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Gewürze: Kardamom fördert Verdauung und aromatisiert den Kaffee

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Bohnenkaffee werde durch eine winzige Prise Kardamom verträglicher. Darüber hinaus sollen die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in den Kapseln kaufen sollte, Appetit und Verdauung anregen. Kardamom eigne sich besonders zum Würzen von Gebäck, Kompott und Süßspeisen, aber auch für Blutwurst oder Kochschinken.

Quelle: http://derstandard.at/1350260941875/Gewuerze-und-ihre-Wirkung

Kommentar & Ergänzung:

Zwischen Gewürzen und Heilpflanzen gibt es oft fliessende Übergänge.

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse).

Die Gewürzpflanze stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein wichtiges Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.

Hauptwirkstoff in den Kardamomsamen ist ein ätherisches Öl mit 1,8-Cineol (20-40 %), außerdem (+)-alpha-Terpineolacetat, Limonen (2-14 %) und Sabinen (3-5 %).

Ausserdem enthält der Samen Fettes Öl mit Linolensäure, Ölsäure, Palmitinsäure.
Weitere Inhaltsstoffe sind: Kohlenhydrate (Stärke 20-40 %, Zucker 5 %), Protein (etwa. 10 %), Gummi, reichlich Mangan und Eisen.

Zur Wirkung und Anwendung von Kardamomsamen bzw. Kardamomöl

Das Kardamom als Gewürz verdauungsfördernd wirkt, liegt irgendwie auf der Hand. Die Wirkung genauer zu fassen ist aber nicht so einfach.

Kardamom soll die Gallensekretion steigern. Das wurde jedoch mit relativ hohen Dosen eines acetonischen Extraktes bei Ratten festgestellt. Ob sich dieses Ergebnis auf den Menschen übertragen lässt, ist damit nicht belegt.

Wikipedia schreibt:

„ Ihr ätherisches Öl wirkt fördernd auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion. In der Regel werden alkoholische Auszüge verwendet, bisweilen mit Kümmel und Fenchel kombiniert und in Fertigpräparaten gegen Verdauungsbeschwerden, Blähungen und zur Anregung des Appetits eingesetzt.“

Allerdings widerspricht dem, dass bei In-vivo-Versuchen an Kaninchen sowohl ein Wasser- als auch ein Methanolextrakt der Kardamomsamen die Säure- und Pepsinsekretion des Magens vermindert hat.

In arabischen Ländern wird dem Kardamom eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt, ohne dass diesbezüglich etwas geklärt wäre.

Kardamom als Gewürz

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. In Schweden ist Kardamom außerdem ein typischer Bestandteil süßer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und im Glühwein (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz desselben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilkräuter gegen Verdauungsprobleme

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Die ZDF-Sendung „Volle Kanne“ kümmerte sich vor einiger Zeit um menschliche Verdauungsprobleme:

„Vor allem über die Festtage kann der reguläre Essensrhythmus schnell aus dem Tritt geraten. Völlegefühl, Magendrücken und allgemeines Unwohlsein sind meist die Folge. Ein Schnäpschen nach dem Essen ist aber nicht die beste Möglichkeit, sich Erleichterung zu verschaffen.“

Das wohlige Brennen in der Kehle und die Wärme komme nur von der besseren Durchblutung des Magens nach dem Schnapsgenuss, erklärte die Ernährungsexpertin Dr. Brigitte Bäuerlein.

„Tatsächlich reize der Alkohol die Magenschleimhaut, hemme den Stoffwechsel und setze den Körper einem zusätzlichen Verdauungsstress aus. ‚Besser ist es, vor dem Essen einen Kräuter-Aperitif zu sich zu nehmen. Der bereitet die Verdauung vor und regt die Produktion der Gallensalze und Magensäure an.’

Auch ein Espresso, Mokka oder Kaffee nach dem Essen kann eine Wohltat sein. Kaffee wirkt in der Tat leicht abführend. Gibt man noch etwas Kardamom hinzu, regt er sogar die Fettverdauung an und wirkt entkrampfend. Noch besser eignen sich Kräuter zur Verdauung: Muskat, Ingwer, Anis, Gewürznelken, Zitronenmelisse, Kardamom, Thymian, Kümmel, Fenchel. Gibt man sie den Speisen hinzu, wird die Verdauung schon beim Verzehr positiv beeinflusst. So kann man etwa Fleisch mit einem Thymianzweig anbraten oder Fenchelgemüse als Beilage servieren. Zitronenmelisse eignet sich hervorragend als Dessert-Garnitur oder aufgebrüht als verdauungsfördernder Tee.“

Quelle:

http://vollekanne.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,8169111,00.html?dr=1

Kommentar & Ergänzung:

Das sind durchwegs vernünftige Tipps. Viele Gewürze wirken gegen Verdauungsbeschwerden.

Interessant finde ich in dieser Aufzählung der Gewürze den Kardamom:

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. Kardamom ist außerdem ein typischer Bestandteil süßer schwedischer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und des schwedischen Glühweines (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz des selben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zum Kardamom in Medizin und Volksmedizin:

„Kardamom wirkt verdauungsfördernd, krampflösend und blähungstreibend. Er ist außerdem Bestandteil einiger Arzneimittel aus der Gruppe der Magen-Darm-Mittel. Des Weiteren gilt er als allgemeines Anregungsmittel (Aphrodisiakum) für Körper und Geist. Das Kardamomöl hat geringes Allergiepotenzial. Besonders in den arabischen und asiatischen Kulturen erfährt Kardamom eine hohe Wertschätzung.“

(Quelle: Wikipedia)

Woher stammt der Kardamom?

