Beiträge

Ingwer unterstützt Heilungsprozess bei Mandel-Operation

Diesen Artikel teilen:

Die Einnahme von Ingwer-Pulver nach einer Entfernung der Gaumenmandeln kann im Vergleich zu Placebo den Schmerz signifikant lindern und die Epithelisierung im Wundbereich beschleunigen. Das ist das Resultat einer kleinen Studie, die kürzlich im Fachmagazin «Clinical and Experimental Otorhinolaryngology» publiziert wurde.

An der prospektiven Studie beteiligten sich 49 Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren. Nach dem Eingriff bekamen sie alle standardmäßig eine antibiotische Behandlung bestehend aus Amoxicillin und Clavulansäure (zweimal täglich 1000 mg) sowie dreimal pro Tag 500 mg Paracetamol zur Schmerzlinderung. 29 Patienten erhielten zusätzlich über sieben Tage zweimal täglich Ingwerwurzel in Kapselform (500 mg Ginger Root, Solgar). Ein Facharzt begutachtete und dokumentierte den Heilungsprozess jeweils nach 1, 4, 7 und 10 Tagen. An denselben Tagen wurde das Schmerzempfinden mittels einer visuellen Analogskala erfasst. Das Schmerzempfinden war unter der Ingwer-Gabe an allen Untersuchungszeitpunkten signifikant geringer als in der Vergleichsgruppe. Ausserdem war die Epithelisierung (Wundheilung) nach 7 beziehungsweise 10 Tagen in der Ingwer-Gruppe deutlich weiter fortgeschritten als unter der alleinigen Standardbehandlung: Bei 74 Prozent der Patienten mit der Ingwer-Zusatzbehandlung war die Wundfläche schon zu mehr als 75 Prozent mit Epithel bedeckt. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 24 Prozent der Fall war. Auch die Nahrungsaufnahme konnte in der Ingwer-Gruppe deutlich früher wieder einsetzen. Bei der Häufigkeit postoperativer Übelkeit und Erbrechen sowie von Blutungen waren zwischen den beiden Gruppen keine relevanten Unterschiede feststellbar.

Die Autoren um Dr. İlker Koçak von der Koç Universität in Instanbul führen die Resultate auf spezifische Wirkungen des Ingwers zurück, insbesondere auf entzündungswidrige und wundheilungsverbessernde Eigenschaften, die bereits experimentell in Studien gezeigt werden konnten. Größere Untersuchungen seien jedoch notwendig, um den Effekt zu bestätigen.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=73567

https://www.e-ceo.org/journal/view.php?doi=10.21053/ceo.2017.00374

DOI: 10.21053/ceo.2017.00374

Kommentar & Ergänzung:

Das Thema dieser Studie ist für die Phytotherapie sehr interessant.

Wenn es tatsächlich so ist, dass Ingwer in einer Dosis von 1 g / Tag in einer akuten Situation schmerzlindernd wirkt und vor allem auch noch die Wundheilung verbessert, dann ist das sehr bemerkenswert.

Ich habe mir die Originalstudie kurz angeschaut.

Die Patienten wurden randomisiert, das heisst per Zufall auf die zwei Gruppen verteilt. Das ist wichtig, weil es Manipulationsmöglichkeiten reduziert. Die Patienten wussten nicht, dass die Ingwer-Kapsel auf schmerzlindernde Wirkung getestet werden sollte und der Befund-erhebende Hals-Nasen-Ohren-Arzt wurde im unklaren darüber gelassen, zu welcher Gruppe der jeweils untersuchte Patient gehört. Das sind Qualitätsmerkmale für eine Studie. Die Zahl der Studienteilnehmer ist aber sehr klein und reicht nicht, um eine Wirksamkeit einwandfrei zu belegen. Und die Qualität der statistischen Berechnungen kannich nicht beurteilen.

Im Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ ist die Rede von standardisiertem Ingwer-Extrakt. Das stimmt nicht. In der Originalarbeit ist von Ingwerpulver die Rede. Das untersuchte Produkt ist ein schlichtes Nahrungsergänzungsmittel. Damit ist es nicht patentierbar und braucht für die Zulassung am Markt auch keine Wirksamkeitbelege zu liefern, wie das bei eiinem Arzneimittel der Fall wäre. Aus diesen zwei Gründen werden wohl die grösseren Untersuchungen, die von den Studienautoren angeregt werden, kaum zustande kommen.

1000 mg Ingwerwurzelpulver entspricht inm Bereich der Phytopharmaka, also der pflanzlichen Arzneimittel, vier Kapseln Zintona pro Tag.

