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Zitronengrasöl wirksam gegen Hautpilz

Die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) wird durch Malassezia-Hefen ausgelöst. Die Erkrankung verursacht zwar keine gravierenden Beschwerden, doch der Leidensdruck bei Betroffenen ist trotzdem hoch.

Forscher untersuchten daher in einer Studie, ob sich die Pilzinfektion durch eine spezielle Zubereitung aus Zitronengras (Cymbopogon citratus) lindern lässt. Patienten, die Shampoos und Cremes mit Zusatz von Zitronengrasöl auf der betroffenen Kopfhaut verwendeten, profitierten von der pflanzlichen Behandlung ebensosehr wie Patienten in der Kontrollgruppe, die ein herkömmliches Antipilzmittel (Ketoconazol) einsetzten.

Besonders für Menschen mit Unverträglichkeiten der üblich eingesetzten antimykotischen Präparate biete sich ein Versuch mit dem gut verträglichen Zitronengrasöl in äußerlicher Anwendung an.

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/zitronengras-lindert-hautpilz.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23793205

Carmo ES, Cavalcante NM, Oliveira Lima E de, Oliveira Pereira F de, Gayoso CW. Treatment of pityriasis versicolor with topical application of essential oil of Cymbopogon citratus (DC) Stapf – therapeutic pilot study. An Bras Dermatol 2013; 88(3): 381-385

 

Kommentar & Ergänzung:

Zitronengras ( = Lemongras) stammt vermutlich aus Südindien und Sri Lanka und wird inzwischen in vielen Teilen der Welt angebaut. Aus der orientalischen Küche ist es nicht wegzudenken (Indien, Thailand). Lemongrasöl enthält grosse Mengen am Citral (Geranial, Neral) und viele weitere Monoterpene. Lipophile Monoterpene interagieren mit zellulären Biomembranen und können die Aktivität von Membranproteinen modifizieren, vor allem von Ionenkanälen und Rezeptoren. Diese Eigenschaften könnten antimikrobielle Wirkungen des Zitronengrasöls erklären. Eine antimykotische (= pilzhemmende) Wirkung ist deshalb plausibel. Allerdings zeigen viele ätherische Öle antimikrobielle Wirkungen (z. B. Lavendelöl, Korianderöl, Teebaumöl, Thymianöl, Eukalyptusöl, Kümmelöl).

Bei der Anwendung auf der Haut spielt neben der Stärke der antimikrobiellen Wirkung auch die Verträglichkeit eine Rolle. In dieser Hinsicht sind Lavendelöl und Korianderöl meine Favoriten.

Siehe auch:

Ätherische Öle bei Mykosen / Pilzinfektionen

Zur Wirkung von Korianderöl

Aromatherapie / Phytotherapie: Zur Wirkung von Teebaumöl 

Phytotherapie bei Hautpilzen

Jasminöl, Teebaumöl und Minzöl gegen Scheidenpilz untersucht

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen: Melisse gegen Herpes, als Beruhigungsmittel und für’s Gedächtnis

Die „Welt online* stellt verschiedene Heilpflanzen vor, darunter auch die Zitronenmelisse (Melissa officinalis):

„Melisseöle hemmen das Wachstum von Viren; Herpesbläschen verschwinden schneller, wenn man sie täglich mehrmals damit abtupft. Vergleichsstudien belegen zudem, dass Melissebäder (60 g Melisseblätter per Leinensäckchen in der Badewanne deponieren) als Beruhigungsmittel wirken. Was nicht heißen soll, dass die Pflanze uns einnebelt. Laut Studien der englischen Northumbria-Universität mobilisiert sie den Hirnbotenstoff Acetylcholin und dadurch das Denk- und Erinnerungsvermögen.“

Quelle:

http://www.welt.de/wissenschaft/article13771012/Weihrauch-ist-eine-Wissenschaft-fuer-sich.html

Kommentar & Ergänzung:

Melissenöl zeigt im Labor tatsächlich eine gute Wirkung gegen Herpesviren, die Fieberbläschen auslösen. Das billigere Pfefferminzöl entfaltet diesen Effekt aber auch. Alle lokal aufgetragenen antiviralen Massnahmen bei Fieberbläschen sind allerdings nur in Anfangsstadium wirksam und ob die Infektion bei Lippenbläschen mit Melissenöl oder Pfefferminzöl konkret gestoppt oder der Verlauf relevant verkürzt werden kann, ist nicht eindeutig belegt.

Antiviral bei Herpesinfektion wirkt auch eine Salbe mit Melissenextrakt, wobei in dieser Anwendungsform der Lamiaceen-Gerbstoff als Wirkstoff gilt.

Der Tipp mit dem Melissenbad zur Entspannung, als Beruhigungsmittel und auch als Abendbad bei Einschlafstörungen ist sinnvoll.

