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Äpfel, Salat und Minzblätter reduzieren Knoblauchgeruch

Schon ein Apfel oder etwas Kopfsalat als Nachtisch vermindern den Knoblauchgeruch in der Atemluft deutlich, wie ein Experiment gezeigt hat. Sie enthalten Enzyme und Phenole, die die ungewünschten Geruchsstoffe zerstören.

Für ihre Untersuchung gaben Rita Mirondo und Sheryl Barringer von der Ohio State University in Columbus den Testpersonen zunächst drei Gramm Knoblauchzehen zum Kauen. Unmittelbar anschliessend sollten die Probanden andere Nahrungsmittel konsumieren, darunter Äpfel, Salat und Minzblätter, die jeweils roh, gekocht oder als Saft zubereitet waren. Außerdem untersucht wurden Grüntee und als Kontrolle Wasser.

Um herauszufinden wie sich dieser Nachtisch auf den Mundgeruch auswirkt, untersuchten die Wissenschaftler die Ausatemluft der Versuchspersonen auf verschiedene Disulfide und Mercaptan – die Stoffe, die den charakteristischen Knoblauchatem ausmachen.

Die Resultate zeigten, dass roher Apfel, Salat und Minzblätter die flüchtigen Substanzen in der Atemluft bereits 30 Minuten nach dem Verzehr um mindestens 50 Prozent verminderten. Die Minzblätter überdeckten die Geruchsstoffe am wirksamsten.

Sheryl Barringer rät deshalb:

„Wenn jemand sich Gedanken um den Knoblauchatem macht, würde ich deswegen sagen: Iss rohe Äpfel oder rohe Minze. Beide wirken sehr effektiv gegen den Mundgeruch.“

Auch Apfelsaft und Minzsaft reduzierten zwar die unangenehmen Geruchsstoffe, allerdings war der Effekt geringer als beim Kauen von rohem Apfel oder Minze. Gekochte Äpfel und gekochte Salatblätter verbesserten den Atem ebenfalls.

Nur der Grüntee zeigte als einziges getestetes Lebensmittel keinen Effekt auf den Knoblauchatem.

Die Wissenschafter nehmen an, dass zwei Mechanismen den Knoblauchgeruch überdecken.

Erstens Enzyme aus dem rohen Obst und Gemüse, die helfen, die Geruchsstoffe zu zerstören. Zweitens Polyphenole, die im rohen und erhitzten Obst und Gemüse enthalten sind und dafür sorgen, dass die flüchtigen Verbindungen des Knoblauchs zerstört werden.

Das erklärt auch, weshalb die rohen Nahrungsmittel am wirksamsten gegen Knoblauchatem helfen: Sie enthalten sowohl die Enzyme als auch die Polyphenole.

Als nächsten Schritt wollen die Forscher noch intensiver nach den optimalen Typen von Phenolen, den Wirkstoffmengen und den Enzymen suchen. Denn dann könnte man zum Beispiel eine Pille zur Reduktion des Knoblauchgeruchs herstellen.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20661-2016-09-26.html

Journal of Food Science, 2016 (doi: 10.1111/1750-3841.13439)

Institute of Food Technologists (IFT), 26.09.2016

Hier geht’s zur Originalpublikation mit weiteren interessanten Informationen über die Knoblauchgeruchsstoffe (englisch):

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1750-3841.13439/full

 

Kommentar & Ergänzung:

Knoblauch ist nicht nur ein wichtiges Gewürz, sondern auch eine sehr alte Kulturpflanze und Heilpflanze. Wegen dem starken Duft und wohl auch seinen antimikrobiellen Eigenschaften wurde Knoblauch früher gegen Infektionskrankheiten eingesetzt. Heute kommt er vor allem im Bereich des Kreislaufs zur Anwendung. Er soll eine mild blutdrucksenkende und mild cholesterinsenkende Wirkung haben und die Thrombozytenaggregation hemmen (Verbesserung der Blutfliesseigenschaften).

Das braucht aber Anwendung über längere Zeit und in ziemlich hohen Dosen, was auch geruchlich bedingte soziale Nebenwirkungen auslösen kann (Einsamkeit!).

Darum ist es natürlich sehr interessant, wenn Möglichkeiten erforscht werden, um den Knoblauchgeruch zu vermindern. Aber: Es spricht viel dafür, dass die schwefelhaltigen Substanzen, die den Knoblauchgeruch auslösen, auch wesentlich für die Wirksamkeit verantwortlich sind. Isst man Knoblauch aus kulinarischen Gründen, man eine Reduktion des Knoblauchgeruchs in der Atemluft erwünscht sein. Nimmt man den Knoblauch aber als Heilpflanze ein, könnte eine Reduktion des Knoblauchgeruchs durch Reduktion der schwefelhaltigen Substanzen auf Kosten der Wirksamkeit gehen.

Es spricht viel dafür, dass man um den Knoblauchgeruch nicht herum kommt, wenn man von der Knoblaucheinnahme eine Heilwirkung erwartet. Gegen die sozialen Nebenwirkungen hilft dann wohl am ehesten „Familientherapie“).

