Artikel mit Schlagwort ‘Wirkungen’

Was ist China Kopfwehöl?

Samstag, Mai 19th, 2012

China Kopfwehöl wird gegen Spannungskopfschmerzen eingesetzt. Welche Bestandteile für die Wirkung verantwortlich sind, ist aber vielen Anwenderinnen und Anwendern nicht bekannt, und der Ausdruck „China“ im Produktenamen ist auch eher irreführend. Was daran besonders chinesisch sein soll, ist mir  jedenfalls nicht klar.

China Kopfwehöl besteht aus Pfefferminzöl, Kampfer, Menthol, Eucalyptusöl, Methylsalicylat, Thymol.

Es gibt viele ähnliche Produkte, die vor allem Kälteempfindungen in der Haut auslösen. Diese Sinnesmeldungen überlagern oder verdrängen im Gehirn offenbar die Kopfschmerzempfindungen.

Die Kühlempfindung wird vor allem ausgelöst durch Pfefferminzöl und seinen Hauptinhaltsstoff Menthol.

Siehe auch:

Phytotherapie: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerz

Wahrscheinlich lässt sich die gleiche Wirkung gegen Kopfschmerzen auch erzeugen mit 10 % Pfefferminzöl in Mandelöl.

Eukalyptusöl und Kampfer bewirken ebenfalls eine (leichte) Kälteempfindung.

Thymol ist der Hauptbestandteil von Thymianöl.

Methylsalicylat ist ein heute in der Regel synthetisch hergestellter Wirkstoff aus der Gruppe der Salicylate, der anstelle des natürlichen Wintergrünöls (Gaultheriae aetheroleum) zur Anwendung kommt. Es hat schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkungen und ist ein Bestandteil zahlreicher Rheumasalben und Rheumapflastern. Wintergrünöl oder Gaultheriaöl enthält mehr als 98% Methylsalicylat und wird mittels Wasserdampfdestillation aus den Blättern des Krautes des Wintergrüns (Gaultheria procumbens) oder der in Kanada heimischen Zucker-Birke, (Betula lenta) gewonnen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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“Lavendelöl selber herstellen”

Freitag, Mai 18th, 2012

So betitelt die „Mainpost“ einen kurzen Artikel zum Thema Lavendel.

Lavendelöl eigne sich bestens für Massagen oder zur Schmerzlinderung. Wer es selbst herstellen wolle, müsse dafür keinen großen Aufwand betreiben.

Für die Herstellung von Lavendelöl wird in dem Text empfohlen, „eine Handvoll am frühen Morgen gepflückte echte Lavendelblüten in eine Glasflasche mit weitem Hals zu stecken. Sie werden mit Mandel- oder einem anderen hochwertigen Pflanzenöl bedeckt. Die verschlossene Flasche sollte vier Wochen auf der Fensterbank stehen und immer wieder geschüttelt werden. Anschließend filtert man das Öl und verwendet es zum Beispiel für Massagen bei Rheumaschmerzen oder um bei Kopfschmerzen die Schläfen damit einzureiben.“

Lavendel sei eine Heilpflanze und gelte als beruhigend, entspannend, entkrampfend, wundheilend und schmerzlindernd. Aus den Blüten lasse sich auch ein Tee herstellen. Er eigne sich zum Beispiel gegen Magen-Darm-Beschwerden und lindere Blähungen, Übelkeit und Durchfall.

Quelle:

http://www.mainpost.de/ueberregional/journal/gesundheit/gesundheit/wellnessundfitness/art18065,6781455

Kommentar und Ergänzung:

Gute Idee. Das ätherische Lavendelöl aus den Lavendelblüten löst sich leicht in fetten Ölen wie zum Beispiel Mandelöl. Das Produkt ist dann ein Ölmazerat. Es eignet sich gut als Massageöl für beruhigende Massagen am Abend zur Linderung von Einschlafproblemen.

Ich würde allerdings diesem Lavendel-Ölmazerat  nicht Lavendelöl sagen, weil mit „Lavendelöl“ normalerweise das ätherische Öl gemeint ist. Lavendel-Ölauszug wäre ein präziserer Ausdruck.

Die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl sind in der folgenden Broschüre vertieft beschrieben:

Ätherische Öle in der Pflege

Grundlagenwissen über ätherische Öle

Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl

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Was ist Braunhirse?

Dienstag, Mai 8th, 2012

Seit einiger Zeit wird in der Alternativmedizin-Szene Braunhirse gegen alle möglichen Beschwerden angeboten.

Was ist Braunhirse?

