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Rotes Weinlaub und Rosskastanien-Extrakt gegen Krampfadern – ja, aber in welcher Form?

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T-online hat einen Artikel zum Thema „Venenschwäche“ veröffentlicht mit dem Titel „Krampfadern vorbeugen: So zögern Sie sie hinaus.“

Darin gibt es eine Reihe nützlicher, aber auch schon ziemlich bekannter Tipps. Beispielsweise zu Risikofaktoren für Krampfadern wie:

langes Stehen

langes Sitzen

Bewegungsmangel

Übergewicht

Rauchen

Antibabypille

Hormonersatztherapien etwa in den Wechseljahren.

 

Auch wird auf die Bedeutung ausreichender Bewegung hingewiesen.

In einem Nebensatz kommt dazu noch netterweise eine Empfehlung zweier Heilpflanzen:

„In der Naturheilkunde werden auch Cremes und Umschläge aus rotem Weinlaub- oder Rosskastanien-Extrakt gegen Krampfadern eingesetzt.“

Damit trifft t-online im selben Satz voll ins Schwarze und voll daneben.

Rotes Weinlauf und Rosskastanien-Extrakt, das sind zusammen mit Buchweizenkraut (Rutin) tatsächlich die Favoriten der Phytotherapie, wenn es um Venenschwäche und Krampfadern geht.

Zwei Punkte laufen aber schief:

  1. Studien, die eine Wirksamkeit zeigen, gibt es beim Roten Weinlaub und beim Rosskastanien-Extrakt nur für Präparate zum Einnehmen, zum Beispiel in Kapselform. Dass die Wirkstoffe aus Rotem Weinlauf (Flavonoide) und aus Rosskastanien-Extrakt (Aescin) durch die Haut in relevanten Mengen aufgenommen werden, ist sehr unwahrscheinlich und nicht einmal ansatzweise belegt. Umschläge mit Roten Weinlaub oder Rosskastaniensalben sind daher als Anwendungsform sehr fragwürdig
  1. Es gibt keine fundierten Hinweise darauf, dass Präparate aus Rotem Weinlaub oder Rosskastanien-Extrakt vorbeugend oder gar heilend wirken bei Krampfadern, wie es der Text nahelegt. Belegt wurde eine Linderung der Beschwerden bei Venenschwäche bzw. Krampfadern. Venöse Stauungen (Ödeme) und das Gefühl schwerer Beine wurden reduziert. Das ist wertvoll, aber es ist eben nicht die Vorbeugung oder gar Heilung, die von der Werbung oft versprochen wird.

Darüber hinaus enthält der Text auf t-online noch Tipps zur Ernährung, zum Beispiel:

„Fördern Sie die Venendurchblutung mit Gewürzen wie Ingwer, Pfeffer und Chili.“

Nichts gegen Ingwer, Pfeffer und Chili, aber so ganz nachvollziehbar ist diese Empfehlung nicht. Der Wirkstoff im Chili (Capsaicin) wirkt beispielsweise auf der Haut durchblutungsfördernd und erweitert dazu kleine Kapillargefässe. Aber ob ich eine solche Wirkung auch auslösen kann durch Einnahme von Chili ist sehr fraglich. Wieviel Chili müsste ich denn täglich einnehmen, damit der Wirkstoff in relevanter Konzentration in kleinen Venen gelangt und sie erweitert. Und wäre das überhaupt sinnvoll für einen besseren venösen Rückfluss oder eher kontraproduktiv?

Quelle der Zitate:

http://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_46399962/krampfadern-vorbeugen-mit-sport-und-richtiger-ernaehrung.html

Siehe auch:

Empfehlungen zur Behandlung chronischer Venenleiden

Venenerkrankungen: Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt erneut bestätigt

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Vaginalcreme mit Fenchel gegen Scheidentrockenheit

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Eine Vaginalcreme mit Fenchel reduzierte in einer Studie die Symptome postmenopausaler Scheidentrockenheit.

Während der Wechseljahre wird die Östrogenproduktion im weiblichen Organismus vermindert. Dabei kommt es bei beinahe 40 % der Frauen zu Symptomen wie Brennen, Jucken, Scheidentrockenheit und Dyspareunie (Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs). Der pH-Wert in der Vagina erhöht sich, was dazu führt, dass Krankheitserreger sich leichter ansiedeln und Entzündungen auslösen können. Sexuelle Aktivität kann dieser Entwicklung entgegen wirken, doch zahlreichen Frauen bleibt nur der Griff zu Cremes und Gleitmitteln.

Fenchelfrüchte aus Foeniculum vulgare werden sowohl in der traditionellen Medizin als auch in der modernen Phytotherapie eingesetzt. In einer Studie wurde untersucht, ob sich Scheidentrockenheit mit einer lokal anwendbaren Fenchelcreme lindern lässt.

Für die Studie wurde eine speziell hergestellte 5-prozentige Fenchelcreme an 30 postmenopausalen Frauen getestet. Die Probandinnen der Kontrollgruppe in dieser randomisierten Doppelblindstudie bekamen dagegen eine Placebo-Creme. Die Symptome Brennen, Jucken, Trockenheit, Färbung der Vagina und Dyspareunie wurden in ihrer Ausprägung vor Behandlungsbeginn sowie nach zwei, vier und acht Wochen erfasst.

Ein Abstrich diente der zytologischen Untersuchung und wurde beim Start und acht Wochen nach der Behandlung durchgeführt, ebenso wie eine Messung des pH-Wertes im Scheidenmilieu.

Im Vergleich zur Placebo-Creme führte die Fenchelcreme sowohl zu einer der Verbesserung zytologischen Parameter als auch zu einer signifikanten Verminderung der Symptome. Keine der 30 Frauen in der „Fenchelcreme-Gruppe“ litt nach der 8-wöchigen Behandlung unter Juckreiz oder Trockenheit, lediglich eine Probandin berichtete von leichtem Brennen und zwei von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Der pH-Wert, der vor der Behandlung bei allen Frauen über pH 5 lag, war am Schluss der Behandlungsphase bei allen Frauen in der Fenchelcremegruppe tiefer als pH 5.

