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Weidenrinde kann Kopfschmerzen reduzieren

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Bereits der griechische Arzt Hippokrates setzte auf die Kraft der Weidenrinde bei Schmerzen aller Art – und das nicht ohne Grund: Weidenrinde enthalte Salicin, eine Vorstufe der im Schmerzmittel Aspirin verwendeten Acetylsalicylsäure und habe deshalb entzündungshemmende, schmerzlösende und fiebersenkende Eigenschaften, sagt Miriam Ortiz, Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Allerdings warnt sie wegen der ungewissen Wirkstoffmenge davor, Weidenrinde aus dem eigenen Garten zu verwenden.

Sie rät bei leichten Schmerzen bekannter Ursache unter anderem zu Weidenrindentee oder zu Weidenrinden-Präparaten aus der Apotheke: Erwachsene dürfen bei akuten Beschwerden bis zu fünfmal täglich eine Tasse als Aufguss von einem Teelöffel Weidenrinde (ca. 1,5 g) zu sich nehmen, sagt die Expertin Die Tagesdosis bei Fertigpräparaten liege bei 60 bis 120 Milligramm. Bei akuten Beschwerden sei kurzfristig eine Steigerung auf bis zu 240 Milligramm pro Tag möglich.

Dauerhaft solle man Weidenrinde – wie alle Arzneipflanzen – nicht einnehmen, betont die Allgemeinmedizinerin: Weidenrindentee und Weidenrinden-Präparate empfiehlt sie auch nicht für Kinder bis zwölf Jahren und bei einer bekannten Salicylsäureüberempfindlichkeit. Gerinnungsstörungen wie beim Aspirin werden in Untersuchungen zur Weidenrinde zwar nicht beschrieben. Trotzdem sollte die Einnahme bei zusätzlicher Therapie mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/weidenrinde-kann-kopfschmerzen-lindern-054147039.html

Kommentar & Ergänzung:

Erwähnenswert ist meines Erachtens noch, dass die Wirkung von Weidenrinde im Vergleich zu Aspirin langsamer einsetzt und dafür länger anhält.

Salicin ist keine Vorstufe von Acetylsalicylsäure (ASS), sondern eine verwandte Substanz, die im Organismus ebenfalls zu Salicylsäure umgewandelt wird, die ihrerseits entzündungswidrig, fiebersenkend und schmerzlindernd wirkt.

Salicin beeinflusst aber die Thrombozytenaggregation nicht. Weidenrinde ist deshalb ungeeignet als Ersatz für Aspirin Cardio.

Salicin ist im übrigen wohl nicht der einzige Wirkstoff in der Weidenrinde. An der Wirkung dürften Polyphenole mitbeteiligt sein.

Weidenrinden-Extrakt wird auch eingesetzt bei leichteren Gelenkschmerzen, zum Beispiel bei Arthrose.

Siehe auch:

Weidenrinde lindert Kopfschmerzen und Rheumabeschwerden

Phytotherapie bei Spannungskopfschmerzen, Migräne, Pfefferminzöl, Weidenrinde, Pestwurz

Weidenrinde und Aspirin nicht in einen Topf werfen

Naturheilmittel: Weidenrinde in der Schmerztherapie

Phytotherapie & Arthrose: Weidenrinde, Teufelskralle & Co.

Phytotherapie: Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, Fieber, Rheumabeschwerden

Rheuma-Behandlung: Teufelskrallenwurzel und Weidenrinde empfohlen

Weidenrinden-Extrakte lindern Arthritis

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Aspirin (ASS): Für die Primärprävention von Herzinfarkt mehr Risiko als Nutzen

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Während die Behandlung mit Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) nach Herzinfarkt und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen als evidenzbasiert beurteilt wird, ist ihr Einsatz in der Primärprävention umstritten. Nach den Resultaten einer Meta-Analyse in den Archives of Internal Medicine (2012; doi: 10.1001/archinternmed.2011.628) überwiegen die Nachteile.

Die Forscher-Gruppe um Kausik Ray von der St. George’s Universität in London stützt ihre Meta-Analyse auf neun randomisierte klinische Studien mit jeweils mehr als 1000 teilnehmenden Personen. Sie litten weder an einer koronaren Herzkrankheit, noch war es bei ihnen zu einem Herzinfarkt gekommen, als sie im Durchschnittsalter von 57 Jahren im Rahmen einer Studie die Primärprävention mit ASS (oder einem Placebo) begannen. Das Ziel der Primärprävention war die Vermeidung kardiovaskulärer Ereignisse, die bei diesen relativ gesunden Probanden in der relativ kurzen Nachbeobachtungszeit von etwa 6 Jahren aber recht selten auftraten: Ray fand in 700.000 Personen-Jahren gerade einmal 2169 Herzinfarkte, davon 592 mit tödlichem Ausgang.

