Phytopharmaka: Bayer will Steigerwald übernehmen

Die Bayer Healthcare AG in Leverkusen hat mit der Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH aus Darmstadt einen Vertrag zum vollständigen Erwerb abgeschlossen. Das meldete der Bayer-Konzern. Die Firma Steigerwald entwickelt und produziert Phytopharmaka wie das Magen-Darm-Mittel Iberogast® und das Antidepressivum (Laif®, in der Schweiz: Solevita®). auf der Basis von Johanniskrautextrakt.

Die Übernahme muss noch von den Wettbewerbsbehörden bewilligt werden und soll bis Anfang Juli über die Bühne gehen. Zum Kaufpreis machten die beiden Unternehmen keine Angaben.

Bayer will mit den Steigerwald-Produkten seine Selbstmedikationspalette ausbauen. Die Transaktion verbreitere das Angebot des Konzerns für die Behandlung von Magen- und Darmerkrankungen und biete die Chance, die Präsenz von Bayer in Deutschland und den wachstumsstarken Regionen Mittelosteuropas und den GUS-Staaten weiter auszubauen.

Steigerwald erreichte 2012 einen Umsatz von 61,3 Millionen Euro und beschäftigt derzeit rund 180 Mitarbeiter. Der Bayer-Konzern hat sich nach eigenen Angaben dazu verpflichtet, alle Beschäftigten zu übernehmen. Herstellung und Vertrieb sollen weiterhin in Darmstadt bleiben.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=46512&Nachricht_Title=Nachrichten_Phytomarkt%3A+Bayer+will+Steigerwald+%FCbernehmen&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass die scharfe Trennung zwischen den „chemischen“ Pharmakonzernen und den „natürlichen“ Herstellern von Naturheilmitteln so einfach nicht zu ziehen ist.

Die grossen Pharmakonzerne lassen sich kaum von Ideologie leiten: Sie sind nicht grundsätzlich für „Chemie“ und gegen „Natur“. Sie bieten vor allem an, was sich verkaufen lässt und Gewinn verspricht. Gerade im Bereich der Phytopharmaka sind einige grosse Pharmakonzerne durchaus engagiert. Das kann für die Phytotherapie auch Vorteile haben, weil diese Firmen oft in beträchtlichem Mass Know-how und Geld in die Forschung investieren. Mir persönlich sind allerdings mittelgrosse und unabhängige Unternehmen sympathischer, sofern sie nicht nur als Trittbrettfahrer auftreten, sondern eigene Forschung und Entwicklung betreiben.

Schaut man zudem in den Bereich der sogenannten Komplementärmedizin, findet man dort genauso Firmen und Konzerne mit sehr beträchtlichen Umsatzzahlen – zum Beispiel die Homöopathie-Hersteller Boiron, DHU, Similasan, Nelson – die zudem bestens in die Verbände der Pharmaindustrie integriert sind.

So einfach, wie das oft auch mehr oder weniger Feindbild-haltig dargestellt wird, ist die Abgrenzung jedenfalls nicht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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