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Woraus besteht Opium und was ist Opiumtinktur?

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Nimmt man die Phytotherapie-Fachliteratur zum Massstab, gehört Opium nicht zur Phytotherapie. Dort taucht Opium nämlich kaum auf. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Opium dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt ist.

Denn eigentlich ist Opium ja ein Pflanzenprodukt, das zu medizinischen Zwecken verwendet wird. Das würde eigentlich nahelegen, dass Opium zur Phytotherapie zu zählen.

In meiner Phytotherapie-Ausbildung taucht Opium allerdings in der Wirkstoffkunde auf im Kapitel „Alkaloide“. Opium selber ist aber kein Alkaloid. Alkaloide enden immer auf –in.

Opium enthält jedoch ein Alkaloidgemisch.

Opium ist der durch Anritzen gewonnene getrocknete Milchsaft unreifer Samenkapseln des zu den Mohngewächsen (Papaveraceae) gehörenden Schlafmohns (bot. Papaver somniferum L.). Im Verlauf des Trocknungsprozesses entwickelt sich aus dem Milchsaft durch Autoxidation das Rohopium, eine braune bis schwarze Masse. Wirksame Hauptbestandteile des Opiums sind die Alkaloide Morphin, Codein und Thebain.

Das aus Opium gewinnbare halbsynthetische Diacetylmorphin ist allgemein als Heroin bekannt.

Im Opium sind 37 unterschiedliche Alkaloide vorhanden, die im Rohopium bis zu einem Viertel der Masse ausmachen.

Die wichtigsten Alkaloide des Opiums sind:

–        Morphin (ca. 12 %), eines der stärksten Analgetika ( Schmerzmittel),

–        Codein (0,2 bis 6 %), ein hustenstillendes Mittel (Antitussivum),

–        Noscapin (2 bis 12 %), ein hustenstillendes Mittel (Antitussivum),

–        Papaverin (0,1 bis 0,4 %), ein krampflösendes Mittel (Spasmolyticum),

–        Thebain (0,2 bis 1 %), wirkt stärker stimulierend, aber schwächer schmerzstillend als

Morphin,

–        Papaveraldin (0,5 bis 3 %) und

–        Narcein (0,1 bis 1 %), wirkt selber schwächer als Morphin, potenziert jedoch dessen

Wirkung.

(Quelle für die Prozentzahlen: Wikipedia)

Diese Alkaloide wirken bereits in ihrer natürlichen Zusammensetzung synergistisch, da sich die schmerzstillenden und krampflösenden Eigenschaften gut ergänzen.

Historisch wurde Opium als Schmerz- und Schlafmittel eingesetzt, sowie seit jeher als Rauschmittel verwendet. In der Psychiatrie wurde Opium zur Therapie von Depressionen angewendet, insbesondere als sogenannten „Opiumkur“.

Opiumtinktur kommt heute in der Medizin gelegentlich noch gegen starke Durchfälle zum Einsatz.

Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert wurde Opiumtinktur auch als Laudanum, Mohnsaft (Laudanum liquidum) oder Meconium bezeichnet.

Wikipedia schreibt dazu:

„Der Name Laudanum wurde in unterschiedlichen Zusammensetzungen unter anderem vom Arzt und Naturforscher Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493–1541) beschrieben, besser bekannt als Paracelsus. Er glaubte, mit dem Laudanum ein Allheilmittel erfunden zu haben, und nannte seine Tinktur daher auch Stein der Unsterblichkeit. Seine Hauptbestandteile waren zu etwa 90 Prozent Wein sowie Opium zu etwa 10 Prozent, die Zusammensetzung ist jedoch umstritten. Als weiterer Zusatz wird Bilsenkraut, die gemeine Alraune und Tollkirsche genannt………….

Seit seiner Erfindung um das Jahr 1500 fand das Laudanum in Europa eine große Verbreitung. Während der nächsten Jahrhunderte erfreute es sich als Universaltonikum und Wunderdroge einer großen Beliebtheit. Seine herausragende Eigenschaft bestand allerdings nicht in einer lebensverlängernden, sondern vielmehr in seiner schmerzstillenden und beruhigenden Wirkung. Sogar Kindern wurde die verdünnte Tinktur bedenkenlos zur Ruhigstellung eingegeben.

Laudanum war frei verkäuflich und günstig, daher war es in allen Gesellschaftsschichten Europas sehr populär. Seine Verbreitung im 18. und 19. Jahrhundert lässt sich in etwa mit der des Aspirins in der heutigen Zeit vergleichen. Eine Zeit lang fand der Begriff auch als Synonym für Schmerzmittel allgemein Verwendung.

In Schriftstellerkreisen kam das Laudanum teilweise zur Anregung der kreativen Fähigkeiten in Mode; der Dauergebrauch der Tinktur schien jedoch die eigene Kreativität eher auszulöschen. Zu den bekanntesten bekennenden Laudanumkonsumenten gehören u. a. der englische Lyriker Samuel Taylor Coleridge (1772–1834) und der Schriftsteller Thomas de Quincey (1785–1859) sowie der walisische Schriftsteller Edward Williams (bekannt als Iolo Morganwg, 1747–1826). Alle drei litten offenbar über lange Zeit ihres Lebens unter einer starken Abhängigkeit. Der englische Autor Wilkie Collins verarbeitete seine eigenen Erfahrungen mit Opium in seinem Roman The Moonstone.