Bei den im Text erwähnten Minzblättern handelt es sich übrigens um „spearmint leaves“ (Mentha spicata), zu deutsch Krauseminze oder Grüne Minze). Sie ist eine der bekanntesten Minzen-Arten überhaupt und Basis für zahlreiche industrielle Produkte, wie beispielweise Zahnpasten, Kaugummis (Spearmint) und Süßigkeiten. Krauseminze enthält im ätherischen etwas 50% Carvon und unterscheidet sich damit fundamental von ätherischen Öl in der Pfefferminze, das hauptsächlich aus Menthol besteht. Carvon ist auch der Hauptbestandteil von Kümmelöl.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Arzneipflanze des Jahres 2016: Kümmel (Carum carvi)

Kümmel ist bekannt als Gewürz, doch die Pflanze hat auch interessante und wertvolle Heilwirkungen:

Kümmeltee und Kümmelöl können Krämpfe im Verdauungstrakt lösen und Blähungen und Völlegefühl vertreiben.

Nun wurde der Echte Kümmel (Carum carvi) zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gekürt.

«Kümmel ist ein sehr gutes Mittel gegen Reizdarmbeschwerden, wenn man es über magensaftresistente Kapseln nimmt. Als Tee kann Kümmel auch bei leichteren Beschwerden wirken», erklärt der Medizinhistoriker Johannes Gottfried Mayer anlässlich der Präsentation der „Arzneipflanze des Jahres“ in Würzburg.

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg „ernennt“ jedes Jahr eine andere anerkannte Heilpflanze zur „Arzneipflanze des Jahres“.

Die wissenschaftliche Bedeutung der Arzneipflanzen als wirksame Medizin soll damit stärker ins Bewusstsein gerückt werden. «Wir wollen zeigen, dass es Pflanzen auf der Seite Arzneimittel gibt, die mit synthetischen Medikamenten mithalten können und zudem weniger Nebenwirkungen haben», erklärt Johannes Gottfried Mayer weiter.

Kümmel ist wohl eine der ältesten Gewürz- und Heilpflanzen in Europa. Verwendet werden die Früchte der Pflanze, die hauptsächlich in Deutschland, den Niederlanden, Polen und Ägypten angebaut wird.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=60174

Kommentar & Ergänzung:

Kümmel wird nicht nur angebaut. Die Pflanze kommt insbesondere in mittleren und höheren Lagen des Berglandes auch wild vor. Wer Kümmel in der Natur kennenlernen will, kann das also auf vielen meiner Kräuterwanderungen in den Bergen tun.

Kümmel als Gewürz ist vielen Menschen ein Begriff, aber wie die Pflanze aussieht und wo sie wächst, das wissen nur wenige.

So sieht Kümmel aus: Foto auf Wikipedia

Kümmel gehört allerdings zu den Doldenblütlern (Apiaceae) und die sind oftmals nicht ganz einfach botanisch zu bestimmen. Kümmel kommt beispielsweise mit rötlicher oder mit weisser Blütenfarbe vor, was auch auf andere Doldenblütler zutrifft (z. B. auf die Grosse Bibernelle, Pimpinella major). So muss man jedenfalls genau hinschauen, wenn man sicher sein will.

Das ätherische Kümmelöl besteht zu etwa 50 – 65 % aus Carvon, das eine hemmende Wirkung auf das Wachstum verschiedener Bakterien und Pilze hat. Könnte man zum Beispiel gegen Fusspilz versuchen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Dill (Anethum graveolens) als Gewürz und Heilpflanze

Die Zeitschrift „Phytotherapie“ publizierte vor kurzem einen informativen Beitrag zu Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten von Dill, einer alten Heilpflanze, die heute vor allem als Gewürz verwendet wird. Nachfolgend eine Zusammenfassung.

Die historischen Angaben zur medizinische Nutzung des Dills bei Albertus Magnus (1200 – 1280) und Paracelsus (1493 – 1541) gleichen sich weitgehend. Dill wird empfohlen als Karminativum (gegen Blähungen), Stomachikum (magenstärkendes Mittel), Galaktagogum (milchbildungsförderndes Mittel), Schmerzmittel, gegen Übelkeit, Mundgeruch, Hämorrhoiden, Kondylome und Schlaflosigkeit. Auf die weitverbreitete Nutzung des Dills verweist die Bemerkung, dass er »allen luten sy wolbekant« in einem der ersten gedruckten Kräuterbücher, dem Gart der Gesundheit (1485). Dem aromatischen Geruch verdankt der Dill seinen Ruf als Pestpflanze. So wurden die Früchte in Peststuben geräuchert und innerlich als Bestandteil des Tugendpulvers, als Roborans (Kräftigungsmittel) und Pesttherapeutikum verwendet.

Gegenwärtig wird Dill nur noch selten in der westlichen Phytotherapie genutzt, meist in Form von Dillwasser oder Sirup als Karminativum für Kinder, hauptsächlich in Großbritannien. In der Volksmedizin wurde Dill gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt: Hämorrhoiden (als Presssaft), Skorbut (Vitamin-C-Gehalt des Krautes!), die Früchte gegen Zyklusstörungen und Erbrechen, das Kraut gegen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Niere, Harnwege, bei Schlafstörungen und Krämpfen, außerdem bei Tumoren, Kondylomen, Indurationen, Husten, Schluckauf, Bauchschmerzen, Brustgeschwüren, Prellungen, Wassersucht, Gelbsucht und als Diuretikum. Als Galaktagogum wird Dilltee auch heute noch angewendet.

