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Zimt gegen Entzündungen?

Die österreichische Zeitung „Kurier“ empfiehlt Gewürze als Entzündungshemmer:

„Zimt, Knoblauch, Ingwer und Kurkuma genießen unter den Gewürzen einen Sonderstatus. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass sie Entzündungen im Körper gezielt bekämpfen.“

Schauen wir uns das Beispiel Zimt genauer an:

„Zimt ist ein Allroundtalent. Das Pulver aus der getrockneten Zimtbaumrinde kann sowohl für süße als auch für pikante Speisen verwendet werden. Im Haferbrei oder Backwaren sorgt Zimt für eine angenehm herbe Note, mariniert man Fleisch oder würzt Saucen damit, erhält man ein duftendes, weihnachtliches Aroma.

Zimt wurde von der Wissenschaft eine desinfizierende und krampflösende Wirkung attestiert. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird das beliebte Gewürz gerne bei Kältegefühl verwendet, da es die „innere Kälte“ durch gesteigerte Durchblutung vertreiben kann. Auch die blutzuckersenkende und stimmungsaufhellende Wirkung des Gewürzes wird betont. Wissenschaftler des Rush University Medical Centers haben in einer Studie mit Zimt und Mäusen zudem eine deutliche Steigerung der Gehirnleistung festgestellt.“

Quelle der Zitate:

https://kurier.at/wellness/zimt-kurkuma-ingwer-knoblauch-wie-sie-ihr-gewuerzregal-gesund-haelt/247.739.154

Kommentar & Ergänzung:

Zimt ist ein feines Gewürz, das Verdauungsbeschwerden lindern kann. Die ESCOP bestätigt als Anwendungsbereiche für die Zimtrinde:

Dyspeptische Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Blähungen und Flatulenz; Appetitlosigkeit, Durchfall.

Die blutzuckersenkenden Wirkung wurde in Laborexperimenten im Reagenzglas und an Mäusen festgestellt. Diese Einschränkung fehlt im Artikel des „Kuriers“.

Das Phytotherapie-Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ schreibt:

„Zur blutzuckersenkenden Wirkung von Zimtrinde liegen In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen an Mäusen vor, in denen eine antidiabetische Wirkung eines wässrigen Extrakts gezeigt werden konnte, doch ist die Übertragbarkeit auf eine therapeutische Anwendbarkeit beim Menschen schwierig.“

Die klinischen Studien zur Wirksamkeit von Zimt bei Diabetespatienten sind bisher nicht überzeugend. Siehe dazu:

Zimt zur Senkung des Blutzuckers bei Diabetes?

Einschränkung sind auch angebracht bezüglich der Studie zur Steigerung der Gedächtnisleistung bei Mäusen. Auch hier ist alles andere als klar, ob das Gehirn von Menschen von Zimtgaben profitieren kann und welche Dosierungen dazu nötig wären.

Ich habe zu diesem Experiment hier schon einen Beitrag geschrieben:

Zimt verbessert Lernvermögen bei Labormäusen

Auch die erwähnte entzündungswidrige Wirkung der Zimtrinde wurde in Laborexperimenten festgestellt. Ob Zimt gegen Entzündungen im menschlichen Organismus wirksam ist und welche Zimtmengen dazu nötig wären, bleibt offen.

Der Beitrag im „Kurier“ ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht sehr sinnvoll ist, Laboreffekte aneinanderzureihen, ohne auf die begrenzte Aussagekraft solcher Experimente für den Menschen hinzuweisen.

Chinesischer Zimt (Cinnamomum cassia, Cassia-Zimt) enthält übrigens erhebliche Konzentrationen an Cumarin, das auf längere Sicht die Leber belasten könnte. Im Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) sind die Cumarin-Werte viel tiefer. Ich würde also Ceylon-Zimt vorziehen. Allerdings sollte man diese Gefahr nicht dramatisieren. Wikipedia schreibt dazu:

„Einen eindeutigen Beleg für die angebliche Gefährlichkeit von Cumarin beim normalen Gebrauch von cumarinhaltigen Gewürzen gibt es allerdings bis zum heutigen Tage nicht. In allen Studien trat eine gesundheitschädigende Wirkung erst nach extremen Überdosierungen bei Versuchen an Ratten auf.“

Siehe auch:

Zimt & Cumarin: Ceylon-Zimt unproblematischer als Cassia-Zimt

Stollen, Glühwein, Zimtsterne: Schadet Zimt der Gesundheit?

Zimt ist ein tolles Gewürz mit verdauungsfördernden Eigenschaften. Im Artikel des „Kuriers“ wird Zimt aber „überverkauft“, das heisst mit unrealistischen Versprechungen angepriesen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Stollen, Glühwein, Zimtsterne: Schadet Zimt der Gesundheit?

Das fragt Spiegel online reichlich spät am 24. Dezember. Jetzt sind sie doch zum grossen Teil schon gegessen, die Zimtsterne……

Aber tatsächlich: Warnungen, zu große Mengen an Zimt seien gefährlich, hört man immer wieder. Schauen wir uns mal genauer an, was es mit diesen Warnungen auf sich hat.

Als Lebensmittelkontrolleure 2006 zimthaltiges Gebäck untersuchten, schlugen sie Alarm, weil die Hersteller von Zimtsternen sich nicht einmal ansatzweise an die damaligen Cumarin-Höchstwerte hielten.

Kurz darauf warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Verbraucher vor einer zu hohen Belastung mit Cumarin, wenn sie viel Zimt zu sich nehmen. Die Verunsicherung aufgrund dieser Warnung hält zum Teil bis heute an, obwohl unklar ist, ob das Cumarin aus Weihnachtsgebäck der Allgemeinbevölkerung real schadet.

Nach dem Bericht auf Spiegel online wurde der Zusammenhang nämlich entdeckt „bei Patienten, die täglich cumarinhaltige Medikamente einnahmen, um ihre Blutgerinnung zu hemmen. Ärzte beobachteten bei sechs bis acht von hundert Patienten Anzeichen für Leberschäden. In seltenen Fällen versagte die Leber ganz.“

Diese Aussage ist meines Erachtens fragwürdig, weil hier zwei Stoffklassen durcheinander gebracht werden. Bei den blutgerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. Phenprocoumon, Präp: Marcoumar / Marcumar) handelt es sich um dimere Cumarine, während im Zimt einfache Cumarine vorliegen (ohne blutgerinnungshemmende Wirkung).

