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Aromatherapie / Aromapflege: Ätherische Öle mit antiviraler Wirkung

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Auf springermedizin.at veröffentlichte Wolfgang Steflitsch einen Beitrag mit dem Titel „Ein medizinischer Blick auf die Aromatherapie“. Ein Abschnitt in diesem Artikel geht auf die antivirale Wirkung von ätherischen Ölen ein:

„Aber auch die antivirale Aktivität zählt zu den Domänen von ätherischen Ölen. Besondere Einsatzgebiete sind dabei Herpes- und Influenza-Viren. Bewährte ätherische Öle in dieser Indikation sind Ingwer (Zingiber officinale), Kamille deutsch (Matricaria recutita), Manuka (Leptospermum scoparium), Sandelholz (Santalum album), Melisse (Melissa officinalis), Teebaum (Melaleuca alternifolia), Ravintsara (Cinnamomum camphora Ct. Cineol) und Ysop (Hyssopus officinalis).“

Quelle:

http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=41341

Komplementärmedizin Nr. 2 / 2014

 

Kommentar & Ergänzung:

Viele ätherische Öle zeigen antivirale Wirkungen. Das ist eine interessante Eigenschaft dieser Wirkstoffe aus Heilpflanzen.

Auf welchen Kriterien sich die obige Auswahl begründet, ist unklar. Mir fehlt hier zum Beispiel Pfefferminzöl, das gut wirksam ist gegen Herpesviren.

Es gibt allerdings einen wichtigen Aspekt, der bei diesem Thema zu beachten ist:

Im Labor können ziemlich leicht antivirale Wirkungen von ätherischen Ölen erzeugt und festgestellt werden. Entscheidend ist aber die Frage, ob solche Effekte auch in der konkreten Erkrankungssituation auftreten. Bei Herpes ist das plausibel, wenn Melissenöl oder Pfefferminzöl im Frühstadium lokal aufgetragen wird. Bei Influenza (Grippe) ist das schwieriger. Ätherische Öle kann man mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht in so hohen Dosierungen einnehmen, dass sie eine Konzentration erreichen, die im ganzen Körper antiviral wirkt. Und auch beim Verdunstenlassen in der Raumluft ist fraglich, ob eine wirksame Konzentration erreicht wird. Allenfalls könnte man durch direktes Inhalieren von ätherischen Ölen einen lokalen antiviralen Effekt in den Atemwegen bewirken, aber es stellen sich hier noch sehr viele offene Fragen.

Meinem Eindruck nach gibt es in der Aromatherapie bzw. Aromapflege eine Tendenz, allzu schnell von Laborwirkungen auf Wirkungen in der Erkrankungssituation zu schliessen. Da würde ich mir mehr Differenzierung wünschen.

Siehe auch:

Antivirale Wirkung von Pfefferminzöl und Melissenöl gegen Herpes-simplex-Viren

Herpesviren mit Melissenöl und Teebaumöl stoppen 

Melissenöl hält Herpesviren in Zellkulturen in Schach

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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Heilpflanzen bei Depression, Angst und Schlafstörungen

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Unter dem Titel „Phytosedativa – Schlaftherapie ohne Risiko?“ publizierte das Komitee  Forschung Naturmedizin (KFN) einen Beitrag von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Martin E. Keck.

Darin findet sich eine interessante Übersicht von Heilpflanzen, die in den Bereichen Depression, Angst und Schlafstörungen eingesetzt werden. Hier die Übersicht (Darstellung leicht verändert, Schreibfehler bei den Pflanzennamen korrigiert, Inhalt unverändert):

„Arzneipflanzen, die bei depressiven Störungen, Angst- und Schlafstörungen

eingesetzt werden:

Pflanze / Deutscher Name: Anwendung

Bacopa monnieri / Brahmi: Depression, Angst, Schlaf

Centella asiatica / Indischer Wassernabel: Depression, Angst

Crocus sativus / Safran: Depression, Angst

Echinum amoenum / Borage:  Depression, Angst

Ginkgo biloba / Ginkgo: Depression, Angst

Hypericum perforatum / Johanniskraut:  Depression, Angst, Schlaf

Lavandula spp / Lavendel: Depression, Angst, Schlaf

Matricaria recutita / Kamille: Angststörungen

Melissa officinalis / Melisse: Depression, Angst, Schlaf

Panax ginseng / Ginseng: Depression, Angst, Schlaf

Papaver somniferum / Mohn: Sedation, Euphorie

Passiflora incarnata / Passionsblume: Angst, Schlaf

Piper methysticum / Kava-Kava: Depression, Angst, Schlaf

Rhodiola rosea/ Rosenwurz: Depression, Angst, Erschöpfung

Scutellaria lateriflora / Helmkraut: Angst, nervöse Erschöpfung, Schlaf

Eschscholzia californica / Kalifornischer Mohn: Angst, Schlaf

Valeriana spp. / Baldrian:  Depression, Angst, Schlaf

Vitex agnus-castus / Mönchspfeffer: (menstruelle) Dysphorie, Schlaf

Withania somnifera / Schlafbeere:  Angst, Schlaf, nervöse Erschöpfung

fett = basierend auf Humanstudien

(nach Sarris et al. A systematic review of insomnia and complementary

medicine.SleepMedRev 15, 99-106, 2011)“

Quelle: http://www.phytotherapie-komitee.de/News/pk_18_04_12/Prof-Keck-Statement.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Diese Aufstellung enthält gute Anregungen und Ideen. Die Wirksamkeit der einzelnen Heilpflanzen bei den aufgeführten Indikationen ist aber sehr unterschiedlich gut belegt. Für die Wirksamkeit von Johanniskraut-Extrakten bei leichten und mittleren Depressionen gibt es beispielsweise gute klinische Studien, bei Mönchspfeffer gegen Schlafstörungen oder bei Kamille gegen Angststörungen ist das nicht der Fall.

Beim Thema Schlaf fehlt mir in dieser Aufstellung der Hopfen, welcher vor allem als Hopfenextrakt zusammen mit Baldrianextrakt angewendet wird.  Für solche Kombinationspräparate gibt es ebenfalls guten klinische Studien.

Beliebt als Abendtee bzw. Schlaftee sind zudem Orangenblüten und Goldmelissenblüten, obwohl für beide keine Belege für die Wirksamkeit vorliegen.

Von Kava-Kava gibt es leider zur Zeit keine wirksamen Präparate im Handel. Kava-Extrakte zeigen in klinischen Studien Wirksamkeit bei generalisierten Angststörungen. Die entsprechenden Fertigpräparate wurden vor einigen Jahren wegen Verdachtsmeldungen auf Leberschäden aus dem Handel genommen (wobei ein ursächlicher Zusammenhang mit der Kava-Einnahme nur mangelhaft geklärt ist).

Siehe auch:

Neue Kava-Studie zeigt Wirksamkeit wässriger Extrakte

Passionsblume und Kava-Kava lindern Angstzustände

Anstelle der vom Markt genommen wirksamen Kava-Extrakte werden nun Similasan Kava-Kava Tabletten oder spagyrische Kava-Tinktur verkauft, die beide bei der Heilmittelbehörde als Homöopathika angemeldet sind, deshalb keinen Wirksamkeitsbeleg vorlegen müssen und die Wirksamkeit entsprechend auch nicht belegt haben. Die Präparate haben nichts mit den ursprünglichen Kava-Extrakten zu tun, beanspruchen aber dieselbe Wirkung. Meiner Ansicht nach werden hier die Konsumentinnen und Konsumenten hinters Licht geführt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hausmittel gegen Insektenstiche, Prellungen und Juckreiz

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Ob Insektenstiche, Prellungen oder Juckreiz, zahlreiche Patienten möchten ihre Hautprobleme am liebsten mit Heilpflanzen behandeln. Und die Natur hat tatsächlich auch einiges zu bieten.

Kamille und Ringelblume als pflanzliche Antiphlogistika (Entzündungshemmer) sind vielen Menschen bekannt. Aber auch Cardiospermum halicacabum (Ballonrebe), Solanum dulcamara (Bittersüß) und Hamamelis virginiana (Zaubernuss) werden oft eingesetzt. Allerdings handelt es sich bei diesen Heilpflanzen um sehr mild wirksame Therapeutika. Ihr entzündungshemmender Effekt ist deutlich schwächer als von 0,5%igem Hydrocortison und erst recht von starken Kortikoiden, erklärte der in Bonn niedergelassene Allgemeinarzt Dr. Detmar Jobst in einem Seminar der practica.

Die Blüten der Kamille (Chamomilla recutita, Matricaria recutita) werden bei den verschiedensten entzündlichen Hauterscheinungen eingesetzt. Hauptwirkstoffe der Kamillenblüten sind Chamazulen und Bisabolol.

Schachtelhalm & Arnika

Eine weitere Möglichkeit ist die Schachtelhalm-Kompresse: Je vier Esslöffel Arnikablüten, Kamillenblüten und Ringelblumenblüten sowie die gleiche Menge Johanniskraut und Ackerschachtelhalm mit acht Esslöffeln Leinsamen mischen, dann in Leinensäckchen oder Filtertüten füllen und diese zunähen. Danach werden die kleinen Säcke 20 Sekunden in heißes Wasser getaucht und nach dem Abkühlen fünf bis zehn Minuten auf die Entzündung aufgelegt. Die Kräuter-Säckchen eignen sich auch zur Behandlung von Insektenstichen und zur Wundreinigung.

Ebenfalls gern bei Insektenstichen und anderen Schwellungen angewendet werden Arnikablüten. Nur bei Kindern sollte man darauf verzichten, empfiehlt der Mediziner, denn sie entwickeln im Zusammenhang mit Stichen oft eine Korbblütlerallergie.

Der Beinwell ( = Wallwurz, Symphytum officinale)  bewährt sich als Salbe oder Umschlag bei Prellungen, Ergüssen und Furunkeln.

Bei Windeldermatitis, Hämorrhoidalbeschwerden und nässenden Ekzemen riet der Referent zu Hamamelis. Als Alternative kommt auch ein Sitzbad mit Eichenrinde in Betracht. Die Hülle der Frühjahrszweige lindert den Juckreiz und wirkt adstringierend ( = zusammenziehend).

Das bei zahlreichen Patienten beliebte Teebaumöl wirkt desinfizierend und tötet Hautpilze ab, sollte jedoch auf keinen Fall länger stehen. Denn das ranzige Öl führt leicht zu Allergien, ergänzte Professor Dr. Peter Gündling, Allgemeinarzt in Bad Camberg.

Ein wirksames Mittel gegen Juckreiz und Schmerzen hat die Natur mit Chilischoten zu bieten. Das aus Chilischoten gewonnene Alkaloid Capsaicin unterbricht die Schmerzweiterleitung. Capsaicin kann auch bei Prurigo (eine stark juckende Hauterkrankung) angewendet werden.

Quelle:

Medical Tribune, Ausgabe 50 / 2010 S.22,

http://www.medical-tribune.de/patienten/magazin/27042/

Kommentar & Ergänzung:

Der Beitrag in der Medical Tribune gibt gute Hinweise auf Möglichkeiten der Phytotherapie für die Behandlung von Insektenstichen, Prellungen und Juckreiz.

Neben dem Teebaumöl würde ich einfach noch das Lavendelöl erwähnen gegen Hautpilze und bei Insektenstichen. Ebenso als Juckreizstller das Pfefferminzöl gegen Insektenstiche.

Interessant ist für mich die beschriebene Schachtelhalm-Kompresse, weil ich die nicht kenne.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie: wo sie helfen kann….

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Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel ist die oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Heilpflanzen in der Volksmedizin. In einer modernen, wissenschaftlich orientierten Therapieform reicht dies jedoch nicht als Wirksamkeitsbeweis. Darum strebt die Arzneipflanzenforschung danach, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Phytopharmaka zu liefern.

Im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ wird aufgeführt, in welchen Einsatzbereichen sich die Phytotherapie, alleine oder in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt. Hier eine modifizierte Übersicht auf der Basis dieser Publikation:

1. Vorbeugung von Krankheiten

– Stärkung des Immunsystems:

Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea

– Schwitzkuren bei beginnenden grippalen Infekten:

Holunderblüten, Sambucus nigra

Lindenblüten, Tilia – Arten (Tilia cordata, Tilia platyphyllos)

2. Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt

– Entzündungen im Bereich der Mundhöhle:

Salbei, Salvia officinalis

– Blähungstreibend, krampflösend:

Kamille, Matricaria recutita

Kümmel, Carum carvi

Fenchel, Foeniculum vulgare

Pfefferminze, Mentha piperita

– Appetitanregend:

Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:

Enzian, Gentiana-Arten, vor allem Gelber Enzian, Gentiana lutea

Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea

Fieberklee, Menyanthes trifoliata

Arzneipflanzen mit aromatisch-

bitterem Geschmack:

Wermut, Artemisia absinthium

Schafgarbe, Achillea millefolium

– Übersäuerung des Magens:

Käsepappel, Malva – Arten (Chäslichrut, Malva silvestris, Malva neglecta)

– Lebererkrankungen:

Mariendistel, Silybum marianum

– Erkrankungen der Galle:

Artischocke, Cynara scolymus

Löwenzahn, Taraxacum officinale

– Durchfallerkrankungen:

Tormentillwurzel, Potentilla erecta

Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus

– Verstopfung:

Faulbaum, Frangula alnus

Senna, Cassia – Arten

Rhabarber, Rheum palmatum

Leinsamen, Linum usitatissimum

Flohsamen, Plantago ovata

3. Erkrankungen im Bereich der Atemwege:

– Reizhusten: Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen:

Eibisch, Althaea officinalis

Isländische Flechte (Isländisches Moos), Cetraria islandica

– Auswurffördernde Hustenmittel:

Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:

Thymian, Thymus vulgaris

Anis, Pimpinella anisum

Eukalyptus, Eucalyptus globulus

Latschenkiefer, Pinus mugo

Arzneipflanzen mit Saponinen:

Schlüsselblume, Primula veris

Efeu, Hedera helix

– Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:

Sonnentau, Drosera rotundifolia

4. Erkrankungen im Urogenitaltrakt:

– Erhöhung der Harnmenge, besonders bei Steinleiden oder Entzündungen der ableitenden Harnwege:

Birke, Betula pendula

Hauhechel, Ononis spinosa

Schachtelhalm, Equisetum arvense

Wacholder, Juniperus communis

– Unterstützung bei gutartiger Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie):

Weidenröschen, Epilobium angustifolium

Sägepalme, Serenoa repens (Sabal serrulata)

5. Herz- Kreislaufbeschwerden

– Leichte Herzmuskelschwäche, „Altersherz“:

Weißdorn, Crataegus-Arten, vor allem Crataegus oxyacantha und Crataegus monogyna)

– Krampfadern:

Rosskastanie, Aesculus hippocastanum

– Durchblutungsstörungen:

Ginkgo, Ginkgo biloba

– Vorbeugung gegen Arteriosklerose (= „Verkalkung“):

Knoblauch, Allium sativum

6. Nervöse Störungen

– Leichte und mittelschwere Depressionen:

Johanniskraut, Hypericum perforatum

– Einschlafstörungen:

Baldrian, Valeriana officinalis

Melisse, Melissa officinalis

Hopfen, Humulus lupulus

Lavendel, Lavandula angustifolia

7. Gynäkologische Erkrankungen

– Prämenstruelles Syndrom (PMS), klimakterische Beschwerden (z. B. Wallungen):

Mönchspfeffer, Vitex agnus-castus

Nordamerikanisches Wanzenkraut ( = Traubensilberkerze), Cimicifuga racemosa

8. Hauterkrankungen / Wunden:

Ringelblume, Calendula officinalis

Arnika, Arnica montana

Quelle:

Kleines Wörterbuch der Pflanzenmedizin,

herausgegeben von Pharmig, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, Wien

in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pharmakognosie der Universität Wien

www.pharmig.at

Kommentar & Ergänzung:

Die Aufstellung im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ gibt einen guten Überblick, führt aber natürlich längst nicht alle wichtigen Heilpflanzen der Phytotherapie auf.

Wichtig zu wissen ist aber auch, dass es nicht nur darauf ankommt, welche Heilpflanze bei welcher Krankheit eingesetzt werden kann. Mindestens so entscheidend ist auch die Frage, in welcher Arzneiform die jeweilige Heilpflanze optimal zur Wirkung kommt, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, Frischpflanzenpresssaft etc.

Vollständig vergessen ging in der Übersicht der Bereich Rheuma / Arthrose. Hier gibt es interessante und bewährte Heilpflanzen, die auch mit Patientenstudien erforscht werden, zum Beispiel Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), Weidenrinde (Salix-Arten), Weihrauch (Olibanum), Paprika (Capsaicin), Hagebutte.

Interessant ist, dass die Publikation von Pharmig herausgegeben wird, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen. Es gibt in der Komplementärmedizin ein weit verbreitetes Feindbild, wonach die „Pharmaindustrie“ die Naturheilmittel kaputt machen will. Das ist ziemlich naiv, weil die Hersteller komplementärmedizinischer und phytotherapeutischer Präparate längst ein Teil der Pharmaindustrie sind. Sie sind bestens in die entsprechenden Branchenverbände eingebettet. Das pauschale Feinbild „Pharmaindustrie“ ist zwar unsinnig, doch soll die Absage an pauschale Feindbilder nicht davon abhalten, konkrete Pharmafirmen für konkrete Missstände zu kritisieren, wo dies nötig ist.

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Phytotherapie: Mutterkraut gegen Migräne

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Mutterkraut, Feverfew, Falsche Kamille: Die volkstümlichen Bezeichnungen lassen schon das Aussehen und die verschiedenen Anwendungsbereiche des Mutterkrauts erahnen. In der Tat wird Tanacetum parthenium L. (= Chrysanthemum parthenium) von Laien wegen der Ähnlichkeit der Blüten und des campherartigen Geruchs oft mit der Echten Kamille (Matricaria recutita) verwechselt.
Tanacetum parthenium L. zählt zur Familie der Asteraceae (Korbblütler), stammt ursprünglich aus Südosteuropa und ist in ganz Europa, Australien und Nordamerika verbreitet. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind ätherisches Öl mit L-Campher als Hauptbestandteil und Sesquiterpenlactone wie Parthenolid. Für Heilzwecke genutzt werden die getrockneten, ganzen oder geschnittenen oberirdischen Pflanzenteile. Die Europäische Pharmakopöe schreibt einen Mindestgehalt von 0.2% Parthenolid bezogen auf die getrocknete Heilpflanze vor.
Mutterkrautextrakte wirken unter anderem entzündnungswidrig und antibakteriell. Parthenolid und Mutterkraut-Extrakte reduzieren die Thrombozytenaggregation, die Prostaglandinsynthese, die Histaminfreisetzung aus Mastzellen und die Kontraktiliät der glatten Gefässmuskulatur.
Hauptanwendungsbereiche sind Migräne, Arthritis und rheumatische Erkrankungen. Seit dem Altertum wird Mutterkraut auch bei Frauenleiden eingesetzt (unter anderem gegen Menstruationsbeschwerden).
Im Brennpunkt des Interesses steht gegenwärtig die Verwendung zur Migräneprophylaxe. Diese Wirkung wird dem Parthenolid zugeschrieben, wobei der Wirkmechanismus noch nicht vollständig bekannt ist. Die Indikation Migräneprophylaxe ist in der ESCOP-Monografie aufgeführt (European Scientific Cooperative On Phytotherapy). In der Schweiz ist ein entsprechendes Präparat erhältlich.
Parthenolid und die anderen Sesquiterpenlactone sind allerdings potente Allergene. Hautkontakt mit Mutterkraut löst nicht selten eine Kontaktdermatitis aus. Personen mit einer Kontaktallergie gegen Asteraceae (Korbblütler) ist von der Anwendung von Mutterkraut abzuraten. Schwangerschaft und Stillzeit sind ebenfalls Kontraindikationen für Mutterkraut.
Literatur:
_PTA-Forum 12/2009/p34
_M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; 5. Auflage 2009; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart; p650
_D. Frohne; Heilpflanzenlexikon; 8. Auflage 2006; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart; p483
_Jänicke et al.; Handbuch Phytotherapie; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart; p375

Quelle:
http://www.pharmavista.net

Kommentar & Ergänzung:

Mutterkraut wurde schon von Dioskurides im 1. Jahrhundert als Heilpflanze beschrieben. Im Mittelalter wurde es gegen Fieber und Kopfschmerzen verwendet. Der Name kommt von seiner früheren Verwendung bei Erkrankungen der Mutter (Gebärmutter). Mutterkraut soll Schwangerschaftsbeschwerden lindern, die Menstruation auslösen und die Ablösung der Plazenta bewirken.
Diese gynäkologischen Indikationen sind aber nicht belegt, während es für die Anwendung zur Migräneprophylaxe einige wissenschaftliche Studien gibt.

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Phytotherapie im Überblick: Gynäkologie

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Im Bereich Gynäkologie / Frauenheilkunde werden verschiedenste Heilpflanzen-Präparate empfohlen und angewendet.

Hier als Überblick eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen bei Prämenstruellem Syndrom (PMS), Dysmenorrhoe (Schmerzhafte Menstruation), Wechseljahrbeschwerden, Schwangerschaftserbrechen, Milchstau und Mastalgie.

Prämenstruelles Syndrom (PMS), Dysmenorrhoe

Geeignet sind Heilpflanzen mit hormonähnlicher Wirkung sowie Pflanzen, welche die
Beschwerden wie Krämpfe günstig beeinflussen. Die hormonähnlich wirkenden
Heilpflanzen Mönchspfeffer und Traubensilberkerze sollten nur über einen begrenzten
Zeitraum angewendet werden. Vorsicht ist bei anamnestisch bekannten Mammakarzinom (Brustkrebs) geboten.

Die wichtigsten Heilpflanzen:

– Mönchspfeffer (Keuschlamm; Vitex agnus-castus),
– Traubensilberkerzenwurzelstock (Cimicifuga racemosa)

Ausserdem eingesetzt werden:
– Kamille (Matricaria recutita)
– Schafgarbe (Achillea millefolium)
– Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
– Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)
– Melisse (Melissa officinalis)
– Lavendel (Lavandula officinalis)

Beschwerden während dem Klimakterium (Wechseljahre)

– Mönchspfeffer (Keuschlamm, Vitex agnus-castus)
– Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Gegen Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen werden die jeweils dort genannten
Phytotherapeutika gewählt. Die östrogenartige Wirkung, die einigen Pflanzen
zugesprochen wird, z.B. Soja, Rotklee, befindet sich noch in der Erforschung.

Schwangerschaftserbrechen

– Ingwer (Zingiber officinale)
– Melisse (Melissa officinalis)
– Pfefferminze (Mentha piperita)

Milchstau und Mastalgie

Zur äußeren Anwendung:
– Kohlblätterumschläge

—————————————————————————————————————————
Kommentar & Ergänzung:

Im Vordergrund bei Prämenstruellem Syndrom (PMS) steht Mönchspfeffer. Der Vorsichtshinweis auf vorbestehende Brustkrebserkrankungen bezieht sich auf Heilpflanzen mit Phytoöstrogen-Gehalt. Von den hier aufgeführten Heilpflanzen betrifft diese Diskussion Traubensilberkerze, Soja und Rotklee.
In der Phytotherapie-Fachliteratur wird von Traubensilberkerzen-Extrakten berichtet, die sich bei entsprechenden Studien als sicher erwiesen. Das heisst: Es soll bei diesen Präparaten kein Risiko einer Förderung von östrogenabhängigen Brustkrebserkrankungen bestehen.
Zum Thema Phytotherapie im Klimakterium könnte noch angefügt werden, dass im Frühstadium tendenziell eher Mönchspfeffer, bei späteren Stadien (Wallungen) Traubensilberkerze bevorzugt wird.
Bei leichteren Depressionen im Klimakterium und bei depressiven Verstimmungen beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) kommen zudem Extrakte aus Johanniskraut (Hypericum perforatum) in Betracht.

Zum Thema Ingwer und Schwangerschaftserbrechen siehe auch:
Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen?

Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen soll noch betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.

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Kamillentee: Studie liefert Hinweis auf entspannende und entzündungswidrige Effekte

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Das Trinken von Kamillentee könne gegen einen Schnupfen helfen und Krämpfe während der Menstruation lindern. Fünf Tassen Kamillentee täglich für die Dauer von zwei Wochen seien ausreichend, um Muskelkrämpfe zu lockern und Entzündungen zu bekämpfen. Das Team des Imperial College London untersuchte den Harn von 14 gesunden Kamillenteetrinkern. Die Resultate der Studie wurden im Journal of Agricultural and Food Chemistry publiziert.

Seit Jahren wurde die Kamille laut BBC gegen Entzündungen, als leichtes Beruhigungsmittel und gegen Magengeschwüre angewendet. Zusätzlich wurde berichtet, dass es antioxidative und antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Das Team um Elaine Holmes untersuchte die Auswirkungen des Konsums von Kamillentee im Organismus. Für die Studie wurde der Kamillentee aus den Blüten der Matricaria recutita zubereitet, die auch als Manzanilla bekannt ist.

Der Harn der Teilnehmer wurde täglich vor und nach der Einnahme des Tees untersucht. Das Teetrinken steigerte die Werte des entspannenden Glycin und des entzündungshemmenden Hippurat. Nach dem Schluss der zweiwöchigen Testphase blieben die Werte beider Substanzen für bis zu zwei Wochen erhöht.

http://www.journalmed.de/

Kommentar & Ergänzung:

Eine Untersuchung an Gesunden sagt natürlich noch nicht viel aus über die Wirksamkeit von Kamillentee im Krankheitsfall.
Trotzdem ist die Kamillen-Studie aus London interessant.
Nicht sehr überzeugend ist der Hinweis auf eine entzündungshemmende Wirkung gegen Schnupfen, wenn gleichzeitig die Einnahme von Kamillentee über zwei Wochen als nötig erachtet wird. Nach dieser Zeit wird wohl jeder banale Schnupfen auch von selber wieder ausgeheilt sein. Gegen Schnupfen dürfte die Inhalation von Kamillendämpfen kurzfristigere entzündungwidrige Wirkungen entfalten.
Interessanter scheint mit der Hinweis auf krampflösende Wirkungen gegen Menstruationskrämpfe (Dysmenorrhoe). Vielleicht würde es sich lohnen, bei solchen Menstruationsbeschwerden Kamillentee kontinuierlich über einige Tage zu trinken und nicht erst punktuell beim Auftreten von Krämpfen.

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Phytotherapie – wo sie helfen kann

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Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung von Heilpflanzen ist die
oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Pflanzen in der Volksmedizin.

Allerdings hat die traditionelle Pflanzenheilkunde nicht nur viele wertvolle Erkenntnisse auf der Grundlage von Erfahrungen gewonnen. Sie hat sich auch an zahlreichen Punkten über Jahrhunderte gründlich geirrt, weil wir Menschen mit unseren Erfahrungen einer ganzen Reihe von Täuschungsmöglichkeiten ausgesetzt sind.

Deshalb versucht eine neuere Phytotherapie die alten Erfahrungen aufzugreifen und sie mit wissenschaftlichen Methoden zu bestätigen oder zu widerlegen. Diese Arzneipflanzenforschung ist bestrebt, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an
Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Heilpflanzen-Präparaten (Phytopharmaka) zu liefern.

In folgenden Anwendungsbereichen hat sich die Phytotherapie alleine oder kombiniert mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt:

(Die aufgeführten Arzneipflanzen stellen nur eine kleine Auswahl dar. Weil die Heilpflanzen bei Präparaten meist mit dem lateinischen Namen aufgeführt sind, ist auch dieser angegeben:

– Vorbeugung von Krankheiten:

Stärkung des Immunsystems, sogenannte Immunstimulation:
Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea

Schwitzkuren bei Erkältungen bzw. beginnenden grippalen Infekten:

Holunderblüten, Sambucus nigra
Lindenblüten, Tilia – Arten, z. B. Tilia cordata (Winterlinde) und Tilia platyphyllos (Sommerlinde)

– Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt:

Entzündungen im Bereich der Mundhöhle (z. B. Mundschleimhautentzündung, Aphthen):
Salbei, Salvia officinalis
Blutwurz, Tormentill, Potentilla erecta

Blähungen, Krämpfe im Verdauungstrakt:
Kamille, Matricaria recutita
Kümmel, Carum carvi
Fenchel, Foeniculum vulgare
Pfefferminze, Mentha piperita

Appetitlosigkeit:
Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:
Gelber Enzian, Gentiana-Arten
Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea
Fieberklee, Bitterklee, Menyanthes trifoliata

Arzneipflanzen mit aromatisch-bitterem Geschmack:
Wermut, Artemisia absinthium
Schafgarbe, Achillea millefolium

Magenübersäuerung, Hyperacidität:
Käsepappel, Chäslichrut, Malva – Arten, vor allem Malva silvestris und Malva neglecta

Lebererkrankungen, Leberschutz:
Mariendistel, Silybum marianum

Erkrankungen der Galle:
Artischocke, Cynara scolymus
Löwenzahn, Taraxacum officinale

Durchfallerkrankungen:
Tormentill, Blutwurz, Potentilla erecta
Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus

Verstopfung:
Faulbaum, Frangula alnus
Senna, Cassia – Arten
Rhabarber, Rheum palmatum
Leinsamen, Linum usitatissimum
Flohsamen, Plantago ovata
Rizinus (als Rizinusöl), Ricinus communis

– Erkrankungen im Bereich der Atemwege:

Reizhusten – Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen:
Eibisch, Althaea officinalis
Isländisches Moos, Cetraria islandica
Wald-Malve, Wilde Malve, Malva silvestris
Spitzwegerich, Plantago lanceolata

Auswurffördernde Hustenmittel:

a) Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:
Thymian, Thymus vulgaris
Anis, Pimpinella anisum
Eukalyptus, Eucalyptus globulus
Latschenkiefer, Pinus mugo

b) Arzneipflanzen mit Saponinen:
Schlüsselblume, Primula veris
Efeu, Hedera helix

c) Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:
Sonnentau, Drosera rotundifolia

– Erkrankungen im Urogenitaltrakt

Erhöhung der Harnmenge,
besonders bei Steinleiden oder
Entzündungen der ableitenden
Harnwege, z. B. Blasenentzündung (Cystitis)

Birke, Betula pendula
Hauhechel, Ononis spinosa
Schachtelhalm, Equisetum arvense
Wacholder, Juniperus communis
Goldrute, Solidago virgaurea

Antimikrobiell wirkend bei Blasenentzündung:
Bärentraube, Arctostaphylos uva-ursi
Preiselbeersaft

Unterstützung bei gutartiger
Prostatavergrösserung (Prostatahyperplasie, BPH):

Weidenröschen, Epilobium angustifolium (eher volksheilkundlich)
Sägepalme, Serenoa repens, Sabal serrulata
Kürbissamen, Cucurbita pepo

– Herz-Kreislaufbeschwerden:

Leichte Herzmuskelschwäche, “Altersherz”:
Weißdorn, Crataegus-Arten, v. a. Crataegus monogyna und Crataegus laevigata (= Crataegus oxyacantha)

Krampfadern, chronisch-venöse Insuffizinez, venöse Stauungen in den Beinen:
Rosskastanie, Aesculus hippocastanum

Durchblutungsstörungen:
Ginkgo, Ginkgo biloba
Vorbeugung gegen Arteriosklerose (= “Verkalkung”):
Knoblauch, Allium sativum
Artischocke, Cynara scolymus

– Nervöse Störungen:

Leichte und mittelschwere
Depressionen:

Johanniskraut, Hypericum perforatum

Einschlafstörungen:
Baldrian, Valeriana officinalis
Melisse, Melissa officinalis
Hopfen, Humulus lupulus
Lavendel, Lavandula angustifolia

– Erkrankungen aus Gynäkologie / Frauenheilkunde

Prämenstruelles Syndrom, Beschwerden im Klimakterium (Wechseljahrbeschwerden):
Mönchspfeffer, Keuschlamm, Vitex agnus-castus
Nordamerikanisches Wanzenkraut, Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

– Hauterkrankungen:

Ringelblume, Calendula officinalis
Arnika, Arnica montana
Hamamelis, Zaubernuss, Hamamelis virginiana
Ballonrebe, Cardiospermum halicacabum
Mahonie, Zierberberitze, Mahonia aquifolia
Nachtkerze, Oenothera biennis
Kamille, Matricaria recutita

Wichtig ist aber im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde immer:
Es kommt nicht nur darauf an, welche Heilpflanzen bei welchen Beschwerden eingesetzt werden können.
Genauso viel Sorgfalt verlangt die Frage, in welcher Form eine bestimmte Heilpflanze angewendet werden soll, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, ätherisches Öl, Inhalation, Bad, Salbe etc.
Zudem gibt es grosse Unterschiede beispielsweise bezüglich der Qualität von Tinkturen, Extrakten etc.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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