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Bei Rhinosinusitis Nasenspülungen oder Dampfinhalationen?

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Bei chronischer oder wiederkehrender Rhinosinusitis (Nasenebenhöhlenentzündung) werden als Hausmittel oft Nasenspülungen mit Salzwasser oder Wasserdampfinhalationen empfohlen. Dampfinhalationen erwiesen sich in der Studie als weitgehend wirkungslos, während Nasenspülungen immerhin eine moderate Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bewirkten.

Die Studie war randomisiert, das heisst, die Probanden wurden per Zufallsentscheid auf vier Gruppen unterteilt (das ist ein Qualitätsmerkmal für Studien).

Es beteiligten sich 871 Erwachsene mit chronischer oder rezidivierender Rhinosinusitis und einem „mittelschweren bis schweren Einfluss von Sinussymptomen auf die Lebensqualität“.

Die teilnehmenden Personen wurden in ihrer Hausarztpraxis instruiert, sechs Monate lang täglich entweder die Nase mit 150 ml 2%iger Kochsalzlösung zu spülen (n = 219) oder fünf Minuten lang unter einem Handtuch Wasserdampf zu inhalieren (n =232) bzw. beide Maßnahmen durchzuführen(n=210). Die Kontrollgruppe (n = 210) bekam keine dieser Empfehlungen (n sagt aus, wieviele Probanden in dieser Gruppe sind).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/917299/hausmittel-test-spuelungen-dampf-rhinosinusitis.html

CMAJ 2016, online 18. Juli

http://www.cmaj.ca/content/early/2016/07/18/cmaj.160362

 

Kommentar & Ergänzung:

Grundsätzlich ist es schon mal positiv zu werten, dass einfache Hausmittel wie Nasenspülungen und Dampfinhalationen in einer doch recht grossen Studie untersucht wurden. Weil sich an diesen Hausmitteln kaum etwas zu verdienen lässt, ist es in der Regel schwierig, solche Studien zu finanzieren.

Wie bei praktisch jeder Studie bleiben auch hier eine Reihe von Fragen offen.

Die Anleitung zur Nasenspülung erfolgte zum Beispiel nur über ein kurzes Video. Haben die Teilnehmenden diese Massnahmen wirklich konsequent über 6 Monate durchgeführt? Da habe ich doch ein bisschen Zweifel.

Interessant ist auch, dass mit 2%iger Kochsalzlösung gespült wurde (hypertone Lösung). Als Spüllösung werden sonst meistens isotone Salzlösungen verwendet (0,9% NaCl-Lösung, physiologische Kochsalzlösung) verwendet. (etwa neun Gramm Kochsalz = zwei gestrichene Teelöffel auf einen Liter Wasser.

Hier gibt es aber einen weiteren Bericht über eine positive Studie mit hypertoner Salzlösung:

Rhinosinusitis: Hypertone Salzlösung unterstützt Behandlung

Siehe ausserdem hier:

Nasenduschen mit Salzwasser günstig bei chronischen Rhinosinusititen

Hypertone Salzlösungen bei Schnupfen

Akuter Schnupfen bei Kindern: Nasenspülungen sind wirksam

 

 

Bei den Dampfinhalationen wurden in der Studie aus Southampton offenbar mit Wasserdampf inhaliert. Hier wäre interessant, ob die Inhalation mit Kochsalzlösung (isotonisch? hypertonisch?) allenfalls besseere Resultate gebracht hätte.

Siehe:

Inhalation mit Salzlösung – die ideale Begleittherapie bei Husten

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/11/13/inhalation-mit-salzlosung-die-ideale-begleittherapie-bei-husten.html

Ausserdem lassen sich Dampfinhalationen mit Wasserdampf oder mit Kochsalzlösung zusätzlich mit Heilpflanzen anreichern. Man kann zum Beispiel eine Mischung von Kamillenblüten und Thymiankraut mit dem kochenden Wasser beziehungsweise Salzwasser übergiessen und damit inhalieren. Dabei wirkt Kamille mehr entzündungswidrig und Thymian mehr antimikrobiell.

Interessant ist zudem die Idee von Ingwer-Inhalationen. Siehe dazu:

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen

Heiserkeit: Inhalieren mit Kamille und Salbei

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

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Zur Wirksamkeit von Ginseng – Weisser Ginseng oder Roter Ginseng?

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Im Phyto-Forum der Aerztezeitung wurde vor kurzem Ginseng zum Thema.