Cumarin wurde erstmals 1922 aus Tonkabohnen isoliert und jahrzehntelang als Aromatikum mit Vanillin-ähnlichem Geschmack in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. In den 1950er-Jahren wurde dieser Verwendungszweck zuerst in den USA und dann in vielen anderen Ländern wegen des Verdachts auf krebsfördernde und leberschädigende Wirkungen verboten, weil die Verabreichung von Cumarin in grossen Dosen an Ratten und Hunde solche Effekte zeigte. Heute weiss man allerdings, dass die Verstoffwechselung von Cumarin beim Menschen anders verläuft und Cumarin in der Regel sehr rasch wieder ausgeschieden wird.

Spiegel online macht noch einen zweiten fragwürdigen Versuch, das Phänomen genauer zu fassen:

„Wie genau Cumarin das Organ schädigt, ist allerdings unklar. Eine kleine Studie mit 114 Patienten aus dem Jahr 2003 legt nahe, dass wohl vor allem Menschen mit Vorerkrankungen der Leber empfindlich reagieren. Setzten die Patienten die Medikamente wieder ab, bildeten sich die Schäden in der Regel zurück.“

In dieser Studie wurde ein Arzneimitttel zur Linderung von Venenbeschwerden hinsichtlich seiner Sicherheit untersucht, das Cumarin und Troxerutin enthielt. Die Testpersonen bekommen über 16 Wochen 30 mg Cumarin und 180 mg Troxerutin pro Tag. Im Gegensatz zur Darstellung auf Spiegel online traten weder Leberschäden noch andere ernsthafte Arzneimittelnebenwirkungen auf.

Siehe: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12776809

Spiegel online fährt fort:

„Dagegen gibt es keinerlei Berichte, dass vorweihnachtliche Zimtsternorgien Leberschäden auslösen. Das allein ist natürlich kein Freifahrtschein für hemmungslosen Zimtgenuss. Erhält jemand ein cumarinhaltiges Medikament, überwacht der Arzt die Blutwerte und erkennt bedenkliche Reaktionen schnell. Bei Weihnachtsmarkt-Fans passiert dies nicht.“

Hier kommt sie noch einmal, diese Vermischung mit den blutgerinnungshemmenden dimeren Cumarinen vom Typ Phenprocoumon.

Dennoch kann Spiegel online „gute Nachrichten für Zimtliebhaber“ verkünden:

„2014 fand das Chemische Landes- und Staatliche Veterinäruntersuchungsamt unter 24 Gebäckproben keine Überschreitungen mehr.“

Das liege zum einen daran, dass 2011 der Cumarin-Grenzwert in Gebäck angehoben wurde:

„In den Achtzigern hatten Experten ihn an der Nachweisgrenze, also möglichst gering, festgelegt. Damals deuteten Tierversuche darauf hin, dass Cumarin schon in winzigen Mengen krebserregend sein könnte. Das hat sich für Menschen glücklicherweise nicht bestätigt.“ (aus den Fünfzigern stammen die Tierversuche mit hohen Dosen…..M.K.).

Ein anderer Grund für die positive Entwicklung sei, dass die Lebensmittelhersteller nach der Diskussion von 2006 offenbar den Cumarin-Gehalt in ihren Produkten gesenkt haben.

Und was heisst das nun für die Gegenwart:

Das BfR hat Cumarin in Zimt 2012 neu bewertet. Bei Erwachsenen hält die Behörde nun 24 kleine Zimtsterne (120 Gramm) pro Tag bei einem 60 Kilo schweren Erwachsenen für vertretbar, zumindest, wenn er ansonsten keinen Zimt verzehrt. Im Jahr 2006 waren es nur acht (ungefähr 40 Gramm).

Und diese Menge Zimtsterne könnte man theoretisch das ganze Jahr über jeden Tag verspeisen, ohne Gesundheitsschäden durch Cumarin befürchten zu müssen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) liess zudem verlauten, dass man über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen die dreifache Menge Cumarin aufnehmen darf, ohne dass Gesundheitsschäden drohen. Damit dürfen auch Spitzenzeiten im Advent abgedeckt sein.

Bei kleinen Kindern hält das BfR maximal sechs kleine Zimtsterne (30 Gramm) oder 100 Gramm Lebkuchen pro Tag für garantiert unbedenklich. Auch in diesem Fall lag der Grenzwert 2006 noch tiefer, nämlich bei vier kleinen Zimtsternen (20 Gramm) oder 30 Gramm Lebkuchen.

Aber so ganz entwarnen wollen die Behörden dann doch nicht, insbesondere bei Langzeiteinnahme. Spiegel online formuliert das so:

„Wer jeden Morgen Zimt übers Müsli streut oder regelmäßig Milchreis unter einer dicken Zucker-Zimt-Haube isst, erreicht allerdings schnell die empfohlene Höchstmenge: Nicht mehr als ein kleiner, abgestrichener Teelöffel Zimt am Tag (2 Gramm) sollte ein 60 Kilogramm wiegender Erwachsener täglich konsumieren. Bei Kleinkindern sollte nach einem halben Gramm Schluss sein.“

Ganz am Schluss des Artikels und nach vielem hin und her kommt dann doch noch der erlösende Hinweis, dass es auf die Zimtsorte ankommt:

„Für den eigenen Haushalt gibt einen einfachen Trick. Während bei fertig gebackenen Lebensmitteln meist nicht deklariert wird, welche Zimtsorte verwendet wurde, kann man zu Hause auswählen: Cassia-Zimt enthält durchschnittlich 3000 Milligramm Cumarin pro Kilogramm, das entspricht 0,3 Prozent. Auf ihn beziehen sich auch die Richtwerte des BfR.

In Ceylon-Zimt kommt Cumarin dagegen nur in Spuren vor: Ungefähr acht Milligramm pro Kilogramm sind enthalten, das entspricht 0,0008 Prozent.“

Wer selbst gern mit Zimt koche oder backe, sei mit dem cumarinarmen Ceylon-Zimt auf der sicheren Seite.

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/zimt-ist-zu-viel-cumarin-gefaehrlich-mythos-oder-medizin-a-1126831.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Keine Frage: Auch Pflanzen können schädliche Stoffe enthalten und es ist richtig, dass Behörden darauf ein wachsames Auge werfen.

Manchmal sieht es allerdings schon eigenartig aus, wenn jedes noch so theoretische Risiko ausgeschlossen werden soll, jahrelang darüber diskutiert wird und am Schluss dann Grenzwerte festgelegt werden, die in der Praxis sowieso kein vernünftiger Mensch überschreitet.

Hingegen ist der Hinweis durchaus nützlich, dass man falls möglich den cumarinarmen Ceylon-Zimt dem billigeren, aber cumarinreicheren Cassia-Zimt vorziehen soll.

In der Phytotherapie wird Zimt als verdauungsförderndes Gewürz empfohlen (Ceylon-Zimt) und kontrovers als unterstützendes Mittel bei Diabetes diskutiert. Bisher konnte ein ausreichender Wirksamkeitsnachweis in Studien zum Anwendungsbereich Diabetes nicht erbracht werden.

Siehe auch:

Zimt zur Senkung des Blutzuckers bei Diabetes

Zimt bei Diabetes: Zum aktuellen Stand des Wissens

Für Zimtsterne Ceylon-Zimt statt Cassia-Zimt verwenden

Zimt & Cumarin: Ceylon-Zimt unproblematischer als Cassia-Zimt

Cumaringehalt von Zimt schwankt stark

Pflanzenheilkunde: Zimt gegen Diabetes kontrovers beurteilt

Phytotherapie: Zimt regt den Magen an

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Zimt verbessert Lernvermögen bei Labormäusen

Manchen Menschen fällt das Lernen einfach schwerer. Ihnen könnte möglicherweise eine Prise Zimt helfen. Hinweise in diese Richtung zeigten sich in einer neuen US-Studie mit Mäusen, in der Zimt das Lernvermögen verbessert.

Gaben die Forscher Labormäusen, die schlecht lernten, einen Monat lang zusätzlich zu ihrem Futter Zimt ins Futter, verbesserte sich ihr Gedächtnis und ihr Lernvermögen deutlich und wurde so gut wie das von schnell lernenden Mäusen.

Das berichten die Wissenschaftler um den Neurologen Kalipada Pahan von der Rush University in Chicago im Journal of Neuroimmune Pharmacology.

Auf Mäuse, die bereits schnell lernten, hatte die Zimtgabe keinen Einfluss.

Die Forscher hatten Mäuse ins Barnes-Labyrinth geschickt, eine große Arena, in die am Rand 40 Löcher gestanzt sind. In diese Löcher kann eine Maus hineinschlüpfen, doch führt nur eines der Löcher durch einen Gang in ein echtes Versteck. Die anderen Löcher enden blind und die Maus wird sich darin unwohl fühlen.

Am Rand der Arena gibt es Markierungen, damit eine Maus, wenn sie einmal das echte Versteck gefunden hat, dieses sofort wiedererkennen kann. Wird die Maus ins Labyrinth gesetzt, huscht sie rasch zum richtigen Loch.

Mit dem Barnes-Labyrinth können Forscher also Mäuse auf ihre Lernfähigkeit testen. Mäuse mit guten Lernwerten verschwinden augenblicklich im richtigen Loch. Mäuse mit Lernproblemen suchen alle Löcher ab und finden das Versteck erst nach längerer Zeit. Bei diesen Schlecht-Lerner-Mäusen war nun die Steigerung der Lernfähigkeit nach Zimtgabe signifikant.

Eine Maus, die beispielsweise 150 Sekunden brauchte, um im Barnes-Test das richtige Loch zu finden, schaffte das innert 60 Sekunden, nachdem sie einen Monat lang Zimt bekommen hatte.

Die Wissenschaftler entdeckten in weiteren Tests sogar die neurobiologischen Grundlagen für diesen Effekt. Zimt-Inhaltsstoffe werden in der Leber zu Natriumbenzoat verstoffwechselt. Diese Substanz beeinflusst offenbar den Hippocampus, einen kleinen Hirnbereich, der Erinnerungen sortiert und speichert.

Schlechte Lerner haben im Hippocampus tiefere Werte des Proteins CREB, das beteiligt ist an Erinnerung und Lernen, und höhere Werte von Proteinen, die hemmend auf diese Prozesse wirken.

Natiumbenzoat verändert die Menge dieser Stoffe in günstiger Weise und stimuliert im Hippocampus die Plastizität, also letztlich die Lernfähigkeit des Gehirns.

Ob Zimt auch die Lernfähigkeit des Menschen steigern kann, ist allerdings noch völlig offen.

Sollten sich ihre Resultate bei Menschen bestätigen, die sich mit dem Lernen schwertun, wäre dies ein bemerkenswerter Fortschritt, erklären die Forscher. Kalipada Pahan schreibt:

„Dies wäre einer der sichersten und einfachsten Ansätze, um aus schlechten Lernern gute Lerner zu machen.“

In normalen Mengen konsumiert, sind Zimt und Natiumbenzoat für den Menschen unbedenklich. Die Forscher empfehlen aber, auf die Qualität des Zimts zu achten. Billiger Cassia-Zimt, auch chinesischer Zimt genannt, enthält höhere Mengen an Cumarin, das die Leber schädigen kann. Im sogenannten Ceylon-Zimt kommt Cumarin nur in sehr geringen Mengen vor.

Quellen:

http://www.aponet.de/aktuelles/kurioses/20160715-zimt-verbessert-das-lernvermoegen.html

http://www.welt.de/gesundheit/article157299038/Wer-Zimt-isst-lernt-womoeglich-leichter.html

https://www.sciencedaily.com/releases/2016/07/160712214659.htm

http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11481-016-9693-6

DOI: 10.1007/s11481-016-9693-6

 

Kommentar & Ergänzung:

Grundsätzlich sind diese Ergebnisse sehr interessant, doch kann nicht genug betont werden, dass von Laborergebnissen und Tierexperimenten nicht einfach auf entsprechende Wirkungen beim Menschen geschlossen werden kann. Das sagen ja auch die Wissenschaftler selber in ihrer Zimtstudie. Auch die Frage, welche Dosis für Menschen nötig wäre, ist ungeklärt.

In der Originalpublikation steht einfach, dass Zimt von den Mäusen in Natriumbenzoat umgewandelt wird. Das ist natürlich vereinfacht dargestellt. Es muss ein bestimmter Inhaltsstoff von Zimt sein und bisher habe ich nicht herausgefunden, welcher dafür in Frage kommt.

Interessants gibt es aber auch zum Natriumbenzoat zu sagen:

Natriumbenzoat hemmt Bakterien und Pilze und wird daher als Lebensmittelzusatzstoff (E 211) zur Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt.

Wikipedia schreibt zur Verträglichkeit:

«Natriumbenzoat kann Allergien wie Asthma und Nesselsucht auslösen und belastet den Leberstoffwechsel. Eine britische Studie nannte Natriumbenzoat, das als Konservierungsstoff in Colagetränken verwendet wird, neben anderen Zusatzstoffen als möglichen Auslöser für ADHS. Wörtlich heißt es in der Studie, die im britischen Medizinjournal The Lancet erschien: „Diese Ergebnisse zeigen, dass ungünstige Wirkungen nicht nur bei Kindern mit extremer Hyperaktivität (wie ADHS), sondern auch in der normalen Bevölkerung auftreten“»

Da die aus Zimt umgewandelten Mengen an Natriumbenzoat wohl doch eher klein sein dürften, kann ich mir unerwünschte Nebenwirkungen wie eine Belastung des Leberstoffwechsels auf diesen Weg nicht recht vorstellen. Für Allergien reichen allerdings schon sehr geringe Stoffmengen. Interessant ist das Zitat aus „The Lancet“ am Schluss. Da stellt sich die Frage, ob Natriumbenzoat im Gehirn durch Einwirkung auf bestimmte Proteine nicht nur günstige Wirkungen auf Lernprozesse auslösen kann, sondern in manchen Situationen vielleicht auch dysregulierend wirken könnte. Allerdings wurde in der betreffenden Lance-Studie Natriumbenzoat zusammen mit bestimmten Lebensmittelfarbstoffen untersucht, so dass nicht eindeutig ist, ob Natriumbenzoat an diesem negativen Effekt beteiligt ist und wenn ja, wie stark:

„An der Studie nahmen rund 300 Kinder teil, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Sie wurden gebeten, über den Zeitraum von sechs Wochen Fruchtsäfte zu trinken. Bei zwei der drei Gruppen waren die Säfte aber mit den Farbstoffen Sunsetgelb (E110), Chinolingelb (E104), Azorubin (E122) und Allularot (E129) sowie dem Konservierungsstoff Natriumbenzoat (E211) versetzt. Letzteres wird häufig Erfrischungsgetränken wie Cola beigemischt.

Die Flüssigkeiten, die den Drei- beziehungsweise Acht- bis Neunjährigen gegeben wurden, entsprachen den Forschern zufolge Getränken, die im Handel erhältlich sind. In der Untersuchung fanden die Wissenschaftler heraus, dass in beiden Altersgruppen die Kinder, die die präparierten Flüssigkeiten zu sich nahmen, unruhig wurden und leichter die Konzentration verloren.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass ungünstige Wirkungen nicht nur bei Kindern mit extremer Hyperaktivität (wie ADHS), sondern auch in der normalen Bevölkerung auftreten“, schreiben die Forscher in ihrer Studie.»

Quelle: https://web.archive.org/web/20070908220223/http://www.netzeitung.de/wissenschaft/732690.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zimt bei Diabetes – zum aktuellen Stand des Wissens

Seit einigen Jahren ist Zimt als Heilpflanze bei Diabetes im Gespräch. Entsprechende Hoffnungen wurden genährt durch Laborexperimente und klinische Studien. Die Erkenntnislage dazu ist allerdings immer noch widersprüchlich.

Die Zeitschrift „Phytotherapie Austria“ (Nr. 1 / 2013) hat zu diesem Thema Sabine Glasl-Tazreiter befragt, Ao. Univ.-Prof. am Department für Pharmakognosie am Pharmaziezentrum der Universität Wien.

Auf die Frage, wie die Anwendung von Zimt aus heutiger Sicht zu beurteilen sei, antwortet sie:

„Der Zimt-Hype nahm seinen Lauf mit der Publikation der Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2003. Vermahlenes Zimtpulver hatte in den Dosierungen 1g, 3g und 6g über einen Anwendungszeitraum von 40 Tagen zu einer Senkung der Glucoseplasmaspiegel sowie zur Senkung der Triglyceride, LDL und des Gesamtcholesterins geführt. Seither wurden zahlreiche klinische Studien durchgeführt. Deren Ergebnisse sind allerdings widersprüchlich und keineswegs so klar, wie man sich das erhofft hatte.“

Die Expertin geht dann auf Stellungnahmen von Fachgesellschaften ein:

„Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft hat 2005 eine Stellungnahme verfasst, in der sie keine Empfehlung für Zimt abgibt. Darin heißt es, die Einstellung von Diabetespatienten sei bereits mit den gut geprüften Antidiabetika schwer; darüber hinaus habe man keine Information über die für die Wirkung verantwortlichen Zimt-Inhaltsstoffe, und letztlich kritisiert man die ungenügenden Daten zu Toxikologie und Langzeiteffekten. Die Amerikanische Diabetesgesellschaft erklärt in ihrer Stellungnahme aus dem Jahr 2010, dass Zimt keinen Benefit für Diabetiker brächte, dass die Beweislage hinsichtlich der cholesterinsenkenden Wirkung nicht überzeugend sei, und dass man keine Empfehlung für Zimt zur Behandlung erhöhter Cholesterinspiegel abgeben könne.“

Und hier ihr Fazit:

„Diese sehr kritischen Bewertungen werden von manchen Ärzten als zu vorsichtig eingeschätzt, denn bei den vielen pflanzlichen Alternativen, die bei Diabetes beworben werden, liefert der Zimt in den Studien die größte Konsistenz hinsichtlich der Senkung des Nüchternblutzuckers und der HbA1C-Werte. Was also soll man den Patienten raten? Will man auf Nummer Sicher gehen, so sollte keine Selbstmedikation ohne Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0113.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Als die Forschungen zum Thema „Zimt & Diabetes“ bekannt wurden, war das eine ziemliche Sensation, weil niemand eine solche Wirkung von Zimt erwartet hatte.

Inzwischen haben allerdings widersprüchliche Ergebnisse die Einschätzung nicht gerade leichter gemacht. Der Expertin ist aber zuzustimmen, wenn sie feststellt, dass andere pflanzliche Mittel bei Diabetes in den Studien weniger Konsistenz zeigten.

Nicht nachvollziehbar ist die Aussage der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, wonach man keine Information über die für die Wirkung verantwortlichen Zimt-Inhaltsstoffe habe.

Als Wirkstoff erforscht wird Methylhydroxychalkonpolymer (MHCP), ein wasserlösliches Polyphenolpolymer aus Zimt. MHCP verbesserte in In-vitro-Studien an 3T3-L1 Adipozyten die Glucoseaufnahme und Glykogensynthese in ähnlichem Ausmaß wie Insulin.

Gemäss Pharmawiki wurde die erwähnte Studie aus dem Jahr 2003 mit Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia) durchgeführt. Er enthält verhältnismässig hohe Konzentrationen des bei längerer Einnahme in hohen Dosen möglicherweise leberschädigenden Cumarins.

Und da bei einer Anwendung als Begleittherapie bei Diabetes von einer Langzeitanwendung auszugehen ist, muss Cassia-Zimt in diesem Anwendungsbereich sehr in Frage gestellt werden. Der Cumaringehalt liegt bei Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) wesentlich tiefer.

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Zimt & Cumarin: Ceylon-Zimt unproblematischer als Cassia-Zimt

Wer gern ausgiebig Zimt beim Kochen und Backen einsetzt, sollte möglichst Ceylon-Zimt bevorzugen. Sein Gehalt an Cumarin ist deutlich tiefer als bei Cassia-Zimt.

Immer wiederkehrend geistern Warnungen durch die Medien, wonach Zimtguetzli bzw. Zimtsterne wegen ihrem Cumaringehalt schädlich seien. Oft wird dabei nicht unterschieden zwischen Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin hat nun in einer aktualisierten Stellungnahme diesen Unterschied betont und weitere Informationen zu diesem Thema geliefert.

Cumarin kann bei empfindlichen Personen bereits in verhältnismässig kleinen Mengen die Leber schädigen.

Seit dem Jahr 2011 gelten nach Bestimmungen der Europäischen Union 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag als tolerierbare Dosis. Kleinkinder mit einem Gewicht von 15 Kilogramm nehmen die für sie akzeptable Menge Cumarin zu sich, wenn sie circa sechs kleine Zimtsterne (etwa 30 Gramm) oder 100 Gramm mit Zimt gewürzte Lebkuchen konsumieren.

Wer für ein bis zwei Wochen die vertretbare Höchstmenge überschreitet, braucht sich laut dem BfR noch keine Sorgen zu machen. Bedenklich könnte es allerdings werden, wenn kleine Kinder mit einem Gewicht von 15 Kilogramm über längere Zeit täglich eine Menge von mehr als 0,5 Gramm Cassia-Zimt mit durchschnittlichen Cumaringehalten einnehmen. Bei 60 Kilogramm schweren Erwachsenen ist die tolerierbare Menge bei 2 Gramm erreicht.

Das BfR kommt aufgrund einer neuen Studie zum Schluss, dass Cumarin aus Cassia-Zimt fast genauso gut vom menschlichen Organismus aufgenommen wird wie als isolierte Substanz. Der Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmedosis gilt deshalb auch für Cumarin in Zimt.

Quelle:

http://www.ruhrnachrichten.de/leben/gesundheit_und_wellness/gesundheit/Zimtliebhaber-verwenden-besser-Ceylon-Variante;art364,1779747

Vollständige Stellungnahme:

http://www.bfr.bund.de/cm/343/neue-erkenntnisse-zu-cumarin-in-zimt.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Das Bfr geht in seiner Stellungnahme speziell auf die Anwendung von Zimt gegen Diabetes ein:

„Eine spezielle Expositions-Situation entsteht darüber hinaus für Diabetiker, die Zimtkapseln zur Senkung ihres Blutzuckers einnehmen. Die entsprechende Vermarktung von Zimt als Nahrungsergänzungsmittel bzw. als Diätetisches Lebensmittel wurde in den letzten Jahren betrieben, nachdem in einer pakistanischen Studie u.a. ein Blutzucker- und Blutfett-senkender Effekt bei Typ-II-Diabetikern publiziert wurde (Khan et al. 2003). Die Patienten erhielten Cassia-Zimt bis zu 6 g täglich. Auch auf dem deutschen Markt befinden sich zahlreiche Produkte, die nicht auf wirkungsrelevante Inhaltsstoffe standardisiert sind (teils als verkapseltes Zimtpulver, teils als wässrige Zimt-Extrakte). Das BfR hatte in seinen Stellungnahmen (BfR 2006a, b) auf die Überschreitung des TDI-Wertes hingewiesen, wenn Cassia-Zimt in Dosierungen von mehreren Gramm täglich als Dauer-Anwendung verzehrt wird. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass weder die Wirksamkeit noch die Unbedenklichkeit von Zimtpräparaten nachgewiesen ist und eine Zulassung als Arzneimittel, entsprechend den Anforderungen des Arzneimittelgesetzes, erfolgen sollte. Diese Position wird auch vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft geteilt (Ammon 2008). In den letzten Jahren sind weitere Studien zur möglichen blutzuckersenkenden Wirkung von Zimt durchgeführt worden, die widersprüchliche Ergebnisse gezeigt haben. Das BfR hat sich im Rahmen dieser Stellungnahme nicht erneut mit der aktuellen Erkenntnislage auf diesem Gebiet befasst.“

So ist das also mit Zimt & Cumarinen. Aber ein paar Zimtsterne in der Weihnachtszeit – vorzugsweise aus Ceylon-Zimt – sollte man sich jedenfalls nicht vermiesen lassen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Für Zimtsterne Ceylon-Zimt statt Cassia-Zimt verwenden

Zimtsterne, Lebkuchen und Punsch sind in der Weihnachtszeit beliebt. Doch Vorsicht: Mit dem falschen Zimt könnte die Weihnachtsleckerei zur Gefahr für die Gesundheit werden.

Seit 2006 warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davor,  zu viel Zimt zu konsumieren. Erwachsenen rät das BfR zu maximal acht Zimtsterne pro Tag, Kleinkindern sogar nur zu vier.

Wer sehr viel Zimt isst, dem sollen Kopfschmerzen und Leberschäden drohen. Auch das Krebsrisiko steige dadurch vermutlich an. Das liege am Cumarin.

Zimt findet sich jedoch nicht nur in den Zimtsternen, sondern auch in Lebkuchen oder Weihnachtstees. So fällt es gerade im Advent schwer, den Überblick über die tägliche Zimtdosis zu behalten. Sehr viel einfacher und besser ist es, die „richtige“ Zimtsorte zu verwenden – den Ceylon-Zimt. Im Gegensatz zur handelsüblicheren Sorte Cassia enthält die Sorte Ceylon sehr wenig schädliches Cumarin. Von Zimtsternen mit Ceylon-Zimt könnte ein Erwachsener zirka 800 Stück pro Tag essen, wenn man den tiefen Cumarin-Gehalt berücksichtigt – ganz ohne Risiko für die Gesundheit – zumindest was den Zimt betrifft.

Trotz der bekannten Risiken, müssen Hersteller bisher nicht deklarieren, welche Zimtsorte sie einsetzten. Hauptsächlich Fertigprodukte und Gewürzmischungen enthalten meist Cassia-Zimt. Dieser ist billiger und, so behaupten zahlreiche Hersteller, schmecke intensiver. Apotheken, Drogerien und Reformhäuser bieten dagegen den unbedenklichen Ceylon-Zimt an.

Quelle:

http://www.apotheken.de/news/article/zimt-ist-nicht-gleich-zimt/

Kommentar & Ergänzung:

Es ist tatsächlich ärgerlich, wenn pauschal vor „Zimt“ und „Zimtsternen“ gewarnt wird, ohne dass die Unterschiede im Cumarin-Gehalt von Cassia-Zimt (= Chinesischer Zimt, = Cinnamomum cassia, = Cinnamomum aromaticum) und Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) berücksichtigt werden.

Die gesundheitlichen Risiken rund um den Zimt fasst Wikipedia so zusammen:

„ In Zimt – vor allem im billigeren Cassia-Zimt (auch: chinesischer Zimt) – ist das als gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. In Fertigprodukten wird fast ausschließlich dieser aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt verarbeitet. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich erheblich: Während er bei dem Cassia-Zimt bei ca. 2 g Cumarin pro kg liegt, finden sich in der gleichen Menge Ceylon-Zimt nur ca. 0,02 g Cumarin.

Cumarin kann bei Einnahme in den Blutkreislauf Kopfschmerzen, Leberschäden, Leberentzündungen und, wie in wahrscheinlich nur bedingt auf den Menschen übertragbaren Tierversuchen mit Ratten festgestellt wurde, in sehr hohen Dosierungen sogar Krebs verursachen.

Bei Untersuchungen wurden, erstmals im Januar 2006, in Deutschland (Nordrhein-Westfalen) Zimtprodukte entdeckt, die den Höchstwert des Cumarinanteils, entsprechend der gültigen Aromenverordnung, um das 37-fache überschritten hatten. Im Juni 2006 warnte erstmals dann auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme vor dem Verzehr großer Mengen von Zimt und zimthaltigen Produkten: Schon bei Verzehr von 20 Gramm der höchstbelasteten Zimtsterne täglich (das entspricht bei vielen Marken einer Menge von drei Stück) über einen längeren Zeitraum werde die maximal tolerierbare Aufnahme bei Kleinkindern erreicht. Eine zweite Stellungnahme des BfR bezieht sich auf Zimtkapseln, die zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ II verkauft werden. Weitere Kontrollen wurden im Oktober 2006 vom Verbraucherministerium angekündigt. Hierbei wurden in Rheinland-Pfalz Zimtprodukte entdeckt, die 103 mg Cumarin pro Kilogramm aufwiesen, während der Höchstwert der Aromenverordnung nur 2 mg/kg beträgt (bis 1. November 2006 jedoch 67 mg/kg).

Nach einer Empfehlung des BfR sollten demnach „kleinere Kinder“ nicht mehr als 4 Zimtsterne, „größere Kinder“ nicht mehr als 6 Zimtsterne und Erwachsene maximal 8 Zimtsterne pro Tag zu sich nehmen. Zu beachten ist aber ferner, dass auch in vielen anderen Produkten, wie in Frühstücksprodukten, Lebkuchen, Puddings, Glühwein, diversen Teesorten, Gewürzmischungen (z. B. Curry) und sogar in Kosmetika Zimt enthalten sein kann. Dadurch sollte die Tagesration, entsprechend dem persönlichem Konsum derartig „belasteter“ Produkte, noch deutlich unter den Empfehlungen des BfR liegen.

Im häuslichen Bereich wird empfohlen, den teureren Ceylon-Zimt zu verwenden, der in Asia-Shops (hier bes. Tamil-Shops), Reformhäusern, Apotheken oder Drogeriemärkten bezogen werden kann und aufgrund des geringen Cumarin-Gehalts als unbedenklich gilt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wirft der Lebensmittelindustrie vor, aus Kostengründen den billigeren Cassia-Zimt anstelle des teureren Ceylon-Zimts einzusetzen. Die Lebensmittelindustrie bestreitet jedoch den Vorwurf mit dem Argument, dass Cassia-Zimt vor allem wegen seines hervorragenden Geschmacks eingesetzt werde. Auch überstehe das typische Zimtaroma den Backprozess besser. Weiterhin sei es schon aus mengenmäßigen Gründen nicht möglich, den Ceylon-Zimt zu verwenden, da dieser dafür zu selten sei.“

(Quelle: Wikipedia)

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Cumaringehalt von Zimt schwankt stark

Cumarin gilt als potenziell leberschädigend und ist im Zimt enthalten. Deutsche Wissenschaftler haben nun nachgewiesen, dass der Cumarin-Gehalt in Zimt enorm variiert, sogar wenn es vom selben Baum geerntet wird.

Als Zimt wird die getrocknete Rinde verschiedener, hauptsächlich in Asien beheimateter Bäume bezeichnet. Unterschieden wird dabei je nach Herkunft und Baumart zwischen Ceylon-Zimt (Cinnamomun verum) und Cassia-Zimt (chinesischer Zimt, Cinnamomum aromaticum). Cumarin kann in beiden Zimtarten vorkommen. In Cassia-Zimt ist der Cumarin-Gehalt allerdings meist deutlich höher: Rindenstücke von Cassia-Zimt enthalten bis zu 18 Mal mehr Cumarin als Ceylon-Zimtrindenstücke. Beim Zimtpulver ist die Differenz noch größer, hier übertrifft der Cassia-Zimt den Ceylon-Zimt in Sachen Cumarin um das bis zu 63-Fache. Das haben die Forscher bei der Analyse von 91 in deutschen Geschäften eingekauften Zimtproben herausgefunden.

Zwischen den einzelnen Cassia-Proben hat es starke Schwankungen gegeben. Um dies zu untersuchen, haben die Fachleute bei indonesischen Produzenten Cassia-Zimtrinde von fünf Bäumen bestellt. Die Analyse hat Differenzen nicht nur von Baum zu Baum belegt, sondern auch bei Proben von einem Baum. Je nachdem, an welcher Stelle die Rinde geerntet worden ist, kann sie Cumarin in unterschiedlicher Konzentration enthalten. Weitere Studien sollen nun klären, ob sich durch gezielten Anbau der Cumaringehalt im Cassia-Zimt reduzieren lassen kann. Über ihre Studienresultate berichten die Forscher jetzt im „Journal of Agricultural and Food Chemistry“ (http://dx.doi.org/10.1021/jf102112p).

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Cumarin bei dafür empfindlichen Menschen schon in kleinen Dosen zu Leberschäden führen kann. Diese sollen aber umkehrbar sein. Trotzdem ist Vorsicht geboten und die Fachleute empfehlen den Verbrauchern, zimthaltige Lebensmittel massvoll zu konsumieren, gerade in der Adventszeit (www.bfr.bund.de/cd/8439).

Quelle:

http://de.news.yahoo.com/12/20101105/thl-cumaringehalt-von-zimt-variiert-star-d343981.html

Kommentar & Ergänzung:

Pauschale Warnungen vor Zimt geistern immer wieder vor allem in der Vorweihnachtszeit herum. Dabei wird meist nicht unterschieden zwischen Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt. Dass diese Unterscheidung wichtig ist, zeigt diese Untersuchung. Die Schlussfolgerung daraus kann meines Erachtens nur lauten, wo immer möglich den Ceylon-Zimt vorzuziehen. Und Zimtsterne jedenfalls lasse ich mir nicht nehmen.

Zimt wird seit einiger Zeit in der Phytotherapie als Heilpflanze bei Diabetes kontrovers diskutiert.

Siehe:

Pflanzenheilkunde: Zimt gegen Diabetes kontrovers beurteilt

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pflanzenheilkunde: Zimt gegen Diabetes kontrovers beurteilt

Zimt wird seit einiger Zeit als Heilmittel gegen Diabetes („Zuckerkrankheit“) empfohlen, gleichzeitig aber auch sehr  kontrovers beurteilt. Dabei fällt auf, dass sowohl Befürworter als auch Skeptiker der Zimt-Anwendung ziemlich undifferenziert  Stellung nehmen.

Im Internet und in Kreisen der Komplementärmedizin wird Zimt zum Teil ohne jede Einschränkung als Diabetes-Heilmittel propagiert. Absurderweise wird sogar Einlagesohlen mit Zimt eine Wirksamkeit gegen Diabetes zugeschrieben.
Andererseits ist auch die Kritik an der Verwendung von Zimt gegen Diabetes meist ziemlich undifferenziert.

In der „Welt“ (online 28. April 2010) kommt Prof. Rüdiger Landgraf von der Deutschen Diabetes-Stiftung in Düsseldorf zu Wort.

„In Online-Foren wird heiß diskutiert, welche Wundermittel gegen Diabetes die Natur bereithält. Ob Zimt, Grüner Tee oder spezielle japanische Heilpilze: ‚Es gibt bis heute noch keine Studien, die die positiven Wirkungen belegen’, sagt Landgraf. Er warnt besonders vor der Dauereinnahme von Zimt: ‚Es gibt keine Dosierungsempfehlung. Außerdem kann Zimt auf Dauer die Leber schädigen und sogar das Krebsrisiko erhöhen.’“

Zu präzisieren wäre da: Es gibt durchaus positive Zimt-Studien, doch ist die Wirksamkeit gegen Diabetes nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin tatsächlich nicht belegt.
Eine gute Zusammenfassung findet sich bei Wikipedia im Artikel über ZImt (Literaturangaben dort):

„Eine mögliche blutzuckersenkende Wirkung von Zimt in frühen Stadien des Diabetes mellitus wird in der modernen Medizin kontrovers diskutiert. In einer ersten Pilotstudie wurde die Wirksamkeit größerer Dosen Zimt (1–6 Gramm) auf Blutzucker- und Blutfettwerte untersucht. Hier konnte eine mögliche Senkung des Nüchternblutzuckers, der Triglyceride, des Gesamt- und des LDL-Cholesterins beobachtet werden. In einer weiteren Studie an 79 Patienten konnte eine Senkung des Blutzuckerspiegels, aber nicht des als „Langzeitblutzuckerspiegel“ geltenden HbA1c-Werts und der Blutfettwerte beobachtet werden. Ein Wirksamkeitsnachweis der Anwendung von Zimt bei Diabetes mellitus nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin steht noch aus.“

Es gibt experimentelle und klinische Hinweise auf eine Wirksamkeit von Zimt, aber keine eindeutigen Belege.
Zur Diskussion steht aufgrund des gegenwärtigen Wissensstand nur der Diabetes-Typ-2, nicht der Diabetes-Typ1.

Die Warnung vor Langzeiteinnahme müsste differenziert werden. Heikel ist aufgrund des hohen Cumaringehalts der chinesische Zimt. Wikipedia dazu:

„In Zimt – vor allem im billigeren Cassia-Zimt (auch: chinesischer Zimt) – ist das als gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. In Fertigprodukten wird fast ausschließlich dieser aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt verarbeitet. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich erheblich: Während er bei dem Cassia-Zimt bei ca. 2 g Cumarin pro kg liegt, finden sich in der gleichen Menge Ceylon-Zimt nur ca. 0,02 g Cumarin.
Cumarin kann bei Einnahme in den Blutkreislauf Kopfschmerzen, Leberschäden, Leberentzündungen und, wie in wahrscheinlich nur bedingt auf den Menschen übertragbaren Tierversuchen mit Ratten festgestellt wurde, in sehr hohen Dosierungen sogar Krebs verursachen.“

Im „Leitfaden Phytotherapie“ (2007) schreiben Heinz Schilcher / Susanne Kammerer / Tankred Wegener:
„Der Ceylonzimt besitzt gegenüber dem chinesischen Zimt ein runderes Aroma, enthält keine oder nur in Spuren Cumarine und ist daher auch die verwendete Arzneibuchzimtrinde. Mit Ceylonzimt werden die erlaubten 0,1 mg Cumarin / kgKG nicht überschritten. Als Nahrungsergänzungsmittel zur begleiteten Diät bei Diabetes mellitus sollten nur wässrige Extrakte des Ceylonzimts verwendet werden.“

Im „Leitfaden Phytotherapie“ gibt es eine vorsichtige Empfehlung von Zimt zur unterstützenden Behandlung bei Diabetes.
Andere Phytotherapie-Fachautoren sind aber skeptischer, zum Beispiel Karl Hiller & Dieter Löw (in Max Wichtl, Teedrogen und Phytopharmaka, 2009):

„Eine blutzuckersenkende Wirkung von wasserlöslichen Inhaltsstoffen der Zimtrinde ist zwar wahrscheinlich, doch reichen die bisherigen Befunde nicht aus, die Anwendung als Antidiabetikum zu empfehlen, hierzu bedarf es noch wesentlich umfangreicherer klinischer Studien, sowohl bezüglich der Patientenzahlen als auch der untersuchten Parameter.“

Es gibt also noch viele offene Fragen zur Anwendung von Zimt bei Diabetes. Unkritische Zimt-Propaganda scheint mir daher genauso wenig angebracht wie fundamental-undifferenzierte Verdammung.

Sehr wichtig im Beitrag auf www.welt.de scheint mir folgender Hinweis:

„Statt auf die Rettung durch Nahrungsergänzungsmittel zu hoffen, sollten Diabetiker regelmäßig in die Sportschuhe schlüpfen. Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen.“

Die Hoffnung auf irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel aus Zimt, Grüntee oder anderem kann die notwendigen Umstellungen im Lebensstil nicht ersetzen.
Professor Thomas Haak vom Diabetes Zentrum Mergentheim erklärt dazu: „Bewegung ist neben der Ernährung die wichtigste Säule der Therapie.“
Je nach Konstitution und Gewicht solle unter ärztlicher Anleitung ein Trainingsplan erstellt werden. „Stark übergewichtige Menschen müssen natürlich langsam anfangen.“

Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article7373687/Diabetes-auch-ohne-Medikamente-behandelbar.html

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Phytotherapie: Zimt regt den Magen an

Wie zahlreiche andere weihnachtliche Gewürze ist auch Zimt eine alte Heilpflanze, die bei Erkältungskrankheiten und Verdauungsbeschwerden wirksam ist. Das seien genau jene Beschwerden, welche in der Winterzeit besonders oft auftreten.

Das erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin an der Universität Würzburg. Und er ergänzt: «Vielleicht ist es ein Zeichen der Weisheit unserer Vorfahren, genau diese Kräuter und Gewürze in der Zeit der Jahreswende vermehrt einzusetzen.»
Früher seien die Gewürze in den Lebensmitteln allerdings erheblich höher dosiert gewesen, sagt der Experte.

Zimt wird gewonnen aus der Rinde verschiedener Lauraceen (Lorbeerbaumgewächse). Zu den wichtigsten Wirkstoffen des Zimts zählt das ätherische Öl mit den Hauptkomponenten Zimtaldehyd, Eugenol und Thymol, erklärt der Forscher. Daneben spielten auch Cumarin sowie Gerbstoffe und Schleimstoffe eine Rolle.

Verschiedene Anwendungsbereiche von Zimtrinde sind wissenschaftlich anerkannt. Zum Einsatz kommt Zimt als Heilpflanze unter anderem gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Völlegefühl, Darmträgheit und Aufstoßen. Zimt und das daraus gewonnene ätherische Zimtöl regen die Muskeltätigkeit im Magen-Darm-Bereich an und können wahrscheinlich die Magensaftproduktion erhöhen. Sie hemmen zudem das Wachstum und die Sporenbildung von Pilzen.
Die Dosis sollte zwei bis fünf Gramm pro Tag nicht überschreiten. Bei Magengeschwüren und Darmgeschwüren sowie in der Schwangerschaft sollte Zimt nicht als Arzneimittel verwendet werden.

Quelle:
http://de.news.yahoo.com/

Kommentar & Ergänzung:

Grundsätzliches zu Infos über Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

Die Pressemitteilungen der “Forschergruppe Klostermedizin” freuen mich immer wieder aufs Neue.
In ihnen zeigt sich Interesse an der Tradition der Pflanzenheilkunde und Respekt vor dieser Tradition.
Gleichzeitig sind sie aber auch auf dem Stand des Wissens aus der Sicht moderner Phytotherapie. Sie schwadronieren also nicht mit wilden Behauptungen und Versprechungen herum, wie das in Publikationen zu solchen Themen leider oft geschieht.

Damit unterscheiden sie sich wohltuend von vielen Veröffentlichungen aus den Bereichen Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde. Im Internet, aber auch in Büchern und Zeitschriften findet man nämlich immer wieder eine blinde Gläubigkeit gegenüber tatsächlichen oder angeblichen Traditionen, ohne Verständnis für den historischen Kontext.
Es ist jedoch sehr fragwürdig, wenn zum Beispiel ein Zitat der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) quasi mit der “Word”-Funktion “ausschneiden” aus dem Kontext gerissen und mit “einfügen” ins Jahr 2009 transplantiert wird.
Die Forschergruppe Klostermedizin dagegen hat das nötige historische Wissen, um traditionelle Rezepturen der Pflanzenheilkunde in ihrem geschichtlichen Kontext zu verstehen.

Ergänzendes zum Zimt:

– Im Gewürzhandel wird unterschieden zwischen dem in Sri Lanka heimischen Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum J. S. Presl) und dem etwas schärfer würzenden, aus China stammenden Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia).
Vor allem im billigeren Cassia-Zimt ist das als gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. In Fertigprodukten wird oft dieser aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt verarbeitet. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich stark: Während er bei dem Cassia-Zimt bei ca. 2 g Cumarin pro kg liegt, sind in der gleichen Menge Ceylon-Zimt nur ca. 0,02 g Cumarin enthalten. Wird Zimt als Heilpflanze eingesetzt, empfiehlt sich daher die Verwendung von Ceylon-Zimt.

– Eine mögliche blutzuckersenkende Wirkung von Zimt in frühen Stadien des Diabetes mellitus Typ II wird seit einiger Zeit kontrovers diskutiert und in der Laienpresse beworben.
In Laboruntersuchungen zeigte ein Inhaltsstoff der Zimtrinde (Methylhydroxychalcon-Polymer, MHCP) eine insulinmimetische Wirkung.
In einer ersten Pilotstudie wurde die Wirksamkeit größerer Dosen Zimt (1-6 Gramm) auf Blutzucker- und Blutfettwerte untersucht, wobei eine mögliche Senkung des Nüchternblutzuckers, der Triglyceride, des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins beobachtet werden konnte. In einer weiteren Studie an 79 Patienten konnte eine Senkung des Blutzuckerspiegels, nicht jedoch des als „Langzeitblutzuckerspiegel“ geltenden HbA1c-Werts und der Blutfettwerte beobachtet werden. Ein Wirksamkeitsnachweis der Anwendung von Zimt bei Diabetes mellitus nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin ist aber noch nicht erbracht. Dazu wären weitere Studien mit positivem Effekt nötig.
(Quellen: Wikipedia, Heilpflanzenlexikon von Dietrich Frohne, Deutscher Apotheker Verlag 2006)

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