In der Kontrollgruppe dagegen erfuhren die Studienteilnehmerinnen nur eine leichte Besserung mancher Symptome, der pH-Wert und die zytologischen Werte veränderten sich im Vergleich zu den Ausgangswerten nur geringfügig.

In keiner der beiden Gruppen zeigten sich unerwünschte Nebenwirkungen durch die Anwendung der Cremes.

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/fenchelcreme-gegen-scheidentrockenheit.html

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26617271

Kommentar & Ergänzung:

Diese Studie ist eine Überraschung, weil Fenchel in der Phytotherapie bisher hauptsächlich zur Linderung von Verdauungsstörungen und als schleimlösendes Mittel bei Husten eingesetzt wird. Im Zusammenhang mit Scheidentrockenheit taucht Fenchel bisher nicht auf. Allerdings zeigen Inhaltsstoffe des Fenchels im Labor östrogene Eigenschaften und das dürfte auch der Hintergrund dieser Studie sein.

Die untersuchte Fenchelcreme ist bisher nicht im Handel erhältlich und leider ist aus dem Abstract nicht ersichtlich, welche Art von Fenchelzubereitung genau verwendet wurde. Eigentlich müsste Fenchelöl in einer Basiscreme passen, da die östrogenen Inhaltsstoffe Bestandteil dieses ätherischen Öls sind. Zu klären wäre dann allerdings die adäquate Konzentration. Bis auf der Basis dieser Studie ein Präparat mit belegter Wirksamkeit und geprüfter Verträglichkeit vorliegt, dürfte es also noch einige Forschungsanstrengungen brauchen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hormonersatztherapie steigert Risiko auf Eierstockkrebs

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Die heute seltener verordnete Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren steigert einer Meta-Analyse im Lancet (2015; doi: org/10.1016/S0140-6736(14)61687-1) zufolge auch das Risiko für Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom).

 

Als die Women’s Health Initiative im Jahr 2002 aufzeigte, dass die Einnahme von Östrogen-Gestagen-Präparaten nach der Menopause das Risiko auf Herzinfarkt und Brustkrebs steigert, gingen die Verordnungszahlen der seit den 1940er Jahren propa­gierten Hormonersatztherapie stark zurück. In den letzten Jahren sollen sich die Verordnungen dann stabilisiert haben. Nach den Recherchen der Collaborative Group on Epidemiological Studies of Ovarian Cancer um den Epidemiologen Richard Peto von der Universität Oxford nehmen in den USA und Großbritannien inzwischen wieder 6 Millionen Frauen Hormonpräparate ein, um ihre Wechseljahrbeschwerden zu lindern.

 

Die jetzt vorgestellten Resultate der Collaborative Group on Epidemiological Studies of Ovarian Cancer sprechen erneut gegen den unbedachten und langfristigen Einsatz der Hormonpräparate. Die Auswertung von 52 epidemiologischen Studien (17 prospektive und 35 retrospektive Untersuchungen) zeigte nämlich, dass die Einnahme der Hormone auch mit einem Anstieg der Ovarialkarzinome verbunden ist.

Da diese Tumore relativ selten sind, wurde ein Zusammenhang mit Hormonpräparaten in der Women’s Health Initiative möglicherweise übersehen.

Anders als beim Brustkrebs existiert jedoch keine effektive Früherkennung und die Behandlungsresultate sind sehr viel ungünstiger als beim Brustkrebs, das im Frühstadium von neun von zehn Frauen überlebt wird, während die Mehrheit der Ovarialkarzinome zu spät entdeckt wird und nicht mehr kurativ therapiert werden kann.

 

Laut Peto erkrankt eine von 50 Frauen im Verlauf ihres Lebens an einem Eierstockkrebs. Die Studie kommt zum Schluss, dass eine Hormontherapie nach der Menopause zu einer zusätzlichen Erkrankung unter 1.000 Frauen führt. Dies ergibt einen Anstieg der Häufigkeit von 20 auf 21 Erkrankungen auf 1.000 Frauen. Bei derzeit etwa einer Million Frauen, die sich allein in Großbritannien für eine Hormontherapie entscheiden, führt dies pro Jahr zu etwa 7.000 Ovarialkarzinome, die bei einem Verzicht auf die Hormontherapie vermeidbar wären.

 

Quelle:

aerzteblatt.de, Hormonersatztherapie erhöht Risiko auf Ovarialkarzinom

 

Kommentar & Ergänzung:

Ein weiterer Grund, bei leichteren Wechseljahrbeschwerden die Option Phytopharmaka ins Auge zu fassen. Das heisst vor allem: Präparate mit Trockenextrakt aus Traubensilberkerzen-Wurzelstock (Cimicifuga racemosa, Actaea racemoa) bei Hitzewallungen. In den frühen Wechseljahren, wenn noch keine Hitzewallungen auftreten,  Mönchspfefferextrakt.

Bei leichteren Wechseljahrbeschwerden könnten aber auch nichtmedikamentöse Massnahmen helfen, zum Beispiel regelmässige sportliche Aktivitäten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytoöstrogene: Hopfen bei Hitzewallungen in den Wechseljahren

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Hopfenzapfen werden immer wieder mal empfohlen gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren. Begründet wird dies mit dem Gehalt an Phytoöstrogenen.

Reinhard Länger hat in der Zeitschrift „PHYTOTherapie“ (5 / 2014) der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie einen informativen Beitrag über den Hopfen als Heilpflanze publiziert. Darin geht es auch um die Phytoöstrogene im Hopfen.