In der traditionellen chinesischen Medizin werde Ginseng (Panax ginseng, Panax quinquefolius ) seit Jahrtausenden als Heilmittel bei Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Atemnot, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Impotenz, Blutungen und Diabetes angewandt, schreibt Dr. Rainer C. Görne. Die Ginsengwurzel gelte in Asien als Sinnbild für Gesundheit und langes Leben.

Neuere Untersuchungen hätten verschiedene Inhaltsstoffe wie Ginsenoside, Polysaccharide, Peptide und Polyin-Alkohole nachgewiesen:

„Einige dieser Inhaltsstoffe haben in pharmakologischen Experimenten ZNS-Wirkungen, neuroprotektive und immunmodulatorische Wirkungen gezeigt.“

Insbesondere die Ginseng-Saponine, die Ginsenoside haben antioxidative, entzündungshemmende, anti-apoptotische und immunstimulierende Eigenschaften, schreibt der Autor.

In einigen kontrollierten, klinischen Studien sei die Wirkung von Zubereitungen aus Ginseng auf die körperliche und psychomotorische Leistung, kognitive Funktionen, Immunmodulation, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, die Lebensqualität untersucht worden.

Aufgrund der schlechten Qualität der meisten dieser Studien seien die klinischen Daten zur Wirksamkeit unzureichend.

Beim roten Ginseng handle es sich um Panax ginseng, der entweder durch Wasserdampf erhitzt oder in der Sonne getrocknet wurde. Diese Variante einer Ginsengzubereitung werde in Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten verwendet.

Entgegen einer weitverbreiteten Meinung enthalte das Konzentrat aus rotem Ginseng jedoch nur halb so viel Ginsenoside wie jenes aus weißem Ginseng. Roter Ginseng werde traditionell mit einer Anregung der Sexualfunktion und Steigerung des Antriebs verbunden:

„In einer doppelblinden, klinischen Studie wurde gezeigt, dass eine Zubereitung aus rotem Ginseng eine wirksame Alternative für die Behandlung der erektilen Dysfunktion sein kann (Hong et al. 2002). Zwei kleinere Studien zeigten eine Verminderung des Relaps bei Magenkrebs im Vergleich zur Kontrollgruppe (Suh et al. 2002) sowie potenziell positive Effekte einer Kombination von koreanischem roten Ginseng und einer antiretroviralen Therapie bei HIV-1-infizierten Patienten (Sung et al. 2009).“

Zusammenfassend sei somit festzuhalten, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt zuverlässige klinische Daten zur Wirksamkeit von Ginseng-Präparaten fehlen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/default.aspx?sid=806917&ticket=ST-749-jTkac4gOZNaAF1C4FrZu5OHkAUoM4HGizPQ-20

Kommentar & Ergänzung:

Die Ginseng-Forschung liefert interessante Ergebnisse. Hänsel / Sticher kritisieren allerdings in „Pharmakognosie / Phytopharmazie“ (2010), dass den Untersuchungen „recht häufig eine Relevanz für die menschliche Anwendung fehlt oder mangelhaft ist (z.B. durch unrealistisch hohe Dosierung, i.v. oder i.p. anstelle von p.o.-Applikation, Tierexperimente ohne Bezug zum Therapeutischen Wert am Menschen).“

Zur Diskussion, ob Roter Ginseng oder Weisser Ginseng wirksamer ist, schreibt der „Leitfaden Phytotherapie“:

„Roter Ginseng, der zur Konservierung mit gespanntem Wasserdampf behandelt wird, ist nicht generell dem weissen Ginseng qualitativ überlegen und enthält nur dann einen höheren Ginsenosidgehalt, wenn vor dem Dämpfen bei 120 – 130°C Ginsenosid-reicher „weisser Ginseng“ ausgesucht worden ist. Nur bei wenigen „Roter Ginseng-Präparaten“ wird diese qualitative Vorauswahl durchgeführt. Nach der Wasserdampfbehandlung nehmen die vorher weissen Wurzeln eine hornartige Struktur und rötliche Farbe an. Die Aussage, dass nur 5 – 7 jährige Ginsengwurzeln verwendet werden, ist ein Werbegag, denn erst nach dieser Zeit ist die Wurzelmasse so gross, dass sich eine Ernte lohn. Ausserdem haben 1-2-jährige Wurzeln sowie die dünnen Seitenwürzelchen einen höheren Ginsenosidgehalt.“

Bei Ginseng-Präparaten gibt es grosse Qualitätsunterschiede. Vorsichtig wäre ich bei Produkten, die nur als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen sind. Ginseng-Präparate, die eine Zulassung als Arzneimittel haben, werden genauer kontrolliert.