Dass Ingwer entzündungswidrig wirken kann, dafür gibt es schon seit einiger Zeit experimentelle Hinweise aus dem Labor, aber nur wenige konkrete Erkenntnisse bei Patienten. Und in der Ayurvedischen Medizin wird Ingwer mit Erfolg in der Behandlung von Migräne eingesetzt. Das kommt dem Thema Schmerzreduktion zumindestens nahe.

Ingwertherapie zeigte in einer Metaanalyse eine signifikante Schmerzreduktion gegenüber Placebo bei Arthrose. Dabei variierte die Behandlungsdauer aber zwischen drei und zwölf Wochen, während an der besprochen Studie nach Mandel-OP die schon kurzfristig auftretende Wirkung auffällt.

Neu für die Phytotherapie-Fachliteratur ist die mögliche Förderung der Wundheilung durch Ingwer bei peroraler Anwendung. Wenn das bestätigt werden könnte, wäre das sehr interessant. Dann könnte man darüber nachdenken, bei welchen Wunden das sonst noch Sinn macht und das gäbe eine ganze Palette von Einsatzmöglichkeiten. Aber eben: Da hat es noch einige ‚wenn’ und ‚könnte’….

Bemerkenswert ist auch, dass sich keine Abnahme bei der Häufigkeit von postoperativer Übelkeit und Erbrechen zeigte. Ingwer wurde mehrfach zur Linderung von Übelkeit nach Operationen bzw. Narkosen untersucht und zeigte dabei widersprüchliche Ergebnisse. Das Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ schreibt dazu:

„Nach einem überblick über die publizierten Doppelblindstudien zur Verhinderung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen besteht zwischen Ingwer und Placebo kein Unterschied, jedoch ein Effekt bei Schwangerschaftserbrechen und der Reisekrankheit. Dennoch wird von verschiedenen Seiten die Anwendung bei Schwangeren wegen fehlender umfangreicher Daten und der unklaren Thromboxan-Synthesehemmung durch Ingwer nicht empfohlen.“

Siehe auch:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als ‚Gut‘ bewertet

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

 

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Ingwer bei Erkältungen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Phytotherapie bei Erkrankungen im Vedauungstrakt

Diesen Artikel teilen:

Beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming sprach Professor Dr. Robert Fürst von der Goethe-Universität Frankfurt am Main über pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) bei Erkrankungen im Verdauungstrakt.

Bei der Indikation Übelkeit und Erbrechen empfahl Robert Fürst den Ingwerwurzelstock. Die Studienlage sei zwar heterogen, doch bei Reiseübelkeit sei die Wirksamkeit gut belegt. Eine Besonderheit sei hier, dass kein Extrakt zum Einsatz kommt, sondern der gepulverte Ingwerwurzelstock (zum Beispiel Zintona®). Bei Reizmagen oder auch funktioneller Dyspepsie gibt es laut Fürst Wirksamkeitsbelege für ein Kombipräparat aus Kümmelöl und Pfefferminzöl (Carmenthin®) und für STW-5 (Iberogast®). Zur Unterstützung der Leberfunktion könne der Mariendistelfrüchte-Trockenextrakt Legalon® empfohlen werden, jedoch nur bei alkoholischem Leberschaden. Bei viralen Hepatitiden gebe es keine Evidenz für die Wirksamkeit.

Dyspepsie beziehungsweise funktionelle Störungen der ableitenden Gallenwege lassen sich laut Fürst mit dem Artischockenblätter-Trockenextrakt Hepar-SL® günstig beeinflussen. Vorsicht sei dabei jedoch geboten, denn bei einem Verschluss der Gallenwege seien Artischockenblätter aufgrund ihrer choleretischen Wirkung kontraindiziert.

Bei Reizdarmsyndrom gebe es evidenzbasierte Empfehlungen für Flohsamenschalen (zum Beispiel Mucofalk®), Iberogast und hoch dosiertes Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln (zum Beispiel Medacalm®).

Für Flohsamenschalen sieht der Experte auch Anwendungsmöglichkeiten bei Colitis ulcerosa. Für diese Indikation eigne sich auch Myrrhinil®, eine Kombination aus Myrrhepulver, Kaffeekohlepulver und Kamillenblüten-Trockenextrakt. Beide Phytopharmaka haben laut Fürst in Studien gezeigt, dass sie bei Patienten mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zum Remissionserhalt ebenso wirksam sind wie der chemisch definierte Wirkstoff Mesalazin.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=61686

Kommentar & Ergänzung:

Verdauungsbeschwerden sind ein bewährtes Anwendungsfeld für Heilpflanzen-Präparate.

Der Artischockenblätter-Trockenextrakt Hepar-SL®   heisst in der Schweiz Hepa-S®.

