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Freitag, April 6th, 2012
Am 6. April 2012 jährt sich der Kriegsbeginn in Sarajevo zum 20. Mal. Die ungeheuerliche Belagerung von Sarajevo von 1992 – 1996 droht mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten. In Sarajevo wurden dazu Gedenkveranstaltungen abgehalten.
„Die Belagerung von Sarajevo im Bosnienkrieg begann mit der Einnahme des internationalen Flughafens im Vorort Ilidža durch die Jugoslawische Volksarmee in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1992 und endete am 29. Februar 1996. Sie ist mit 1.425 Tagen die längste Belagerung im 20. Jahrhundert. Auch die Luftbrücke zur Versorgung von Hunderttausenden eingeschlossenen Menschen wurde länger aufrechterhalten als die Berliner Luftbrücke. Während der Belagerung wurden insgesamt etwa 11.500 Menschen aller Ethnien (unter ihnen 1600 Kinder) getötet und 50.000 teilweise schwer verletzt.“
Quelle: Wikipedia
Auf Wikipedia gibt es eine eindrückliche Schilderung dieser Belagerungszeit von 1992 – 1996.
Sie zeigt, wie lange und wie oft sich die internationale Gemeinschaft von den serbischen Belagerern an der Nase herumführen liess und wie lange es dauerte, bis schlussendlich eine entschlossenere militärische Intervention der NATO im Auftrag der UNO die Massaker und das Blutvergiessen stoppte (Operation Deliberate Force).
Der Bosnienkrieg zeigt aber auch, wie schwierig und heikel solche Interventionen in multiethnischen Konflikten sind.
Manchmal verschlimmern sie die Situation auch.
Vor diesem Dilemma steht die internationale Gemeinschaft nun in Syrien. Die systematische Beschiessung von Städten wie Duma, Homs, Rastan und Daraa ist fürchterlich und erinnert an Sarajevo, auch wenn es sich in Syrien nicht um eine Belagerung handelt.
Aber auch in diesem Fall wird die internationale Gemeinschaft vom notorischen Lügner und Killer Baschar al-Assad an der Nase herumgeführt. So kommt verständlicherweise der Ruf nach einer starken Intervention oder nach Bewaffnung der Rebellen, obwohl das Risiko gross ist, dass sich die Lage dadurch nur weiter verschlimmert. Eine ohnmächtige Situation ist das, weil es keine eindeutig „saubere“ Lösung gibt. Vielleicht müsste man 1000 Städtepartnerschaften machen mit den beschossenen syrischen Städten. Und natürlich jeden möglichen diplomatischen und wirtschaftlichen Druck aufbauen, das diese staatlichen Mörderbanden stoppt.
Zu Sarajevo noch eine abschliessende Bemerkung.
Obwohl ich schon seit meiner Jugend das politische Geschehen interessiert mitverfolge, habe ich damals dieses Drama in Sarajevo am Rande Europas zwar verfolgt, aber in seiner Wucht nicht angemessen wahrgenommen.
Und ich denke, das geht nicht nur mir so.
Ich finde, Europa ist Sarajevo noch etwas schuldig. Zumindestens mehr Aufmerksamkeit. Wir fliegen zwar noch Rom, London, Prag, Berlin, Barcelona für einen Wochenendtrip.
Warum nicht einmal ein Besuch in Sarajevo? Die Stadt ist kulturell sehr interessant.
Und es gibt in der Liste der Städtepartnerschaften mit Sarajevo noch keine Stadt aus der Schweiz. Das wäre noch zu ändern.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
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Freitag, April 6th, 2012
Im Wald blüht jetzt das Buschwindröschen (Anemone nemorosa), eine Pflanzenart aus der Gattung der Windröschen (Anemone) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Fotos auf Wikipedia hier und hier.
Buschwindröschen ist ein Frühblüher in krautreichen Wäldern und Bergwiesen, vor allem in Buchenwäldern. Mancherorts bedeckt die Pflanze den Waldboden im Frühling fast völlig. Die Pflanze kann sich auch vegetativ vermehren durch Verzweigung des Rhizoms (=Wurzelstock). Nicht selten gehören über 100 Blütentriebe zu einer Buschwindröschen-Pflanze. Das würde man gar nicht vermuten, wenn man die Pflanze einfach von oben sieht.
Buschwindröschen ist in allen Pflanzenteilen gering giftig (Protoanemonin).
Die Pflanze ist auch giftig für Tiere (Pferde, Hunde und Katzen sowie für Nager, wie Hasen und Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster).
Alle Hahnenfuß-Arten sollen für Landschildkröten giftig sein.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) kommt als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vor.
Die Substanz wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst Protoanemonin das Nervensystem: Es kann zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen kommen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin umgewandelt.
In intensiv durch Erholungssuchende genutzten Waldgebieten sind beim Buschwindröschen Wachstum, Blütenbildung und Samenproduktion vermindert. Die Buschwindröschen reagieren auf die durch Trittbelastung und Bodenverdichtung ausgelöste Stresssituation, indem sie sich fast nur noch über Wurzelbildung vermehren. Diese Umstellung von geschlechtlicher auf ungeschlechtliche Vermehrung kann tiefgreifende Folgen auf das längerfristige Überleben der Buschwindröschen-Bestände in unseren Wäldern haben. Das haben Untersuchungen am Institut für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz der Universität Basel gezeigt. Deshalb sollte man nicht wie ein Elefant in Buschwindröschen-Beständen herumtrampeln.
Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Dienstag, April 3rd, 2012
Salbei (Salvia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der Name (lateinisch salvare ‚heilen‘) bezieht sich jedoch auch auf den für Küche und Medizin wichtigen Küchensalbei oder Heilsalbei (Salvia officinalis).
Die Gattung Salvia ist auf der ganzen Erde verbreitet von tropischen bis in gemäßigte Gebiete. Sie umfasst 800 bis 1100 Arten, davon zum Beispiel etwa 84 Arten in China.
Viele Salbei-Arten zeichnen sich aus durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, was für ihre Verwendung als Heilpflanzen bedeutsam ist. Auch Gerbstoffe sind an der Wirkung von Salbei-Arten oft beteiligt ( sogenannte Lamiaceen-Gerbstoffe).
Zur Verwendung von Salbei schreibt Wikipedia:
„ Der Name Salvia stammt vom lateinischen Wort salvare für heilen und deutet auf dessen Heilkraft hin. Salbei war bereits im Altertum bekannt und wurde im Mittelalter von Mönchen über die Alpen gebracht.
Durch den hohen Anteil ätherischer Öle in diversen Salbeiarten gibt es unterschiedliche Verwendungen. So wird der Echte Salbei (S. officinalis) einerseits als Küchengewürz und andererseits auch in der Heilkunde verwendet, etwa bei Halsschmerzen als Kräutertee oder gegen übermäßiges Schwitzen. Außerdem soll der Salbeitee auch bei Magen- und Darmschmerzen Linderung bewirken, beispielsweise nach einer Antibiotika-Therapie. Enthaltene trizyklische Diterpene wie Carnosol und Carnosolsäure besitzen eine antioxidative, antimikrobielle sowie chemoprotektive Wirkung gegen Karzinogene.
Heilend wirken neben den Ölen auch die Gerbstoffe (Tannine). Andere Arten wie Azteken-Salbei (Salvia divinorum) enthalten halluzinogene Stoffe, die teilweise ebenfalls genutzt werden. Bei Räucherungen entsteht ein marihuanaähnlicher Duft. Der in Deutschland verbreitete Wiesensalbei enthält kaum ätherische Öle und wird deswegen nicht genutzt. Eine Heilwirkung von Inhaltsstoffen dieser Pflanze wurde im Jahre 2008 in Untersuchungen am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg an mehreren Tumorzelllinien bestätigt.
Einige Arten und ihre Sorten werden als Zierpflanzen verwendet.“
(Quelle: Wikipedia)
Nachfolgend ein paar wichtige Vertreter aus der Gattung Salbei:
- Echte Salbei (Salvia officinalis, Garten-Salbei) ist im Mittelmeerraum heimisch, wurde von Mönchen über die Alpen in die Klostergärten geholt und gelangte von dort in die Bauerngärten. Salvia officinalis ist diejenige Salbeiart, die bei uns hauptsächlich als Gewürz und Heilpflanze angewendet wird, zum Beispiel gegen Halsschmerzen, Mundschleimhautentzündungen, Aphthen, Zahnfleischentzündungen, sowie innerlich gegen Schwitzen in den Wechseljahren (also bei Wallungen).
Salbeiblüten sind eine hervorragende Bienenweide. Sie übertreffen beim Honigertrag sogar Pflanzen wie den Raps, die als gute Bienenweiden bekannt sind.
- Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) besitzt nicht die Heilwirkungen der Echten Salbei. Sie wird daher in der Pflanzenheilkunde nicht verwendet, ist aber eine Zierde in der Natur, vor allem wenn sie in Wiesen zahlreich wächst. Die Blüten werden vor allem von Hummeln bestäubt.
(Klammerbemerkung: Zur Zeit fliegen wieder die Hummelköniginnen. Woran erkennt man eine Hummelkönigin?)
- Klebriger Salbei (Salvia glutinosa) blüht von Juli bis September im Laubwald und im Mischwald und beeindruckt durch schöne, grosse, gelbe Blüten und citronelligen Duft.
Die Raupe der Messingeule (Noctuidae, Eulenfalter, ein Nachtfalter, ernährt sich (unter anderem) von Klebriger Salbei. Über Heilwirkungen liegt keinerlei gesichertes Wissen vor.
- Weisser Salbei (Indianischer Räuchersalbei, Salvia apiana) kommt vor allem im Südwesten der USA (Nevada, Kalifornien, Mojave-Wüste und Sonora-Wüste) und im Nordwesten von Mexiko vor.
Bereits die Ureinwohner Amerikas brauchten „white sage“ als Räucherwerk. Weisser Salbei ist Bestandteil der so genannten „Smudge sticks“: Kräuterbündel, die an einem Ende angezündet werden; die Flamme wird dann ausgeblasen und der Glut Luft zugefächert.
- Azteken-Salbei (Salvia divinorum, zu deutsch „Göttersalbei“ oder „Wahrsagesalbei“) ist ursprünglich in der Sierra Mazateca im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca beheimatet. Dort wird er von den einheimischen Mazateken seit langer Zeit zu schamanischen Zeremonien genutzt. Von den Curanderos, den mazatekischen Heilern, wird er auf zwei Arten eingesetzt. In niedrigen, nicht-halluzinogenen Dosierungen dient er der Behandlung verschiedener körperlicher Beschwerden. In deutlich höheren Dosierungen dient die Azteken-Salbei der Induktion eines Rauschzustandes mit lebhaften Visionen. Salvia divinorum wird von den Mazateken nur im Rahmen dieser Heil- und Wahrsagerituale verwendet.
In der westlichen Welt ist seit den 1980er Jahren ein deutlicher Anstieg des Interesses an Salvia divinorum festzustellen.
Zu den Inhaltsstoffen und zur Wirkung von Azteken-Salbei schreibt Wikipedia:
„Der Azteken-Salbei enthält terpenoide Salvinorine, von denen sechs Derivate (A-F) bekannt sind. Das Salvinorin A ist ein potentes dissoziatives Halluzinogen, mit einer Wirkdosis ab 0,2 mg.[3][4] Die Pharmakologie des Salvinorin A unterscheidet sich deutlich von LSD-artigen Halluzinogenen: Es wirkt als κ-Opioid-Rezeptor-Agonist.“
In Deutschland ist Salvia divinorum nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) rechtlich ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel. Zur Rechtslage in anderen Ländern schreibt Wikipedia:
„Zu Salvia divinorum gibt es in Liechtenstein, Österreich und den meisten anderen Ländern der Welt keine strafgesetzliche Reglementierung, somit ist der Besitz legal. Der legale Status wurde eingeschränkt bzw. aufgehoben in Israel (2003), Australien (2004), Italien (2005), Deutschland (2008), Schweiz (2010) und Dänemark. In Norwegen ist Salvia divinorum verschreibungspflichtig.
- Mehlige Salbei (Salvia farinacea, auch Ähriger Salbei, Ähren-Salbei oder Mehl-Salbei) ist beheimatet in Texas und New Mexiko. In den Gemäßigten Breiten wird er als einjährige Pflanze kultiviert und als Zierpflanze in Parks und Gärten besonders in Sommerrabatten angepflanzt.
- Chia (Salvia hispanica) wird wegen seiner Samen kommerziell angebaut, da sie einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und hochwertigem Protein, Vitaminen, Antioxidantien und Mineralien aufweisen. Das Chiaöl wird aus den Samen des Chia gewonnen und besteht aus rund 60 % alpha-Linolensäure, 17 bis 26 % Linolsäure, einfach ungesättigten Fettsäuren wie Ölsäure, Stearinsäure und Palmitinsäure, und Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien. Die Eigenschaften von Chiaöl ähneln denjenigen von Rapsöl.
- Rotwurzel-Salbei (Salvia miltiorrhiza) Seine auch als Danshen bezeichneten getrockneten Wurzeln finden vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) Anwendung.
Zu den Inhaltsstoffen schreibt Wikipedia:
„ In der Wurzel des Rotwurzelsalbeis konnten Flavonoide, Diterpene, Triterpene, Salvianolsäuren, Phenylpropane, Chinone, Lignane, Steroide und Tannine nachgewiesen werden. Von allen biologisch aktiven Inhaltsstoffen gelten die Diterpenoide und die Salvianolsäuren als am besten untersucht. Zu den charakteristischen Diterpenoide des Rotwurzelsalbeis zählen Tanshinone und Isotanshinone, wie beispielsweise Tanshinon I, Tanshinon IIA, Tanshinon IIB und Cyptotanshinon. Darüber hinaus sind in der Wurzel die biologisch aktiven Diterpenoide Miltiron und Salviol enthalten. Die Salvianolsäuren des Rotwurzelsalbeis, wie Salvianolsäure A, Lithospermsäure B und Rosmarinsäure gelten als Abkömmlinge der (R)-a,3,4-Trihydroxyphenylpropionsäure (Danshensu).“
Und zu den Anwendungsgebieten:
„ Die Wurzel des Rotwurzelsalbeis wird in der chinesischen Medizin insbesondere zur Behandlung von Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Durchblutungsstörungen, wie beispielsweise Angina pectoris, Hyperlipidämie und Schlaganfall eingesetzt. Traditionell wird die Wurzel darüber hinaus bei Menstruationsbeschwerden, Husten, Schlafstörungen, stechende Schmerzen im Unterleib und der Brust und Hepatosplenomegalie verwendet. Die Wirksamkeit dieser Droge gilt nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin als nicht ausreichend belegt.“
- Muskatellersalbei (Salvia sclarea, auch Muskat-Salbei, Römischer Salbei, Scharlachsalbei oder Scharlei) kommt in Mittel- und Ost-Europa und West-Asien vor. Er wird als Zierpflanze, Heilpflanze und Gewürz genutzt.
„Die Wirkung vom Muskateller-Salbei kommt der des Echten Salbeis gleich. In der griechischen und römischen Antike wurde er bei Kopfschmerzen eingesetzt. Blätter und Blüten können roh oder gegart gegessen werden. Die Blüten werden zur Aromatisierung von Wermutweinen verwendet, früher wurden sie auch anderen Weinen zugesetzt. Diese Verwendung prägte den Begriff “Muskatellerwein”. Das Öl der Pflanze wird in der Parfüm- und Kosmetikindustrie verarbeitet.Die Blüten des Muskatellersalbeis sind zugleich eine verhältnismäßig gute Bienenweide. Auf einer mit ihm bestandenen Fläche von einem Hektar kann sich pro Blühsaison ein Honigertrag von 107 bis 174 kg ergeben.“
(Quelle: Wikipedia)
Das ätherische Öl aus der Pflanze – Muskatellersalbeiöl – wird aus den Triebspitzen und Blütenständen gewonnen. Es besteht hauptsächlich aus Linalylacetat (bis zu 75 %), Linalool (bis zu 30 %) und dem Diterpen-Alkohol Sclareol.
Sclareol soll eine dem Östrogen verwandte Molekularstruktur aufweisen. Damit werden in der Aromatherapie Anwendungen von Muskatellersalbei bei Menstruationsbeschwerden, Unfruchtbarkeit und Wechseljahrbeschwerden abgeleitet. Es ist allerdings sehr spekulativ, einzig von der Molekularstruktur auf entsprechende Wirkungen zu schliessen. Zu fragen wäre dabei auch, ob die Substanz in ausreichenden Mengen aufgenommen wird und welche Wirkungen sie im Organismus entfaltet.
Muskatellersalbei soll eine heilige Pflanze der Kelten gewesen sein. Seine berauschende Wirkung wurde offenbar genutzt, um Wein und andere Getränke zu aromatisieren und ihre Wirkung zu verstärken. Um den beliebten Geschmack von mit Muskatellersalbei gewürztem Wein zu gewährleisten, wurde die Muskatellertraube gezüchtet.
Diese Beispiele zeigen, dass es in der Gattung Salbei ausgesprochen interessante Pflanzenarten umfasst – als Heilpflanzen, Gewürzpflanzen, Zierpflanzen, Räucherpflanzen….
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
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Dienstag, April 3rd, 2012
Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schaumkräuter (Cardamine) und zählt zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Foto bei Wikipedia.
Wiesen-Schaumkraut dominiert mit seinen weiß bis zart violetten Blüten ab Ende April bis Mitte Mai häufig das Erscheinungsbild nährstoffreicher Feuchtwiesen.
Die Blüten des Wiesen-Schaumkrautes sind sehr nektarreich und werden von zahlreichen Insekten besucht. Der Nektar ist allerdings nur Bienen und Schmetterlingen zugänglich. Schwebefliegen nutzen den Pollen als Eiweissnahrung.
Aurorafalter
Gemeinsam mit der Knoblauchsrauke (Knoblauchhederich, Alliaria petiolata) ist das Wiesen-Schaumkraut die bevorzugte Nahrungspflanze der Raupe des Aurorafalters (Anthocaris cardamines). Der Aurorafalter, der das Wiesen-Schaumkraut auch als Nektarpflanze nutzt, legt seine Eier meist an der Blattunterseite ab. Die Raupen fressen an diesen Pflanzen bis Juli oder August, verpuppen sich zu einer sogenannten Gürtelpuppe und überwintern dann.
Auffällig und unverwechselbar sind im Frühling die Männchen des Aurorafalters mit ihrer orange-weissen Färbung (Foto bei Wikipedia).
Auf dem Wiesen-Schaumkraut lebt auch die etwa 5 bis 6 Millimeter lange und variabel gefärbte Wiesenschaumzikade.
Sie legt an ihrer Wirtspflanze ihre Eier ab, aus denen im April und Mai Larven schlüpfen, die den Pflanzensaft saugen. Durch Einpumpen von Luftbläschen aus der Atemhöhle in eine eiweißhaltige Flüssigkeit, welche die Larven aus dem After abscheiden, wird ein Schaum produziert.
Foto bei Wikipedia.
Der Schaum schützt die darin sitzende Larve vor Feinden, erhält jedoch in erster Linie die für die Weiterentwicklung nötige Feuchtigkeit und Temperatur. Diese auffälligen Schaumnester sind auch an der Kuckuckslichtnelke an Gräsern und anderen Pflanzen zu finden.
Der Name Wiesen-Schaumkraut oder einfach Schaumkraut bezieht sich möglicherweise auf das Vorkommen solcher Schaumnester der Schaumzikaden (Aphrophoridae) an dieser Pflanze. Diese im Frühjahr häufigen Schaumnester werden im Volksmund auch als „Kuckucksspeichel“ oder „Hexenspucke“ bezeichnet.
Das Wiesen-Schaumkraut hat aber auch eine ganze Reihe von Volksnamen, die nicht gerade schmeichelhaft sind, zum Beispiel „Bettseicher“ oder „Schisgelte“.
Das Wiesen-Schaumkraut enthält als Inhaltsstoffe Senfölglykoside, Bitterstoffe und Vitamin C.
Zur Wirkung der Senföglykoside siehe auch:
Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside? Welche Wirkung haben sie?
In der Volksmedizin wird Wiesen-Schaumkraut gegen Rheuma und andere Schmerzzustände verwendet. Heilwirkungen sollen vor allem auf dem enthaltenen Vitamin C sowie den Senfölglykosiden beruhen, die insbesondere auf Niere und Leber anregend wirken. Es fehlen aber konkrete Belege für diese Wirkungen.
Die im Wiesen-Schaumkraut enthaltenen Wirkstoffe können in grösseren Mengen den Magen und die Nieren reizen, so dass man es mit der Einnahme nicht übertreiben sollte.
Die jungen Blätter, die vor der Blüte gesammelt werden, sowie die jungen Pflanzen sind essbar und schmecken wegen des enthaltenen Senfölglykosids ähnlich wie Kresse und leicht scharf. Sie werden daher auch ähnlich wie die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) genutzt und gerne in Salaten, in Kräutersuppen, als Gewürz für Quark und Frischkäse sowie in Saucen verwendet.
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Sonntag, April 1st, 2012
Jetzt im Frühling fällt er besonders auf: Der Schlehdorn ( = Schwarzdorn. Prunus spinosa). Seine Blüten erscheinen vor den Blättern, so steht er strahlend weiss in der Landschaft (Foto auf Wikipedia).
Der Schlehdorn ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus, der zur Tribus der Steinobstgewächse (Amygdaleae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört.
Der Schwarzdorn gilt als Stammform der Kulturpflaume.
Weil die weißen Blüten des Schlehdorns bereits im März und April lange vor dem Laubaustrieb erscheinen, lässt er sich in diesem Zeitraum leicht vom Weißdorn unterscheiden, dessen Blüten erst nach den Blättern gebildet werden.
Charakteristisch für die Schlehdornblüten ist ihr leichter Mandelduft. Die Innenseite des Blütenbechers sondert reichlich Nektar ab, so dass die Schlehe für viele Insekten im zeitigen Frühjahr eine wertvolle Nahrungsquelle darstellt. Der Schwarzdorn wird von Insekten bestäubt.
Später entwickelt sich eine kugelige, dunkelblau bis schwarze, stark bereifte Steinfrucht, die sehr sauer und herb schmeckt und erst nach einem Frost schmackhafter wird. Sie reift von Oktober bis November und verbleibt den Winter über am Strauch. Tiere, die den Samen der Frucht wieder ausscheiden, besorgen die Ausbreitung.
Schlehdorn – eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und Säugetiere
Die Schlehe gehört zu den wichtigsten Wildsträuchern für Tiere.
Schon in der ersten wärmenden Frühlingssonne finden Honigbienen, Wildbienen (z. B. Sandbienen, Mauerbienen, Kuckucksbienen, Hummeln, Schwebefliegen und zahlreiche andere Insekten in den Schlehdornblüten reichlich Nektar und Blütenstaub.
Einige früh im Jahr fliegende Schmetterlinge schätzen den energiereichen Nektar der Schlehe ebenfalls (Tagpfauenauge, C-Falter, Grosser Fuchs, Kleiner Fuchs).
Die später im Jahr erscheinenden Schlehdornblätter werden sogar von über 100 Schmetterlingsarten zur Eiablage genutzt, einige von ihnen sind sogar fast ausschliesslich auf Schlehdornblätter angewiesen. Von den Tagfaltern sind bekannte Beispiele der wunderschöne Segelfalter, der Baumweissling und mehrere Zipfelfaltern (Schlehenzipfelfalter, Birkenzipfelfalter, Pflaumenzipfelfalter). Von den Nachtfaltern nutzen die Schlehe unter anderem Schlehen-Grünwidderchen, Kupferglucke, Schlehenspinner, Silberspinner, Wollafter, Gelbes Ordensband, Kleines Nachtpfauenauge.
Neben 73 Kleinschmetterlingsarten wurden als ständige oder vorübergehende Gäste der Schlehe ermittelt: 23 Rüsselkäferarten, 15 Bockkäferarten, 14 Blattwespenarten, 7 Blattlausarten, 5 Wanzenarten.
Für die Früchte, Blätter und Triebe der Schlehe interessieren sich zudem bis zu 18 Säugetierarten.
Schwarzdornhecken bieten darüber hinaus ausgezeichnete Nistplätze für Vögel. Die Dornen wehren Räuber ab.
Bis zu 20 Vogelarten errichten als Buschbrüter im Schlehdorn ihr Nest – zum Beispiel Neuntöter, Dorngrasmücke, Zaungrasmücke, Gelbspötter. In der dichten Vegetation zu Füssen des Schlehdornstrauchs nisten Goldammer, Rotkehlchen, Rebhuhn.
Die Schlehdornfrüchte werden im Winter zum Beispiel gerne gefressen von Rotkehlchen, Kohlmeise, Kernbeisser, Fichtenkreuzschnabel, Amsel, Singdrossel, Misteldrossel, Wacholderdrossel.
Verwendung in der Volksmedizin
„Die Blüten, Rinde und Früchte wirken adstringierend (zusammenziehend), harntreibend, schwach abführend, fiebersenkend, magenstärkend und entzündungshemmend. Ein Blütenaufguss wird besonders bei Kindern bei Durchfallerkrankungen, bei Blasen- und Nierenproblemen und Magenbeschwerden eingesetzt. Schlehenelixier gilt als geeignetes Stärkungsmittel nach Infektionskrankheiten.“
(Quelle: Wikipedia)
Verwendung für Nahrungsmittel und Getränke
„Die Früchte können unreif wie Oliven eingelegt werden, reif zur Herstellung von Marmeladen, Fruchtsäften, Fruchtweinen und als Zusatz zu Likör (Sloe Gin, Schlehenfeuer), Branntwein (Schlehenbrand) und anderen Spirituosen verwendet werden. Schlehenwein ist ein Fruchtwein, der nur auf den Früchten des Schlehdorns basiert. In manchen Gegenden werden die Früchte auch in geringen Mengen dem Apfelwein zugesetzt, wodurch dieser aufgrund der Gerbstoffe in den Schlehenfrüchten einen etwas weinähnlicheren Charakter erhält.
Die Früchte werden erst nach dem ersten Frost am Strauch geerntet. Durch die Frosteinwirkung am Strauch wird ein Teil der bitter schmeckenden und adstringierend wirkenden Gerbstoffe in den Früchten enzymatisch abgebaut. Dabei sinkt der Gerbstoffgehalt im Fruchtsaft von ca. 10 g/l auf unter 5 g/l. Dieser Vorgang kann nicht durch Einfrieren der Früchte in der Tiefkühltruhe ausgelöst werden. Ein vollständiger Abbau der Gerbstoffe ist hingegen unerwünscht, da sie wesentlich zum Geschmack der Produkte beitragen.“
(Quelle: Wikipedia)
Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
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Samstag, März 31st, 2012
Die Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus), auch gelbe Narzisse oder Osterglöckchen (weil sie in der Regel um Ostern herum blüht), Falscher Narzissus, Trompeten-Narzisse, oder regional Märzenbecher genannt, ist die bekannteste Pflanzenart in der Gattung der Narzissen (Narcissus) innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae).
Foto siehe Wikipedia
Die Osterglocke ist als Wildform sehr selten geworden und geschützt. Als Zierpflanze ist sie seit dem Jahre 1500 in Kultur.
Die Blätter und Zwiebeln der Osterglocke sind sehr giftig.
In Gärten besteht deshalb Vergiftungsgefahr für Kinder und Haustiere. Weil Narzissenzwiebeln ähnlich aussehen wie Küchenzwiebeln, kann es zu Verwechslungen und Vergiftungen kommen. Die Pflanze enthält mehrere toxische Alkaloide. Am bekanntesten sind die giftigen Verbindungen Lycorin und Galantamin, welche auch in anderen Amaryllisgewächsen vorkommen. Galantamin ist der charakteristische Inhaltsstoff im Schneeglöckchen.
Zu Galantamin siehe auch:
Wirksamkeit von Galantamin bei Demenz bestätigt
Schneeglöckchen – eine Heilpflanze?
Galantamin hemmt die Cholinesterase und zeigt deshalb parasympathomimetische Wirkung. Lycorin hemmt die Eiweisssynthese, wirkt zelltoxisch und virustatisch, ausserdem brechreizerregend und harntreibend.
Vergiftungen mit Osterglocke können Symptome auslösen wie Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall, später Lähmungen, Leberschäden, Kollaps und sogar Tod.
Die Oxalatkristalle der äusseren Zwiebelschalen oder der Blätter können bei Gärtnern Hautreizungen verursachen, die sogenannte Narzissen-Dermatitis.
Mit der Osterglocke ist also punkto Giftwirkung nicht zu spassen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Samstag, März 31st, 2012
Eine US-Forschergruppe um Dr. Harold Bays aus Louisville hat die Wirkung von Rosinen auf den Bluthochdruck in einer randomisierten kontrollierten Studie überprüft. Die Ergebnisse stellten sie auf dem Kongress des American College of Cardiology (ACC) in Chicago vor.
Für die Studie wurden 46 Männer und Frauen mit leicht erhöhten (“prähypertonen”) Blutdruckwerten ausgewählt und zwei Gruppen zugeteilt.
Der Hälfte der Probanden wurde auferlegt, zwölf Wochen lang dreimal täglich eine Portion Rosinen zu essen.
Die andere Hälfte musste stattdessen kommerziell verfügbare Snacks (etwa Cracker oder Cookies) ohne Fruchtbestandteile, jedoch von gleichem Kaloriengehalt, konsumieren.
In der “Rosinengruppe” stellten die Wissenschaftler nach vier, acht und zwölf Wochen eine signifikante Reduktion der systolischen Blutdruckwerte um 6,0 bis 10,2 mmHg fest.
Die Messungen der diastolischen Werten zeigten Verminderungen um 2,4 bis 5,2 mmHg. Die in der Kontrollgruppe konsumierten Snacks hatten – wie erwartet – keinen Effekt auf den Blutdruck.
Welche Inhaltsstoffe der getrockneten Trauben könnten die beobachtete Wirkung hervorgerufen haben? Bays sagte dazu, dass Rosinen “vollgepackt mit Kalium” seien, das zur Blutdrucksenkung beitrage.
Günstige Wirkungen auf die Gefäßfunktion seien möglicherweise auch auf den Gehalt an Polyphenolen, Tanninen und Antioxidantien zurück zu führen.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/809341/suesse-helfer-bluthochdruck.html
Kommentar & Ergänzung:
Da ich ausgesprochen gerne Sultaninen esse, passt mir diese Studie natürlich sehr gut in den Kram. Ich habe mich aber gefragt, was denn der Unterschied zwischen Sultaninen und Rosinen sei.
Hier ein Überblick dazu aus Wikipedia:
Was sind Rosinen?
„Rosinen (von altfranzösisch roisin; zu lateinisch racemus, ‚Weinbeere’) sind eine kernreiche, dunkelbraune und sehr süße Art getrockneter Weinbeeren. Rosinen werden wegen der vorteilhaften Eigenschaften der Sultaninen kaum noch angeboten. Der Begriff ‚Rosinen’ ist jedoch als Oberbegriff für alle getrockneten Weinbeeren geblieben. Sie werden reif geerntet und danach in der Sonne oder im Schatten getrocknet, bis die Feuchtigkeit der Beeren nur noch etwa 15 bis 18 % beträgt. Dies bedingt eine Konzentration des Fruchtzuckergehalts auf etwa 33 %. Sie haben eine honiggelbe bis dunkelbraune Farbe. Vier bis fünf Pfund Weintrauben ergeben ein Pfund Rosinen.“
Welche Sorten gibt es?
„ Sultaninen werden aus der Sultana-Traube (Thompson Seedless) gewonnen, die weiß, dünnhäutig, besonders süß und kernlos ist. Sultaninen haben eine helle goldgelbe Farbe. Produktionsländer sind die Türkei (→ Weinbau in der Türkei), USA (→ Weinbau in den Vereinigten Staaten) (insbesondere Kalifornien), Australien (→ Weinbau in Australien) und Südafrika (→ Weinbau in Südafrika).
Korinthen werden aus der Rebsorte Korinthiaki („Schwarze Korinthe“; lat. Vitis vinifera apyrena) gewonnen. Sie sind ebenfalls kernlos, schwarzbraun bis schwarzblau, kleinbeerig und im Geschmack kräftiger. Die Korinthe wurde nach der griechischen Stadt Korinth benannt und ist eine seit dem 15. Jahrhundert im Deutschen nachweisbare Neubildung, analog zu Französisch raisin de Corinthe (Rosine aus Korinth). Produktionsländer sind neben Griechenland auch Australien, Südafrika und die USA (Kalifornien).
Unter Zibeben (Arabisch zabiba, Sizilianisch zibibba) versteht man Trockenbeeren am Rebstock. In trockenen Erntejahren werden sie zu einer Trockenbeerenauslese (einem Wein mit hohem Restzuckergehalt) verarbeitet. Ein typischer Vertreter dieses Herstellungsverfahrens ist der ungarische Wein ‚Tokajer Aszú’ (Tokajer Ausbruchwein), bei dem vor der Vergärung immer eine bestimmte Menge Zibeben dem frischen Most zugesetzt wird.
In Süddeutschland und Teilen von Österreich ist ‚Zibebe’ ein allgemeiner Ausdruck für getrocknete Weinbeeren, die für die Zubereitung von Speisen verwendet werden. Nach dem Deutschen Wörterbuch beginnt dieser Ausdruck der Bezeichnung Rosine zu weichen, nach dem Duden gehört das Wort zu den süddeutschen und österreichischen Besonderheiten. 2009 enthält das ‚Wörterbuch des österreichischen Deutsch’ die Erklärung ‚große rötliche Rosine’ und vermerkt, dass das Wort ‚auch süddeutsch’ ist.“
Zur Verwendung von Rosinen
„ Aufgrund des hohen Zuckergehalts sind Rosinen beliebt bei der Zubereitung von Süßspeisen, können aber auch unverarbeitet gegessen werden. Sie werden in vielen Süßspeisen, unter anderem in Rosinenbrötchen, Rosinenbrot und Christstollen, verbacken. Für einige Rezepte werden Rosinen in Fruchtsaft, Alkohol oder Wasser eingeweicht, um sie praller, weicher und fruchtiger zu machen. Sie finden aber auch in vielen Hauptgerichten aus dem arabischen Raum und dem Rheinischen Sauerbraten Verwendung. Außerdem sind sie in vielen Müsli-Mischungen enthalten.“
Spezielles
„Rosinen sind für Mensch und Tier (mit Ausnahme von Hunden) ungiftig. Bei einigen Hunden kommt es schon bei Aufnahme von 2,8 g Rosinen pro kg Körpermasse zu einer Weintraubenvergiftung.
Die deutsche Redewendung: Jemand pickt sich die Rosinen (aus dem Kuchen) bedeutet, er nimmt sich die besten Teile und überlässt die weniger guten Teile den anderen. Denselben Inhalt hat in Österreich das Wort ‚Zibebenpicker’.
Ein redensartlicher Korinthenkacker ist jemand, der Unwichtiges zu wichtig nimmt und seinen Mitmenschen gegenüber rechthaberisch auftritt, also ein Pedant; ähnliche Begriffe sind Kümmelspalter, Erbsenzähler, Haarspalter, Krümelkacker, Kriacherlscheiber (österreich. steirisch), I-Tüpfelischisser (alemannisch).
Ein heutzutage im deutschen Sprachraum wenig verbreiteter weiblicher Vorname lautet ebenfalls Rosine oder Rosina.
Das sogenannte Studentenfutter erhält durch den großen Anteil an Sultaninen seinen süßen Geschmack.“
(Quelle: Wikipedia)
Die US-Rosinenstudie ist klein bezüglich der Probandenzahl und die Vorstellung der Studie an einem Kongress ist noch kein Qualitätsbeleg, wie es die Publikation in einer Fachzeitschrift sein könnte.
Mich interessieren aber die gesundheitlichen Wirkungen der Rosinen bzw. Sultaninen und ich würde gerne mehr darüber wissen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, März 30th, 2012
Jetzt im Frühling kann man auf den Blüten des Löwenzahns gut Wildbienen beobachten.
Ich weiss nicht genau warum das so ist, aber mir fallen im Frühling die Wildbienen auf dem Löwenzahn jedenfalls speziell auf.
In Deutschland, Österreich und die Schweiz leben rund 730 Wildbienenarten. Sie „hören“ auf so spezielle Namen wie Sandgängerbienen, Kurzhornbienen, Steppenglanzbienen, Sandbienen, Harzbienen, Wollbienen, Pelzbienen, Kraftbienen, Hummeln, Buntbienen, Keulhornbienen, Scherenbienen, Kegelbienen, Seidenbienen, Hosenbienen, Zweizahnbienen, Glanzbienen, Schmuckbienen, Filzbienen, Langhornbienen, Furchenbienen, Löcherbienen, Maskenbienen, Steinbienen, Schenkelbienen, Mörtelbienen, Blattschneiderbienen, Trauerbienen, Sägehornbienen, Schwebebienen, Wespenbienen, Schienenbienen, Steppenbienen, Mauerbienen, Scheinlappenbienen, Zottelbienen, Schmarotzerhummeln, Graubienen, Schlürfbienen, Blutbienen, Düsterbienen, Spiralhornbienen, Fleckenbienen, Holzbienen.
Und wohlverstanden: Jede dieser Bezeichnungen gilt einer Gattung, die ihrerseits eine grosse Anzahl von Wildbienenarten umfassen kann.
Gut 40 Jahre meines Lebens war mir gar nicht klar, dass es Wildbienen gibt. Seither staune ich jeden Sommer über die Vielfalt der Wildbienenarten.
Wie erkennt man Wildbienen?
Wildbienen sind nicht einfach verwilderte Honigbienen. Sie unterscheiden sich im Aussehen oft sehr deutlich von Honigbienen.
Ein erster Schritt zur Entdeckung von Wildbienen ist es darum, sich das Aussehen der Honigbiene gut einzuprägen. Dann ist es nicht mehr so schwer, Abweichungen zu bemerken – zum Beispiel bei den Besucherinnen der Löwenzahnblüten.
Auch Laien können sich ein gutes Stück weit mit diesem faszinierenden Gebiet vertraut machen und eine weitgehend unbekannte Welt entdecken.
Einen Einstieg bietet das Buch von Heiko Bellmann:
Heiko Bellmann: Bienen, Wespen, Ameisen, Kosmos Naturführer
Eine gute Einführung in die Wildbienenkunde findet sich auf Wikipedia.
Und wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, März 27th, 2012
Zur Zeit blüht das Scharbockskraut mit seinen goldgelben Blütensternen.
Fotos finden Sie hier und hier.
Das Scharbockskraut (Ficaria verna, Syn.: Ranunculus ficaria L., = Feigwurz, = Frühlingsscharbockskraut) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Scharbockskraut ist ein Frühjahrsblüher. Sein Name leitet sich von Scharbock (Skorbut) ab. Seine Vitamin-C-haltigen Blätter sollen früher gegen diese Mangelerscheinung eingenommen worden sein.
Scharbockskraut ist hauptsächlich in Nordeuropa und Mitteleuropa beheimatet. Es wächst meist in feuchten Wiesen, Gebüschen, Hecken, Gärten, in Laubwäldern und an Laubwaldrändern. Dort bildet Scharbockskraut zumeist die erste grüne Bodenschicht (Krautschicht), noch bevor die Bäume ihre Blätter entwickeln.
In südlichen Gegenden sowie nach milden Wintern zeigt sich das Scharbockskraut schon Ende Februar; normalerweise jedoch gegen Ende März. Bereits im Mai beendet dieser „Frühjahrsgeophyt“ seinen Lebenszyklus bald nach der Blüte.
Ein botanischer Sprinter also.
Ähnlich wie der Bärlauch (Allium ursinum) und das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) zieht das Scharbockskraut anschliessend alle oberirdischen Teile der Pflanze unter die Erde zurück.
Scharbockskraut als Wildsalat / Wildgemüse vorsichtig nutzen:
„Scharbockskraut kann – mit Einschränkungen – als Nahrungsmittel verwendet werden. Der Verzehr der Pflanze, insbesondere der Wurzel und Brutknöllchen, kann zu Erbrechen und Durchfall führen. Unterschiedliche Angaben zur Giftigkeit sind auf saisonale Änderungen der Inhaltsstoffe und unterschiedliche Verträglichkeit bei verschiedenen Menschen zurückzuführen. Im Frühjahr, vor der Blütezeit, können die Blätter verzehrt werden. Die Blütenknospen werden ähnlich wie Kapern verwendet. Später im Jahr lassen sich Brutknöllchen und Wurzelknöllchen ernten.
Der giftige Inhaltsstoff Protoanemonin – ein fünfgliedriger Lactonring – bildet sich in höheren Konzentrationen erst nachdem die ersten Blüten erschienen sind. Faustregel für den Genuss der Pflanze ist daher: Vor der ersten Blüte gegebenenfalls in Maßen, nach Erscheinen der ersten Blüten nicht mehr genießen. In der Mehrheit der Kräuterbücher wird auf den hohen Vitamin-C-Gehalt der Pflanze hingewiesen.
Scharbockskraut gehörte früher zum Reiseproviant auf Seereisen und wurde von Seefahrern gegessen, die meist kein frisches Gemüse und Obst zu Verfügung hatten. Scharbockskraut enthält sehr viel Vitamin C und verhinderte dadurch Skorbut, eine Vitamin C-Mangelkranheit die Seefahrer früher auf ihren langen Reisen bedrohte. Der Name Scharbockskraut leitet sich von Scharbock ab, eine alte Bezeichnung für Skorbut.“
(Quelle: Wikipedia)
Die Angabe, dass die Scharbockskrautblätter als Frühlingssalat nur vor der Blüte genutzt werden sollen, weil sich danach Giftstoffe bilden, findet sich auch in anderen Quellen, zum Beispiel in Siegfried Schlosser / Lutz Reichhoff / Peter Hanelt: „Wildblumen Mitteleuropas – Nutzung und Schutz“ (Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin 1991).
Der Hinweis auf den hohen Gehalt an Vitamin C findet sich häufig, doch sind mir bisher keine konkreten Angeben dazu unter die Augen gekommen.
Bei Hahnenfussgewächsen halte ich generell eine gewisse Vorsicht bezüglich dem Konsum als Wildsalat / Wildgemüse für angebracht.
In dieser Pflanzenfamilie gibt es sehr starke Giftpflanzen wie Eisenhut (Aconitum) mit dem Alkaloid Aconitin.
Nach Wikipedia enthalten alle Hahnenfussgewächse das giftige Protoanemonin. Gemäss „Giftpflanzen“ von Dietrich Frohne und Hans Jürgen Pfländer (1997) ist Protoanemonin vor allem enthalten in den Gattungen
- Ranunculus (Hahnenfuss),
- Anemone (Windröschen, z B. Buschwindröschen, Leberblümchen),
- Pulsatilla (Kuhschelle, Küchenschelle)
- Clematis (Waldreben)
- Helleborus (Nieswurz; z. B. Christrose, Schwarzer Nieswurz)
Beim Trocken der Pflanzen wird Protoanemonin allerdings in ungiftiges Anemonin übergeführt.
Aber im Moment gerade würde ich empfehlen, sich an den glänzend gelben Blütensternen des Scharbockkrautes zu erfreuen. Man muss ja auch nicht immer alles gleich essen….
Und wenn Sie die Natur im Jahreslauf kennen lernen möchten, kommen Sie doch einfach mit auf eine meiner Heilpflanzen-, Alpenblumen-, Natur- oder Kräuterexkursionen. Die Daten finden Sie oben unter „Kurse“.
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Montag, März 26th, 2012
Stillende Mütter sollten ihren Koffein-Konsum begrenzen. Koffein geht nämlich in die Muttermilch über. Der Körper eines Babys kann Koffein jedoch nicht genügend rasch abbauen, so dass sich diese Substanz anhäuft. Ein Baby benötigt mehr als 3 Tage, um das aufgenommene Koffein wieder abzubauen. Das kann Unruhe, Bauchschmerzen und Blähungen beim Säugling auslösen. Darum rät man Müttern in der Stillzeit, koffeinhaltige Getränke nur in Maßen und möglichst nach dem Stillen zu sich zu nehmen. Koffein ist aber nicht nur im Kaffee enthalten, sondern auch in zahlreichen Soft-Drinks, Sportgetränken, speziell Schwarztee, Schokolade und einigen rezeptfreien Arzneimitteln.
Darauf sollten stillende Mütter achten, wenn sie ihren Koffeinkonsum auf die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen 300 mg pro Tag beschränken wollen. Das entspricht rund zwei bis drei Tassen Kaffee pro Tag.
Es gibt keine Untersuchungen darüber, welche Koffein-Mengen ‚sicher’ für stillende Mütter und ihr Kind sind. Aus Erfahrung ist aber bekannt, dass viel Kaffee Schlafstörungen beim Baby verursachen kann.
Zum Koffeingehalt von Kaffee, Cola, Schwarztee
Ein Espresso (50 ml) beinhaltet zirka 50 mg Koffein, eine Tasse Filterkaffee (125 ml) zirka 80-120 mg.
Cola (200 ml) enthält etwa 20-50 mg und Milchschokolade (100 g) etwa 20 mg Koffein.
Je länger Schwarztee oder Grüntee zieht, desto mehr Koffein geht ins Teewasser über. Zucker und Milch verlangsamen die Aufnahme des Koffeins. Mit einer ‚normalen’ Tasse Schwarztee (125 ml) konsumiert eine Mutter 30-60 mg Koffein. Die tödliche Koffein-Dosis liegt beim Menschen bei 10 g Koffein.
Quelle:
http://de.nachrichten.yahoo.com/koffeinhaltige-getränke-beim-stillen-nur-maßen-genießen-090000800.html
http://monks-aerzte-im-netz.de/app
Kommentar & Ergänzung:
Eindrücklich ist die hohe Halbwertszeit von Koffein bei Neugeborenen. Überhaupt ist die Halbwertszeit stark von verschiedenen Faktoren abhängig:
„Die biologische Halbwertszeit von Coffein im Plasma beträgt zwischen 2,5 und 4,5 Stunden (andere Quellen sprechen von 3–5 h) bei gesunden Erwachsenen. Dagegen erhöht sich die Halbwertszeit auf im Mittel 80 Stunden (36–144 h) bei Neugeborenen und auf weit über 100 Stunden bei Frühgeburten. Bei Rauchern reduziert sich die Coffein-Halbwertszeit um 30–50 %, während sie sich bei Frauen, die orale Verhütungsmittel einnehmen, verdoppelt. Bei Frauen, die sich im letzten Trimenon der Schwangerschaft befinden, steigt sie auf 15 Stunden an. Ferner ist bekannt, dass das Trinken von Grapefruitsaft vor der Coffeinzufuhr die Halbwertszeit des Coffeins verlängert, da der Bitterstoff der Grapefruit die Metabolisierung des Coffeins in der Leber hemmt.“
(Quelle: Wikipedia)
Zur Wirkung von Grapefruitsaft auf die Metabolisierung von Medikamenten siehe:
Grapefruitsaft und andere Fruchtsäfte können Medikamenten-Wirkungen beeinflussen
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