Seriöse Ginseng-Präparate sind auch einen standardisierten, also gleichbleibenden Ginsenosidgehalt eingestellt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lindenblütentee als Beruhigungsmittel?

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Lindenblütentee enthält Schleimstoffe und lindert dadurch trockenen Reizhusten. Die traditionelle Pflanzenheilkunde schreibt dem Lindenblütentee zudem eine schweisstreibende Wirkung, welche zur Fiebersenkung bei Grippe und Erkältungskrankheiten genutzt wird. Dieser Anwendungsbereich der Lindenblüte ist aber bis heute nicht belegt.

Manchmal hört man zudem, dass der Lindenblütentee als Beruhigungsmittel genutzt wird.

Eine mögliche Erklärung dafür findet sich hier:

„An Versuchstieren konnte eine Interaktion von Komponenten eines wäßrigen Extraktes mit GABA-Rezeptoren festgestellt werden. Dies könnte eine erste Erklärung für die diskutierte sedative Wirkung von Lindenblüten sein.“

(Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Lindenbluete.html)

Diskutiert wird aber auch – und das scheint mir plausibler – eine beruhigende Wirkung auf inhalativem Weg über Inhaltsstoffe des ätherischen Öls wie Linalool, Geraniol und Benzylalkohol (Max Wichtl, Teedrogen)

Das wäre dann eine Art von Aromatherapie via Tee und es wäre sinnvoll, zu diesem Zweck den Lindenblütentee langsam und schluckweise zu trinken, damit das ätherische Öl gut auf die Geruchsrezeptoren einwirken kann.

Wikipedia umschreibt die Anwendungsbereiche des Lindenblütentees so:

„Lindenblütentee wirkt bei Katarrhen der Atemwege aufgrund der Schleimstoffe hustenreizstillend und beruhigt Halsschmerzen. Die anderen Inhaltsstoffe wie die (Glykoside) geben der Lindenblüte eine krampflösende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Daher wird sie vorwiegend bei fieberhaften Erkrankungen, grippalen Infekten und Katarrhen der oberen Atemwege und in Erweiterung bei Rheuma, Nierenentzündung und Ischias eingesetzt.

Die Lindenblüte dient auch zur Behandlung von leichten Krämpfen, Migräne und Magenbeschwerden. Lindenblüten enthalten zudem beruhigend wirkende Stoffe und werden zur Linderung von Unruhezuständen verwendet.“

Die Empfehlung bei Rheuma, Nierenentzündung, Migräne und Ischias ist meines Erachtens überhaupt nicht nachvollziehbar.

Interessant ist folgender Hinweis:

„Nach Wasserdampfinhalation unter Lindenblütenzusatz zeigte sich bei unkomplizierten Erkältungskrankheiten eine Besserung der Beschwerdensymptomatik im Vergleich zur Kontrollgruppe (nur Wasserdampf)“

Quelle: Handbuch Phytotherapie, 2003, von Thomas Brendler, Jörg Grünwald, Christof Jänicke

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hausmittel gegen Erkältung: Halsschmerzen

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Hauptsächlich bei Infekten der oberen Atemwege, einer Erkältung oder auch bei einer Mandelentzündung schmerzt der Hals. Meistens sind dafür Viren verantwortlich, manchmal auch Bakterien. Die Schleimhäute werden dadurch gereizt und entzünden sich: Der Hals wird rot, schwillt an und schmerzt.

In solchen Fällen muss man aber nicht gleich teure Medikamente schlucken, auch alte Hausmittel wie etwa Quarkwickel oder Inhalieren haben sich bewährt.

Dauern die Beschwerden jedoch länger als drei, vier Tage an oder werden sie sogar schlimmer, sollten man besser zum Arzt gehen.

