Wo liegt der Unterschied zwischen Haferkleie und Weizenkleie?

Haferkleie und Weizenkleie unterscheiden sich im Gehalt an Inhaltstoffen ziemlich deutlich, was auch unterschiedliche Anwendungsbereiche zur Folge hat.

Rein quantitativ enthält Weizenkleie mehr Ballaststoffe, nämlich 45 – 54 %, während Haferkleie nur auf 20 – 24 % kommt.

Weizenkleie enthält mehr unlösliche Ballaststoffe als Haferkleie:

–        Zellulose 10 – 20 %, gegenüber 4 – 6 % bei Haferkleie.

–        Hemizellulose 20 – 28 % gegenüber 6 – 8 % bei Haferkleie.

–        Lignin 6 – 8 % gegenüber 1 % bei Haferkleie.

Haferkleie enthält dafür in grösseren Mengen den löslichen Ballaststoff Betaglukan:

–        8% gegenüber 2 – 3 % in Weizenkleie.

 

Die unlöslichen Ballaststoffe Zellulose und Lignin, die in der Weizenkleie dominieren, binden viel Wasser und fördern die Verdauung, da das Volumen des Stuhls erhöht und die Transitzeit reduziert wird. Zudem wird Zellulose zum Teil von Darmbakterien abgebaut, wobei kurzkettige Fettsäuren entstehen, die positiv für das Darmmillieu sind.

Betaglukan als löslicher Ballaststoff wird fast vollständig von den Darmbakterien abgebaut, mit den oben bei der Weizenkleie beschriebenen positiven Folgen. Darüber hinaus bindet Betaglukan Gallensäuren im Stuhl und kann so zu einer Verbesserung des Cholesterinspiegels beitragen.

Aus diesen Unterschieden leiten sich unterschiedliche Anwendungsbereiche ab:

Wer in erster Linie seine Verdauung verbessern und einer Verstopfung vorbeugen möchte, kann Weizenkleie verwenden. Wer jedoch in erster Linie seinen Cholesterinspiegel senken möchte, kann Haferkleie zu sich nehmen.

Die günstige Wirkung auf den Cholesterinspiegel ist zwar nicht gerade gross, aber gut messbar. Es braucht dazu allerdings 3 Gramm Betaglukan pro Tag über längere Zeit.

Siehe dazu:

Haferkleie reduziert den Cholesterinspiegel

Weizenkleie und Haferkleie sollten jedoch nur in Verbindung mit viel Flüssigkeit aufgenommen werden. Im Allgemeinen gilt es als sinnvoller, ballaststoffreiche Lebensmittel aufzunehmen als isolierte Ballaststoffe.

Weizenkleie kann zu Blähungen führen, wenn sie in grössen Mengen aufgenommen wird. Gegen Verstopfung wären dann Flohsamen eine verträglichere Option. Sie müssen gegen Verstopfung ebenfalls mit viel Flüssigkeit aufgenommen werden und können im Übrigen ebenfalls eine leichte Senkung des Cholesterinspiegels bewirken.

Quelle:

https://www.bzfe.de/forum/index.php/forum/showExpMessage/id/42921/page1/30/searchstring/+/forumId/3

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Übersichtsarbeit: Weißdorn sicher und wirksam bei Herzinsuffizienz

Der Weißdorn-Spezialextrakt WS®1442 (Crataegutt®) vermindert wirksam die Symptome bei Patienten mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) im NYHA-Stadium II und III. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Professor Dr. Christian J.F. Holubarsch vom Park-Klinikum Bad Krozingen in einem evidenzbasierten Review (Übersichtsarbeit), das vor Kurzem im «American Journal of Cardiovascular Drugs» publiziert wurde. Sie haben dazu vorliegende Studien ausgewertet.

Ihr Fazit: Randomisierte klinische Studien hätten gezeigt, dass der Weissdorn-Extrakt die funktionale Kapazität des Herzen verbessert, belastende Symptome vermindert und die Lebensqualität der Patienten verbessert. Eine große klinische Studie mit mehr als 1300 Teilnehmern, die eine Polymedikation bekamen, sowie Daten aus Post-Marketing-Studien hätten zudem die Sicherheit der Anwendung sowohl als Monotherapie als auch als Zusatztherapie gezeigt. Es traten dabei weder spezifische Nebenwirkungen noch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf.

