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Ginkgo – nicht alle Zubereitungsarten sind gleichwertig

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Ginkgo verbessert die Funktion des Gehirns. So lautet eine oft gehörte, aber eher oberflächliche und ungenaue Beschreibung der Wirkung der Heilpflanze Ginkgo biloba.

Aus fachlicher Sicht sagt das noch wenig aus und die Anwendungsgebiete müssen präziser gefasst werden. In welchen Situationen eignet sich Gingko und in welchen nicht? Wirkt Ginkgo vorbeugend oder bei bestehenden Beschwerden?

Darüber hinaus wird aber im Umgang mit Heilpflanzen oft unterschätzt, wie wichtig die Wahl der geeignetsten Zubereitungsform ist.

Ein Kräutertee? Eine Frischpflanzentinktur bzw. Urtinktur? Eine Pflanzentinktur aus getrockneten Pflanzen nach Arzneibuch? Ein Frischpflanzensaft? Ein Pflanzenextrakt?

Bei Ginkgo biloba ist die Situation ziemlich klar:

Ginkgotee ist ungeeignet. Er enthält oft zu hohe Gehalte an Ginkgolsäuren, die ein hohes allergenes Potenzial besitzen und in pharmakologisch-toxikologischen Untersuchungen auch cytotoxische, neurotoxische und mutagene Wirkungen zeigen. Die wirksame Dosis wird mit Ginkgotee nicht erreicht.

Siehe dazu:

Ginkgotee nicht ohne Risiko

 

Auch Ginkgotinkturen enthalten die entscheidenden Wirkstoffe in zu geringen Mengen und sind daher unterdosiert.

Sicher anwendbar sind nur Trockenextrakte aus Ginkgo biloba, bei denen die Gingolsäuren während der Herstellung entfernt wurden, und die eine hohe Wirkstoffkonzentration aufweisen. Der am besten mit Studien belegte Ginkgoextrakt ist EGb 761 (Tebokan / Tebofortin).

Für diesen Spezialextrakt gibt es medizinisch anerkannte Anwendungsgebiete. Das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) als EU-Zulassungsbehörde für pflanzliche Arzneimittel akzeptiert ihn zur Verbesserung altersbedingter kognitiver Einschränkungen und zur Verbesserung der Lebensqualität als „medizinisch allgemein anerkannt“ („well-established use“).

Die ESCOP hält standardisierte Ginkgo-Extrakte für geeignet zur symptomatischen Behandlung von leichtem bis mittel¬schwerem demenziellem Syndrom einschließlich primärer degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und deren Mischformen; für hirnorganisch bedingte Leistungsstörungen; neurosensorische Störungen wie Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Tinnitus; zur Verbesserung der kognitiven Leistung; zur symptomatischen Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK, Claudicatio intermittens = „Schaufensterkrankheit“).

Siehe: Phytotherapie – was sind ESCOP-Monografien

In der Phytotherapie ist die Frage, in welcher Arzneiform eine Heilpflanze optimal eingesetzt werden kann, sehr zentral und wird oft unterschätzt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Medikamentenverkauf: Migros versus Apotheken & Drogerien

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Ab 2019 werden in der Schweiz gewisse Medikamente auch im Detailhandel erhältlich sein. Dabei geht es auch um Heilpflanzen-Präparate.

Gegenwärtig prüft die Heilmittelbehörde Swissmedic, welche Arzneimittel in Zukunft von dieser Liberalisierung betroffen sind. Damit setzt Swissmedic die im revidierten Heilmittelgesetz angestrebte Förderung der Selbstmedikation um.

Grossverteiler wie Migros und COOP begrüssen diese Entwicklung selbstverständlich und möchten möglichst viele Präparate verkaufen dürfen.

Die Branchenvertreter der Apotheken und Drogerien sind ebenso selbstverständlich dagegen und warnen vor Gefahren.

Beide Seiten operieren mit fragwürdigen Argumenten.

Bisher sind in der Schweiz die meisten Medikamente nur in Apotheken und Drogerien erhältlich. Die Migros strebt aber deutsche Verhältnisse an. In Deutschland werden viel mehr Arzneimittel im Detailhandel verkauft.

Martin Bangerter, Zentralpräsident des Schweizerischen Drogistenverbandes, macht auf die Gefahren aufmerksam, wenn man sich unbesehen an den Verkaufsvorschriften anderer Länder orientiere, etwa wenn in Deutschland Johanniskraut-Dragées im Supermarkt verkauft werden. Diese gegen Depressionen und Stimmungsschwankungen eingesetzten pflanzlichen Mittel könnten im Zusammenhang mit anderen Medikamenten unerwünschte Nebenwirkungen haben, sagt Bangeter. Er weist darauf hin, dass Johanniskraut die Wirkung der Pille zur Schwangerschaftsverhütung abschwächen könne und dass dieses Beispiel zeige, weshalb eben auch bei scheinbar unproblematischen Heilmitteln eine Fachberatung nötig sei.

Diese Argumentation ist grundsätzlich nachvollziehbar. Johanniskraut-Extrakte mit ihren möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten taugen nicht für den Verkauf im Supermarkt.

Aber was sagt dazu die Migros?

Jürg Maurer, bei Migros stellvertretender Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik, kontert: «Wir fordern keine Höchstdosierungen, sondern moderat dosierte Präparate, die in Deutschland in jedem Supermarkt seit Jahren erhältlich und absolut selbstbedienungstauglich sind.»

Der Migros sei kein einziger Fall bekannt, bei welchem es mit einem frei verkäuflichen Johanniskrautpräparat zu den genannten Interaktionen gekommen sei, betont Maurer.

Damit hat er höchstwahrscheinlich Recht. Mit den niedrig dosierten Johanniskraut-Präparaten, wie sie die Supermärkte in Deutschland verkaufen, sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kaum zu erwarten.

Was Maurer nicht sagt: Von diesen niedrig dosierten Johanniskraut-Präparaten sind auch keine Wirkungen zu erwarten.

