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Wildkräuter: Hirtentäschel in der Küche

Das Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) mit seinen herzförmigen Früchten ist eine unscheinbares Pflänzchen. Die alte Heilpflanze hat auch kulinarische Qualitäten.

Die jungen Hirtentäschelblätter besitzen einen würzig-scharfen Geschmack, der an eine Mischung aus Kresse und Meerrettich erinnert. Sie setzen in Suppen, in Eierspeisen und im Kräuterquark interessante Akzente. Für einen Salat können die Blätter zu gleichen Teilen mit Feldsalat (= in der Schweiz: „Nüsslisalat“) gemischt werden. Dazu gibt man beispielsweise klein geschnittene hart gekochte Eier, geröstete Kürbiskerne und ein Dressing aus Olivenöl, Weinessig, Naturjoghurt, Senf, Salz und Pfeffer.

Die milde Schärfe der Hirtentäschelfrüchte bringt Pep aufs Butterbrot und dient in Gemüsepfannen als Pfefferersatz. Die herzchenförmigen Hirtentäschelfrüchte enthalten kleine Samen, die wie Senf gemahlen und als Gewürz verwendet werden können.

Das Hirtentäschelkraut wird zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler (Brassicaceen) gezählt. Das ein- bis zweijährige Kraut wächst bis zu einer eine Höhe von 40 Zentimetern und bildet in Bodennähe Rosetten aus länglichen, löwenzahnähnlich gelappten Blättern. Die kleinen, weißen Blüten sind ebenfalls essbar und sitzen in Trauben am Ende des aufrechten Stängels. Die außergewöhnliche Form der Früchte haben dem Hirtentäschel seinen Namen gegeben: Sie sind platt und umgekehrt herzförmig, was an die Umhängetaschen von Hirten aus früheren Zeiten erinnern soll. Hirtentäschel ist sehr genügsam und wächst auf Wegen, selbst zwischen Pflastersteinen, am Ackerrand, auf Schutthalden und in Gärten.

Als Wildkraut für die Küche wird das Hirtentäschel am besten im Frühjahr geerntet. Dazu pflückt man am besten die jungen, zarten Blätter, denn nach der Blüte werden sie etwas bitter. Hirtentäschel enthält unter anderem reichlich Flavonoide, Saponine, Senfölglykoside, Gerbstoffe, Vitamin C, Kalium und Kalzium.

Quelle:

http://www.bzfe.de/inhalt/hirtentaeschel-32188.html

Kommentar & Ergänzung:

In der traditionellen Pflanzenheilkunde zählt Hirtentäschelkraut zu den „Frauenkräutern“. Es wird unter anderem zur Blutstillung bei zu starker Menstruation empfohlen. Eine ernsthafte Erkrankung sollte aber durch eine ärztliche Untersuchung ausgeschlossen werden.

Im Gegensatz zum Beispiel zur Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) und zum Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) gehört Hirtentäschel allerdings zu den schlecht untersuchten und nur ungenügend dokumentierten „Frauenkräutern“.

 

Eine interessante Studie zum Hirtentäschelkraut in der Gynäkologie hier:

Hirtentäschelkraut reduziert laut Studie Blutungen nach der Geburt

Bei günstigem Klima kann Hirtentäschel das ganze Jahr über blühen. Es ist nahezu weltweit verbreitet und dadurch wohl eine der erfolgreichsten Pflanzen überhaupt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Kandierte Ingwerstückchen zur Förderung des Appetits?

Das Bundeszentrum für Ernährung stellt Ingwer als Gewürz und Heilpflanze vor.

Dabei ist mir folgender Satz aufgefallen:

„Einige Stückchen kandierter Ingwer vor den Mahlzeiten können vor allem bei älteren Menschen den Appetit anregen.“

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/ingwer-die-gesunde-knolle-31725.html

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Idee. Appetitmangel ist für die Phytotherapie auch eine Herausforderung im Bereich Palliative Care und Onkologiepflege. Krebstherapien können den Appetit stark stören. Oft werden gegen Appetitlosigkeit Heilpflanzen mit Bitterstoffen eingesetzt, die man eine halbe Stunde vor dem Essen als Tee einnimmt. Bitterstoffe sind aber nicht jedermanns Geschmack und Ingwerstückchen wären da möglicherweise eine angenehmere Variante.

Am wirksamsten gegen Appetitlosigkeit im Rahmen von Krebstherapien dürfte aber wohl Cannabis sein, doch braucht es Fachwissen für eine wirksame und sichere Anwendung.

Kandierte Ingwerstückchen – das scheint mir jedenfalls eine Idee, die auszuprobieren sich lohnen könnte.

Ingwer hat abere auch sonst viele interessante Wirkungen. Siehe zum Beispiel:

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Ingwer bei Erkältungen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

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Kinderheilkunde: Fencheltee bei „Dreimonatskoliken“

In der Zeitschrift der österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (Nr. 5 / 2017) berichtet Univ.-Doz. DDr. Ulrike Kastner über die Behandlung von Magen-Darmbeschwerden bei Kindern. Dabei kommt auch das Thema „Dreimonatskoliken “ und Fencheltee zur Sprache:

„Die typischen sogenannten ‚Dreimonatskoliken‘, pathogenetisch nicht immer nur auf schmerzhafte Meteorismen zurückzuführen, sind nach wie vor Domäne der Phytotherapie. Zwar haben pharmakologische Studien bezüglich Toxizität von Bestandteilen des ätherischen Öls als Reinsubstanzen (Estragol) Aufsehen erregt und viel Verunsicherung hervorgerufen, doch kann nach dem derzeitigen Wissensstand davon ausgegangen werden, dass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch Fencheltee auch im sehr frühen Säuglingsalter bedenkenlos eingesetzt werden kann.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0517.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Fencheltee ist vor allem in der Kinderheilkunde ein altbewährtes Mittel gegen Blähungen und Darmkrämpfe. Das Zitat spielt auf eine Diskussion vor einigen Jahren an. Das ätherische Fenchelöl enthält Estragol. In Tierexperimenten mit Mäusen zeigte sich damals, dass Estragol krebsfördernde Eigenschaften haben kann. Das führte zu Warnungen vor der Einnahme von Fencheltee, die bis heute herumgeistern. Das Fachbuch „Teedrogen und Phytopharma“ schreibt dazu:

„In Tierstudien (Mäuse) über 12 Monate mit reinem Estragol (Methylchavicol) waren Lebertumoren beobachtet worden. Diese Ergebnisse können jedoch nicht auf dieVerabreichung von Fenchelfrüchten bzw. Fenchelöl übertragen werden.“

Und im Fachbuch „Phytopharmakognosie/Phytopharmazie„: „Die bei den entsprechenden Untersuchungen an Nagern verwendete Dosis betrug die 100 – 1000-Fache der beim Menschen als Gewürz oder Arzneimittel infrage kommenden Dosis. Zudem unterscheidet sich der Phenylpropanstoffwechsel beim Menschen zumindest in quantitativer Hinsicht ganz erheblich von dem der Nager. Aufgrund eingehender Studien kam die European Medicines Agency (EMA) zum Schluss, dass die Verwendung von estragolhaltigen phytotherapeutischen Produkten bei angemessener Dosierung und Einnahmedauer beim Menschen kein signifikantes Krebsrisiko darstellt.“

Natürlich ist die Natur nicht immer gesund. Es gibt schliesslich auf Giftpflanzen. Aber manchmal wird durch sehr unrealistische Untersuchungen manchmal schon vor Risiken gewarnt, die sich bei sorgfältiger Betrachtung dann als gegenstandslos erweisen. So kommt es dann unnötigerweise zu Verunsicherung.

Mehr dazu hier:

Phytotherapie: Fencheltee weiterhin empfehlenswert

Mein Rat: Fencheltee bei Säuglingen nicht einfach zur Flüssigkeitszufuhr einnehmen, sondern nur wenn Beschwerden wie Blähungen und Darmkrämpfe vorhanden sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zimt gegen Entzündungen?

Die österreichische Zeitung „Kurier“ empfiehlt Gewürze als Entzündungshemmer:

„Zimt, Knoblauch, Ingwer und Kurkuma genießen unter den Gewürzen einen Sonderstatus. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass sie Entzündungen im Körper gezielt bekämpfen.“

Schauen wir uns das Beispiel Zimt genauer an:

„Zimt ist ein Allroundtalent. Das Pulver aus der getrockneten Zimtbaumrinde kann sowohl für süße als auch für pikante Speisen verwendet werden. Im Haferbrei oder Backwaren sorgt Zimt für eine angenehm herbe Note, mariniert man Fleisch oder würzt Saucen damit, erhält man ein duftendes, weihnachtliches Aroma.

Zimt wurde von der Wissenschaft eine desinfizierende und krampflösende Wirkung attestiert. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird das beliebte Gewürz gerne bei Kältegefühl verwendet, da es die „innere Kälte“ durch gesteigerte Durchblutung vertreiben kann. Auch die blutzuckersenkende und stimmungsaufhellende Wirkung des Gewürzes wird betont. Wissenschaftler des Rush University Medical Centers haben in einer Studie mit Zimt und Mäusen zudem eine deutliche Steigerung der Gehirnleistung festgestellt.“

Quelle der Zitate:

https://kurier.at/wellness/zimt-kurkuma-ingwer-knoblauch-wie-sie-ihr-gewuerzregal-gesund-haelt/247.739.154

Kommentar & Ergänzung:

Zimt ist ein feines Gewürz, das Verdauungsbeschwerden lindern kann. Die ESCOP bestätigt als Anwendungsbereiche für die Zimtrinde:

Dyspeptische Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Blähungen und Flatulenz; Appetitlosigkeit, Durchfall.

Die blutzuckersenkenden Wirkung wurde in Laborexperimenten im Reagenzglas und an Mäusen festgestellt. Diese Einschränkung fehlt im Artikel des „Kuriers“.

Das Phytotherapie-Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ schreibt:

„Zur blutzuckersenkenden Wirkung von Zimtrinde liegen In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen an Mäusen vor, in denen eine antidiabetische Wirkung eines wässrigen Extrakts gezeigt werden konnte, doch ist die Übertragbarkeit auf eine therapeutische Anwendbarkeit beim Menschen schwierig.“

Die klinischen Studien zur Wirksamkeit von Zimt bei Diabetespatienten sind bisher nicht überzeugend. Siehe dazu:

Zimt zur Senkung des Blutzuckers bei Diabetes?

Einschränkung sind auch angebracht bezüglich der Studie zur Steigerung der Gedächtnisleistung bei Mäusen. Auch hier ist alles andere als klar, ob das Gehirn von Menschen von Zimtgaben profitieren kann und welche Dosierungen dazu nötig wären.

Ich habe zu diesem Experiment hier schon einen Beitrag geschrieben:

Zimt verbessert Lernvermögen bei Labormäusen

Auch die erwähnte entzündungswidrige Wirkung der Zimtrinde wurde in Laborexperimenten festgestellt. Ob Zimt gegen Entzündungen im menschlichen Organismus wirksam ist und welche Zimtmengen dazu nötig wären, bleibt offen.

Der Beitrag im „Kurier“ ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht sehr sinnvoll ist, Laboreffekte aneinanderzureihen, ohne auf die begrenzte Aussagekraft solcher Experimente für den Menschen hinzuweisen.

Chinesischer Zimt (Cinnamomum cassia, Cassia-Zimt) enthält übrigens erhebliche Konzentrationen an Cumarin, das auf längere Sicht die Leber belasten könnte. Im Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) sind die Cumarin-Werte viel tiefer. Ich würde also Ceylon-Zimt vorziehen. Allerdings sollte man diese Gefahr nicht dramatisieren. Wikipedia schreibt dazu:

„Einen eindeutigen Beleg für die angebliche Gefährlichkeit von Cumarin beim normalen Gebrauch von cumarinhaltigen Gewürzen gibt es allerdings bis zum heutigen Tage nicht. In allen Studien trat eine gesundheitschädigende Wirkung erst nach extremen Überdosierungen bei Versuchen an Ratten auf.“

Siehe auch:

Zimt & Cumarin: Ceylon-Zimt unproblematischer als Cassia-Zimt

Stollen, Glühwein, Zimtsterne: Schadet Zimt der Gesundheit?