Die Meldung über die Forschungen mit Melisse an der Northumbria-Universität betreffend Mobilisierung des Hirnbotenstoffs Acetylcholin ging schon vor Jahren durch die Medien. Melisse soll einem Experiment zufolge das Denk- und Erinnerungsvermögen verbessert haben. Wegen dem Einfluss der Melisse auf den Hirnbotenstoff Acetylcholin wurde in diesen Meldungen eine mögliche Anwendung bei Alzheimer in den Raum gestellt.

Bei den erwähnten Experimenten an der Northumbria-Universität wurde diese Wirkung allerdings an gesunden Studenten festgestellt , denen getrocknete Melisse in Kapselform verabreicht wurde. Im Vergleich zu Placebo sollen die „Melisse-Studenten“ Stunden später in Gedächtnistests besser abgeschnitten haben.

Abstract der Studie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12888775

Das ist interessant, aber von einer Einmaldosis bei jungen, gesunden Studenten hin zu einer erfolgreichen Anwendung bei Alzheimer-Patienten sind es dann schon noch ein paar Schritte….

Es gibt allerdings auch eine kleine klinische Studie aus dem Iran zur Anwendung von Melisse bei Patienten mit beginnender Demenz vom Alzheimer-Typ. Dabei zeigte sich bei innerlicher Anwendung von Melissenextrakt über vier Monate im Vergleich zu Placebo eine bessere kognitive Leistung und weniger Unruhe.

Abstract: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1738567/

Dazu kommt mir jedoch ein Satz von Roman Huber in den Sinn, dem Leiter des Zentrums für Naturheilkunde an der Uniklinik in Freiburg im Breisgau:

„Bei derartigen Untersuchungen sollte man vorsichtig sein, denn aus dem Iran kommen genau wie aus China in Sachen Naturheilkunde eigentlich nur Studien mit positiven Ergebnissen.“

Siehe dazu: Phytotherapie: Passionsblume – Studien mit unterschiedlicher Qualität

Deshalb gilt in der Wissenschaft der Grundsatz, dass ein Studienresultat erst überzeugt, wenn es von anderen, unabhängigen Wissenschaftlern durch eine Reproduktion der Studie bestätigt wurde. Das ist meines Wissens mit der Studie aus Teheran bisher nicht geschehen.

Festgehalten werden muss auf jeden Fall, dass an der Northumbria-Universität und auch in der iranischen Studie Melissenblatt bzw. Melissenextrakt verwendet wurde, nicht Melissenöl.

Daher spricht einiges dafür, dass es sich um einen nichtflüchtigen Wirkstoff handeln müsste.

Im Zusammenhang mit der Behandlung von Demenzerkrankungen wurden in den letzten Jahren neben der Melisse auch zwei weitere Vertreter der Lippenblütler (Lamiaceen) intensiver untersucht, nämlich Salbei (Salvia officinalis) und Rosmarin (Rosmarinus officinalis). Das Spektrum an Inhaltsstoffen, die für eine neuroprotektive Wirkung verantwortlich sein könnten, ist in bei den Lippenblütlern sehr ähnlich. Die Blätter der drei erwähnten Pflanzen produzieren ein ätherisches Öl, das reich an Monoterpenen mit schwacher Acetylcholinesterase-hemmender Wirkung ist, beispielsweise Citral. Für die nichtflüchtigen Phenylacrylsäuren wie die Rosmarinsäure konnte nachgewiesen werden, dass sie verschiedene Ereignisse vermindern können, die durch β-Amyloid verursacht werden, wie etwa die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies und Tau-Hyperphosphorylierung. Nach der Anwendung von Lamiaceaen-Präparaten konnten zwischenzeitlich günstige Effekte bei kleineren Gruppen von Alzheimer-Patienten gezeigt werden. Rosmarinsäure wäre also ein Kandidat für eine positive Wirkung auf das Gedächtnis bzw. bei leichten Formen von Alzheimer. Sie wurde zum Beispiel nachgewiesen in Pfefferminzblatt (3,5 – 4,5%), Salbeiblatt (2 – 6%), Rosmarinblatt (1 – 2 %), Melissenblatt (0,5 – 1,8%) und Thymianblatt (o,2 – 1,4%). Tierversuche mit Rosmarinsäure deuten auf eine antidepressive und sedative Wirkung hin. Fraglich scheint mir allerdings, ob und allenfalls in welchem Mass Rosmarinsäure überhaupt peroral in den menschlichen Organismus aufgenommen wird. Dazu finde ich in der Phytotherapie-Fachliteratur keine Angaben.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Verveinetee gegen Nervosität – stimmt’s?