„Viel Kräutertee trinken“, empfiehlt die „BZ“ ihren Leserinnen und Lesern:

„Möglichst viel trinken. Das hält die Schleimhäute feucht, Erkältungsviren können sich nicht so gut vermehren. Heilpflanzen wirken keimhemmend, entzündungsdämmend, abschwellend und eigen sich deshalb besonders gut als Tee. Gut sind Salbei, Thymian, Kamille oder eine „heiße Zitrone“. Ob die Getränke aber heiß oder kalt sind, ist nicht entscheidend. Wichtig ist die Menge: mindestens zwei Liter am Tag.“

„Mit warmer Kamille gurgeln“, lautet der zweite Rat:

„Gurgeln Sie mehrmals täglich. Dadurch werden Krankheitserreger im Rachen weggespült. Gut bei Halsschmerzen ist Kamillentee (lang gezogen). Die Heilpflanze hat eine entzündungshemmende Wirkung und lindert Schmerzen. Der Tee sollte lauwarm sein. Achtung: Nicht mit hochprozentigem Schnaps gurgeln. Dadurch werden die entzündeten Schleimhäute zusätzlich gereizt.“

Bei Halsschmerzen würde ich allerdings zum Gurgeln anstelle von Kamillentee den Salbeitee vorziehen. Salbei enthält neben antimikrobiell wirkenden ätherischen Ölen (gegen Viren, Bakterien, Pilze) noch Lamiaceen-Gerbstoff (Rosmarinsäure), der gut entzündungswidrig wirkt.

„Mit Salzwasser inhalieren“, lautet der dritte Rat:

„Um den Schleim in der Nase und den Nebenhöhlen zu lösen, ist das Inhalieren von Salzwasser besonders wirksam. Die Dämpfe erreichen auch den Kehlkopf gut und lindern Heiserkeit. Einfach einen Liter Wasser erhitzen, drei Teelöffel Salz dazu geben und den aufsteigenden Wasserdampf unter einem Handtuch durch die Nase einatmen.“

Inhalieren mit Salzwasser ist tatsächlich ein einfaches, aber oft wirksames Hausmittel.

Schliesslich empfiehlt die „BZ“ noch den Halswickel:

„Bei Dauerkratzen kann auch ein Halswickel helfen. Dazu wird ein Küchenhandtuch mit kühlen bis warmem (je nach Bedürfnis) Wasser getränkt, ausgewrungen und um den Hals gelegt. Darüber ein trockenes Tuch oder einen Wollschal wickeln. Zwischen 20 und 30 Minuten sollte der Wickel einwirken. Oder: Quark auf das Handtuch streichen und um den Hals legen.“

Insbesondere der Quarkwickel hat eine kühlende und dadurch abschwellende Wirkung. Völlig unsinnig sind allerdings immer noch herumgeisternde Geschichten, wonach der Quarkwickel „Giftstoffe“ herausziehen soll.

Niemand kann nämlich genau erklären, um was für „Giftstoffe“ es sind da handeln soll. Viren und Bakterien jedenfalls zieht man nicht einfach so durch die Haut. Ausserdem ist völlig unklar, wie der Quark wissen kann, welche Stoffe er als Giftstoffe herausziehen muss, und welche Stoffe unbedingt drin bleiben müssen. Und wenn man dann noch hört, der Quarkwickel ziehe die „Giftstoffe“ „osmotisch“ heraus, dann bleibt nur noch das grosse Staunen. Osmose funktioniert nämlich nur über eine halbdurchlässige Membran. Wäre die Haut eine solche halbdurchlässige (semipermeable) Membran, dann würde ich in der Badewanne aufgehen wie ein Kuchen im Backofen und schliesslich wohl platzen.

Das ist aber – damit wir uns nicht missverstehen – kein Quarkwickel-feindliches Statement. Quarkwickel sind oft sehr wirksam, wohl einfach aufgrund der intensiven, langanhaltenden Kühlwirkung. Dafür gebührt dem Quarkwickel meine Anerkennung. Ich bin nur gegen abstruse Konstrukte wie die „Giftstoff-herauszieh-Theorie“ (GHT).

Quelle der „BZ“-Zitate:

http://www.bz-berlin.de/ratgeber/gesundheit/die-besten-hausmittel-gegen-erkaeltung-article1342725.html#bzRSS

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Tägliche Inhalation mit Salzwasser beugt Erkältungen vor