Tatsächlich fand in der europäischen Gesellschaft erst ab dem 19. Jahrhundert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem suchtbildenden und schädlichen Charakter eines dauerhaften Opiumkonsums und somit auch des Laudanums statt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts standen der Medizin zunehmend neue Mittel zur Verfügung, die die bedenklichen Opiate ersetzen konnten. Im Jahre 1920 verbot England schließlich per Gesetzesbeschluss die freie Verkäuflichkeit von Opiaten. 1929 trat in Deutschland das sogenannte Opiumgesetz in Kraft.“

Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Opiumtinktur zu den Wurzeln der Phytotherapie gehört. Und das Beipiel Opiumtinktur macht wieder einmal klar, dass die Natur sehr stark wirksame Substanzen bereithält – sowohl was die therapeutischen Effekte betrifft also auch in Bezug auf mögliche Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen.

Ein Rezept für Laudanum / Opiumtinktur stand noch im Arzneibuch von 1933 (Pharmacopoea Helvetica Editio Qunita, 1933): Tinctura Opii crocata PH 5.

„30 T. Safran, 10 T. Nelkenpulver und 10 T. chinesisches Zimtpulver werden mit einer Mischung von 250 T. Weingeist und 250 T. Wasser nach dem Mazerationsverfahren (Allgemeine Bestimmungen, Seite 5) während 6 Tagen extrahiert. Hierauf wird koliert und der Rückstand abgepresst. Zu den vereinigten Kolatur- und Pressflüssigkeiten wird eine Lösung von 50 T. Opiumtrockenextrakt in 50 T. Wasser zugemischt. Nach 14tägigem Stehenlassen an einem kühlen Orte wird filtriert und das Filtrat durch Nachwaschen des Filters mit der nötigen Menge Wasser auf 1000 T. ergänzt.“

(Quelle: Pharmawiki)

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Heilpflanzen-Anwendungen bei Neandertalern?

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Die Neandertaler (Homo neanderthalensis) starben vor etwa 40.000 Jahren aus – etwa zur selben Zeit, als sich der moderne Mensch (Homo sapiens) in Europa ausbreitete.

Forscher um Laura Weyrich und Alan Cooper von der australischen University of Adelaide untersuchten Neandertaler-Zähne aus zwei Höhlen im heutigen Belgien und Spanien.

Insgesamt analysierte die Wissenschaftler Erbgut aus dem Zahnstein von vier Neandertalern, wovon zwei aus der Höhle El Sidrón in der nordspanischen Region Asturien stammten.

Der Neandertaler „El Sidrón 1“ aus Spanien wurde wegen seines guten Erhaltungszustands besonders eingehend analysiert.

Den Forschern zufolge war er ziemlich krank. Sein Verdauungstrakt war von Parasiten befallen, er hatte Durchfall und litt an einem Zahnabszess. Gegen letzteres wusste sich der Neandertaler aber offenbar zu helfen. In seinem Zahnstein fanden die Forscher DNA-Reste der Westlichen Balsam-Pappel (Populus trichocarpa). „Er aß Pappel, die das Schmerzmittel Salicylsäure enthält“, erläutert dazu Studienleiter Cooper. Auf Abkömmlingen der Salicylsäure basiert das Arzneimittel Acetylsalicylsäure (ASS) – besser bekannt unter dem Handelsnamen Aspirin. „Offenbar kannten sich die Neandertaler gut mit medizinischen Pflanzen aus und kannten ihre entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung“, kommentiert Cooper.

Jean-Jacques Hublin, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, der an der Studie nicht beteiligt war, hält die Schlussfolgerung, dass der Neandertaler gezielt schmerzstillende Pappel aß für „ziemlich überzeugend“. Die Hauptschwäche der Studie liege aber darin, dass nur vier Neandertaler von zwei Fundstellen untersucht wurden.

http://www.n-tv.de/wissen/Neandertaler-assen-natuerliche-Schmerzmittel-article19740070.html

Kommentar und Ergänzung:

Da nur vier Skelette untersucht wurden und nur bei „El Sidrón 1“ diese Kombination von Zahnabszess und Pappelkonsum gefunden wurde, lässt sich daraus natürlich noch nicht schliessen, dass die Pappel bei den Neandertalern als Schmerzmittel quasi zur „Höhlenapotheke“ gehörte. Allerdings ist Pappel weder besonders schmackhaft noch nährstoffreich und darum ist schwer vorstellbar, wozu „El Sidrón 1“ über längere Zeit Pappel gekaut haben soll.

In der heutigen Phytotherapie wird als Salicylat-Pflanze vor allem die Weidenrinde verwendet. Ihr Gesamtsalicylgehalt sollte mindestens 1 % sein, wird jedoch von vielen Arten nicht erreicht. Hohe Gehalte findet man in Salix purpurea (6-8,5 %), Salix daphnoides (4,9-5,6 %) und Salix fragilis (3,9-10,2 %).