„Die Pflanze ist auch unter dem Namen Zitronenverbene oder Zitronenstrauch bekannt. Die Blätter enthalten ein feines, frisch nach Zitrone duftendes ätherisches Öl, das beruhigend bei Nervosität und Schlaflosigkeit wirkt……Für einen Tee 1 TL getrocknete Verveine­blätter mit 200 ml kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen. Alternative: Frische Blätter mit kochendem Wasser übergießen und eine halbe Stunde ziehen lassen.“

Quelle:

http://madonna.oe24.at/gesund/Die-besten-Heilkraeuter-fuer-die-Seele/83718451

Kommentar & Ergänzung:

Verveine (Aloysia triphylla, Lippia citriodora) stammt aus Südamerika ( Argentinien und Chile) und ist eine beliebte Gartenpflanze, Zierpflanze und Teepflanze in warmen und gemässigten Klimaregionen. Vor allem in Frankreich wird Verveinetee gern als Genusstee verwendet.

Verveinetee gilt traditionell aber auch als Beruhigungsmittel und wird gegen Verdauungsbeschwerden empfohlen.

Das ätherische Öl aus den Blättern (Verveineöl) enthält als charakteristische Bestandteile Neral und Geranial (das Gemisch wird Citral genannt).

Citral entfaltet ein intensives Zitronenaroma und  ist auch Hauptbestandteil der ätherischen Öle von Melisse (Melissa officinalis) und Zitronengras (Cymbopogon citratus, syn. Andropogon citratus). Zusammen mit Citronellal ist es Hauptbestandteil des Melissengeists und Grundstoff zahlreicher Liköre. Im Melissentee und im Melissenöl ist Citral das beruhigende Wirkprinzip.

Mit dem Inhaltsstoff Citral lässt sich eine beruhigende Wirkung von Verveinetee begründen. Klinische Studien, die eine solche Wirkung belegen könnten, gibt es dazu allerdings nicht.

Die Bezeichnung Eisenkraut für Verveine und Eisenkrautöl für Verveineöl sind etwas irreführend. Mit Eisenkraut wird botanisch Verbena officinalis bezeichnet. Eisenkrauttee aus Verbena officinalis schmeckt sehr bitter und riecht eher streng. Kein Genusstee also.

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Ätherische Öle gegen Hefepilze (Candida albicans)

Gewürznelke, Koriander, Limette, Jasmin, Lemongras und Zimtbaum sind hauptsächlich bekannt aufgrund ihres spezifischen Geruchs bzw. Geschmacks. Dieser beruht vor allem auf einer Gruppe von Inhaltsstoffen, den Terpenoiden Eugenol, Linalool, Citronellal, Linalylacetat, Citral und Benzylbenzoat. Dass diese Substanzen antibakterielle und fungizide Wirkungen besitzen, ist schon seit längerem bekannt. Indische Wissenschaftler haben diese fungiziden ( = pilztötenden) Eigenschaften genauer untersucht, und zwar in Laborversuchen mit Candida albicans, einem Hefepilz der oft in menschlichen Schleimhäuten nachgewiesen werden kann und für verschiedene Pilzinfektionen verantwortlich ist.

Alle sechs untersuchten Terpenoide zeigten sich in den Laborversuchen als wirksam, am schnellsten wirkten Linalool (Koriander) und Eugenol (Gewürznelke), am effektivsten Linalool (Koriander) und Citral (Lemongras). Viel interessanter ist jedoch ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Alle Terpenoide töteten auch Candida-Pilze, die gegen das konventionelle Medikament Fluconazol resistent waren.

Quellen:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/mit-essenziellen-oelen-pilzen-zu-leibe-gerueckt.html

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0944711311001206

Kommentar & Ergänzung:

Interessant ist das gute Abschneiden von Linalool, ein Inhaltsstoff zahlreicher ätherischer Öle.

„Linalool ist Bestandteil vieler ätherischer Öle. Es kommt im Koriander, Hopfen, Muskat, Ingwer, Bohnenkraut, Zimt, Basilikum, Majoran, Thymian, Oregano, schwarzen Pfeffer, Safran und anderen Gewürzpflanzen vor. Auch als Ester (Linalylacetat) und als Linalooloxid findet es sich in vielen ätherischen Ölen. Linalool gehört auch zu den Aromen im Wein. Mit einem Geruchsschwellwert von 25 Milligramm/l ist es eine wichtige Komponente des Muskateller-Bouquets.“

(Quelle: Wikipdedia)

Linalool und Linalylacetat sind wichtige Komponenten im Lavendelöl, das ebenfalls eine gute Wirkung bei Pilzerkrankungen hat.

Siehe:

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Lavendelöl-Anwendungen finden Sie in der Broschüre „Ätherische Öle in der Pflege – Wirkung und Anwendung von Lavendelöl“

Zu Eugenol:

Eugenol – der Hauptbestandteil im Nelkenöl

Steckbrief Candida albicans:

„ Candida albicans ist ein Pilz der Candidagruppe, die den Hefepilzen zugeordnet wird. Er ist der häufigste Erreger der Kandidose (auch Candidose, Candidiasis, Candidamykose, Monoliasis, Soor oder bei Babys „Windelpilz“ genannt). Dieser Pilz ist bei Warmblütern (und daher auch beim Menschen) häufig auf den Schleimhäuten von Mund und Rachen und im Genitalbereich sowie im Verdauungstrakt zu finden. Bei etwa 30 % aller gesunden Menschen kann er nachgewiesen werden.