Pfefferminzölkapseln sind in der Schweiz als Colpermin®  im Handel, Flohsamenschalen unter den Namen Laxiplant und Metamucil.

Ein weiteres interessantes Anwendungsgebiet für Flohsamenschalen und für Pfefferminzölkapseln ist der Reizdarm (Colon irritabile).

Siehe dazu hier:

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

Phyto-Kombi mit Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

STW-5 (Iberogast®) setzt sich zusammen aus neun Komponenten:

Bittere Schleifenblume (Iberis amara), Angelikawurzel (Engelwurz), Kamillenblüten, Kümmelfrüchte, Mariendistelfrüchte, Melissenblätter, Pfefferminzblätter, Schöllkraut und Süßholzwurzel.

Siehe dazu:

Phytotherapie bei Reizmagensyndrom

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Oeko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als „gut“ bewertet

Diesen Artikel teilen:

Die Zeitschrift „Oeko-Test“ (6 / 2016) hat 20 rezeptfreie Mittel gegen Reisekrankheit auf Wirksamkeit, Risiken und Nebenwirkungen und problematische Hilfsstoffe untersucht. Darunter waren Tabletten, Kapseln, Kaugummis, Lutschtabletten und Rektalzäpfchen.

Nur drei der untersuchten Präparate werden im Test mit dem Gesamturteil „gut“ empfohlen und der Großteil schnitt nur „befriedigend“ ab.

Zwei der mit „gut“ benoteten Präparate enthalten den gängigsten Wirkstoff Diphenhydramin, der aber Müdigkeit auslösen kann und daher ungeeignet ist, wenn man beispielsweise ein Fahrzeug lenken muss.

Mit „gut“ bewerte wurde auch ein Arzneimittel mit Ingwerwurzelstock-Pulver (Zintona Kapseln). Für Ingwer spreche einerseits, dass Seeleute schon seit Jahrhunderten auf die Heilpflanze schwören. Dem „Oeko-Test“ Gutachter Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz zufolge belegen auch viele klinische Einzelstudien den Nutzen von Ingwer gegen Reisekrankheit. Ingwer unterdrückt offenbar Brechreiz und Unwohlsein direkt im Magen-Darm-Trakt. Die Wissenschaft diskutiert den Nutzen von Ingwer jedoch kontrovers. Übersichtsarbeiten der Universität Freiburg aus dem Jahr 2005 und von neuseeländischen Forschern im Jahr 2014 kamen zum Schluss, dass Ingwer in klinisch relevanten Mengen unterwegs nicht gegen Schwindel und Übelkeit hilft. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hingegen kam 2012 zur Einschätzung, dass Dosierungen von 500 bis 1000 mg Ingwerpulver einen zwar geringen, aber klinisch relevanten Effekt zeigen.

Abgeraten hat der Gutachter von den beiden untersuchten Ingwer-Lutschtabletten. Es sei unklar, woraus der Ingwer-Extrakt in den Pastillen bestehe und zudem enthielten sie im Vergleich zu klinisch geprüften Arzneimitteln (Zintona) deutlich zu niedrig dosierte Mengen.

Quelle:

https://media.arbeiterkammer.at/ooe/T_2016_Reisekrankheit_OekoTest.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass Ingwer keine Müdigkeit verursacht, ist ein gewichtiger Vorteil.

Der „Oeko-Test“-Gutachter differenziert sorgfältig zwischen qualitativ verschiedenen Ingwer-Produkten. Wie bei anderen Heilpflanzen auch, kann man nämlich nicht pauschal sagen, „Ingwer hilft gegen Reisekrankheit“. Man muss immer auch hinzufügen, in welcher Form die Pflanze zur Anwendung kommt.

Die erwähnten und negativ bewerteten Ingwer-Lutschtabletten sind offensichtlich nicht als Arzneimittel zugelassen, sondern als Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzung im Handel. Damit unterstehen sie nicht den strengeren Vorgaben der Arzneimittelgesetzgebung.

Bei solchen Produkten ist oft nicht wirklich klar, welchen Wirkstoffgehalt sie haben. Zudem gibt es für Nahrungsergänzungsmittel nur wenig Forschung, weil keine Wirksamkeit nachgewiesen werden muss. Wo immer möglich ist es daher ratsam, bei Heilpflanzen-Präparaten Phytopharmaka vorzuziehen – also Präparate mit Arzneimittelstatus. Sie sind meistens besser dokumentiert, genauer kontrolliert und vergleichsweise auch besser in ihrer Wirksamkeit belegt.