Zimt ist ein tolles Gewürz mit verdauungsfördernden Eigenschaften. Im Artikel des „Kuriers“ wird Zimt aber „überverkauft“, das heisst mit unrealistischen Versprechungen angepriesen.

 

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Curcuma: Wechselwirkungen mit Antikoagulantien? Wirkungen?

Curcuma, auch „indischer Safran“ genannt, ist ein bekanntes Gewürz von intensiv gelber Farbe, welches vor allem in Currymischungen zur Anwendung kommt. Es wird aus dem Wurzelstock von Curcuma longa, einer asiatischen Heilpflanze aus der Familie der Ingwergewächse, gewonnen.

Curcuma enthält reichlich antioxidativ wirksame Polyphenole aus der Gruppe der Curcuminoide, insbesondere Curcumin.

Traditionellerweise wird Curcuma aufgrund seiner antioxidativen, magenstärkenden, gallenflussfördernden und vor allem auch entzündungswidrigen Eigenschaften verwendet.

Curcumin kann die Aktivität der Proteinkinase C reduzieren, welche als Schlüsselenzym am Entzündungsprozess von vielen chronischen Erkrankungen beteiligt ist. Curcuma bzw. Curcumin wird auch als alternative Therapie bei diversen Krankheiten propagiert. Dazu zählen Arthritis, Arthrose, rheumatoide Polyarthritis, Multiple Sklerose, Krebs oder neurologische Erkrankungen (Alzheimer).

Laut bestimmten Literaturquellen hemmt Curcumin in vitro (= im Reagenzglas) die Thrombozytenaggregation (Zusammenballung der Blutplättchen). Eine Hemmung der Thrombozytenaggregation kann die Blutfliesseigenschaften verbessern, aber damit auch die Blutstillung verlangsamen.

Aus diesem Grund ist bei antikoagulierten Patienten Vorsicht angebracht: Die gleichzeitige Einnahme grösserer Curcumamengen und Antikoagulantien könnte die blutverdünnende Wirkung verstärken und das Blutungsrisiko steigern.

Zugrundeliegende Literatur:

VIDAL Le guide des compléments alimentaires p171

Le Moniteur des pharmacies Moniteur 3110/2016/p57

Micromedex® online

 

Quelle:

 

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5455&NMID=5455&LANGID=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Heilpflanzen können in bestimmten Situationen andere Arzneimittel in ihrer Wirkung beeinflussen – zum Beispiel die Wirkung verstärken oder abschwächen. Man spricht in solchen Fällen von Wechselwirkungen (Interaktionen), wie sie auch sonst zwischen Medikamenten vorkommen.

Darum ist es wichtig, diesen Aspekt auch bei der Anwendung von Heilpflanzen im Auge zu behalten. Allerdings ist es oft gar nicht so einfach, dazu sichere Aussagen zu machen.

Wenn Curcumin in einem Laborexperiment im Reagenzglas die Thrombozytenaggregation hemmt, lässt sich daraus noch nicht der Schluss ziehen, dass diese Interaktion auch im lebendigen menschlichen Organismus auftritt und auch nicht, dass deswegen ernsthafte Störungen der Blutungsstillung bei Menschen auftreten.

Curcumin wird nämlich nur sehr schlecht aus dem Verdauungstrakt in den Organismus aufgenommen. Es ist deshalb ungeklärt, ob Curcumin in einer Konzentration in den Körper gelangen kann, die dort zu solchen Wechselwirkungen führt, ob solche Wechselwirkungen klinisch relevant sind und wieviel Curcuma man einnehmen müsste, um Störungen auszulösen. Die aktuelle Phytotherapie-Fachliteratur vermerkt jedenfalls bei Curcuma unter dem Punkt „Interaktionen“: „keine“.

Man muss aber auch erwähnen, dass diese Einschänkung möglicher Interaktionen auch für die Wirkungen von Curcuma gilt. Auch bei den Wirkungen kann man nicht einfach von (oft beeindruckenden) Laborergebnissen auf die Wirksamkeit bei Menschen schliessen.

Und wenn oben erwähnt aufgeführt ist, dass Curcuma bei Arthritis, Arthrose, rheumatoide Polyarthritis, Multiple Sklerose, Krebs oder neurologische Erkrankungen (Alzheimer) propagiert wird, dann geht oft unter, dass diese Empfehlungen weitgehend auf Laborexperimenten basieren und dass die limitierte Aufnahmefähigkeit in den Organismus die Aussagekraft dieser Ergebnisse einschränkt.

Im Reagenzglas zeigt Curcumin zum Beispiel eindrückliche entzündungswidrige Effekte und tötet Krebszellen ab. Das belegt aber noch nicht, dass es auch gegen Entzündungen oder gegen Krebserkrankungen im menschlichen Körper wirksam ist. Dazu sind belastbare Ergebnisse aus Patientenstudien nötig.

Bei Arthrose kam eine Übersichtsstudie (Metaanalyse), in der mehrere Einzelstudien ausgewertet wurden zum Schluss, dass Cucurmin sowohl die Schmerzen verringern als auch die Beweglichkeit verbessern kann.

Siehe dazu http://online.liebertpub.com/    doi/10.1089/jmf.2016.3705

Bei Krebs dagegen kommt das Portal Medizin-Transparent zu Schluss, dass sich die Wirksamkeit von Curcumin auf der Basis der vorliegenden Patientenstudien nicht belegen lässt.