C. albicans gehört zu den fakultativ pathogenen Erregern (nur unter bestimmten Bedingungen eine Krankheit auslösend) und ist als ein Saprobiont anzusehen, der in einem Gleichgewichtszustand mit der menschlichen Immunabwehr und anderen Mikroorganismen siedelt. Die Besiedelung durch diesen Pilz verursacht in der Regel kaum Beschwerden. Bei fehlender oder verminderter Immunität (im Rahmen von anderen Grundkrankheiten, wie Diabetes mellitus, AIDS, oder durch die Gabe bestimmter Medikamente) kann die Besiedelung mit Candida albicans oder ihm verwandten Pilzen jedoch stark zunehmen, die sich dann als Mykose manifestiert. Meistens handelt es sich dabei um endogene Infektionen, das heißt, der Erreger war bereits vor Krankheitsausbruch am Ort der Infektion, seltener um exogene Infektionen, also durch von außen erworbene Erreger.“

(Quelle: Wikipedia)

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Kräuter und ihre Wirkung: Zitronenmelisse

„Die Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von Kräutern und ihren Wirkungen.

Zur Zitronenmelisse steht dort:

„ Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Der Duft der Zitronenmelisse entfaltet sich, wenn man die Blätter leicht zerreibt. Am besten werden die jungen Blätter und Triebspitzen vor der Blüte geerntet. Sie schmecken frisch oder getrocknet zu Salaten, Saucen, Obstsalat oder Fisch (nur kurz mitkochen). Sehr erfrischend im Sommer ist angesetzter Melissensirup verdünnt mit Wasser.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/bauenwohnen/garten/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=26860&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Kommentar & Ergänzung:

Die Heilwirkung der Zitronenmelisse kommt hier  zu kurz.

Hier eine Ergänzung dazu:

Die Melisse (Melissa officinalis, = Zitronenmelisse) gehört zu den Lippenblütlern. Melissenblätter enthalten ätherisches Öl mit den Hauptkomponenten Citral und Citronellal, die für das zitronenartige Aroma verantwortlich sind. Zudem Lamiaceen-Gerbstoffe (Hauptvertreter: Rosmarinsäure) und Flavonoide.

Als medizinisch anerkannt gelten folgende Anwendungsbereiche:

Innerlich bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden sowie bei nervös bedingten Einschlafbeschwerden. Äußerlich gegen Herpesinfektionen (Lippenbläschen durch Herpes simplex). Bei Fieberbläschen wirkt der Melissenextrakt mit dem Lamiaceen-Gerbstoff (in Salbenform angewendet), aber auch das Melissenöl. Echtes Melissenöl ist allerdings sehr teuer.

Gegen Einschlafstörungen wird Melissentee, Melissenöl (inhalativ, als Einreibung) oder Melissenextrakt eingesetzt.

Melissenextrakt wird oft kombiniert mit anderen Pflanzenextrakten, die beruhigende und einschlaffördernde Wirkungen zeigen: Hopfenextrakt, Passionsblumenextrakt, Baldrianextrakt.

Ein traditionelles Melissen-Präparat ist der „Melissengeist“.

Es handelt sich dabei um ein alkoholisches Mischdestillat. Melissenblätter, Orangenschalen, Ingwerwurzel, Nelken, Zimtrinde, Angelikawurzel und andere Heilpflanzen werden gemeinsam in Alkohol angesetzt und dann destilliert. „Karmelitergeist“ (Spiritus Melissae compositus) ist eine Mischung verschiedener ätherischer Öle, unter anderem Melissenöl (häufig ausgetauscht gegen das billigere Citronellöl), in Alkohol gelöst.

Zum „Melissengeist“ siehe auch:

Klosterfrau Melissengeist & Alkoholismus

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Welche Wirkung hat Rosenblütentee?

Rosenblütentee hat ein feines Aroma und wird daher oft gerne als Genusstee getrunken.

In der Phytotherapie-Fachliteratur zählen Rosenblüten aber durchaus auch zu den Heilpflanzen. Anerkannt wird dabei eine adstringierende ( = zusammenziehende) und entzündungswidrige Wirkung der Gerbstoffe und die Anwendung bei leichteren Entzündungen im Bereich der Mundschleimhaut und Rachenschleimhaut.

Rosenblüten enthalten etwa 0,2 % Rosenöl. Schaut man sich die Zusammensetzung dieses ätherischen Öls an, fällt eine gewisse Ähnlichkeit mit Lavendelöl (Nerol, Linalool) und Melissenöl (Geraniol, Citral) auf, die beide eine entspannende Wirkung haben. Vielleicht ergibt sich daraus auch für den Rosenblütentee eine Wirkung als leichtes Beruhigungsmittel. Dann wäre das Trinken eines Rosenblütentees eine Art von Aromatherapie. Geklärt ist dies aber nicht.