Eine Kapsel ZINTONA® enthält übrigens 250 mg Ingwerwurzelstock-Pulver.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Phytopharmaka bei Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt

Diesen Artikel teilen:

Beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming sprach Professor Dr. Robert Fürst von der Goethe-Universität Frankfurt am Main auch über die Anwendung von Phytopharmaka bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts.

Der Pharmazeutische Biologe sprach sich zum Beispiel für Ingwerwurzelstock in der Indikation Übelkeit und Erbrechen aus. Die Studienlage sei zwar heterogen, doch bei Reiseübelkeit sei die Wirksamkeit gut belegt, erklärte Fürst. Eine Besonderheit sei, dass hier kein Extrakt zum Einsatz komme, sondern gepulverter Ingwerwurzelstock (zum Beispiel als Zintona®). Bei Reizmagen oder auch funktioneller Dyspepsie gebe es Wirksamkeitsbelege für die Pfefferminzöl-Kümmelöl-Kombination Carmenthin® (früher Enteroplant®) und für STW-5 (Iberogast®). Zur Unterstützung der Leberfunktion sprach sich der Referent für den Mariendistelfrüchte-Trockenextrakt Legalon® aus, allerdings nur bei alkoholischem Leberschaden. Bei viralen Hepatitiden gebe es keine Evidenz für die Wirksamkeit.

Dyspepsie beziehungsweise funktionelle Störungen der ableitenden Gallenwege können laut Fürst mit dem Artischockenblätter-Trockenextrakt Hepar-SL® günstig beeinflusst werden. Vorsicht sei dabei jedoch geboten, denn bei einem Verschluss der Gallenwege ist der Artischockenbätter-Extrakt aufgrund seiner gallenflussanregenden Wirkung kontraindiziert.

Evidenzbasierte Empfehlungen bei Reizdarmsyndrom seien Flohsamenschalen (zum Beispiel Mucofalk®), Iberogast® und hoch dosiertes Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln (zum Beispiel Medacalm® oder Colpermin®), so der Experte. Bei Colitis ulcerosa könne auch Flohsamenschalen zum Einsatz kommen, ebenso wie Myrrhinil®, eine Kombination aus Myrrhepulver, Kaffeekohlepulver und Kamillenblüten-Trockenextrakt. Beide Phytopharmaka hätten in Studien gezeigt, dass sie bei Patienten mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zum Remissionserhalt ebenso wirksam seien wie der chemisch definierte Wirkstoff Mesalazin.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=61686

Kommentar & Ergänzung:

Phytopharmaka bieten eine grosse Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten für Beschwerden im Verdauungstrakt. Dieser Bericht vom Fortbildungskongress Pharmacon stellt Phytopharmaka vor, deren Wirksamkeit durch Studiendaten belegt sind.

Siehe auch:

Phytotherapie im Verdauungstrakt – ein Überblick

Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl lindert Reizdarmsyndrom

Heilpflanzen-Anwendungen bei Reizdarmsyndrom

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Diesen Artikel teilen:

Ingwerpulver scheint Schmerzen bei Frauen mit Menstruationsbeschwerden (primärer Dysmenorrhö) zu lindern. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse von sieben kontrollierten Studien.

Mit NSAR (Schmerzmittel) gelingt es eigentlich zahlreichen Frauen ganz gut, die Menstruationsschmerzen zu lindern.

Ein Viertel der Frauen spreche allerdings auf Dauer nicht genügend auf solche Arzneimittel an, anderen wiederum machten Nebenwirkungen wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Übelkeit zu schaffen. Das schreiben Dr. James Daily vom gleichnamigen US-amerikanischen Vitamin- und Kräuterpräparate-Händler in Rockwell sowie Ernährungswissenschaftler der Universität in Asan in Südkorea in einer Metastudie (Pain Med 2015, online 14. Juli).

Der Unternehmer und die Wissenschaftler haben die englischsprachige, chinesische und koreanische Fachliteratur nach Studien durchsucht, in denen Ingwerpulver zur Linderung der Regelschmerzen eingesetzt wurde.

Die Forscher berücksichtigten für ihre Untersuchung nur randomisiert-kontrollierte Studien zu primärer Dysmenorrhö unter der Bedingung, dass die Schmerzen mit einer visuellen Analogskala erfasst worden waren.

Sieben Studien mit insgesamt 651 Frauen im Alter von über 18 Jahren erfüllten diese Voraussetzungen. Davon wurden zwei Studien als qualitativ hochwertig bewertet – die Wahrscheinlichkeit für Verzerrungen und Fehlannahmen sei hier klein. Vier Studien bescheinigten die Forscher eine moderate und einer eine geringe Qualität.