Inhaltsstoffe

Ein großer Teil der Dill-Produktion wird für die industrielle Herstellung von eingelegtem Gemüse genutzt, vor allem von Gurken. Dillkraut enthält getrocknet 0,12 – 1,9% ätherisches Öl mit 6- 44% (+)-Carvon, Limonen, Dillether und Myristicin. Neben anderen Komponenten sind hauptsächlich Dillether, α-Phellandren, Limonen und Myristicin für das charakteristische Dillaroma verantwortlich. Die Zusammensetzung des ätherischen Öls, vor allem dessen Gehalt an (+)-Carvon schwankt stark. Außerdem enthält das Kraut Flavonolglykoside mit Quercetin und Isorhamnetin als Aglyka und es wurde Scopoletin nachgewiesen.

Dillfrüchte enthalten 2,5 – 4% ätherisches Öl. Es besteht im Wesentlichen aus (+)-Carvon, (+)-Limonen und α- Phellandren.

Ausserdem enthalten Dillfrüchte Furano- und Hydroxycumarine wie Bergapten und Umbelliferon, Flavonolglykoside, die sich vom Kämpferol, Isorhamnetin und Quercetin ableiten, sowie 10–20% fettes Öl.

Durch Wasserdampfdestillation der getrockneten Samen gewinnt man das schwach gelbe, kümmelähnlich riechende Dillöl (Anethi aetheroleum).

Wirkungen

Aus der Dillpflanze hergestellte Arzneimittel werden heute in der westlichen Medizin nur noch selten angewendet. Wissenschaftlich anerkannt ist der Einsatz von Dillfrüchten (Anethi fructus) Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Bescherden). Sie wirken krampflösend auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts und schützen die Magenschleimhaut Auch in der vietnamesischen Medizin wird der Dill bei Darmkrankheiten eingesetzt. Die Kommission E bewertete den Einsatz bei dyspeptischen Beschwerden als positiv, jedoch kommt den Kümmelfrüchten durch ihre stärkere Wirkung auch eine größere Bedeutung zu. Dillfrüchte sind aber bei Blähungen, Völlegefühl und ähnlichen Verdauungsbeschwerden eine Alternative für Menschen mit einer Abneigung gegen den Kümmelgeschmack.

Die im ätherischen Öl von Dillkraut (Anethi herba) vorkommenden (+)-Carvon, Dillether und Limonen führen im Tierversuch zu einem Anstieg der Glutathion-S-Transferase in der Leber und der Dünndarmschleimhaut Dieses Enzym spielt bei der Entgiftung von organischen Substanzen im Körper eine bedeutende Rolle.

Durch viele Studien sind die antibakteriellen und fungistatischen Effekte des ätherischen Öls der Früchte und des Krautes belegt. Die antimikrobielle Aktivität einiger Inhaltsstoffe des Dills könnte ein Grund für dessen vielseitige Verwendung als Gewürz sein, da dadurch die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängert wird.

Das fruchtreife oberirdische Dillkraut entfaltet insektizide ( = insektentötende) und repellierende ( = insektenvertreibende) Wirkungen, u.a. durch die im ätherischen Öl enthaltenen Myristicin und Dillapiol.

Quelle:

Zeitschrift für Phytotherapie Nr. 5/2013

Online

http://dx.doi.org/10.1055/s-0033-1349763

Kommentar & Ergänzung:

Von der Wirkung her gehört Dill in die Nähe von Fenchel, Kümmel und Anis. Er gilt in der Wirkung gegen Verdauungsbeschwerden aber als schwächer. Eine Wirksamkeit als Galaktagogum ist nicht belegt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie / Aromatherapie: Carvon als Bestandteil von ätherischen Ölen

Carvon ist ein monocyclisches Monoterpen-Keton und findet sich als Bestandteil von ätherischen Ölen.

Carvon kommt in zwei Varianten vor:

– das (S)-(+)-Carvon

[auch als D-(+)-Carvon oder kurz (+)-Carvon bezeichnet]

Es hat den typischen Geruch nach Kümmel und kommt vor in Kümmelöl, Dillöl und Mandarinenschalenöl.

– das (R)-(−)-Carvon

[auch als L-(−)-Carvon oder kurz (−)-Carvon bezeichnet]

Es riecht nach Krauseminze und ist zu finden im Krauseminzöl und Kuromojiöl. Es ist allergieauslösend.

Ingwergrasöl enthält beide Varianten des Carvons.

Zur Wirkung von Carvon:

Carvon wirkt günstig bei verstärkter Gasbildung und Gasansammlung im Verdauungstrakt. Kümmelöl ist ein Karminativum (= Mittel gegen Blähungen) und hat daher schon lange seinen Platz Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde und Phytotherapie inne. Es wirkt krampflösend und aktiviert die Funktion der Verdauungsdrüsen. Kümmeltee oder Kümmeltinktur können gegen Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen und leichte krampfartige Magen-Darmstörungen eingesetzt werden. Kümmelfrüchte kann man jedoch auch direkt kauen.