Zitat:

„Hopfenzapfen enthalten neben den genannten Inhaltsstoffen auch Flavonoide, darunter solche, die östrogenartige Effekte hervorrufen können (nomenklatorisch nicht ganz korrekt als 8-Prenylnaringenin bezeichnet). Obwohl diese Substanz zu jenen Phytoöstrogenen zählt, die in-vitro die stärksten Wirkungen zeigten, ist die Affinität zu den Östrogenrezeptoren verglichen mit Estradiol doch deutlich geringer (ERα 70-fach geringer, ERβ 20,000-fach geringer). Diese Substanzen könnten die Erklärung dafür sein, weshalb bei Hopfenpflückerinnen Zyklusstörungen beobachtet wurden und traditionell konzentrierte Reste des Brauvorgangs zur Behandlung verschiedenster gynäkologischer Probleme verwendet wurden. In Bieren, die mit modernen CO2-Extrakten aus Hopfen zubereitet wurden, ist der Phytoöstrogengehalt im Bereich 0 – ca. 20 μg/kg, also sehr gering.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0514.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Ich bin gegenüber der Empfehlung von Hopfen zur Linderung von Wechseljahrbeschwerden schon seit langem generell skeptisch.

Erstens ist der Gehalt an Phytoöstrogenen tatsächlich gering. Im Labor zeigt die Substanz aber interessante Wirkungen.

Zweitens bindet Prenylnaringenin – wie auch Reinhard Länger darlegt – deutlich stärker an den Östrogenrezeptor Alpha (Erα) als an Östrogenrezeptor Beta (Erβ).

Diese beiden Östrogenrezeptoren befinden sich im menschlichen Körper an unterschiedlichen Orten.

Der ERα überwiegt in der Niere und Nebenniere, in der Brustdrüse, in der Leber, im Uterus und im Zentralnervensystem in der Hypophyse.

Überwiegend ERß dominiert im Gefäßsystem, im Knochen, in der Lunge, in der Blase und in der Prostata.

Da in der Brustdrüse und im Uterus Tumore auftreten können, die durch Östrogene im Wachstum stimuliert werden, ist bei Substanzen wie Prenylnaringenin, die hauptsächlich an Erα binden, nicht auszuschliessen, dass sie dort tumorfördernde Effekte auslösen.

Selbst wenn also Hopfen relevante östrogene Wirkungen im menschlichen Organismus zeigen würde, wäre eine Empfehlung gegen Wechseljahrbeschwerden meines Erachtens wegen diesem nicht geklärten Risiko fragwürdig.

Die von Reinhard Länger erwähnten Berichte über Zyklusstörungen bei Hopfenpflückerinnen geistern im übrigen schon seit Jahrzehnten in der Fachliteratur herum, ohne dass ich bisher irgendwo konkrete Angaben dazu gefunden hätte (wer hat wann, wo, was genau beobachtet? Wo wurden diese Angaben publiziert?).

In der Phytotherapie-Fachliteratur wird Hopfen hauptsächlich als Mittel gegen Schlafstörungen, Unruhe und Nervosität eingesetzt. Eine Empfehlung von Hopfen zur Linderung von Hitzewallungen taucht dort nicht auf. Empfohlen wird gegen diese Beschwerden in der Regel Traubensilberkerze als Extrakt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Testosteron: Fragwürdige Hormontherapie für Männer

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Gegen Erschöpfung und nachlassende Kraft im Alter raten manche Ärzte zu Testosteron – obwohl der Nutzen der Hormontherapie mehr als fraglich ist und Risiken nicht auszuschliessen sind.

Martin Reincke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und zugleich Chef der Medizinischen Klinik Innenstadt der Uni München, zweifelt die einfache Logik von Mangel und Ersatz grundsätzlich an. Der Zusammenhang von niedrigem Testosteron und nachlassender Libido sei ziemlich schwach. Große, seriöse Behandlungsstudien gebe es nicht und die kleineren mussten wegen gravierender Nebenwirkungen für Herz und Kreislauf abgebrochen werden, sagt Reincke. Erfreulicherweise fielen jedoch nicht so viele Männer auf die falschen Versprechen der Hormon-Propheten herein. Die männliche Sehnsucht nach einem Jungbrunnen durch Testosteron lasse sich jedenfalls nicht erfüllen.

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/hormontherapie-fuer-maenner-risiko-statt-jungbrunnen-1.2229442

 

Kommentar & Ergänzung:

Fragwürdig ist vor allem, dass solche Hormontherapien von manchen „Anti-Aging-Propagandisten“ ziemlich offensiv gepusht werden, lange bevor Nutzen und Risiko sorgfältig geprüft wurden. Das war auch bei der Hormonersatztherapie bei Frauen in den Wechseljahren so.

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Johanniskraut zur Arzneipflanze des Jahres 2015 gewählt

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Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist vom 
„Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2015 gewählt worden.

Das Echte Johanniskraut hat diese Auszeichnung zweifellos „verdient“. Johanniskraut ist eine vielfältige Heilpflanze, die sowohl in der traditionellen Pflanzenheilkunde also auch in der modernen Arzneipflanzenforschung eine wichtige Rolle spielt. Als Anwendungsgebiet stehen heute die leichten und mittelschweren Depressionen im Vordergrund. Trotz intensiver Forschung konnten aber die Wirkungsmechanismen für die stimmungsaufhellenden Effekte bislang nicht vollständig geklärt werden.

Im Zentrum der Forschung stehen die Wirkstoffe Hypericin, Hyperforin, sowie Xanthone und Flavonoide.

Reich an Wirkstoffen sind insbesondere die Blütenknospen, die geöffneten Blüten und die noch grünen Kapseln.

Der Anteil an Stängeln sollte dagegen möglichst tief sein.

Für die Herstellung von Johanniskrauttee, Johanniskrauttinktur und Johanniskrautextrakt werden nur die zur Blütezeit geernteten Triebspitzen verwendet.