Sechs Studien wurden im Iran durchgeführt, eine in Indien. Fünf Studien verglichen Ingwerpulver gegen Placebo, eine gegen Placebo und Zinksulfat und eine gegen zwei verschiedene NSAR.

Durchschnittlich erhielten die Frauen in den Verumgruppen zwischen 0,75 und 2 g Ingwerpulver pro Tag über die ersten drei bis vier Tage des Zyklus hinweg. Die Studien erstreckten sich meist über zwei Monatszyklen.

Wegen qualitativer Mängel berücksichtigten die Autoren für die Beurteilung der Wirksamkeit nur vier Studien mit zusammen 494 Patientinnen.

In diesen vier Studien konnten die Beschwerden dann auf der 10-Punkte-Analogskala mit Ingwerpulver im Schnitt um 1,9 Punkte signifikant stärker reduziert werden als in den Kontrollgruppen.

Nach Ausschluss einer Studie, in der die Kontrollgruppe an speziellen Übungen teilnahm, reduzierte Ingwerpulver in den verbliebenen drei Studien die Schmerzen um 2,6 Punkte besser als Placebo. Zu diesen drei Studien zählten immerhin die beiden qualitativ hochwertigen Untersuchungen.

Nebenwirkungen der Behandlung wurden nur in einer der Studien festgestellt. Es wurde dabei berichtet von vermehrtem Auftreten von Kopfschmerzen und Sodbrennen – allerdings sowohl in der Verum- als auch in der Kontrollgruppe. Drei der Studien hatten sich gar nicht die Mühe gemacht, Nebenwirkungen zu erfassen, und in drei Studien wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.

In den Studien mit einem aktiven Kontrollmedikament habe Ingwerpulver eine vergleichbar gute Wirksamkeit gezeigt wie herkömmliche Schmerzmittel, schreiben Daily und Ko-Autoren.

Trotz verschiedener Einschränkungen wie kleiner Probandenzahl sehen sie in ihren Resultaten Hinweise auf eine deutliche Schmerzlinderung durch Ingwerpulver. Da in den Studien kein Dosiseffekt zu erkennen war, raten sie mit 0,75 g/Tag anzufangen und die Dosis bei Bedarf zu steigern.

Der Ingwerwurzelstock enthält als Inhaltsstoffe Gingerole und Shoagole

Die Gingerole bewirken eine Hemmung der Expression des Enzyms Cyclooxygenase 2. Shoagole beeinflussen Ionenkanälen, die eine wichtige Rolle bei Schmerzen haben. Dies könnte einen schmerzlindernden Effekt von Ingwer erklären.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/894546/metaanalyse-ingwer-lindert-regelschmerzen.html

Kommentar & Ergänzung:

Ingwer ist eine interessante Heilpflanze. Die Phytotherapie verwendet Ingwer vor allem gegen Übelkeit und Erbrechen – zum Beispiel bei Reisekrankheit (Kinetosen), während Chemotherapie und nach Operationen.

Ingwer wird aber auch seit langem schon eingesetzt zur Linderung von Verdauungsbeschwerden und Erkältungskrankheiten.

Diese Metastudie zur Linderung von Menstruationsbeschwerden durch Ingwerpulver ist bemerkenswert, auch wenn eine ganze Reihe von offenen Fragen bleiben.

Dieser Kräuterpräparate-Hersteller steht etwas gar zu stark im Zentrum der Metastudie, was Fragen aufwirft bezüglich der Unabhängigkeit

Zudem kommen sechs von sieben erfassten Studien aus dem Iran. Das erinnert mich an eine Bemerkung von Roman Huber, Leiter des Zentrums für Naturheilkunde der Uniklinik Freiburg, in einem Interview: „Bei derartigen Untersuchungen sollte man vorsichtig sein, denn aus dem Iran kommen genau wie aus China in Sachen Naturheilkunde eigentlich nur Studien mit positiven Ergebnissen.“ (Das ganze Interview handelt von der Passionsblume und ist hier nachzulesen).

Auffällig ist zudem, dass sich kein Dosiseffekt zeigt. Normalerweise wäre bei höherer Dosierung ein stärkerer Effekt zu erwarten.