Empfohlen wird ein Teeaufguss aus Rosenblüten als Umschlag bei leichten Bindehautentzündungen. Das ist aufgrund des Gerbstoffgehalts plausibel.

Darüberhinaus wird der Rosenblütentee im Internet aber auch für eine Vielzahl von Krankheiten empfohlen, für welche die Plausibilität und die Belege schwach bis fehlend sind. Beispielsweise für Durchfall, Verstopfung, Erkältung, Gelbsucht (!), Kopfschmerzen, Regelschmerzen (Menstruationskrämpfe, Dysmenorhoe), Ekzeme, Schwindel, Magenkrämpfe, Wochenbettdepression, Wallungen.

Das ist eine ziemlich fragwürdige Indikationslyrik.

Andererseits spricht bei Kopfschmerzen oder Menstruationskrämpfen nichts dagegen, den Rosenblütentee auszuprobieren.

Verwendet werden die Kronblätter von Rosa gallica oder Rosa centifolia.

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Sind Goldmelisse und Zitronenmelisse botanisch verwandt?

Diese Frage wird mir in der Phytotherapie-Ausbildung und in Heilpflanzenkursen immer wieder gestellt.

Goldmelisse (Monarda didyma)  und Zitronenmelisse (Melissa officinalis) gehören zwar beide zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), doch näher verwandt sind sie nicht.

Nachfolgend ausgewählte Angaben dazu aus Wikipedia.

Zur Goldmelisse

„Die Goldmelisse (Monarda didyma), auch Indianernessel, Scharlach-Monarde genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Monarda in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).“

Merkmale der Goldmelisse:

„Die Goldmelisse ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit einem Rhizom, die Wuchshöhen von 80 bis 150 Zentimeter erreicht. Die Pflanze duftet nach Zitrone. Die aufrechten Stängel sind vierkantig. Die gegenständigen Laubblätter sind einfach, rau, und nur kurz gestielt. Die Blattspreite weist eine Länge von 15 cm und eine Breite von 5 cm auf. Der Blattrand ist gesägt.

Etwa 30 Blüten stehen in terminalen Blütenständen mit roten Hochblättern zusammen. Die zittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Der Kelch ist 10 bis 14 Millimeter lang und am Schlund kahl oder nur schwach behaart. Die rote, behaarte Krone ist 30 bis 45 Millimeter lang. Die Kronenoberlippe ist kahl oder nur spärlich behaart. Es sind nur zwei Staubblätter vorhanden. Der Griffel endet mit zwei Narbenästen.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September.“

Vorkommen der Goldmelisse

„Die Goldmelisse kommt im Osten der USA in feuchten Wäldern und Gebüschen vor.“

Nutzung der Goldmelisse

„Die Goldmelisse wird als Zierpflanze genutzt. Die Wildform wird selten, gezüchtete Sorten zerstreut für Rabatten, Staudenbeete und als Schnittblumen verwendet. In Nordamerika wird diese Art darüber hinaus als Heil- und Duftpflanze genutzt. Sie ist seit 1737 oder 1756 in Kultur. Die zahlreichen Sorten sind entweder Abkömmlinge von Monarda didyma oder von Hybriden aus Monarda didyma und Monarda fistulosa. Sie unterscheiden sich in Blütenfarbe, Wuchshöhe und Mehltauresistenz, ein Teil der Sorten hat auffällige Hochblätter.

Die Blätter können frisch und gegart gegessen werden. Mit den Blättern kann man Nachspeisen würzen.

Aus den frischen und getrockneten Blättern und Blütenständen kann man guten Tee („Oswego Tea“) aufgießen.

Die Oswego-Indianer kannten eine Teezubereitungsart. Ende des 18. Jahrhunderts boykottierten amerikanische Kolonisten den aus England eingeführten Tee. Sie tranken Oswego-Tee.

Sehr gut eigenen sich die duftenden Blätter zum Aromatisieren von Tee und Obstsalat. Auch zum Garnieren finden sie Verwendung.“

Zur Zitronenmelisse

„Die Zitronenmelisse oder Melisse (Melissa officinalis) ist eine aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammende Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).“

Inhaltsstoffe der Zitronenmelisse

„Melissenblätter enthalten 4 bis 7 % Hydroxyzimtsäure-Derivate, vor allem Rosmarinsäure (die sogenannten Labiatengerbstoffe), aber auch Chlorogensäure, Kaffeesäure u. a. Ätherisches Öl ist zu 0,05 bis 0,3 %, in Zuchtsorten bis zu 0,8 % enthalten. Die wichtigsten Komponenten sind Citral (mit 40 bis 70 %, als Gemisch aus Geranial und Neral), Citronellal (1 bis 20 %) und β-Caryophyllen (5 bis 15 %). Weitere Bestandteile sind Caryophyllenepoxid, Germacren D, Methylcitronellal, 6-Methyl-5-hepten-2-on, Geranylacetat, α-Copaen und Nerol. Die Zusammensetzung des ätherischen Öls ist von der Herkunft und den Klimabedingungen, vom Erntezeitpunkt und dem Alter der Pflanze abhängig.