„Braunhirse ist ein Getreide aus der Familie der Süssgräser (Poaceae). Die Samen werden ungeschält mit Spelze und Schale zu einem Vollwertmehl verarbeitet. Das Pulver enthält unter anderem Eiweiss, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Kieselsäure mit einem hohen Anteil an Silicium. In der Alternativmedizin und in der Werbung wird es gegen zahlreiche Erkrankungen empfohlen, unter anderem gegen Arthrose, Osteoporose, Karies, Nagel- und Haarerkrankungen. Die Wirksamkeit in diesen Anwendungsgebieten ist nicht nachgewiesen und über mögliche Risiken und unerwünschte Wirkungen einer Behandlung ist nicht ausreichend bekannt. Braunhirse ist nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als Nahrungsmittelergänzung verkauft.“

(Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Braunhirse)

Kommentar & Ergänzung:

Die Heilungsversprechungen bezüglich Braunhirse überschlagen sich geradezu und umfassen unterschiedlichste Erkrankungen. Das müsste eigentlich immer Anlass zu Skepsis sein und ist ein Beispiel für Indikationslyrik.

Wie andere Getreide auch, enthält Braunhirse verhältnismässig viel Mineralstoffe, darunter Kieselsäure. Diese besteht zu etwa einem Drittel aus Silizium, einem Spurenelement, das eine wichtige Rolle als Nährstoff und Aufbaustoff für Knorpelmasse, Bindegewebe, Haut, Haare und Nägel spielt und zur Mineralisation der Knochen beiträgt. Wahrscheinlich resultiert hieraus das Werbeversprechen, Braunhirse würde bei brüchigen Haaren und Nägeln, schlaffer Haut, Bindegewebsschwäche, Osteoporose und Arthrose helfen. Allerdings deckt eine normale Mischkost den Bedarf an Silicium problemlos.

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Knoblauch gegen Infektionen

Montag, Mai 7th, 2012

Im Phyto-Forum der Aerztezeitung wurde die Frage aufgeworfen, wie ist es um die Wirksamkeit von Allium sativum (Knoblauch) bei viralen und bakteriellen Infekten bestellt ist.

Professor Jürgen Reichling gab dazu folgende Antwort:

„Zubereitungen aus der Knoblauchzwiebel (Allii sativi bulbus) werden adjuvant bei Erhöhung der Blutfettwerte und zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen angewendet. Verschiedentlich werden Zubereitungen aus der Droge auch zur Behandlung von Infektionen und Entzündungen des oberen Respirationstraktes empfohlen.

Diese Empfehlung stützt sich auf die Tatsache, dass Lauchöle in vitro sowohl gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien als auch gegen Candida-Arten (Hefepilze) und Influenzaviren wirksam sind. In Tierexperimenten am Meerschweinchen hemmten sie zudem das Wachstum verschiedener Hautpilze.“

„Droge“ meint hier „Heilpflanze“, also Knoblauch, nicht wie im heutigen Sprachgebrauch „Rauschmittel“.

Die Wirkung von Knoblauch gegen verschiedene Bakterien, Hautpilze und Viren ist verhältnismässig gut untersucht. Allerdings stellt sich bei diesen Experimenten in-vitro (= im Labor, im Reagenzglas) immer die Frage, ob und in wie weit sich solche Resultate auf Erkrankungssituationen beim Menschen übertragen lassen.

Bei lokalen Wirkungen auf der Haut beispielsweise ist eine solche Wirkung plausibel, ob sie aber auch systemisch nach Aufnahme in den Organismus aus dem Verdauungstrakt zu erwarten ist, bleibt oft fraglich. Prof. Reichling erwähnt in dieser Hinsicht folgende Studie:

„Laut einer Studie in England soll es bei einer täglichen Einnahme von 1 Knoblauchkapsel über einen Zeitraum von 4 Monaten zu weniger Erkältungskrankheiten im Vergleich zur Placebogruppe gekommen sein (24 versus 65 Prozent).“

Leider fehlen hier genauere Angaben zu dieser Studie, wodurch ihre Aussagekraft nicht beurteilt werden kann. Falls Knoblauchkapseln nämlich tatsächlich eine vorbeugende Wirkung gegen Erkältungskrankheiten haben sollten, wäre das sehr bemerkenswert.

Einen entsprechenden Ruf als Schutzmittel gegen Infektionen hat Knoblauch in der traditionellen Pflanzenheilkunde schon lange.

Quelle der Zitate:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/phytotherapie/article/811558/knoblauch-ingwer-infektionen.html?sh=8&h=-1673844218

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Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren: Günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Montag, April 30th, 2012

Der regelmäßige Konsum von Erdbeeren und (amerikanischen) Heidelbeeren war in einer prospektiven Beobachtungsstudie mit besseren kognitiven Leistungen in Alter verbunden. Die Wissenschaftler erklären diesen Effekt in den Annals of Neurology (2012; doi: 10.1002/ana.23594) mit dem Gehalt an Anthocyanen und Flavonoiden.

