Daeniken/story/26845575

Forschung muss sich an den besten Standards orientieren – auch die Forschung im Bereich Komplementärmedizin und Naturheilkunde. Je mehr sich Forschung an dehnbareren, „weicheren“ Standards orientiert, desto grösser wird der Interpretationsspielraum. Und das dient letztlich weder der Wissenschaft noch der „Komplementärmedizin“.

Siehe auch: Komplementärmedizin – ein fragwürdiger Begriff

Das Berufungsverfahren für den Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Zürich hat bisher in der Schweiz kaum Wellen geschlagen. Erstaunlicherweise geht nun die „Die Süddeutsche“ in einem ausführlicheren Beitrag darauf ein:

Der Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Uni Zürich ist etwas Besonderes: Er ist im deutschsprachigen Raum der einzige, der nicht durch Interessengruppen finanziert wird. Ausgerechnet hier hat die Kandidatur einer deutschen Homöopathie-Forscherin nun zum Eklat geführt. Edzard Ernst, einer der renommiertesten Kritiker der Komplementärmedizin, wurde aus der Berufungskommission gedrängt.“

Mir war nicht bewusst, dass der Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Zürich im deutschsprachigen Raum der einzige ist, der nicht von Interessengruppen finanziert wird.

Bei der deutschen Homöopathie-Forscherin, die sich für den Lehrstuhl in Zürich bewirbt, und auf welche die „Süddeutsche“ hinweist, handelt es sich um Prof. Claudia Witt von der Charité Berlin. Ihr Lehrstuhl wird von der Carstens-Stiftung finanziert, einer Organisation zum Zwecke der Homöopathie-Förderung. Meinem Eindruck nach bemüht sich Claudia Witt um Ergebnisoffenheit und um differenzierte Stellungnahmen, aber sie laviert manchmal auch. Es sind an der Charité allerdings zudem einige Studien durchgeführt worden, die viel Interpretationsspielraum offen lassen und von der „Homöopathie-Szene“ sofort als Beweis für die Wirksamkeit ihrer Methode gefeiert wurden, eine Schlussfolgerung, welche die Studien nicht ansatzweise hergeben.

Im Artikel der „Süddeutschen“ wird die Forschungsarbeit von Claudia Witt kritisch kommentiert von Edzard Ernst, ehemaliger Professor für Komplementärmedizin in Exeter,  und von Jürgen Windeler vom unabhängigen Institut für Qualitätskontrolle und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG).

Den ganzen Artikel finden Sie hier:

Alternative Heilverfahren an Hochschulen: Wissenschaft in homöopathischen Dosen

An der Universität Rostock gibt es noch den Lehrstuhl für Naturheilkunde, der mit Prof. Karin Kraft besetzt ist. Sie befasst sich intensiv mit Phytotherapie und publiziert dazu auch in Fachzeitschriften. Ihr Forschungsarbeit kann ich nicht beurteilen, ihre Fachartikel sind aber sorgfältig und fundiert geschrieben.

Auch der Lehrstuhl an der Universität Rostock ist eine Stiftungsprofessur, wobei mir aber scheint, dass die Stifter und Sponsoren etwas breiter angesiedelt sind als bei der Stiftungsprofessur an der Charité und an der Vaidrina.

Arzneipflanzenkunde ist an Universitäten gut etabliert

Aus phytotherapeutischer Perspektive könnte noch ergänzt werden, dass es im Pharmazie-Studium eine ganze Reihe von Lehrstühlen im Bereich der Pharmazeutischen Biologie gibt, die sich gut etabliert mit Lehre und Forschung zum Thema Arzneipflanzenkunde befassen.

Um beispielhaft und unvollständig ein paar Namen ehemaliger oder aktiver Persönlichkeiten zu nennen:

Rudolf Hänsel (Universität Berlin), Hildebert Wagner (Universität München), Rudolf Bauer (Universität Düsseldorf), Theo Dingermann (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Georg Schneider (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Ilse Zündorf (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Otto Sticher (ETH Zürich), Jürgen Reichling (Universität Heidelberg), Michael Wink (Universität Heidelberg), Max Wichtl (Universität Marburg), Elisabeth Stahl-Biskup (Universität Hamburg), Rudolf Bauer (Universität Graz) sowie last, aber ganz sicher nicht least: Heinz Schilcher (Freie Universität Berlin).