Verschiedene Wirkungsmechanismen von Johanniskrautextrakten wurden und werden erforscht. Spezielle Botenstoffe im Nervensystem (Neurotransmitter) bleiben bei Einwirkung von Johanniskrautextrakt länger und in grösserer Zahl verfügbar. Zu den Neurotransmittern zählen Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, GABA (Gamma-Aminobuttersäure) und L-Glutamat. Sie übertragen an den Verknüpfungsstellen der Nervenzellen (Synapsen) Informationen bzw. Reize.

Die Neurotransmitterspiegel in den Synapsen steigen an, und die Reizübertragung wird verbessert, da klassische Abschaltwege wie der enzymatische Abbau der Neurotransmitter oder die Wiederaufnahme aus dem Spalt in die Synapse durch Johanniskraut-Wirkstoffe gehemmt werden. Die Steigerung der Menge an verfügbaren Neurotransmittern ist auch ein entscheidendes Prinzip der klassischen Antidepressiva, woraus ihre stimmungsaufhellende Wirkung resultiert.

Auf Grund von einschlägigen klinischen Studien wurde Johanniskraut bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen und Depressionen zugelassen, ebenso bei psychovegetativen Störungen, Angstzuständen und nervöser Unruhe. Sinnvoll ist die Anwendung auch bei Winterdepression, Schlafstörungen aufgrund von leichten Depressionen und bei entsprechenden Symptomen während der Wechseljahre.

 

Wechselwirkungen beachten

Ende der 1990er Jahre wurde festgestellt, dass Johanniskraut zu verstärktem Abbau anderer Arzneistoffe führen kann, in dem es das wichtigste Arzneimittel abbauende Enzym (CYP 3A4) in seiner Wirkung aktiviert. Bei der Kombination von Johanniskraut mit einigen anderen Medikamenten kann es einige Zeit nach Behandlungsbeginn zu starken Wirkverlusten und nach Absetzen dagegen zu therapeutisch gefährlichem Ansteigen der anderen Arzneimittel kommen. Hochdosierte Johanniskrautpräparate mit einer Tagesdosis ab 600 mg weisen Interaktionen (Wechselwirkungen) mit einigen Arzneistoffen im Bereich der Antidepressiva, der Immunsupressiva oder Anti-HIV-Mitteln auf, ebenso sind Herzmittel wie Digoxin, Blutgerinnungshemmer vom Cumarintyp und vermutlich auch das bronchienerweiternde Mittel Theophyllin betroffen. Ebenso ist nicht auszuschließen, dass die Wirksamkeit von hormonellen Verhütungsmitteln („Pille“) herabgesetzt wird. 
Bei der alleinigen Einnahme auch hochdosierter Johanniskrautmittel ist die Verträglichkeit gut und deutlich besser als bei anderen Antidepressiva. Eine ausgeprägte Steigerung der Photosensibilität (Lichtempfindlichkeit) der Haut wurde bisher nur bei Weidetieren beschrieben, mit den für Menschen eingesetzten therapeutischen Dosen sind ernste Symptome der Phototoxizität nicht zu erwarten.

Quelle:

http://www.klostermedizin.de/index.php/heilpflanzen/arzneipflanze-des-jahres/59-arzneipflanze-des-jahres-2015-echtes-johanniskraut-hypericum-perforatum

 

Kommentar & Ergänzung:

Der 
„Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg wählt seit längerem jedes Jahr eine Arzneipflanze des Jahres.

Hier ein paar „Preisträger“ aus der Vergangenheit:

Arzneipflanze des Jahres 2014: Spitzwegerich 

Phytotherapie: Kapuzinerkresse zur Arzneipflanze des Jahres 2013 gewählt

Süssholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt 

Passionsblume ist Arzneipflanze des Jahres 2011

Phytotherapie: Efeu zur Arzneipflanze des Jahres 2010 ernannt

Fenchel Arzneipflanze des Jahres 2009 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturheilkunde in der Onkologie

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Der „Wiesbadener Kurier“ veröffentlichte ein Interview mit Professor Dr. Franz-Josef Prott, dem Leiter des Zentrums für Radiologie und Strahlentherapie am St.-Josefs-Hospital in Wiesbaden. Das Gespräch drehte sich um Risiken der Alternativmedizin und Möglichkeiten der Naturheilkunde bei Krebserkrankungen.

Zitat zu den Risiken:

„Viele Patienten, die die Diagnose Krebs erhalten, schrecken vor der Therapie mit Operation, Chemo- und Strahlentherapie zurück und wenden sich Alternativmethoden zu. Die Folgen sind fatal. Wir behandeln oft besonders Frauen mit Brustkrebs, die bei der Diagnose zuerst heilbar gewesen wären und dann, wenn sie zu uns kommen, können wir nur noch palliativ die Symptome behandeln.“

Zitate zu den Möglichkeiten der Naturheilkunde:

„Selen senkt beispielsweise die Nebenwirkungen am Darm bei Bauchbestrahlungen. Wir wenden Selen hoch dosiert sehr gerne bei Patientinnen an, die nach Bestrahlung der Lymphabflusswege bei Brustkrebs einen Lymphstau des Arms bekommen haben. Salbei, Ingwer und Honig haben wir fest im Programm bei Beschwerden der Hals- und Rachenregion.“

„Ja, unseren Patienten, die wir im Kopf- und Halsbereich bestrahlen, raten wir gerne, einen Löffel voll Honig zwischendurch einzunehmen und warmen Salbeitee stets griffbereit zu haben. Salbei wirkt antibakteriell und ist fester Bestandteil unserer Mundspülungen. Zudem helfen Traubensilberkerzenextrakte gegen Hitzewallungen, die bei einer Anti-Hormon-Therapie von Brustkrebspatientinnen oft auftreten können.“

Quelle:

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/es-gibt-leider-viel-hokuspokus_14496638.htm

Kommentar & Ergänzung:

Zu den Risiken:

Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen mit einer Krebserkrankung trotz guter Prognose eine Behandlung mit Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie ausschlagen und stattdessen auf leere Heilungsversprechungen aus der Alternativmedizin setzen. Natürlich kann jeder Mensch in der Regel selber entscheiden, ob er oder sie sich einer bestimmten Behandlung unterziehen will. Eine Krebsdiagnose setzt Menschen aber stark unter Druck (emotional, zeitlich) und das macht anfällig für Heilungsversprechungen. Umso schlimmer ist es, wenn Scharlatane diese Situation ausnutzen, den Betroffenen wirkungslose Mittel andrehen und sie manchmal sogar aktiv von wirksamen Therapien abhalten. Dass es in Situationen, in denen das Leben zu Ende geht, auch sinnvoll sein kann, auf weitere invasive Therapien zu verzichten, ist ein ganz anderes Thema.