Flavonoide sind Farbstoffe, die in Blüten und Früchten Insekten und Vögel anlocken. Sie schützen ausserdem die Pflanzen vor UV-Licht und einer Oxidation. Besonders kräftig färben die Anthocyane, welche für die dunkelblaue bis schwarze Farbe vieler Beeren verantwortlich sind. Diese Inhaltsstoffe der Beeren gelangen nach dem Konsum ins Blut. Ernährungswissenschaftler schreiben den Anthocyanen seit längerem eine gesundheitsfördernde Wirkung zu, was sich aber schwer beweisen lässt.

Hinweise auf eine gesundheitsfördernde Wirkung der Anthocyane geben  neben tierexperimentellen Studien immer wieder die Ergebnisse von prospektiven Beobachtungsstudien. Eine der größten Studien dieser Art sind die Nurses’ Health Studies. Seit 1976 befragen Wissenschaftler der Harvard Universität in Boston mehr als 120.000 Krankenschwestern regelmäßig nach deren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, um den Einfluss auf die Gesundheit zu untersuchen. Von 1995 bis 2001 wurden bei 16.010 älteren Krankenschwestern ausführlichen kognitiven Tests durchgeführt.

Die Harvard-Wissenschaftlerin Elizabeth Devore und Mitarbeiter haben die Testresultate jetzt mit den früheren Angaben zur Ernährung in Beziehung gesetzt. Sie fanden einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Erdbeeren und (amerikanischen) Heidelbeeren zum kognitiven Abbau im Alter. Frauen, die diese Beeren häufiger konsumiert hatten, zeichneten sich durch eine höhere geistige Regsamkeit aus. Devore geht von einer Verzögerung des normalen Alterungsprozesses im Bereich des kognitiven Abbaus um 1,5 bis 2,5 Jahre aus. Ein ähnlicher Zusammenhang bestand mit der errechneten Zufuhr von Flavonoiden und Anthocyanen.

Für Devore ist der Konsum von Beeren eine einfach umzusetzende Empfehlung, die kaum schaden kann. Die etwaigen günstigen Wirkungen könnten angesichts der zunehmenden Alterung der Bevölkerung kaum unterschätzt werden, findet die Wissenschaftlerin.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50009/Beeren-halten-das-Gehirn-jung

Kommentar & Ergänzung:

Vorbildlich weißt das Aerzteblatt auf die kritischen Punkte dieser Studie hin:

„Wie immer bei Beobachtungsstudien ist eine kausale Zuordnung nicht eindeutig möglich. So ist vorstellbar, dass die höhere kognitive Kompetenz bei den Frauen die Einsicht in die Vorteile einer gesünderen Lebensweise gefördert hat. Dazu könnten neben dem Verzehr von Beeren noch andere Lebensstilfaktoren gehören, die ebenfalls dazu beigetragen haben könnten, die geistigen Funktionen im Alter zu erhalten.“

Weitere Informationen zu Wirkungen der Anthocyane:

Schützen Flavonoide aus Beeren vor Parkinson?

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Anthocyane als Entzündunghemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

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Zur Wirksamkeit von Ginseng – Weisser Ginseng oder Roter Ginseng?

Mittwoch, April 25th, 2012

Im Phyto-Forum der Aerztezeitung wurde vor kurzem Ginseng zum Thema.

In der traditionellen chinesischen Medizin werde Ginseng (Panax ginseng, Panax quinquefolius ) seit Jahrtausenden als Heilmittel bei Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Atemnot, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Impotenz, Blutungen und Diabetes angewandt, schreibt Dr. Rainer C. Görne. Die Ginsengwurzel gelte in Asien als Sinnbild für Gesundheit und langes Leben.

Neuere Untersuchungen hätten verschiedene Inhaltsstoffe wie Ginsenoside, Polysaccharide, Peptide und Polyin-Alkohole nachgewiesen:

„Einige dieser Inhaltsstoffe haben in pharmakologischen Experimenten ZNS-Wirkungen, neuroprotektive und immunmodulatorische Wirkungen gezeigt.“

Insbesondere die Ginseng-Saponine, die Ginsenoside haben antioxidative, entzündungshemmende, anti-apoptotische und immunstimulierende Eigenschaften, schreibt der Autor.

In einigen kontrollierten, klinischen Studien sei die Wirkung von Zubereitungen aus Ginseng auf die körperliche und psychomotorische Leistung, kognitive Funktionen, Immunmodulation, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, die Lebensqualität untersucht worden.

