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Naturheilkunde: Ingwer zur Heilpflanze des Jahres 2018 gewählt

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Der Ingwer (Zingiber officinale) wurde vom Verein NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2018 gewählt.

Damit sollen der aus Asien stammende Ingwerwurzelstock und seine arzneilichen Effekte bekannter gemacht werden.

Ingwer wirke krampflösend, entzündungshemmend und schmerzstillend und werde in der chinesischen Medizin seit Jahrtausenden angewendet, hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins. In Europa setzten Hildegard von Bingen und Paracelsus schon im Mittelalter Ingwer bei Magen-Darm-Beschwerden ein.

Der „Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus“ kürt seit 2003 eine Heilpflanze des Jahres.

2017 wurde diese „Ehre“ dem Gänseblümchen (Bellis perennis) zuteil.

 

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/937501/naturheilkunde-ingwer-heilpflanze-2018.html

Kommentar & Ergänzung:

Nach der fragwürdig begründeten Wahl des Gänseblümchens zur Heilpflanze des Jahres 2017 kürt der NHV Theophrastus nun für 2018 mit dem Ingwer eine ausgesprochen gut etablierte Arzneipflanze.

Heilpflanze des Jahres 2017: Das Gänseblümchen

Allerdings fehlt in der Pressemeldung zum Ingwer als Heilpflanze des Jahres 2018 ein zentraler Aspekt: Ingwer hat sich vor allem bewährt als Mittel zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen. Dieses Anwendungsgebiet ist auch vielfach mit Studien untersucht worden. Siehe dazu:

Oeko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als „gut“ bewertet

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft und Vitamin B6

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

 

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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Baldrian gegen Schlafstörungen erst nach zwei Wochen wirksam

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Zitat aus einer dpa-Meldung:

„Wer leichte Schlafstörungen natürlich behandeln möchte, braucht etwas Geduld. Baldrian entfaltet seine volle Wirkung erst nach bis zu zwei Wochen, schreibt die Landesapothekerkammer Hessen in einer Mitteilung.

Im Gegensatz zu chemischen Schlaf- und Beruhigungsmitteln mache Baldrian allerdings nicht süchtig.“

Quelle:

https://de.nachrichten.yahoo.com/gegen-schlafstörungen-wirkt-baldrian-nach-etwa-zwei-wochen-030000824.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Schaut man sich die Ergebnisse klinischer Studien an, spricht tatsächlich viel dafür, dass Baldrianpräparate erst nach etwa zwei Wochen besser wirken als Placebo.

Allerdings wurde Baldrianextrakt in den Studien in geruchfreier Form verabreicht (Kapseln, Dragees). Nur so lässt sich die Verblindung gewährleisten, die dafür sorgt, dass die Probanden nicht wissen, ob sie Baldrianextrakt bekommen oder Placebo. Die sichere Verblindung ist ein zentrales Kriterium für die Qualität einer Studie.

Denkbar wäre jedoch, dass die Anwendung als Baldriantee oder Baldriantinktur einen schlaffördernden Effekt über die Duftebene auslöst – und das wäre dann ein rasch eintretender Effekt. Geklärt ist das aber nicht.

Die Empfehlung der Landesapothekerkammer Hessen für eine längerdauernde Anwendung von Baldrian deckt sich mit den Angaben in der Phytotherapie-Fachliteratur, sie widerspricht aber der landläufigen Verwendung in der Bevölkerung. Dort wird Baldrian meistens sehr punktuell eingesetzt, wenn jemand gerade nicht einschlafen kann.

Wer das volle Potenzial von Baldrianpräparaten ausschöpfen will, sollte sich aber die Empfehlungen der Landesapothekerkammer und der Phytotherapie-Fachliteratur zu Herzen nehmen.

Baldrian hilft nicht bei jeder Schlafstörung. Dass er nicht süchtig macht und auch keine erhöhte Sturzgefahr mit sich bringt sind aber beachtenswerte Vorteile.

Siehe dazu:

Schlafmittel: Sturzrisiko auch mit Nicht-Benzodiazepinen

Pflanzliche Schlafmittel: Weder Hang-over noch Entzugssymptome

Phytotherapie: Baldrian bei Schlafstörungen

Baldrian als verträgliche Schlafhilfe für Senioren bestätigt

Schlafmittel begünstigen Stürze älterer Menschen

Süchtig nach Schlafmitteln: Phytotherapie bietet gesunde Alternativen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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BOTANICA 2017: Über 100 Veranstaltungen in Botanischen Gärten zu bedrohten Wildpflanzen

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Die BOTANICA 2017 präsentiert vom 17. Juni bis 16. Juli ein spannendes Programm rund um das Thema «Die Letzten ihrer Art». Die Vorträge, Ausstellungen, Führungen, und Workshops befassen sich mit der Erhaltung bedrohter Wildpflanzen.