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Im Winterhalbjahr bewegen sich hierzulande die meisten Menschen den Großteil des Tages in Innenräumen und kommen dadurch nur wenig an die frische Luft. Als Folge davon steigt auch die Anfälligkeit für Infektionen, weil die Luftqualität in den Innenräumen wegen der unzureichender Lüftung und viel zu trockener Heizungsluft deutlich schlechter wird. Zur Vorbeugung von Atemwegsinfekten und zur Pflege der Atemwege im Allgemeinen raten die Lungenfachärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) zur täglichen Inhalation von Salzwasser (Sole). „Trockene Schleimhäute in Nase, Mund, Hals und Rachen, die zum  Beispiel durch Heizungsluft entstehen, können nicht ihre volle Schutzfunktion entfalten und werden leichter von Erkältungsviren befallen“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Neben  ausreichender Flüssigkeitszufuhr zum Beispiel in Form verschiedenster Kräutertees und regelmäßigem Lüften der Wohn- und Arbeitsräume helfen Inhalationen von Sole (d.h. einer Salzlösung), die Schleimhäute feucht und funktionstüchtig zu halten und damit sowohl Infekten vorzubeugen, als auch eine stärkere Verschleimung aufgrund einer Erkältung oder anderer Erkrankungen zu lindern. Soleinhalation ist also nicht nur für Patienten mit Atemwegserkrankungen zu empfehlen, sondern ausdrücklich auch für Gesunde zur Krankheitsvorbeugung und Pflege ihrer Atemwege. Jeder weiß, dass wir uns mit regelmäßigen körperlichen Aktivitäten vor vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. Allzuleicht vergessen wir aber, dass ein zweites, extrem wichtiges und lebenserhaltenes System, nämlich unsere Atmung durch unsere Umwelt in vielfältiger Weise gefährdet ist und wir zwingend darauf aufzupassen haben.“

Inhalation hat vielerlei günstige Effekte

Durch das Anfeuchten der Schleimhäute in den Atemwegen wird vor allem erreicht, dass die dort zu abertausend sitzenden, kleinen Flimmerhärchen nicht miteinander verkleben. Deren Aufgabe besteht darin, eingeatmete Fremdstoffe wie auf einem Förderband wieder aus den Atemwegen heraus zu transportieren. „Angefeuchtet können die Flimmerhärchen effektiver und häufiger schlagen, und zwar ähnlich stabil wie ein Kornfeld im Wind“, erklärt Morr. Außerdem verändere die Sole den Schleim in seinen Eigenschaften: Dieser sei nicht mehr klebstoffartig zäh, sondern flüssiger und könne somit auf dem Transportband besser gleiten.

Salzinhalation hemmt die Anheftung von Bakterien und Viren an der Schleimhaut

Eine bestimmte Konzentration an Salz in der Lösung kann das Anhaften von Bakterien und Viren in der Atemwegsschleimhaut erschweren. Dadurch breiten Infekte sich nicht in dem Maße aus,  wie das ohne Inhalation der Fall wäre. Auch bei Pollenasthmatikern führen Sole-Inhalationen zu einer reduzierten Anhaftung von Pollen an der Schleimhaut, so dass solche  Allergene den Körper wieder rascher verlassen und allergische Reaktionen in den Atemwegen sich weniger intensiv abspielen.

Es gibt diverse Möglichkeiten, Sole zu inhalieren: Neben den klassischen Methoden – Wasserdampf aus einer Schüssel einatmen, eine Maske benutzen oder über ein Mundstück inhalieren – braucht man bei der so genannten Sole-Rauminhalation keine zusätzlichen Hilfsmittel. Hierbei wird die uns helfende Solelösung über ein Gerät in die Raumluft abgegeben – die Inhalation geschieht also ganz einfach über die Raumluft selbst und die natürliche Mund- und Nasenatmung.  Ein zeitlicher Aufwand ist damit nicht verbunden, und die Wirkung ähnlich wohltuend wie bei einem Spaziergang am offenen Meer. Die Schleimhäute werden durch die Inhalation feucht gehalten und bleiben so voll funktionsfähig. Auf diese Weise kann man quasi nebenbei ohne Extra-Aufwand – beispielsweise beim Zeitungslesen oder Fernsehen, während der Arbeit und sogar im Schlaf – etwas für die Gesundheit tun. Geräte zur Rauminhalation sind im Gegensatz zu Luftbefeuchtern hygienisch unbedenklich, weil sie eine voll gesättigte Salzlösung enthalten, in der Bakterien, Viren und Schimmelpilze sich nicht entwickeln können.

Quelle:

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2149&nodeid=18

Kommentar & Ergänzung:

Egal, wie diese Salzinhalation nun im Detail durchgeführt wird:  Schön daran ist, dass es sich um eine billige, einfache und zugleich wirksame Massnahme handelt.

Siehe auch:

Salzwasser-Inhalation als Mittel gegen Erkältungen und Schweinegrippe

Akuter Schupfen bei Kindern: Nasenspülungen sind wirksam

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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