Aufgrund der schlechten Qualität der meisten dieser Studien seien die klinischen Daten zur Wirksamkeit unzureichend.

Beim roten Ginseng handle es sich um Panax ginseng, der entweder durch Wasserdampf erhitzt oder in der Sonne getrocknet wurde. Diese Variante einer Ginsengzubereitung werde in Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten verwendet.

Entgegen einer weitverbreiteten Meinung enthalte das Konzentrat aus rotem Ginseng jedoch nur halb so viel Ginsenoside wie jenes aus weißem Ginseng. Roter Ginseng werde traditionell mit einer Anregung der Sexualfunktion und Steigerung des Antriebs verbunden:

„In einer doppelblinden, klinischen Studie wurde gezeigt, dass eine Zubereitung aus rotem Ginseng eine wirksame Alternative für die Behandlung der erektilen Dysfunktion sein kann (Hong et al. 2002). Zwei kleinere Studien zeigten eine Verminderung des Relaps bei Magenkrebs im Vergleich zur Kontrollgruppe (Suh et al. 2002) sowie potenziell positive Effekte einer Kombination von koreanischem roten Ginseng und einer antiretroviralen Therapie bei HIV-1-infizierten Patienten (Sung et al. 2009).“

Zusammenfassend sei somit festzuhalten, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt zuverlässige klinische Daten zur Wirksamkeit von Ginseng-Präparaten fehlen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/default.aspx?sid=806917&ticket=ST-749-jTkac4gOZNaAF1C4FrZu5OHkAUoM4HGizPQ-20

Kommentar & Ergänzung:

Die Ginseng-Forschung liefert interessante Ergebnisse. Hänsel / Sticher kritisieren allerdings in „Pharmakognosie / Phytopharmazie“ (2010), dass den Untersuchungen „recht häufig eine Relevanz für die menschliche Anwendung fehlt oder mangelhaft ist (z.B. durch unrealistisch hohe Dosierung, i.v. oder i.p. anstelle von p.o.-Applikation, Tierexperimente ohne Bezug zum Therapeutischen Wert am Menschen).“

Zur Diskussion, ob Roter Ginseng oder Weisser Ginseng wirksamer ist, schreibt der „Leitfaden Phytotherapie“:

„Roter Ginseng, der zur Konservierung mit gespanntem Wasserdampf behandelt wird, ist nicht generell dem weissen Ginseng qualitativ überlegen und enthält nur dann einen höheren Ginsenosidgehalt, wenn vor dem Dämpfen bei 120 – 130°C Ginsenosid-reicher „weisser Ginseng“ ausgesucht worden ist. Nur bei wenigen „Roter Ginseng-Präparaten“ wird diese qualitative Vorauswahl durchgeführt. Nach der Wasserdampfbehandlung nehmen die vorher weissen Wurzeln eine hornartige Struktur und rötliche Farbe an. Die Aussage, dass nur 5 – 7 jährige Ginsengwurzeln verwendet werden, ist ein Werbegag, denn erst nach dieser Zeit ist die Wurzelmasse so gross, dass sich eine Ernte lohn. Ausserdem haben 1-2-jährige Wurzeln sowie die dünnen Seitenwürzelchen einen höheren Ginsenosidgehalt.“

Bei Ginseng-Präparaten gibt es grosse Qualitätsunterschiede. Vorsichtig wäre ich bei Produkten, die nur als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen sind. Ginseng-Präparate, die eine Zulassung als Arzneimittel haben, werden genauer kontrolliert.

Seriöse Ginseng-Präparate sind auch einen standardisierten, also gleichbleibenden Ginsenosidgehalt eingestellt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ungesunde TCM-Kräuter

Montag, April 16th, 2012

Zwei Studien zeigen Risiken bei manchen Heilpflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Krebserkrankungen des Harntrakts kommen in Taiwan ungewöhnlich oft vor. Eine neue Studie kommt zu Schluss, dass höchstwahrscheinlich Pflanzenzubereitungen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bei zahlreichen Betroffenen die Tumoren ausgelöst haben dürften.

Ein internationales Forscherteam um Chung-Hsin Chen vom National Taiwan University Hospital in Taipeh hat mithilfe von Genanalysen 151 Krebserkrankungen der oberen Harnwege untersucht. Eine besondere Gensignatur ist charakteristisch für Tumoren, die unter der Einwirkung von sogenannter Aristolochiasäure entstanden sind. Diese Signatur entdeckten die Forscher bei 60 Prozent der Fälle.

In der Fachzeitschrift PNAS berichten die Wissenschaftler, dass zwischen 1997 und 2003 ein Drittel der taiwanischen Bevölkerung Aristolochia-Präparate einnahm. Sie basieren auf der sogenannten Gewöhnlichen Osterluzei (Aristolochia clematitis) und verwandten Pflanzen, die  in der TCM über lange Zeit als Heilmittel galten.

