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Kräuterwanderungen – Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

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Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die zu meinen Kräuterwanderungen oft gestellt werden. also die sogenannten „Frequently Asked Questions“ (FAQ):

Werden die Kräuterwanderungen bei jedem Wetter durchgeführt?

Ja. Ich behalte mir aber vor, die Route der Witterung anzupassen, insbesondere wenn die Sicherheit es erfordert. Nehmen Sie daher wetterfeste Kleidung mit.

Es wäre organisatorisch kaum möglich, kurzfristig eine solche Veranstaltung abzusagen und längerfristig sind die Prognosen zu ungenau.

Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass das Wetter zur Natur gehört. Uns heutigen Menschen ist die Auseinandersetzung mit dem Wetter grossenteils abhanden gekommen. Ich selber bin natürlich gerne bei schönem Wetter unterwegs. Die Stimmungen in der Natur sind bei wechselhaftem Wetter aber oft eindrücklicher. Zudem kommt es nur selten vor, dass ein Tag durchgängig nass ist und oft ist das Wetter vor Ort besser, als es vom Wetterbericht her zu erwarten war. Nur weil die Wetterprognose ein Wölkchen zeigt, muss der Tag noch nicht schlecht werden – so ist jedenfalls meine Erfahrung.

Wie fit muss ich körperlich sein?

Das ist unterschiedlich bei den verschiedenen Touren. Klar ist, das wir in der Regel den ganzen Tag wandernd unterwegs sind, allerdings mit Unterbrüchen, weil wir ja immer wieder Pflanzen anschauen.

Es gibt flachere Touren und solche mit Auf- und/oder Abstiegen. Wenn Ihnen das aus der Kursbeschreibung zu wenig klar wird und sie unsicher sind, ob Sie der Tour körperlich gewachsen sind, dann rufen Sie mich am besten vor der Anmeldung an. Am Telefon lassen sich diese Fragen am besten klären (052 202 20 29).

Als grobe Richtlinie könnte man noch sagen: Wenn in der Kursausschreibung „Wanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in derjenigen Zeit zu wandern, die auf den gelben Wanderwegweisern angegeben ist. Wenn in der Kursausschreibung „Bergwanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in der Zeit zu wandern, die auf den weiss-rot-weiss markierten Wanderwegweisern angegeben ist. Bergwanderfähigkeit setzt zudem eine normale Trittsicherheit voraus,

Braucht es botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse?

Nein, botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Sammeln wir auch Pflanzen auf den Kräuterwanderungen?

Nein, wir sammeln keine Pflanzen. Ich halte es für unsinnig, mit einer ganzen Gruppe Heilkräuter zu sammeln. Dadurch wird an einem Ort oft viel zu viel gepflückt, was den Beständen schaden könnte. Sie können auf meinen Kräuterwanderungen Erkennungsmerkmale und Verwechslungsmöglichkeiten kennenlernen – und danach selber mit dem nötigen Respekt sammeln, was Sie brauchen können.

Was kann ich genau lernen auf den Kräuterwanderungen?

Im Zentrum der Kräuterwanderungen stehen natürlich die Heilpflanzen und da geht es in erster Linie um das genaue Wahrnehmen. Wir laufen ja oft ziemlich blind durch die Welt, auch wenn unsere Augen vollkommen intakt sind. Nicht selten sagen mir Teilnehmende nach dem Kurs, dass sie nun viel mehr Blumen sehen. Dann ist ein Ziel erreicht, denn die (wahrgenommene) Welt wird so bunter, lebendiger und reichhaltiger. Ich erzähle auf den Kräuterwanderungen aber auch gerne Geschichten zu den Heilpflanzen, über ihre Wirkungen, Erkennungsmerkmale, Lebensweisen und über ihre frühere Bedeutung im Volks- und Aberglauben.

