Studie zu Weihrauch bei Multipler Sklerose (MS)

Auf einem Kongress von europäischen und amerikamischen MS-Gesellschaften in Boston stellte die deutsche Neurologin Dr. Klarissa Hanja Stürner die Resultate ihrer Forschungsgruppe am Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung in Hamburg vor. Dort erhielten 37 Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose acht Monate lang kein Kortison oder Interferon, sondern Kapseln mit Weihrauch verabreicht.

Die im Weihrauch-Extrakt enthaltenen Boswelliasäuren wirken entzündungshemmend und haben im Vergleich zu synthetischen Medikamenten weit weniger Nebenwirkungen. Deshalb ist die Forschung schon seit längerem damit befasst, die Wirksamkeit zu klären, zum Beispiel bei Polyarthritis, Asthma und Colitis ulcerosa.

Bei Multipler Sklerose zeigte die Studie aus Hamburg folgende Ergebnisse:

Die Zahl der Nervenschäden bei den bisher ausgewerteten 25 Patienten verminderte sich um knapp 60 Prozent, die jährliche Rate von neuen Schüben ging von 0,94 auf 0,32 zurück. Weihrauch sei gut verträglich und die Ergebnisse lieferten gute Gründe für weitere Studien, erklärte Dr. Stürner auf dem Kongress in Boston.

Finanziert wurde die Forschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article135378026/Gegen-welche-Krankheiten-Weihrauch-hilft.html

Kommentar & Ergänzung:

Hauptanwendungsgebiete von Weihrauchextrakt in der Phytotherapie sind bisher rheumatische Entzündungen (vor allem Polyarthritis) und chronische Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa.

Wichtiger Nachsatz: Es geht dabei um die Einnahme von Weihrauchextrakt, nicht um Räucherungen.

Dass eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern dem Thema Weihrauch und Multiple Sklerose nachgeht, ist sehr interessant.

Allerdings ist diese Studie von der Patientenzahl her sehr klein und es fehlt eine Placebogruppe zur Kontrolle. Offenbar wurden die Resultate auch noch nicht von einer Fachzeitschrift publiziert, denn es fehlen dazu Quellenangaben – auch in der „Ärztezeitung“, die ebenfalls vom Kongress in Boston berichtete. Eine Publikation in einer guten Fachzeitschrift wäre jedenfalls als Qualitätszeichen höher zu bewerten als eine Präsentation auf einem Kongress.

Die Studie gibt offenbar positive Hinweise auf eine Wirksamkeit, belegt aber noch nichts.

Die „Welt“ stellt die Resultate etwas allzu fraglos dar.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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