Grosse Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten

Die Zeitschrift „Viamedici“ spricht ein wichtiges Thema an: Die Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten:

„ Johanniskraut gegen Depressionen, Mistel bei Krebs, Weißdorn bei Herzinsuffizienz … – so oder ähnlich lauten die Headlines in naturheilkundlichen Ärztezeitschriften. „Gesundheitssendungen“ im Fernsehen schüren das Interesse der Patienten und erwecken oft ungerechtfertigte Hoffnungen. Gerade im Bereich der Phytotherapie die Spreu vom Weizen trennen zu können, ist keine leichte Aufgabe für Ärztin oder Arzt. Es gibt durchaus Phytotherapeutika, deren klinische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit weitgehend nach schulmedizinischen Kriterien nachgewiesen sind. Ein Problem bei der Bewertung von Pflanzenpräparaten ist jedoch die Standardisierung. Denn die Pflanzenextrakte sind Vielstoffgemische, die von Präparat zu Präparat variieren – je nach Zusammensetzung, Konzentration und Extraktionsverfahren. Johanniskrautpräparat ist also nicht gleich Johanniskrautpräparat. Auf einen standardisierten Extrakt, eine klare Deklaration der Inhaltsstoffe und eine exakte Dosierung kommt es an.“

Quelle:

http://www.thieme.de/viamedici/medizin/alternativ/phytotherapie1.html#anker2

Kommentar & Ergänzung:

Dieser Hinweis ist für die Phytotherapie sehr wesentlich. Genau genommen kann man also nicht sagen:

Johanniskraut wirkt gegen Depressionen

Weissdorn lindert Herzschwäche

Echinacea steigert die Aktivität des Immunsystems

Mariendistel schützt die Leber

Etc…….

Man müsste sagen: Weissdorn in dieser bestimmten Form (Tinktur, Extrakt, Tee), dieser bestimmten Konzentration und Dosierung, verbessert die Arbeit des Herzmuskels.

Das heisst: Es geht in der Phytotherapie nicht nur darum zu lernen, welche Heilpflanze gegen welches Leiden wirksam ist. Wir müssen (oder dürfen) uns auch sehr genau damit auseinandersetzen, in welcher Form die entsprechende Heilpflanze optimal zur Anwendung kommen soll. Die Wichtigkeit dieser Frage ist aber vielen Leuten nicht klar. Daher werden auch zahlreiche Heilpflanzen-Präparate entwickelt, verkauft und konsumiert, die in ihrer Wirksamkeit sehr fraglich sind.

Falls Sie lernen wollen, wie sich die Spreu vom Weizen unterscheiden lässt, empfehle ich meine Lehrgänge „Heilpflanzen-Seminar“ oder „Integrative Phytotherapie“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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