Darüber hinaus erreichte die Primärprävention mit Acetylsalicylsäure nur eine sehr bescheidene 10-prozentige Verringerung der Herz-Kreislauf-Ereignisse. Die Number Needed to Treat ist mit 120 Personen, die über sechs Jahre Acetylsalicylsäure nehmen müssen, um ein Ereignis zu vermeiden, recht hoch.

Da hauptsächlich nicht-tödliche Herzinfarkte vermieden werden, dürfte nach Ansicht der Autoren der Anstieg der „nicht-trivialen“ Blutungen durch ASS auf der Waagschale einer Leitlinien-Empfehlung das größere Gewicht haben. Diese Bilanz gilt wie erwähnt nur für die Primärprävention mit ASS. In der Sekundärprävention ist Acetylsalicylsäure nicht umstritten.

Quellen:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48697/ASS-In-der-Primaerpraevention-ueberwiegen-die-Risiken

http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/archinternmed.2011.628

Kommentar & Ergänzung:

Unter Primärprävention versteht man die vorbeugende Einnahme, ohne dass bereits eine Erkrankung – hier vor allem ein Herzinfarkt – eingetreten ist.

Sekundärprävention dagegen setzt erst ein, nachdem es beispielsweise zu einem Infarkt gekommen ist. Durch Sekundärprävention soll das erneute Auftreten eines solchen Ereignisses vermieden werden.

Es scheint zunehmend in Mode zu kommen, aus Angst vor einem Herzinfarkt Aspirin Cardio vorbeugend als Primärprävention einzunehmen.

Gut zu wissen daher, dass ein Nutzen hier fraglich ist.

Ebenfalls gut zu wissen ist aber, dass ein Einsatz in der Sekundärprävention Sinn machen kann.

Und übrigens: In der Phytotherapie ist vor allem die Weidenrinde bekannt als Heilpflanze, die ähnliche Wirkstoffe enthält wie Aspirin, vor allem das Salicin.

Allerdings: Salicin wirkt  gegen Schmerzen und Fieber, hemmt aber nicht die Thrombozytenaggregation. Weidenrinden-Extrakt eignet sich daher gegen leichte Schmerzen beispielsweise bei Arthrose, verbessert aber nicht die Blutfliesseigenschaften und ersetzt daher niemals Aspirin Cardio. Dem Weidenrinden-Extrakt fehlt folglich auch das Risiko von Blutungen.

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Schmerzmittel steigern Risiko für Herz-Rhythmus-Störung

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Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) steigern das Risiko für bestimmte Herz-Rhythmus-Störungen – hauptsächlich zu Behandlungsbeginn. Zu diesem Resultat kommen dänische Wissenschaftler in einer aktuell im «British Medical Journal» veröffentlichten Studie. Die Forscher der Universität Aarhus werteten die Daten von mehr als 32000 Patienten aus, die zwischen 1999 und 2008 zum ersten Mal die Diagnose «Vorhofflimmern» oder «Vorhofflattern» bekommen hatten. Als Vergleichsgruppe dienten rund zehnmal so viele Personen ohne Herz-Rhythmus-Störungen.

Speziell die erstmalige Einnahme von nicht selektiven NSAR oder selektiven Hemmstoffen der Cyclooxygenase 2 (COX-2-Hemmer, Coxibe) steigerte das Risiko für Vorhofflimmern oder Vorhofflattern. Patienten, welche erstmalig ein Rezept über ein anderes NSAR als Acetylsalicylsäure eingelöst hatten, erkrankten um mehr als 40 Prozent häufiger an einer dieser Herz-Rhythmus-Störungen als die Vergleichspersonen. Der Start einer Behandlung mit Coxiben steigerte die Anzahl der Neuerkrankungen (Inzidenz) sogar um etwa 70 Prozent. Das höchste Erkrankungsrisiko zeigten ältere Personen sowie Patienten mit chronischen Nierenleiden oder rheumatoider Arthritis. Patienten mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern sollten Ärzte NSAR oder COX-2-Hemmer deshalb nicht leichtfertig verordnen, folgern die Autoren der Studie.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=38527&Nachricht_Title=Nachrichten_Schmerzmittel+erh%F6hen+Risiko+f%FCr+Herz-Rhythmus-St%F6rung&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Was genau sind Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)?