Im Unterschied zu Acetylsalicylsäure (Aspirin) beeinflussen Weidenrindenextrakte die Thrombozytenfunktion nicht. Die Salicinverbindungen der Weidenrinde bewirken im Unterschied zu Aspirin keine Verzögerung der Blutgerinnung, weshalb sie auch zur Schmerzbehandlung nach Operationen verwendet werden können.

Leider wurde das am besten wissenschaftlich geprüfte Weitenrindenextrakt-Präparat „Assalix“ vom Hersteller Bionorica aus dem Markt genommen – aus „portfoliostrategischen Gründen“ (was auch immer das bedeuten mag).

Pappelblätter und Pappelrinde aus der Zitterpappel (Espe) sind Bestandteil der „Phytodolor Tinktur“ (neben Goldrutenkraut und Eschenrinde). Das Präparat wird zur Linderung leichter Gelenkschmerzen bei Arthrose eingesetzt. Phytodolor ist in Deutschland und Österreich im Handel, nicht jedoch in der Schweiz.

Da haben wir also wieder einmal diesen schönen grossen Bogen von den Heilpflanzen-Anwendungen aus den Anfängen der Menschheit bis zur modernen Phytotherapie.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Schwarztee lindert Sonnenbrand

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Schwarztee wird in der Phytotherapie oft empfohlen zur Linderung von Sonnenbrand. Interessant ist, dass dieses Hausmittel inzwischen auch Support bekommt von Hautärzten.

Beispiel 1:

Dr. Reinhard Mrotzek, Hautarzt und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), kommt auf  T-online zu Wort:

«Viel besser als Quark ist schwarzer Tee geeignet. Dieser wirkt entzündungshemmend und kühlend. „Doch dafür muss man keine Teebeutel auf die Haut legen. Wer schwarzen Tee zubereitet und ihn, nachdem er abgekühlt ist, auf die Haut aufträgt, hat den gleichen Effekt“, sagt der Sonnenschutz-Experte. Auch hier sind Kompressen bestens geeignet. Die zerstörte Haut reparieren kann der Tee aber nicht, sondern lediglich die Symptome lindern. Das gilt auch für After-Sun-Lotions und –Cremes.»

Quelle: http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_63907268/erste-hilfe-bei-sonnenbrand-quark-lindert-den-schmerz.html

Beispiel 2:

Prof. Dr. med. Reinhard Dummer vom Universitätsspital Zürich auf 20min.ch zur Frage, was zu tun ist bei einem Sonnenbrand:

« Kühlende Umschläge helfen: Einfach Schwarztee aufsetzen, auskühlen lassen, in den Kühlschrank stellen und dann Kompressen einlegen und auf die verbrannten Stellen auflegen. Eventuell empfiehlt sich die Einnahme einer Schmerztablette wie zum Beispiel Aspirin. Auf jeden Fall sollte man am nächsten Tag unbedingt die Sonne meiden.»

Auf die Frage, ob man bei einem Sonnenbrand kein Aftersun-Produkt auftragen müsse, kommt Dummer noch auf ein weiteres Hausmittel zu sprechen:

«Müssen tun sie das nie. Denn die Wirkung ist nicht wissenschaftlich erwiesen. Wenn sie ihre Haut kühlen möchten, können sie auch Gurkenscheiben auflegen.»

Quelle:

http://www.20min.ch/sogehtsommer/sommer/story/27908403

Kommentar & Ergänzung:

Man macht beim Schwarztee die adstringierende Wirkung der Gerbstoffe für die lindernde Wirkung bei Sonnenbrand verantwortlich. Schwarztee enthält aber neben den Gerbstoffen auch weitere Polyphenole mit antioxydativer Wirkung. Da auch Grüntee reich an Gerbstoffen und weiteren Polyphenolen ist, dürfte er sich zur Linderung von Sonnenbrand ebenso eignen.

Wichtig: Mit kochendem Wasser übergiessen, etwa 10 Minuten ziehen lassen (weil sich die Gerbstoffe langsam lösen), abkühlen lassen.

Schwarztee und Grüntee eignen sich auch zur Linderung von Hautentzündungen anderer Genese, zum Beispiel bei Intertrigo, auch „Hautwolf“ genannt. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung, die auf gegenüberliegenden Hautoberflächen in Hautfalten entsteht, zum Beispiel im Genitoanalbereich, an der Leiste, in Bauchfalten und unter den Brüsten. Ausgelöst wird sie zum einen von Reibung, gestauter Wärme und Feuchtigkeit, welche die Hautbarriere stören und zum anderen von einer Superinfektion mit Pilzen oder Bakterien. Vor allem bei nässenden Hautentzündungen haben sich Schwarztee-Kompressen bewährt. Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ein so simples und billiges Mittel funktioniert.

Siehe auch:

Schwarztee bei Windeldermatitis

Schwarztee gegen Hautentzündungen

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DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

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Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin hat die Anwendung von Pfefferminzöl in die Praxisleitlinien aufgenommen.