Ich finde es allerdings nicht sehr sinnvoll, auf einer Kräuterwanderung nur Pflanzen zu beachten, die uns unmittelbaren Nutzen bringen, also als Heilpflanzen oder als Wildgemüse gebraucht werden können. Wir werden darum auch Pflanzen anschauen und kennenlernen, die „nur“ das Auge oder das Herz erfreuen. Und ich werde gerne vielleicht auch einmal etwas sagen, wenn ein interessanter Vogel zu hören ist oder ein schöner Schmetterling vorbeigaukelt. Wir versuchen also, neben den Heilkräutern auch die Natur als Ganzes wahrzunehmen und ich habe mir seit den ersten geleiteten Exkursionen im Jahr 1986 ein vielfältiges Wissen erwerben können.

Kann ich meinen Hund mitnehmen?

Nein, ich habe entschieden, keine Hunde mitlaufen zu lassen. Wir machen nicht einfach eine Wanderung. Es gibt dazwischen immer wieder Unterrichtssequenzen. Und im Unterricht – so meine Erfahrung – hat auch ein ganz netter Hund durchaus Störungspotential. Das ist nicht hundefeindlich gemeint.

Ab welchem Alter können Kinder mitkommen?

Meine Kurse richten sich von Stil und Inhalt her an Erwachsene. Kindern müsste man didaktisch etwas ganz anderes anbieten. Für Kinder sind meine Kräuterwanderungen daher ungeeignet. Gute Erfahrungen habe ich aber schon mit Jugendlichen gemacht, falls sie speziell an Biologie und Botanik interessiert sind. Fragen Sie mich im Zweifelsfall.

Gibt es Geschenkgutscheine?

Wir haben keine vorgedruckten Geschenkgutscheine, finden es aber eine gute Idee, Kräuterwanderungen zu verschenken an Leute, die an Pflanzen interessiert sind und sich gerne in der Natur bewegen. Ich würde allerdings empfehlen, ein solches Geschenk nicht „blind“ zu machen, sondern mit der beschenkten Person zusammen entscheiden, für welche Tour und welches Datum sie sich am meisten interessiert.

Es ist auch unumgänglich, dass die beschenkte Person vor der Anmeldung die Kursausschreibung gelesen, hat, damit sie die körperlichen Voraussetzungen kennt und einschätzen kann, ob die Tour für sie geeignet ist.

Bei der Anmeldung können Sie meiner Mitarbeiterin mitteilen, wem die Rechnung und wem die Kursinformationen zu schicken sind.

Habe ich Zeit zum Fotografieren auf den Kräuterwanderungen?

Grundsätzlich schon. Ich habe immer wieder Teilnehmende auf Kräuterwanderungen, die tolle Fotos machen (und sie mir manchmal für die Flickr-Fotoplattform zur Verfügung stellen). Sie müssen sich beim Fotografieren allerdings dem Tempo der Gruppe anpassen. Die Wanderungen sind in der Regel zeitlich so berechnet, dass wir zu einer bestimmten Zeit zum Beispiel an einer Busstation sein müssen. Wir können also nur sehr ausnahmsweise warten, bis die Sonne optimal steht……

Was heisst „hohe Wanderschuhe“?

Bei manchen Kräuterwanderungen steht unter „Mitnehmen“: Hohe Wanderschuhe.

Das bedeutet: Über den Knöchel reichend und mit Profilgummisohle.

Wenn ich schreibe „Mitnehmen: Hohe Wanderschuhe“, dann ist das nicht nur eine Empfehlung – dann meine ich das auch so – und behalte mir vor, Leute mit ungenügendem Schuhwerk nicht mitzunehmen. Das ist eine Sicherheits- und Haftungsfrage, die nicht verhandelbar ist. Steht nur „Wanderschuhe“, dann empfehle ich zwar ebenfalls hohe Wanderschuhe, doch können sie auch mit anderen wandertauglichen Schuhen teilnehmen.

Trifft man auf den verschiedenen Kräuterwanderungen unterschiedliche Pflanzen oder dieselben?