Phytotherapie hat keine eigene Diagnostik. Daher ist für die Phytotherapie die Arzneipflanzenkunde, wie sie in der Pharmazeutischen Biologie erforscht und vermittelt wird, absolut zentral.

Und die aufgeführten Beispiele zeigen, dass Phytotherapie bestens in die Wissenschaft integriert ist und damit auch nicht zur Komplementärmedizin gerechnet werden kann.

Siehe auch: Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Phytotherapie ist ein Teil der Naturheilkunde und damit ein (randständiger) Teil der Medizin.

Siehe: Naturheilkunde – was ist das?

Zu hoffen ist, dass bei der Besetzung des Lehrstuhles für Naturheilkunde an der Universität Zürich eine Person gewählt wird, die gute Forschung gewährleisten kann und auch wirklich im Bereich der Naturheilkunde – und damit auch der Phytotherapie – „zuhause“ ist.

Eine Stellungnahme zu den Vorgängen rund um die Neubesetzung des Lehrstuhle für Naturheilkunde ist gerade erschienen auf skeptiker.ch

Wenn Sie interessiert sind daran, Begriffe wie Komplementärmedizin, Alternativmedizin, Naturheilkunde vertiefter zu verstehen, dann bekommen Sie Informationen dazu im Tagesseminar „Komplementärmedizin verstehen und beurteilen“, am 18. November 2012 in Winterthur. Der Kurstag vermittelt auch Orientierungspunkte und Kriterien, mit denen man im weitläufigen Dschungel der Komplementärmedizin die Spreu vom Weizen unterscheiden kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Thymian und Efeu gegen trockenen Husten?

Bei Hustenreiz seien Teeaufgüsse aus Thymian und Efeu empfehlenswert. Sie sollen zugleich hustenstillend und hustenlösend wirken. Das empfiehlt Wolfgang Hornberger vom Berufsverband Deutscher HNO-Ärzte. Zur Linderung des Hustenreizes geeignet seien Eibischwurzel bzw. Eibischblätter, Spitzwegerich, Malve oder Isländisch Moos.

Generell sei es bei Reizhusten wichtig, viel zu trinken, die Stimme nicht zu stark zu strapazieren, das Husten nicht zu provozieren und Rauchen sowie zu kalte Luft zu meiden, erläutert Hornberger. Die Raumluft sollte nicht zu trocken sein. Regelmäßiges Stoßlüften und Wasserschalen auf der Heizung können hier eine Verbesserung bringen.

Hält sich ein trockener Husten länger als eine Woche, ist er schmerzhaft, oder treten andere Beschwerden wie Fieber oder Halsschmerzen auf, solle ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden. Denn möglicherweise stecke eine Infektion der oberen Atemwege hinter dem Husten, die mit Medikamenten therapiert werden müsse.

Quelle:

http://www.abendblatt.de/ratgeber/gesundheit/article110027515/Thymian-und-Efeu-lindern-trockenen-Husten.html

Kommentar & Ergänzung:

Schön, dass der Präsident der HNO-Ärzte Heilpflanzen-Anwendungen bei Husten empfiehlt.

Festzuhalten ist dazu allerdings noch:

Efeublätter und Thymiankraut wirken vor allem schleimlösend und werden daher vorzugsweise bei produktivem Husten eingesetzt, weniger bei trockenem Husten.

Bei den Efeublättern ist die Phytotherapie-Fachliteratur gegenüber der Anwendung in Teeform überwiegend skeptisch. Der „Leitfaden Phytotherapie“ von Heinz Schilcher, Tankred Wegener und Susanne Kammerer schreibt dazu:

„Vor der Zubereitung eines Teeaufgusses oder einer Teeabkochung aus selbstgesammelten Efeublättern ist zu warnen. Die richtige Blätterdosierung ist schwierig zu handhaben. Die therapeutisch wichtigen Efeu-Saponine wirken bei richtiger Dosierung hervorragend expektorierend, können aber bei falscher Dosierung  Erbrechen auslösen. Deshalb ausschliesslich standardisierte Fertigpräparate einnehmen.“

Auch beim Thymian ist fraglich, ob der Tee die optimale Anwendungsform ist. Inhalationen mit Thymianöl dürften in vielen Fällen die überlegene Option sein. Mit dem Thymianöl vergleichbare Wirkung zeigen Eukalyptusöl und Anisöl).