Zitat:

Kopfschmerzen vom Spannungstyp

Die kutane Applikation von Pfefferminzöl (Oleum menthae piperitae) in 10%-iger ethanolischer Lösung ist wirksam zur Behandlung des episodischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp. Die Wirkung ist der Einnahme von Paracetamol 1000 mg oder Acetylsalicylsäure 1000 mg ebenbürtig“

Pfefferminzöl in 10-prozentiger Lösung wird schon seit längerem bei leichten und mittelschweren Kopfschmerzen vom Spannungstyp lokal angewendet direkt über die Haut und aktiviert die körpereigenen Systeme der Schmerzabwehr. Die lokale Anwendung hat durch die Stimulation der Kälterezeptoren zudem einen lang anhaltenden, kühlenden Effekt.

Spannungskopfschmerzen werden meist durch Selbstmedikation behandelt, insbesondere mit nicht steroidalen Antirheumatika, Acetylsalicylsäure (Aspirin) und Paracetamol. Eine häufige und regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln bei chronischen Kopfschmerzen kann aber zur Intensivierung der Anzahl und Stärke der Attacken sowie zu Nebenwirkungen führen, die den Magen, die Nieren oder die Leber belasten können.

Quellen:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=62522

http://dgs-praxisleitlinien.de/files/7114/4784/3077/PLL_PrimKopf_fk_online.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Die 10-prozentige Pfefferminzöl-Lösung ist eine gute Option bei Spannungskopfschmerzen – von der Wirksamkeit her, aber auch weil dadurch Magen, Nieren und Leber geschont werden.

Darum ist es sehr erfreulich, dass die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin Pfefferminzöl in ihre Praxisleitlinien aufgenommen hat. Das wurde möglich, weil es gute Studien gibt, die eine Wirksamkeit des Pfefferminzöls in diesem Anwendungsbereich belegen.

Siehe auch:

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerz

 

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Weidenrinde enthält keine Acetylsalicylsäure!

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Der „Standard“ in Österreich publiziert gerade eine durchaus interessante Sommer-Serie über Heilpflanzen.

Den Auftakt macht ein Interview mit dem Mediziner Lukas Huber, Leiter des Instituts für Zellbiologie an der Med-Uni Innsbruck.

Zitat:

„Es gibt viele unerforschte Pflanzen. Da ist tatsächlich ein Schatz zu heben.“

Schön. Aufs Ganze gesehen bringt das Interview jedoch kaum konkrete Informationen.

Eine Aussage der Interviewerin ist mir allerdings aufgefallen:

„Der bekannteste Wirkstoff ist Acetylsalicylsäure aus der Weidenrinde, bekannt als Aspirin …“

Quelle:

http://derstandard.at/2000018540731/Heilpflanzen-Da-ist-tatsaechlich-ein-Schatz-zu-heben?ref=rec

 

Kommentar & Ergänzung:

Das ist Unsinn, der leider nicht selten zu hören ist.

Weidenrinde enthält keine Acetylsalicylsäure (Aspirin).

Weidenrinde enthält Salicin, ein Glykosid, das im Organismus zu Salicylsäure umgebaut wird, und wie die Acetylsalicylsäure fiebersenkend, schmerzstillend und entzündungswidrig wirkt.

Acetylsalicylsäure verbessert zudem über eine Thrombozytenaggregationshemmung die Blutfliesseigenschaften („Aspirin cardio“). Dieser Effekt hängt an der Acetylgruppe. Er tritt daher bei Salicin weder als therapeutische Wirkung noch als unerwünschte Nebenwirkung auf.

Acetylsalicylsäure und Salicin sind zwar verwandt, aber in der Wirkung nicht gleich.

Und weil das therapeutisch relevant werden kann, ist es nicht nur Haarspalterei, wenn man die zwei Stoffe sauber auseinander hält.

Dass einer Journalistin eine solche Fehlaussage passiert, ist zwar ärgerlich, aber irgendwo noch verzeihlich. Medienmenschen können nicht in allen Fachbereichen sattelfest sein. Dass dem interviewten Heilpflanzenforscher der Fehler offenbar nicht auffällt und er ihn nicht korrigiert, wiegt allerdings schwerer.

 

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Aspirin zur Vorbeugung von Krebs und Herzinfarkt?

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Täglich eingenommenes Aspirin (Acetylsalicylsäure, ASS) kann das Risiko für Herzinfarkt und manche Krebsarten reduzieren – wobei aber als Nachteil Blutungen auftreten können. Forscher haben nun Nutzen und Risiken neu bewertet und empfehlen die vorbeugende Einnahme.

Vielleicht lohnt sich aber auch hier der bewährte Grundsatz: Nachdenken vor Schlucken.

Denn die ASS-Tabletten müssen über viele Jahre regelmässig eingenommen werden, um vorbeugende Effekte zu erzielen.

Die Risikoverminderung lässt sich als relatives oder absolutes Risiko darstellen und das hinterlässt bei Leserinnen und Lesern sehr unterschiedliche Eindrücke.