Trotz aller Einwände und Schwächen: Wenn ich Menstruationsbeschwerden hätte – was natürlich nicht der Fall ist – dann würde ich Ingwerpulver wahrscheinlich ausprobieren. Teuer ist diese Anwendung nicht. Ingwerpulver ist auch in Kapselform im Handel (zum Beispiel als Zintona® mit 0,25 g Ingwerpulver pro Kapsel). Ein allfälliger Effekt müsste sich rasch zeigen, nicht erst bei Langzeitgebrauch. Ich würde zwei Tage vor der erwarteten Menstruation mit der Einnahme beginnen und damit fortfahren, solange die Beschwerden anhalten.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Diesen Artikel teilen:

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Diesen Artikel teilen:

Ingwer (Zingiber officinale) ist in der Phytotherapie die wichtigste Heilpflanze zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen. Gut etabliert ist die Anwendung von Ingwerwurzelstock bei Übelkeit und Erbrechen auf dem Hintergrund einer Reisekrankheit (Kinetose). Auch bei Übelkeit und Erbrechen nach Operationen oder als Nebenwirkung einer Chemotherapie kann Ingwer lindernd wirken.

Schwieriger ist die Situation beim Thema Schwangerschaftserbrechen / Schwangerschaftsübelkeit.

Durchaus zu Recht und vor allem seit dem Contergan-Skandal sind Arzneimittelbehörden und Fachleute zurückhaltend mit der Empfehlung von Medikamenten in der Frühschwangerschaft (Artikel zum Contergan-Skandal auf Wikipedia).

Diese Vorsicht wirkt sich auch auf die Empfehlung von Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen bzw. Schwangerschaftsübelkeit aus. In der Phytotherapie-Fachliteratur findet man daher oft Formulierungen folgender Art:

„Da keine Studien zur Sicherheit der Anwendung von Ingwer bei Schwangerschaftserbrechen vorliegen, wird bei dieser Indikation vom Gebrauch abgeraten.“

Quelle:

http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Ingwerwurzel.html

Solche Einschränkungen sind nicht zuletzt auch juristisch begründet, um allfällige Haftungsansprüche auszuschliessen. Konkrete Fälle von Fehlgeburten oder Missbildungen durch Anwendung in der Frühschwangerschaft sind meines Wissens bisher nicht beschrieben worden.

Aber eben: Eine systematische Überprüfung der Sicherheit von Ingwer in der Schwangerschaft – und dazu würden wohl auch Tierversuche mit schwangeren Nagetieren gehören – hat bisher nicht stattgefunden.

Auf dieser Grundlage hat es mich überrascht, auf dem Portal „gesundheitsinformation.de“ Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft positiv erwähnt wird:

„Eine Alternative sind pflanzliche Mittel mit Ingwer. Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Ingwerprodukte die Beschwerden bei Schwangeren lindern können. Dazu zählen Ingwerkapseln und Ingwersirup (mit 250 mg Ingwer pro Dosis), die drei- oder viermal am Tag eingenommen werden. Ob die Anwendung von Ingwertee oder größeren Mengen Ingwer in der Nahrung eine Wirkung hat, ist unklar.

Für pflanzliche Präparate mit Kamille, Himbeerblättern oder Pfefferminze gibt es keinen Beleg dafür, dass sie die Beschwerden bessern.“

Quelle:

http://www.gesundheitsinformation.de/was-hilft-gegen-ubelkeit-in-der-schwangerschaft.2686.de.html?part=beschwerden-sd

Kommentar & Ergänzung:

Kapseln mit 250 mg Ingwerpulver sind in der Schweiz als ZINTONA® im Handel. Der Packungsprospekt beschreibt die Anwendungsbereiche so:

„ZINTONA kann bei Verdauungsstörungen und Magenbeschwerden verwendet werden.

Zudem soll ZINTONA vorbeugend gegen Symptome der See-, Flug- und Reisekrankheit (Kinetose) wie z.B. Schwindel, Übelkeit und Erbrechen wirken. ZINTONA hat sich gegen Erbrechen im Zusammenhang mit Fieber bei Kindern ab 6 Jahren als wirksam erwiesen.“

Quelle: http://www.compendium.ch/mpub/pnr/21941/html/de

Da steht aber eben auch als Einschränkung:

„Klinische Studien haben nach kurzzeitiger Anwendung keinen Hinweis auf Entstehung von Missbildungen erbracht. Zur chronischen Anwendung liegen keine ausreichenden Daten vor.
ZINTONA® Kapseln sollen daher in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.“

Quelle: http://zintona.de/Zintona-Gebrauchsinfo-de.html

 

Zu Ingwer in der Schwangerschaft siehe auch:

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen?

Für Kamille und Himbeerblätter sehe ich auch keine Belege für eine Wirksamkeit bei Schwangerschaftsübelkeit / Schwangerschaftserbrechen. Für Pfefferminztee gibt es zwar auch keine Studien – wer soll die schon finanzieren – doch kann ich mir eine Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen vorstellen durch den Gehalt an Menthol. Zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen würde ich den Pfefferminztee gekühlt trinken (aus dem Kühlschrank), weil die Kälte wohl auch günstig wirkt. Einen Versuch Wert sind zudem Eiswürfel aus Pfefferminztee.

