Artikel mit Schlagwort ‘Wikipedia’
Dienstag, Januar 31st, 2012
Bei einer Apfelallergie im Zusammenhang mit einer Birkenpollen-Allergie lässt sich durch allmählich erhöhten Konsum von Äpfeln eine Toleranz erzeugen. Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Studie, die in der Fachzeitschrift Allergy (2012; 67: 280-285) publiziert wurde.
Von 40 Birkenpollen-Allergikern mit Apfelallergie verzehrten 27 täglich 1 bis 128 g Apfel – wobei der Konsum alle zwei bis drei Wochen verdoppelt wurde. Die anderen Probanden blieben unbehandelt.
Nach acht Monaten konnten 17 der 27 Patienten in der Interventionsgruppe eine Apfelmenge von mindestens 128 g vertragen, ohne Symptome zu entwickeln, jedoch keiner der Patienten in der unbehandelten Kontrollgruppe.
Quellen:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/allergien/article/803205/apfel-taeglich-allergie-bessert.html?sh=2&h=-299409981
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1398-9995.2011.02744.x/abstract
Kommentar & Ergänzung:
Das kombinierte Auftreten einer Birkenpollen-Allergie mit einer Apfelallergie ist eine Kreuzallergie, die nicht selten auftritt.
Von einer Kreuzallergie (Kreuzreaktion) ist die Rede, wenn Immunglobulin E-Antikörper, die gegen ein bestimmtes Allergen in einer bestimmten Allergenquelle gerichtet sind, auch andere Allergene in anderen Allergenquellen erkennen und somit auch bei Kontakt mit diesen anderen Allergenquellen eine allergische Reaktion auslösen können.
„Ein Beispiel ist das oral allergy syndrome (OAS) bei Birkenallergikern. Hier können IgE-Antikörper, die gegen das Hauptallergen im Birkenpollen, Bet v 1, gerichtet sind, ein ähnliches Protein im Apfel, Mal d 1, erkennen. Das führt dazu, dass Birkenpollenallergiker beim Verzehr von Äpfeln allergische Symptome, wie Anschwellen, Rötung und Juckreiz der Mundschleimhaut, erfahren können, obwohl sich ihre ursprüngliche überschießende Immunantwort nicht gegen das Apfel-Antigen richtet, sondern gegen das Hauptallergen Bet v 1 in Birkenpollen.“
(Quelle: Wikipedia)
Bei der Birkenpollen-Allergie gibt es bekannte Kreuzreaktionen mit
- Pollen von Hasel, Erle, Eiche, Buche, Esche, Sellerie / Beifuß;
- Nahrungsmittel wie Mandeln, Karotten, Nüsse (v.a. Haselnüsse; Walnüsse; Paranuss);
- Frischobst wie Kernobst und Steinobst: Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Aprikosen, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Zwetschgen / Pflaume, Kirschen, Mirabelle, Nektarine, Jack Frucht;
- selten ausserdem: Tomaten (roh), Kartoffeln (roh), Kräuter / Gewürze, Kiwi, Litschi und Avocado, Sellerie;
- vielen verschiedenen Gewürzen.
(Quelle: Wikipedia)
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
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Tags: Allergen, Allergene, Allergenquelle, Allergenquellen, allergische Reaktion, Anschwellen, Antigen, Antikörper, Apfel, Apfel-Antigen, Apfelallergie, Aprikosen, Avocado, Beifuss, Bet v 1, Birkenpollen, Birkenpollen-Allergie, Birnen, Brombeere, Buche, Eiche, Erdbeere, Erle, Esche, Fachzeitschrift, Frischobst, Gesundheitsberufe, Gewürze, Haselnüsse, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Himbeere, IgE-Antikörper, Immunantwort, Immunglobulin E, Immunglobulin E-Antikörper, Jack Frucht, Juckreiz, Karotten, Kartoffeln, Kernobst, Kirschen, Kiwi, Klinik, Kräauter, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Kreuzallergie, Kreuzreaktion, Kreuzreaktionen, Litschi, Mal d 1, Mandeln, Mirabelle, Mundschleimhaut, Nahrungsmittel, Naturheilkunde, Nektarine, Nüsse, OAS, oral allergy syndrom, Palliative Care, Paranuss, Pfirsiche, Pflaume, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Pollen Hasel, Protein, Rötung, Schmerzen, Schweiz, Sellerie, Spitex, Steinobst, Studie, Symptome, Tomaten, Walnüsse, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Zürich, Zwetschgen
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Montag, Januar 30th, 2012
Menthol kommt in Pflanzen der Gattung Mentha (Minzen) vor. Es ist der Hauptbestandteil im ätherischen Öl der Pfefferminze (Mentha piperita, Lamiaceae). Menthol wird synthetisch hergestellt oder aus der japanischen Minze (Mentha arvensis var. piperascens) gewonnen.
Menthol wird in zahlreichen Präparaten eingesetzt, die bei Schnupfen „Luft“ geben sollen. Interessant daran ist, dass nicht wirklich mehr Luft durch die Nase geht, sondern nur die Empfindung einer freieren Nase ausgelöst wird.
„Pharmawiki“ beschreibt diesen Effekt so:
„Bei Schnupfen und verstopfter Nase in Form von Inhalierstiften, Nasenmitteln oder Erkältungsbalsamen. Menthol löst bei der Inhalation ein Frischegefühl in der Nase aus und hat einen subjektiv (aber nicht objektivierbaren) befreienden Effekt. Es sollte nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern angewendet werden, da dies zu einem Atemstillstand führen kann.“
Quelle:
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Menthol
Kommentar & Ergänzung:
Menthol reizt die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut, wodurch der Eindruck entsteht, dass die Nase freier wird:
„Es wirkt am Kälte-Menthol-Rezeptor (TRPM8), daher hat Menthol einen (scheinbar) kühlenden Effekt beim Auftragen auf die Haut, die Körpertemperatur wird jedoch nicht beeinflusst. Diese Wirkung ist vergleichbar mit der von Capsaicin (scheinbar heißer Effekt).“
(Quelle: Wikipedia)
Menthol wird auch eingesetzt als Lokalanästhetikum bei Juckreiz.
Menthol bzw. Pfefferminzöl bewähren sich auch bei Spannungskopfschmerzen.
Weiteres zu Menthol:
Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen
Hilft Menthol gegen medikamenteninduzierte Polyneuropathie bei Chemotherapie?
Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd
Menthol & Kampfer – warum nicht zusammen mit Homöopathie?
Schnupfen: Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Latschenkiefernöl
Spannungskopfschmerzen lindern mit Pfefferminzöl oder Tigerbalsam
Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom
Pflanzenheilkunde: Pfefferminze lindert Übelkeit
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, Januar 27th, 2012
Arnika (Arnica montana) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen. Sie wird vor allem eingesetzt als Arnikagel / Arnikasalbe oder als (verdünnte) Arnikatinktur.
Folgende Anwendungsbereiche gelten in der Phytotherapie als anerkannt:
„Zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen, z.B. bei Hämatomen, Distorsionen, Prellungen, Quetschungen, Frakturödemen; außerdem bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden. Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachenraum; Furunkulose und Entzündungen als Folge von Insektenstichen; oberflächliche Venenentzündung (Kommission E); äußerlich bei Blutergüssen Verstauchungen und Entzündungen infolge von Insektenstichen; bei Mundschleimhautentzündungen, aphthenartigen Geschwüren; zur symptomatischen Behandlung von rheumatischen Beschwerden (ESCOP).“
Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/arnika.php
Kommentar & Ergänzung:
Arnika gehört zu den bekanntesten Alpenpflanzen und wächst auf sauren Böden.
Eine gute Übersicht zu den Wirkungen von Arnika gibt Wikipedia:
„Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei Hildegard von Bingen. Bei der von ihr als „Wolfsgelegena“ bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika tatsächlich bei Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Das Anwendungsspektrum war weit gefächert, neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen wurden auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behandelt. Außerdem fand eine Verwendung als Analeptikum und Stimulans statt. Häufig wurde es auch missbräuchlich als Abortivum benutzt.
Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet. Die Anwendung ist dabei zugelassen und klinisch belegt.
Bei der äußeren Anwendung wird am häufigsten eine (alkoholische) Tinktur hergestellt. Hierbei gehen die meisten Sesquiterpenlactone in Lösung. Auf Wasserbasis kann man auch einen wässrigen Auszug verwenden, bei dem 75 % der Sesquiterpenlactone in Lösung gelangen. Tinkturen bzw. Auszüge zur äußeren Anwendung wirken antimikrobiell und antiphlogistisch. Arnika-Salben bzw. Arnika-Gele können auch bei Veneninsuffizienz einen therapeutischen Effekt erzielen.
Da die innere Anwendung nicht zugelassen ist, wurden sehr viele Teepräparate vom Markt genommen. Nur zur äußeren Anwendung sind diese erlaubt, wenngleich nicht zum Dauergebrauch. Hierbei wurden Arnikablüten mit kochendem Wasser überbrüht und ausgesiebt. Heutzutage ist die Teebereitung indes nicht mehr so gebräuchlich.
Besonders in der Homöopathie werden Arnika-Potenzen häufig bei Blessuren eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten keinen Nutzeffekt dieser Präparate feststellen.“
(Quelle: Wikipedia)
Mit „Arnika-Potenzen“ sind homöopathische Globuli gemeint. Erkennbar sind diese Produkte an den Verdünnungsstufen, die dem Namen “Arnica” folgen. Also zum Beispiel Arnica D6, Arnica C30, Arnica C200.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Montag, Januar 16th, 2012
Das schreibt die Boulevardzeitung „Krone“ und rät ihren Leserinnen und Lesern:
„Von wegen Unkraut! Um überschüssigen Kilos den Kampf anzusagen, empfiehlt sich nämlich Brennnessel-Tee. Er enthält Mineralsalze, Kiesel- und Essigsäure sowie Vitamin E und treibt Giftstoffe aus dem Körper. Einen gehäuften Teelöffel Brennnesselblätter (gibt’s in der Apotheke) mit kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Drei Mal täglich eine Tasse trinken und schon werden die Kilos purzeln.“
Quelle:
http://www.krone.at/Gesund-Fit/Beauty-Elixier_Tee_So_schoen_machen_Rooibos_und_Co.-Rundum_gepflegt-Story-308056
Kommentar & Ergänzung:
Eine glatte Lüge, dieser Ratschlag mit den purzelnden Kilos. Und Brennnesseltee enthält tatsächlich Essigsäure?
Beeindruckend. Kann ich damit vielleicht auch gleich die Blutgefässe entkalken? 100%ig korrekt ist hingegen, dass Brennnessel Vitamin E enthält – in den Brennnesselsamen. Aber wo kommen wir denn hin, wenn wir solche Unterscheidungen machen. Die Welt ist ja sonst schon komplex genug. Und welche Giftstoffe soll die Brennnessel denn genau aus dem Körper treiben? Und was mach ich dann mit den ausgeschiedenen Giftstoffen? Doch nicht etwa ins Klo?
Gar auf die Sondermülldeponie? – Schliesslich kommen da ja mehrere Kilos Giftstoffe zusammen, wenn die Kilos wirklich purzeln sollen.
Im Ernst: Brennnesseltee hat eine leicht harntreibende Wirkung. Genauer gesagt, wird dank Brennnesseltee mehr Wasser ausgeschieden. Und daraus folgt: Je mehr Brennnnesseltee man trinkt, desto mehr Wasser geht weg.
Erleichtert wird man dadurch kein Gramm.
Der Ratschlag der Kronenzeitung ist eine einzige Verarschung.
Um Missverständnissen vorzubeugen, sei aber noch erwähnt, dass ich gar nichts gegen Brennnesseltee habe und auch keinesfalls ein Brennnessel-Feind bin. Bewahre!
Nur solche völlig hohlen Versprechungen, die finde ich gar nicht nett.
Vertiefende Informationen zur Entschlackologie:
Mit Heilfasten und Entschlackungskuren ins Neue Jahr 2012
Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungskur
Unsinnig und Irreführend: Sidroga® Wellness Entschlackungstee
Fasten und Entschlacken
Entschlackung – unnötig und ungesund
Entgiften und Entschlacken – Höchst fragwürdige Versprechungen
Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion
Die Kronen-Zeitung hat übrigens ihren Leserinnen und Lesern schon einmal wirre Brennnessel-Entschlackungsfantasien vorgesetzt:
Frühjahrskur mit Brennnessel – Fragwürdige Tipps der Kronen-Zeitung
Der „Kurier“ ist aber auch nicht besser:
Begriffssalat um Schulmedizin Komplementärmedizin – Alternativmedizin
Reiner Zufall, dass es sich da um zwei Zeitungen aus unserem östlichen Nachbarland Österreich handelt. Ich schwörs! Ich habe auch gar nichts gegen Österreich…..
Und nun zur „Ehrenrettung“ der Brennnessel:
1.) Hinweise aus der Phytotherapie-Forschung deuten auf günstige Effekte von Brennnesselmus bei Rheuma hin aufgrund einer entzündungshemmenden Wirkung:
Brennnesselkur gegen Rheuma
2.) Die von der Kronen–Zeitung empfohlene Brennnessel-Anwendung ist nach gegenwärtigem Wissensstand harmlos und ohne Nebenwirkungen.
3.) Ich finde, wir sollten im Umgang mit der Natur und den Pflanzen nicht immer nur unseren eigenen Nutzen im Kopf haben.
Am wichtigsten sind Brennnesseln nämlich für Schmetterlinge:
„Für die Raupen von rund 50 Schmetterlingsarten sind bestimmte Brennnessel-Arten eine Futterpflanze.
Die Schmetterlingsarten Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs (auch als Nesselfalter bekannt), Silbergraue Nessel-Höckereule, Dunkelgraue Nessel-Höckereule, Brennnessel-Zünslereule (Hypena obesalis) und das Landkärtchen sind dafür sogar auf die Brennnessel angewiesen, andere Pflanzen kommen für diese Arten nicht in Betracht (Monophagie). Trotzdem scheinen sich diese Schmetterlingsarten kaum gegenseitig Konkurrenz zu machen, denn sie bevorzugen jeweils andere Wuchssorten der Brennnessel oder sind relativ selten.“
Quelle: Wikipedia
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Donnerstag, Dezember 29th, 2011
Der Konsum von Lebensmitteln mit Mohnsamen könne für manche Menschen, zum Beispiel Kinder, aufgrund von Opiumalkaloiden gesundheitlich bedenklich sein. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren eines Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Eindeutige Verzehrempfehlungen gibt die Behörde jedoch nicht. Mohnsamen selbst enthalten gemäss Mitteilung der EFSA keine Opiumalkaloide. Sie können aber durch Schädlinge oder Kontakt mit dem Saft der Pflanze während der Ernte kontaminiert sein. Die Verarbeitung wie Waschen, Einweichen, Mahlen und Kochen reduziert den Alkaloidgehalt um bis zu 90 Prozent.
Nach Einschätzung der Behörde liegt die akute Referenzdosis, ab der gesundheitliche Wirkungen auftreten können, bei 10 Mikrogramm Morphin pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert kann beim Konsum von Lebensmitteln mit großen Mengen kontaminierter Mohnsamen erreicht werden. In geringen Mengen, beispielsweise als Verzierung auf Brot und Gebäck, seien Effekte vor allem bei kleinen Kindern möglich, jedoch selten.
Das Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM), welches das Gutachten erarbeitet hat, gibt zu bedenken, dass nur begrenzt Daten zum Konsum und zu den in Lebensmitteln enthaltenen Mengen zur Verfügung stehen. Klare Empfehlungen gibt die EFSA deshalb nicht.
doi: 10.2903/j.efsa.2011.2405
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=40359&Nachricht_Title=Nachrichten_Wie+stark+wirken+Lebensmittel+mit+Mohn%3F&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Diese Meldung hat mich erstaunt, da ich bisher davon ausging, dass Alkaloide wie Morphin, Codein oder Papaverin in Mohnsamen allenfalls in irrelevanten Spuren vorkommen.
Aber auch bei Wikipedia ist ein möglicher Morphingehalt der Mohnsamen ein Thema:
„ Opiate
Da in Schlafmohnsamen geringe Mengen an Opiaten enthalten sind, wurde der Verzehr von mohnsamenhaltigen Nahrungsmitteln in deutschen Gefängnissen untersagt, da dieser bei Urinproben auf Opiate zu positiven Resultaten führen kann und nicht unterschieden werden kann, ob die Alkaloide durch Rauschgiftkonsum oder den Verzehr der genannten Nahrungsmittel aufgenommen wurden.
In Deutschland sind nur zwei Sorten (‘Zeno morphex’ und ‘Mieszko’) mit einem sehr niedrigen Morphingehalt zum genehmigungspflichtigen Anbau zugelassen. In Österreich ist der Anbau von Schlafmohn völlig legal und blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Bekannt ist der Waldviertler Grau- und Blaumohn der sich in vielen Rezepten der österreichischen Mehlspeisküche, aber auch in unzähligen Regalen von Lebensmittelmärkten wiederfindet. Es wird heute aber auch verstärkt Mohn aus anderen Ländern im Handel angeboten, dessen Morphingehalt aufgrund zum Beispiel unsauberer Erntemethoden stark erhöht sein kann. Aus diesem Grund sollte auf Verwendung von Mohn in Babynahrung verzichtet werden. Bei Mohnkuchen und Mohnbrötchen können die Opiate durch die Erhitzung im Ofen unschädlich gemacht werden.“
(Quelle: Wikipedia)
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich ausgiebig mit Mohnsamen befasst:
“Bei ‚Mohnsamen’ handelt es sich um die reifen Samen des Schlafmohns (Papaver somnife-
rum L.). Wegen ihres Gehaltes an fettem Öl und Protein werden sie im Lebensmittelbereich
zur Herstellung von Backwaren und Speiseöl verwendet. Aus den gleichen Pflanzen, aus
deren Kapseln die Samen geerntet werden, können Opium und seine Alkaloide gewonnen
werden. Als Opium bezeichnet man den eingetrockneten Milchsaft, der aus den unreifen
Kapseln gewonnen wird. Das bekannteste und bedeutendste Opiumalkaloid ist das Morphin.
Auch die Mohnsamen können Alkaloide enthalten, allerdings nur in Spuren.“
Das BfR beschreibt einen eindrücklichen Fall einer Vergiftung bei einem Säugling:
„Im April 2005 warnte das BfR in einer Pressemitteilung vor gesundheitlichen Schäden durch Backmohn: Eine Mutter hatte ein altes Hausmittel angewandt und ihrem sechs Wochen alten Säugling gegen seine Schlafstörungen die abgeseihte Milch von Backmohn gegeben. Das Kind wurde mit Atem- und Bewusstseinsstörungen in eine Klinik eingeliefert und dort wegen des Verdachts auf eine Opiat-Vergiftung behandelt. Im Urin wurden hohe Mengen der Alkaloide Morphin und Codein nachgewiesen. Das BfR wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass Backmohn aufgrund qualitativer Schwankungen unterschiedliche Mengen an Morphin und Codein enthalten kann. Vor diesem Hintergrund und nach Hinweisen auf die missbräuchliche Anwendung von Speisemohn zur Drogenherstellung hat das BfR zum Vorkommen von Morphin in Speisemohn eine gesundheitliche Bewertung durchgeführt und zu möglichen gesundheitlichen Risiken für den Verbraucher Stellung genommen.“
Alte Hausmittel sind nicht in allen Fällen harmlos…..!
Weitere Informationen des BfR hier.
http://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr_empfiehlt_vorlaeufige_maximale_taegliche_aufnahmemenge_und_einen_richtwert_fuer_morphin_in_mohnsamen.pdf
Dramatisieren würde ich die Sache trotzdem nicht. Ich jedenfalls esse weiterhin gerne Mohnbrötchen und Mohnkuchen….
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
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Tags: 2005, Alkaloide, Alkaloidgehalt, April, Atem, Babynahrung, Backmohn, Bewusstseinsstörungen, BfR, Blaumohn, Brot, Bundesinstitut für Risikobewertung, Codein, Deutschland, Drogenherstellung, EFSA, Ernte, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Exkursionen, fettes Öl, Gebäck, Hausmittel, Heilkräuter, Heilpflanzen, Kinder, Klinik, Körpergewicht, Kräuterwanderungen, Kurse, Mehlspeisküche, Mieszko, Milchsaft, Mohn, Mohnbrötchen, Mohnkuchen, Mohnsamen, Morphin, Morphingehalt, Morphinzufuhr, Nahrungsmittel, Naturheilkunde, Öaterreich, Opiat-Vergiftung, Opiate, Opium, Opiumalkaloide, Papaver somniferum, Papaverin, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Pressemitteilung, Protein, Rauschgiftkonsum, Säugling, Schädlinge, Schlafmohn, Schlafmohnsamen, Schlafstörungen, Schmerzen, Schweiz, Speisemohn, Speiseöl, Tradition, Urin, Urinproben, Vergiftung, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Wirkung, Wirkungen, Zeno morphex, Zürich
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Mittwoch, Dezember 28th, 2011
Das Magazin Focus publizierte eine Artikelreihe zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Naturheilmitteln. Hier der Abschnitt zum Thema Ingwer & Erkältungen:
„Ähnlich wie die Hühnersuppe ist auch der Ingwer ein Multitalent. Eine Tasse Ingwertee vertreibt den Schüttelfrost. Als Brust- oder Rückenwickel lockert er zähen Schleim und löst trockenen Husten. Seine ätherischen Öle lindern Schnupfen und Halsentzündungen. Und dank seines Inhaltsstoffes Gingerol, das eine ähnliche Wirkungsweise hat wie Aspirin, hilft er gegen Kopfschmerzen und Migräne.
Anwendung: Für die Wickel zwei Teelöffel frisch geriebenen Ingwer mit einem Viertelliter heißem Wasser (ca. 70 Grad) aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. Ein Tuch in dem Sud tränken und gut auswringen. Anschließend auf Brust oder Rücken legen, mit einem Schal festbinden und etwa eine Stunde wirken lassen. Zweimal täglich wiederholen.
Ingwertee: Wasser aufkochen, fünf Scheiben frischen geschälten Ingwer dazugeben und etwa 15 Minuten köcheln lassen. Nach Geschmack mit Honig süßen und möglichst heiß trinken.
Risiken und Nebenwirkungen: Vorsichtig anwenden während der Schwangerschaft.“
Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/tid-12543/sanfte-therapie-das-immunsystem-mobilisieren_aid_348252.html
Kommentar & Ergänzung:
Dass Ingwer bei Kopfschmerzen und Migräne ähnlich wirkt wie Aspirin ist etwas hoch gegriffen. Aber Ingwer ist tatsächlich eine Heilpflanze mit vielfältiger Wirkung. Entsprechend beliebt sind Ingwertee und Ingwerwickel.
Ingwer lindert nicht nur Erkältungskrankheiten, sondern auch verschiedene Verdauungsbeschwerden und Überkeit / Erbrechen beispielsweise bei Reisekrankheit (Kinetosen).
Siehe dazu:
Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen
Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit
Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen
Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen
Buchtipp: Ingwer – Gesundheit und Genuss, von Ralf Hiener und Heinz Schilcher
Ingwer lindert Muskelkater
Ingwer vermindert Muskelschmerzen
Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen
Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren
Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie
Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen?
Zu Gingerol:
„Gingerol ist eine wichtige geschmacksgebende Komponente des Ingwerrhizoms (Zingiber officinale). Ihr schreibt man besondere Bedeutung für dessen Schärfe zu.
Man vermutet zum einen, dass Gingerole, insbesondere die Shogaole, auf den Vaniloidrezeptor wirken und so eine anti-inflammatorische Reaktion auslösen. Es konnte gezeigt werden, dass die Scharfstoffe (Gingerol, Shogaol) einen spezifischen Einfluss auf das Interleukin-/Cytokinmuster haben. Anhand des Interleukin-/Cytokinmusters kann man unterschiedliche Reaktionen auf eine Krankheit sehen. Interessant werden diese Substanzen, um spezifische Immunsuppression durchzuführen. Dennoch ist es nach wie vor schwierig, konkrete Wirkungsmechanismen aufzuzeigen, da sie nicht nur einen Wirkungsort haben. Weiter konnte gezeigt werden, dass die Scharfstoffe die iNOS (inducable NO-Synthase) beeinflussen, was möglicherweise Auswirkungen auf die glatte Muskulatur hat und so eine Kontraktion oder Dilatation der Gefäße hervorruft.“
(Quelle: Wikipedia)
Zur Wirkung der erwähnten Hühnersuppe:
Hühnersuppe bei Erkältungen
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Dienstag, Dezember 27th, 2011
Xylitol-Kaugummis können das Risiko für Mittelohrentzündungen bei Kindern um bis zu 25 Prozent senken. Die Autoren eines neuen Cochrane-Reviews mit Daten aus Finnland fanden ausreichend Hinweise darauf, dass eine tägliche Dosis von 8,4 Gramm Xylitol eine akute Otitis media (Mittelohrentzündung) bei Kindern bis 12 Jahren verhindern kann, wenn sie nicht gleichzeitig unter einem Infekt der oberen Atemwege leiden. Die Wissenschaftler werteten in ihrem Review vier Studien mit mehr als 3000 Kindern aus, die finnische Tagesbetreuungsstätten besuchten. In den berücksichtigten Studien kauten die Kinder fünfmal täglich nach den Mahlzeiten zwei Stück Kaugummi jeweils während fünf Minuten. Mit Xylitol-haltigen Lutschtabletten und Sirupen ließen sich ähnliche Resultate erzielen.
Der Zuckeralkohol Xylitol wird normalerweise als Zuckerersatz für Diabetiker und als Süßungsmittel mit Antikarieswirkung eingesetzt. Darüber hinaus kann Xylitol jedoch auch die Anheftung von Bakterien wie Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae an Zellen des Nasen-Rachen-Raums reduzieren. Das haben In-vitro-Untersuchungen (Laborexperimente) gezeigt.
Schätzungen zufolge machen knapp zwei Drittel aller Kinder schon im ersten Lebensjahr eine akute Mittelohrentzündung durch. Bis zum Alter von drei Jahren sollen vier von fünf Kindern eine solche Erkrankung hinter sich haben. Die Folge ist oft der Einsatz von Antibiotika mit entsprechendem Risiko von Nebenwirkungen, Resistenzbildung und Kosten für das Gesundheitssystem.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=39991&Nachricht_Title=Nachrichten_Kaugummikauen+sch%FCtzt+Kinder+vor+Mittelohrentz%FCndung&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Xylitol ist eine vielfältig wirksame Substanz:
„Xylitol, auch Xylit (auch Birkenzucker genannt), sind Trivialnamen für Pentanpentol, einen Zuckeralkohol, der als Zuckeraustauschstoff (E 967) verwendet wird. Die Entdeckung geht auf den späteren Nobelpreisträger Emil Fischer zurück.
Die Besonderheit an Xylitol ist seine in verschiedenen klinischen Studien nachgewiesene kariostatische und antikariogene Wirkung. Auf einige Säugetiere, vor allem Hunde, wirkt Xylitol dagegen toxisch.“
(Quelle: Wikipedia)
Und zur medizinsichen Bedeutung von Xylitol:
„ Anti-kariogene Wirkung
Xylitol wurde Anfang der 1970er-Jahre als ein mögliches kariesreduzierendes Kohlenhydrat entdeckt. An der Universität Turku (Finnland) wurden in den Jahren 1972 bis 1975 zwei klinische Studien (bekannt als Turku-Zuckerstudien) durchgeführt, die eine hochsignifikante Reduktion von Karies belegen konnten.
In der ersten, einer zweijährigen Ernährungsstudie wurde Zucker (Saccharose) in allen Lebensmitteln durch Fructose bzw. Xylitol ersetzt. Insgesamt 115 Personen in insgesamt 3 Gruppen nahmen teil. Der Verzehr der Süßmittel belief sich auf 50 bis 67 g pro Tag. Nach der Studie konnte eine Kariesreduktion von 30 % bei Fructose und von über 85 % beim Einsatz von Xylitol ermittelt werden. Zum Vergleich wurde der sogenannte DMFS-Index herangezogen. Die Zunahme des Index war 7,2 in der Saccharose-Gruppe, bei 3,8 in der Fructose-Gruppe und 0,0 in der Xylitolgruppe.
Die zweite Studie wurde gestartet, als bei verschiedenen Probanden während der ersten Studie eine markante Reduktion der DMFS-Werte festgestellt wurden, d. h. dass sie eine sogenannte “Kariesreversion” aufwiesen, wobei bestimmte Kariesläsionen einen Wiedererhärtungsprozess durchgemacht hatten. Rund 100 Personen wurden in Saccharose- und Xylitolgruppen aufgeteilt. Die Süßmittel wurden im Zeitrahmen von einem Jahr in Kaugummis verabreicht, ca. 7 Gramm täglich pro Person. Im Vergleich zur Saccharosegruppe wurde bei den Xylitolprobanden eine Reduktion der Karieszuwachsrate um mehr als 82 % ermittelt. Der Kaueffekt konnte ausgeschlossen werden, da beide Gruppen die gleiche Menge Kaugummi konsumierten. Ein Fazit der Studie ist auch, dass bereits geringe Mengen an Xylitol ausreichen und eine komplette Umstellung des Süßmittels nicht notwendig ist.
Diese Effekte werden dadurch erklärt, dass die kariogenen Streptococcus mutans das Xylitol nicht verstoffwechseln können und damit absterben. Weiterhin werden sie auch daran gehindert, als Plaquebakterien an der Zahnoberfläche anzuheften. Als optimale Xylitolmenge wurden zwischen 5 und 10 Gramm pro Tag in mehreren Portionen ermittelt. Diese kann mittels Kaugummi oder Lutschpastillen aufgenommen werden.
Darüber hinaus regt Xylitol die Speichelproduktion an und fördert die Bildung von Komplexen mit Calcium und Speicheleiweißen in der Mundhöhle, was zu einer Remineralisation von Zahnhartsubstanz führt.
In einer weiteren Turku-Studie aus dem Jahr 2000 wurden die Wechselwirkungen zwischen Müttern, die regelmäßig xylitolhaltige Kaugummis kauten, und ihren Kindern (bis 2 Jahre alt) untersucht. Ergebnis der Untersuchung war, dass der regelmäßige Konsum von Xylitol-Kaugummis durch die Mütter den Befall mit Streptococcus mutans bei den Kindern signifikant hemmt.
Mittelohrentzündungsvorbeugende Wirkung
In einer finnischen Studie wurde nachgewiesen, dass Kinder, die täglich Xylitol als Sirup oder in Form von Gummibonbons erhielten, im Vergleich zu Kindern einer Kontrollgruppe, die das Süßungsmittel nicht erhielt, 30–40 % weniger häufig an einer Mittelohrentzündung erkrankten.
Osteoporosevorbeugende Wirkung
Im Darm bildet Xylitol Komplexe mit Calcium und erleichtert dessen Resorption. Dies könnte ein noch wenig erforschter Weg zur Vorbeugung von Osteoporose sein.“
( Quelle: Wikipedia)
Xylitol kann als Nebenwirkung Durchfall erzeugen, hat aber auch noch andere interessante Eigenschaften:
„Xylitol hat denselben Geschmack und die nahezu gleiche Süßkraft wie Saccharose. Löst sich Xylitol im Mund im Speichel, entzieht es der Umgebung Wärme und erzeugt auf der Zunge einen Kühleffekt (endotherme Lösungswärme) von −153,2 J/g, der ähnlich beschrieben wird wie der erfrischende Geschmack von Menthol.
Der bezogene Nährwert von 10 kJ/g (2,4 kcal/g) ist 40 % geringer als bei Haushaltszucker. Der Stoffwechselweg im menschlichen Körper läuft insulinunabhängig ab, beeinflusst den Blutzucker- und Insulinspiegel nur geringfügig und ist somit für Diabetiker geeignet.
Xylitol ist hitzestabil und karamellisiert nur, wenn es mehrere Minuten auf über 200 °C erhitzt wird. Bei Temperaturen um ca. 100 °C findet keine Karamellisierung statt.
Xylitol ist ein Molekül, das viel Wasser an sich zu binden vermag. Es wird im Dünndarm nur passiv, also langsam und unvollständig resorbiert. Bei regelmäßiger Einnahme kann die Resorptionsrate im Dünndarm durch Enzyminduktion erhöht werden. Bei Einnahme von mehr als 0,5 g Xylitol pro kg Körpergewicht kann eine abführende Wirkung auftreten, welche nach Adaption des Organismus verschwinden kann. Es wurden in Studien Einnahmen von 200 g Xylitol täglich problemlos vertragen. Bei Sorbitol besteht diese Anpassung nicht, daher wirkt Sorbitol immer abführend.
Im Dickdarm wird das restliche Xylitol (etwa 2/3 der eingenommenen Menge) durch Bakterien zerlegt und zu kleinen Fettsäurebestandteilen abgebaut und resorbiert. Diese werden zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser verstoffwechselt.“
(Quelle: Wikipedia)
Ob es nun angebracht ist, allen Kindern xylitolhaltige Kaugummis zu empfehlen, darüber kann man geteilter Meinung sein. Gegenüber zuckerhaltigen Süssigkeiten hat Xylitol aber klare Vorteile. Und bei Kindern die zu Mittelohrentzündungen neigen, scheint mir Xylitol ein interessanter Typ. Verhinderte Mittelohrentzündungen sparen Schmerzen und Antibiotika.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Montag, Dezember 26th, 2011
Das Magazin „focus“ publizierte eine Reihe von Beiträgen zur Behandlung von Erkältungen mit Hausmitteln:
„Schwarzer Rettich ist ein altbewährtes, hilfreiches Hustenmittel. Der Saft enthält Schwefelöle die desinfizierend wirken und die gereizten Atemwege beruhigen.
Anwendung: Den Rettich aushöhlen und mit Honig füllen. Nach drei bis fünf Stunden kopfüber in eine Schüssel stellen und den „Hustensaft“ auffangen. Zweimal täglich nach dem Essen ein Gläschen trinken.“
Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/tid-12543/sanfte-therapie-das-immunsystem-mobilisieren_aid_348252.html
Kommentar & Ergänzung:
Rettich enthält Senfölglykoside (Glucosinolate) mit antimikrobieller Wirkung. Rettichsaft löst den Schleim bei produktivem Husten.
„Ein normaler Rettich deckt den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C, er liefert etwas Eiweiß, Carotin, einige B-Vitamine, reichlich Kalium, Natrium, Magnesium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Enzyme, vor allem aber ein schwefelhaltiges Öl, das Raphanol, sowie mehrere Senfölglykoside und Bitterstoffe, die eine antibiotische Wirkung haben, gallentreibend sind und in den Atemwegen Schleim lösen. Allerdings empfinden manche Menschen den Geruch von Rettich als unangenehm. Außerdem kann Rettich Mundgeruch verursachen.“
(Quelle: Wikipedia)
Der Schwarze Winter-Rettich, oder auch nur Schwarzer Rettich, soll der wirksamste Rettich gegen Husten sein:
„Zu medizinischen Zwecken wird der Rübe mit Zucker der Saft entzogen. Dieser Sirup hat deutlich antioxidative Wirkung. Der Rettichsaft der schwarzen Sorten ist der am besten wirksame.“
(Quelle: Wikipedia)
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Sonntag, Dezember 25th, 2011
Oft hört man noch die Vorstellung, beim anregenden Bestandteil im Kaffee handle es sich um Coffein, im Grüntee und Schwarztee dagegen um Thein (auch: Tein, Teein).
Und die Meinung ist dann, dass es sich um zwei unterschiedliche Substanzen handle. Das ist aber falsch. Es handelt sich auch in Güntee, Schwarztee (und Matetee) um Coffein.
Eine gute Erklärung dazu liefert Wikipedia:
„Der in Grüntee und Schwarztee enthaltene Wirkstoff, in der Umgangssprache oft als „Tein“, „Thein“ oder „Teein“ bezeichnet, ist ebenfalls Coffein. Diese früher übliche Unterscheidung zwischen Coffein aus Kaffee und Tein aus Tee beruht auf der unterschiedlichen Freisetzung des Alkaloids: Coffein aus Kaffee ist an einen Chlorogensäure-Kalium-Komplex gebunden, der nach der Röstung und Kontakt mit der Magensäure sofort Coffein freisetzt und damit schnell wirkt. Coffein aus Tee hingegen ist an Polyphenole gebunden, wobei das Alkaloid erst im Darm freigesetzt wird. Die Wirkung tritt dann später ein und hält länger an.”
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Coffein
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Donnerstag, Dezember 22nd, 2011
Anis zählt zu den klassischen Gewürzen der Weihnachtszeit. Egal, ob als Backzutat für Kuchen und Plätzchen, für die Würze in Süßspeisen oder für den Anislikör: Der süßliche, lakritzartige Anis-Geschmack gibt den Speisen und Getränken die spezielle Note.
Konsumentinnen und Konsumenten sind beim Einkauf oft unsicher: Anis oder Sternanis? Stehen beide Namen für das gleiche Gewürz?
Nein! Obwohl Geschmack und Geruch ähnlich sind – bei Anis und Sternanis handelt es sich um zwei völlig verschiedene Pflanzen!
Anis (Pimpinella anisum): Anis zählt zur Familie der Doldenblütler, wie beispielsweise auch Dill, Kümmel und Fenchel. Die Anis-Pflanze ist einjährig und krautig, sie bevorzugt sonnige Standorte. Als Gewürz nutzt man die getrockneten Früchte (Samen), die von August bis September geerntet werden.
Das Aroma der Anisfrüchte wird schon seit Urzeiten geschätzt.
Überlieferungen zufolge schwärmte schon der griechische Philosoph Pythagoras von Anisbrot und der römische Dichter Virgil berichtete von köstlichen Aniskeksen. Anistee ist ein altes Hausmittel bei Husten oder Verdauungsbeschwerden. Anis enthält viel ätherisches Öl. Dieses Anisöl wirkt schleimlösend und lindert Krämpfe.
Knoblauch-Liebhaber schätzen Anissamen, denn gut zerkaut vertreiben ein paar Aniskörner rasch den Knoblauchgeruch im Mund.
Sternanis (Illicium verum) besteht aus jeweils 6 bis 10 sternförmig angeordneten Kapseln mit je einem Samenkorn. Vermahlen werden beim Sternanis nicht nur die Samen, sondern die ganzen Früchte. Auch wenn Sternanis wie Anissamen duftet – im Geschmack ist er intensiver, süßlich-scharf bis feurig. Sternanis gehört zusammen mit Pfeffer, Zimt, Nelken und Fenchel in das bekannte Fünf-Gewürze-Pulver der chinesischen Küche.
Anis oder Sternanis einsetzten? In Europa wird Sternanis ähnlich genutzt wie Anis, auch in seiner Anwendung als Naturheilmittel. Denn beide Pflanzen bzw. Samen oder Früchte enthalten im ätherischen Öl den gleichen Hauptwirkstoff: Anethol. In der Praxis macht es deshalb kaum einen Unterschied, ob man mit Anis oder Sternanis würzt. Zu beachten ist lediglich, dass Sternanis kräftiger im Aroma ist.
Ganze Sternanisfrüchte kann man zudem gut in ein Duftpotpourri mischen oder für weihnachtliche Dekorationen nutzen. Die kleinen Sterne sehen nicht nur schön aus, sie verbreiten auch einen angenehm beruhigenden Duft.
Quelle:
http://www.topagrar.com/news/Familie-Kochen-Backen-Kuechentipps-Anis-Sternanis-Was-ist-was-629339.html
Kommentar & Ergänzung:
Anethol kommt in den ätherischen Ölen von Fenchel, Anis und Sternanis vor und ist „zuständig“ für das charakteristische Anisaroma.
Anethol wird sehr vielseitig eingesetzt:
„Anethol kommt als Duft- und Aromastoff vor allem in Seifen und Mundpflegemitteln zum Einsatz. Wichtig ist daneben die Verwendung in der Spirituosenfabrikation als Aromatiseur für Liköre (Pernod, Anisette, Ouzo) und in der Lebensmitteltechnologie als Bestandteil von Aromen, hauptsächlich in Fruchtaromamischungen mit der Geschmacksrichtung Himbeere und Erdbeere.“
(Quelle: Wikipedia)
Zudem zeigt Anethol interessante Heilwirkungen:
„ Anethol wirkt in der Lunge schleimlösend (sekretolytisch, sekretomotorisch) und schwach antibakteriell. Gleichzeitig zeigt es eine spasmolytische Wirkung, weswegen es als Expektorans und Karminativum eingesetzt werden kann.“
(Quelle: Wikipedia)
Expektorans = auswurfförderndes Mittel bei Husten
Karminativum = Mittel gegen Blähungen
Das sind die beiden Hauptanwendungsgebiete der anetholhaltigen Heilpflanzen Anis, Fenchel und Sternanis.
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http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15
Tags: Anethol, Anis, Anisaroma, Anisbrot, Anisette, Anisfrüchte, Aniskörner, Anislikör, Anisöl, Anissamen, Anistee, antibakteriell, Aroma, Aromastoff, Aromatiseur, ätherisches Öl, August, Ausbildung, Blähungen, chinesische Küche, Dekorationen, Dill, Doldenblütler, Duft, Duftpotpouri, Erdbeere, Europa, Exkursionen, Expektorans, Fenchel, Fruchtaroma, Früchte, Fünf-Gewürze-Pulver, Geruch, Geschmack, Gewürz, Gewürze, Hauptwirkstoff, Hausmittel, Heilkräuter, Heilpflanzen, Himbeere, Husten, Illicium verum, Karminativum, Knoblauch, Knoblauchgeruch, Krämpfe, Kräuterwanderungen, Kuchen, Kümmel, Kurse, Lebensmitteltechnologie, Lehrgänge, Lunge, Mund, Mundpflegemittel, Naturheilkunde, Naturheilmittel, Nelken, Ouzo, Pernod, Pfeffer, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Pimpinella anisum, Pythagoras, Samen, Samenkorn, Schmerzen, Schweiz, September, Spirituosen, Sternanis, Sternanisfrüchte, Sterne, Süssspeisen, Verdauungsbeschwerden, Virgil, Weihnachtszeit, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Wirkung, Zimt, Zürich
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