 

Relatives Risiko:

„Die Hauptergebnisse: Wer täglich 75 bis 100 Milligramm ASS einnimmt, hat – statistisch gesehen – nach zehn Jahren ein um 35 Prozent reduziertes Darmkrebsrisiko (minus 40 Mortalität durch diese Krankheiten), die Gefährdung, an Speiseröhren- oder Magenkrebs zu erkranken sinkt um 30 Prozent. Die Sterblichkeit dadurch sinkt um 35 bis 50 Prozent.“

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1743702/

 

Das sieht nach einem dramatisch grossen Schutzeffekt aus.

Stellt man die Zahlen als absolutes Risiko dar, erscheint der Schutzeffekt plötzlich kleiner:

 

Absolutes Risiko:

„Auf 1.000 Personen, die bis zum 60. Lebensjahr täglich ASS einnehmen, würden 16 Todesfälle an Krebs, einer an Herzinfarkt vermieden. Dem stünden zwei zusätzliche Todesfälle durch Blutungskomplikationen gegenüber.“

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59655/ASS-Reduktion-des-Krebsrisikos-macht-Primaerpraevention-vorteilhaft

Absolutes Risiko:

„Am Beispiel von 100 Männern und 100 Frauen zeigen die Mediziner, was die ASS-Einnahme beginnend mit 55 Jahren – statistisch gesehen – für die nächsten 20 Jahre für Folgen hätte: Von 100 Männern würden 11,5 an Krebs sterben, Aspirin hin oder her. Allerdings könnten 1,5 der 100 Männer mithilfe des Medikaments vor dem Krebs gerettet werden. Der Schutz vor dem Herztod fällt geringer aus und liegt bei weniger als 0,25 verhinderten Todesfällen unter 100 Männern. In einer ähnlich niedrigen Größenordnung liegen die Risiken durch Aspirin, hauptsächlich bedingt durch die erhöhte Blutungsneigung, die zu Schlaganfällen und Magenblutungen führen kann. Diese Risiken steigen besonders bei Menschen jenseits der 70 an.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/arzneimittel-asprin-gegen-krebs-und-infarkt-1.2079032

 

Also: Wenn 100 Männer über 20 Jahre täglich Aspirin schlucken könnten von 11,5 Männern, die an Krebs sterben, 1,5 Männer dank Aspirin gerettet werden. Das ist nicht nichts und schon gar nicht für die 1,5 Männer, die davon profitieren. Aber es ist auch nicht gerade ein grosser Durchbruch.

 

Festzuhalten ist dazu noch, dass es bei diesen Zahlen um Primärprävention geht. Die Studienteilnehmer haben also noch keine Krebserkrankung bzw. keinen Herzinfarkt erlitten. Beim Herzinfarkt scheint die Sekundärprävention – also die Vorbeugung eines Zweitinfarktes nach einem Herzinfarkt, von der Studienlage her nicht umstritten. Für die Primärprävention mit ASS kam allerdings die Metaanalyse einer Forschergruppe an der St. George’s Universität in London 2012 zum Schluss, dass das Risiko den Nutzen überwiegt, und dass 120 Personen über sechs Jahre ASS einnehmen müssen, um ein Herz-Kreislauf-Ereignis zu vermeiden.

Siehe dazu:

Aspirin (ASS) für die Primärprävention von Herzinfarkt – mehr Risiko als Nutzen

 

Das „Ärzteblatt“ schreibt:

„Der Vorteil von ASS in der Primärprävention ist demnach denkbar gering, und einzelne Risikofaktoren, die das Blutungsrisiko erhöhen, könnten schnell zu einer negativen Bilanz führen. Dazu gehören beispielsweise Rauchen und der Konsum von Alkohol oder auch eine Infektion mit H. pylori. Wer ASS einnimmt, sollte deshalb tunlichst auf einen übermäßigen Alkoholkonsum und auf das Rauchen verzichten, rät Cuzick.“

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59655/ASS-Reduktion-des-Krebsrisikos-macht-Primaerpraevention-vorteilhaft

 

Und Werner Bartens stellt zu diesem Thema abschliessend fest:

„Allerdings muss erwähnt werden, dass die Tabletten viele Jahre regelmäßig genommen werden müssen, um den beschriebenen Effekt zu erreichen. Und dass die Euphorie der Autoren vielleicht eine Spur heftiger ausfällt, weil etliche von ihnen beratend für Bayer tätig sind.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/arzneimittel-asprin-gegen-krebs-und-infarkt-1.2079032

 

Originalstudie:

http://annonc.oxfordjournals.org/content/early/2014/07/30/annonc.mdu225.full?sid=2d2f4b88-d17a-4313-97ae-e4c7a26d3353

 

 

Wikipedia-Artikel zum Thema:

Relative und absolute Risikoreduktion

 

Kommentar & Ergänzungen:

Dass die Euphorie der Autoren vielleicht eine Spur heftiger ausfällt, weil etliche von ihnen mit dem Aspirin-Hersteller Bayer verbunden sind, passt gut zu diesem Beitrag:

Forschungsberichte oft übertrieben optimistisch formuliert

Es stellen sich aber noch ein paar andere Fragen:

Warum eigentlich gerade Aspirin zur Krebsprävention?