Falls Sie mehr erfahren möchten über ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe von Heilpflanzen, bekommen Sie dazu fundierte, gut verständliche Informationen in meinen Ausbildungen, Weiterbildungen und Kursen. Einen Überblick dazu gibt es hier im Kurskalender.

Weitere interessante Infos zu Carvon, Kümmel, Dill und Co.:

Sind Kreuzkümmel und Kümmel verwandt?

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde: Dillfrüchte (Anethum graveolens)

Kümmeltee gegen Blähungen

Kümmelöl: Bauchmassagen gegen Krämpfe und Blähungen bei Säuglingen und Kleinkindern

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Kümmelöl für Bauchmassagen gegen Krämpfe und Blähungen bei Säuglingen und Kleinkindern

Bei Krämpfen und Blähungen von Säuglingen und Kleinkindern wird häufig Fencheltee oder Kamillentee angewendet. Eine Alternative oder Ergänzung ist die Bauchmassage mit Kümmelöl:

10 bis 15 Tropfen einer zehnprozentigen Lösung des Kümmelöls in einem fetten Öl, beispielsweise in Olivenöl, lindern bei Kleinkindern und Säuglingen Blähungen und Krämpfe, wenn sie mit kreisenden Bewegungen in der Nabelgegend einmassiert werden.

Woraus besteht Kümmelöl?

Kümmelöl stammt aus den Früchten des Wiesen-Kümmels (Carum carvi). Die altbewährte Gewürz- und Heilpflanze wächst bei uns in den Bergen recht häufig.

Wer Kümmel in Natura kennenlernen möchte, kann das auf vielen meiner Bergexkursionen.

Kümmelöl enthält als Hauptbestandteile Carvon (40-66 %) und Limonen (bis 50 %).

Carvon kommt auch vor im Dillöl, im Krauseminzenöl und im Mandarinenöl.

Limonen ist das in Pflanzen am häufigsten vorkommende Monoterpen und ist neben dem Kümmelöl zum Beispiel auch zu finden in Pomeranzenschalenöl, in Dillöl, in Korianderöl, in Zitronenöl und in Orangenöl.

Limonen dient in der Industrie als preiswerter Duftstoff und wird auch verwendet als Ausgangsstoff für die Synthese von Dronabinol (synthetisches THC).

Zu Dronabinol siehe:

Cannabis als Heilmittel zulassen

Dronabinol (THC) vermindert Dickdarmbewegungen bei Reizdarmpatienten

Tschechien: Cannabis bald in Apotheken erlaubt

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Sind Kreuzkümmel und Kümmel verwandt?

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) und Echter Kümmel (Carum carvi) sind insofern verwandt, als sie zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, zu den Doldenblütlern (Apiaceen).

Allerdings umfasst diese Pflanzenfamilie rund 3780 Pflanzenarten, so dass die Verwandtschaft nicht so eng sein wird.

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum, Bild auf Wikipedia) wird seit langem als Gewürz verwendet. Wobei die getrockneten Früchte der Pflanze verwendet werden. Die Bezeichnung „Kreuzkümmel“ kommt vom kreuzförmigen Blattstand der Pflanze und dem kümmelähnlichen Aussehen der getrockneten Früchte. Der Geschmack von Kümmel und Kreuzkümmel ist allerdings sehr unterschiedlich, obwohl beide zur Familie der Doldenblütler gehören.

Kreuzkümmel war im Alten Ägypten und im Römischen Reich  als Gewürz- und Heilpflanze beliebt. In Europa wurde er hauptsächlich zu Heilzwecken bis ins Mittelalter kultiviert. Heute wird er vor allem angebaut  in Indien, Iran, Indonesien, China und im südlichen Mittelmeerraum.

Kreuzkümmel besitzt einen intensiven, charakteristischen Geschmack, der von dem im ätherischen Öl enthaltenen Cuminal (p-Isopropylbenzaldehyd) stammt und sich durch die Hitze beim Braten oder Kochen deutlich verändert.

Eine wichtige Rolle spielt Kreuzkümmel in den Küchen Nordafrikas, der Türkei, Griechenlands und des Nahen Ostens, Irans, Indiens, Brasiliens und Mexikos. In Bulgarien und der Türkei wird er als Gewürz für Grillfleischspezialitäten, oder Dauerwürsten wie bspw. Sucuk oder Pastırma verwendet.

In den Niederlanden und in Flandern wird  Kreuzkümmelkäse als bekannte Spezialität geschätzt.

Ein charakteristisches Gericht mit intensivem Kreuzkümmelaroma ist Falafel. Das indische Garam masala enthält immer Kreuzkümmel, oft auch das daraus abgeleitete Currypulver. Auch handelsübliche Gewürzmischungen für Chili con Carne enthalten Kreuzkümmel in bedeutenden Mengen. Der Kreuzkümmel wird besonders häufig mit Koriander kombiniert.