Eibisch, Spitzwegerich, Malve und Isländisch Moos sind als Schleimpflanzen bei trockenem Husten dagegen passend. Ich würde Eibischwurzel (Kaltauszug) oder Malvenblüten (aus Malva silvestris) vorziehen.

Isländisch Moos enthält neben Schleimstoffen auch Bitterstoffe. Ein Tee aus Isländisch Moos ist daher nur tauglich bei Menschen, die den bitteren Geschmack tolerieren. Spitzwegereich fällt im Schleimgehalt gegenüber Eibischwurzel und Malvenblüten ab, hat dafür aber noch Wirkstoffe mit leicht entzündungswidriger und antibakterielle Wirkung (Iridoide wie Aucubin und Catalpol).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse hemmen Grippeviren vom Typ H1N1

Grippeviren mutieren rasch, bilden schnell Resistenzen und sind daher schwer zu bekämpfen. Wissenschaftler der Universität Gießen konnten nun zeigen, dass Senföle die Vermehrung von H1N1-Viren um fast 100 Prozent hemmen können.

Die untersuchten Isothiocyanate stammen aus Kapuzinerkresse (Benzylisothiocyanat) und Meerrettichwurzel (2-Phenylethylisothiocyanat und Allylisothiocyanat). Die Wissenschaftler hatten zuerst in einer Zellkultur von humanen alveolaren Lungenepithelzellen die Menge des Senfölgemischs bestimmt, welche keine toxische Wirkung auf die Zellen zeigt. Danach wurde der Effekt des Gemischs auf die Vermehrung von H1N1-Viren untersucht.

Das Mischungsverhältnis der Isothiocyanate entspricht demjenigen in Angocin Anti-Infekt N. Das Präparat des Herstellers Repha ist bisher zur Besserung der Beschwerden bei akuten entzündlichen Erkrankungen der Bronchien und Nebenhöhlen und der ableitenden Harnwege zugelassen.

Durch die kombinierte Gabe habe die Vermehrung der Grippeviren in menschlichen Lungenzellkulturen vermindert werden können. Der antivirale Effekt war um den Faktor 10 hoch 5 mal höher als bei der singulären Nutzung der Isothiocyanate.

Studienleiter Professor Dr. Stephan Pleschka sieht darin Hinweise darauf, dass das Senfölgemisch möglicherweise eine zusätzliche phytotherapeutische Option bei viralen Atemwegsinfektionen sein könnte.

Das Wissenschaftlerteam hatte für die drei einzelnen Isothiocyanate in früheren Untersuchungen bereits eine hemmende Wirkung auf H1N1 von jeweils 90 Prozent festgestellt. In einer weiteren Studie mit Rhinoviren wollen die Forscher nun klären, ob die Resultate auch auf andere atemwegsrelevante Viren übertragbar sind.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/wissenschaft/senfoele-hemmen-h1n1

Kommentar & Ergänzung:

Die Senfölglykoside (Glukosinolate) aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse werden sehr zu Recht auf ihre antimikrobielle Wirkung untersucht. Diese Wirkstoffgruppe hat grosses therapeutisches Potential. Bei viralen Erkrankungen sind die therapeutischen Möglichkeiten bisher alles andere als befriedigend und bei bakteriellen Infektionen gibt es zunehmende Probleme mit antibiotikaresistenten Keimen. Alternativen sind daher sehr gefragt.

Allerdings muss zu den beschriebenen Resultaten der Universität Giessen festgehalten werden, dass von positiven Ergebnissen aus Zellkulturen nicht einfach auf vergleichbare Effekte beim Menschen geschlossen werden kann.

Angocin ist ein interessantes Präparat, wobei aber auch hier ein paar Ergänzungen nötig sind:

Eine Filmtablette enthält  200 mg Kapuzinerkressenkraut und 80 mg Meerrettichwurzel.

Erwachsene nehmen 5-mal täglich 5 Filmtabletten (das entspricht 5-mal täglich 1 g Kapuzinerkressekraut und 0,4 g Meerrettichwurzel).