Dass zahlreiche Taiwanesen durch Aristolochia-Präparate an Harnwegstumoren erkrankten, erkläre auch, weshalb sich die Verteilung dieser Krebsformen dort von der in anderen Staaten unterscheide, meinen die Wissenschaftler. Bei 35 Prozent der Patienten in Taiwan entwickeeln sich die Tumore nicht in der Blase, sondern in Harnleiter oder Nierenbecken. Weltweit sei dies bei weniger als zehn Prozent der Patienten der Fall. Auch erkrankten Frauen in Taiwan überdurchschnittlich häufig an diesen Tumorformen – und sie bekamen auch häufiger Aristolochia-Präparate verordnet als Männer.

Aristolochiasäure schädigt auch die Nieren, was im schlimmsten Fall zu Nierenversagen führen kann. In Belgien erkrankten in den neunziger Jahren mehrere Frauen an Nierenversagen, die die Präparate im Rahmen von Diätkuren eingenommen hatten.

Hierzulande sind Präparate, die Aristolochia-Säure enthalten, bereits länger untersagt. Auch in China und Taiwan wurden sie m Jahr 2003 verboten.

Während also das  Problem mit den Aristolochia-Präparate mittlerweile auch in China vom Tisch ist, geben andere TCM-Präparate, die weiterhin im Handel sind und nun von australischen Wissenschaftlern untersucht wurden, Anlass zu berechtigter Sorge. Die Forscher fanden in den vom Zoll beschlagnahmten Präparaten Extrakte von total 68 verschiedenen Pflanzenfamilien, und einige davon sind alles andere als risikolos.

Einige der Mixturen enthielten beispielsweise Pflanzenbestandteile der Gattung Ephedra (Meerträubel) und Asarum (Haselwurz), die bei falscher Dosierung toxisch sind. In den Packungsbeilagen fehlte der Hinweis auf diese heiklen Inhaltsstoffe und die potenzielle Gefährlichkeit.

In ihrem Artikel im Fachplan PLoS Genetics weisen die australischen Wissenschaftler jedoch noch auf ein weiteres Problem hin: In einigen der analysierten TCM-Proben fanden sie Spuren von Tieren, die gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht sind, wie der Kragenbär oder die asiatische Huftierart Saiga.

Quelle:

http://derstandard.at/1334132463824/Giftig-und-krebserregend-Ungesunde-TCM-Inhaltsstoffe

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,826636,00.html

http://www.pnas.org/content/early/2012/04/03/1119920109

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Beispiel zeigt, dass Tradition nicht immer Recht hat. In diesem Sinn kann man auch für die westliche Pflanzenheilkunde viel daraus lernen.

Siehe:

Komplementärmedizin: Hat Tradition Recht?

Erfahrung allein zeigt Irrtümer und Risiken nur sehr unzulänglich.

Siehe:

Naturheilkunde: Vom sorgfältigen Umgang mit Erfahrung

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung

Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung

Daher reicht es nicht zu sagen, diese Heilpflanze ist seit Tausenden von Jahren im Gebrauch, ergo ist sie wirksam und harmlos.

Manche Zusammenhänge sieht man erst, wenn man systematisch danach sucht. Dem sagt man dann Wissenschaft.

Aus diesem Grund verknüpft eine seriöse Phytotherapie die Erfahrungen traditioneller Pflanzenheilkunde mit den Erkenntnissen moderner Arzneipflanzenforschung.

Diese Kombination ist unverzichtbar zum Schutz von Patientinnen und Patienten.

Leider ist der Begriff „Phytotherapie“ nicht geschützt und deshalb laufen unter diesem Begriff inzwischen auch Vorstellungen mit, welche die wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit und Sicherheit  von Heilpflanzen-Präparaten ablehnen, und sich statt dessen lieber an ihren eigenen Überzeugungen von der ausschliesslich heilenden und sanften Natur festhalten. Das ist meines Erachtens aber eine zu einseitige und riskante Betrachtungsweise.

Eine fundierte, seriöse Phytotherapie verbindet Tradition und Wissenschaft. Sie verlässt sich nicht einfach auf die Fantasien irgendeines Kräutergurus (wie heisst eigentlich die weibliche Form von Guru? Guresse?).

Das Beispiel mit den ungesunden TCM-Kräutern zeigt auch, wie wichtig eine staatliche Kontrolle des Heilmittelmarktes ist. Vor ein paar Monaten gab es einen Wirbel im Internet über ein angebliches Verbot der Heilpflanzen durch die EU, dabei ging es nur um ein Registrierungsverfahren für pflanzliche Arzneimittel.

