Rhabarber ab Mitte Juni meiden

Ab Mitte Juni wird der Verzehr von Rhabarber ungesund, denn dann hat der Gehalt der im Rhabarber enthaltenen Oxalsäure seinen Höchststand erreicht. Das Gemüse sollte daher ab diesem Zeitpunkt nicht mehr geerntet und gegessen werden. Die Oxalsäure greift den Zahnschmelz an. Deshalb sollte mindestens 45 Minuten nach dem Verzehr der grünlichen bis rötlichen Blattstängel abgewartet werden, bevor man sich die Zähne putzt. Andernfalls kann die Reinigung zu deutliche „Verletzungen“ des Zahnschmelzes verursachen. Optimal ist es offenbar, nach dem Rhabarbergenuss ein Stück Käse zu essen. Das wirkt schützend auf den Zahnschmelz.

Die Oxalsäure hemmt zudem die Kalziumversorgung der Knochen. Denn im Dünndarm entsteht aus der Oxalsäure und Kalzium Kalziumoxalat. Diese Substanz kann nicht über die Dünndarmschleimhaut ins Blut aufgenommen werden. Sie landet mit dem Stuhlgang in der Toilette statt in den Knochen. Zudem müssen Personen, die unter Kalziumoxalatsteinen der Nieren leiden, oxalsäurereiche Lebensmittel wie Rhabarber, Mangold, Spinat oder Kakao meiden.

Doch Rhabarber hat auch seine positiven Seiten. Durch seinen hohen Kaliumgehalt wirkt Rhabarber entwässernd und das in ihm enthaltene Vitamin C schützt die Zellen vor Oxidation. Wer abnehmen möchte, sollte Rhabarber essen, denn 500 Gramm des Gemüses enthalten nur 70 Kilokalorien. Rhabarber besteht wie Gurken, Zucchini oder Tomaten hauptsächlich aus Wasser.

Essbar wird der Rhabarber durch das Kochen der geschälten Blattstängel in reichlich Wasser, wodurch auch der Oxalsäuregehalt sinkt. Anschließend ist das Gemüse zu süßen, weil sonst von Genuss keine Rede sein kann. Meist wird aus dem Rhabarber Kompott gemacht, den Kalorienbewusste mit Süßstoff süßen. Ein Andicken ist in der Regel nicht nötig. Wer seinen Kompott andicken will, verwendet dazu traditionell Sago. Eine kalorienfreie Alternative dazu ist das Johannisbrotkernmehl aus dem Reformhaus oder dem Bioladen. Besonders fein ist der Rhabarber-Kompott, wenn er mit einer eingeritzten Vanilleschote gekocht wird. Dazu passt sehr gut ein aromatischer Zimtquark.

Rhabarberwurzeln wurden schon im alten China vor 4 700 Jahren als Heilmittel verwendet. In der Antike verbreitete sich der Rhabarber von China über Russland nach ganz Europa und er ist bei uns im Frühsommer sehr beliebt.

Quelle:
http://de.news.yahoo.com / Global press

Kommentar & Ergänzung:

Die Verwendung des Rhabarbers als Speise ist noch sehr jung und existiert erst seit bezahlbarer Zucker verfügbar ist. Erst vor 250 Jahren wurde in England entdeckt, dass die fleischigen Stängel essbar sind.
Unser Speiserhabarber stammt von Rheum rhabarbarum. In der Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde kennt man den Medizinalrhabarber (Rheum palmatum). Er zählt zu den anthranoidhaltigen Heilpflanzen, wirkt daher als Abführmittel, wird aber kaum mehr eingesetzt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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