Im Pharmawiki wird diese Arzneimittelgruppe so beschrieben:

„Nicht-steroidale Entzündungshemmer sind Schmerzmittel mit vielfältigen Wirkungen. Sie wirken schmerzstillend, fiebersenkend, entzündungshemmend und können die Blutgerinnung hemmen. Dementsprechend werden sie bei Schmerzen verschiedener Ursache, bei Fieber, entzündlichen Erkrankungen und zur Blutverdünnung verwendet. Eine längerfristige Einnahme der Medikamente ist problematisch und kann unter anderem zu Kopfschmerzen, Geschwüren im Magen und im Darm und zu Nierenerkrankungen führen. Deshalb sollen sie kurzfristig und wenn möglich in tiefer Dosis angewandt werden.“

Beispiele für NSAR (auch NSAID genannt) in der Schweiz:

Mefenaminsäure (Ponstan®, Mefenacid)

Flufenaminsäure (Assan®)

Etofenamat (Rheumon®, Traumalix®)

Acemetacin (Tilur®)

Bufexamac (Parfenac®)

Diclofenac, Diclofenac-Gel (Voltaren®)

Indometacin (Indocid®)

Nepafenac (Nevanac®)

Phenazon

Aminophenazon

Propyphenazon

Metamizol (Novalgin®)

Phenylbutazon

Ich bin kein fundamentalistischer Gegner „chemischer“ Medikamente. Dieses einseitige Schwarz-Weiss-Denken – hier die böse „Chemie“, dort die sanfte „Naturmedizin“  – in Komplementärmedizin und Alternativmedizin leider verbreitet – halte ich für bescheuert. Es braucht anstelle dieses unseligen „Lagerdenkens“ eine optionale Grundhaltung. Das heisst: Alle Wahlmöglichkeiten (Optionen) sollen dargelegt und geprüft werden, um die jeweils beste zu wählen. So können auch NSAR in manchen Situationen wichtig und richtig sein, beispielsweise im hoch entzündlichen Polyarthritisschub, bei Hexenschuss (Lumbago, Ischias-Syndrom) oder starken Zahnschmerzen.

Aber es braucht auch mildere Mittel für leichtere Entzündungen und leichtere Schmerzen, bei denen der Einsatz von NSAR nicht notwendig ist. Vor allem der langfristige Einsatz von NSAR ist nicht risikolos, wie unter anderem die oben beschriebene Studie gezeigt hat.

In diesem milderen Segment können Naturheilmittel (Wickel, Heilpflanzen-Anwendungen) eine wichtige Rolle spielen.

„Pharmawiki“ erwähnt übrigens unter der Rubrik „Pflanzliche NSAID“ die Weidenrinde (Salix spec.)  und die Spierblume (Spierstaude, Mädesüss, Wiesen-Geissbart, Filipendula ulmaria).

Vor allen Weidenrinden-Extrakt ist als leichtes Schmerzmittel gut dokumentiert und wird zum Beispiel bei Arthrose eingesetzt.

Siehe auch:

Heilpflanzen-Präparate bei Rheuma

Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen

Phytotherapie bei Arthrose: Weidenrinde, Teufelskralle

Phytotherapie bei Schmerzen

Phytotherapie: Heilpflanzen zur Schmerzbehandlung

Phytotherapie: Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, Fieber, Rheumabeschwerden

Weidenrinden-Extrakte lindern Arthritis

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Weidenrinde & Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin)

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Weidenrinde hat entzündungswidrige und schmerzstillende Wirkung, zum Beispiel bei Gelenkschmerzen infolge von Arthrose.

Im „Phyto-Forum“ der „Aerztezeitung“ wurde vor kurzem dazu folgende Frage gestellt:

„Schmerz- und Entzündungshemmer werden in der Langzeitanwendung immer wieder kontrovers diskutiert. Wie ist die Lage etwa bei Weidenrindenextrakt?“

Als Antwort schreibt Professor Rainer C. Görne:

„Das wirksame Prinzip der Weidenrinde ist Salicin, das im Organismus zur antientzündlichen und schmerzmindernden Salizylsäure umgewandelt wird. Diese Substanz ist chemisch-synthetisch hergestellter Acetyl-Salizylsäure (ASS) sehr ähnlich.