Siehe dazu: https://www.medizin-transparent.at/curry-gewurz-gegen-krebs

Am ehesten denkbar sind solche Effekte bei Entzündungen oder allenfalls auch Tumoren im Verdauungstrakt, weil Cucurmin so direkt an den Wirkungsort gelangen kann und nicht resorbiert werden muss.

Siehe dazu:

Kurkuma bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

 

Seit einiger Zeit gibt es aber interessante Forschungs- und Entwicklungsarbeiten mit dem Ziel, die Resorbierbarkeit von Curcumin zu verbessern.

Siehe dazu:

Forschung zur Optimierung der Curcumin-Wirkung gegen Krebs

Forschung: Curcumin gegen Alzheimer & Krebs

Wikipedia fasst die Bemühungen um eine verbesserte Bioverfügbarkeit von Curcumin so zusammen:

„Da Curcumin schwer wasserlöslich ist, wird es im Magen-Darm-Trakt nur in einem sehr geringen Maß absorbiert. Durch Erhitzen oder Auflösung in Öl wird die Bioverfügbarkeit von in Lebensmitteln enthaltenem Curcumin erhöht.

Unter Anwendung von Absorptions-Faktoren werden mehrere Ansätze für eine erhöhte Bioverfügbarkeit untersucht. Ein Curcumin-Phospholipid-Komplex hat eine 29-fach höhere Bioverfügbarkeit als herkömmliches Curcumin. Schwarzer-Pfeffer-Extrakt (Piperin) bewirkt eine 20-fache Bioverfügbarkeit von Curcumin und wird in den meisten Nahrungsergänzungsmitteln mit Curcumin eingesetzt.

In einem von der Bundesregierung geförderten Forschungsprojekt an der Universität Hohenheim durchgeführt, wurde Curcumin in Micellen eingebettet, die vom Körper leichter aufgenommen werden, ohne das die Wirkstoffe hierbei chemisch verändert wurden. Vielmehr erzeugt das patentierte Verfahren eine der Natur analoge Struktur dieser Substanzen mit dem Ergebnis, dass die Bioverfügbarkeit gegenüber herkömmlichen Curcumin-Pulvers um das ca. 180-fache höher ist, einhergehend mit einer ca. 6.8-fach schnelleren Absorption im Organismus.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Curcumin (Literatur dort)

Die Bioverfügbarkeit sagt etwas aus über den Anteil eines Wirkstoffes, der unverändert im systemischen Kreislauf (insbesondere im Blutkreislauf) zur Verfügung steht. Sie gibt an, wie rasch und in welchem Mass ein Arzneistoff resorbiert wird und am Wirkort zur Verfügung steht.

Bis ein optimal bioverfügbares und in seiner Wirksamkeit gut belegtes Curcumin-Präparat im Handel ist, düfte es allerdings noch einiges an Entwicklungs- und Forschungsarbeit brauchen.

 

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Haferflocken reduzieren Cholestereinspiegel im Blut

Das Magazin „Focus“ gibt eine Empfehlung zur Reduktion des Cholesterinspiegels:

„Die Leber bildet die Gallensäure, die die Gallenblase speichert. Die Säuren machen das Nahrungsfett für den Körper brauchbar. Um das Cholesterin zu senken, sollten Sie morgens Haferflocken essen, rät Dietrich Grönemeyer. Denn die binden die Gallensäuren. Wenn die Leber neue Gallensäure produziert, zieht sie Cholesterin aus dem Blut, sodass das Blutfett sinkt.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/star-mediziner-raet-statt-tabletten-ein-fruehstuecksklassiker-senkt-ihren-cholesterinspiegel_id_7317491.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich lässt sich mit dem beschriebenen Mechanismus (Hemmung der Gallensäure-Rückresorption) der Cholesterinspiegel oft senken – nicht sehr stark, aber messbar und ohne Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen.

Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan – ein löslicher Ballaststoff – reduziert nicht nur den Cholesterinspiegel. Es kann auch den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit verlangsamen, was bei Diabetes Typ 2 erwünscht ist.

Die Empfehlung von Haferflocken ist allerdings suboptimal. Wenn schon Haferflocken, dann solchen sie „Vollkorn“ sein. Am meisten Beta-Glucan hat es nämlich in den Randschichten des Haferkorns. Haferkleie enthält mit 8,1 Gramm auf 100 Gramm beinahe doppelt so viel Beta-Glucan wie Haferflocken.

Haferkleie ist also vorzuziehen, wenn man wirklich den Cholesterinspiegel senken oder den Blutzuckerspiegel günstig beeinflussen will.

Weizenkleie enthält überwiegend unlösliche Ballaststoffe und entfaltet daher keine Wirksamkeit auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. Sie dient insbesondere der Vorbeugung von Verstopfung.

Ähnlich günstige Effekte auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel lassen sich jedoch auch mit verschiedenen anderen Quellmitteln erreichen, zum Beispiel mit Flohsamen, Guarmehl, Bockshornkleesamen, Johannisbrotkernmehl, Pektin.

Der Saathafer wurde im übrigen zur Arzneipflanze des Jahres 2017 erkoren.

Siehe auch:

Saathafer – die Arzneipflanze des Jahres 2017

Hafer schützt Arterien

 

 

 

Vollkornprodukte präventiv gegen Diabetes Typ 2, Hypercholesterinämie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas

Bockshornklee interessant als Heilpflanze und Gewürz

Bockshornklee in der Diabetesbehandlung

 

 

 

 

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Kurkuma bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Die österreichische Zeitung „Kurier“ empfiehlt:

„Der Geschmack von Kurkuma ist vielen aus indischen Gerichten bekannt. In der indischen Heilmedizin Ayurveda wird Kurkuma seit Jahrtausenden verwendet. Im Körper kann das gelb-orange Gewürz Entzündungen reduzieren, etwa im Magen-Darm-Trakt. Besonders bei Reizdarm , chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Morbus Crohn konnten Effekte gezeigt werden. Der in Kurkuma enthaltene Farbstoff Kurkumin wirkt außerdem entzündungshemmend und blutzuckersenkend. Zudem senkt es den Cholesterinspiegel und kann damit vielen Krankheiten vorbeugen.“

Quelle:

https://kurier.at/wellness/zimt-kurkuma-ingwer-knoblauch-wie-sie-ihr-gewuerzregal-gesund-haelt/247.739.154

 

Kommentar & Ergänzung:

Verwendet werden die Wurzelstöcke von zwei verschiedenen Curcuma-Pflanzen: Gelbwurzel (Curcuma longa) und Javanische Gelbwurz (Curcuma xanthorrhiza). . Kurkuma ist der gelbe Farbgeber im Curry-Gewürz.