(Quelle: Wikipedia)

Die Heilwirkungen des Kreuzkümmels sind nicht fundiert geklärt.

Das ätherische Öl dürfte wohl ähnlich wie das  echte Kümmel Blähungen lindern. Im Labor zeigt Kreuzkümmel eine Wirkung gegen verschiedene Pilze.

In der Volksheilkunde wurde die Pflanze vor allem gegen Blähungen, Magenbeschwerden, Durchfall und Koliken eingesetzt. In der indischen Medizin als Abortivum (Abtreibungsmittel), bei Nierensteinen und Blasensteinen, chronischem Durchfall, Lepra und Augenerkrankungen.

Echter Kümmel (Carum carvi)

Der Echte Kümmel (Bild auf Wikipedia) wächst bei uns als einheimische Wildpflanze. Vor allem auf Bergwiesen und Weiden findet man die Pflanze häufig. Kümmelfrüchte enthalten ein ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Carvon.

Kümmel wird verwendet bei Blähungen, Völlegefühl und krampfartigen Beschwerden im Verdauungstrakt. Im Labor wirkt Carvon bzw. Kümmelöl gegen Bakterien und Hautpilze.

Kümmelöl kann daher gegen Fusspilz verwendet werden.

Und natürlich ist auch der Echte Kümmel ein bedeutendes Gewürz:

„ Kümmel ist ein klassisches Gewürz zu schweren Speisen, Brot wie der Schwäbischen Seele und zu Pellkartoffeln. Die Blätter des Kümmels haben einen milden Petersilien-Dill-Geschmack, der gut zu Suppen und Salaten passt. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Die Früchte (Doppelachänen) sind besonders in der jüdischen, nord- und osteuropäischen Küche beliebt und werden dort als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch, Kohl, Käse, geschmorte Äpfel und Spirituosen verwendet. Der Kimmicher, ein Traditionsgebäck aus Reutlingen, ist ein Brötchen aus einem Teig mit viel Kümmel. Ganzer Kümmel verliert bei sorgfältiger Lagerung über einen Zeitraum bis zu vier Jahren kaum an Aroma und Qualität.

Aus Kümmel werden Schnaps (Aquavit) und Likör (z. B. Allasch) hergestellt. Kümmellikör wird vor allem stark gekühlt als Digestif getrunken. In Norddeutschland trinkt man einen Kümmelschnaps, plattdeutsch Köm genannt. Im hessischen Schlitzerland wird der 35%ige Schlitzer Burgenkümmel getrunken. Bekannter Hersteller war J. A. Gilka, der den „Kaiser-Kümmel“ brannte, welcher am Wiener Hof getrunken wurde.“

Quelle: Wikipedia

Fazit: Kreuzkümmel und Kümmel sind sehr unterschiedlich ind er Zusamensetzung, berühren sich aber punkto Wirkung im Bereich Blähungen und Völlegefühl.

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Pflanzenheilkunde / Phytotherapie: Dillfrüchte (Anethum graveolens)

Dill (Anethum graveolens) zählt zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Pflanze stammt ursprünglich aus Vorderasien, wird heute aber weltweit angebaut. Dill ist im deutschsprachigen Gebiet eines der meistkultiverten Gewürze.

In der Phytotherapie wird Dill selten genutzt. Die Pflanze ist aber verwandt mit Kümmel, Fenchel und Anis.

Dillfrüchte (und auch Dillkraut) enthalten ein ätherisches Öl, das als Hauptkomponente Carvon enthält. Carvon ist ebenfalls Hauptbestandteil im Kümmelöl.

Aus dieser Verwandtschaft kann man schliessen, dass Dillfrüchte ähnlich wie Kümmelfrüchte und Fenchelfrüchte bei Blähungen und Völlegefühl nützlich sind.

Dillfrüchte kommen daher manchmal in Verdauungstees vor.

Als Gewürzpflanze ist Dill vielseitig anwendbar und beliebt. Er wird für Salate genutzt. In Saucen auf Grundlage von Salatöl, Joghurt, Quark und in Gewürzbutter wird er gerne verwendet und eignet sich als Brotaufstrich. Ausserdem dient Dill auch zum Würzen von Fisch- und Fleischspeisen. Durch Destillation lässt sich Dillöl gewinnen, auch für die Likörindustrie. Frisch und getrocknet kann es auch für Konserven und für Kräuteressenzen eingesetzt werden. Dillblätter und Dill-Blütendolden sind ein bedeutendes Gewürz für Gewürzgurken, hauptsächlich für Salz-Dill-Gurken. Meist werden die Dillspitzen in frischem, getrocknetem, tiefgefrorenem oder gefriergetrocknetem Zustand genutzt. Seltener wird das Dillkraut (das junge Kraut) oder die ganze oberirdische Pflanze eingesetzt. Das frische Dillkraut hat den besten Geschmack und kann auch auf gegarte Kartoffeln gestreut werden.

In der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde verwendet man allerdings nicht Dillkraut, sondern Dillfrüchte.

