Weshalb heisst „Waldmeister“ Waldmeister…..

DRWissen erklärt heute die Bedeutung des Namens Waldmeister (Galium odoratum):

„Der Name ‚Waldmeister’ existiert seit dem 15. Jahrhundert und entstand aus dem Frühneuhochdeutschen ‚Waltmeister’ – mit ‚t’ -, das vermutlich eine Umformung des Wortes ‚Waldmiere’ ist. Mieren sind eine Pflanzengattung der Nelkengewächse. Und der ‚Waldmeister’ wie wir ihn kennen gehört zu dieser Gattung.

Der Waldmeister als Heilpflanze wirkt gefäßerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend – deshalb wird ihm eine ‚meisterhafte Heilkraft’ zugeschrieben. Im Französischen nennt man ihn nicht umsonst ‚reine des bois’, die ‚Königin der Wälder’.“

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=249498

Kommentar & Ergänzung:

Für die Bedeutung der Pflanzennamen gibt es oft mehrere widersprüchliche Erklärungen. Waldmeister war wohl zuerst ein Heilkraut, dann eine Bierwürze-Pflanze. Die Verwendung als Beigabe zur Maibowle ist verhältnismässig jung (19. Jahrhundert).

Die Bezeichnung „Meister“ wird bei dieser Pflanze in den Wörterbücher der Pflanzennamen auch in Bezug gesetzt zu „magister“ in der Bedeutung von „Arzt“.

„Waldmeister“ könne auch umgedeutet sein aus „Waldmeier“. „Meier“ als Bezeichnung mehrerer Asperula—Arten sei eine Form des Pflanzennamens „Miere“.  So steht’s in Friedhelm Sauerhoff’s „Etymologisches Wörterbuch der Pflanzennamen“.

Das deckt sich etwa mit den Angaben von DRWissen.

Nur eines stimmt absolut nicht:

Waldmeister ist kein Nelkengewächs und gehört nicht zu den Mieren, sondern zur Gattung Labkraut (Galium) und die gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Soviel zur Botanik. Heinomol.

Waldmeister setzt beim Welken Cumarin frei, das für den charakteristischen Duft verantwortlich ist (Heuduft ist auch Cumarin). Die Pflanze hat heute in der Phytotherapie keinen zentralen Platz mehr.

Ähnlich wie die Cumarin-Pflanze Steinklee (Honigklee, Melilotus officinalis) wurde sie zeitweise als Heilpflanze gegen venöse Ödeme eingesetzt. Da Cumarin auf längere Sicht genommen nicht ganz unproblematisch ist, werden diese Pflanzen heute wohl sinnvollerweise durch Buchweizenkraut ersetzt.

Am besten dokumentiert bezüglich Wirksamkeit bei Venenbeschwerden sind aber Rosskastanien-Extrakte (innerlich).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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