Die Phytotherapie-Fachliteratur hat etwas andere Vorstellungen von der angemessenen Dosierung:

Meerrettichwurzel: „Bei innerer Anwendung mittlere Tagesdosis 20 g frische Wurzel.“ (Leitfaden Phytotherapie, Heinz Schilcher / Susanne Kammerer / Tankred Wegener)

Eine antimikrobielle Wirkung dürfte also auch mit frischer Meerrettichwurzel zu erreichen sein, wenn man Meerrettich gerne hat: Meerrettich in Portionen über den Tag verteilt einnehmen und mit Quark, Joghurt, geraffeltem Apfel oder anderen geeigneten Zutaten mischen.

Wer die Meerrettich-Schärfe nicht mag, wird aber wohl die Filmtabletten vorziehen.

Die Phytotherapie-Fachliteratur bescheinigt dem Meerrettich vor allem Wirkungen bei Bronchitis und Zystitis (Blasenentzündung). Dabei stehen aber antibakterielle Wirkungen im Vordergrund, im Gegensatz zu den antiviralen Effekten in den beschriebenen Studien der Universität Giessen.

Siehe auch:

Senfölglykoside gegen Infektionen

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside? Welche Wirkung haben sie?

Kapuzinerkresse: Breitbandantibiotikum aus der Natur

Meerrettich: Breitbandantibiotikum aus der Natur

Kräuter und ihre Wirkung: Kapuzinerkresse

Phytotherapie: Senföl aus Meerrettich und Kapuzinerkresse bekämpfen Influenza-Viren

Senfölglykoside hemmen multiresistente Erreger

Phytotherapie: Meerrettich als Heilpflanze bei Husten und Blasenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ingwer bei Erkältungen

Das Magazin Focus publizierte eine Artikelreihe zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Naturheilmitteln. Hier der Abschnitt zum Thema Ingwer & Erkältungen:

„Ähnlich wie die Hühnersuppe ist auch der Ingwer ein Multitalent. Eine Tasse Ingwertee vertreibt den Schüttelfrost. Als Brust- oder Rückenwickel lockert er zähen Schleim und löst trockenen Husten. Seine ätherischen Öle lindern Schnupfen und Halsentzündungen. Und dank seines Inhaltsstoffes Gingerol, das eine ähnliche Wirkungsweise hat wie Aspirin, hilft er gegen Kopfschmerzen und Migräne.

Anwendung: Für die Wickel zwei Teelöffel frisch geriebenen Ingwer mit einem Viertelliter heißem Wasser (ca. 70 Grad) aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. Ein Tuch in dem Sud tränken und gut auswringen. Anschließend auf Brust oder Rücken legen, mit einem Schal festbinden und etwa eine Stunde wirken lassen. Zweimal täglich wiederholen.

Ingwertee: Wasser aufkochen, fünf Scheiben frischen geschälten Ingwer dazugeben und etwa 15 Minuten köcheln lassen. Nach Geschmack mit Honig süßen und möglichst heiß trinken.

Risiken und Nebenwirkungen: Vorsichtig anwenden während der Schwangerschaft.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/tid-12543/sanfte-therapie-das-immunsystem-mobilisieren_aid_348252.html

Kommentar & Ergänzung:

Dass Ingwer bei Kopfschmerzen und Migräne ähnlich wirkt wie Aspirin ist etwas hoch gegriffen. Aber Ingwer ist tatsächlich eine Heilpflanze mit vielfältiger Wirkung. Entsprechend beliebt sind Ingwertee und Ingwerwickel.

Ingwer lindert nicht nur Erkältungskrankheiten, sondern auch verschiedene Verdauungsbeschwerden und Überkeit / Erbrechen beispielsweise bei Reisekrankheit (Kinetosen).

Siehe dazu:

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Buchtipp: Ingwer – Gesundheit und Genuss, von Ralf Hiener und Heinz Schilcher

Ingwer lindert Muskelkater

Ingwer vermindert Muskelschmerzen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen?

Zu Gingerol:

„Gingerol ist eine wichtige geschmacksgebende Komponente des Ingwerrhizoms (Zingiber officinale). Ihr schreibt man besondere Bedeutung für dessen Schärfe zu.