Effekte in diesem tiefen Dosisbereich sind weder plausibel noch durch Studien belegt (im Gegensatz zu den hochdosierten Extrakten).

Das scheint für die Migros aber kein Kriterium zu sein. Hauptsache, sie kann mehr Medikamente verkaufen…….

Ins Regal stellen will die Migros künftig auch Schmerzmittel auf pflanzlicher Basis mit Weidenrinde-Pulver. Das Präparat wird sich bestimmt gut verkaufen, aber auch hier fällt ein wesentlicher Punkt unter den Tisch: Studien mit positiven Ergebnissen gibt es nur für Weidenrindenextrakt-Präparate, die wesentlich konzentrierter sind und dadurch einen deutlich höheren Gehalt an schmerzstillendem Salicin haben. Wirksamkeit scheint auch hier für die Migros kein Kriterium.

Die Vertreter der Apotheken und Drogerien argumentieren aber auch nicht überzeugend.

Der Apothekerverband Pharmasuisse weist darauf hin, dass die Kundschaft im Detailhandel vermehrt durch «Pseudomedikamente» getäuscht werden könnte, speziell verpackte Medizinprodukte, Ernährungsergänzungsmittel oder Nahrungsmittel, die eine unrealistische Wirkung versprächen.

Pharmasuisse-Generalsekretär Marcel Mesnil sagt:

«Im Selbstbedienungsladen gibt es an der Kasse niemanden, der die Leute berät.»

Dort müssten sich die Patienten auf ihre eigene Einschätzung verlassen, die auch falsch sein könne. In der Apotheke oder Drogerie dagegen könne eine falsche Selbsteinschätzung im Beratungsgespräch korrigiert werden.

Das ist zumindestens schönfärberisch. Apotheken und Drogerien verkaufen selber aktiv und passiv (auf Verlangen) sehr viele „Pseudomedikamente“, ohne dass ihnen das grossen Kummer bereitet, solange es zum Umsatz beiträgt.

Für Bachblüten, Schüssler-Salze, Homöopathika und Spagyrika gibt es keine überzeugenden Belege. Unrealistische Wirkungsversprechungen dazu präsentieren die Schaufenstern von Apotheken und Drogerien aber noch und noch, ganz abgesehen von den Beratungen in den Geschäften.

Bei den Phytopharmaka ist nur eine Minderheit fundiert durch Studien belegt und viele Heilpflanzen-Präparate fallen durch unsinnige Zusammensetzung oder ungenügende Dosierung auf. Und auch eine ganze Reihe von synthetischen Medikamenten hat ihre Zulassung vor einigen Jahrzehnten bekommen auf der Grundlage von Studien, die heutigen Qualitätskriterien bei weitem nicht genügen.

Dass Mitarbeitende in Apotheken und Drogerien die Kundschaft hier kritisch beraten ist meiner Erfachrung nach eher die Ausnahme als die Regel. Wer mit fundiertem Heilpflanzen-Wissen in Apotheken und Drogerien fachliche Fragen stellt, bekommt oft falsche oder nichtssagende Antworten. Und Testkäufe von Konsumentenorganisationen zeigen immer wieder lückenhafte und falsche Beratungen.

Hier ein Beispiel für skrupellose Kundentäuschung aus der Apotheke:

Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion

Apotheken und Drogerien sollten also den Mund nicht zu voll nehmen, was ihre überragende Beratungskompetenz gegenüber den Grossverteilern angeht.

Die Migros ist jedoch genauso wenig überzeugend. Sie begründet ihren Druck zugunsten einer Liberalisierung des Medikamentenverkaufs natürlich nicht mit dem zusätzlichen Markt und dem Umsatz, den sie damit machen kann. Sie präsentiert sich als Preisbrecherin zugunsten der Konsumenten.

In Drogeriemärkten in Deutschland seien frei verkäufliche Arzneimittel zum Teil erheblich günstiger, sagt Martin Schläpfer, Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik bei der Migros. Einen Grund für die hohen Preise in der Schweiz sieht er im fehlenden Preiswettbewerb. Schläpfer ist überzeugt, dass die Konkurrenz durch die Detailhändler die Preise in der Schweiz endlich ins Rutschen bringen werde.

Das kann sein. Die Preise werden sinken, aber die Wirksamkeit der Präparate auch. Wandert ein grosser Teil des Umsatzes mit Heilpflanzen-Präparaten zu den Grossverteilern, werden die Hersteller weniger Geld in die Entwicklung hochwertiger Extrakte und in die klinische Forschung zum Nachweis der Wirksamkeit investieren.

Um beim Beispiel Johanniskraut zu bleiben: Hersteller, die ihr niedrig dosiertes Johanniskraut-Präparat im Supermarkt verkaufen, brauchen keine Forschung, weil kein Wirksamkeitsnachweis gefordert wird. Darum wird es in diesem Bereich auch keine Forschung geben.

Hersteller, die ihr hochkonzentriertes, aber teureres Johanniskraut-Präparat als Arzneimittel in Apotheken und Drogerien verkaufen, werden weniger Umsatz machen und daher weniger in Forschung investieren können. Das schadet der Phytotherapie.

Ich selber bin bereit, einen höheren Preis für ein Heilpflanzen-Präparat zu bezahlen, wenn ich weiss, dass der Hersteller in Forschung und Entwicklung investiert hat. Trittbrettfahrer, die ein billiges, aber wirkungsloses Präparat in den Supermarkt werfen und vom Forschungs-, Entwicklungs- und Marketingaufwand anderer Hersteller profitieren, gehen bei mir leer aus.

Quelle der Zitate und Stellungnahmen:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/streit-um-medikamente-im-supermarkt/story/25388132

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Auf Kräuterwanderung angetroffen: Das Barbarakraut (Barbarea vulgaris)

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Auf der Kräuterwanderung im Dättnauertal bei Winterthur angetroffen:

Echtes Barbarakraut (Winterkresse).

Foto auf Wikipedia hier.