Das Portal gesundheitinformation.de ist ein Angebot des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Es bietet wissenschaftlich gesicherte Informationen über Gesundheitsfragen.

Neben dem Ingwer werden im Beitrag auch andere Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft bewertet:

Es gebe nur wenige Studien, die die Wirksamkeit von Medikamenten gegen Übelkeit und Erbrechen bei Schwangeren untersucht haben.

Das liege unter anderem daran, dass aus Vorsicht, dem Kind nicht zu schaden, kaum klinische Studien bei Schwangeren durchgeführt werden.

Die gängigen Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen werden überwiegend kritisch beurteilt – beispielsweise Dimenhydrinat und Metoclopramid, deren Wirksamkeit in der Schwangerschaft ungenügend durch Studien belegt sei.

Das gelte auch für Methoden aus Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin:

„Viele schwangere Frauen probieren auch Behandlungen der sogenannten Alternativ- oder Komplementärmedizin aus. Häufig wird zum Beispiel Akupressur empfohlen, etwa in Form von „Akupressurbändern“ für das Handgelenk, die sanften Druck auf bestimmte Punkte ausüben sollen. Zur Wirkung von Akupressur gibt es bislang nur widersprüchliche Studienergebnisse – manche sprechen für eine Wirkung, andere nicht. Für die Akupunktur fehlen Belege dafür, dass sie hilft. Das gilt auch für homöopathische Mittel.“

Quelle:

http://www.gesundheitsinformation.de/was-hilft-gegen-ubelkeit-in-der-schwangerschaft.2686.de.html?part=beschwerden-sd

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Diesen Artikel teilen:

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft, Vitamin B6

Diesen Artikel teilen:

Angesichts der schweren Schwangerschaftsübelkeit der Herzogin Kate in London kommt auf n-tv.de Christian Albring zu Wort, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte. Betroffene Frauen sollten ausschließlich das essen, was ihnen wirklich schmeckt. Essen sie andere Dinge, müssen sie sich meist sehr schnell wieder übergeben.

Auslöser für die Übelkeit sind die hormonellen Veränderungen im Körper einer Schwangeren. Oft ist ihr morgens schlecht, der Zustand kann jedoch laut Albring auch den ganzen Tag anhalten. Die meisten Schwangeren leiden zwischen der sechsten und vierzehnten Schwangerschaftswoche unter den Beschwerden. Danach treten sie nur noch sehr selten auf.

Ebenfalls selten kommt es vor, dass Übelkeit und Erbrechen so stark sind, dass eine werdende Mutter wie Herzogin Kate ins Spital muss. Das sei nur bei zwei bis drei Prozent der Frauen so“ erläutert der Frauenarzt. Die normale Übelkeit, das normale Erbrechen müssen nicht im Spital behandelt werden. Als Risikofaktoren für übermäßige Übelkeit gelten Mehrlingsschwangerschaften, die erste Schwangerschaft einer Frau sowie leichtes Übergewicht.

Wenn Frauen sehr oft erbrechen, verlieren sie dabei so viel Flüssigkeit und lebenswichtige Nahrungsbestandteile, dass sie Infusionen in der Klinik brauchen. Das übermäßige Erbrechen sei gefährlich für die Mutter und dann auch das Kind, und zwar abhängig von der Dauer, erklärt Albring. Unproblematisch sei, wenn die Beschwerden nur einen Tag schlimm sind. Leide eine Frau jedoch über mehrere Tage darunter, müsse sie im Krankenhaus zunächst mit Infusionen ernährt werden, um Magen und Darm zu entlasten. Dann werde langsam immer etwas festere Kost dazugegeben, bis sich die Frau daran gewöhnt habe.

Um mit einer leichten Übelkeit besser klarzukommen, könne eine Schwangere auch das als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäufliche Vitamin B6 nehmen. Eine weitere Möglichkeit sei Ingwer in Mengen von ein bis vier Gramm. Albring empfiehlt zudem, reichlich zu trinken. Die Schwangere sollte darüber hinaus viele Kohlenhydrate beispielsweise aus Süßigkeiten essen und eher wenig fett- oder säurehaltige Lebensmittel.

Ganz wichtig sei ausserdem, dass sie sich nicht dem Geruch beispielsweise von gekochten Speisen oder dem Kühlschrankinhalt aussetze, erklärt Albring. Darüber hinaus sollte die betroffene Frau sehr viel lüften, denn vielfach werde die Übelkeit allein durch Gerüche ausgelöst.