In der Schweiz ist beinahe die Hälfte aller Lebensraumtypen bedroht und knapp ein Drittel der Schweizer Flora gefährdet. In den letzten 100 Jahren hat die Biodiversität Verluste erlitten und intakte, naturnahe, reich strukturierte Flächen sind stark zurückgegangen.

Um die Biodiversität langfristig zu sichern und zu fördern, müssen unterschiedliche Massnahmen umgesetzt werden. Die Förderung von gefährdeten Arten an ihren natürlichen Wuchsorten, das Ausbringen von Pflanzen in ursprüngliche Habitate und die Erhaltung ausserhalb der natürlichen Lebensräume sind heute unvermeidliche Massnahmen, um die Biodiversität langfristig zu erhalten. Die Wahrung und Förderung noch bestehender Bestände gefährdeter Arten durch die Schaffung von Schutzgebieten und die nachhaltige Nutzung der übrigen Landesfläche hat dabei oberste Priorität.

Auch die Botanischen Gärten spielen dabei eine wichtige Rolle, zum Beispiel indem sie gefährdete Wildpflanzen konservieren und wieder ansiedeln, damit sie nicht für immer von der Erde verschwinden.

Am Veranstaltungsprogramm der BOTANICA 2017 beteiligen sich neun botanische Gärten in der Deutschschweiz, zwölf in der Westschweiz und die Isole di Brissago im Tessin. Beispiele:

Botanischer Alpengarten Meyrin
Botanischer Garten Genf
Isole di Brissago Parco botanico del Canton Ticino
Botanischer Garten der Universität Basel
Sukkulenten-Sammlung Zürich
Sortengarten Erschmatt (Wallis)
Botanischer Garten der Universität Freiburg
Botanischer Garten St. Gallen
Botanischer Garten Grüningen
Botanischer Garten der Universität Bern
Botanischer Garten Neuenburg
Alpengarten Schynige Platte (Berner Oberland)
Botanischer Garten Jurassica Pruntrut
Botanischer Garten der Universität Zürich
Botanischer Alpengarten La Linnaea, Bourg-St-Pierre
Botanischer Alpengarten Flore–Alpe, Champex-Lac
Botanischer Garten Alpinum Schatzalp Davos (Graubünden)
Pont-de-Nant Botanischer Alpengarten La Thomasia

Detailinformationen:

http://botanica-suisse.org

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Erkrankungen im Vedauungstrakt

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Beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming sprach Professor Dr. Robert Fürst von der Goethe-Universität Frankfurt am Main über pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) bei Erkrankungen im Verdauungstrakt.

Bei der Indikation Übelkeit und Erbrechen empfahl Robert Fürst den Ingwerwurzelstock. Die Studienlage sei zwar heterogen, doch bei Reiseübelkeit sei die Wirksamkeit gut belegt. Eine Besonderheit sei hier, dass kein Extrakt zum Einsatz kommt, sondern der gepulverte Ingwerwurzelstock (zum Beispiel Zintona®). Bei Reizmagen oder auch funktioneller Dyspepsie gibt es laut Fürst Wirksamkeitsbelege für ein Kombipräparat aus Kümmelöl und Pfefferminzöl (Carmenthin®) und für STW-5 (Iberogast®). Zur Unterstützung der Leberfunktion könne der Mariendistelfrüchte-Trockenextrakt Legalon® empfohlen werden, jedoch nur bei alkoholischem Leberschaden. Bei viralen Hepatitiden gebe es keine Evidenz für die Wirksamkeit.

Dyspepsie beziehungsweise funktionelle Störungen der ableitenden Gallenwege lassen sich laut Fürst mit dem Artischockenblätter-Trockenextrakt Hepar-SL® günstig beeinflussen. Vorsicht sei dabei jedoch geboten, denn bei einem Verschluss der Gallenwege seien Artischockenblätter aufgrund ihrer choleretischen Wirkung kontraindiziert.

Bei Reizdarmsyndrom gebe es evidenzbasierte Empfehlungen für Flohsamenschalen (zum Beispiel Mucofalk®), Iberogast und hoch dosiertes Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln (zum Beispiel Medacalm®).

Für Flohsamenschalen sieht der Experte auch Anwendungsmöglichkeiten bei Colitis ulcerosa. Für diese Indikation eigne sich auch Myrrhinil®, eine Kombination aus Myrrhepulver, Kaffeekohlepulver und Kamillenblüten-Trockenextrakt. Beide Phytopharmaka haben laut Fürst in Studien gezeigt, dass sie bei Patienten mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zum Remissionserhalt ebenso wirksam sind wie der chemisch definierte Wirkstoff Mesalazin.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=61686

Kommentar & Ergänzung:

Verdauungsbeschwerden sind ein bewährtes Anwendungsfeld für Heilpflanzen-Präparate.

Der Artischockenblätter-Trockenextrakt Hepar-SL®   heisst in der Schweiz Hepa-S®.

Pfefferminzölkapseln sind in der Schweiz als Colpermin®  im Handel, Flohsamenschalen unter den Namen Laxiplant und Metamucil.

Ein weiteres interessantes Anwendungsgebiet für Flohsamenschalen und für Pfefferminzölkapseln ist der Reizdarm (Colon irritabile).

Siehe dazu hier:

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

Phyto-Kombi mit Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

STW-5 (Iberogast®) setzt sich zusammen aus neun Komponenten:

Bittere Schleifenblume (Iberis amara), Angelikawurzel (Engelwurz), Kamillenblüten, Kümmelfrüchte, Mariendistelfrüchte, Melissenblätter, Pfefferminzblätter, Schöllkraut und Süßholzwurzel.

Siehe dazu:

Phytotherapie bei Reizmagensyndrom

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zimt und Teebaumöl gegen Fusspilz?

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Das Magazin „Focus“ berichtet über die Behandlung von Fusspilz mit Zimt und Teebaumöl:

„Fußpilz ist ein großes Tabuthema. Doch es gibt gute Mittel dagegen: Geben Sie etwas Zimt in Ihre Schuhe und verteilen Sie diesen. Zimt wirkt antibakteriell und tötet so den Fußpilzerreger ab.

Zur Anwendung auf der Haut empfiehlt Mediziner Dietrich Grönemeyer Teebaumöl. Geben Sie dazu zehn Tropfen Teebaumöl in einen bis eineinhalb Liter Wasser und baden Sie Ihre Füße 15 Minuten darin. Achten Sie nach dem Fußbad darauf, dass Sie Ihre Füße vollständig abtrocknen. Vor allem die Zwischenräume zwischen den Zehen sollten Sie trocknen. Denn die Feuchte bietet das perfekte Milieu für den Pilz.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/fusspilz-entfernen-welches-haushaltsmittel-hilft-wirklich_id_7019492.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Zimtrinde enthält ätherisches Zimtöl, das im Labor fungistatische Eigenschaften zeigt. Es hemmt also die Ausbreitung der Pilze, tötet sie aber nicht sicher ab.

Im Labor in einer Pilzkultur lassen sich solche Wirkungen gut zeigen. Ob es reicht, Zimtpulver in die Schuhe zu streuen, um einen Fusspilz loszuwerden, scheint mir aber sehr zweifelhaft. Wahrscheinlich verdunstet im warmen Klima der Schuhe etwas Zimtöl aus dem Zimtpulver. Es ist aber eher zweifelhaft, ob dadurch eine wirksame Konzentration des Zimtöls in der Luft erreicht wird, um einen Fusspilz abzutöten.

Teebaumöl wirkt im Labor deutlich pilztötend (fungizid) auf viele Pilzarten und zeigt diese Wirkung auch am Menschen, also zum Beispiel bei Patienten mit Fusspilz.

Die fungizide Wirkung von Teebaumöl ist jedoch konzentrationsabhängig und an diesem Punkt wird die Empfehlung von 15 Tropfen auf 1 – 1 ½ Liter Wasser fragwürdig.

Teebaumöl ist leichter als Wasser und sammelt sich an der Oberfläche des Badewassers. Dort wird daher wohl eine wirksame Konzentration erreicht, wobei die hohe Konzentration aber auch ein erhöhtes Risiko von Hautreizungen mit sich bringt. Im restlichen Badewasser kommt dagegen des Teebaumöl nur in geringer Konzentration vor, die bei den empfohlenen 15 Tropfen pro 1 bis 1 ½ Liter Wasser deutlich unterhalb der wirksamen Schwelle liegen dürfte. In einer Laborstudie ergab sich als minimale fungizide Konzentration gegen verschiedene Pilzarten ein Wert von 0,03 – 8 % (Quelle 1).

Oft wird Teebaumöl unverdünnt oder in hohen Konzentrationen (zum Beispiel 10%ig) in Präparaten eingesetzt. Aufgrund bisheriger wissenschaftlicher Erkenntnisse reichen tiefere Konzentrationen für eine fungizige Wirkung. Aus diesem Grund und insbesondere auch aus allergologischen Gesichtspunkten scheint in örtlich anzuwendenden Präparaten eine maximale Konzentration von 1 % empfehlenswert. Damit dürfte das Sensibilisierungsrisiko sehr gering sein und die Konzentration in einer wirksameren Grössenodnung als bei den 15 Tropfen auf 1 bis 1 ½ Liter Wasser. Passend wäre die Einarbeitung von 1 % Teebaumöl in Cremegrundlage, Salbengrundlage, Lotion oder Gel (Quelle 2).

Damit ist auch eine homogene Konzentration gewährleistet, im Gegensatz zur Lösung in Wasser, bei der das Teebaumöl obenauf schwimmt.

Anzumerken ist noch, dass das Sensibilisierungsrisiko von Teebaumöl mit zunehmender Oxidation steigt. Darum ist es so wichtig, Teebaumöl vor Luft geschützt auszubewahren.

Siehe dazu auch:

Teebaumöl: Korrekte Aufbewahrung reduziert Nebenwirkungen

Aufgrund der besseren Verträglickeit würde ich gegen Fusspilz allerdings sowieso eher Lavendelöl oder Korianderöl empfehlen.

Siehe dazu auch:

Lavendelöl gegen Hautpilze

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

 

Zur Wirkung von Korianderöl

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Quelle 1: Augustin/Hoch; Phytotherapie bei Hauterkrankungen, 2004, Seite 241.

Quelle 2: Augustin/Hoch; Phytotherapie bei Hauterkrankungen, 2004, Seite 243.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Was hilft gegen Krampfaderbeschwerden?

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Die österreichische Kronenzeitung befasst sich mit dem Thema Krampfadern.

Dabei kommen auch pflanzliche Arzneimittel zur Sprache.

Ass.- Prof. Priv.-Doz. Dr. Stanislava Tzaneva von der Klinischen Abteilung für Dermatologie der MedUni Wien erklärt dazu:

„Das konsequente (!) Tragen von Kompressionsstrümpfen, -strumpfhosen oder Verbänden während des Tages fördert den Rückfluss des Blutes. In Kombination mit dieser Basistherapie kann der Betroffene auch venoaktive Medikamente, z. B. mit Rosskastanien oder Traubenkernextrakt einnehmen. Das Ziel ist die Linderung typischer Beschwerden wie Schwellungen, Schweregefühl und Schmerzen.“

Eine weitere Möglichkeit sei das operative Entfernen der Krampfadern (Venenstripping).

„Diese Methode wurde in den vergangenen Jahren aber mehr und mehr von der Radiofrequenz- und Laserbehandlung verdrängt, die nun erste Wahl sind“, erklärt die Fachärztin für Dermatologie und Venerologie. Als dritte Möglichkeit komme die Verödung mit Flüssigkeit oder Schaum zum Einsatz.

Quelle:

http://www.krone.at/gesund-fit/was-hilft-bei-krampfadern-zeigt-her-eure-beine-story-570161

Kommentar & Ergänzung:

Die Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt bei Krampfaderbeschwerden wie Schwellungen, Schweregefühl und schmerzenden Beinen ist gut mit Studien belegt.

Es braucht aber einen Extrakt, der eingestellt ist auf eine Tagesdosis von 100 mg Aescin und die Einnahme über längere Zeit.

Tee aus Rosskastaniensamen ist keie praktikable Anwendungsform und Rosskastanientinktur enthält zuwenig Aescin. Beliebt sind Rosskastaniensalben, doch ist ungeklärt, ob dadurch eine Wirkung über die Haut erzielt werden kann.

Traubenkernextrakt ist reich an oligomeren Proanthocyanidinen (OPC), wirkt deshalb als Antioxydans und wird in Nahrungsergänzungsmitteln als Anti-Aging-Mittel propagiert. Studien, die diese Versprechungen belegen würden, fehlen allerdings.

Auch eine Wirksamkeit gegen Krampfaderbeschwerden ist nicht plausibel belegt. Daher würde ich bei Krampfaderbeschwerden auf Rosskastanienextrakt setzen.

Siehe auch:

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

Venenschwäche – hilft Rosskastaniensalbe?

Pharmawiki: Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden

Venenerkrankungen: Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt erneut bestätigt

 

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Ginkgo – nicht alle Zubereitungsarten sind gleichwertig

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Ginkgo verbessert die Funktion des Gehirns. So lautet eine oft gehörte, aber eher oberflächliche und ungenaue Beschreibung der Wirkung der Heilpflanze Ginkgo biloba.

Aus fachlicher Sicht sagt das noch wenig aus und die Anwendungsgebiete müssen präziser gefasst werden. In welchen Situationen eignet sich Gingko und in welchen nicht? Wirkt Ginkgo vorbeugend oder bei bestehenden Beschwerden?

Darüber hinaus wird aber im Umgang mit Heilpflanzen oft unterschätzt, wie wichtig die Wahl der geeignetsten Zubereitungsform ist.

Ein Kräutertee? Eine Frischpflanzentinktur bzw. Urtinktur? Eine Pflanzentinktur aus getrockneten Pflanzen nach Arzneibuch? Ein Frischpflanzensaft? Ein Pflanzenextrakt?

Bei Ginkgo biloba ist die Situation ziemlich klar:

Ginkgotee ist ungeeignet. Er enthält oft zu hohe Gehalte an Ginkgolsäuren, die ein hohes allergenes Potenzial besitzen und in pharmakologisch-toxikologischen Untersuchungen auch cytotoxische, neurotoxische und mutagene Wirkungen zeigen. Die wirksame Dosis wird mit Ginkgotee nicht erreicht.

Siehe dazu:

Ginkgotee nicht ohne Risiko

 

Auch Ginkgotinkturen enthalten die entscheidenden Wirkstoffe in zu geringen Mengen und sind daher unterdosiert.

Sicher anwendbar sind nur Trockenextrakte aus Ginkgo biloba, bei denen die Gingolsäuren während der Herstellung entfernt wurden, und die eine hohe Wirkstoffkonzentration aufweisen. Der am besten mit Studien belegte Ginkgoextrakt ist EGb 761 (Tebokan / Tebofortin).

Für diesen Spezialextrakt gibt es medizinisch anerkannte Anwendungsgebiete. Das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) als EU-Zulassungsbehörde für pflanzliche Arzneimittel akzeptiert ihn zur Verbesserung altersbedingter kognitiver Einschränkungen und zur Verbesserung der Lebensqualität als „medizinisch allgemein anerkannt“ („well-established use“).

Die ESCOP hält standardisierte Ginkgo-Extrakte für geeignet zur symptomatischen Behandlung von leichtem bis mittel¬schwerem demenziellem Syndrom einschließlich primärer degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und deren Mischformen; für hirnorganisch bedingte Leistungsstörungen; neurosensorische Störungen wie Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Tinnitus; zur Verbesserung der kognitiven Leistung; zur symptomatischen Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK, Claudicatio intermittens = „Schaufensterkrankheit“).

Siehe: Phytotherapie – was sind ESCOP-Monografien

In der Phytotherapie ist die Frage, in welcher Arzneiform eine Heilpflanze optimal eingesetzt werden kann, sehr zentral und wird oft unterschätzt.

 

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Brennesseltee für Detox?

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Die Boulevard-Zeitung „Blick“ empfiehlt:

„Brennnesseltee hervorragend für Detox“.

Im Detail:

„Brennnesseltee wirkt entwässernd, blutreinigend und entschlackend. Eignet sich also hervorragend für Detox-Kuren. Wer Probleme mit den Harnwegen, der Blase oder den Nieren hat, sollte öfter zu Brennnesseltee greifen. Er sorgt dafür, dass die Harnwege durchgespült werden. Auf diese Weise können sich weder Krankheitserreger festsetzen noch Blasen- oder Nierensteine bilden.“

Quelle:

http://www.blick.ch/ratgeber/ernaehrung/weit-mehr-als-ein-laestiges-unkraut-naehrstoffbombe-brennnessel-id6442454.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Der Detox-Boom basiert auf einem Glaubenssystem, das ohne Fakten und Belege auskommt. Welche Giftstoffe auf welche Art und Weise ausgeschieden werden sollen, darüber äussern sich die Detox-Propagandisten in der Regel nicht. Kein Wunder: Dazu fehlen nämlich fundierte Erkenntnisse oder gar Belege.

Nach einer Detoxkur kann die Vorstellung, nun von allerlei Giften befreit zu sein, allerdings angenehm wirken. Insbesondere wenn einem vorher lange genug eingeredet worden ist, wie verschlackt man doch sei.

Sowohl getrocknetes Brennnesselkraut als auch der Brennnessel-Frischpflanzensaft führen bei längerer Anwendung zu einer Steigerung der Harnmenge.

In Laborexperimenten zeigt sich zudem eine Hemmung von Stoffwechselvorgängen, die bei der Entstehung von Entzündungen bedeutsam sind.

Als wissenschaftlich belegt gilt in der Phytotherapie die Anwendung der Brennnessel zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, zur Prophylaxe und Behandlung von Nierengries und zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden.

Wenn der „Blick“ aber schreibt, dass Brennnesseltee blutreinigend und entschlackend wirkt, dann lehnt er sich weit zum Fenster hinaus. Wovon genau soll die Brennnessel das Blut reinigen? Welche „Schlacken“ sollen durch Brennnesseltee ausgeschieden werden? Auf diese Fragen gibt es schlichtwegs keine fundierten Antworten. Hier wird den Leserinnen und Lesern das Fantasieprodukt Detox präsentiert.

Siehe auch:

Detox entschlackt nur den Geldbeutel

 

Detox: Fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

Detox-Kuren: Eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

 

 

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Studie: 28 000 Pflanzenarten mit Heilkraft für Menschen

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Über 28 000 Pflanzenarten besitzen laut einer umfangreichen Untersuchung Heilkraft für den Menschen – doch nur ein Bruchteil von ihnen ist in der medizinischen Forschung bekannt.

In seinem aktuellen Jahresbericht bilanziert das britische Zentrum für botanische Forschung, Kew Gardens, dass nur 16 Prozent der Heilpflanzen in anerkannten medizinischen Publikationen Erwähnung finden.

Dabei kommt der Bericht zum Schluss, dass Heilpflanzen ein „riesiges Potenzial“ bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Diabetes und Malaria hätten. Die beiden Pflanzenstoffe Artemisinin und Chinin zählten beispielsweise „zu den wichtigsten Waffen“ gegen die Infektionskrankheit Malaria, an der 2015 mehr als 400 000 Menschen starben.

An der Studie „State of the World’s Plants“ beteiligten sich 128 Forscher aus zwölf Ländern. Aufgeführt werden darin etwa 1 730 Neuentdeckungen seit dem Vorjahr. Dazu gehören neun Arten einer Kletterpflanze namens Mucuna, die bei der Behandlung von Parkinson angewendet werden.

 

Quelle:

http://science.orf.at/stories/2844019/

http://www.kew.org/science/who-we-are-and-what-we-do/strategic-outputs-2020/state-of-the-worlds-plants

https://stateoftheworldsplants.com/2017/report/SOTWP_2017_4_material.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Studie untersucht unter anderem, in welchen Pflanzenfamilien am meisten Heilpflanzen vorkommen. Zweifellos existiert ein grosses Potenzial an unerforschten Heilpflanzen und es ist sehr zu begrüssen, wenn die Botanik sich hier um eine systematische Erfassung bemüht. Allerdings handelt es sich dabei um einen weitgehend theoretischen Überblick zu potenziellen Heilpflanzen. Bis eine Heilpflanze tatsächlich therapeutisch bei kranken Menschen eingesetzt werden kann, braucht es oft noch sehr viel Forschung.

Auch ist nicht alles, was da entdeckt worden ist, vollkommen neu. Das zeigt der Hinweis auf die „neun Arten einer Kletterpflanze namens Mucuna, die bei der Behandlung von Parkinson angewendet werden.“

Die Samen von Mucuna pruriens, der Juckbohne, werden wegen ihres Gehalts an L-Dopa schon seit längerem bei Parkinson-Patienten eingesetzt und dazu auch industriell verarbeitet.

In der Parkinson-Behandlung wird L-Dopa schon seit vielen Jahren zur Linderung der Symptome angewendet.

Der Wirkstoff hat eine kleine therapeutische Breite. Wirksame und giftige Dosierung liegen also nahe beieinander. Starke Schwankungen im Wirkstoffgehalt, wie sie in Pflanzen vorkommen können, können daher Risiken mit sich bringen und für die Anwendung der klar dosierbaren, isolierten Einzelsubstanz sprechen.

Siehe auch:

Hilft Juckbohne (Mucuna Pruriens) bei Parkinson?

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Verdacht auf Wucherpreise bei Krebsmedikamenten: EU-Kommission ermittelt

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Wegen des Verdachts überhöhter Preise für fünf lebenswichtige Krebsmedikamente hat die EU-Kommission eine offizielle Untersuchung gegen den südafrikanischen Hersteller Aspen Pharma eröffnet. Man habe Hinweise auf plötzliche Preissteigerungen von zum Teil mehreren 100 Prozent, teilte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit. Um die Aufschläge durchzusetzen, soll Aspen in einigen EU-Ländern gedroht haben, die Medikamente vom Markt zu nehmen. In bestimmten Fällen habe die Aspen Pharma dies sogar getan.

Es geht um die Wirkstoffe Chlorambucil, Melphalan, Mercaptopurin, Tioguanin und Busulfan, die zur Therapie bestimmter Krebsarten wie Blutkrebs zur Anwendung kommen.

Verschwänden diese Arzneimittel tatsächlich zeitweise vom Markt, hätten Mediziner weniger Therapieoptionen für die häufig tödlichen Krankheiten.

Die Firma Aspen hat ihren Sitz in Südafrika, verfügt jedoch über Tochterfirmen in mehreren europäischen Ländern, auch in Deutschland. Die EU-Kommission hat den Verdacht, dass eine marktbeherrschende Stellung missbraucht worden sein könnte und prüft den Fall auf der Grundlage des EU-Kartellrechts.

Es handelt sich hier um das erste derartige EU-Verfahren wegen möglicherweise zu hoher Preise in der Pharmaindustrie. Preisvorschriften und Erstattungsvorgaben für die Krankenversicherung unterstehen normalerweise den Regelungen der Mitgliedstaaten. Italien hatte schon im September 2016 kartellrechtliche Sanktionen in dieser Angelegenheit verhängt.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=69335

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt Praktiken in der Pharmaindustrie, die ausgesprochen kritikwürdig sind.

Kritik ist wichtig. Sie muss aber konkret sein. Sie benennt Handlungen, Vorgänge, beteiligte Personen und Gründe, weshalb etwas nach Ansicht des Kritikers falsch läuft. Eine Untersuchung, wie sie die EU-Kommission nun aufgleist, kann genau das leisten, wenn sie gut gemacht wird.

Etwas völlig anderes als Kritik sind die Verschwörungstheorien, die zum Thema Pharmaindustrie herumgeistern. Sie sind pauschal, nennen kaum je konkrete Fakten. Die Pharmaindustrie ist in diesen Hirngespinsten einfach das Böse an sich.

Das ist bequem. Es braucht dazu kein Nachdenken, keine Recherche, keine Argumentation, keine Differenzierung. Wie alle Verschwörungstheorien bietet auch die pauschale „Pharma-Mafia-Phantasie“ scheinbare Gewissheit darüber, wo das Böse hockt und damit auch, dass man selber auf der guten Seite steht.

Kritik ist Voraussetzung für die Verbesserung von Zuständen. Verschwörungstheorien dienen dagegen nur der eigenen Stabilisierung und der Lagerbildung.

Ein Anzeichen für Lagerbildung ist zum Beispiel, wenn Kritik nur am Gegenlager geäussert wird, während den eigenen Lager gegenüber völlige Kritiklosigkeit herrscht.

Im „Biotop“ Alternativmedizin ist mehr oder weniger fundierte Kritik an „Pharmaindustrie“ und „Schulmedizin“ beispielsweise fast flächendeckend verbreitet, Kritik an fragwürdigen Praktiken im eigenen Lager aber äusserst selten.

Siehe dazu:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

 

Pflanzenheilkunde: Kritische Reflexion statt Missionarismus

Komplementärmedizin: Mehr Argumente – weniger fraglose Gläubigkeit

 

Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde

 

Pflanzenheilkunde / Komplementärmedizin: Vom Wert des Zweifels

Fundierte, differenzierte Kritik formulieren zu können ist eine Fähigkeit, die gelernt und geübt werden muss.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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