Aufklärung des Schweinegrippe-Fehlalarms verlangt

Zum Verlauf der Schweinegrippe wurden falsche Risikoprognosen verbreitet, wodurch die Pharmaindustrie Milliarden verdiente. Transparency International fordert Aufklärung.

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) Deutschland hat die Aufarbeitung des Schweinegrippen-Fehlalarms aus dem Jahr 2009 verlangt. In einem Offenen Brief an den Vorsitzenden der Gesundheitsministerkonferenz, den hessischen Sozialminister Stefan Grüttner (CDU), bittet Transparency International um Auskunft darüber, welche Kosten Bund, Ländern und Kassen durch den damaligen Fehlalarm entstanden sind.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte 2009 wegen der Schweinegrippe die höchste Pandemiestufe ausgerufen und mit ihrer Warnung eine weltweite Impfaktion ausgelöst. Für die Pharmaindustrie entwickelte sich diese Situation nach Einschätzung von Kritikern zum Milliardengeschäft. Allerdings erwies sich das H1N1-Virus dann im Vergleich zu üblichen saisonalen Grippeerkrankungen als verhältnismässig harmlos.

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article13647025/Aufklaerung-des-Schweinegrippe-Fehlalarms-gefordert.html

Kommentar & Ergänzung:

Das bequeme und undifferenzierte Feindbild „Pharmaindustrie“ – wie es zum Teil in der Komplementärmedizin gehätschelt wird – ist mir gänzlich fremd. Das bedeutet aber nicht Kritiklosigkeit. Man soll durchaus auch gegenüber der Pharmaindustrie kritisch sein, dabei aber konkrete Vorgänge unter die Lupe nehmen und die Kritik mit möglichst präzisen Argumenten formulieren.

Ein Punkt, an dem genaueres Hinsehen und Kritik wohl angebracht sein dürfte, ist die Geschichte mit der Schweinegrippe.

Mit der Schweinegrippe wurden tatsächlich horrende Umsätze generiert –  mit Tamiflu und Grippeimpfstoffen.

Dass Transparency International hier Aufklärung der Vorgänge fordert, scheint mir angemessen.

Allerdings müsste auch einmal das Verhalten der Medien sowie generell unser  Umgang mit Gesundheitsrisiken zum Thema werden.

Wäre nämlich keine Warnung erfolgt und wären keine Medikamente und Impfstoffe geordert worden – und es wäre wirklich zu einer ernsthaften Epidemie gekommen, dann wären die Verantwortlichen in Stücke zerrissen worden.

Hier noch der Link zu Transparency International(TI):

TI Deutschland: http://www.transparency.de/

TI Österreich: http://www.ti-austria.at/

TI Schweiz: http://www.transparency.ch/

Korruption ist ein Krebsgeschwür, dessen Bekämpfung deutlich höhere Priorität haben sollte.

Dazu ein Zitat von Ständerat Dick Marty (FDP), Abgeordneter im Europarat:

„Korruption und organisierte Kriminalität sind viel gefährlicher als Terrorismus. Und mein Vorwurf an die Politiker im Westen, bei uns, ist, dass sie die Terrorismusgefahr ausschlachten, um Angst zu schüren, Gesetze zu ändern, Freiheiten einzuschränken, während sie gleichzeitig die viel grösseren Gefahren unterschätzen. Dabei fordern Menschen- Waffen- und Drogenhandel sehr viel mehr Opfer als der Terrorismus.“

Quelle: Tages-Anzeiger, 29. Januar 2011

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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