Zu den Möglichkeiten:

Selen ist ein starkes Antioxidans (Radikalfänger). Es linderte in verschiedenen Untersuchungen Lymphödeme nach Strahlentherapie und nach Operationen. Selen soll zudem die Wirkung gewisser Chemotherapeutika verbessern und Nebenwirkungen von Chemotherapeutika lindern können. Manche Kliniken befürworten daher die Gabe von Selen parallel zu Chemotherapie und Strahlentherapie. Es gibt aber auch Einwände, die bedenkenswert sind: Chemotherapie und Strahlentherapie bewirken eine vermehrte Bildung von freien Radikalen, die sowohl für die Wirkung als auch für die Nebenwirkungen der Behandlung zentral zu sein scheinen. Ein Antioxidans wie Selen könnte daher nicht nur die Nebenwirkungen, sondern auch die therapeutische Wirkung von Chemotherapie und Strahlentherapie abschwächen:

„Antioxidantien und andere Mikronährstoffe während einer Chemo- oder Radiotherapie werden kontrovers diskutiert, da bei einer Kombination eine Abschwächung der konventionellen Tumortherapien nicht ausgeschlossen ist.“

Quelle: http://www.medicalforum.ch/docs/smf/2014/37/de/smf-02036.pdf

Ich bin nicht in der Lage, in dieser Kontroverse um Wirksamkeit und Sicherheit einer Selengabe parallel zu Chemotherapie und Strahlentherapie fundiert Stellung zu nehmen. Mich macht es allerdings eher skeptisch zu sehen, wie viele unterschiedliche positive Wirkungen dem Selen zugeschrieben werden. Das ist aber eine grundsätzliche Reaktion. Derart umfassende Fähigkeiten zum Heilen und Lindern machen mich immer skeptisch, weil sie einfach oft nicht realistisch sind. Vielleicht tue ich da dem Selen aber auch Unrecht…

Jedenfalls würde ich empfehlen, Selengaben während Chemotherapie und Strahlentherapie immer vorgängig mit dem behandelnden Onkologen, der behandelnden Onkologin zu besprechen.

 

Honig gegen Mucositis (Mundschleimhautentzündung) ist eine interessante Option. Siehe:

Palliative Care & Onkologiepflege: Honig bei Mucositis / Mundschleimhautentzündung

Honig gegen Mundschleimhautentzündung (Mucosits) bei Chemotherapie / Bestrahlung

 

Salbei ist ein Klassiker für Spülungen bei Mundschleimhautentzündungen. Neben antimikrobiellem ätherischem Öl enthält das Salbeiblatt auch entzündungshemmende Lamiaceen-Gerbstoffe. Es gibt in diesem Bereich aber noch ein paar weitere interessante Optionen: Bei den Gerbstoffpflanzen vor allem Tormentilltinktur, ausserdem reizlindernde Schleimpflanzen (z. B. Eibischwurzel).

Siehe:

Weiterbildung Palliative Care & Onkologiepflege: Gerbstoffe bei Mundschleimhautentzündung

Weiterbildung Palliative Care & Onkologiepflege: Schleimstoffe bei Mundschleimhautentzündung 

 

– Der Anwendungsbereich für Ingwer bleibt im Interview etwas gar vage. Ingwer wird in der Onkologie hauptsächlich verwendet zur Linderung von Übelkeit.

Siehe:

Onkologie & Palliative care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen 

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Traubensilberkerzenextrakt gegen Hitzewallungen bei Anti-Östrogen-Therapie von Brustkrebspatientinnen: Das ist leider nicht so gut belegt. Traubensilberkerze (Actaea racemosa, Cimicifuga racemosa) gilt in der Phytotherapie zwar als hilfreich bei leichteren Hitzewallungen in den Wechseljahren. Die Hitzewallungen bei Anti-Östrogen-Therapie sind aber ein spezieller Fall. Prof. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universität Rostock schrieb dazu in der Zeitschrift für Phytotherapie (Nr. 6 / 2010):

„….für Cimicifuga ergab sich….bei dieser Personengruppe keine Überlegenheit hinsichtlich der Menopausensymptomatik gegenüber Placebo.“

Mehr dazu hier:

Phytoöstrogene und hormonrezeptorpositiver Brustkrebs

Insgesamt bietet die Naturheilkunde und vor allem auch die Phytotherapie eine ganze Reihe von interessanten Optionen zur Linderung der Nebenwirkungen von Krebstherapien.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Heilpflanzen in den Wechseljahren

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„Wechseljahre: Hormonersatz oder Heilpflanzen?“, so titelt der „Kurier“ und fährt fort: „Österreichische Apotheken setzen auf sanfte Hausmittel mit pflanzlichen Wirkstoffen“.