 

Barbarakraut gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Es enthält viel Vitamin C und Glukosinolate (Senfölglykoside), eine Wirkstoffgruppe, die für diese Pflanzenfamilie charakteristisch ist.

Barbarakraut kann als Salat oder Gemüse verwendet werden (in Butter gedünstet spinatähnlich). Fischgerichte bekommen dadurch eine scharfe und würzige Note.

Im 16. Jahrhundert wurde Barbarakraut in den Bauerngärten als Salatpflanze kultiviert.

Schon damals war die Pflanze der Heiligen Barbara gewidmet. Die Blattrosetten des Barbarakrauts überwintern und können daher auch um den Barbaratag (4. Dezember) sowie im zeitigen Frühling geerntet werden.

Es gab Versuche, das Samenöl des Barbarakrauts zu nutzen. Früher wurde die Pflanze auch zu Heilzwecken genutzt – als Wundbalsam. Das ist nicht unplausibel, weil Senfölglykoside für antimikrobielle Wirkungen bekannt sind. Allerdings gibt es keine sicheren Erkenntnisse über therapeutische Wirkungen des Barbarakrauts, weil kein Untersuchungen und Studien dazu vorhanden sind.

Von den Senfölglykosiden ist aber bekannt, dass sie nach der Einnahme durch eine Reizwirkung auf die Magenschleimhaut die Magensaftproduktion anregen und vielleicht auch die Magenperistaltik beschleunigen, wodurch verdauungsfördernde und appetitsteigernde Effekte zu erwarten sind.

Senfölglykoside sind auch charakteristische Inhaltsstoffe in vielen Gemüsen wie beispielsweise Radieschen, Rettich, Meerrettich, Brunnenkresse, Gartenkresse, Rucola und alle Kohl-Arten. In Laborexperimenten zeigen Senfölglykoside Eigenschaften, die auf die auf eine Hemmung der Krebsentstehung hindeuten. Ob das beim Menschen auch so läuft wie im Reagenzglas, wieviel von diesen Gemüsen täglich gegessen werden müsste und wie realistisch das ist, lässt sich aber noch nicht konkret aussagen. Senfölglykoside sind aber gewiss ein wertvoller Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung.

Siehe auch:

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside und welche Wirkung haben sie?

Eine weitere Wildpflanze mit Senfölglykosiden, die sich als Zugabe in Salat eignet, ist das Wiesen-Schaumkraut:

Naturkunde: Was blüht gerade? Wiesen-Schaumkraut

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zwiebel gegen Bakterien wirksam?

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Das Magazin Focus beschreibt die Zwiebel als „Alleskönner“.

Zitat:

„Zwiebel besitzen zudem die Fähigkeit, Bakterien zu absorbieren. Das lässt sich zu Hause zur Luftreinigung nutzen. Mit ein paar Zwiebelscheiben, die Sie in ihren vier Wänden verteilen, können Sie die Ausbreitung von Bakterien eindämmen. Wer will, kann seine Zwiebeln über Nacht aber auch in seine Socken stecken. Das soll schon nach einigen Stunden Fieber zum Sinken bringen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/die-zwiebel-der-alleskoenner-zwiebeln-gegen-fieber-5-situation-in-denen-das-gemuese-abhilfe-schaffen-kann_id_6821554.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Zwiebel (Allium cepa) antibakteriell wirkt, lässt sich gut im Labor nachweisen. Thiosulfinate aus der Zwiebel zeigen im Lochplattentest Wirkung gegenüber Bacillus subtilis, Salmonella typhi, Pseudomonas aeruginosa und Escherichia coli.

Ob Zwiebel allerdings die Raumluft von Bakterien reinigen kann, ist eine ganz andere Frage. Dazu braucht es eine bestimmte Konzentration an Thiosulfinaten in der Luft und es wäre durchaus möglich, dass bei der nötigen Konzentration niemand sich mehr freiwillig in diesem Raum aufhalten würde – also nicht nur keine Bakterien, sondern auch keine Menschen.

Ziemlich abenteuerlich ist die Vorstellung, dass die Zwiebel Bakterien aus der Luft absorbiert. Mit welcher Kraft soll sie denn Bakterien anziehen?

Nun gilt allerdings das Aufstellen einer halbierten oder stärker zerkleinerten Zwiebel über Nacht als bewährtes Hausmittel bei Schnupfen. Immer wieder gibt es Berichte, wonach diese Massnahme die Atemwege befreit und mehr Luft verschafft.

Wie lässt sich das erklären?

Bestimmt nicht mit dem Absorbieren von Bakterien.  Schnupfen wird durch Viren ausgelöst und ob die Zwiebel da auch antiviral wirkt, ist nicht geklärt.

Plausibler scheint mir, dass dieser Effekt mit der schleimhautreizenden Wirkung der Zwiebel zusammenhängt. Dafür verantwortlich ist Propanthial-S-oxid, der Tränenreizstoff in den Zwiebeln.

Denkbar ist, dass diese Substanz über eine Schleimhautreizung in den Atemwegen die Produktion von dünnflüssigem Schleim anregt, wodurch dicklüssiger Schleim verdünnt wird. Eine Reizung der Schleimhäute kann auch die lokale Durchblutung steigern und dadurch die Abwehrkraft des Immunsystems verbessern.

Das sind allerdings nur Überlegungen. Belege für solche Wirkungsmechanismen gibt es nicht.

Dass eine über Nacht in die Socken gesteckte Zwiebel das Fieber senkt, ist im Übrigen genauso fragwürdig wie die angebliche Absorption von Bakterien.