Man vermutet zum einen, dass Gingerole, insbesondere die Shogaole, auf den Vaniloidrezeptor wirken und so eine anti-inflammatorische Reaktion auslösen. Es konnte gezeigt werden, dass die Scharfstoffe (Gingerol, Shogaol) einen spezifischen Einfluss auf das Interleukin-/Cytokinmuster haben. Anhand des Interleukin-/Cytokinmusters kann man unterschiedliche Reaktionen auf eine Krankheit sehen. Interessant werden diese Substanzen, um spezifische Immunsuppression durchzuführen. Dennoch ist es nach wie vor schwierig, konkrete Wirkungsmechanismen aufzuzeigen, da sie nicht nur einen Wirkungsort haben. Weiter konnte gezeigt werden, dass die Scharfstoffe die iNOS (inducable NO-Synthase) beeinflussen, was möglicherweise Auswirkungen auf die glatte Muskulatur hat und so eine Kontraktion oder Dilatation der Gefäße hervorruft.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Wirkung der erwähnten Hühnersuppe:

Hühnersuppe bei Erkältungen

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

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Lavendelöl – grosse Qualitätsunterschiede

Auf dem Phytodoc-Portal  findet sich ein informativer Text von Prof. Heinz Schilcher zur Qualität von Lavendelöl.

Hier dazu ein Zitat:

„Lavendelöle weisen enorme Qualitätsunterschiede auf, und sie zählen zu denjenigen ätherischen Ölen, die am häufigsten  ‚verschnitten‘  bzw. durch Zugabe von synthetischem Linalylacetat und Linalool geruchlich ‚aufgebessert‘ werden.

Bei der Gewinnung von Lavendelöl wird nicht nur die im Arzneibuch vorgeschriebene Lavendel-Art Lavandula angustifolia MILL. verwendet, sondern auch die qualitativ schlechteren Arten Lavandula hybrida (syn. intermedia) und Lavandula latifolia, die sich leichter kultivieren lassen und höhere Erträge an ätherischem Öl ergeben.“

http://www.phytodoc.de/post/aetherisches-lavendeloel/

Kommentar & Ergänzung:

Vor allem in der Aromatherapie werden diverse Lavendelöle angewendet, während die Phytotherapie Lavendelöl aus Lavandula angustifolia einsetzt.

Lavendelöl aus Lavandula angustifolia ist im Arzneibuch (Pharmakopoea) aufgeführt und daher als Arzneimittel anerkannt.

Zur Wirkung von Lavendelöl und zu seinen Anwendungsmöglichkeiten finden Sie ausführliche Informationen in der Broschüre:

Ätherische Öle in der Pflege – Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl

Weitere Informationen zur Wirkung von Lavendelöl:

Orangenöl & Lavendelöl gegen Zahnarztangst

Phytotherapie: Von welcher Lavendelart stammen Lavendelart und Lavendelblüten?

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze (hier geht es um Forschung mit Lavandula viridis, Grüner Lavendel)

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

http://heilpflanzen-info.ch/cms/2011/01/25/lavendelol-reduziert-angst-und-bessert-den-schlaf.html

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

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Fachbuch: Leitfaden Phytotherapie – Neuauflage erschienen

Der „Leitfaden Phytotherapie“  von Heinz Schilcher, Susanne Kammerer, Tankred Wegener ist in der 4. Auflage in einer aktualisierten, überarbeiteten Form erschienen:

Neu sind:

– Aktualisierung und Erweiterung der Pflanzenprofile, ESCOP- und WHO-Monographien, Arzneimittelempfehlungen, Studienergebnisse sowie der Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von Phytopharmaka.

– Im Kapitel Verdauungstrakt neue Krankheitsbilder
– Neues Kapitel zu ‚Allergien durch Arzneipflanzen’.

– Jetzt praxisorientierter mit Informationen ‚Für den Hausgebrauch’.“

Wer sich über den aktuellen Stand des Wissens in der Phytotherapie informieren will, der ist mit dem Leitfaden bestens bedient. Der Hauptautor – Apotheker Prof. Heinz Schilcher – ist seit Jahrzehnten ein profilierter Vertreter der universitären Phytotherapie.

