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Sind Kreuzkümmel und Kümmel verwandt?

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) und Echter Kümmel (Carum carvi) sind insofern verwandt, als sie zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, zu den Doldenblütlern (Apiaceen).

Allerdings umfasst diese Pflanzenfamilie rund 3780 Pflanzenarten, so dass die Verwandtschaft nicht so eng sein wird.

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum, Bild auf Wikipedia) wird seit langem als Gewürz verwendet. Wobei die getrockneten Früchte der Pflanze verwendet werden. Die Bezeichnung „Kreuzkümmel“ kommt vom kreuzförmigen Blattstand der Pflanze und dem kümmelähnlichen Aussehen der getrockneten Früchte. Der Geschmack von Kümmel und Kreuzkümmel ist allerdings sehr unterschiedlich, obwohl beide zur Familie der Doldenblütler gehören.

Kreuzkümmel war im Alten Ägypten und im Römischen Reich  als Gewürz- und Heilpflanze beliebt. In Europa wurde er hauptsächlich zu Heilzwecken bis ins Mittelalter kultiviert. Heute wird er vor allem angebaut  in Indien, Iran, Indonesien, China und im südlichen Mittelmeerraum.

Kreuzkümmel besitzt einen intensiven, charakteristischen Geschmack, der von dem im ätherischen Öl enthaltenen Cuminal (p-Isopropylbenzaldehyd) stammt und sich durch die Hitze beim Braten oder Kochen deutlich verändert.

Eine wichtige Rolle spielt Kreuzkümmel in den Küchen Nordafrikas, der Türkei, Griechenlands und des Nahen Ostens, Irans, Indiens, Brasiliens und Mexikos. In Bulgarien und der Türkei wird er als Gewürz für Grillfleischspezialitäten, oder Dauerwürsten wie bspw. Sucuk oder Pastırma verwendet.

In den Niederlanden und in Flandern wird  Kreuzkümmelkäse als bekannte Spezialität geschätzt.

Ein charakteristisches Gericht mit intensivem Kreuzkümmelaroma ist Falafel. Das indische Garam masala enthält immer Kreuzkümmel, oft auch das daraus abgeleitete Currypulver. Auch handelsübliche Gewürzmischungen für Chili con Carne enthalten Kreuzkümmel in bedeutenden Mengen. Der Kreuzkümmel wird besonders häufig mit Koriander kombiniert.

(Quelle: Wikipedia)

Die Heilwirkungen des Kreuzkümmels sind nicht fundiert geklärt.

Das ätherische Öl dürfte wohl ähnlich wie das  echte Kümmel Blähungen lindern. Im Labor zeigt Kreuzkümmel eine Wirkung gegen verschiedene Pilze.

In der Volksheilkunde wurde die Pflanze vor allem gegen Blähungen, Magenbeschwerden, Durchfall und Koliken eingesetzt. In der indischen Medizin als Abortivum (Abtreibungsmittel), bei Nierensteinen und Blasensteinen, chronischem Durchfall, Lepra und Augenerkrankungen.

Echter Kümmel (Carum carvi)

Der Echte Kümmel (Bild auf Wikipedia) wächst bei uns als einheimische Wildpflanze. Vor allem auf Bergwiesen und Weiden findet man die Pflanze häufig. Kümmelfrüchte enthalten ein ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Carvon.

Kümmel wird verwendet bei Blähungen, Völlegefühl und krampfartigen Beschwerden im Verdauungstrakt. Im Labor wirkt Carvon bzw. Kümmelöl gegen Bakterien und Hautpilze.

Kümmelöl kann daher gegen Fusspilz verwendet werden.