Die Autoren verweisen zudem präklinische Studien die gezeigt hätten, dass der Weißdorn-Spezialextrakt die Pumpkraft des Herzens unterstützt, antiarrhythmisch wirkt und die Gefäßfunktion verbessert. Er schütze das Herzmuskelgewebe (Myokard) vor Schäden durch Minderdurchblutung, Reperfusions-Verletzungen und bluthochdruckbedingter Hypertrophie. Zudem verlangsame er die Alterung der Endothelzellen.

Quelle

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=77911

Originalpublikation:

DOI: 10.1007/s40256-017-0249-9

https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs40256-017-0249-9

 

Kommentar & Ergänzung:

Weissdorn ist wohl unumstritten die wichtigste Herzpflanze der Phytotherapie, wenn man von Digitalisglykosiden aus Fingerhut-Arten absieht, die rezeptpflichtig sind, isoliert zur Anwendung kommen und daher eher zur klassischen Pharmakologie gezählt werden.

Wie gut dieses Review gemacht wurde, kann ich nicht beurteilen. Die Autoren sind vom Hersteller des erwähnten Weissdorn-Extrakts, der Firma Schwabe in Karlsruhe, nicht ganz unabhängig, weil sie Honorare für gewisse Leistungen bezogen haben. Aussedem fällt auf, dass in diesem Review die SPICE-Studie mit dem Weißdorn-Spezialextrakt WS®1442 diskutiert und mitbewertet wird, die ebenfalls von Prof. Holubarsch durchgeführt wurde. Er beurteilt da also unter anderen auch seine eigene Studie. Sinnvoller wäre es, wenn eine Übersichtsarbeit von einem Forscher durchgeführt wird, der an den beurteilten Einzelstudien nicht beteiligt war.

Der Weißdorn-Spezialextrakt WS®1442 ist aber wohl einer der bestuntersuchten Weissdornextrakte und das hohe Engagement dieser Firma in der Weissdornforschung ist löblich.

Studienergebnisse mit solchen Trockenextrakten lassen sich nicht einfach auf andere Zubereitungsarten wie Weissdorntee oder Weissdorntinktur übertragen.

Insbesondere die Weissdorntinktur dürfte von der zugeführten Wirkstoffmenge her in einer ungenügenden Grössenordnung liegen. Die Wirkstoffe im Weissdorn – vor allem Flavonoide und oligomere Procyanidine – werden im Organismus rasch umgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Daher braucht es die kontinuierliche Zufuhr von verhältnismässig hohen Dosen.

Weissdorn ist eine Heilpflanze, die über längere Zeit angewendet werden sollte, damit sie Wirksamkeit entfaltet (mindestens 3 Monate).

Wenn im Review von einer Wirksamkeit bei Herzinsuffizient Stadien II und III die Rede ist, dann ist das eher unüblich. Die Phytotherapie-Fachliteratur empfiehlt Weissdornextrakte bei Stadien I und II.

Bei Dosierungen zwischen 160 und 900 mg Extrakt pro Tag konnte bei Patienten mit Herzinsuffizienz Stadium I nach NYHA nach 8 Wochen Symptomfreiheit erzielt werden, bei Studienteilnehmern mit Stadium II war eine signifikante Verbesserung zu erreichen.

Weissdornpräparate gelten generell als gut verträglich und relevante Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bisher nicht bekannt geworden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kakao verbessert Sehschärfe und Kontrastwahrnehmung – kurzfristig jedenfalls

Zwei Stunden nach dem Verzehr von dunkler Schokolade verbessern sich kurzfristig Sehschärfe und Kontrastwahrnehmung.

Vor allem die dunkle und damit kakaoreiche Schokolade soll  das Herz-Kreislauf-System günstig beeinflussen.

An der School of Optometry, einer katholischen Privatuniversität in San Antonio, Texas, haben Jeff Rabin und seine Kollegen nun einen weiteren Vorzug entdeckt und in der Fachzeitschrift »JAMA Ophthalmology« bekannt gemacht: Der Verzehr von dunkler Schokolade soll das Sehvermögen verbessern. Die Wissenschaftler verabreichten an 30 Teilnehmer Bitterschokolade und unterzogen sie zwei Stunden später einem Sehtest. Verglichen mit einer Kontrollgruppe, die weniger kakaohaltige Milchschokolade bekam, verbesserte sich ihre Sehschärfe um 4 Prozent und ihre Kontrastwahrnehmung um 5 bis 15 Prozent.