Wikipedia schreibt dazu:

„Flaggschiff unter den zahlreichen Buchbeiträgen und Büchern ist sein Fachbuch „Leitfaden Phytotherapie“, das er mit Susanne Kammerer im Urban & Fischer Verlag im Jahre 2000 veröffentlichte. 2010 wird unter der Herausgeberschaft von Schilcher, Kammerer und Wegener die vierte Auflage dieses mittlerweile 1200 Seiten umfassenden Werks erscheinen. Dieses Buch bezeichnet Schilcher selbst als sein Lebenswerk. In der Fachwelt wird der Leitfaden als „Bibel“ der Phytotherapie bezeichnet. Dabei war und ist der Hauptzweck seiner Bücher immer der Bezug der Heilpflanze zur Anwendung in der ärztlichen Praxis.“

Und zur Bedeutung von Schilcher für die Phytotherapie:

„ Heinz Schilcher hat dank seiner profunden Kenntnisse in Pharmakognosie, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik die Phytotherapie und ihren unermesslichen Heilschatz gesichtet, geordnet und die Spreu vom Weizen getrennt. Er setzte die Bemühungen von Weiss fort, „aus einer Erfahrungsheilkunde mit den Vorstellungen tradierter Heilkunst in vorwiegend ethnomedizinischen Systemen eine systematische und damit für den Arzt und Wissenschaftler lehr- und lernbare Methode zu erarbeiten“. (Bühring)

Schilchers Triebfeder für eine kritische Lehre war in seiner Arbeit über Jahrzehnte die Qualitätskontrolle. Er forderte bereits seit 1964 eine konkrete Standardisierung für Phytopharmaka, definierte die Coeffektoren in Phytopharmaka (1965) und den Begriff der Leitsubstanz (1977). Ab 1971 forderte er in seinen Publikationen den gezielten Anbau für Arzneipflanzen und analytische Untersuchungen zum Ausschluss von Pestiziden und Schwermetallen (1969 und 1971).

Als kritischer Betrachter historischer Entwicklungen der Heilpflanzenlehre wies er seit 1981 auch immer wieder auf die Grenzen therapeutischer Möglichkeiten dieser Pharmaka hin und forderte die Aufstellung von Standards für die Fachdisziplin Phytotherapie in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung. Schilchers Arbeits- und Lebenswerk war es, Ärzten wirksame, sichere und kalkulierbare Pflanzenheilmittel für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit in die Hände zu geben.“

Der „Leitfaden Phytotherapie“ gehört auch zu den wichtigsten Referenzwerken für meine Phytotherapie-Ausbildungen und Heilpflanzenkurse.

Im Buchshop können Sie den „Leitfaden Phytotherapie“ anschauen und bestellen.

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[Buchtipp] Ingwer, Gesundheit und Genuss von Ralf Hiener, Heinz Schilcher

Verlagsbeschreibung

Exotisch-scharf und gesund.
Seit Jahrtausenden ist Ingwer ein fester Bestandteil der asiatischen Küche und Heilkunde. Auch bei uns ist er längst in den Kochtöpfen und im kulinarischen Alltag angekommen. Denn die vielseitige, scharf-würzige Knolle kann den unterschiedlichsten, teils altbekannten Rezepten neuen Schwung und das gewisse Etwas verleihen, sowohl den pikanten als auch den süßen – probieren Sie es aus, es lohnt sich!
In der Naturheilkunde ist Ingwer ein bewährtes Mittel gegen Reisekrankheit, bei Verdauungsproblemen, Unwohlsein oder einer nahenden Erkältung. Die asiatische Medizin schätzt ihn wegen seiner wärmenden Eigenschaften. Seit einigen Jahren bestätigen auch wissenschaftliche Studien seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten als Arzneimittel.
Nach drei erfolgreichen Auflagen ist das Buch zum Ingwer mit Warenkunde und Rezepten nun als aktualisierte Neuausgabe lieferbar, in der auch die Ergebnisse aktueller Untersuchungen berücksichtigt wurden.
 Zum Shop

Kommentar:

Ingwer – Gesundheit & Genuss

Dieses schön gestaltete Buch enthält zahlreiche Rezepte für Ingwer-Gerichte.

Aus Sicht der Phytotherapie interessant ist das Kapitel von Prof. Heinz Schilcher über Ingwer als Heilpflanze.