Da gibt es doch beispielsweise den Spruch „An apple a day keeps the doctor away“. Und es gibt ein paar Hinweise aus Tieruntersuchungen und Beobachtungsstudien, die zwar nicht beweisen, aber doch nahelegen, dass auch Äpfel einen krebspräventiven Effekt haben könnten:

„Was Epidemiologen bereits wissen: Menschen, die häufig Äpfel essen, erkranken seltener an Darm- und Lungenkrebs. Das haben zwei Forschungsstudien in Finnland und den USA vor einigen Jahren gezeigt. Ein deutlich vermindertes Krebsrisiko fanden die Forscher zwar nur, wenn sie die Teilnehmer, die von allen Untersuchten die meisten Äpfel verzehrten, mit totalen Apfel-Abstinenten verglichen. Außerdem beobachteten sie den schützenden Effekt bisher nur bei Frauen……….

Einen weiteren Hinweis darauf, dass Apfelesser seltener Krebs bekommen, liefern Tierversuche. Wissenschaftler haben gezeigt, dass Mäuse oder Ratten, die neben ihrem normalen Futter mit Extrakten aus Äpfeln, Apfelschalen oder Apfelsaft verköstigt werden, seltener Tumoren entwickeln. Die Tiere waren zuvor entweder mit krebserregenden Substanzen in Berührung gebracht worden oder es handelte sich um genetisch vorbelastete Arten, die ein höheres Krebsrisiko tragen. Bei den Tieren, die eine Nahrungsergänzung aus Äpfeln bekommen hatten, fanden die Forscher bis zu fünfzig Prozent weniger Tumoren als bei den Tieren mit gewöhnlicher Verköstigung. In anderen Versuchen hatten die Tiere mit der Apfeldiät zumindest deutlich kleinere Geschwülste als ihre normal fressenden Artgenossen. Ein japanisches Forscherteam fand zudem deutlich weniger Metastasen in Lunge und Lymphknoten, wenn den Tieren Apfelsaft zum Essen gereicht wurde. Der Effekt war bei trübem Apfelsaft deutlicher ausgeprägt als bei klarem. Die Forscher vermuten, dass dafür die Procyanidine verantwortlich sind – denn die sind im trüben Apfelsaft in viel größeren Mengen enthalten.“

Diese Sätze stehen nicht etwa in der „Glückspost“, sondern immerhin in der Zeitschrift des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Würde man ein paar Millionen in die Apfelforschung stecken, könnte man vielleicht auch fundiert zeigen, dass „an apple a day“ ein bisschen krebsprophylaktisch wirkt. Aber da investiert niemand ein paar Millionen.

Oder wie wärs mit Radieschen? – Die hab ich gern. Enthalten Glukosinolate (Senfölglykoside) ähnlich wie Brokkoli, und die könnten auch positive Effekte zeigen gegen Krebserkrankungen:

Brokkoli-Wirkstoffe unterstützen Krebstherapie

 

Ich glaub, ich probiers mal mit einem Radischen oder Apfel täglich als Prophylaxe (ohne Blutungsrisiko) – und verzichte bis auf weiteres auch in Zukunft auf Aspirin…..

Siehe auch:

Aspirin (ASS): Vorteil zur Krebsprävention unklar

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Aspirin (ASS) : Vorteil zur Krebsprävention unklar

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„Die regelmässige Einnahme von Aspirin über längere Zeit senkt das Risiko für verschiedene Arten von Krebs – für Darmkrebs sogar um 40 Prozent.“ – Das schreibt die Zeitung „Schweizerbauer“.

Quelle:

http://www.schweizerbauer.ch/vermischtes/allerlei/erbgut-aspirin-bremst-alterung-16952.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Schlagzeilen und Meldungen dieser Art sind mir in letzter Zeit häufiger aufgefallen.

Was nun? – Ab in die Apotheke und Aspirin-Grosspackungen kaufen für die Langzeit-Krebsprophylaxe?

So eindeutig ist die Sache nicht.

Das Portal „medizin-transparent“ stellt den Stand des Wissens differenziert dar:

Die tägliche Einnahme von Aspirin (ASS, Acetylsalicylsäure) über mehrere Jahre scheint das Risiko, an Krebs zu sterben, tatsächlich etwas vermindern zu können. Allerdings erhöht sich dabei das Risiko für starke innere Blutungen und Magenbeschwerden.

Die Risikoreduktion besteht allerdings nur für sogenannte Adenocarcinome, bestimmte Krebswucherungen, die sich aus Drüsengewebe entwickelt haben. Hauptsächlich Todesfälle durch Dickdarmkrebs und Speiseröhrenkrebs scheinen durch die Einnahme von ASS etwas seltener aufzutreten.

Allerdings muss die Einnahme von ASS täglich über mindestens vier bis fünf Jahre geschehen, damit sich ein solcher Schutzeffekt zeigt. Wird das Arzneimittel nur jeden zweiten Tag eingenommen, scheint es möglicherweise zu keiner Reduktion des Krebsrisikos mehr zu kommen.