„Kardamom stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein großes Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.“

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Inulin als Appetithemmer?

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Die Pressemitteilungen der Forschungsgruppe Klostermedizin der Universität Würzburg zeichnen sich durch Verlässlichkeit aus. Die Mitteilung unter der Schlagzeile “Beim Abnehmen bremst Inulin den Hunger” kommt allerdings etwas reisserisch daher.
Hier eine kurze moderierte Zusammenfassung:

Gegen quälenden Hunger beim Abnehmen könne der Ballaststoff Inulin helfen. Entsprechende Präparate bewirkten ein Sättigungsgefühl und trügen so zur Gewichtssenkung bei, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschungsgruppe Klostermedizin in Würzburg.

„Inulin ist ein nach dem Alant benannter Ballaststoff, der auch Alantstärke genannt wird“, sagt Mayer. Weil es den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusse, lasse sich Inulin auch als Stärkeersatz bei Diabetes verwenden.

Genutzt wird Mayer zufolge heute ausschließlich die Wurzel der seit Jahrtausenden bekannten Heilpflanze Alant (Inula helenium), die bis zu 44 Prozent Inulin enthält. Der menschliche Körper könne es nicht aufnehmen, weil ihm das dazu nötige Enzym fehlt. „Dafür dient es den nützlichen Milchsäurebakterien im Darm als Nahrung“, erklärt der Forscher. Weil dadurch eine gesunde Darmflora gefördert wird, haben Krankheitserreger und Entzündungen weniger Chancen. In der modernen Pflanzenheilkunde – der Phytotherapie – finde sich Alantwurzel darüber hinaus in einigen Kombinationspräparaten für Magen-Darm-Beschwerden und in Leber-Galle-Mitteln.

Quelle:
http://www.geomix.at

Kommentar & Ergänzung:

Inulin als Schlankheitsmittel, als Appetithemmer?
Was genau ist Inulin?
Inulin ist ein Gemisch von Polysacchariden aus Fruchtzucker-Molekülen (Fructose) mit einer Kettenlänge bis zu 100 Molekülen, und einem endständigen Glucoserest, und zählt zu den Fructanen. Inulin wird in zahlreichen Pflanzen als Reservestoff eingelagert, vor allem in Arten der Korbblütler: etwa Topinambur, Zichorien, Dahlie, Artischocke, Gewöhnlicher Löwenzahn, Schwarzwurzeln, aber auch in Doldenblütlern, beispielsweise in der Pastinake. Inulin wurde 1804 im Alant (Inula helenium L.) entdeckt.
Inulin kann in der Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) als Stärke-Ersatz eingesetzt werden, denn es beeinflusst den Blutzucker-Spiegel nicht. Inulin wird im Dünndarm nicht resorbiert, weil dem menschlichen Organismus das abbauende Enzym (Inulinase) fehlt. Stattdessen wird es im Enddarm durch Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut. Die bei diesem mikrobiellen Abbau produzierten Gase können bei empfindlichen Menschen zu Flatulenzen führen (Flatulenz (von lat. flatus “Wind, Blähung”, Blähungen) – der einzigen bekannten Nebenwirkung beim Verzehr inulinhaltiger Pflanzenteile. Inulin dient hauptsächlich den nützlichen Darmbakterien (Milchsäurebakterien) als Nahrung. Dabei schafft der Abbau solcher Präbiotika ein saures Milieu, welches dem Überleben krankheitserregender Bakterien entgegenwirkt und Darminfektionen vorbeugt. Regelmäßiger Verzehr geeigneter Mengen führt zur Verbesserung der Darmflora.
Inulin wird heutzutage häufig als Zutat in der Lebensmittelherstellung verwendet (Joghurt), beispielsweise als Fettersatz und um den Geschmack, die Textur und das Mundgefühl zu verbessern. Auch wird Inulin Wurstwaren zur Steigerung ihres Ballaststoff-Anteils zugegeben. Inulin dient weiterhin als Grundstoff zur Produktion von Fructose. Wird Inulin regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen, senkt das die Blutfettwerte und fördert die Anwesenheit von Bifidus.
(Zusammengefasst aus Wikipedia)

Inulin ist vor allem ein Füllmittel in Lebensmitteln. Es gibt der Nahrung Volumen und kann daher möglicherweise ein Sättigungsgefühl bewirken – und es hat gleichzeitig nur wenig Kalorien. Aber ob das wirklich reicht, um Inulin als Appetithemmer oder gar Schlankmacher zu propagieren?
Oft als “Appetitzügler” vermarktet wird im übrigen Helianthus tuberosus (Topinambur). Helianthus-Tropfen werden vor allem im Internet und in Drogerien angeboten.
Topinambur ist bei Diabetikern beliebt (“Diabetiker-Kartoffel”) da er zu rund 16 % aus Kohlenhydraten in Form des Mehrfachzuckers Inulin besteht. Die Anpreisung von Helianthus-Tropfen als “Appetitzügler” ist sehr fragwürdig, ein Ballaststoff-Effekt kann von solchen Naturheilmitteln auf Tinkturbasis jedenfalls nicht erwartet werden. Auch nur einigermassen plausible Belege oder Begründungen für eine solche Wirkung habe ich jedenfalls bisher nicht gefunden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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