Über Nacht sinkt das Fieber in der Regel sowieso. Darum spricht einiges dafür, dass hier ein Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss vorliegt:

Zwei zeitgleich und unabhängig voneinander ablaufende Vorgänge – in die Socken gesteckte Zwiebeln und sinkendes Fieber – werden irrtümlich in einen ursächlichen Zusammenhang gestellt: Wegen der in die Socken gesteckten Zwiebeln sinkt das Fieber.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird die Zwiebel aber noch in einer ganzen Reihe von Hausmitteln gegen Erkältungen eingesetzt, beispielsweise Zwiebeltee und Zwiebelsirup als schleimlösende Anwendung bei Husten. Hier könnte eine Reizwirkung der Zwiebel-Inhaltsstoffe auf die Magenschleimhaut via Vagus-Nerv zu einer verstärkten Sekretion von dünnflüssigem Schleim in den Bronchien führen, wodurch „verhockter“ Schleim gelöst wird. Auch für diesen möglichen Wirkungsmechanismus gibt es allerdings keine fundierten Belege.

Grundsätzlich enthält die Zwiebel sehr ähnliche Wirkstoffe wie der Knoblauch, insbesondere Alliine, die beim Zerkleinern der frischen Zwiebeln durch enzymatische Umwandlung mittels Alliinase in Allicin übergehen. Bei der Einnahme von Zwiebeln über längere Zeit können daher ähnliche Wirkungen erwartet werden, wie sie vom Knoblauch bekannt sind. Die Zwiebel ist aber schlechter untersucht als der Knoblauch und ihre Wirkungen dürften bei innerlicher Anwendung eher etwas schwächer sein.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Woraus besteht Opium und was ist Opiumtinktur?

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Nimmt man die Phytotherapie-Fachliteratur zum Massstab, gehört Opium nicht zur Phytotherapie. Dort taucht Opium nämlich kaum auf. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Opium dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt ist.

Denn eigentlich ist Opium ja ein Pflanzenprodukt, das zu medizinischen Zwecken verwendet wird. Das würde eigentlich nahelegen, dass Opium zur Phytotherapie zu zählen.

In meiner Phytotherapie-Ausbildung taucht Opium allerdings in der Wirkstoffkunde auf im Kapitel „Alkaloide“. Opium selber ist aber kein Alkaloid. Alkaloide enden immer auf –in.

Opium enthält jedoch ein Alkaloidgemisch.

Opium ist der durch Anritzen gewonnene getrocknete Milchsaft unreifer Samenkapseln des zu den Mohngewächsen (Papaveraceae) gehörenden Schlafmohns (bot. Papaver somniferum L.). Im Verlauf des Trocknungsprozesses entwickelt sich aus dem Milchsaft durch Autoxidation das Rohopium, eine braune bis schwarze Masse. Wirksame Hauptbestandteile des Opiums sind die Alkaloide Morphin, Codein und Thebain.

Das aus Opium gewinnbare halbsynthetische Diacetylmorphin ist allgemein als Heroin bekannt.

Im Opium sind 37 unterschiedliche Alkaloide vorhanden, die im Rohopium bis zu einem Viertel der Masse ausmachen.

Die wichtigsten Alkaloide des Opiums sind:

–        Morphin (ca. 12 %), eines der stärksten Analgetika ( Schmerzmittel),

–        Codein (0,2 bis 6 %), ein hustenstillendes Mittel (Antitussivum),

–        Noscapin (2 bis 12 %), ein hustenstillendes Mittel (Antitussivum),

–        Papaverin (0,1 bis 0,4 %), ein krampflösendes Mittel (Spasmolyticum),

–        Thebain (0,2 bis 1 %), wirkt stärker stimulierend, aber schwächer schmerzstillend als

Morphin,

–        Papaveraldin (0,5 bis 3 %) und

–        Narcein (0,1 bis 1 %), wirkt selber schwächer als Morphin, potenziert jedoch dessen

Wirkung.

(Quelle für die Prozentzahlen: Wikipedia)

Diese Alkaloide wirken bereits in ihrer natürlichen Zusammensetzung synergistisch, da sich die schmerzstillenden und krampflösenden Eigenschaften gut ergänzen.

Historisch wurde Opium als Schmerz- und Schlafmittel eingesetzt, sowie seit jeher als Rauschmittel verwendet. In der Psychiatrie wurde Opium zur Therapie von Depressionen angewendet, insbesondere als sogenannten „Opiumkur“.

Opiumtinktur kommt heute in der Medizin gelegentlich noch gegen starke Durchfälle zum Einsatz.

Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert wurde Opiumtinktur auch als Laudanum, Mohnsaft (Laudanum liquidum) oder Meconium bezeichnet.

Wikipedia schreibt dazu:

„Der Name Laudanum wurde in unterschiedlichen Zusammensetzungen unter anderem vom Arzt und Naturforscher Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493–1541) beschrieben, besser bekannt als Paracelsus. Er glaubte, mit dem Laudanum ein Allheilmittel erfunden zu haben, und nannte seine Tinktur daher auch Stein der Unsterblichkeit. Seine Hauptbestandteile waren zu etwa 90 Prozent Wein sowie Opium zu etwa 10 Prozent, die Zusammensetzung ist jedoch umstritten. Als weiterer Zusatz wird Bilsenkraut, die gemeine Alraune und Tollkirsche genannt………….

Seit seiner Erfindung um das Jahr 1500 fand das Laudanum in Europa eine große Verbreitung. Während der nächsten Jahrhunderte erfreute es sich als Universaltonikum und Wunderdroge einer großen Beliebtheit. Seine herausragende Eigenschaft bestand allerdings nicht in einer lebensverlängernden, sondern vielmehr in seiner schmerzstillenden und beruhigenden Wirkung. Sogar Kindern wurde die verdünnte Tinktur bedenkenlos zur Ruhigstellung eingegeben.

Laudanum war frei verkäuflich und günstig, daher war es in allen Gesellschaftsschichten Europas sehr populär. Seine Verbreitung im 18. und 19. Jahrhundert lässt sich in etwa mit der des Aspirins in der heutigen Zeit vergleichen. Eine Zeit lang fand der Begriff auch als Synonym für Schmerzmittel allgemein Verwendung.

