[Buchtipp] „Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde – Warum Digitalisierung unsere Demokratie gefährdet“, von Stephan Russ-Mohl

Informierte-GesellschaftVerlagsbeschreibung

Warum die Digitalisierung unsere Demokratie gefährdet

Fake News, Halbwahrheiten, Konspirationstheorien – die Ausbreitung von Desinformation in der digitalisierten Welt, insbesondere in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, wird immer mehr zur Bedrohung und zur Herausforderung für unsere Demokratie. Das Buch analysiert, welche Trends die Aufmerksamkeitsökonomie in eine Desinformationsökonomie verwandeln. Stichworte sind der langfristige Glaubwürdigkeitsverlust der traditionellen Medien, das rapide Wachstum und die Professionalisierung der Public Relations, die ungeplanten Folgen der rasanten Digitalisierung, darunter das Fehlen eines Geschäftsmodells für den Journalismus, Echokammern im Netz sowie die Algorithmen als neue Schleusenwärter in der öffentlichen Kommunikation. Eine strategische Rolle spielen die allmächtigen IT-Giganten, die sich nicht in ihre Karten gucken lassen möchten.
Unter diesen Bedingungen gibt es vermehrt Akteure, die aus machtpolitischen Motiven an medialer Desinformation und an der Destabilisierung unserer Demokratie interessiert sind, oder die aus kommerziellen Motiven eine solche Destabilisierung in Kauf nehmen. Der Tradition der Aufklärung verpflichtet, ist die zentrale Frage des Buches, wie sich der wachsende Einfluss der „Feinde der informierten Gesellschaft“ eindämmen lässt, darunter Populisten, Autokraten und deren Propagandatrupps. Könnte zum Beispiel eine „Allianz für die Aufklärung“ etwas bewirken, der sich seriöse Journalisten und Wissenschaftler gemeinsam anschliessen? Dazu bedarf es nicht zuletzt realistischer Selbsteinschätzung auf seiten der Akteure. Dazu verhelfen Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie und der Verhaltensökonomie, die im Buch auf die Handelnden und den Prozess der öffentlichen Kommunikation bezogen werden. Zum Shop

Zum Autor Stephan Ruß-Mohl

Stephan Ruß-Mohl ist Professor für Journalismus und Medienmanagement an der Universität Lugano sowie Gründer des  Europäischen Journalismus-Observatoriums (EJO).

Kommentar von Martin Koradi

Stephan Ruß-Mohl beschreibt eindrücklich und kenntnisreich, wie die klassischen, journalistischen Medien durch Digitalisierung und dem Fehlen eines tragfähigen Geschäftsmodells in eine Krise rutschen, die immer mehr die Grundlagen der demokratischen Gesellschaft angreift.

Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die im weitesten Sinn mit Medien zu tun haben.

Aber eigentlich ist es auch eine wichtige Lektüre für jede Staatsbürgerin und jeden Staatsbürger – und eine kompakte Weiterbildung in Medienkompetenz.

Schreiben und Lesen über diese Medienkrise reicht aber eigentlich nicht mehr aus. Die zunehmende Gefährdung demokratischer Gesellschaften verlangt darüber hinaus nach konkretem Handeln. Deshalb ist es wichtig, auch nach praktischen Schritten zu suchen.

Projekte, die meinem Eindruck nach sinnvoll und unterstützenswert sind:

– Der Verein «media FORTI» setzt sich ein für starke, unabhängige, private und öffentlich-rechtliche Medien in der Schweiz:  https://www.mediaforti.ch

– Die „Republik“ ist ein unabhängiges Medienprojekt mit Qualitätsanspruch:  https://www.republik.ch

Von mir gibt es zu diesem Thema noch eine Zusammenfassung des Buchs von Matthias Zehnder: „Die Aufmerksamkeitsfalle – Wie die Medien zu Populismus führen“.

 

Das Buch finden Sie hier.

Zur Zusammenfassung gehts hier:

Wie Medien via Aufmerksamkeitsfalle den Populismus fördern

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

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