Der gelber Farbstoff Curcumin ist einer der interessantesten Naturstoffe und wird intensiv wissenschaftlich untersucht. Dabei besteht aber noch eine grosse Kluft zwischen eindrücklichen Laborergebnissen und den bisherigen Belegen für die Wirksamkeit bei Menschen. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass Curcumin aus dem Verdauungstrakt nur schlecht in den Organismus aufgenommen wird.

So dürfte es wohl eher schwierig sein, mit Kurkuma eine relevante entzündungshemmende Wirkung auf systemischem Weg im ganzen Organismus zu erreichen, zum Beispiel an den Gelenken.

Eine Reduktion von Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, wie sie der „Kurier“ anspricht, „bei Reizdarm , chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Morbus Crohn“, ist aber denkbar. Hier kommt das Curcumin direkt mit der Darmwand in Kontakt und eine Resorption ist nicht nötig. Zwar fehlen auch für diesen Bereich die grossen Studien, die eine solche Wirkung einwandfrei belegen könnten. Dieser Ansatz scheint mir aber soweit plausibel, dass ich wohl Curcumin probieren würde, wenn ich eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hätte.

Ob Kurkuma dagegen in klinisch relevantem Ausmass den Blutzucker und den Cholesterinspiegel zu senken vermag, ist nicht ausreichend mit Patientenstudien belegt.

 

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Ingwertee als „Energiebooster“?

Ingwer scheint gerade sehr im Trend zu liegen. Laufend treffe ich auf Empfehlungen, wozu Ingwer alles gut sein soll. Tatsächlich ist Ingwer ein interessantes Gewürz und eine wirksame Heilpflanze. Aber wie so oft bei derartigen Hypes kommen die Empfehlungen manchmal etwas schwammig und übertrieben daher.

Auf Focus online hat gerade ein Gesundheitsexperte Ingwer empfohlen. Schauen wir uns das etwas genauer an:

„Mit Ingwertee können Sie ganz ohne Koffein fit in den Tag starten……

Die Wurzel verfeinert nicht nicht nur Ihr Essen, sondern kurbelt Ihren Stoffwechsel an, lindert Halsschmerzen und hilft bei Magen und Darmbeschwerden. Probieren Sie doch mal Ingwertee. Schneiden Sie dazu den Ingwer in dünne Scheiben und geben diese anschließend in heißes Wasser…….

Egal, ob Sie den Ingwertee am Morgen als Kaffeeersatz oder als Energie Booster unterm Tag trinken: Sie tun Ihrem Körper etwas Gutes. Die scharfe Wurzel beruhigt Ihren Bauch und hilft bei Durchfall und Magenbeschwerden.

Wenn das noch nicht genug wäre, wirkt Ingwer zudem noch antiseptisch. Kratzt es Ihnen im Hals, empfiehlt es sich deshalb auf einem kleinen Stück Ingwer zu kauen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/ingwertee-darum-sollten-sie-ihn-vor-dem-fruehstueck-trinken_id_6867281.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Energiebooster – das tönt wirklich stark. Energiebooster ist ein trendigerer Ausdruck für Energydrink. Das sind Getränke, die wach machen und dem Organismus Energie zuführen oder Energiereserven mobilisieren sollen. Das machen sie in der Regel mit viel Koffein und viel Kohlenhydraten (insbesondere Zucker). Ingwertee – sofern ungesüsst getrunken – führt kaum Kohlenhydrate zu und enthält weder Koffein noch koffeinähnlich wirkende Inhaltsstoffe.

Pharmakologisch ist von Ingwertee keine „Energiebooster“-Wirkung zu erwarten, wobei aber auch fraglich ist, ob all die vermarkteten Energie-Booster-Präparate ihre Versprechungen erfüllen können. In Vergleich zu diesen oft wenig glaubwürdig zusammengesetzten Energydrinks ist Ingwertee wohl immerhin die gesündere Variante.

Vorstellen kann ich mir beim Trinken von Ingwertee am Morgen einen sinnlich-psychologischen Wachmacher-Effekt. Ingwer enthält Scharfstoffe. Auf der sensorischen Ebene könnte dadurch ähnlich wie bei Kräutertees mit hohem Bitterstoffgehalt die Aufmerksamkeit geweckt werden im Sinne von „Was kommt denn da?“ – während der Organismus auf irgendeine fade Flüssigkeit kaum reagieren wird.

Sehr eigenartig ist die Vorstellung, dass Ingwertee den Stoffwechsel ankurbeln soll. Aber auch das tönt natürlich toll…

Der Stoffwechsel, das ist die Gesamtheit der chemischen Prozesse in einem Lebewesen.

Den Stoffwechsel kann man einteilen in katabole Reaktionen, welche durch den Abbau von chemisch komplexen Nahrungsstoffen zu einfacheren Stoffen Energie liefern (Katabolismus), und anabole Reaktionen, welche unter Energieverbrauch körpereigene Stoffe aus einfachen Bausteinen aufbauen (Anabolismus).

Wenn Ingwertee nun einfach generell den Stoffwechsel ankurbelt, werden alle chemischen Prozesse in Organismus beschleunigt. Wollen wir wetten, dass das nicht gut ausgeht?

Hier müsste nachgefragt werden, welche Prozesse genau durch Ingwer angekurbelt werden, doch ist eher unwahrscheinlich, dass auf diese Frage eine fundierte Antwort kommt. Solche wohlklingenden Ausdrücke wie „Energie Booster“ oder „kurbelt Ihren Stoffwechsel an“ leben davon, dass sie vage und dadurch kaum zu fassen sind.

Dass viele Menschen Ingwer bei Halsschmerzen oder anderen Erkältungskrankheiten als wohltuend empfinden, ist schon seit langem bekannt. Wie diese Wirkung zustande kommt, ist nicht wirklich geklärt. Im Labor wirken Ingwer-Wirkstoffe antibakteriell und antiviral, aber ob diese Wirkungen auch beim Trinken von Ingwertee im Mund-Rachenraum zustande kommen, kann daraus nicht mit Sicherheit geschlossen werden. Durch die Erregung der Wärmerezeptoren in der Mundschleimhaut wird ein Hitzegefühl ausgelöst und vermutlich reflektorisch die Speichelsekretion angeregt. Diese Wirkungen entstehen durch die Scharfstoffe und könnten zum wohltuenden Effekt eines Ingwertees bei Erkältungen beitragen.

Dass Ingwer gegen Durchfall helfen soll ist eine ungewöhnliche Empfehlung, die in der Phytotherapie-Fachliteratur nirgends vorkommt, und die Empfehlung bei Magenbeschwerden und Darmbeschwerden ist vage. Das kann fast alles umfassen, was im Verdauungstrakt schiefläuft. Hier wären präzisere Angaben wünschenswert.

Ingwer fördert den Speichelfluss, die Magensaftsekretion und den Gallenfluss. Daraus kann eine verdauungsfördernde Wirkung gegen Völlegefühl abgeleiteet werden, was gut zur Verwendung als Gewürz passt. In der Phytotherapie am besten untersucht und am häufigsten empfohlen ist allerdings die Anwendung von Ingwerwurzel-Pulver zur Vorbeugung von Reisekrankheit. Ob Ingwertee hier auch eine Wirkung zeigt, ist ungeklärt. In den Experimenten zeigten vor allem lipophile Inhaltsstoffe diese Wirkung, während ein wässriger Ingwer-Extrakt versagte.

Zu diskutieren wäre die Angabe, dass Ingwer den Bauch beruhigt. Immerhin steigert Ingwer den Tonus und die Peristaltik im Darm. Da könnte man eher daraus schliessen, dass Ingwer den Bauch „wach“ macht.

Wie vielfältig Ingwer als Heilpflanze ist, zeigt folgende Ausstellung:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als gut bewertet

Ingweröl gegen Erbrechen?

Ingwer – wie eine tolle Heilpflanze unseriös als Wundermittel gegen Krebs vermarktet wird

 

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

 

 

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

 

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft und Vitamin B6

Ingwer bei Erkältungen

Ingwertee gegen Übelkeit

 

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen?

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

 

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

 

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Stollen, Glühwein, Zimtsterne: Schadet Zimt der Gesundheit?

Das fragt Spiegel online reichlich spät am 24. Dezember. Jetzt sind sie doch zum grossen Teil schon gegessen, die Zimtsterne……

Aber tatsächlich: Warnungen, zu große Mengen an Zimt seien gefährlich, hört man immer wieder. Schauen wir uns mal genauer an, was es mit diesen Warnungen auf sich hat.

Als Lebensmittelkontrolleure 2006 zimthaltiges Gebäck untersuchten, schlugen sie Alarm, weil die Hersteller von Zimtsternen sich nicht einmal ansatzweise an die damaligen Cumarin-Höchstwerte hielten.

Kurz darauf warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Verbraucher vor einer zu hohen Belastung mit Cumarin, wenn sie viel Zimt zu sich nehmen. Die Verunsicherung aufgrund dieser Warnung hält zum Teil bis heute an, obwohl unklar ist, ob das Cumarin aus Weihnachtsgebäck der Allgemeinbevölkerung real schadet.

Nach dem Bericht auf Spiegel online wurde der Zusammenhang nämlich entdeckt „bei Patienten, die täglich cumarinhaltige Medikamente einnahmen, um ihre Blutgerinnung zu hemmen. Ärzte beobachteten bei sechs bis acht von hundert Patienten Anzeichen für Leberschäden. In seltenen Fällen versagte die Leber ganz.“

Diese Aussage ist meines Erachtens fragwürdig, weil hier zwei Stoffklassen durcheinander gebracht werden. Bei den blutgerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. Phenprocoumon, Präp: Marcoumar / Marcumar) handelt es sich um dimere Cumarine, während im Zimt einfache Cumarine vorliegen (ohne blutgerinnungshemmende Wirkung).

Cumarin wurde erstmals 1922 aus Tonkabohnen isoliert und jahrzehntelang als Aromatikum mit Vanillin-ähnlichem Geschmack in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. In den 1950er-Jahren wurde dieser Verwendungszweck zuerst in den USA und dann in vielen anderen Ländern wegen des Verdachts auf krebsfördernde und leberschädigende Wirkungen verboten, weil die Verabreichung von Cumarin in grossen Dosen an Ratten und Hunde solche Effekte zeigte. Heute weiss man allerdings, dass die Verstoffwechselung von Cumarin beim Menschen anders verläuft und Cumarin in der Regel sehr rasch wieder ausgeschieden wird.

Spiegel online macht noch einen zweiten fragwürdigen Versuch, das Phänomen genauer zu fassen:

„Wie genau Cumarin das Organ schädigt, ist allerdings unklar. Eine kleine Studie mit 114 Patienten aus dem Jahr 2003 legt nahe, dass wohl vor allem Menschen mit Vorerkrankungen der Leber empfindlich reagieren. Setzten die Patienten die Medikamente wieder ab, bildeten sich die Schäden in der Regel zurück.“

In dieser Studie wurde ein Arzneimitttel zur Linderung von Venenbeschwerden hinsichtlich seiner Sicherheit untersucht, das Cumarin und Troxerutin enthielt. Die Testpersonen bekommen über 16 Wochen 30 mg Cumarin und 180 mg Troxerutin pro Tag. Im Gegensatz zur Darstellung auf Spiegel online traten weder Leberschäden noch andere ernsthafte Arzneimittelnebenwirkungen auf.

Siehe: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12776809

Spiegel online fährt fort:

„Dagegen gibt es keinerlei Berichte, dass vorweihnachtliche Zimtsternorgien Leberschäden auslösen. Das allein ist natürlich kein Freifahrtschein für hemmungslosen Zimtgenuss. Erhält jemand ein cumarinhaltiges Medikament, überwacht der Arzt die Blutwerte und erkennt bedenkliche Reaktionen schnell. Bei Weihnachtsmarkt-Fans passiert dies nicht.“

Hier kommt sie noch einmal, diese Vermischung mit den blutgerinnungshemmenden dimeren Cumarinen vom Typ Phenprocoumon.

Dennoch kann Spiegel online „gute Nachrichten für Zimtliebhaber“ verkünden:

„2014 fand das Chemische Landes- und Staatliche Veterinäruntersuchungsamt unter 24 Gebäckproben keine Überschreitungen mehr.“

Das liege zum einen daran, dass 2011 der Cumarin-Grenzwert in Gebäck angehoben wurde:

„In den Achtzigern hatten Experten ihn an der Nachweisgrenze, also möglichst gering, festgelegt. Damals deuteten Tierversuche darauf hin, dass Cumarin schon in winzigen Mengen krebserregend sein könnte. Das hat sich für Menschen glücklicherweise nicht bestätigt.“ (aus den Fünfzigern stammen die Tierversuche mit hohen Dosen…..M.K.).

Ein anderer Grund für die positive Entwicklung sei, dass die Lebensmittelhersteller nach der Diskussion von 2006 offenbar den Cumarin-Gehalt in ihren Produkten gesenkt haben.

Und was heisst das nun für die Gegenwart:

Das BfR hat Cumarin in Zimt 2012 neu bewertet. Bei Erwachsenen hält die Behörde nun 24 kleine Zimtsterne (120 Gramm) pro Tag bei einem 60 Kilo schweren Erwachsenen für vertretbar, zumindest, wenn er ansonsten keinen Zimt verzehrt. Im Jahr 2006 waren es nur acht (ungefähr 40 Gramm).

Und diese Menge Zimtsterne könnte man theoretisch das ganze Jahr über jeden Tag verspeisen, ohne Gesundheitsschäden durch Cumarin befürchten zu müssen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) liess zudem verlauten, dass man über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen die dreifache Menge Cumarin aufnehmen darf, ohne dass Gesundheitsschäden drohen. Damit dürfen auch Spitzenzeiten im Advent abgedeckt sein.

Bei kleinen Kindern hält das BfR maximal sechs kleine Zimtsterne (30 Gramm) oder 100 Gramm Lebkuchen pro Tag für garantiert unbedenklich. Auch in diesem Fall lag der Grenzwert 2006 noch tiefer, nämlich bei vier kleinen Zimtsternen (20 Gramm) oder 30 Gramm Lebkuchen.

Aber so ganz entwarnen wollen die Behörden dann doch nicht, insbesondere bei Langzeiteinnahme. Spiegel online formuliert das so:

„Wer jeden Morgen Zimt übers Müsli streut oder regelmäßig Milchreis unter einer dicken Zucker-Zimt-Haube isst, erreicht allerdings schnell die empfohlene Höchstmenge: Nicht mehr als ein kleiner, abgestrichener Teelöffel Zimt am Tag (2 Gramm) sollte ein 60 Kilogramm wiegender Erwachsener täglich konsumieren. Bei Kleinkindern sollte nach einem halben Gramm Schluss sein.“

Ganz am Schluss des Artikels und nach vielem hin und her kommt dann doch noch der erlösende Hinweis, dass es auf die Zimtsorte ankommt:

„Für den eigenen Haushalt gibt einen einfachen Trick. Während bei fertig gebackenen Lebensmitteln meist nicht deklariert wird, welche Zimtsorte verwendet wurde, kann man zu Hause auswählen: Cassia-Zimt enthält durchschnittlich 3000 Milligramm Cumarin pro Kilogramm, das entspricht 0,3 Prozent. Auf ihn beziehen sich auch die Richtwerte des BfR.

In Ceylon-Zimt kommt Cumarin dagegen nur in Spuren vor: Ungefähr acht Milligramm pro Kilogramm sind enthalten, das entspricht 0,0008 Prozent.“

Wer selbst gern mit Zimt koche oder backe, sei mit dem cumarinarmen Ceylon-Zimt auf der sicheren Seite.

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/zimt-ist-zu-viel-cumarin-gefaehrlich-mythos-oder-medizin-a-1126831.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Keine Frage: Auch Pflanzen können schädliche Stoffe enthalten und es ist richtig, dass Behörden darauf ein wachsames Auge werfen.

Manchmal sieht es allerdings schon eigenartig aus, wenn jedes noch so theoretische Risiko ausgeschlossen werden soll, jahrelang darüber diskutiert wird und am Schluss dann Grenzwerte festgelegt werden, die in der Praxis sowieso kein vernünftiger Mensch überschreitet.

Hingegen ist der Hinweis durchaus nützlich, dass man falls möglich den cumarinarmen Ceylon-Zimt dem billigeren, aber cumarinreicheren Cassia-Zimt vorziehen soll.

In der Phytotherapie wird Zimt als verdauungsförderndes Gewürz empfohlen (Ceylon-Zimt) und kontrovers als unterstützendes Mittel bei Diabetes diskutiert. Bisher konnte ein ausreichender Wirksamkeitsnachweis in Studien zum Anwendungsbereich Diabetes nicht erbracht werden.