Salizylsäure und ASS hemmen die Synthese von Entzündungsmediatoren, den Prostaglandinen. Hieraus resultieren antientzündliche und schmerzmindernde Wirkung, aber auch Nebenwirkungen, die bei langfristiger Einnahme zu Dyspepsie, Sodbrennen, bis hin zu Magenblutungen, führen können.

Die genannten Nebenwirkungen sind nicht vollständig und müssen stets im Zusammenhang mit der eingenommenen Dosis bewertet werden. Insofern gibt es keine kontroverse Diskussion über Schmerz- und Entzündungshemmer, sondern es gilt die Feststellung, dass die Sinnhaftigkeit einer langfristigen Einnahme stets im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen zu überprüfen ist.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/article/648939/phyto-forum-salizylsaeure-acetyl-salizylsaeure-sehr-aehnlich.html?sh=285&h=-1436656583

Kommentar & Ergänzung:

Diese Antwort geht meinem Eindruck nach nicht auf die Frage bezüglich Weidenrinde ein. Es ist selbstverständliche, dass „die Sinnhaftigkeit einer langfristigen Einnahme stets im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen zu überprüfen ist.“

Aber was ist nun mit der Weidenrinde?

Das Potenzial für gravierende Nebenwirkungen ist beim Weidenrinden-Extrakt mit Sicherheit viel geringer als bei NSAR wie Mefenacid oder Diclofenac. Weidenrindenextrakt ist von der Salicylat-Dosis her prägnant tiefer als Aspirin.

Weidenrinden-Extrakt zeigt eine leicht schmerzstillende Wirkung. Bei einer akuten Gelenkentzündung reicht die Entzündungshemmung aber meist nicht aus und es braucht oft stärkere Medikamente wie bspw. NSAR.

Ausserdem wichtig: Wenn im Text das Salicin aus der Weidenrinde in die Nähe der Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) gestellt wird, dann ist es wichtig festzuhalten, dass die Wirkungen dieser beiden Substanzen sich in einem wesentlichen Punkt unterscheiden. Salicin wirkt im Gegensatz zu ASS / Aspirin nicht thrombozytenaggregationshemmend. Salicin bzw. Weidenrinde ist daher kein Ersatz für Aspirin Cardio!

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie: Teufelskralle bei Rheuma

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Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) soll Schmerzen und Entzündungen lindern.

In den Wurzelausläufern der Heilpflanze befinden sich Bitterstoffe, die sogenannten Iridoide. Sie sollen einer Entzündung im Organismus entgegenwirken, Schmerzen lindern und den Gelenkknorpel schützen. Hauptsächlich der Wirkstoff Harpagosid – aus der Gruppe der Iridoide – spielt dabei wohl eine wichtige Rolle. Professorin Sigrun Chrubasik erforscht an der Uniklinik Freiburg schon seit Jahren die Teufelskrallenwurzel und erklärt, dass wir noch nicht alle wirksamen Inhaltsstoffe der Pflanze kennen.

Vor allem bei entzündlichem Rheuma, Arthrose und Rückenschmerzen wird die Heilpflanze in der Naturheilkunde empfohlen. Inzwischen gibt es zur Wirkung der Teufelskralle viele Studien. Allerdings lassen sich die einzelnen Untersuchungen nicht unbedingt vergleichen, erklären Fachleute. Denn einige Studien bescheinigen der Teufelskralle, dass sie sich günstig auf Gelenkbeschwerden und Rückenschmerzen auswirkt. Andere kommen zu weniger eindeutigen Resultaten.
Ähnlich unterschiedlich bewerten Heilpflanzenforscher, in welcher Form Teufelskralle am besten wirkt. Ein Tee aus Teufelskrallenwurzel wird nur selten empfohlen, da dieser ziemlich bitter schmeckt. Besser eignen sich hochdosierte Teufelskrallen-Extrakte in Form von Tabletten oder Kapseln. Wie der optimale Extrakt hergestellt werden sollte, darüber gehen die Meinungen aber wieder auseinander.

Wer auf das Teufelskralle-Präparate setzt, muss eine längerfristige Einnahme ins Auge fassen. Die Studien von Sigrun Chrubasik zeigen, dass es mindestens drei bis vier Monate dauert, bis sich die Wirkung voll entfaltet. Unbegrenzt sollten Patienten die Heilpflanze jedoch auch nicht anwenden. Nach einiger Zeit ist des ratsam, eine Pause einzulegen.