Im Artikel wird die Apothekerin Irina Schwabegger-Wager zitiert: „Etwa ein Drittel der rund eine Million Österreicherinnen in den Wechseljahren hat keine Probleme. Ein weiteres Drittel hat leichte Beschwerden, die oft mit pflanzlichen Wirkstoffen gut in den Griff zu bekommen sind. Johanniskraut-, Rotklee-, Salbei-, Traubensilberkerze-, Baldrian-, Mönchspfeffer-Präparate, Tees etc. stehen dabei zur Verfügung. Aber auch hier kommt es auf entsprechende Information und Vorsicht an.“

Quelle:

http://kurier.at/lebensart/gesundheit/wechseljahre-hormonersatz-oder-heilpflanzen/29.629.110

 

Kommentar & Ergänzung:

Johanniskraut-, Rotklee-, Salbei-, Traubensilberkerze-, Baldrian-, Mönchspfeffer-Präparate – das sind tatsächlich genau diejenigen Heilpflanzen, die zur Linderung von Wechseljahrbeschwerden am häufigsten eingesetzt werden. Und es stimmt natürlich auch, dass es hier auf entsprechende Information und Vorsicht ankommt.

Weil der Artikel im „Kurier“ für die Beratung in Apotheken Werbung macht, möchte ich dazu noch eine Ergänzung anfügen:

Ich würde mich, was „Information“ über Heilpflanzen-Präparate und andere Naturheilmittel anbelangt, nicht fraglos auf die Beratung von Apotheken oder Drogerien verlassen – und dies aus zwei Gründen:

1. Apotheken und Drogerien empfehlen oft nicht das, was am wirksamsten und qualitativ am besten ist, sondern das, was am besten ins Sortiment passt und Gewinn verspricht.

2. Die fachliche Qualität der Beratung in Apotheken und Drogerien zum Thema Naturheilmittel ist sehr unterschiedlich – und manchmal recht fragwürdig. Falsche Auskünfte sind häufig, werden von Kundinnen und Kunden aber in der Regel wegen fehlender Fachkenntnisse nicht bemerkt.

 

Anmerkung zu Punkt 1:

Schätzungsweise 90% der Naturheilmittel, Komplementärmedizin-Präparate und pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel, die in Apotheken und Drogerien verkauft und empfohlen werden, sind unnötig und haben über den Placebo-Effekt hinaus keine Wirkung (im Internethandel ist es aber noch schlimmer!)

Die meisten Mitarbeitenden in Apotheken und Drogerien stehen diesem Bereich ihres Sortimentes viel zu unkritisch gegenüber, weil sie schlicht ökonomisch davon leben und weil ein grosser Teil der Weiterbildung von den Herstellern der Präparate zur Verfügung gestellt wird, was kritischem In-Frage-stellen nicht förderlich ist.

Beispiel Rotklee gegen Hitzewallungen: Ob Rotklee-Präparate gegen Wallungen wirksam sind ist überhaupt nicht geklärt. Trotzdem werden sie oft in Apotheken und Drogerien so propagiert, als ob ihre Wirksamkeit fraglos vorhanden wäre.

Dazu im Pharmawiki:

„Die Rotklee-Phytoöstrogene haben oestrogene Eigenschaften. Sie binden hauptsächlich an den Oestrogen-Rezeptor ERβ, sind hingegen nur schwache Agonisten an ERα. Sie werden deshalb auch als natürliche SERMs bezeichnet. Zwar ist ihre Affinität zum Rezeptor geringer als diejenige von Estradiol, aber sie liegen in deutlich höheren Konzentrationen vor. Die klinische Wirksamkeit bei vasomotorischen Beschwerden wie Hitzewallungen oder anderen Beschwerden der Wechseljahre konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Positive Effekte, zum Beispiel auf den Herz-Kreislauf und den Knochenmetabolismus, sind nicht auszuschliessen. Insgesamt ist Rotklee wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht und klare Belege für die beanspruchten Anwendungsgebiete fehlen. Die Mehrheit der unabhängigen Experten, welche die wissenschaftliche Datenlage beurteilt haben, lehnen eine Anwendung deshalb und aufgrund der unbekannten Risiken, ab.“

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Rotklee

Ich bin nicht dagegen, wenn Frauen Rotklee-Präparate gegen Hitzewallungen versuchen. Ich bin auch nicht grundsätzlich dagegen, wenn Apotheken und Drogerien Rotklee-Präparate verkaufen oder gar empfehlen. Ich finde nur, dass fachliche „Beratung“ – im Gegensatz zum reinen „Verkaufsgespräch“ – auch die Einschränkungen und offenen Fragen transparent auf den Tisch legen sollte. Nur so können sich Konsumentinnen und Konsumenten rundum informiert entscheiden. Wenn Ihnen also in einer Gesundheitszeitschrift, in einer Apotheke oder Drogerie Rotklee-Präparate als fraglos wirksame Therapie für Hitzewallungen empfohlen werden, dann ist die „Information“ einseitig und selektiv.

Eine seriöse Beratung müsste darauf hinweisen, dass für Rotklee bisher keine geklärten und belastbaren Hinweise auf eine Wirksamkeit vorliegen, allfällige Risiken bei Langzeiteinnahme nicht geklärt sind, bisher aber auch keine ernsthaften Zwischenfälle beobachtet wurden. Transparenz ist gefragt.

Allerdings – und das kompliziert die Situation – wollen viele Patientinnen das gar nicht hören. Sie erwarten einfach ein Mittel, das hilft. Punkt. Auf dieser Basis gibt es aber keine informierten Entscheidungen.

Ausserdem könnte eine Pro- und Kontra-Beratung den Placebo-Effekt reduzieren, der bei der Behandlung von Hitzewallungen immer eine wichtige Rolle spielt.

Allerdings: Ein Placebo wirkt auch dann, wenn der Patient oder die Patientin weiss, dass es ein Placebo ist.

Siehe:

Placebo wirkt, auch wenn man weiss, dass man ein Scheinmedikament nimmt

Placeboforschung: Tablettenschlucken bereits als Ritual wirksam bei Migräne 

Anmerkung zu Punkt 2:

Jüngstes Beispiel (von vielen): Eine Kollegin geht in die Apotheke und will Lavendelöl kaufen zur Behandlung von Fusspilz. Auskunft Apotheke: Lavendelöl wirkt nicht gegen Fusspilz, das tut nur Teebaumöl.