Die Langzeiteinnahme von Aspirin kann bekanntlich ernsthafte Nebenwirkungen verursachen. ASS greift den Magen an, was Magenirritationen und Magenblutungen zur Folge haben kann. Zudem vergrössert der Wirkstoff das Risiko für schwere innere Blutungen wie etwa im Darm oder im Gehirn. Ob der geringe Vorteil, den die langfristige Aspirin-Einnahme für die Krebsvorbeugung hat, die Nachteile bezüglich Risiken und Nebenwirkungen überwiegt, ist gemäss „medizin-transparent“ fraglich.

Medizinische Wissenschaftler des britischen Nationalen Gesundheits-Service NHS raten deshalb von einer täglichen Einnahme von Aspirin bzw. Acetylsalicylsäure selbst in geringer Dosierung ab, wenn dies nicht ausdrücklich von einem Arzt verschrieben wurde.

Quelle & weitere Infos zum Thema:

http://www.medizin-transparent.at/vorteil-von-aspirin-ass-im-kampf-gegen-krebs-unklar#more-2117

Der Text im „Schweizerbauer“ basiert auf einer Pressemitteilung der Universität Basel. Dort erforscht eine Arbeitsgruppe, wie die krebshemmende Wirkung von ASS genau zustande kommt. Einer der beteiligten Forscher betont ebenfalls, noch sei es zu früh, um Aspirin ohne Rücksprache mit dem Hausarzt nur zum Zweck der Krebsprävention einzunehmen, weil Aspirin auch zu schweren Nebenwirkungen wie etwa Magen-Darm-Blutungen führen könne.

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Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

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Wieder einmal ein Hinweis auf die Anwendung von Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen. Diesmal von Prof. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel in der „Welt“.

Zitat:

„Bei einem akuten Anfall von Spannungskopfschmerz helfen schmerzhemmende Wirkstoffe wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen. Ebenso wirksam sei Pfefferminzöl, erläutert Göbel. Das Öl wird äußerlich auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen.“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article128490962/Das-hilft-am-besten-gegen-Kopfschmerzen.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Wenn Pfefferminzöl ebenso wirksam ist wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen, dann ist Pfefferminzöl wegen seinem geringeren Risikopotenzial vorzuziehen.

Bewährt hat sich Pfefferminzöl 10%ig gemischt mit Alkohol oder fettem Öl.

Zu den Themen Pfefferminzöl & Spannungskopfschmerzen siehe auch:

Was ist Minzöl / Japanisches Pfefferminzöl? 

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Phytotherapie bei Spannungskopfschmerzen & Migräne: Pfefferminzöl, Weidenrinde, Pestwurz

Phytotherapie: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen 

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen 

http://heilpflanzen-info.ch/cms/2010/10/18/pfefferminzol-bei-spannungskopfschmerz.html

Spannungskopfschmerzen lindern mit Pfefferminzöl oder Tigerbalsam

Naturheilmittel gegen Kopfschmerzen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

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Verstärken Fieber-Medikamente Grippewellen?

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Fiebersenkende Medikamente werden in grosser Menge konsumiert. Beispiele sind Acetylsalicylsäure (Aspirin®) und Paracetamol (z. B. Dafalgan®). Sie sind häufig auch in Kombinationspräparaten enthalten, die bei Erkältungen eingesetzt werden (z. B. NeoCitran®, Pretuval®, Vicks MediNait®). Solche Kombinationspräparate enthalten mehrere sich ergänzende Wirkstoffe und werden von Fachleuten unter anderem aufgrund des erhöhten Risikos für unerwünschte Wirkungen und für Interaktionen mit anderen Medikamenten umstritten, während sie bei den Patienten sehr beliebt sind. Eine Studie aus Kanada nimmt nun unerwünschte Folgen dieser Medikamente auf die Grippe-Ausbreitung unter die Lupe.

Eine Grippe zwingt Patientinnen und Patienten meist ins Bett – es sei denn, die Betroffenen unterdrücken ihre Symptome mit fiebersenkenden Medikamenten. Für die Ausbreitung der Infektion könnte das allerdings problematische Folgen haben, schreiben Forscher aus Kanada.

Fieber-Medikamente verstärken laut Wissenschaftlern aus Kanada möglicherweise die jährlichen Grippe-Epidemien.

Weil durch sie mehr Viren überleben und der Kontakt der Erkrankten zu Mitmenschen verlängert wird, können sie möglicherweise die Zahl der Infektionen um rund fünf Prozent erhöhen und zu Tausenden von Toten führen. Zu diesem Schluss kommen kanadische Mathematiker in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society.

Die Wissenschaftler um David Earn von der McMaster University in Hamilton berücksichtigten für die Analyse Daten vergangener Influenza-Epidemien sowie Resultate medizinischer Studien zur Grippe.

Für ihre Berechnungen gingen die Forscher davon aus, dass die in zahlreichen Grippe-Medikamenten enthaltenen fiebersenkenden Substanzen auch unerwünschte Folgen haben:

Sie hemmen die natürliche Funktion des Fiebers, das Wachstum von Bakterien und Viren zu verlangsamen und das Immunsystem wirksamer arbeiten zu lassen. Zudem dämpfen Erkrankte ihre Symptome mit Fiebersenkern und kehren dadurch oft früher an ihren Arbeitsplatz, in die Schule oder allgemein in die Öffentlichkeit zurück.