Dazu ein Zitat von Reinhold Rathscheck:

„Der Nachweis der Wirksamkeit ist von jedem neuen Mittel zu fordern, das den Anspruch erhebt, ein Arzneimittel zu sein. Hiervon wird man nicht die Mittel ausnehmen dürfen, deren Unschädlichkeit  zwar keineswegs bezweifelt wird, deren Wirkung aber einzig und allein auf dem Glauben beruht. Sonst müsste auch ein Placebo, ein Scheinarzneimittel, das keinen arzneilich wirksamen Stoff enthält, beim Bundesgesundheitsamt registrierbar sein, fehlen ihm doch toxische Effekte mit Sicherheit, wogegen psychische Wirkungen durchaus nachweisbar sein können.

Hier trägt der Staat eine Mitverantwortung: Ein Staat, der einerseits mit Recht Arzneimittelsicherheit fordert, hat seine Bürger andererseits vor Arzneimitteln zu schützen, die keine sind. Er hat kranke Menschen davor zu bewahren, dass Gutgläubigkeit oder Verzweiflung dank staatlicher Mithilfe ummünzbar werden in Profit, ohne dass eine wirkliche Aussicht auf Heilerfolg besteht.“

(aus: Konfliktstoff Arzneimittel, Suhrkamp 1974)

Klar ist aber auch, dass solche Registrierungsverfahren und Kontrollen verhältnismässig sein müssen und dass Entscheide der Arzneimittelbehörden aus fachlicher Sicht auch kritisiert werden dürfen und sollen (z. B. im Fall Kava-Kava)

Das Aristolochiasäure-Problem scheint zumindestens in Europa durch das Verbot entsprechender Bestandteile in Arzneimittel unter Kontrolle zu sein. Bei TCM-Kräutern, die unkontrolliert im Internet gehandelt werden, wäre ich da nicht so sicher.

Und zudem sind die generellen Qualitätsprobleme bei TCM-Kräutern nicht vom Tisch. Anbaubedingungen und Verarbeitungsbedingungen sind oft alles andere als einfach zu kontrollieren. Und ob in den entsprechenden Kräutermischungen auch drin ist, was drauf steht, bleibt oft fraglich – sofern überhaupt etwas draufsteht.

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Weidenrinde lindert Kopfschmerzen und Rheumabeschwerden

Samstag, April 14th, 2012

Weidenrinde kann gegen Kopfschmerzen und Rheumabeschwerden angewendet werden.

Genau wie viele synthetische Schmerzmittel enthalte die Rinde Salizylsäure, die die Bildung von Schmerz-, Entzündungs- und Fieberbotenstoffen im Körper hemme, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg.

Im Gegensatz zur synthetisch produzierten Acetyl-Salizylsäure (ASS) greife die Weidenrinde nicht die Magenschleimhaut an. Sie kann gemäss Mayer deshalb über längere Zeit eingenommen werden. Allerdings wirke Weidenrinde nicht so rasch wie ihr chemisches Pendant ASS. Außerdem könne ASS vor Herzinfarkten und Schlaganfall schützen, weil sie die Verklumpung der Blutplättchen verhindere, sagt Mayer. Diese Wirkung habe Weidenrinde nicht.

Quelle:

http://www.aachener-zeitung.de/news/gesundheit-detail-az/2287258

Forschergruppe Klostermedizin

Kommentar & Ergänzung:

Das Glykosid Salicin aus der Weidenrinde ist chemisch zwar ähnlich aufgebaut wie die Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin), aber eben nicht identisch. Deshalb sind auch die Wirkungen der beiden Substanzen nicht deckungsgleich.

Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin macht eine wichtige Differenzierung, die sonst oft in Artikeln über die Weidenrinde nicht klar dargestellt wird:

Acetylsalicylsäure (Aspirin Cardio®) hemmt die Verklumpung der Bluttplättchen (Hemmung der Thrombozytenaggregation).

Salicin und damit die Weidenrinde hat diesen Effekt weder als therapeutische Wirkung noch als unerwünschte Nebenwirkung.

Siehe auch:

Weidenrinde und Aspirin nicht in einen Topf werfen

Weidenrinde – Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin)

Naturheilmittel: Weidenrinde in der Schmerztherapie

Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen

Phytotherapie bei Arthrose: Weidenrinde & Teufelskralle

Phytotherapie: Heilpflanzen zur Schmerzbehandlung

Phytotherapie: Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, Fieber, Rheumabeschwerden

Rheuma-Behandlung: Teufelskrallenwurzel und Weidenrinde empfohlen

Weidenrindenextrakte lindern Arthritis

Aspirin schützt offenbar nicht vor (erstem) Herzinfarkt

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Gundelrebe / Gundermann

Dienstag, April 10th, 2012

Gundermann (Glechoma hederacea,  Gundelrebe), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Gundelrebe ist in Europa weit verbreitet und sehr häufig.