In Schriftstellerkreisen kam das Laudanum teilweise zur Anregung der kreativen Fähigkeiten in Mode; der Dauergebrauch der Tinktur schien jedoch die eigene Kreativität eher auszulöschen. Zu den bekanntesten bekennenden Laudanumkonsumenten gehören u. a. der englische Lyriker Samuel Taylor Coleridge (1772–1834) und der Schriftsteller Thomas de Quincey (1785–1859) sowie der walisische Schriftsteller Edward Williams (bekannt als Iolo Morganwg, 1747–1826). Alle drei litten offenbar über lange Zeit ihres Lebens unter einer starken Abhängigkeit. Der englische Autor Wilkie Collins verarbeitete seine eigenen Erfahrungen mit Opium in seinem Roman The Moonstone.

Tatsächlich fand in der europäischen Gesellschaft erst ab dem 19. Jahrhundert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem suchtbildenden und schädlichen Charakter eines dauerhaften Opiumkonsums und somit auch des Laudanums statt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts standen der Medizin zunehmend neue Mittel zur Verfügung, die die bedenklichen Opiate ersetzen konnten. Im Jahre 1920 verbot England schließlich per Gesetzesbeschluss die freie Verkäuflichkeit von Opiaten. 1929 trat in Deutschland das sogenannte Opiumgesetz in Kraft.“

Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Opiumtinktur zu den Wurzeln der Phytotherapie gehört. Und das Beipiel Opiumtinktur macht wieder einmal klar, dass die Natur sehr stark wirksame Substanzen bereithält – sowohl was die therapeutischen Effekte betrifft also auch in Bezug auf mögliche Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen.

Ein Rezept für Laudanum / Opiumtinktur stand noch im Arzneibuch von 1933 (Pharmacopoea Helvetica Editio Qunita, 1933): Tinctura Opii crocata PH 5.

„30 T. Safran, 10 T. Nelkenpulver und 10 T. chinesisches Zimtpulver werden mit einer Mischung von 250 T. Weingeist und 250 T. Wasser nach dem Mazerationsverfahren (Allgemeine Bestimmungen, Seite 5) während 6 Tagen extrahiert. Hierauf wird koliert und der Rückstand abgepresst. Zu den vereinigten Kolatur- und Pressflüssigkeiten wird eine Lösung von 50 T. Opiumtrockenextrakt in 50 T. Wasser zugemischt. Nach 14tägigem Stehenlassen an einem kühlen Orte wird filtriert und das Filtrat durch Nachwaschen des Filters mit der nötigen Menge Wasser auf 1000 T. ergänzt.“

(Quelle: Pharmawiki)

 

 

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Storchenschnabeltinktur zur Aktivierung des Lymphflusses?

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Ich höre immer wieder einmal den Hinweis, dass Storchenschnabeltinktur (aus Geranium robertianum) den Lymphfluss aktivieren soll.

Es gibt allerdings keinerlei auch nur ansatzweise plausible Argumente für eine solche Wirkung. Keine Studien, keine Wirkstoffe im Storchenschnabel, die eine solche Wirkung nahelegen würden, rein gar nichts.

Allfällige Anekdoten, wonach es Menschen nach Einnahme von Storschenschnabeltinktur besser gegangen wäre, können nicht aussagekräftig sein.

Anekdoten können nicht belegen, dass eine Besserung durch die Storchenschnabeltinktur und durch Aktivierung des Lymphflusses zustande gekommen ist.

Es spricht sehr viel dafür, dass diese Empfehlung der Fantasie eines Herstellers von Storchenschnabeltinktur entsprungen ist, der damit Werbung für seine Produkte macht.

Ich bin immer wieder beeindruckt, wie unkritisch solche faktenfreie Heilungsversprechungen auch von manchen Drogerien und Apotheken weiterverbreitet werden. Hauptsache, man hat etwas anzubieten.

Für Konsumentinnen und Konsumenten ist es meiner Ansicht nach wichtig sich klar zu machen, dass nicht unbedingt diejenigen Anbieter am seriösesten sind, die für jedes gesundheitliche Problem eine Lösung versprechen. Es ist eher ein Zeichen für Seriosität, wenn ein Anbieter auch Grenzen seiner Methoden sichtbar macht.

Wenn zu einem Anwendungsbereich einer Heilpflanze keine Belege und Studien vorliegen, heisst das allerdings nicht sicher, dass keine Wirkung vorhanden ist. Vielleicht hat sich ja einfach niemand um Belege und Studien gekümmert.

Das bedeutet aber nicht, dass im Gegenzug jede willkürliche Behauptung wahr ist. Ein paar handfeste und glaubwürdige Argumente müsste ein Hersteller schon liefern, wenn er sein Produkt für eine bestimmte Indikation verkaufen will. Solche Argumente fehlen komplett, wenn es um die Wirksamkeit von Storchenschnabeltinktur zur Aktivierung des Lymphflusses geht.

Gäbe es solche Argumente, wäre Storchenschnabeltinktur für diesen Anwendungsbereich schon längst in der Phytotherapie-Fachliteratur aufgetaucht und würde dort empfohlen oder zu mindestens diskutiert.

Wer Heilpflanzen anwenden will tut gut daran, sich fundierte Kenntnisse anzueignen, sich einen kritischen Blick anzugewöhnen und nicht jede Versprechung unbesehen zu glauben.

Hier dazu ein paar Beiträge:

Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung

Naturheilkunde: Sorgfältig prüfen lernen

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

Naturheilkunde: Woran erkennen sie fragwürdige Aussagen?

 

 

 

 

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Wissenschaftler wollen von Heilern in Afrika lernen

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Forscher der Universität Halle wollen von afrikanischen Heilern lernen und untersuchen zu diesem Zweck deren medizinisch genutzte Pflanzen.

Untersucht werden sollen Pflanzen aus Äthiopien, Botswana und Tansania mit dem Ziel, Aids, Tuberkulose und Wurmerkrankungen zu bekämpfen. Das Projekt wird vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung über vier Jahre mit 800.000 Euro gefördert, beteiligt sind auch Hochschulen und Unternehmen in Afrika.

Projektleiter Peter Imming vom Institut für Pharmazie der Uni Halle erklärt dazu:

«Wir wollen ökologisch gefährdete, therapeutisch wirksame und kommerziell nutzbare Pflanzen zunächst identifizieren und schließlich kultivieren. Unser Ziel ist, wissenschaftlich zu begründen, welche Inhaltsstoffe für die Wirkung der Arzneipflanzen verantwortlich sind.»

Wenn sich die gewünschten Arzneipflanzen tatsächlich kultivieren lassen, wollen die Forscher sie für den kommerziellen Anbau in den afrikanischen Partnerländern empfehlen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68916

 

Kommentar & Ergänzung:

Solche Forschungsprojekte sind auch für die Phytotherapie in Europa interessant, hat sie doch immer wieder Arzneipflanzen aus anderen Weltgegenden in ihre Behandlungskonzepte integriert, wenn entsprechende Wirkungen zu erwarten sind.

Beispiele dafür sind Teufelskralle und Umckaloabo (Kapland-Pelargonie) aus Afrika,

Ginseng, Ginkgo, Curcuma (Gelbwurz) und Indischer Weihrauch aus Asien,

Echinacea, Hamamelis (Zaubernuss) und Traubensilberkerze (Cimicifuga) aus Nordamerika,

Passionsblume, Cayennepfeffer und Ratanhia aus Südamerika.

Die traditionelle Pflanzenheilkunde – ob in Afrika, Europa oder sonstwo – bringt wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen mit, enthält aber auch immer wieder Irrtümer, die sich über Jahrhunderte hartnäckig halten können.

Nötig im Umgang mit der traditionellen Pflanzenheilkunde ist daher eine offene, interessierte, aber zugleich auch kritisch-prüfende Grundhaltung.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

 

 

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Ingwertee als „Energiebooster“?

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Ingwer scheint gerade sehr im Trend zu liegen. Laufend treffe ich auf Empfehlungen, wozu Ingwer alles gut sein soll. Tatsächlich ist Ingwer ein interessantes Gewürz und eine wirksame Heilpflanze. Aber wie so oft bei derartigen Hypes kommen die Empfehlungen manchmal etwas schwammig und übertrieben daher.

Auf Focus online hat gerade ein Gesundheitsexperte Ingwer empfohlen. Schauen wir uns das etwas genauer an:

„Mit Ingwertee können Sie ganz ohne Koffein fit in den Tag starten……

Die Wurzel verfeinert nicht nicht nur Ihr Essen, sondern kurbelt Ihren Stoffwechsel an, lindert Halsschmerzen und hilft bei Magen und Darmbeschwerden. Probieren Sie doch mal Ingwertee. Schneiden Sie dazu den Ingwer in dünne Scheiben und geben diese anschließend in heißes Wasser…….

Egal, ob Sie den Ingwertee am Morgen als Kaffeeersatz oder als Energie Booster unterm Tag trinken: Sie tun Ihrem Körper etwas Gutes. Die scharfe Wurzel beruhigt Ihren Bauch und hilft bei Durchfall und Magenbeschwerden.

Wenn das noch nicht genug wäre, wirkt Ingwer zudem noch antiseptisch. Kratzt es Ihnen im Hals, empfiehlt es sich deshalb auf einem kleinen Stück Ingwer zu kauen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/ingwertee-darum-sollten-sie-ihn-vor-dem-fruehstueck-trinken_id_6867281.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Energiebooster – das tönt wirklich stark. Energiebooster ist ein trendigerer Ausdruck für Energydrink. Das sind Getränke, die wach machen und dem Organismus Energie zuführen oder Energiereserven mobilisieren sollen. Das machen sie in der Regel mit viel Koffein und viel Kohlenhydraten (insbesondere Zucker). Ingwertee – sofern ungesüsst getrunken – führt kaum Kohlenhydrate zu und enthält weder Koffein noch koffeinähnlich wirkende Inhaltsstoffe.

Pharmakologisch ist von Ingwertee keine „Energiebooster“-Wirkung zu erwarten, wobei aber auch fraglich ist, ob all die vermarkteten Energie-Booster-Präparate ihre Versprechungen erfüllen können. In Vergleich zu diesen oft wenig glaubwürdig zusammengesetzten Energydrinks ist Ingwertee wohl immerhin die gesündere Variante.

Vorstellen kann ich mir beim Trinken von Ingwertee am Morgen einen sinnlich-psychologischen Wachmacher-Effekt. Ingwer enthält Scharfstoffe. Auf der sensorischen Ebene könnte dadurch ähnlich wie bei Kräutertees mit hohem Bitterstoffgehalt die Aufmerksamkeit geweckt werden im Sinne von „Was kommt denn da?“ – während der Organismus auf irgendeine fade Flüssigkeit kaum reagieren wird.

Sehr eigenartig ist die Vorstellung, dass Ingwertee den Stoffwechsel ankurbeln soll. Aber auch das tönt natürlich toll…

Der Stoffwechsel, das ist die Gesamtheit der chemischen Prozesse in einem Lebewesen.

Den Stoffwechsel kann man einteilen in katabole Reaktionen, welche durch den Abbau von chemisch komplexen Nahrungsstoffen zu einfacheren Stoffen Energie liefern (Katabolismus), und anabole Reaktionen, welche unter Energieverbrauch körpereigene Stoffe aus einfachen Bausteinen aufbauen (Anabolismus).

Wenn Ingwertee nun einfach generell den Stoffwechsel ankurbelt, werden alle chemischen Prozesse in Organismus beschleunigt. Wollen wir wetten, dass das nicht gut ausgeht?

Hier müsste nachgefragt werden, welche Prozesse genau durch Ingwer angekurbelt werden, doch ist eher unwahrscheinlich, dass auf diese Frage eine fundierte Antwort kommt. Solche wohlklingenden Ausdrücke wie „Energie Booster“ oder „kurbelt Ihren Stoffwechsel an“ leben davon, dass sie vage und dadurch kaum zu fassen sind.

Dass viele Menschen Ingwer bei Halsschmerzen oder anderen Erkältungskrankheiten als wohltuend empfinden, ist schon seit langem bekannt. Wie diese Wirkung zustande kommt, ist nicht wirklich geklärt. Im Labor wirken Ingwer-Wirkstoffe antibakteriell und antiviral, aber ob diese Wirkungen auch beim Trinken von Ingwertee im Mund-Rachenraum zustande kommen, kann daraus nicht mit Sicherheit geschlossen werden. Durch die Erregung der Wärmerezeptoren in der Mundschleimhaut wird ein Hitzegefühl ausgelöst und vermutlich reflektorisch die Speichelsekretion angeregt. Diese Wirkungen entstehen durch die Scharfstoffe und könnten zum wohltuenden Effekt eines Ingwertees bei Erkältungen beitragen.

Dass Ingwer gegen Durchfall helfen soll ist eine ungewöhnliche Empfehlung, die in der Phytotherapie-Fachliteratur nirgends vorkommt, und die Empfehlung bei Magenbeschwerden und Darmbeschwerden ist vage. Das kann fast alles umfassen, was im Verdauungstrakt schiefläuft. Hier wären präzisere Angaben wünschenswert.

Ingwer fördert den Speichelfluss, die Magensaftsekretion und den Gallenfluss. Daraus kann eine verdauungsfördernde Wirkung gegen Völlegefühl abgeleiteet werden, was gut zur Verwendung als Gewürz passt. In der Phytotherapie am besten untersucht und am häufigsten empfohlen ist allerdings die Anwendung von Ingwerwurzel-Pulver zur Vorbeugung von Reisekrankheit. Ob Ingwertee hier auch eine Wirkung zeigt, ist ungeklärt. In den Experimenten zeigten vor allem lipophile Inhaltsstoffe diese Wirkung, während ein wässriger Ingwer-Extrakt versagte.

Zu diskutieren wäre die Angabe, dass Ingwer den Bauch beruhigt. Immerhin steigert Ingwer den Tonus und die Peristaltik im Darm. Da könnte man eher daraus schliessen, dass Ingwer den Bauch „wach“ macht.

Wie vielfältig Ingwer als Heilpflanze ist, zeigt folgende Ausstellung:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als gut bewertet

Ingweröl gegen Erbrechen?

Ingwer – wie eine tolle Heilpflanze unseriös als Wundermittel gegen Krebs vermarktet wird

 

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

 

 

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

 

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft und Vitamin B6

Ingwer bei Erkältungen

Ingwertee gegen Übelkeit

 

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen?

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

 

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Pfefferminzöl als Hausmittel gegen Kopfschmerzen

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Der Tipp ist nicht neu und die Studien dazu auch nicht. Aber weil es bei Spannungskopfschmerzen nach wie vor einen Versuch wert ist und das Magazin „Stern“ wieder einmal darauf hinweist:

„Eine leichte Massage mit zehnprozentigem Pfefferminzöl in alkoholischer Lösung an Schläfe, Scheitel und Nacken kann zusätzlich Linderung verschaffen. Großflächig auf Stirn und Schläfe aufgetragen, verringert das Minzöl die Kopfschmerzen nach etwa 15 Minuten. Bei Spannungskopfschmerzen ist die Wirkung der Pfefferminzölbehandlung mit der einer Paracetamoltablette vergleichbar; mehrere Studien haben dies nachgewiesen. Mit Pfefferminzöl können Sie auch Kinder über sechs Jahren behandeln.“

Quelle:

http://www.stern.de/gesundheit/kopfschmerz/therapie/hausmittel-gegen-kopfschmerzen-ins-bad-oder-ins-bett-3261842.html

Kommentar & Ergänzung:

10%ige Pfefferminzöl-Lösung bekommt man in Apotheken und Drogerien.

Pfefferminzöl wirkt örtlich angewandt auch lindernd bei Juckreiz. Dazu sollte aber die Konzentration tiefer sein und etwa bei 1% liegen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Schüssler-Salze gegen Warzen?

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Ich bin immer wieder verblüfft über die Unverfrorenheit, mit der irgendwelche Behauptungen über fragwürdige Heilwirkungen herumgeboten werden.

Noch mehr verblüfft mich aber, wie selten solche Behauptungen in Frage gestellt werden.

Jetzt bin ich gerade über eine Aussage in der Drogistenzeitung „D-inside“ gestossen, die sich mit der Behandlung von Warzen befasst (Ausgabe April 2017).

Naturheilkundlich lasse sich eine Warze mit Schüssler-Salz Nr. 4 zur Bindung des Papillomavirus behandeln sowie mit Schüssler-Salz Nr. 10, das die Virenausscheidung verbessere, schreibt die Autorin unter Bezugnahme auf Aussagen einer Naturheilpraktikerin.

Was wird hier genau versprochen:

Schüssler-Salz Nr. 4 soll also das Papillomavirus binden, das für die Entstehung von Warzen verantwortlich ist. Eine steile Behauptung. Eine solche Wirkung kann man nicht einfach von aussen beobachten.

Um eine solche Wirkung festzustellen, braucht es deshalb ein Experiment zumindestens im Reagenzglas, wobei dann allerdings noch nicht klar wäre, ob der Vorgang auch in einer veritablen Warze funktionieren würde.

Nun sind aber bisher keinerlei derartige Studien bekannt geworden.

Gibt es womöglich eine geheime Studie? Das wäre sehr komisch, denn das Ergebnis wäre sensationell und würde den Umsatz vervielfachen. Zudem ist kaum vorstellbar, dass die Wirkung sich auf Papillomaviren beschränken würde. Schüssler-Salz Nr. 4 wäre dann die Lösung für unzählige gefährliche Virenkrankheiten und der Entdecker dieses Wundermittels ein heisser Kandidat für den Nobelpreis in Medizin.

Da liegt es schon sehr nahe, dass die Studie eben darum geheim bleibt, weil es sie gar nicht gibt.

Schüssler-Salz Nr. 4 enthält 1 g Kaliumchlorid auf 1000 kg Milchzucker.