Siehe auch:

Zimt zur Senkung des Blutzuckers bei Diabetes

Zimt bei Diabetes: Zum aktuellen Stand des Wissens

Für Zimtsterne Ceylon-Zimt statt Cassia-Zimt verwenden

Zimt & Cumarin: Ceylon-Zimt unproblematischer als Cassia-Zimt

Cumaringehalt von Zimt schwankt stark

Pflanzenheilkunde: Zimt gegen Diabetes kontrovers beurteilt

Phytotherapie: Zimt regt den Magen an

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Äpfel, Salat und Minzblätter reduzieren Knoblauchgeruch

Schon ein Apfel oder etwas Kopfsalat als Nachtisch vermindern den Knoblauchgeruch in der Atemluft deutlich, wie ein Experiment gezeigt hat. Sie enthalten Enzyme und Phenole, die die ungewünschten Geruchsstoffe zerstören.

Für ihre Untersuchung gaben Rita Mirondo und Sheryl Barringer von der Ohio State University in Columbus den Testpersonen zunächst drei Gramm Knoblauchzehen zum Kauen. Unmittelbar anschliessend sollten die Probanden andere Nahrungsmittel konsumieren, darunter Äpfel, Salat und Minzblätter, die jeweils roh, gekocht oder als Saft zubereitet waren. Außerdem untersucht wurden Grüntee und als Kontrolle Wasser.

Um herauszufinden wie sich dieser Nachtisch auf den Mundgeruch auswirkt, untersuchten die Wissenschaftler die Ausatemluft der Versuchspersonen auf verschiedene Disulfide und Mercaptan – die Stoffe, die den charakteristischen Knoblauchatem ausmachen.

Die Resultate zeigten, dass roher Apfel, Salat und Minzblätter die flüchtigen Substanzen in der Atemluft bereits 30 Minuten nach dem Verzehr um mindestens 50 Prozent verminderten. Die Minzblätter überdeckten die Geruchsstoffe am wirksamsten.

Sheryl Barringer rät deshalb:

„Wenn jemand sich Gedanken um den Knoblauchatem macht, würde ich deswegen sagen: Iss rohe Äpfel oder rohe Minze. Beide wirken sehr effektiv gegen den Mundgeruch.“

Auch Apfelsaft und Minzsaft reduzierten zwar die unangenehmen Geruchsstoffe, allerdings war der Effekt geringer als beim Kauen von rohem Apfel oder Minze. Gekochte Äpfel und gekochte Salatblätter verbesserten den Atem ebenfalls.

Nur der Grüntee zeigte als einziges getestetes Lebensmittel keinen Effekt auf den Knoblauchatem.

Die Wissenschafter nehmen an, dass zwei Mechanismen den Knoblauchgeruch überdecken.

Erstens Enzyme aus dem rohen Obst und Gemüse, die helfen, die Geruchsstoffe zu zerstören. Zweitens Polyphenole, die im rohen und erhitzten Obst und Gemüse enthalten sind und dafür sorgen, dass die flüchtigen Verbindungen des Knoblauchs zerstört werden.

Das erklärt auch, weshalb die rohen Nahrungsmittel am wirksamsten gegen Knoblauchatem helfen: Sie enthalten sowohl die Enzyme als auch die Polyphenole.

Als nächsten Schritt wollen die Forscher noch intensiver nach den optimalen Typen von Phenolen, den Wirkstoffmengen und den Enzymen suchen. Denn dann könnte man zum Beispiel eine Pille zur Reduktion des Knoblauchgeruchs herstellen.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20661-2016-09-26.html

Journal of Food Science, 2016 (doi: 10.1111/1750-3841.13439)

Institute of Food Technologists (IFT), 26.09.2016

Hier geht’s zur Originalpublikation mit weiteren interessanten Informationen über die Knoblauchgeruchsstoffe (englisch):

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1750-3841.13439/full

 

Kommentar & Ergänzung:

Knoblauch ist nicht nur ein wichtiges Gewürz, sondern auch eine sehr alte Kulturpflanze und Heilpflanze. Wegen dem starken Duft und wohl auch seinen antimikrobiellen Eigenschaften wurde Knoblauch früher gegen Infektionskrankheiten eingesetzt. Heute kommt er vor allem im Bereich des Kreislaufs zur Anwendung. Er soll eine mild blutdrucksenkende und mild cholesterinsenkende Wirkung haben und die Thrombozytenaggregation hemmen (Verbesserung der Blutfliesseigenschaften).

Das braucht aber Anwendung über längere Zeit und in ziemlich hohen Dosen, was auch geruchlich bedingte soziale Nebenwirkungen auslösen kann (Einsamkeit!).

Darum ist es natürlich sehr interessant, wenn Möglichkeiten erforscht werden, um den Knoblauchgeruch zu vermindern. Aber: Es spricht viel dafür, dass die schwefelhaltigen Substanzen, die den Knoblauchgeruch auslösen, auch wesentlich für die Wirksamkeit verantwortlich sind. Isst man Knoblauch aus kulinarischen Gründen, man eine Reduktion des Knoblauchgeruchs in der Atemluft erwünscht sein. Nimmt man den Knoblauch aber als Heilpflanze ein, könnte eine Reduktion des Knoblauchgeruchs durch Reduktion der schwefelhaltigen Substanzen auf Kosten der Wirksamkeit gehen.

Es spricht viel dafür, dass man um den Knoblauchgeruch nicht herum kommt, wenn man von der Knoblaucheinnahme eine Heilwirkung erwartet. Gegen die sozialen Nebenwirkungen hilft dann wohl am ehesten „Familientherapie“).

Bei den im Text erwähnten Minzblättern handelt es sich übrigens um „spearmint leaves“ (Mentha spicata), zu deutsch Krauseminze oder Grüne Minze). Sie ist eine der bekanntesten Minzen-Arten überhaupt und Basis für zahlreiche industrielle Produkte, wie beispielweise Zahnpasten, Kaugummis (Spearmint) und Süßigkeiten. Krauseminze enthält im ätherischen etwas 50% Carvon und unterscheidet sich damit fundamental von ätherischen Öl in der Pfefferminze, das hauptsächlich aus Menthol besteht. Carvon ist auch der Hauptbestandteil von Kümmelöl.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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