Melisse enthält ätherisches Öl (Hauptbestandteile Citral und Citronellal, Linalool, Geraniol und Aldehyde) aber auch Gerbstoffe (hauptsächlich Rosmarinsäure), Bitterstoffe, Harz, Schleimstoffe, Glykoside, Saponine und Thymol. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze pro 100 Gramm Frischgewicht beträgt 253,0 Milligramm.“

Namensherkunft

„Der Gattungsname Melissa leitet sich vom griechischen meliteion = Zitronen-Melisse ab, das mit meli = Honig (Genitiv melitos) zusammenhängt. Er bezieht sich auf die Nutzung als Bienenweide. Das Art-Epitheton officinalis bedeutet offizinell, als Arznei verwendet.“

Verbreitung der Zitronenmelisse

„Die Zitronen-Melisse ist im Östlichen Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet. Das natürliche Areal reicht von Anatolien über den Kaukasus, Irak und Iran bis Pakistan. Heute wird sie weltweit in den gemäßigten und warmen Zonen kultiviert und verwildert regelmäßig.

In Mitteleuropa ist sie verwildert vor allem auf Waldschlägen und an Forststraßen zu finden.

Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, warmen und trockenen Standorten mit humusreichem sandigem Lehm- oder lehmigem Sandboden.“

Nutzung der Zitronenmelisse

„Die Zitronen-Melisse wird als Gewürz-, Arznei- und als Bienenweidepflanze angebaut. Die Blätter werden als Küchengewürz verwendet. Extrakte aus den Blättern werden zu Kräuterlikören verarbeitet. Zum Aromatisieren von kalten Getränken, Salaten und Saucen sowie Kompotten wird Melisse verwendet. Tee und Wein kann man aus ihr herstellen. Melissentee soll beruhigend wirken und verdauungsfördernd sein.

Als Droge werden die Blätter (Melissae folium) verwendet. Die traditionelle Verwendung ist die Unterstützung der Magenfunktion und bei nervlicher Belastung. Präparate wie Teeaufgüsse, Flüssig- oder Trockenextrakte aus der Melisse wirken sedativ und spasmolytisch. Sie werden bei Einschlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Häufig werden sie in Teemischungen mit anderen beruhigend wirkenden Drogen eingesetzt. Bäder werden bei Entzündungen der Haut und der Genitalorgane eingesetzt, aber auch als Entspannungsbäder. Weitere Anwendungsgebiete sind Gallenleiden und hypertone Dyskinesie.

Aufgrund des Gehaltes an Phenolcarbonsäurederivaten, v. a. Rosmarinsäure, haben Melissenblätter eine antimikrobielle und antivirale Wirkung. Dies wird in Salben zur Behandlung von Herpes simplex eingesetzt.

In der Volksmedizin wird die Zitronenmelisse auch gegen Erkältungskrankheiten und Kreislaufschwäche eingesetzt.

Im Handel ist reines Melissenöl aufgrund des hohen Preises (rund 6000 EUR pro kg) selten erhältlich, meist sind es Ersatzöle wie Citronellaöl, Lemongrasöl oder Verfälschungen (Indisches Melissenöl).“

(Quelle: Wikipedia)

Kommentar & Ergänzung:

Goldmelissentee wird in der Pflanzenheilkunde als Einschlaftee vor allem für Kinder empfohlen und ist wegen seiner roten Farbe und dem angenehmen Aroma beliebt. Auch Goldmelissensirup kommt zur Anwendung.

Eine Wirksamkeit ist allerdings für Goldmelissentee und Goldmelissensirup nicht dokumentiert. Das spricht nicht gegen den Gebrauch, wenn man Goldmelissentee oder Goldmelissensirup gern hat und danach gut schlafen kann.

Das ätherische Öl in den Goldmelissenblüten ähnelt in der Zusammensetzung an manchen Punkte  dem Thymian. Es enthält zum Beispiel wie Thymian Thymol und Carvacrol.

Goldmelissenblüten sind ziemlich teuer, wenn man sie in der Apotheke oder Drogerie kauft.

Für die Wirkung der Zitronenmelisse als Einschlafmittel gibt es deutlich bessere Belege. Untersucht wurde in dieser Hinsicht vor allem das ätherische Öl. Melissenöl wird über die Atemwege angewendet, als Melissenbad oder als Einreibung gemischt mit fettem Öl oder Bodylotion. Melissentee = Zitronenmelissentee würde ich aus frischen Melissenblättern zubereiten. Die Melissenblätter verlieren beim Trocknen rasch an ätherischem Öl.

