[Buchtipp] „Ein deutsches Mädchen – mein Leben in einer Neonazi-Familie“, von Heidi Benneckenstein und Tobias Haberl

deutsches-MaedchenVerlagsbeschreibung

Wer so tief im braunen Sumpf steckt, schafft es nicht über Nacht hinaus.
Heidi wächst in der alles umfassenden Ideologie einer Nazi-Familie heran, in militanten Jugendgruppen und Kameradschaften. Mit Drill, Schlägen und Belohnung wird sie auf ein Leben im rechten Hass-Milieu vorbereitet. Mit zwanzig findet sie den Mut auszusteigen. Hier blickt sie noch einmal in die Abgründe dieser Parallelwelt.
Deutschland, Ende der 1990er, ein idyllisches Dorf bei München. In Heidis Familie ist die Zeit stehen geblieben. Als kleines Mädchen wird sie in konspirative Ferienlager der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ geschickt, wo schon für die Kleinen paramilitärischer Drill auf dem Programm steht. Dort lernt sie auch, das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 in Holz zu sägen. Mit fünfzehn nimmt Heidi an rechten Aufmärschen teil, hetzt gegen Ausländer und prügelt auf einen Fotografen der „Lügenpresse“ ein. Heidis Welt bekommt erste Risse, als sie Flex kennenlernt, einen nicht mehr restlos überzeugten Liedermacher aus der rechten Szene. Mit zwanzig vollzieht sie die komplette Kehrtwende, bricht den Kontakt zu ihrer Familie ab, taucht unter, lässt die Welt der alles umfassenden Nazi-Ideologie hinter sich und durchläuft ein Aussteiger-Programm. Dies ist die Geschichte ihrer zwei Leben. Zum Shop

Zu den Autoren Heidi Benneckenstein und Thomas Haberl

Heidi Benneckenstein wuchs in einer Nazifamilie auf, war in der Neonazi-Szene aktiv und machte Wahlkampf für die NPD. Mit 19 stieg sie aus dieser Szene aus. Sie schildert  im Buch ihre Kindheit und Jugend und ihren Ausstieg.

Das Buch entstand unter Mitarbeit von Tobias Haberl, geboren 1975 im Bayerischen Wald. Er hat in Würzburg und Großbritannien Latein, Germanistik und Anglistik studiert. Seit 2005 arbeitet er für das SZ Magazin.

Kommentar von Martin Koradi

Das Buch von Heidi Benneckenstein zeigt eindrücklich, wie Kinder von klein auf mit Feindbildern imprägniert werden. Das ist in rechtsextremen Milieus ähnlich wie in fundamentalistisch-religiösen Kreisen.

Zusammen mit ihrem Mann Felix Benneckenstein gründete Heidi Benneckenstein 2011 die Aussteigerhilfe Bayern (http://aussteigerhilfe.de), die es sich zum Ziel gemacht hat, Toleranz auf allen Gebieten der Kultur zu fördern und in Kooperation mit EXIT-Deutschland Ausstiegswillige aus dem Rechtsextremismus beim Verlassen dieser Szene zu begleiten.

EXIT-Deutschland ist eine Initiative, die Menschen hilft, die mit dem Rechtsextremismus oder mit religiösem Fundamentalismus brechen und sich ein neues Leben aufbauen wollen.

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.