Für diesen Effekt könnten laut dem Artikel Flavonole verantwortlich sein, eine bestimmte Art von sekundären Pflanzenstoffen, die im Kakao reichlich vorhanden sind. Flavonole könnten die Gefäße erweitern und somit die Durchblutung der Netzhaut und des visuellen Kortex anregen. Möglicherweise kann also Kakao dank der besseren Versorgung der Augen und des Gehirns mit Glukose und Sauerstoff die eingehenden Signale besser verarbeiten.

Der positive Effekt ist zwar signifikant, aber schwach und er verschwindet wahrscheinlich recht bald, weil Flavonole rasch abgebaut werden. »Weitere Experimente werden nötig sein, um die Dauer dieser Effekte und ihren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Alltag zu bestimmen«, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle:

https://www.spektrum.de/news/kakao-schaerft-den-blick/1580742

https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/article-abstract/2678792

 

Kommentar & Ergänzung:

In der Regel werden für die Herz-Kreislauf-Wirkung des Kakaos Flavanole verantwortlich gemacht, insbesondere Epicatechin, Catechin und Procyanidin. Ich frage mich, ob in dem referierten Artikel nicht etwas verwechselt wurde, wenn von Flavonolen die Rede ist.

Flavonoide, die Wirkstoffgruppe, zu der Flavonole und Flavonole zählen, werden aber im Organismus grundsätzlich rasch abgebaut und ausgeschieden. Das ist wohl mit ein Grund dafür, dass  sie in der Regel gut verträglich sind. Es bedeutet aber auch, dass regelmässig verhältnissmässig hohe Dosen zugeführt werden müssen, um eine kontinuierliche Wirkung zu bekommen.

Leider steht weder im referierten Artikel noch im Abstract der Originalpublikation, wieviel Schokolade in Gramm pro Tag die Testpersonen bekommen haben und wieviel Flavonoiden das entsprach. Es ist nur von einem Riegel die Rede.

Solche Angaben sind wichtig, um einschätzen zu können, ob es überhaupt realistisch ist, diese Menge jeden Tag über lange Zeit zu konsumieren.

Eine Metaanalyse aus Melbourne hat zudem gezeigt, dass Kakao zwar eine geringfügige Blutdrucksenkung bewirkt. Dieser Effekt zeigte sich jedoch nur innerhalb von zwei Wochen, nicht aber in Studien von längerer Dauer.

Siehe dazu:

Metastudie: Kakao gegen Bluthochdruck

Grundsätzlich dürfte jedoch einfach gesund sein, Flavonoide als Bestandteil einer vielfältigen Ernährung in den Alltag einzubauen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten.

Flavonoidreiche Nahrungsmittel sind zum Beispiel:

Äpfel (vor allem die Schalen)

Blaue und rote Beeren (Heidelbeeren, Brombeeren, Aronia, Schwarze Johannisbeeren, Schwarzer Holunder, Himbeeren etc.). Sie enthalten Anthocyane, eine Untergruppe der Flavonoide).

Aubergine, Blaue Kartoffel (sie enthalten ebenfalls Anthocyane).

Eine gute Mischung flavonoidreicher Nahrungsmittel ist bestimmt gesünder als der Konsum von Dunkler Schokolade in grossen Mengen. Was aber nicht dagegen spricht, ab und zu auch Dunkle Schokolade als Flavonoidquelle zu nutzen. Je höher der Kakaogehalt der Schokolade ist, desto besser.

Darüber hinaus gibt es viele Heilpflanzen, deren Wirkung mit dem Gehalt an Flavonoiden in Zusammenhang gebracht wird.

Zum Beispiel Ginkgo-Extrakt, Mariendistelfrucht (Silymarin), Buchweizenkraut (Rutin), Weissdorn, Rotes Weinlaub, Grüntee.

Bei der Anwendung dieser Heilpflanzen stellt sich immer die Frage, in welcher Form (Kräutertee, Pflanzentinktur, Pflanzenextrakt) und in welcher Dosierung die Aufnahme einer ausreichenden Menge an Flavonoide gewährleistet werden kann.