Die Fieber-Medikamente steigern so die Wahrscheinlichkeit, dass die Grippekranken aktive Viren an andere weitergeben und die Epidemie so verstärken. Das Team um David Earn kommt zum Schluss,  dass Fiebersenker (Antipyretika) jährlich möglicherweise fünf Prozent mehr Infizierte zur Folge haben. Was allein in Nordamerika mehr als 1000 zusätzliche Todesfälle bedeute.

Die Wissenschaftler geben aber zu bedenken, dass die Statistik noch sehr ungenau sei und möglicherweise nur einen Mindestwert zeige.

Um die tatsächlichen Folgen von Fieber-Medikamenten herauszufinden, seien gezielte epidemiologische Studien nötig.

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Fieber-Medikamente-verstaerken-Grippewellen-article12116481.html

http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/281/1778/20132570

Kommentar & Ergänzung:

Zwar handelt es sich bei dieser Studie nur um mathematische Berechnungen. Die Grundannahmen sind aber durchaus plausibel.

Fieber-Medikamente können in manchen Situationen zweifellos ihren Nutzen haben. Die Ergebnisse dieser Studie weisen aber deutlich auf die wunden Punkte dieser Präparate hin.

Daraus folgt meines Erachtens ein weiterer Hinweis darauf, dass alte Hausmittel wie Essigsocken und Lindenblütentee eben sehr wohl ihren Sinn haben, auch wenn es dazu mangels Sponsoren keine relevanten Studien gibt.

Unabhängig von ihrer Wirksamkeit handelt es sich bei ihnen jedenfalls um eine risikofreie Bewältigungsstrategie.

Siehe auch:

Lindenblüten aktivieren Immunsystem

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (DA) geht in Nummer 4 / 2012 auf das Thema Kopfschmerzen ein.

Zur Differenzierung verschiedener Kopfschmerztypen schreibt DA:

„Von den mehr als 160 verschiedenen Kopfschmerztypen kommen in den Apotheken zu 90% nur 3 ins Gespräch: Spannungskopfschmerz, Migräne und durch Fehlgebrauch von Medikamenten induzierte Kopfschmerzen. Der Spannungskopfschmerz ist am einfachsten zu behandeln. Betroffene beschreiben ihn als leichten bis mittelschweren Kopfschmerz, der im gesamten Kopfbereich auftritt und ziehend-drückenden, nicht-pulsierenden Charakter hat. (Migräne ist pulsierend-hämmernd). Während bei Erwachsenen wenig gegen den Gebrauch von Kopfschmerzmitteln spricht, sind bei Kindern, Schwangeren und Stillenden besondere Sicherheitsmaßstäbe anzulegen. Bei älteren Menschen kommen noch Verträglichkeitsprobleme und Wechselwirkungen mit den täglich benötigten sonstigen Medikamenten dazu.“

Dann wendet sich DA der pflanzlichen Behandlungsalternative Pfefferminzöl zu:

„Vielversprechend erscheint der Einsatz von 10%igem Pfefferminzöl, von dem an beiden Schläfen einige Tropfen verteilt werden. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie an 104 Patienten mit episodischem oder chronischem Spannungskopfschmerz erhielten die Patienten Pfefferminzöl, Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Placebo (Scheinmedikament). Eine Besserung ihrer Kopfschmerzen berichteten innerhalb von 4 Stunden bei

– Placebo 30,5%

– Paracetamol 54,3%

– Pfefferminzöl 56,2%

– Pfefferminzöl + Paracetamol 66,7%

– Acetylsalicylsäure 86,4%

Die dämpfende Wirkung auf den Kopfschmerz trat innerhalb von 30 Minuten ein und erreichte ein Niveau, das sich mit den üblichen Kopfschmerzmitteln durchaus messen kann. Aus anderen Quellen weiß man, dass der Eintritt der Schmerzlinderung unter Pfefferminzöl nach 15, 30, 45 und 60 Minuten mit Paracetamol Schritt halten kann!“

Kommentar & Ergänzung:

Die Wirksamkeit von Pfefferminzöl wurde vor allem bei Spannungskopfschmerzen untersucht und belegt.

In diesem Bereich ist Pfefferminzöl eine ernstzunehmende Behandlungsoption, die bezüglich Wirksamkeit mit Paracetamol (Präparate wie Dafalgan, Kafa, Contra Schmerz, Ben-u-ron, Acetalgin, Panadol) mithalten kann, gegenüber Acetylsalicylsäure (Aspirin) allerdings etwas abfällt.

Für Pfefferminzöl spricht die Verträglichkeit. Im Gegensatz zu den synthetischen Schmerzmitteln belastet Pfefferminzöl weder die Leber (Paracetamol) noch den Magen (Aspirin).

Bei Migräne ist Pfefferminzöl nur schlecht untersucht und die Wirksamkeit ungenügend dokumentiert.

Siehe auch:

Phytotherapie: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Naturheilmittel gegen Kopfschmerzen

Bei Migräne kommen als Option aus der Phytotherapie noch Mutterkraut und Pestwurz in Frage. Siehe dazu:

Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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