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Uebelkeit-in-der-Schwangerschaft-article9685441.html

Kommentar & Ergänzung:

Aus Sicht der Phytotherapie interessant ist die Empfehlung von Ingwer gegen Schwangerschaftsübelkeit.

Die Situation rund um die Anwendung von Ingwer bei Schwangerschaftsübelkeit und Schwangerschaftserbrechen ist etwas komplex.

Einerseits gibt es kleinere Studien, die eine Wirksamkeit zeigen und bei denen keine Zwischenfälle auftraten.

Andererseits ist aber ein Ingwerpräparat (Zintona Kapseln), das gegen Reisekrankheit zugelassen ist,  mit der Kontraindikation „Schwangerschaft“ versehen, weil die Sicherheit dieses Präparates in der Schwangerschaft nicht zweifelsfrei geklärt wurde.

Aus einem ähnlichen Grund findet sich auch in der Phytotherapie-Fachliteratur beim Ingwer meist die Kontraindikation „Schwangerschaft“.

Von Gynäkologinnen und Gynäkologen kommen aber durchaus immer wieder Empfehlungen für Ingwer bei dieser Indikation, wie hier in diesem Beitrag vom Präsidenten des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Am besten untersucht ist die Wirkung von Ingwer gegen Reisekrankheit (Kinetosen).  Darüber hinaus gibt es auch Studien gegen Erbrechen nach Operationen. Beliebt ist darüber hinaus Ingwertee bei Erkältungen. Ingwerkompressen werden in der Krankenpflege eingesetzt zum Beispiel bei Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen.

Siehe auch:

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Reisekrankheit: Dimenhydrinat oder Ingwer

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschftserbrechen

Übelkeit in der Schwangerschaft

Ingwer vermindert Muskelschmerzen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen?

Manchmal hilft übrigens auch das Lutschen von Eiswürfeln, die aus Pfefferminztee hergestellt worden sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Reisekrankheit: Apotheker empfehlen vorzugsweise Dimenhydrinat und Ingwer

Diesen Artikel teilen:

Die Pharmaceutical Tribune hat 50 Apotheker befragt, welche Produkte sie ihren Kunden gegen Reisekrankheit für ihre Reiseapotheke mitgeben würden.

Wenn der Organismus mit einer für ihn widersprüchlichen Information konfrontiert wird, führt dies meist zum Auftreten unangenehmer Symptome. Bei der Reisekrankheit (Kinetose) kommt es zu genau solch einer Wirkung: Man selbst glaubt, sich in Ruhelage zu befinden, gleichzeitig wird jedoch das Vestibularorgan durch leichte Bewegungen und Schwingungen gereizt.

Die Folge sind Beschwerden wie Unwohlsein, Übelkeit, Schwindel und Schweißausbrüche. Mit welchen Produkten man sich im Urlaub vor einer solchen Erfahrung schützen kann, war Thema der Umfrage bei den 50 Apothekern:

„Als beliebtestes und von nahezu drei Viertel aller Befragten empfohlen erwies sich das Produkt Travelgum von Meda Pharma. Dessen Wirkstoff Dimenhydrinat, ein Antihistaminikum und Antivertiginosum, hat eine zentrale Wirkung auf das Vestibularorgan und verhindert das typische Unwohlsein und Schwindelgefühl, das sich auf Reisen einstellt. Als Kaugummi vorliegend, wirkt es innerhalb einer halben Stunde und kann dadurch bei Bedarf eingenommen werden. Doch nicht nur unter den Apothekern ist Travelgum das beliebteste Produkt, auch die Kunden berichten oft über eine gute Wirksamkeit und verlangen meist selbst nach diesem Präparat.

An zweiter Stelle und von mehr als der Hälfte der Apotheker wurde das Ingwerwurzelpräparat Zintona empfohlen. Ingwer hat eine gut dokumentierte Wirkung bei Schwindel, Übelkeit und Erbrechen und ist somit bestens zur Prävention geeignet. Im Vergleich zu Travelgum sollte es jedoch bereits einige Stunden vor Reiseantritt und anschließend für die Dauer der Reise erneut regelmäßig eingenommen werden. Neo-Emedyl, ebenfalls ein Dimenhydrinat- Produkt, wurde von knapp einem Drittel aller Apotheker empfohlen. Mit seinem zusätzlichen Gehalt an Koffein soll es die sedierende Wirkung des Hauptwirkstoffs mindern.“

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109691&dspaid=946267

Kommentar & Ergänzung:

Ein wichtiger Vorteil von Ingwer ist, dass er keine Müdigkeit auslöst, im Gegensatz zum Antihistaminikum Dimenhydrinat.

Siehe auch:

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Tipps gegen Reiseübelkeit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Diesen Artikel teilen: