Artikel mit Schlagwort ‘Wikipedia’

Blick ins Pflanzenlexikon: Wolfsmilch

Montag, Mai 21st, 2012

Wolfsmilch (Euphorbia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).

Weltweit betrachtet ist die Mehrheit der krautigen Euphorbia-Arten ist in den gemäßigten bis tropischen Zonen verbreitet. Strauchige, baumförmige und sukkulente Arten sind dagegen fast ausschließlich in den Tropen und Subtropen beheimatet.

Bei uns ist wohl am häufigsten anzutreffen die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias). Foto auf Wikipedia.

Als Frassschutz und Wundverschluss enthalten Euphorbia-Arten  einen weissen  Milchsaft, der unter Druck steht und schon bei kleinsten Verletzungen austritt. Bei Luftkontakt gerinnt er innerhalb weniger Minuten.

Unter den Inhaltsstoffen des Milchsaftes befinden sich eine Vielzahl von Diterpenestern und Triterpenestern. Sie machen den Milchsaft je nach Art gering bis sehr stark ätzend und hautreizend und können insbesondere an den Schleimhäuten (Augen, Nase, Mund) Entzündungen hervorrufen, die stärkste Schmerzen verursachen. Im Umgang mit Wolfsmilch-Arten ist deshalb erhöhte Vorsicht geboten. Auf die Haut gelangter Milchsaft sollte sofort und gründlich abgewaschen werden.

Der Milchsaft darf nicht mit dem Auge in Berührung kommen! Er ist daraus nur schwer zu entfernen und kann Bindehautentzündung und Hornhautentzündung verursachen.

Kleinkinder und Haustiere sollten grundsätzlich keinen Kontakt zu Euphorbia-Arten bekommen.

Einige Wolfsmilch-Arten sind beliebte Zierpflanzen. Am bekanntesten sind Christusdorn (Euphorbia milii) und  Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima).

Die Blüten der Zypressen-Wolfsmilch werden gerne besucht von Honigbienen, Wildbienen, Fliegen, Schwebfliegen und Blattkäfern. Das Blatt bietet Nahrung für die Raupen von Wolfsmilchschwärmer, Graue Moderholzeule, Ampfereule, Wolfsmilchwanze, Erdwanze.

Ingenol, ein Wirkstoff aus der Garten-Wolfsmilch Euphorbia peplus, ist Gegenstand von Forschungen zur Behandlung von aktinischer Keratose. Siehe:

Wirkstoff aus Gerten-Wolfsmilch gegen aktinische Keratose getestet

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Was blüht gerade? – Ährige Teufelskralle

Sonntag, Mai 13th, 2012

In Wäldern und Hochstaudenfluren blüht zur Zeit die Ährige Teufelskralle ( = Ährige Rapunzel, Phyteuma spicatum).

Foto auf Wikipedia

Die Pflanze ist unverwechselbar. Ihre Blüten werden gerne von Schwebfliegen bestäubt. In den Bergen gibt es mehrere blaue Teufelskrallenarten.

Die Phyteuma-Arten gehören zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).

In der Pflanzenheilkunde hat die Ährige Teufelskralle heute keine Bedeutung.

Die Blätter eignen sich aber gut als Wildgemüse („Waldspinat“). Ebenso ist der Wurzelstock essbar und die Blütenknospen.

Die jungen Triebe und Blätter werden von April bis Mai als Brotbelag, zu Salaten oder Gemüsegerichten genutzt. Die Blüten von Mai bis Juni für Wildsalate und Gemüsegerichte. Phyteuma-Wurzeln von September bis in den Winter für Gemüsegerichte. Die noch geschlossenen Blütentriebe nutzt man im Mai zu Spargelgemüse.

Der Name Teufelskralle kommt von den krallenförmig gebogenen Einzelblüten bzw. Griffel. Unsere einheimische Ährige Teufelskralle hat nichts zu tun mit der Teufelskralle Harpagophytum procumbens, die in Südafrika und Namibia in der Wüste wächst und in der Phytotherapie als Heilpflanzen-Präparat bei Arthrose eingesetzt wird.

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Pflanzenstoffe in der Krebsforschung: Betulinsäure

Samstag, Mai 12th, 2012

Betulinsäure findet sich in zahlreichen Pflanzenarten, vor allem in der Rinde von Bäumen aus den Familien der Platanengewächse, der Birkengewächse und der Ebenholzgewächse, bspw. mit etwa 2,5 Prozent in Rinde von Platanen (Platanus acerifolia) und zu einem geringen Prozentsatz in dem getrockneten Rindensaft von Birken (lat. Betula, deshalb der Name Betulinsäure).

Die Zeitung „Der Standard“ berichtet über die Betulinsäure-Forschung von Simone Fulda und ihrem Team am Frankfurter Institut für experimentelle Tumorforschung. Zu ihren Forschungsinteressen gehört es, nach Naturstoffen aus Pflanzen zu suchen, die in der Lage sind, Zelltodmechanismen zu beeinflussen.

Es geht dabei um den programmierten Zelltod – die sogenannte Apoptose. Jede gesunde Körperzelle besitzt ein solches eigenes “Selbstmord-Programm”. Es wird aktiviert, sobald es zu fehlerhaften Abläufen in der Zelle kommt. “Zellen entarten erst, wenn dieses Programm nicht mehr funktioniert”, erläutert Fulda. Zwar ist dieser Mechanismus sämtlichen Krebserkrankungen gemeinsam, aber er funktioniert tumorspezifisch und muss daher auch separat in den verschiedenen Tumoren untersucht werden.

Einer der Naturstoffe mit Wirkung auf die Apoptose ist die Betulinsäure. Sie findet sich in der Rinde von Platanen und Birken und könnte hauptsächlich Kindern mit Hirntumoren Heilungschancen bringen.

Bösartige Erkrankungen im Gehirn und Rückenmark bilden eine große Gruppe solider Tumore im Kindesalter, und die Prognose ist in zahlreichen Fällen nach wie vor schlecht – hauptsächlich darum, weil viele Tumore nicht operabel sind. Im Labor hat die Betulinsäure ihren tödlichen Effekt auf Tumorzellen bereits gezeigt. Nun sind klinische Studien mit der Substanz geplant. Die Wirksamkeit der Betulinsäure bei Patienten mit Neuroblastomen und Glioblastomen soll geprüft werden. Was die Betulinsäure zusätzlich auszeichnet: Sie hat nur wenig Einfluss auf gesunde Zellen und könnte verglichen mit anderen zytostatischen Substanzen geringere Nebenwirkungen hervorrufen.

Quelle:

http://derstandard.at/1336435207120/Schwerpunkt-Krebs-Warum-auch-Kinder-an-Krebs-erkranken

Hier die Angaben zur Verwendung der Betulinsäure bei Wikipedia:

„Betulinsäure wirkt im Laborversuch hemmend gegenüber Melanomzellen (durch Einleitung des Zelltod-Programms), und HI-Viren (durch Hemmung der reversen Transkriptase). Sie bildet die Ausgangssubstanz für weiterentwickelte AIDS-Medikamente wie Bevirimat (PA-457), welches zur Zeit klinisch getestet wird. Die Wirksamkeit von Betulinsäure gegen Dermatophyten und Plasmodien deutet auf den ursprünglichen Nutzen des Stoffes gegen Pilz- und Plasmodienbefall der Pflanze. Für die medizinische Anwendung gegen Malaria sind die erforderliche Dosis bzw. deren Nebenwirkungen aber zu hoch.“

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt eine sehr grosse Zahl von Naturstoffen, die für die Forschung interessant sind und grosses Potenzial haben – auch im Bereich der Tumorforschung. Betulinsäure ist eine solche Substanz.

Festgehalten werden muss aber: Wenn für eine Substanz erst positive Resultate aus Laborversuchen an isolierten Zellen oder Geweben vorliegen, ist eine zurückhaltende, vorsichtige Interpretation angebracht. Vorschnelle Versprechungen sind zu vermeiden, weil noch völlig unklar ist, ob die Substanz im lebenden Organismus von Patienten ebenfalls eine positive Wirkung zeigt. Entscheidend sind die Resultate von klinischen Studien mit Patientinnen und Patienten.

Grundsätzlich sind aber natürlich in der Tumorforschung Substanzen sehr interessant, die Krebszellen töten können, gesunde Zellen aber möglichst schonen. Und eine solche Differenzierung tönt der Artikel im „Standard“ für die Betulinsäure an.

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Wozu sind Glockenblumen gut?

Freitag, Mai 11th, 2012

Das fragte mich vor kurzem eine Zuhörerin an einem Vortrag. Gemeint hat sie damit: Kann man Glockenblumen als Heilpflanzen brauchen oder kann man sie essen?

In der heutigen Phytotherapie spielen Glockenblumen (Campanula) keine Rolle und auch in den alten Kräuterbüchern tauchen sie selten auf.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird eine Pflanze aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) verwendet:

Die Ballonblume (Platycodon grandiflorus, Syn.: Campanula glauca, Campanula grandiflora, Platycodon glaucus, Platycodon grandiflorum), auch Großblütige Ballonblume oder Chinesische Glockenblume genannt.

Foto bei Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kikyo_06c1347s.jpg&filetimestamp=20060704111637

Die Ballonblume wird verwendet bei Husten, Schmerzen, Entzündungen, Fieber, Nervenleiden, Krebs und zur Immunstimulation. Verwendet wird die Wurzel. Die Wurzeln werden zudem gegart in Suppen als kräftigendes Gemüse gegessen. Hauptsächlich in der Koreanischen Küche kommen die Wurzeln als „bellflower roots“ vor.

Die Wurzeln gelten aber auch als giftig.

Es gibt Laborexperimente und Tierversuche mit der Ballonblume:

„Im Tierversuch verstärken Extrakte aus der Pflanze die Aktivität von B-Zellen und die Zytokin-Produktion. Saponine aus der Wurzel (Platycodin A-E) zeigen im Labor entzündungshemmende Wirkung.“

(Quelle: Wikipedia)

Fundierte Studien mit Patienten, die relevanter für die Beurteilung einer allfälligen Wirksamkeit wären, liegen offenbar nicht vor.

Die Heimat der Ballonblume liegt in Nordostasien in China, in Ostsibirien, Mongolei, Korea und Japan. Sie wird auch als Zierpflanze angebaut.

Alle Campanula-Arten in Mitteleuropa sind essbar. Die Blüten werden unmittelbar nach dem Aufblühen als essbare Dekoration verwendet, die jungen Sprosse im Frühling zu Spargelgemüse, die Blätter im Frühjahr als Zugabe in Salaten.

Und natürlich gibt es eine Vielfalt an gärtnerischen Kulturformen der Glockenblumen.

Unsere einheimischen Glockenblumenarten sind auch für den Wildpflanzengarten zu empfehlen.

Die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) beispielsweise ist Pollenspender für Wildbienen (Sandbienen, Scherenbienen, Glanzbienen, Sägehornbienen, Mauerbienen, Keulhornbienen, Maskenbienen, Furchenbienen, Blattschneiderbienen), Tagfalter und Hummeln.

So gibt es zum Beispiel die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi), deren Weibchen beim Pollensammeln streng auf Campanula-Arten spezialisiert sind. Die Männchen übernachten oft in Glockenblumenblüten – schön trocken und windgeschützt – und sind damit praktischerweise schon an einem Ort mit hoher Weibchenfrequenz.

Wenn Sie Glockenblumen sowie viele andere Wildpflanzen und Heilkräuter in der Natur kennenlernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilpflanzenexkursionen und Naturseminare.

http://heilpflanzen-info.ch/cms/kurse

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Tod durch Lichtnahrungsprozess

Sonntag, Mai 6th, 2012

Der „Tages-Anzeiger“ berichtet über den Tod einer Ostschweizerin, die beim Absolvieren eines „Lichtnahrungsprozesses“ verhungert ist.

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Von-Licht-ernaehrt–bis-in-den-Tod/story/28039574

Was ist der „Lichtnahrungsprozess“?

„Lichtnahrung oder auch Breatharianismus bezeichnet eine esoterische Methode, bei der nach Vorstellung ihrer Anhänger die für das Leben notwendige Energie aus feinstofflicher Energie („Licht“;…„Prana“ als universelle Lebensenergie) gewonnen werden soll. Dadurch soll man imstande sein, teilweise oder ganz ohne feste und flüssige Nahrung auskommen zu können, die sonst zum Überleben notwendig ist. Die Wissenschaft hält solche Behauptungen für unglaubwürdig und sieht mögliche Erklärungen in bewusstem Betrug oder Irrtum, wie Überschätzung der fürs Überleben notwendigen Menge an Kalorien, falsche Einschätzung der tatsächlich zugeführten Nahrungsmenge, Vernachlässigung der zugeführten Kalorienmenge in Flüssigkeiten oder unbewusste Nahrungsaufnahme beispielsweise beim Schlafwandeln. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass eine Person dauerhaft ohne jegliche Nahrung überleben kann. Aus medizinischer Sicht würde ein dauerhafter Verzicht auf feste und flüssige Nahrung zwangsläufig zum Tod führen.“

(Quelle: Wikipedia)

Der Lichtnahrungsprozess wurde propagiert von der australische Esoterikerin und Buchautorin Jasmuheen, mit bürgerlichem Namen Ellen Greve (* 1957). Das Pseudonym Jasmuheen bedeutet „Duft der Ewigkeit“.

Ellen Greve behauptete, sich seit dem Jahr 1993 ausschließlich von Prana (Lebensenergie) zu ernähren. Diese sogenannte Nahrungslosigkeit nennt sie Lichtfasten. Sie wurde allerdings mehrmals bei Mahlzeiten beobachtet und ein Testversuch unter kontrollierten Bedingungen wurde nach 4 Tagen wegen Dehydrierung und rapidem Gewichtsverlust abgebrochen.

Auch der bekannteste „Lichtesser“ im deutschsprachigen Raum, der Anthroposoph Michael Werner, versagte bei einer Überprüfung am KIKOM der Universität Bern kläglich.

(Zusammenfassung des Tests hier)

Ein weiterer bekannter Propagandist des Lichtnahrungsprozesses ist der ehemalige Basler Chefarzt und Psychiater Jakob Bösch.

Der vom Tages-Anzeiger beschriebene Todesfall ist nicht der einzige.

Dass die Lichtesser-Methode medizinisch absurd und riskant ist, steht meines Erachtens fest.

Interessanter ist die Frage, weshalb Menschen derart abstrusen Vorstellungen anhängen.

Es ist doch eine Allmachtsphantasie sondergleichen zu glauben, man könne sich von der materiellen Basis unserer Existenz, von der Natur, abkoppeln und autonom machen.

Es ist eine Körperfeindlichkeit sondergleichen zu glauben, man könne materielle Bedürfnisse wie das Bedürfnis nach Nahrung durch einen Weg der Vergeistigung ausschalten. Damit katapultiert man sich in einen quasigöttlichen Zustand und verabschiedet sich von „primitiven“ Kreaturen wie Pflanzen, Tieren und weniger erleuchteten Mitmenschen.

Meinem Eindruck nach dient diese Abwertung des Körpers und der materiellen Grundlage unserer Existenz einer Verleugnung der Verletzlichkeit, die mit dieser körperlichen Basis verbunden sind. Als Menschen sind wir jederzeit in einer fragilen Situation und gefährdet durch Krankheit und Tod. Es ist hauptsächlich die Körperlichkeit, die uns in dieser Hinsicht Grenzen setzt.

Das Lichtnahrungsprogramm und viele andere esoterische Konstrukte sind ein illusionärer Fluchversuch weg von dieser Fragilität.

Meiner Ansicht nach wäre es stattdessen wichtig, die Fragilität der menschlichen Existenz und unsere Verletzbarkeit zu anerkennen. Das schafft auch einen Boden für Solidarität zwischen den Menschen, weil wir diesbezüglich alle im selben Boot sitzen. Wer sich dagegen zurecht phantasiert, er oder sie könne sich der Gebundenheit an die materiellen Basis durch Höherentwicklung entziehen, frönt einem Elitarismus und veraschiedet sich tendenziell von menschlicher Solidarität.

Essen ist zudem auch ein sinnlicher Vorgang und mehr oder weniger häufig sogar mit Genuss verbunden.

„Prana-Essen“ ist auf jeden Fall unsinnlich. Geschmack und Geruch dürften da keine Rolle spielen und mangels Erfahrung kann ich nicht beurteilen, ob man den Prana-Konsum auch geniessen kann. Aber ich würde das sehr bezweifeln.

Und wenn dann noch Lichtesser davon phantasieren, ihr Spleen sei ein Beitrag zur Lösung des Welthunger-Problems, dann kann man nur fragen, weshalb sie ihre Methode nicht schon längst in Hungergebieten gratis anbieten. Lichtesser-Knowhow könnte dort Nahrungsmittelhilfe und gerechtere Handelsbeziehungen ersetzen…….

Nimmt man den Lichtnahrungsprozess ernst, dann ist, wer an Unterernährung stirbt, in seiner spirituellen Entwicklung leider noch nicht genug fortgeschritten, um auf Prana- Nahrung umzusteigen. Pech für die Kinder in Somalia. Aber das ist dann wohl aus esoterischer Sicht karmisch bedingt und hat auch seine Richtigkeit.

Die Zukunft hält für die Lichtesser allerdings einige Chancen bereit. Bestimmt lässt sich ein Pflanzengen finden, das für die Photosynthese verantwortlich ist, und das sich in potenzielle Lichtesser implementieren lässt.

Bis die Prana-Genforschung soweit ist, können Interessierte schon mal Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Chlorophyll zu sich nehmen. Achtung: Bei Überdosierung kann es zu Grünfärbung kommen, aber das wäre ja schon ein guter Anfang…..

Siehe auch:

Chlorophyll zur Entschlackung und Entgiftung?

P.S.:

Es wimmelt von abgehobenen esoterischen Vorstellungen, die irgendein sich berufen fühlender Mensch erfunden hat und nun in die Welt hinaus posaunt, um die Menschheit zu retten. Auch im Bereich Alternativmedizin / Komplementärmedizin.

Ich halte einen kritischen Umgang mit solchen Erlösungsphantasien für sehr angebracht.

Dazu ein Zitat von Erich Fromm:

„Da das meiste, was wir hören oder in den Zeitungen lesen, zu Tatsachen verzerrte Interpretationen sind, ist es weitaus am besten, äusserst skeptisch zu sein und von der Annahme auszugehen, dass der grösste Teil von dem, was wir hören, wahrscheinlich eine Lüge oder Verzerrung ist. Wenn dies zu hart und zynisch klingt, so möchte ich beifügen, dass ich dies nicht ganz wörtlich meine. Dennoch möchte ich betonen, dass diese Einstellung viel gesünder ist, als vom Gegenteil auszugehen, nämlich zu meinen, die Leute sagen die Wahrheit, ausser man kann das Gegenteil beweisen. Vielleicht klingt meine Empfehlung weniger menschenfeindlich, wenn ich betone, dass es um den Wahrheitsgehalt von Aussagen geht und nicht um die Frage, ob jemand lügt oder nicht. Aber erwiesenermassen glauben die meisten Menschen, deren Aussagen unwahr oder halbwahr sind, dass sie wirklich die Wahrheit sagen – oder zumindestens überreden sie sich selbst dazu.“

(aus: Erich Fromm; Vom Haben zum Sein, Beltz 1989, S. 62)

Siehe auch:

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

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Wie giftig ist Doldiger Milchstern / Star of Bethlehem

Mittwoch, Mai 2nd, 2012

Vor kurzem wurde ich an einem Vortrag gefragt, wie giftig der Doldige Milchstern sei und ob die daraus hergestellten Bach-Blütentropfen bedenkenlos eingenommen werden könnten.

Der Doldige Milchstern (Ornithogalum umbellatum) enthält insbesondere in der Zwiebel zahlreiche Cardenolide. Das dominierende Glykosid, mit 0,04% in der getrockneten Zwiebel, ist Convallatoxin, welches auch im Maiglöckchen (Convallaria majalis) zu finden ist und auf das Herz wirkt.

Doldiger Milchstern (Foto auf Wikipedia) ist daher als Giftpflanze zu betrachten.

Als Bach-Blütenessenz Star of Bethlehem (Stern von Bethlehem) wird Doldiger Milchstern gegen Nachwirkungen eines Schocks empfohlen.

Da Bachblüten keine Wirkstoffe enthalten sind keine unerwünschten Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten zu befürchten. Allerdings gibt es auch keine fundierten Hinweise auf eine spezifische Wirkung gegen „Schock“.

Der Begriff Schock ist in diesem Zusammenhang im übrigen irreführend. Er „bezeichnet in der Medizin ein lebensbedrohliches Zustandsbild, bei dem die Blutzirkulation in den Kapillaren vermindert ist. Als Folge treten eine Sauerstoffunterversorgung der Gewebe und in letzter Konsequenz Stoffwechselstörungen auf.

Ursache ist eine absolute oder relative Verminderung des zirkulierenden Blutes. Ersteres tritt nach Blut- oder Flüssigkeitsverlust auf, letzteres bei einem Versagen der Kreislaufregulation in der Körperperipherie, etwa bei Blutvergiftung oder allergischen Reaktionen vom Soforttyp (Anaphylaxie). Auch wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut in die Peripherie zu pumpen, kann es zum Schock kommen.

Die Folgen einer extremen psychischen Belastung werden im Gegensatz zur Umgangssprache in der medizinischen Fachsprache nicht als Schock bezeichnet, sondern als Akute Belastungsreaktion.“

(Quelle: Wikipedia)

Im Umfeld der Bach-Blüten wird unter Schock eher ein Schreck verstanden oder ein Psychotrauma. Solche Reaktionen klingen typischerweise nach der akuten Phase von selbst wieder ab. Jedes Heilmittel, das in dieser Phase zur Anwendung kommt, wird daher eine grosse Erfolgsquote haben, einfach wegen dem natürlichen Verlauf der Dinge. Rechnet man mit dem Placeboeffekt und dem spontanen Verlauf einer Schreckreaktion, so ist die Wirksamkeit der angewendeten Heilmittel ohne Doppelblindstudie nicht beurteilbar.

Doldiger Milchstern / Star of Bethlehem ist Bestandteil der Bachblüten-Notfalltropfen (zusammen mit Rock Rose, Impatiens, Cerry Plum, Clematis).

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Blick ins Pflanzenlexikon: Schafgarben

Sonntag, April 22nd, 2012

Die Schafgarben (Achillea) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr botanischer Name Achillea leitet sich von dem griechischen Helden Achilles ab, von welchem behauptet wird, dass er mit dieser Pflanze Wunden behandelt habe. Pflanzenarten aus der Gattung „Schafgarben“ finden als Heilpflanzen Verwendung. In China wurden Schafgarbenstängel zu Orakelzwecken verwendet, um Hexagramme zu bestimmen (I Ging).

Die Gattung Schafgarbe umfasst etwa 115 – 200 Arten. In der Schweiz sind es 9 Arten.

Wichtige Beispiele:

Gemeine Schafgarbe (= Gewöhnliche Schafgarbe, Achillea millefolium)

Achillea millefolium ist diejenige Schafgarbenart, die bei uns als Heilpflanze verwendet wird (Foto auf Wikipedia)

Nimmt man es botanisch genauer, kann man noch 6 Kleinarten unterscheiden, die sich auch im Wirkstoffgehalt unterscheiden können.

Schafgarbenkraut enthält Sesquiterpenlacone (Bitterstoffe), ätherisches Öl (je nach Kleinart mit Proazulenen, wie sie auch im Kamillenöl vorkommen) und Flavonoide.

Schafgarbe ist ein pflanzliches Bittermittel, das hauptsächlich innerlich bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen angewendet wird, vor allem als Schafgarbentee oder Schafgarbentinktur.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird Schafgarbentee auch angewendet bei Menstruationskrämpfen (Dysmenorrhoe).

Mit den Schafgarbenblättern lässt sich Wolle gelb oder braun färben. Junge Blätter sind als Wildsalat oder Wildgemüse verwendbar.

In früheren Zeiten dienten Schafgarbenblätter ausserdem als Ersatz für Muskat, Zimt, Tabak oder sogar Hopfen.

Schafgarbe ist für Wildpflanzengärten geeignet. Sie ist für Insekten bis in den Herbst hinein eine gute Nahrungsquelle.

Grossblättrige Schafgarbe (Achillea macrophylla)

Die Großblättrige Schafgarbe wächst in sickerfrischen Hochstaudenfluren und Gebüschen der subalpinen Stufe. Die Art ist nährstoffanspruchsvoll und meidet Kalkböden.

Schwarzrandige Schafgarbe ( = Hallers Schafgarbe, Achillea atrata)

Die Schwarzrandige Schafgarbe gehört zu den Alpenblumen und wächst auf Kalk.

Moschus-Schafgarbe (Achillea erba-rotta)

Sie bevorzugt steinige, saure Böden zwischen 1500 und 3400 m ü.M. Moschus-Schafgarbe enthält Bitterstoffe wie Ivain, Moschatin, Achillein, Harzsäure und das stark aromatische, pfefferminzähnliche Ivaöl.

In der Volksheilkunde der Bergregionen wird die Pflanze bei Appetitlosigkeit, Erkrankungen von Magen, Darm und Leber, bei Nervenschwäche und äußerlich als Wundmittel verwendet. „Iva“, der romanische Volksname der Moschus-Schafgarbe, leitet sich vom lat. abigere = abtreiben her und deutet auf eine Verwendung als Abortivum (Abtreibungsmittel). In der Schweiz wird daraus seit über 100 Jahren ein Alpen-Kräuterlikör, der sogenannte „Ivabitter“ oder Iva-Schnaps hergestellt.

Sumpf-Schafgarbe (Bertram-Schafgarbe, Achillea ptarmica)

Sie wächst auf feuchten Wiesen, an Gräben und Ufern.

Eine gefüllte Form mit weissen Blüten ist in manchen Gegenden charakteristisch für alte Bauerngärten.

Gelbe Schafgarbe (Achillea tomentosa)

Sie wächst auf Trockenrasen und in Felsensteppen (z. B. Lötschberg Südrampe).

Wenn Sie Pflanzen (natürlich auch Schafgarbenarten) und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

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Pistazien als Potenzmittel?

Mittwoch, April 18th, 2012

Pistazien seien gut für die Potenz und positiv für die Blutfettwerte. Zu diesem Resultat kommt eine kleine türkische Studie.

An der Studie zur Behandlung von Potenzstörungen nahmen 17 verheiratete Männer teil, die seit mindestens einem Jahr unter einer erektilen Dysfunktion litten. Während drei Wochen assen die Teilnehmer 100 g Pistazien täglich, berichtete Professor Dr. Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf.

Beim Start der Studie und am Ende ermittelten die Wissenschaftler den International Index of Erectile Funktion (IIEF) und untersuchten den Penis mittels Farbdoppler. Vor der Pistaziendiät lag der mittlere IIEF-15-Wert bei 36, nach der dreiwöchigen Behandlung war er auf 54,2 gestiegen. Die Penisdurchblutung verstärkte sich in ähnlichem Maß.

Pistazien reduzieren Gesamtcholesterin und LDL

Gleichzeitig sanken die Werte für Gesamtcholesterin und LDL signifikant, während der HDL-Wert anstieg. Es handelt sich zwar um eine unkontrollierte Studie, deren Resultate mit Vorsicht zu genießen sind, schränkte der Experte ein. Aber auch aus anderen Studien ergeben Hinweise auf günstige Effekte von Pistazien auf den Stoffwechsel.

Man könne daher den Patienten auf jeden Fall zum Genuss dieser Steinfrüchte des Pistazienbaumes raten. Sollten die Pistazien für die Potenz nicht bringen, darf man jedenfalls auf klinische Verbesserungen bei Blutlipiden und Blutglukose hoffen.

Quelle:

http://www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/pistazien-gut-fuer-die-potenz.html?no_cache=1

Diabetes-Update, Mainz, 2012

Kommentar & Ergänzung:

Eine Studie mit so wenigen Teilnehmern und ohne Kontrollgruppe ist tatsächlich nur von geringer Aussagekraft. Es stimmt aber schon, was der letzte Abschnitt aussagt: Im Gegensatz zu vielen als Naturheilmittel vermarkteten Potenzmitteln kann man von den Pistazien sagen, dass sie zumindestens ein gesundes Nahrungsmittel sind, wenn man sie in die tägliche Ernährung einbaut.

Wenn ein gewohnter, ungesunder Snack durch Pistazien ersetzt wird, ist das alleweil besser. Allerdings enthalten 100g Pistazien 651 kcal und sind daher energiereicher als Schokolade. Das entspricht mehr als einem Viertel des Tagesbedarfs eines erwachsenen Menschen.

Siehe aber auch:

Pistazien als Hilfe zur Gewichtskontrolle?

Gewohnt reisserisch wurde die türkische “Potenzstudie” im Boulevardblatt Blick kommentiert:

“Pistazien machen Männer scharf. Es muss nicht immer Viagra sein: Auch Pistazien wirken als Aphrodisiakum – sagt eine neue türkische Studie.”

Quelle: http://www.blick.ch/erotik/pistazien-machen-maenner-scharf-id1767158.html

Das ist total falsch: Weder Viagra noch Pistazien machen “scharf”. Sie steigern eben gerade nicht die sexuelle Erregung, sondern – jedenfalls bei Viagra – die Durchblutung. Und sollten Pistazien das auch bewirken, so ist dieser Effekt langsamer und schwächer als bei Viagra, das einen raschen Wirkungseintritt hat und im Gegensatz zu Pistazien mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden ist.

Pistazien und Viagra haben ein Wirkungsprofil, das ganz und gar nicht ähnlich ist. Aber eine reisserische Schlagzeile muss sein. Das treibt den Kioskverkauf in die Höhe.

Zur Pistazienforschung hier ein paar Infos aus Wikipedia:

„Anfang Dezember 2009 wurde bekannt, dass eine Ernährung mit täglich ein bis zwei Handvoll Pistazien dazu beitragen kann, das Risiko von Lungenkrebs zu reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung (American Association for Cancer Research, AACR).

Forscher der Universität von Toronto haben herausgefunden, dass beim gleichzeitigen Verzehr von einer Handvoll Pistazien und kohlenhydrathaltiger Lebensmittel wie etwa Weißbrot die Pistazien den Anstieg des Blutzuckerspiegels gemindert haben. Auch wurden so Hunger stimulierende Hormone reduziert. So bleibt der Appetit kontrollierbar.

Pistazien sind reich an Ballaststoffen. Pistazien in der Schale haben einen zusätzlichen Vorteil für die Gewichtskontrolle, da sie die Verzehrzeit verlangsamen, weil sie erst geöffnet werden müssen. Studien haben gezeigt, dass das Sättigungsgefühl ungefähr 20 Minuten nach dem Verzehr eines Snacks eintritt. Durch den langsameren Verzehr der Pistazie wird die Zeit bis zum Sättigungsgefühl überbrückt.

Die meisten in Pistazien enthaltenen Fette sind sogenannte gute Fettsäuren. Sie tragen dazu bei, das Risiko einer Herzerkrankung zu mindern. Forscher der Pennsylvania State University in den USA haben herausgefunden, dass der Verzehr von ein bis zwei Handvoll Pistazien pro Tag zu einer Reduktion des schlechten LDL-Cholesterinspiegels um neun bis 12 Prozent führen kann.“

Und hier zur Kulturgeschichte der Pistazien:

„Pistazien gehören zu den ältesten blühenden Kulturpflanzen und sind heimisch im Nahen Osten. Wilde Pistazien (Pistacia atlantica oder P. khinjuk) wurden seit dem Natufien (Epipaläolithikum) gesammelt und unter anderem in Abu Hureyra (Syrien) nachgewiesen. Ein gezielter Anbau fand spätestens seit der Antike statt. Pistazien breiteten sich vom Nahen Osten auf das Mittelmeergebiet aus und wurden schnell zu einer geschätzten Delikatesse unter Königen, Reisenden und einfachem Volk gleichermaßen. Die Legende besagt, dass die Königin von Saba die Pistazien zu einem ausschließlich königlichen Nahrungsmittel ernannte und es dem einfachen Volk verbot, sie für den persönlichen Verzehr anzubauen. Nebukadnezar, König von Babylon, ließ angeblich Pistazienbäume in seinen Gärten pflanzen. Im 1. Jahrhundert n. Chr. soll Kaiser Vitellius sie in seiner Hauptstadt Rom eingeführt haben. Die Pistazie wurde als Färbemittel und Heilmittel für Beschwerden wie Zahnschmerzen bis hin zu Lebersklerose verwendet. Der hohe Nährwertgehalt und die lange Haltbarkeit haben die Pistazie auch zu einem unverzichtbaren Reisegut unter frühen Forschungsreisenden und Händlern gemacht. Zusammen mit Mandeln wurden Pistazien von Reisenden auf der antiken Seidenstraße zwischen China und dem Westen mitgeführt. In den 1880er Jahren wurden Pistazien für Einwanderer aus dem Nahen Osten nach Amerika importiert. Dem Rest der USA wurden sie ungefähr 50 Jahre später als Snack vorgestellt.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Gundelrebe / Gundermann

Dienstag, April 10th, 2012

Gundermann (Glechoma hederacea,  Gundelrebe), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Gundelrebe ist in Europa weit verbreitet und sehr häufig.

Foto auf Wikipedia

Gundelrebe wächst hauptsächlich in frischen, nährstoffreichen Säumen, Wäldern und Wiesen. Er entwickelt lange, niedrige Ausläufer, von denen aufrechte Blütensprosse aufsteigen. Die Bestäubung der Blüten geschieht meist durch Hummeln.

Als häufige Blütenbesucher kommen auch Schwebfliegen vorbei, die nur Pollen aufnehmen, da ihr Rüssel für den Nektar zu kurz ist, ausserdem Wollschweber der Gattung Bombylius, Käfer, Ameisen, sowie einige Schmetterlinge (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling).

Wegen der ätherischen Öle und der Bitterstoffe wurde der Gundermann früher als Gewürzpflanze genutzt. Diese Inhaltsstoffe bedingen jedoch auch seine Giftigkeit für viele Säugetiere, besonders Pferde und etliche Nagetiere. Vergiftungen beim Menschen sind unbekannt.

Gundelrebe als Heilpflanze

Die Pflanze enthält Flavonoide, Triterpenoide und Rosmarinsäure, denen eine entzündungswidrige Wirkung zugeschrieben wird. Genauere Untersuchungen fehlen jedoch.

Der Teeaufguss wirkt durch Gerbstoffe leicht stopfend bei Durchfall. Saponine und das ätherische Öl könnten schleimlösend wirken bei Husten.

Es gibt allerdings keine geklärten und belegten Wirkungen der Gundelrebe.

Bei den Germanen soll sie aber eine Zauberpflanze gewesen sein und ihr Auftreten an alten Gemäuern verband man mit dem Sitz von guten Hausgeistern. Im Althochdeutschen bezieht sich der Wortstamm „Gund“ auf Eiter, faulriechenden Ausfluss und Geschwür, wogegen der Gundermann angewendet wurde.

In der Volksmedizin wird die Pflanze innerlich empfohlen bei Durchfall, Magenkatarrh, Darmkatarrh leichten Erkrankungen der oberen Bronchien und zur symptomatischen Behandlung von Husten sowie als Diuretikum bei Blasensteinen und Nierensteinen.

In den alten Kräuterbüchern findet man darüber hinaus aber noch zahlreiche andere Anwendungsbereiche wie Keuchhusten, Ohrensausen, Halsbeschwerden, Heiserkeit, Lungenkatarrh, Kopfschmerzen, Stirnhöhenentzündung, Stress, Hysterie, Lungenkatarrh, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Gallensteine, Milzstörungen, Verstopfung, Bisswunden, Bluterguss, Muskelquetschungen….

Wir haben es hier mit einer Indikationslyrik zu tun, wie sie in der Volksmedizin oft vorkommt – und diese Auswahlsendung hätte es wie bei jeder Indikationslyrik nötig, gründlich überprüft zu werden.

Äusserlich wurde die Gundelrebe in der Volksmedizin vor allem angewendet zum Waschen von schlecht heilenden Wunden und Geschwüren und anderen Hautkrankheiten sowie bei Arthritis und Rheuma (in Italien).

In der chinesischen Medizin wird Gundelrebe zum Beispiel eingesetzt bei Karbunkel, Erysipel, Unterleibsschmerzen, Krätze, Skrofulose, ungleichmässiger Menstruation, Husten, Dysenterie, Gelbsucht.

Alle diese Anwendungsbereiche der Gundelrebe sind in ihrer Wirksamkeit nicht belegt und für viele Bereiche gibt es andere Heilpflanzen, deren Wirksamkeit besser dokumentiert ist. Daher wird die Gundelrebe heute seltener verwendet.

Gundelrebe als Gewürz

Vor allem die jungen Blätter der Gundelrebe sind aromatisch-würzig und können als Gemüse gekocht werden. Sie sind auch Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagsuppe zusammen mit beispielsweise: Guter Heinrich, Sauerampfer, Gänseblümchen, Brennnessel, Spitzwegerich, Vogel-Sternmiere (die Rezepte varieren).

Auf die Verwendung als Gewürzpflanze weißt auch der Volksname „Soldatenpetersilie“ hin. Gundelrebenblätter werden auch Salaten, Kräutersaucen und Kräuterbutter zugesetzt.

Bevor zu diesem Zweck der Gebrauch des Hopfens aufkam, wurde Gundelrebe in England zum Aromatisieren des Biers verwendet.

Und zu guter letzt: Schauen Sie sich die Gundelrebenblüte mal von der Nähe an. Die ist nämlich wirklich ein Bijou.

Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Knoblauchhederich / Knoblauchrauke

Samstag, April 7th, 2012

Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), auch Knoblauchskraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie ist in Europa weit verbreitet. Die deutschen Namen beziehen sich auf den Knoblauchduft, der beim Zerreiben der Blätter entsteht.

Knoblauchrauke ist eigentlich eine Pflanzenart der Laubwälder, gedeiht jedoch besonders gut in Gebüschen und Hecken sowie an Mauern und Wegrainen, in Gärten und auf Schuttplätzen (Ruderalstellen). Sie befindet sich dort oft in der Gesellschaft von Brennnesseln. Wie die Brennnessel schätzt der Knoblauchhederich frische, stickstoffreiche Lehmböden. Heute ist die Pflanze häufig auch in schattigen Parkanlagen und in Gehölzen im städtischen Raum zu finden.

Foto bei Wikipedia

Knoblauchhederich ist ein Frühblüher (April), doch dauert die Blühzeit bis in den Juli.

Der Knoblauchhederich bietet den Nektar, der sich an der Basis der Blüte sammelt, frei zugänglich an. Dadurch kommen neben Bienen auch die kurzrüssligen Fliegen und Schwebfliegen zum Nektar. Als Bestäuber wirken unter anderem Frühjahrsmücken (Bibio).

Knoblauchhederich als Nahrungsquelle für Schmetterlinge

Der Tagfalter Waldbrettspiel (Pararge aegeria) saugt gern am Nektar des Knoblauchhederichs. Er dient auch dem Aurorafalter (Anthocharis cardamines) als Nektarpflanze und zugleich neben dem Wiesenschaumkraut dessen Raupen als Futterpflanze. Als Futterpflanze nutzt  außerdem der stark gefährdete Mehlfarbene Raukenspanner (Lithostege farinata) den Knoblauchhederich. Die Raupen der Achateule (Phlogophora meticulosa) und des Grünader-Weißlings (Pieris napi)ernährend sich polyphag von der Knoblauchsrauke, das heisst, sie fressen noch viele andere Pflanzen.  Oligophag sind die Raupen des Kreuzblütler-Blattspanners (Xanthorhoe designata) und Gemeinen Blattspanners(Xanthorhoe fluctuata) auf Knoblauchhederich angewiesen.

Knoblauchrauke – eine alte Heilpflanze

Die Knoblauchrauke enthält Glukosinolate (Senfölglykoside), wie andere Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), insbesondere Sinigrin und geringe Mengen Glucotropaeolin. Die Wirkung der Pflanze ist bisher nicht gründlich geklärt worden. In der traditionellen Pflanzenheilkunde  wurde sie bei Erkältungskrankheiten sowei bei Rheuma und Gicht angewendet, sowie äusserlich als frisch zerquetschtes Kraut bei schlecht heilenden Wunden und Geschwüren. Senfölglykoside haben breite antimikrobielle Wirkungen.

Knoblauchrauke als Gewürz

Im Mittelalter wurde die Knoblauchsrauke mit ihrem pfeffrig-knoblauchartigen Geschmack hauptsächlich von der ärmeren Bevölkerung genutzt, die sich die teuren Gewürze nicht leisten konnte. Knoblauchrauke wurde im Mittelalter aus diesem Grund sogar in Gärten angebaut. Zum Essen werden die Blätter zwischen April und Juni gesammelt. Beim Kochen verflüchtigt sich jedoch der pfeffrig-knoblauchartige Geschmack. Knoblauchsrauke muss deshalb Speisen in rohem Zustand beigegeben werden. Die Wildkräuterküche hat die Knoblauchsrauke wiederentdeckt und mischt die feingehackten Blätter in Salatsoßen und Quark- oder Frischkäsemischungen. Die geschmacksintensiven Blüten werden verwendet, um salzige Sorbets und Salate zu dekorieren. Auch die Samen können zum Würzen verwendet werden.

In Frankreich wird Knoblauchhederich als Salatpflanze genutzt.

Sie eignet sich für Wildpflanzengärten, breitet sich aber aggressiv aus.

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