 

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Signaturenlehre (Pflanzensignaturen, Heilpflanzensignaturen)

Die Signaturenlehre, die davon ausging, dass Heilpflanzen uns durch ihre Formen und Farben sagen, wofür sie für uns gut sind, hatte ihren Höhepunkt in der Renaissance (16. Jahhundert). Dann geriet sie in eine Krise, weil zunehmend klar wurde, dass es sich bei diesen Zuschreibungen um Interpretationen handelt, die viel mit uns, aber so gut wie nichts mit den Pflanzen zu tun haben.

Und weil klar wurde, dass diese Interpretation unendlich ist. Jeder Mensch kann innert weniger Minuten Dutzende von Interpretationen liefern, die auf Ähnlichkeiten von Pflanzenformen und –farben mit Organen des Menschen zu tun haben. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Formen und Farben etwas über die Wirkungen der Pflanzen aussagen, bleibt vollkommen unklar, nach welchen Kriterien entschieden werden soll, welche dieser Interpretationen relevant sind.

Nun kommen solche Vorstellungen unter Bezeichnungen wie Pflanzensignaturen oder Heilpflanzensignaturen wieder auf, weil sie offenbar Bedürfnissen von Menschen entsprechen. In der Vorstellung der Signaturenlehre hat die Natur uns etwas zu sagen. Das ist eine schöne Vorstellung. Die Heilwirkungen der Pflanzen sollte man daraus aber nicht ableiten.

 

Hier ein Zitat zu diesem Thema:

 

„Jahrhundertelang glaubte man in der Medizin, dass die Wirkung der Heilkräuter von ihren Formen abhänge. Die Blätter des Leberblümchen ähneln in ihrem Umriss zum Beispiel einer menschlichen Leber, folglich glaubte man an eine Heilkraft bei Leberinfektionen. Die Blätter des Huflattich haben die Form eines Pferdehufs, und man benutzte sie gegen Hufentzündungen……Falsch an der früheren Kräuterlehre war…die Theorie über den Zusammenhang von Form und Wirkung, aus der zum Teil falsche Schlüsse gezogen wurden. Heute wissen wir, dass die Effekte der Kräuter von ihren chemischen Inhaltsstoffen abhängen, von ihren sogenannten sekundären Stoffwechselprodukten, und dass die Form von Blatt, Wurzel und Blüte damit nichts zu tun hat. Aber solange man das annimmt, findet man natürlich immer irgendeine Analogie zwischen Form und Wirkung, um die Theorie aufrechtzuerhalten. Schliesslich sind höhere Pflanzen als Gestalten kompliziert genug, um alles mögliche in sie hineinzulesen.“

 

Quelle:

Hemminger/Keden; Seele aus zweiter Hand, Quell Paperback 1997

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessant an diesem Zitat sind die letzten beiden Sätze. Tatsächlich: Fast jede Pflanze zeigt einen so grossen Reichtum an Formen und Farben, dass wir hundertfache Ähnlichkeiten darin entdecken können. Welche dieser Ähnlichkeiten mir ins Auge fallen, das hat aber nur mit mir zu tun. Es sind meine Erinnerungen, Assoziationen und Interpretationen, die aus der Vielzahl der Ähnlichkeiten auswählen. Dagegen ist gar nichts einzuwenden. Ohne diese Vorgänge wäre die Welt für uns ärmer.

Problematisch wird es nur, wenn man nicht erkennt, dass solche Deutungen aus unserem Inneren stammen und mit der Pflanze nichts zu tun haben. So kommt dann beispielsweise ein Buchautor und Hersteller von Pflanzentinkturen auf die Idee, dass die Wilde Möhre gut für Menschen sei, die sich zentrieren müssen, weil diese Pflanze im Zentrum ihrer Blüte einen auffallenden schwarz-violetten Punkt hat. Das würde dann bedeuten, dass die Wilde Möhre uns Menschen etwas sagen will und sich um uns kümmert. Das ist zwar eine anrührende, schöne Vorstellung, die wohl vor allem Menschen anspricht, die im Grunde genommen in grosser Distanz zur Natur leben. Doch ist es meines Erachtens auch eine sehr irreführenden Vorstellung. Vollkommen übersehen wird dabei nämlich, dass die Wilde Möhre sich mit ihrem schwarz-violetten Punkt nicht an uns, sondern an die Insekten richtet. Wir stellen uns viel zu sehr in den Mittelpunkt der „Natur-Veranstaltung“, wenn wir diese Botschaft als an uns gerichtet auffassen. Es steckt eine gehörige Portion Anthropozentrismus in diesen Vorstellungen von Signaturenlehre bzw. Pflanzensignaturen: Der Mensch steht im Zentrum der „Veranstaltung“ – die Pflanzen sind auf ihn hin geschaffen und ausgerichtet.