Teufelskralle reicht nicht bei akuten Enzündungen

Teufelskralle ersetzt allerdings nicht die Standardtherapie bei entzündlichem Rheuma. Das Heilpflanzen-Präparat kommt nur unterstützend infrage.

Professor Jürgen Wollenhaupt, Chefarzt der Abteilung für Rheumatologie und Immunologie an der Schön-Klinik Hamburg-Eilbek sagt, dass es für die rheumatoide Arthritis gut wirksame Entzündungs- und Schmerzhemmer gibt, die bei der Behandlung im Vordergrund stehen sollten. Denn im Gegensatz zu diesen Medikamenten eigne sich die Teufelskralle nicht gegen akute Schmerzen – etwa bei einem Rheumaschub. Macht eine Arthrose oder der Rücken dagegen dauerhafte Beschwerden, kommt Teufelskrallen-Extrakt in Frage. Reagieren Arthrose-Patienten zum Beispiel auf Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen mit Magenbeschwerden, stellt die afrikanische Heilpflanze manchmal eine besser verträgliche Variante dar.

Quelle:

http://www.apotheken-umschau.de/Heilpflanzen/Hilft-Teufelskralle-bei-Rheuma-77547.html

Kommentar & Ergänzung:

Teufelskralle gehört zu denjenigen Heilpflanzen, deren Wirkung in den letzten Jahren zunehmend besser durch Studien mit Patienten belegt wurde.

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) stammt aus Afrika. Sie wird oft verwechselt mit unserer einheimischen Gattung Teufelskralle (Rapunzel, Phyteuma), die aber mit Harpagophytum procumbens nicht verwandt ist und auch nicht deren Wirkung aufweist.

Zu den intensiv untersuchten Heilpflanzen im Bereich Arthrose / Rheuma gehört auch die Weidenrinde bzw. Weidenrinden-Extrakt.

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Verflixt & Verflochten – Von Weiden & Korbflechtern

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Eine Ausstellung im Naturmuseum Winterthur noch bis zum 24. Oktober 2010

Von Weiden und Korbflechterei handelt die aktuelle Ausstellung im Naturmuseum Winterthur, eine Koproduktion des Botanischen Gartens St.Gallen und der Interessengemeinschaft Korbflechterei der Schweiz (IGK).

Weidenkätzchen gehören zum Frühjahr wie geflochtene Körbe zum Bauernmarkt.

Das uralte Handwerk der Korbflechter hat sich durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart erhalten. Geflochtene Körbe hat wohl fast jeder zu Hause, doch wer denkt schon bei salizylsäurehaltigen Schmerzmitteln an die heimischen Weiden. „Verflixt und verflochten“, die aktuelle Ausstellung im Naturmuseum Winterthur, zeigt die Vielfalt heimischer Weiden und Geflochtenes aus der Werkstatt moderner Korb- und Flechtwerkgestalter, vom traditionellen Weidenkorb bis zu filigranem Flechtwerk.

Unter einem Dach aus gebundenen Weiden entdeckt man im Temporärsaal des Naturmuseums Winterthur unterschiedliche Weiden: vom „Kleinsten Baum der Welt“, der alpinen Kraut-Weide, bis zur mächtigen Silber-Weide an unseren Flussläufen.

Weiden sind aber nicht gleich Weiden. Mehr als 30 unterschiedliche Weiden-Arten wachsen in der Schweiz. Die Stadtgärtnerei Winterthur zeigt eine repräsentative Auswahl auf der Parkparzelle hinter der Liegenschaftenverwaltung an der Lindstrasse 6.

Quelle: Naturmuseum Winterthur, www.natur.winterthur.ch

Kommentar & Ergänzung:

Weiden enthalten Salicin, ein Wirkstoff der Schmerzen lindert und Fieber senkt. Weidenrinden-Extrakte werden in der Phytotherapie deshalb beispielsweise bei Arthrose eingesetzt. Die Weide bzw. Weidenrinde gehört deshalb zu den wichtigen Heilpflanzen.

Weidensträucher und Weidenbäume sind aber auch für die Natur wichtig. Weidenkätzchen zum Beispiel sind im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen.

Die Ausstellung im Naturmuseum Winterthur berichtet von der kulturhistorischen Bedeutung der Weiden und stellt verschiedene Vertreter dieser interessanten Pflanzengattung vor.

Und übrigens: Auch die Dauerausstellung im Naturmuseum Winterthur ist sehr sehenswert.

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