US-Studie: Hasch wirksam gegen Spastik bei Multipler Sklerose

Extrakte der Cannabispflanze können einer neuen US-Analyse zufolge Beschwerden bei Multipler Sklerose. Die Auswertung mehrerer Studien habe gezeigt, dass eine bestimmte Kombination der Extrakte spastische Muskelbewegungen vermindere und die Mobilität der Patienten verbessere, erklären Shaheen Lakhan und Marie Rowland von der Global Neuroscience Initiative Foundation in Los Angeles.
„Das therapeutische Potenzial von Cannabinoiden ist umfangreich. Ihm sollte beträchtliche Aufmerksamkeit gewidmet werden“, stellt Lakhan im US-Fachmagazin BMC Neurology fest.
Viele der bisherigen Therapien gegen MS-Symptome sind der Wissenschaftlerin zufolge unwirksam, schwer zu bekommen oder sie zeigen zu große Nebeneffekte. Auch die Hasch-Produkte hätten Nebeneffekte, allerdings seien sie auch bei den Placebo-Gruppen beobachtet worden. „Wenn man die Belastung und die Einschränkungen bedenkt, die die Spastiken für Menschen mit MS bedeuten, sollte man Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen“, raten die Wissenschaftler.

Quelle: www.aerztezeitung.de, 4. 12. 2009

Kommentar & Ergänzung:

Man kann es nicht oft genug sagen und diese Meldung ist eine weitere Bestätigung: Cannabis ist für viele (nicht alle) Patienten mit Multipler Sklerose eine wichtige Hilfe zur Linderung der Spastik. In diesem Sinne gehört Cannabis zu den Heilpflanzen und es sollte einen einfachen, entkriminalisierten Zugang zu dieser Arznei geben.
Dasselbe gilt auch für die Anwendung von Cannabis gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit begleitend zu Chemotherapien bei Krebserkrankungen.

ch bin mir durchaus bewusst, dass Cannabis auch problematische Seiten hat.
Dass es trotz umfangreicher wissenschaftlicher Daten bei der Anwendung von Cannabis als Heilpflanze in den Bereichen Multiple Sklerose und als Begleittherapie in der Tumorbehandlung noch immer solche Schwierigkeiten gibt, liegt meines Erachtens nur an mangelndem politischen Willen. Der mangelnde politische Wille scheint mir damit zu tun zu haben, dass “Hasch” bzw. Cannabis als Droge der Hippie- oder 68er-Generation gilt. Wird aber aus solchen Gründen entgegen von wissenschaftlichen Daten und positiven Erfahrungen Betroffener eine Entkriminalisierung von Cannabis als Heilpflanze blockiert, stellt man meiner Ansicht nach die eigene Ideologie über das Wohlergehen von MS-Kranken und Krebspatienten.

Ich schreibe dies nicht als “Cannabis-Fan”, sondern als jemand, der persönlich mit Cannabis nichts anfangen kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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