Kaliumchlorid ist als Geschmacksverstärker unter der Bezeichnung E 508 im Handel. Wollen wir wetten, dass der grösste Teil der Schüssler-Salz Nr. 4-Konsumenten im Laden einen weiten Bogen macht um all die teuflischen E-Nummern? E 508 und damit auch Kaliumchlorid ist enthalten in Fertiggerichten, Würzmitteln und diätetischen Lebensmitteln – viel billiger und auch in grösseren Mengen als im Schüssler-Salz Nr. 4.

Die Apothekerin Susana Niedan-Feichtinger von der Firma Adler Pharma, einer Herstellerin von Schüsslersalzen, schreibt in der Österreichischen Apothekerzeitung (Nr. 24 /2010, S. 1419):

„Alle Mineralwasser-Konsumenten nehmen pro Tag mehr Mineralstoffe auf, als es über Schüßler Salze überhaupt möglich wäre…..“

Das gilt genauso für Trinkwasser-Konsumenten.

So: Und dieses Schüssler-Salz Nr. 4, das 1 g Kaliumchlorid pro 1000 kg Schüssler-Salz enthält, soll in der Warze die Papillomaviren binden? Wie genau muss ich mir das vorstellen?

Zudem soll Schüssler-Salz Nr. 10 noch die Virenausscheidung verbessern. Wie werden denn Viren überhaupt ausgeschieden? Ich habe bisher eigentlich gedacht, dass Viren von Fresszellen des Immunsystems vertilgt werden.

Auch die verbesserte Virenausscheidung kann man nicht sehen und damit eine solche Aussage gemacht werden kann, müssten Daten aus einem Experiment oder einer Studie vorliegen. Das wäre auch in diesem Fall Nobelpreis-würdig, wenn es dazu Belege geben würde……

Schüssler-Salz Nr. 10 enthält 1 g Natriumsulfat (Glaubersalz) auf 1000 kg Milchzucker.

Natriumsulfat ist als Lebensmittelzusatzstoff Nummer E 514 ohne Höchstmengenbeschränkung für Lebensmittel allgemein zugelassen.

Es dient als Festigungsmittel, Säureregulator und Trägersubstanz.

Und auch hier führen wir Natriumionen und Sulfationen mit dem Trinkwasser in viel grösseren Mengen zu, als dies mit Schüssler-Salz Nr. 10 je möglich wäre:

„Grundwässer in sulfatarmen Gesteinen enthalten üblicherweise bis ca. 30 mg/l Sulfat…. Wesentlich höhere Gehalte (bis mehrere 100 mg/l) sind jedoch für Wässer aus sulfathaltigen Gesteinen typisch.“

Quelle:

http://www.umwelt.niedersachsen.de/grundwasser/grundwasserbericht/grundwasserbeschaffenheit/gueteparameter/grundprogramm/sulfat/sulfat-137612.html

Ein Liter Trinkwasser enthält also zwischen 30 mg und mehreren 100 mg Sulfat. Eine Tablette Schüssler-Salz enthält 0.25 Millionstelgramm Natriumsulfat (Quelle: Pharmawiki).

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Die_Schuessler_Luege

In Dosen von 10 – 30 Gramm wird Glaubersalz als Abführmittel bei Verstopfung und zur Darmentleerung vor Fastenkuren eingesetzt.

Und nun zurück zu den Warzen. Die Aussagen in der Drogistenzeitung bezüglich Virenbindung und Virenausscheidung durch Schüssler-Salze Nr. 4 und 10 sind völlig faktenfrei. Warzen sind aber in der Regel selbstlimitierend – sie heilen nach einer gewissen Zeit auch ohne Behandlung – und sie reagieren häufig sehr gut auf Suggestion bzw. Placebo.

Es wird daher während der Behandlung mit diesen Schüssler-Salzen in einer respektablen Zahl der Fälle zu einem Verschwinden der Warze kommen. Und dann kann man ja durchaus den Schluss ziehen, dass es keine Rolle spielt, ob der Effekt durch Suggestion oder durch eine spezifische Wirkung der Schüssler-Salze zustande kommt.

Verwerflich und störend finde ich nur die völlig aus der Luft gegriffenen Behauptungen spezifischer Wirkungen wie „Virenbindung“ und „Virenausscheidung“, die man eigentlich nur als Bullshit bezeichnen kann.

In der Pflanzenheilkunde wird gegen Warzen gerne der Schöllkrautsaft verwendet.

Siehe dazu:

Hilft Schöllkraut gegen Warzen?

Schöllkraut enthält im Milchsaft eiweissspaltende Enzyme sowie die Alkaloide Berberin und Sanguinarin, die mit der DNA reagieren und deshalb zelltoxisch und antiviral wirken. Dadurch könnte eventuell (!) eine Wirkung gegen Warzen erklärt werden, wenn der Schöllkrautsaft 2 mal täglich auf die Warze aufgetragen wird. Da diese Wirkungen aber nur im Labor belegt sind, lässt sich daraus keine sichere Aussage über eine Wirksamkeit an konkreten Warzen lebender Menschen machen.

Wenn eine Warze nach der Anwendung von Schöllkrautsaft verschwindet, kann ich daher nie mit Sicherheit wissen, ob dieser Effekt durch eine spezifische Wirkung der Schöllkraut-Inhaltsstoffe erfolgt ist, durch Suggestion oder durch ein zufälliges Zusammenfallen der Behandlung mit dem Zeitpunkt, an dem die Warze sowieso verschwunden wäre.

Für den Warzenträger oder die Warzenträgerin spielt das in diesem Fall keine wesentliche Rolle. Es ist aber meines Erachtens eine Frage der Wahrhaftigkeit, die Ungewissheit über den eigentlichen Wirkfaktor anzuerkennen und sich nicht im Brustton der Überzeugung mit leeren, aber eindrücklich klingenden Behauptungen zu schmücken – zum Beispiel betreffend Virenbindung und Virenausscheidung.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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