Dill hatte früher wohl grössere Bedeutung als Heilpflanzen im Vergleich zur Gegenwart. Bereits im alten Ägypten wurde die Pflanze  als Küchenkraut und Arzneipflanze angebaut. Griechische und römische Autoren der Antike erwähnen ihn vielfach. Dioskurides schrieb, eine Abkochung der Früchte fördere die Milchbildung, lindere Leibschmerzen, vertreibe Blähungen, stille Erbrechen und treibe den Harn, schwäche jedoch bei andauerndem Gebrauch die Sehkraft. Dill ist auch im Klosterplan des Klosters St. Gallen verzeichnet.

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Blick ins Pflanzenlexikon: Pfefferminze und andere Minzen

An Kursen werde ich immer wieder einmal gefragt, ob andere Minzen genauso wirken wie die Pfefferminze (Mentha piperita).

Das ist keine einfache Frage, denn als Heilpflanze gilt in der Phytotherapie und auch im Arzneibuch die Pfefferminze (Mentha piperita). Die Wirkung anderer Minzenarten ist nur ungenügend dokumentiert.

Pfefferminze gehört also zur Gattung der Minzen (Mentha) und das ist eine interessante Pflanzengruppe in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Je nach Quelle umfasst die Gattung der Minzen 20 bis über 30 Pflanzenarten.

Einen guten Überblick über die Verwendung der Minzen gibt Wikipedia:

„ Minzen werden schon sehr lange in Gärten angebaut. 812 schrieb Karl der Große bereits vier Minzearten für den Anbau in Gärten in seinem Reich vor (siehe Karlsgarten): Polei-Minze (Mentha pulegium), Wasser-Minze (Mentha aquatica), Ähren-Minze (Mentha spicata) und Ross-Minze (Mentha longifolia).

Walahfrid Strabo schreibt schon im 9. Jahrhundert in seinem Buch Liber de cultura hortorum (kurz Hortulus) zum Thema Minze-Sorten:

‚Wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze / samt und sonders zu nennen vermöchte, so müsste er gleich auch / wissen, wie viele Fische im Roten Meere wohl schwimmen, / oder wie viele Funken Vulkanus, der Schmelzgott aus Lemnos, / schickt in die Lüfte empor aus den riesigen Essen des Aetna.’

Als Gewürz und Teekraut relevante Minze-Sorten tragen oft Namen, die auf die Geschmacksähnlichkeit mit anderen Pflanzen hinweisen:

Apfel-Minze (Mentha suaveolens) – (Apfelkuchen-Duft): Bei der Apfelminze besteht die Ähnlichkeit darin, dass sie gut zu Apfel passt, beispielsweise als Apfelkuchengewürz anstelle von Zimt.

Basilikum-Minze – (Basilikum-Duft)

Bergamotte-Minze (Mentha × piperita var. citrata) – (Bergamotte)

Orangen-Minze (Mentha × piperita var. citrata) – (Orange)

Zitronen-Minze (Mentha × piperita var. citrata) – (Zitrone) (Beachte Zitronenmelisse hört sich ähnlich an, aber gehört nicht zu den Minzen und ist mit Zitronenminze auch nicht gemeint.)

Schoko-Minze (Mentha × piperita var. piperita) – (Minz-Schokolade-Geruch)

Als Nanaminze werden mehrere Sorten bezeichnet.

Braune Minze oder Nudel-Minze (Mentha ×gracilis = M. arvensis × M. spicata, Syn.: Mentha ×cardiaca J.Gerard ex Baker, Mentha ×gentilis auct.) wird zur Zubereitung der Kärntner Nudel verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Ergänzt werden müsste hier noch als wichtige Minze die Grüne Minze (Mentha viridis), auch Ährige Minze, Speer-Minze oder Krauseminze (Mentha spicata). Sie enthält im ätherischen Öl vor allem Carvon (im Gegensatz zu Pfefferminzöl mit dem Hauptbestandteil Menthol).

„ Die Grüne Minze ist als Spearmint eine der bekanntesten Minz-Arten überhaupt und Grundlage für zahlreiche industrielle Produkte, wie zum Beispiel Zahnpasten, Kaugummis und Süßigkeiten. Die getrockneten Spitzen und Blätter werden medizinisch als Stimulanzien sowie als windtreibende und nervenstärkende Mittel angewendet. Die Grüne Minze enthält Carvone aus der Stoffgruppe der monocyclischen Monoterpene, die als Bestandteil von ätherischen Ölen genutzt werden.“

(Quelle: Wikipedia)

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kümmeltee gegen Blähungen

Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie mit bewährten Hausmitteln gegen Verdauungsprobleme.

Die vorgestellten Tipps aus Naturheilkunde und Phytotherapie waren sind fundiert, was ganz und gar nicht selbstverständlich ist.

Zitat:

„Die unangenehmen Blähungen entstehen, wenn sich im Magen-Darm-Trakt zu viele Gase ansammeln. Diese erzeugen ein Gefühl von Völle und Druck im Bauch. Wichtig ist jetzt, dass die Gase den Körper wieder verlassen. Gegen einen Blähbauch helfen am besten verschiedene Kräuter- und Gewürztees. Wer Blähungen vorbeugen möchte, sollte auf die Ernährung achten und zum Beispiel Kohl, Zwiebeln und Hülsenfrüchte meiden.“

Blähungen entstehen auch häufig durch Probleme mit der Kohlenhydratverdauung. Es lohnt sich daher, bei Blähungen auch die Ernährung unter die Lupe zu nehmen.