Foto auf Wikipedia

Gundelrebe wächst hauptsächlich in frischen, nährstoffreichen Säumen, Wäldern und Wiesen. Er entwickelt lange, niedrige Ausläufer, von denen aufrechte Blütensprosse aufsteigen. Die Bestäubung der Blüten geschieht meist durch Hummeln.

Als häufige Blütenbesucher kommen auch Schwebfliegen vorbei, die nur Pollen aufnehmen, da ihr Rüssel für den Nektar zu kurz ist, ausserdem Wollschweber der Gattung Bombylius, Käfer, Ameisen, sowie einige Schmetterlinge (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling).

Wegen der ätherischen Öle und der Bitterstoffe wurde der Gundermann früher als Gewürzpflanze genutzt. Diese Inhaltsstoffe bedingen jedoch auch seine Giftigkeit für viele Säugetiere, besonders Pferde und etliche Nagetiere. Vergiftungen beim Menschen sind unbekannt.

Gundelrebe als Heilpflanze

Die Pflanze enthält Flavonoide, Triterpenoide und Rosmarinsäure, denen eine entzündungswidrige Wirkung zugeschrieben wird. Genauere Untersuchungen fehlen jedoch.

Der Teeaufguss wirkt durch Gerbstoffe leicht stopfend bei Durchfall. Saponine und das ätherische Öl könnten schleimlösend wirken bei Husten.

Es gibt allerdings keine geklärten und belegten Wirkungen der Gundelrebe.

Bei den Germanen soll sie aber eine Zauberpflanze gewesen sein und ihr Auftreten an alten Gemäuern verband man mit dem Sitz von guten Hausgeistern. Im Althochdeutschen bezieht sich der Wortstamm „Gund“ auf Eiter, faulriechenden Ausfluss und Geschwür, wogegen der Gundermann angewendet wurde.

In der Volksmedizin wird die Pflanze innerlich empfohlen bei Durchfall, Magenkatarrh, Darmkatarrh leichten Erkrankungen der oberen Bronchien und zur symptomatischen Behandlung von Husten sowie als Diuretikum bei Blasensteinen und Nierensteinen.

In den alten Kräuterbüchern findet man darüber hinaus aber noch zahlreiche andere Anwendungsbereiche wie Keuchhusten, Ohrensausen, Halsbeschwerden, Heiserkeit, Lungenkatarrh, Kopfschmerzen, Stirnhöhenentzündung, Stress, Hysterie, Lungenkatarrh, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Gallensteine, Milzstörungen, Verstopfung, Bisswunden, Bluterguss, Muskelquetschungen….

Wir haben es hier mit einer Indikationslyrik zu tun, wie sie in der Volksmedizin oft vorkommt – und diese Auswahlsendung hätte es wie bei jeder Indikationslyrik nötig, gründlich überprüft zu werden.

Äusserlich wurde die Gundelrebe in der Volksmedizin vor allem angewendet zum Waschen von schlecht heilenden Wunden und Geschwüren und anderen Hautkrankheiten sowie bei Arthritis und Rheuma (in Italien).

In der chinesischen Medizin wird Gundelrebe zum Beispiel eingesetzt bei Karbunkel, Erysipel, Unterleibsschmerzen, Krätze, Skrofulose, ungleichmässiger Menstruation, Husten, Dysenterie, Gelbsucht.

Alle diese Anwendungsbereiche der Gundelrebe sind in ihrer Wirksamkeit nicht belegt und für viele Bereiche gibt es andere Heilpflanzen, deren Wirksamkeit besser dokumentiert ist. Daher wird die Gundelrebe heute seltener verwendet.

Gundelrebe als Gewürz

Vor allem die jungen Blätter der Gundelrebe sind aromatisch-würzig und können als Gemüse gekocht werden. Sie sind auch Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagsuppe zusammen mit beispielsweise: Guter Heinrich, Sauerampfer, Gänseblümchen, Brennnessel, Spitzwegerich, Vogel-Sternmiere (die Rezepte varieren).

Auf die Verwendung als Gewürzpflanze weißt auch der Volksname „Soldatenpetersilie“ hin. Gundelrebenblätter werden auch Salaten, Kräutersaucen und Kräuterbutter zugesetzt.

Bevor zu diesem Zweck der Gebrauch des Hopfens aufkam, wurde Gundelrebe in England zum Aromatisieren des Biers verwendet.