Und natürlich ist auch der Echte Kümmel ein bedeutendes Gewürz:

„ Kümmel ist ein klassisches Gewürz zu schweren Speisen, Brot wie der Schwäbischen Seele und zu Pellkartoffeln. Die Blätter des Kümmels haben einen milden Petersilien-Dill-Geschmack, der gut zu Suppen und Salaten passt. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Die Früchte (Doppelachänen) sind besonders in der jüdischen, nord- und osteuropäischen Küche beliebt und werden dort als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch, Kohl, Käse, geschmorte Äpfel und Spirituosen verwendet. Der Kimmicher, ein Traditionsgebäck aus Reutlingen, ist ein Brötchen aus einem Teig mit viel Kümmel. Ganzer Kümmel verliert bei sorgfältiger Lagerung über einen Zeitraum bis zu vier Jahren kaum an Aroma und Qualität.

Aus Kümmel werden Schnaps (Aquavit) und Likör (z. B. Allasch) hergestellt. Kümmellikör wird vor allem stark gekühlt als Digestif getrunken. In Norddeutschland trinkt man einen Kümmelschnaps, plattdeutsch Köm genannt. Im hessischen Schlitzerland wird der 35%ige Schlitzer Burgenkümmel getrunken. Bekannter Hersteller war J. A. Gilka, der den „Kaiser-Kümmel“ brannte, welcher am Wiener Hof getrunken wurde.“

Quelle: Wikipedia

Fazit: Kreuzkümmel und Kümmel sind sehr unterschiedlich ind er Zusamensetzung, berühren sich aber punkto Wirkung im Bereich Blähungen und Völlegefühl.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Woraus besteht Ivaschaps / Ivalikör / Ivabitter?

Ivaschnaps ist eine Spezialität, die hauptsächlich in Graubünden (vor allem im Engadin) hergestellt wird. Auch in Teilen des Kantons Tessins ist der “liquore d’iva“ eine regionale Spezialität. Konsumiert wird der Iva-Likör ebenfalls vorwiegend in diesen Regionen.

Charakteristisch ist bei der Herstellung die Verwendung von Moschus-Schafgarbe (Achillea erba-rotta).

Foto auf Wikipedia.

Die Moschus-Schafgarbe bevorzugt steinige, saure Böden zwischen 1500 und 3400 m ü.M. Sie enthält Bitterstoffe wie Ivain, Moschatin, Achillein, Harzsäure und das stark aromatische, pfefferminzähnliche Ivaöl.

Auf unserer Alpenpflanzenexkursion letzte Woche im Oberengadin trafen wir unzählige Moschus-Schafgarben am Berninapass.

Eindrücklich ist der stark aromatische Geruch dieser Pflanze.

In der Volksheilkunde der Bergregionen wird die Moschus-Schafgarbe bei Appetitlosigkeit, Erkrankungen von Magen, Darm und Leber, bei Nervenschwäche und äußerlich als Wundmittel verwendet. „Iva“, der romanische Volksname der Moschus-Schafgarbe, soll sich laut Wikipedia vom lat. abigere = abtreiben her ableiten und auf eine Verwendung als Abortivum (Abtreibungsmittel) hinweisen. Diese Ableitung ist aber meines Wissens nicht wirklich geklärt.

In der Schweiz wird daraus seit über 100 Jahren ein Alpen-Kräuterlikör, der sogenannte Ivabitter, Iva-Schnaps oder Ivalikör hergestellt.

Er besteht aus Wasser, Ivablüten, Alkohol bzw. Schnaps und Zucker.

Die Ivablüten werden im Alkohol ausgezogen ( z. B. Industriealkohol, Kernobstschaps) und es wird Zucker zugesetzt. Der Ivabitter ist deshalb genau genommen ein Likör und kein Schnaps.

In Graubünden wird der Iva-Schnaps häufig als Digestif nach eher schwer verdaubaren Menus wie Capuns, Raclette oder Fondue getrunken.

Der Ivalikör hat als Kräuterbitter dann eine ähnliche Verwendung wie Cynar, Fernet Branca, Jägermeister, Underberg, Chartreuse, Appenzeller Alpenbitter.