Und nun zum Kümmel (Carum carvi):

„Kümmel hat durch seine ätherischen Öle mit dem Hauptinhaltsstoff Carvon eine positive Wirkung auf den gesamten Magen-Darm-Trakt. Vor allem bei Blähungen kann er schnelle Linderung verschaffen, denn er löst Krämpfe und fördert die Verdauung. Außerdem soll Carvon das Wachstum von Bakterien hemmen. Traditionell verwenden Köche Kümmel auch schon vorsorglich bei der Zubereitung von schwer verdaulichen oder blähenden Speisen (zum Beispiel Krautsalat).“

Und wie wird Kümmeltee zubereitet?

„Für den Kümmeltee einen Teelöffel Kümmelkörner in einer Tasse mit kochendem Wasser zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann die Kümmelkörner abseihen. Für eine optimale Wirkung sollte der Kümmeltee ungesüßt und möglichst heiß in kleinen Schlucken getrunken werden.“

Sinnvoll wäre es, Kümmel – aber auch Fenchel und Anis – vor Gebrauch zu quetschen. Das Teewasser kann so besser in die Kümmelfrüchte eindringen und Wirkstoffe herauslösen.

„Wer den starken Geschmack von Kümmel nicht mag, kann das Gewürz auch mit Fenchel und/oder Anis kombinieren. Besonders zu empfehlen ist die Kombination Kümmel-Anis-Fenchel für Säuglinge, die unter Drei-Monats-Koliken leiden.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/tid-21554/hausmittel-blaehungen-hilfe-gegen-luft-im-bauch_aid_605251.html

Kommentar & Ergänzung:

Zu den Inhaltsstoffen des Kümmels:

„Kümmel enthält ätherische Öle. Die Samen enthalten mehr als 3 % ätherisches Öl. Neuere Züchtungen enthalten über 7 %. Im ätherischen Öl stellen Carvon und Limonen mit 60 % den Hauptbestandteil dar. Außerdem sind noch Myrcen, α-Phellandren, β-Cymol, β-Caryophyllen, cis- und trans-Carveol, cis- und trans-Dihydrocarvon, trans-Dihydrocarveol, α- und β-Pinen, Fettsäuren, Gerbstoffe enthalten. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze beträgt 224,6 mg pro 100 g Frischgewicht.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Bedeutung von Kümmel als Gewürz:

„Kümmel ist das klassische Gewürz zu schweren Speisen, Brot wie der Schwäbischen Seele und zu Pellkartoffeln, die dadurch schmackhafter werden. Die Blätter des Kümmels haben einen milden Petersilien-Dill-Geschmack, der gut zu Suppen und Salaten passt. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Die Früchte (Doppelachänen) sind besonders in der jüdischen, nord- und osteuropäischen Küche beliebt und werden dort als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch, Kohl, Käse, geschmorte Äpfel und Spirituosen verwendet. Der Kimmicher, ein Traditionsgebäck aus Reutlingen, ist ein Brötchen aus einem Teig mit viel Kümmel. Ganzer Kümmel verliert bei sorgfältiger Lagerung über einen Zeitraum bis zu vier Jahren kaum an Aroma und Qualität.“

(Quelle: Wikipedia)

Alkoholische Verwendungszwecke des Kümmels:

„Aus Kümmel werden Schnaps (Aquavit) und Likör (z. B. Allasch) hergestellt. Kümmellikör wird vor allem stark gekühlt als Digestif getrunken. In Norddeutschland trinkt man einen Kümmelschnaps, plattdeutsch Köm genannt. Im hessischen Schlitzerland wird der 35%ige Schlitzer Burgenkümmel getrunken.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur medizinischen Verwendung des Kümmels:

„In der Naturheilkunde wird Kümmel eine appetitanregende Wirkung zugesprochen. Die Verdauung von fetten und blähenden Speisen wird unterstützt und bei Krämpfen und Koliken der Verdauungsorgane wirkt Kümmel lösend. Kümmel ist das am stärksten in Europa wachsende Karminativum. Dazu werden die Samen ganz den Speisen zugegeben oder zerrieben und als Droge eingenommen. In Säckchen gefüllte Kümmelfrüchte werden auch zur Linderung von Rheuma und Zahnschmerzen eingesetzt.“

Damit keine falschen Vorstellungen aufkommen: „Droge“ meint in diesem Zusammenhang „getrocknete Heilpflanze“.

Und ein „Karminativum“ ist ein „blähungswidriges Mittel“.

Das Kümmel-Säckchen zur Linderung gegen Rheuma und Zahnschmerzen ist eine Tradition, die sich nicht überzeugend begründen lässt.

Und übrigens: Kümmel ist kein Exot. Die Heilpflanze wächst auch wild bei uns. Seltener im Flachland. Häufig auf Bergwiesen. Falls Sie Kümmel in der Natur persönlich kennen lernen möchten, können Sie das in meinen Kräuterwanderkursen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Was ist Verveine-Tee?