Melissenöl und Melissenextrakt sind ausserdem wirksam gegen Herpes-simplex-Viren. Sie werden deshalb bei Lippenherpes (Fieberbläschen) angewendet.

Über’s Ganze gesehen  setzt die Phytotherapie stärker auf die Zitronenmelisse und auf das Melissenöl als auf die Goldmelisse. Goldmelisse wird aber gerne empfohlen als bewährtes Hausmittel und auch als Genusstee.

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Wie wirkt Zitronenthymian?

Ich werde an Kursen oder Vorträgen immer wieder mal gefragt, was genau Zitronenthymian ist und ob er die gleiche Wirkung hat wie der Arzneithymian.

Zu Zitronenthymian schreibt Wikipedia:

„Der Zitronen-Thymian (Thymus × citriodorus) ist eine Hybride aus der Gattung der Thymiane (Thymus) in der Familie der Lippenblütler.“

Und zu den Merkmalen des Zitronenthymians:

„ Der Zitronen-Thymian ist ein immergrüner Halbstrauch, mit mehr oder weniger niederliegenden Zweigen, der Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimeter erreicht. Dieser Chamaephyt ist in Mitteleuropa winterhart. Der Duft ist würzig oder zitronenartig. Die Zweige sind vierkantig und ringsum unregelmäßig behaart. Die Behaarung ist an den Kanten stärker als an den Seitenflächen. Die ganzrandigen Blätter sind lanzettlich, elliptisch bis verkehrt rhombisch-eiförmig geformt. Ihre durchschnittliche Länge beträgt etwa 15 mm, die Blattbreite variiert zwischen 2 und 8 mm. Der Blattrand ist nur zum Teil eingerollt und weist am Grund oft einzelne Wimpern auf. Die Unterseite ist kurz samtig bis kahl.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Die oberen Kelchzähne sind meist bewimpert. Die Krone ist hell bis purpur-rosa gefärbt. Die Blütezeit reicht von Juni bis September.“

(aus Wikipedia)

Und zur Nutzung von Zitronenthymian:

„Der Zitronen-Thymian ist eine Natur- und Kulturhybride. Er wird verbreitet als Zierpflanze für Steingärten, Einfassungen, Balkons und Pflanzschalen sowie als Gewürz- und Heilpflanze genutzt und ist seit spätestens 1596 in Kultur. Es gibt zahlreiche Sorten, die zum Beispiel gelbe, weiße oder gefleckte Blätter besitzen oder verschiedene Wuchsformen.“

(aus Wikipedia)

Für die Wirkung des Zitronenthymians dürfte das ätherische Öl entscheidend sein. Hier Angaben zu seiner Zusammensetzung:

„Der Zitronenthymian, Thymus citriodorus, enthält ein ätherisches Ö mit dem Hauptbestandteil Geraniol (bis zu 60%); weiters wurden Geranylester, Nerol und Citronellol identifiziert. Der Zitronengeruch geht auf Citral zurück (14%), und es wurden auch kleine aber nicht unbedeutende Mengen (0.5%) an Thymol gefunden. (Flavour Fragrance Journal, 10, 225, 1995)“

Quelle: http://www.uni-graz.at/~katzer/germ/Thym_vul.html

Zitronenthymian zählt nicht zu den offiziell anerkannten Heilpflanzen. Schaut man sich die Zusammensetzung des ätherischen Öls an, dann fällt der tiefe Gehalt an Thymol und der hohe Gehalt an Geraniol auf. Thymianöl aus Arzneithymian (Thymus vulgare) wird dagegen dominiert von Thymol. Ein prägnanter Unterschied also. In der Aromatherapie-Literatur (zum Beispiel hier) wird ein Thymianöl Chemotyp Geraniol beschrieben, dem eine stark antimikrobielle Wirkung  zugeschrieben wird. Thymol wirkt aber ebenfalls sehr gut antimikrobiell.

Interessanter als diese Thymol / Geraniol – Differenz scheint mir, dass die Zusammensetzung des ätherischen Öls aus Zitronenthymian gewisse Ähnlichkeiten zeigt zu den ätherischen Ölen aus Melissenöl (z. B. Citral) und Orangenblütenöl (Nerol, Geraniol). Vielleicht – aber das ist nur eine Vermutung – ergibt sich daraus für Zitronenthymian eine gewisse beruhigende Wirkung.

Jedenfalls würde ich Zitronenthymian und Arzneithymian niemals gleichsetzen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Was ist Verveine-Tee?

Verveine ( = Zitronenstrauch, Aloysia citrodora, auch Zitronenduftstrauch oder Zitronenverbene genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae).