Schilcher streift die Geschichte des Ingwers als Heilpflanze, beschreibt die Botanik und die Inhaltsstoffe, vor allem ätherisches Öl und Scharfstoffe (Gingerole). Anschliessend führt er die verschiedenen Ingwerzubereitungen auf:

–      Geriebener, frischer Ingwerwurzelstock

–      Frischpflanzen-Presssaft aus Ingwer

–      Ingwerpulver

–      Ingwertee

–      Ingwertinktur

–      Ingwer-Kompressen

–      Ätherisches Ingweröl

Es gibt auch einen Abschnitt über Ingwer als Lebensmittel, doch ist Heinz Schilcher als einer der profiliertesten Vertreter der universitären Phytotherapie vor allem sehr fundiert im Kapitel über Ingwer als Arzneimittel. Im Abschnitt „Traditionelle Anwendung“ geht es um Ingwer in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), zum Beispiel bei Migräne, Durchfall, Asthma und Menstruationsbeschwerden, in der Ayurveda-Medizin (z. B. Rheuma, Entzündungen, Gliederschmerzen, Wunden) und in der europäischen Volksmedizin (z. B. bei Verdauungsstörungen). Im Abschnitt „Wissenschaftlich erwiesene Wirkungen“ beschreibt Schilcher die Wirkung des Ingwers gegen Brechreiz, bei Magenbeschwerden und gegen Entzündungen.

Interessant ist der Hinweis auf eine Wirkung des Ingwers bei Herpes (Fieberbläschen): „ Ätherisches Ingweröl wirkt gegen Herpesviren, was in einer im Jahre 2007 publizierten mikrobiologischen Untersuchung eindrucksvoll festgestellt wurde. Hier war ätherisches Ingweröl gegenüber Acyclovir-resistenten Herpes-simplex-Viren vom Typ I (HSV I) wirksam.“

Diese Buchbesprechung ist wohl aus meinem eigenen Hintergrund ziemlich „Phytotherapie-lastig“. Die kulinarischen Ingwerrezepte sehen aber auch sehr verlockend aus.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Phytotherapie in der Kinderheilkunde, Ein Handbuch für Ärzte und Apotheker. 110 Original-Monographien d. Kommission E beim BfAM u. 52 Monographien der European Cooperative on Phytotherapy von Heinz Schilcher, Walter Dorsch

Verlagsbeschreibung

Sanfte Medizin… Phytopharmaka zeichnen sich durch ein besondersgutes Nutzen-Risiko-Verhältnis aus. Deshalbeignen sie sich hervorragend zur Behandlung vonSäuglings- und Kinderkrankheiten. Aber:
Welche Phytopharmaka sind für Kinder besonders geeignet?
Wie ist die richtige, altersgerechte Dosierung?
Welche Phytopharmaka als Fertigarzneimittel
werden durch die gesetzlichen Krankenkassenerstattet? Diese und und weitere Fragen finden Sie in diesemWerk für Kinderärzte, niedergelasseneAllgemeinärzte und Internistensowie Apothekerbeantwortet. Sein Inhalt versteht sich nicht alsAlternative, sondern als wertvolle Ergänzung zu“klassischen“ Therapiemaßnahmen. Dabei erhält dasBuch wissenschaftliche Rückendeckung durchabgedruckte Monographien der Kommission E sowiesolcher der European Scientific Cooperative onPhytotherapy (ESCOP) zu Phytopharmaka, die fürdie Anwendung bei Kindern geeignet sind. … damit es dem kranken Kind bald wieder besser geht
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Kommentar:

Phytotherapie in der Kinderheilkunde

Für ein fundiertes Buch über Phytotherapie in der Kinderheilkunde bietet dieses Autorenteam beste Voraussetzungen: Prof. Heinz Schilcher ist bekannt als langjähriger Fachbuchautor im Bereich Phytotherapie. Prof. Walter Dorsch bringt als Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin die pädiatrische Erfahrung mit. Das Buch beschreibt, welche Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) sich für Kinder besonders eignen und welches die jeweils richtige, altersgerechte Dosierung ist.

Bei den äusseren Anwendungen von Heilpflanzen-Präparaten geht es zum Beispiel um Windeldermatitis, Milchschorf, Gneis, Neurodermitis, um Wundbehandlung Verbrennungen, Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Herpes-Erkrankungen Augenerkrankungen, Candidose der Mundschleimhaut, Ohrenentzündungen.