Mir scheint es sehr fragwürdig, dass solche Vorstellungen unreflektiert wieder in der Pflanzenheilkunde auftauchen.

Ökologischer ist es, wenn wir die Pflanzen in ihren Lebensräumen und in ihren Wechselwirkungen mit anderen Lebewesen sehen – zum Beispiel den bestäubenden Insekten. Wir Menschen spielen für die Pflanze wohl keine so grosse Rolle und sind allenfalls als Fressfeinde oder Zerstörer von Lebensräumen relevant.

Das soll uns nicht davon abhalten, uns an den Pflanzen zu freuen, sie gern zu haben und mit Respekt als Heilpflanzen oder Nahrungsmittel zu nutzen.

 

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Lavendel bei Unruhe und Einschlafstörungen

Das Magazin „Stern“ empfiehlt in einem Artikel über Hausmittel Lavendel bei Unruhe und Einschlafstörungen:

„Den Blüten des Lavendelstrauchs wird eine allgemein beruhigende Wirkung nachgesagt. Diese Einschätzung teilen auch Wissenschaftler: Die Kommission-E-Experten empfehlen Lavendel gegen Unruhezustände und Einschlafstörungen. Für den Effekt verantwortlich ist offenbar das ätherische Blütenöl. Es entspannt das zentrale Nervensystem und beruhigt die Atemwege.“

Als konkrete Anwendungsmöglichkeiten stellt der Text zwei Varianten des Lavendelbades vor:

„Eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen sechs bis zehn Tropfen Lavendelöl in etwas Sahne einrühren und ins warme, nicht zu heiße Badewasser geben. Eine Temperatur von 37 Grad ist ideal.

Als Alternative empfehlen sich getrocknete Lavendelblüten: 50 bis 60 Gramm mit einem Liter siedendem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und in das Badewasser gießen.

Nicht länger als 15 Minuten baden. Im Anschluss ruhen.“

Quelle:

http://www.stern.de/gesundheit/grippe/erkaeltung–ohrenschmerzen–halsschmerzen–diese-hausmittel-helfen-6565438.html#mg-1_1507550522595

 

Kommentar & Ergänzung:

Das sind keine schlechten Empfehlungen. Ergänzend könnte man noch auf weitere Anwendungsvarianten von Lavendelblüten bzw. Lavendelöl hinweisen:

– Lavendelöl kann direkt im Raum verdunsten und eingeatmet werden (ein paar Tropfen auf ein Papertaschentuch geben und in den Raum legen).

– Lavendelblüten können zu Lavendelsäckchen verarbeitet und unters Kopfkissen gelegt werden.

– Ein paar Tropfen Lavendelöl können mit Mandelöl oder Bodylotion gemischt für Einreibungen und Massagen eingesetzt werden.

– Die Phytotherapie setzt Lavendelöl in Kapselform auch innerlich ein bei leichten Angststörungen.

– Äusserlich wirkt Lavendelöl auch gegen Hautpilze, zum Beispiel bei Fusspilz.

Der Hinweis auf eine beruhigende Wirkung auf die Atemwege ist fragwürdig.

Siehe auch:

Lavendelöl-Kapseln gegen Angst und Depressionen

Lavendelöl-Präparat bei Angststörungen

Lavendelöl gegen Hautpilze

Lavendelöl lindert Menstruationsbeschwerden

Studie bestätigt Wirksamkeit von Lavendelöl-Kapseln Lasea bei Angststörungen

Lavendelöl bessert Migränekopfschmerz effektiver als Placebo

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Pflanzenheilkunde: Kräuterkissen für guten Schlaf

Und hier gibts eine Broschüre zu Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelblüten / Lavendelöl.

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