Verveine wächst als laubabwerfender Strauch mit Wuchshöhen von 2 bis 6 Meter. Die meisten Pflanzenteile duften stark nach Zitrone.

Synonyme für Aloysia citrodora sind:
Aloysia triphylla, Lippia citrodora, Lippia triphylla, Verbena triphylla, Zappania citrodora

Verveine – Herkunft und Geschichte

Der Zitronenstrauch / Verveine stammt ursprünglich aus Südamerika (Uruguay, Argentinien (Catamarca, Jujuy, La Rioja, Salta, Tucuman) Chile, Peru). Er wurde Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa eingeführt und ist heute bei Feinschmeckern und Kräuterliebhabern ein Begriff.

Duft- und Inhaltsstoffe

Die Verveine-Blätter können ähnlich wie Spinat gekocht werden. Wesentlich öfters werden die Blätter als Gewürz für süße oder herzhafte Salate verwendet. Aus den frischen und getrockeneten Blätter kann man einen sehr aromatischen Tee brühen.
Medizinische Wirkungen wurden untersucht. Das ätherische Öl wird vielfältig verwendet, beispielsweise als Parfümbestandteil oder als Insektenrepellent
Zitronenverbenen enthalten ein feines, frisch nach Zitrone duftendes ätherisches Öl. Die Intensität ist deutlich stärker als bei den meisten anderen nach Zitrone riechenden Pflanzen. Schon beim leichten Verreiben der Vervein-Blätter entstehen Duftwolken an Citrusaromen. Die ätherischen Öle (unter 1 %) enthalten als Hauptbestandteile die Aldehyde Citral, Neral und Geranial sowie weitere Monoterpene bzw. Monoterpenabkömmlinge (Limonen, Carvon, Dipenten, Linalool, Nerol, Geraniol).

Die Verwendung von Verveine

Bevorzugt werden die frischen Blätter verwendet, jedoch sind auch die getrockneten Blätter sind sehr beliebt, weil das Zitronenaroma im getrockneten Zustand der Blätter lange erhalten bleibt.

Verveine zur Verfeinerung von Speisen

Feinschmecker und Gourmets verarbeiten die Verveine gerne in der Küche. Verwendet werden die Verveine-Blätter für Salate, Schweinefleisch- und Pilzgerichte, aber auch zum Würzen von Süßspeisen wie Obstsalat, Pudding und zur Zubereitung von Speiseeis. Zudem kann man feingeschnittene Verveine-Blätter in den Zuckerguss für Zitronenkuchen einarbeiten.

Verveine-Getränke

Die Verveine wird auch für die Zubereitung von Getränken genutzt. Legt man frisch gepflückte Verveine-Blätter für eine halbe Stunde in heißes Wasser, so bekommt man einen angenehm erfrischenden Tee. Das zitronige Aroma der Pflanze ist in Frankreich als anregend-beruhigender Guten-Abend-Tee sehr beliebt und dort auch bekannt als Verveine. Auch im Getränk Inca Kola aus Peru kommt das Aroma dieser Pflanze (sie wird lokal Cedrón genannt) zum Einsatz. Unter Eisenkrauttee wird in der Regel Verveine bzw. Zitronenverbena oder bezeichnenderweise wohlriechende Verbena verstanden. Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) schmeckt demgegenüber recht bitter.

Verveine in der Kosmetik

Verveine wird nicht nur als Badezusatz verwendet, der eine erfrischende Wirkung entfaltet, sondern auch zur Parfümierung beziehungsweise Verfeinerung von Seifen.

Verveine im Haushalt

Säckchen oder Bündel von Verveine bringen einen frischen Duft ins Haus oder in den Kleiderschrank.

Gesundheitliche Wirkung des Verveine-Tees

Da Verveine appetitanregend sowie verdauungsfördernd wirkt, helfen sie gegen Verdauungsbeschwerden beziehungsweise Verstopfungen. Ausserdem wirken sie leicht beruhigend bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Erkältungskrankheiten.

Quelle: Wikipedia

Kommentar & Ergänzung:

Verveine ist also in Mitteleuropa keine einheimische Pflanze, sondern wird in Gärten angebaut. Nicht selten wird daher tatsächlich das einheimische Echte Eisenkraut (Verbena officinalis), das bei uns an Wegrändern nicht selten anzutreffen ist, mit der Verveine verwechselt.
Im deutsche Sprachraum kennen wir die Verveine fast nur als Genusstee. Deshalb wird sie in deutschsprachigen Phytotherapie-Fachbüchern meist nur am Rande oder gar nicht erwähnt. In Frankreich dagegen gehört Verveine auch zu den Heilpflanzen.
Dort werden die Blätter nicht nur gerne zum ebenso anregenden wie entspannenden Abendtee aufgegossen. Sie dienen sondern auch – etwa der »Distillerie Verveine du Velay« – dazu, (hochprozentige!) Liköre zu destillieren, die sich vorzüglich als Digestif eignen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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