Hilfreich können in solchen Produkten übrigens nur die Kräuter sein. Alkohol allein wirkt nämlich nicht verdauungsfördernd.

Siehe:

Verdauungsschnaps unwirksam

Ein Kräutertee mit bitter-aromatischen Pflanzen wie Schafgarbe müsste also eigentlich mindestens so gut wirken. Obwohl natürlich zuzugeben ist, dass der Ivaschnaps vermutlich ein anderes Erlebnis bietet.

Am besten gegen Völlegefühl nach einer üppigen Mahlzeit wirkt aber wohl ein Verdauungsspaziergang.

Festzuhalten wäre abschliessend noch, dass Ivaschaps natürlich nicht zu den Phytopharmaka zählt….

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kümmeltee gegen Blähungen

Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie mit bewährten Hausmitteln gegen Verdauungsprobleme.

Die vorgestellten Tipps aus Naturheilkunde und Phytotherapie waren sind fundiert, was ganz und gar nicht selbstverständlich ist.

Zitat:

„Die unangenehmen Blähungen entstehen, wenn sich im Magen-Darm-Trakt zu viele Gase ansammeln. Diese erzeugen ein Gefühl von Völle und Druck im Bauch. Wichtig ist jetzt, dass die Gase den Körper wieder verlassen. Gegen einen Blähbauch helfen am besten verschiedene Kräuter- und Gewürztees. Wer Blähungen vorbeugen möchte, sollte auf die Ernährung achten und zum Beispiel Kohl, Zwiebeln und Hülsenfrüchte meiden.“

Blähungen entstehen auch häufig durch Probleme mit der Kohlenhydratverdauung. Es lohnt sich daher, bei Blähungen auch die Ernährung unter die Lupe zu nehmen.

Und nun zum Kümmel (Carum carvi):

„Kümmel hat durch seine ätherischen Öle mit dem Hauptinhaltsstoff Carvon eine positive Wirkung auf den gesamten Magen-Darm-Trakt. Vor allem bei Blähungen kann er schnelle Linderung verschaffen, denn er löst Krämpfe und fördert die Verdauung. Außerdem soll Carvon das Wachstum von Bakterien hemmen. Traditionell verwenden Köche Kümmel auch schon vorsorglich bei der Zubereitung von schwer verdaulichen oder blähenden Speisen (zum Beispiel Krautsalat).“

Und wie wird Kümmeltee zubereitet?

„Für den Kümmeltee einen Teelöffel Kümmelkörner in einer Tasse mit kochendem Wasser zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann die Kümmelkörner abseihen. Für eine optimale Wirkung sollte der Kümmeltee ungesüßt und möglichst heiß in kleinen Schlucken getrunken werden.“

Sinnvoll wäre es, Kümmel – aber auch Fenchel und Anis – vor Gebrauch zu quetschen. Das Teewasser kann so besser in die Kümmelfrüchte eindringen und Wirkstoffe herauslösen.

„Wer den starken Geschmack von Kümmel nicht mag, kann das Gewürz auch mit Fenchel und/oder Anis kombinieren. Besonders zu empfehlen ist die Kombination Kümmel-Anis-Fenchel für Säuglinge, die unter Drei-Monats-Koliken leiden.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/tid-21554/hausmittel-blaehungen-hilfe-gegen-luft-im-bauch_aid_605251.html

Kommentar & Ergänzung:

Zu den Inhaltsstoffen des Kümmels:

„Kümmel enthält ätherische Öle. Die Samen enthalten mehr als 3 % ätherisches Öl. Neuere Züchtungen enthalten über 7 %. Im ätherischen Öl stellen Carvon und Limonen mit 60 % den Hauptbestandteil dar. Außerdem sind noch Myrcen, α-Phellandren, β-Cymol, β-Caryophyllen, cis- und trans-Carveol, cis- und trans-Dihydrocarvon, trans-Dihydrocarveol, α- und β-Pinen, Fettsäuren, Gerbstoffe enthalten. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze beträgt 224,6 mg pro 100 g Frischgewicht.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Bedeutung von Kümmel als Gewürz:

„Kümmel ist das klassische Gewürz zu schweren Speisen, Brot wie der Schwäbischen Seele und zu Pellkartoffeln, die dadurch schmackhafter werden. Die Blätter des Kümmels haben einen milden Petersilien-Dill-Geschmack, der gut zu Suppen und Salaten passt. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Die Früchte (Doppelachänen) sind besonders in der jüdischen, nord- und osteuropäischen Küche beliebt und werden dort als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch, Kohl, Käse, geschmorte Äpfel und Spirituosen verwendet. Der Kimmicher, ein Traditionsgebäck aus Reutlingen, ist ein Brötchen aus einem Teig mit viel Kümmel. Ganzer Kümmel verliert bei sorgfältiger Lagerung über einen Zeitraum bis zu vier Jahren kaum an Aroma und Qualität.“

(Quelle: Wikipedia)

Alkoholische Verwendungszwecke des Kümmels:

„Aus Kümmel werden Schnaps (Aquavit) und Likör (z. B. Allasch) hergestellt. Kümmellikör wird vor allem stark gekühlt als Digestif getrunken. In Norddeutschland trinkt man einen Kümmelschnaps, plattdeutsch Köm genannt. Im hessischen Schlitzerland wird der 35%ige Schlitzer Burgenkümmel getrunken.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur medizinischen Verwendung des Kümmels:

„In der Naturheilkunde wird Kümmel eine appetitanregende Wirkung zugesprochen. Die Verdauung von fetten und blähenden Speisen wird unterstützt und bei Krämpfen und Koliken der Verdauungsorgane wirkt Kümmel lösend. Kümmel ist das am stärksten in Europa wachsende Karminativum. Dazu werden die Samen ganz den Speisen zugegeben oder zerrieben und als Droge eingenommen. In Säckchen gefüllte Kümmelfrüchte werden auch zur Linderung von Rheuma und Zahnschmerzen eingesetzt.“

Damit keine falschen Vorstellungen aufkommen: „Droge“ meint in diesem Zusammenhang „getrocknete Heilpflanze“.

Und ein „Karminativum“ ist ein „blähungswidriges Mittel“.

Das Kümmel-Säckchen zur Linderung gegen Rheuma und Zahnschmerzen ist eine Tradition, die sich nicht überzeugend begründen lässt.

Und übrigens: Kümmel ist kein Exot. Die Heilpflanze wächst auch wild bei uns. Seltener im Flachland. Häufig auf Bergwiesen. Falls Sie Kümmel in der Natur persönlich kennen lernen möchten, können Sie das in meinen Kräuterwanderkursen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Was ist Verveine-Tee?

Verveine ( = Zitronenstrauch, Aloysia citrodora, auch Zitronenduftstrauch oder Zitronenverbene genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae).

Verveine wächst als laubabwerfender Strauch mit Wuchshöhen von 2 bis 6 Meter. Die meisten Pflanzenteile duften stark nach Zitrone.

Synonyme für Aloysia citrodora sind:
Aloysia triphylla, Lippia citrodora, Lippia triphylla, Verbena triphylla, Zappania citrodora

Verveine – Herkunft und Geschichte

Der Zitronenstrauch / Verveine stammt ursprünglich aus Südamerika (Uruguay, Argentinien (Catamarca, Jujuy, La Rioja, Salta, Tucuman) Chile, Peru). Er wurde Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa eingeführt und ist heute bei Feinschmeckern und Kräuterliebhabern ein Begriff.