Und zu guter letzt: Schauen Sie sich die Gundelrebenblüte mal von der Nähe an. Die ist nämlich wirklich ein Bijou.

Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Gibt es Wechselwirkungen zwischen Schüssler-Salzen und Medikamenten?

Montag, April 9th, 2012

Kann man Schüssler Salze zusammen mit Blutgerinnungshemmern einnehmen? Diese Frage stellte vor kurzem eine Zuhörerin an einem Vortrag.

Solche Fragen sind nicht selten und sie offenbaren eine weit verbreitete Unkenntnis über die Zusammensetzung von Schüssler-Salzen.

Die Beurteilung von allfälligen Wechselwirkungen (Interaktionen) zwischen Naturheilmitteln und Medikamenten ist oft alles andere als einfach. Bei Schüssler-Salzen ist die Antwort aber einfach und eindeutig. Es gibt keine Wechselwirkungen zwischen Schüssler-Salzen und Medikamenten jedweder Art.

Alle Schüssler-Salze bestehen aus Lactose oder aus einem Ersatzstoff wie zum Beispiel Mannitol.

Laktose und Mannitol können in grösseren Mengen eine abführende Wirkung entfalten.

Laktose wird im Verdauungstrakt gespalten und die dabei entstehenden Monosaccharide Galactose und Glukose (Traubenzucker) aufgenommen.

Patienten mit Laktose-Intoleranz können mit Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen reagieren.

Mannitol kann vom menschlichen Organismus nicht verwertet werden.

Wechselwirkungen mit Medikamenten sind daher bei Schüssler-Salzen auf der Basis von Mannitol oder Laktose nicht zu befürchten.

Darüber hinaus enthalten Schüssler-Salze noch Mineralsalze wie Kochsalz (Natrium chloratum) Gips (Calcium sulfuricum) oder Kreide (Calcium carbonicum) in Verdünnungen von 1 : 000 000 (D6) oder 1 000 000 000 000 (D12).

Mit anderen Worten: Die Mineralsalze sind in minimalsten Spuren enthalten, so dass Wechselwirkungen genauso wie physiologische Wirkungen ausgeschlossen sind. Ein Glas Trinkwasser enthält mehr Mineralstoffe als eine ganze Packung Schüssler-Salze.

Die Apothekerin Susana Niedan-Feichtinger von der Firma Adler Pharma, einer Herstellerin von Schüsslersalzen, hat in der Österreichischen Apotheker-Zeitung (Nr. 24 / 2010) dazu folgende Rechnung präsentiert:

„Alle Mineralwasser-Konsumenten nehmen pro Tag mehr Mineralstoffe auf, als es über Schüßler Salze überhaupt möglich wäre: Wenn in einer Mineralwasserflasche 115 mg/l Kalzium (beispielsweise Vöslauer mild) angegeben sind, dann müsste man, wenn man die in Calcium phosphoricum D6 enthaltenen reinen Kalziumionen auf das im Mineralswasser enthaltene Kalzium umrechnet, 388 kg an Schüßler Salz Nr. 2 in D6 (1.552.000 Tabletten!) täglich einnehmen, um auf die gleiche Menge wie in 1 Liter Mineralwasser zu kommen. Bei einem Gehalt von 39,4 mg Magnesium pro Liter Mineralwasser (beispielsweise Vöslauer mild) fällt der Vergleich auch interessant aus: Berechnet auf die Menge Mg im Mg HPO4 geht es hier um 772.550 Tabletten oder 193 kg Mineralstofftabletten Nr. 7 nach Dr. Schüßler in der D6. Ich frage mich, als wie gefährlich aus diesem Gesichtspunkt heraus Mineralwässer eingestuft werden müssten?“ Details

Wenn also Schüssler-Salze Wechselwirkungen zeigen würden, dann müssten Trinkwasser und Mineralwasser viel stärkere Wechselwirkungen auslösen.

Vergleichbar ist im übrigen die Antwort auf die Frage nach Wechselwirkungen von Bach-Blüten.

Vor kurzem wurde ich von einer Klinik angefragt, ob es Wechselwirkungen gebe zwischen Bach-Blüten und HIV-Medikamenten. Auch hier ist die Antwort eindeutig: Bachblüten enthalten keine Wirkstoffe und abgesehen von Alkohol und Wasser auch keine relevanten Inhaltsstoffe. Und wo keine Wirkstoffe / Inhaltsstoffe sind, können auch keine Interaktionen auftreten.

P.S. Bei Phytopharmaka, die definitionsgemäss Wirkstoffe enthalten, ist auch mit Wechselwirkungen zu rechen. Beispielsweise:

Knoblauch: Wechselwirkungen mit HIV-Therapie möglich

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