Die Auskunft ist falsch. Linalool als wichtiger Inhaltsstoff von Lavendelöl wirkt ziemlich gut antimykotisch (pilzhemmend).

Siehe:

Lavendelöl gegen Hautpilze

Fazit: Wer sich für Naturheilkunde interessiert tut gut daran, kritisch zu bleiben, sich selber schlau zu macht und nicht einfach blindlings Empfehlungen und Versprechungen zu folgen, selbst wenn diese von Fachleuten stammen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Forschung zum Wirkungsmechanismus von Traubensilberkerze bei Wechseljahrbeschwerden

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Die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren führt häufig zu Beschwerden wie Wallungen, die gerne alternativ zu konventionellen Therapien mit Präparaten der Traubensilberkerze (Actaea racemosa, Syn. Cimicifuga racemosa) behandelt werden.

Einem Team von Forschenden um Sophia Khom vom Department für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Wien ist nun ein bedeutender Schritt zur Aufklärung der möglichen Wirkmechanismen der Traubensilberkerze gelungen. Die neuen Erkenntnisse wurden vor kurzem in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics“ publiziert.

Die Wirksamkeit der Traubensilberkerze wird in klinischen Studien unterschiedlich beurteilt. In manchen Studien scheint durch ihre Einnahme eine Besserung der subjektiven Symptomatik hauptsächlich bei Beschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Unruhe einzutreten. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind jedoch weitgehend unbekannt. Vermutet wird bereits seit einiger Zeit, dass Inhaltsstoffe verschiedene Botenstoffsysteme im zentralen Nervensystem modulieren. 

Einer der Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze verstärkt die Wirkung des wichtigsten hemmenden Botenstoffes (γ-Aminobuttersäure; kurz GABA) im Gehirn an sogenannten GABA(A) Rezeptoren. Dieser Rezeptor ist hauptsächlich als molekulares Ziel ärztlich verordneter Schlafmittel wie Zolpidem, Diazepam, Anästhetika, Tranquilizer oder Antiepileptika bekannt.

 

Inhaltsstoffe vermindern Angst und Stress


 

Die Pharmakologinnen Sophia Khom und Barbara Strommer untersuchten zuerst die Wirkung des Naturstoffes an neun verschiedenen GABAA Rezeptor Subtypen, die in Eizellen des afrikanischen Krallenfrosches exprimiert wurden. Besonders auffällig war in der Studie, dass der Naturstoff keine Selektivität zeigt und alle untersuchten GABA(A)-Rezeptor-Subtypen gleichermaßen beeinflusst, erklärt Sophia Khom, Leiterin der experimentellen Untersuchungen an der Universität Wien.

 

Die maximale Wirkung sei im Vergleich zu etablierten Substanzen wie Diazepam etwa sechsmal stärker ausgeprägt. Daraus könne man schließen, dass die Substanz vermutlich an allen im Gehirn vorkommenden GABA(A)-Rezeptoren angreife und dadurch signifikant die Erregbarkeit von Nervenzellen im gesamten Hirn reduziere.

 

Eine solche Wirkung vermindert Unruhe, Angst oder Stress, führt jedoch auch zu unerwünschten Wirkungen wie Sedierung – also einer Dämpfung der Funktionen des zentralen Nervensystems –, zu Schlafbedürfnis und dem Verlust der Kontrolle über die Muskulatur. Untersuchungen zeigten tatsächlich angstlösende und Stress reduzierende Effekte, jedoch auch eine starke Beruhigung, die im Einklang mit dem festgestellten Wirkungsmechanismus des Inhaltsstoffes steht.

 

Diese beruhigende Wirkung könne bei Gabe von Traubensilberkerzen-Präparaten zu einer erwünschten Linderung von Nervosität in der Postmenopause beitragen, vermutet Sophia Khom.

Es brauche aber entsprechende klinische Studien, um zu klären, ob dies wirklich der Fall sei.

 

Mit der beobachteten Sedierung können jedoch auch unerwünschte Wirkungen verbunden sein, schreibt die Universität Wien in der Pressemitteilung. Ob es bei wiederholter Einnahme zu einer übermäßigen Sedierung und zum Beispiel zur Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit kommt, können die ForscherInnen noch nicht mit Sicherheit sagen.

 

Sie glauben, dass ihre Arbeit einen möglichen Wirkungsmechanismus der Traubensilberkerzen-Extrakte aufzeigt.

Quelle:

http://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/macht-die-traubensilberkerze-muede/

Publikation in Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics
Strommer B., Khom S., Kastenberger I., Stuppner H., Schwarzer C., Hering S.: A Cycloartane Glycoside Derived from Actaea racemosa L. Modulates GABA(A) Receptors and Induces Pronounced Sedation in Mice. Aug. 26 2014 / 2014 Nov; 351(2):234-42. DOI: 10.1124/jpet.114.218024.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25161170

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Forschung. Je besser wir die Wirkungsmechanismen der Heilpflanzen verstehen, desto präziser und wirksamer kann man sie anwenden und desto eher sind potenzielle unerwünschte Nebenwirkungen voraussehbar.

Festzuhalten ist aber, dass es sich hier um reine Laborexperimente an Zellen handelt. Ob entsprechende Wirkungen an GABA-Rezeptoren auch in einer „ganzen“ Frau stattfinden und eine Rolle für die Wirkung des Traubensilberkerzen-Extrakts spielen, ist völlig unklar. Den Forscherinnen und Forschern ist das klar, doch geht diese Einschränkung in der Medienberichterstattung und manchmal sogar in der Fachliteratur nicht selten unter.

Im Labor an isolierten Zellen oder Geweben lassen sich leicht irgendwelche Vorgänge beobachten und als Wirkungsmechanismen interpretieren, die in der Anwendungssituation oft gar nichts mit der Wirkung zu tun haben.