Im Bereich der innerlichen Heilpflanzen-Anwendungen werden u. a. beschrieben:

– Erkrankungen der Atemorgane wie Katarrhe der oberen Luftwege, Trockener Husten, Husten mit zähflüssigem Schleim, Keuchhusten Schnupfen, Stirnhöhlenentzündung, Erkältungskrankheiten, Immunstimulation.

– Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden, Dyspepsien, Flatulenz, Meteorismus, „Dreimonatskoliken“, Durchfall, Verstopfung, Reiseübelkeit,.

– Erkrankungen von Nieren & Blase wie Harnwegsinfekte Reizblase.

– Psychosomatische Störungen: Nervenberuhigungsmittel bei Unruhe, Angstzuständen, Schlafstörungen).

– Schmerzbekämpfung: Spannungskopfschmerz, Wundschmerz, Zahnschmerzen und Zahnungshilfe, Gliederschmerzen, psychisch bedingte Kopfschmerzen, Migräne-Anfälle.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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Sechs Gründe für Phytotherapie in der Kinderheilkunde

Heinz Schilcher und Walter Dorsch beschreiben in ihrem Buch „Phytotherapie in der Kinderheilkunde“ sechs Gründe, welche für Heilpflanzen-Anwendungen aus der Phytotherapie bei der Behandlung von Kindern sprechen.

Nachfolgend diese sechs Gründe in leicht modifizierter Form:

1. Viele Phytopharmaka zeichnet ein relativ gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis aus: „ Zahlreiche Naturstoffgruppen (z. B. ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine, Schleimstoffe u. a.) bzw. viele Naturstoffeinzelverbindungen (z.B. Chamazulen, Campher, Bisabolol, Menthol, Rutin u. a.) besitzen experimentell nachgewiesene Wirkungen und / oder klinisch belegte Wirksamkeiten bei gleichzeitig geringen oder zu vernachlässigenden unerwünschten Wirkungen.“

2. Viele – nicht alle – pflanzliche Arzneimittel haben eine milde Wirkung: „Bei zahlreichen Kinderkrankheiten genügen aber gerade ‚milde’ bzw. schwache therapeutischen Effekte auch für eine rationale Behandlungsstrategie.“

3. Die Phytotherapie kennt kinderfreundliche Applikationsformen (z. B. Inhalate, Bäder, Salben, Sirupe usw.).

4. „Kinderfreundliche Applikationsformen und in der Regel die überzeugte Mitarbeit der Mütter bzw. der Kinderbetreuer sorgen für eine gute Compliance.“

5. „Das fünfte Argument, welches für die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel in der Pädiatrie spricht, ist die Tatsache, dass mit einer Reihe von Phytopharmaka nicht nur eine symptomatische, sondern gleichzeitig auch eine kausale Therapie betrieben werden kann.“

6. „Zuletzt muss auch noch darauf hingewiesen werden, dass im Durchschnitt Phytopharmaka kostengünstiger sind als vergleichbare synthetisch hergestellte Arzneimittel, insbesondere wenn Medizinaltees, Tinkturen, Inhalate, Salben etc. rezeptmässig verordnet bzw. angewendet werden.“

Kommentar & Ergänzung:

Der Erfolg von Phytotherapie in der Kinderheilkunde hängt auch wesentlich damit zusammen, dass  viele Eltern nach natürlichen Alternativen für die Behandlung ihrer Kinder verlangen.

Ergänzend zu Punkt 1: Diesem Argument würde ich zwar zustimmen. Allerdings finde ich Campher und Menthol nicht ganz unproblematische Beispiele für ein gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis in der Kinderheilkunde. Campher wird – zum Beispiel wenn in Form einer Erkältungssalbe grossflächig auf die Haut appliziert – rasch und gut in den Organismus aufgenommen, wo es in grösseren Mengen für Säuglinge toxisch wirken kann. Menthol ist für Säuglinge ungeeignet, weil es in seltenen Fällen ernsthafte Atemstörungen auslösen kann (z. B. Kratzschmer-Reflex) kommen kann. Daher bei Säuglingen und Kleinkindern Menthol nicht zur Inhalation verwenden und nicht im Bereich von Hals und Gesicht (insbesondere Nase) auftragen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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