Verveine ( = Zitronenstrauch, Aloysia citrodora, auch Zitronenduftstrauch oder Zitronenverbene genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae).

Verveine wächst als laubabwerfender Strauch mit Wuchshöhen von 2 bis 6 Meter. Die meisten Pflanzenteile duften stark nach Zitrone.

Synonyme für Aloysia citrodora sind:
Aloysia triphylla, Lippia citrodora, Lippia triphylla, Verbena triphylla, Zappania citrodora

Verveine – Herkunft und Geschichte

Der Zitronenstrauch / Verveine stammt ursprünglich aus Südamerika (Uruguay, Argentinien (Catamarca, Jujuy, La Rioja, Salta, Tucuman) Chile, Peru). Er wurde Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa eingeführt und ist heute bei Feinschmeckern und Kräuterliebhabern ein Begriff.

Duft- und Inhaltsstoffe

Die Verveine-Blätter können ähnlich wie Spinat gekocht werden. Wesentlich öfters werden die Blätter als Gewürz für süße oder herzhafte Salate verwendet. Aus den frischen und getrockeneten Blätter kann man einen sehr aromatischen Tee brühen.
Medizinische Wirkungen wurden untersucht. Das ätherische Öl wird vielfältig verwendet, beispielsweise als Parfümbestandteil oder als Insektenrepellent
Zitronenverbenen enthalten ein feines, frisch nach Zitrone duftendes ätherisches Öl. Die Intensität ist deutlich stärker als bei den meisten anderen nach Zitrone riechenden Pflanzen. Schon beim leichten Verreiben der Vervein-Blätter entstehen Duftwolken an Citrusaromen. Die ätherischen Öle (unter 1 %) enthalten als Hauptbestandteile die Aldehyde Citral, Neral und Geranial sowie weitere Monoterpene bzw. Monoterpenabkömmlinge (Limonen, Carvon, Dipenten, Linalool, Nerol, Geraniol).

Die Verwendung von Verveine

Bevorzugt werden die frischen Blätter verwendet, jedoch sind auch die getrockneten Blätter sind sehr beliebt, weil das Zitronenaroma im getrockneten Zustand der Blätter lange erhalten bleibt.

Verveine zur Verfeinerung von Speisen

Feinschmecker und Gourmets verarbeiten die Verveine gerne in der Küche. Verwendet werden die Verveine-Blätter für Salate, Schweinefleisch- und Pilzgerichte, aber auch zum Würzen von Süßspeisen wie Obstsalat, Pudding und zur Zubereitung von Speiseeis. Zudem kann man feingeschnittene Verveine-Blätter in den Zuckerguss für Zitronenkuchen einarbeiten.

Verveine-Getränke

Die Verveine wird auch für die Zubereitung von Getränken genutzt. Legt man frisch gepflückte Verveine-Blätter für eine halbe Stunde in heißes Wasser, so bekommt man einen angenehm erfrischenden Tee. Das zitronige Aroma der Pflanze ist in Frankreich als anregend-beruhigender Guten-Abend-Tee sehr beliebt und dort auch bekannt als Verveine. Auch im Getränk Inca Kola aus Peru kommt das Aroma dieser Pflanze (sie wird lokal Cedrón genannt) zum Einsatz. Unter Eisenkrauttee wird in der Regel Verveine bzw. Zitronenverbena oder bezeichnenderweise wohlriechende Verbena verstanden. Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) schmeckt demgegenüber recht bitter.

Verveine in der Kosmetik

Verveine wird nicht nur als Badezusatz verwendet, der eine erfrischende Wirkung entfaltet, sondern auch zur Parfümierung beziehungsweise Verfeinerung von Seifen.

Verveine im Haushalt

Säckchen oder Bündel von Verveine bringen einen frischen Duft ins Haus oder in den Kleiderschrank.

Gesundheitliche Wirkung des Verveine-Tees

Da Verveine appetitanregend sowie verdauungsfördernd wirkt, helfen sie gegen Verdauungsbeschwerden beziehungsweise Verstopfungen. Ausserdem wirken sie leicht beruhigend bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Erkältungskrankheiten.

Quelle: Wikipedia

Kommentar & Ergänzung:

Verveine ist also in Mitteleuropa keine einheimische Pflanze, sondern wird in Gärten angebaut. Nicht selten wird daher tatsächlich das einheimische Echte Eisenkraut (Verbena officinalis), das bei uns an Wegrändern nicht selten anzutreffen ist, mit der Verveine verwechselt.
Im deutsche Sprachraum kennen wir die Verveine fast nur als Genusstee. Deshalb wird sie in deutschsprachigen Phytotherapie-Fachbüchern meist nur am Rande oder gar nicht erwähnt. In Frankreich dagegen gehört Verveine auch zu den Heilpflanzen.
Dort werden die Blätter nicht nur gerne zum ebenso anregenden wie entspannenden Abendtee aufgegossen. Sie dienen sondern auch – etwa der »Distillerie Verveine du Velay« – dazu, (hochprozentige!) Liköre zu destillieren, die sich vorzüglich als Digestif eignen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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