So gibt es für Traubensilberkerzen-Extrakt aus dem Labor bereits Hinweise auf ganz unterschiedliche Wirkungsmechanismen:

„Die Wirksubstanzen haben verschiedene Angriffspunkte. Neben einer selektiven Estrogen-Rezeptor-Modulation (→SERM) durch die Cycloartanderivate wurde ein zentraler Angriff, z. B. an Regulationszentren für die Körpertemperatur sowie an Serotonin-, Dopamin-, GABA- und Opioid-Rezeptoren, gezeigt.“

Quelle: Teuscher / Melzig / Lindequist, Biogene Arzneimittel, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2012

Da stellt sich natürlich die Frage, welcher von diesen auf der Basis von Laborergebnissen postulierten Wirkungsmechanismen relevant ist.

Im „Leitfaden Phytotherapie“ (2010) von Schilcher / Kammerer / Wegener steht als Zielstruktur der Hypothalamus in Zentrum:

„Wirkmechanismus: Dämpfung des hypothalamischen LHRH-Pulsgenerators, damit verbunden eine Senkung pulsatiler LH-Sekretion und Hemmung der Aktivität hypothalamischer Temperatur- und Herz-Kreislauf-regulierender Nervenzellen, dadurch Hemmung von aufsteigenden Hitzewallungen und tachykarden Anfällungen.“

Möglich wäre auch, dass mehrere Wirkungsmechanismen beteiligt sind.

Dann hätten wir es mit einer Multi-Target-Therapie zu tun, was in der Phytotherapie nicht selten der Fall sein dürfte: Es werden mehrere Zielstrukturen durch das gleiche Präparat beeinflusst. Aus diesem breiten Ansatz ergibt sich nicht selten eine gute Verträglichkeit.

Von daher ist aber auch die Spekulation über stark sedierende Eigenschaften, die möglicherweise bis zur Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit gehen, eher fragwürdig. In der Phytotherapie-Fachliteratur taucht eine sedierende Wirkung von Traubensilberkerzen-Extrakt nicht auf, und bei klinischen Studien wäre eine stark sedierende Wirkung wohl aufgefallen.

Interessant an dieser ganzen Diskussion rund um Wirkungsmechanismen des Traubensilberkerzen-Extrakts ist eine Veränderung über die Zeit hinweg: Während anfänglich vor allem hormonelle Wirkungsweisen im Vordergrund standen und als Wirkstoffe Phytoöstrogene postuliert wurden, gehen heute viele Fachleute von einer Beeinflussung der Wechseljahrsymptome im Zentralnervensystem aus.

Die Zeitung „Der Standard“ veröffentlichte die Pressemeldung der Universität Wien im übrigen unter dem Titel „Pflanzliches Präparat gegen menopausale Beschwerden wirksam“ – was völlig irreführend ist. In der beschriebenen Forschung geht es nicht um Wirksamkeit, sondern um Wirkstoffe und potentielle Wirkungsmechanismen. Um eine Wirksamkeit zu belegen, sind klinisch Studien nötig, also Untersuchungen mit Frauen, die an Hitzewallungen leiden. Die gibt es, doch sind die Ergebnisse für Traubensilberkerzen-Extrakt widersprüchlich. Es dürfte unter anderem wohl sehr darauf ankommen, welche Präparate jeweils untersucht worden sind.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Mit Salbei gegen übermässiges Schwitzen

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Die Boulevard-Zeitung „Krone“ empfiehlt als Schweissstopper bei steigenden Temperaturen Salbei – und bringt dabei einiges durcheinander.

Zitat:

„Ein anderes lästiges Problem, wenn die Temperaturen steigen, ist übermäßiges Schwitzen. Dagegen hilft etwa ein Kraut: Salbei – es ist ein sehr guter Schweißstopper. So funktioniert’s: Waschungen mit Salbeitee binden den Körpergeruch. Dafür einfach einen Waschlappen mit Tee befeuchten sowie Achselhöhlen, Brust und eventuell Leisten mehrfach sanft abwischen. Danach unbedingt an der Luft trocknen lassen. Eine ergänzende Unterstützung für den Säureschutzmantel der Haut ist es, wenn Sie den Salbeitee mit 1/4 l Apfelessig mischen.“

Quelle:

http://www.krone.at/Gesund-Fit/Erste_Hilfe_bei_Sonnenbrand_im_Fruehling-Einfache_Hausmittel-Story-402614

Kommentar & Ergänzung:

Salbei wird in der Phytotherapie tatsächlich empfohlen bei übermässigem Schwitzen. Dabei geht es aber um die innerliche Anwendung:

„Antihydrotische Wirkung: Salbeiinfus hemmt die dermale Wasserausscheidung bei gesunden Testpersonen bis zu 52 %. Die Wirkung setzt zwischen dem ersten und vierten Behandlungstag ein und läßt nach neun Tagen wieder nach. Auch eine durch Pilocarpin induzierte Schweißbildung wird rasch antagonisiert.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Salbeiblatt.html

Zur Anwendung kommt Salbei z. B. gegen übermässiges Schwitzen als Nebenwirkung von Medikamenten und während der Wechseljahre.

Gegen Schwitzen infolge von steigenden Temperaturen wäre die innerliche Anwendung von Salbei unsinnig, weil das Schwitzen in diesem Fall zur Wärmeregulation sinnvoll ist.

Die „Kronen-Zeitung“ schreibt zwar vom Schweissstopper Salbei, empfiehlt dann aber nur eine Waschung mit Salbeitee. Das ist wohl sinnvoll: Waschen hilft gegen Körpergeruch. Und Salbeiwaschungen wirken möglicherweise auch noch desodorierend – aber nicht als Schweissstopper, denn dafür bräuchte es die innerliche Anwendung.

Eine typisch boulevardeske Übertreibung ist zudem die Aussage, dass Salbei ein „sehr guter Schweissstopper“ ist. Salbei scheint bei innerlicher Anwendung die Schweissbildung zu hemmen. Diese Wirkung ist im Ausmass und in der Dauer aber beschränkt. Das ist wohl auch besser so.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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