Duft- und Inhaltsstoffe

Die Verveine-Blätter können ähnlich wie Spinat gekocht werden. Wesentlich öfters werden die Blätter als Gewürz für süße oder herzhafte Salate verwendet. Aus den frischen und getrockeneten Blätter kann man einen sehr aromatischen Tee brühen.
Medizinische Wirkungen wurden untersucht. Das ätherische Öl wird vielfältig verwendet, beispielsweise als Parfümbestandteil oder als Insektenrepellent
Zitronenverbenen enthalten ein feines, frisch nach Zitrone duftendes ätherisches Öl. Die Intensität ist deutlich stärker als bei den meisten anderen nach Zitrone riechenden Pflanzen. Schon beim leichten Verreiben der Vervein-Blätter entstehen Duftwolken an Citrusaromen. Die ätherischen Öle (unter 1 %) enthalten als Hauptbestandteile die Aldehyde Citral, Neral und Geranial sowie weitere Monoterpene bzw. Monoterpenabkömmlinge (Limonen, Carvon, Dipenten, Linalool, Nerol, Geraniol).

Die Verwendung von Verveine

Bevorzugt werden die frischen Blätter verwendet, jedoch sind auch die getrockneten Blätter sind sehr beliebt, weil das Zitronenaroma im getrockneten Zustand der Blätter lange erhalten bleibt.

Verveine zur Verfeinerung von Speisen

Feinschmecker und Gourmets verarbeiten die Verveine gerne in der Küche. Verwendet werden die Verveine-Blätter für Salate, Schweinefleisch- und Pilzgerichte, aber auch zum Würzen von Süßspeisen wie Obstsalat, Pudding und zur Zubereitung von Speiseeis. Zudem kann man feingeschnittene Verveine-Blätter in den Zuckerguss für Zitronenkuchen einarbeiten.

Verveine-Getränke

Die Verveine wird auch für die Zubereitung von Getränken genutzt. Legt man frisch gepflückte Verveine-Blätter für eine halbe Stunde in heißes Wasser, so bekommt man einen angenehm erfrischenden Tee. Das zitronige Aroma der Pflanze ist in Frankreich als anregend-beruhigender Guten-Abend-Tee sehr beliebt und dort auch bekannt als Verveine. Auch im Getränk Inca Kola aus Peru kommt das Aroma dieser Pflanze (sie wird lokal Cedrón genannt) zum Einsatz. Unter Eisenkrauttee wird in der Regel Verveine bzw. Zitronenverbena oder bezeichnenderweise wohlriechende Verbena verstanden. Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) schmeckt demgegenüber recht bitter.

Verveine in der Kosmetik

Verveine wird nicht nur als Badezusatz verwendet, der eine erfrischende Wirkung entfaltet, sondern auch zur Parfümierung beziehungsweise Verfeinerung von Seifen.

Verveine im Haushalt

Säckchen oder Bündel von Verveine bringen einen frischen Duft ins Haus oder in den Kleiderschrank.

Gesundheitliche Wirkung des Verveine-Tees

Da Verveine appetitanregend sowie verdauungsfördernd wirkt, helfen sie gegen Verdauungsbeschwerden beziehungsweise Verstopfungen. Ausserdem wirken sie leicht beruhigend bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Erkältungskrankheiten.

Quelle: Wikipedia

Kommentar & Ergänzung:

Verveine ist also in Mitteleuropa keine einheimische Pflanze, sondern wird in Gärten angebaut. Nicht selten wird daher tatsächlich das einheimische Echte Eisenkraut (Verbena officinalis), das bei uns an Wegrändern nicht selten anzutreffen ist, mit der Verveine verwechselt.
Im deutsche Sprachraum kennen wir die Verveine fast nur als Genusstee. Deshalb wird sie in deutschsprachigen Phytotherapie-Fachbüchern meist nur am Rande oder gar nicht erwähnt. In Frankreich dagegen gehört Verveine auch zu den Heilpflanzen.
Dort werden die Blätter nicht nur gerne zum ebenso anregenden wie entspannenden Abendtee aufgegossen. Sie dienen sondern auch – etwa der »Distillerie Verveine du Velay« – dazu, (hochprozentige!) Liköre zu destillieren, die sich vorzüglich als Digestif eignen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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