Es gibt Pflanzen, die kommen sehr weit verbreitet vor, und die trifft man daher fast auf jeder Kräuterwanderung. Dann gibt es aber immer auch Unterschiede zwischen den einzelnen Kräuterwanderungen. Das hängt vom Boden ab (trocken oder feucht, sauer oder basisch), von der Lage (schattig oder sonnig), von der Höhe über Meer (Flachland oder Alpenregion) und von der Jahreszeit (Frühling oder Sommer).

Wenn Sie möglichst verschiedene Pflanzen kennenlernen möchten, empfehle ich die Exkursionen zu variieren bezüglich Jahreszeit, Region und Höhenlage. Manchmal lassen sich auch aus der Ausschreibung Unterschiede herauslesen. Eine Exkursion im Auenwald im Flachland (zum Beispiel „Petite Camargue“) bietet andere Pflanzen als eine Exkursion an einem trockenen Südhang in höheren Lagen (z, B. Rigi).

Unterstreichen möchte ich aber, dass es beim Kennenlernen von Pflanzen auch wichtig ist, dieselbe Pflanze mehrfach anzuschauen. Wiederholung macht auch hier den Meister oder die Meisterin. Sie können mit mir also quasi Lehr-Gänge machen, wenn Sie über einen gewissen Zeitraum immer wieder einmal eine Kräuterwanderung mitmachen – und dabei Schritt für Schritt vertrauter werden mit der Pflanzenwelt und mit der Natur überhaupt.

Sind die Kräuterwanderungen EMR-anerkannt?

Keine Ausbildungsinstitution hat vom EMR eine schriftliche Anerkennung. Schon seit vielen Jahren reichen aber Naturheilpraktikerinnen und Naturheilpraktiker Teilnahmebescheinigungen meiner Weiterbildungskurse und Lehrgänge beim EMR ein. Dass dabei Schwierigkeiten aufgetreten wären, ist mir nicht bekannt. So gehe ich davon aus, dass das auch in Zukunft klappen sollte. Für einen Tag Kräuterwanderung können Sie mit der Bescheinigung von 6 mal 60 Minuten rechnen.

(Erklärung für „Uneingeweihte“: Das EMR = Erfahrungsmedizinische Register ist einer Firma, die Entscheidet, wer als Naturheilpraktiker / Naturheilpraktikerin über Zusatzversicherungen abrechnen darf. Dazu zählt das EMR eingerechte Ausbildungsstunden und Weiterbildungsstunden zusammen).

Gibt es eine maximale Zahl an Teilnehmenden?

Ja, pro Kräuterwanderung hat es maximal 16 Plätze.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

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Kräuterwanderwochen 2013 in Lenk und Mürren

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Wer gerne auf Bergwanderungen Heilpflanzen und Alpenblumen kennenlernen möchte, kann das in den Kräuterwanderwochen in Lenk im Simmental und in Mürren bei Lauterbrunnen.

Die Kräuterwanderwoche in Lenk findet 2013 statt vom 29. Juni bis 4. Juli.

Lenk hat eine vielfältige Alpenflora, eindrückliche Berglandschaften und abwechslungsreiche Wanderungen.

In Mürren sind wir vom 6. – 11. Juli. Die Berglandschaft hier wird dominiert von den berühmten Berggipfeln des Berner Oberlandes wie Eiger, Mönch, Jungfrau, Grosshorn, Breithorn. Wir erkunden hier das wildromantische Sefinental, das Hintere Lauterbrunnental und das Engetal mit seiner wunderbaren Felsenflora. Wie schaffen es diese Alpenpflanzen nur, in dieser Höhe und in dieser Steinwelt zu überleben.

Selbstverständlich werden wir in beiden Kursen den Heilpflanzen spezielle Beachtung schenken. Sie hören dazu interessante Geschichten über die Verwendung der Heilpflanzen im Volks- und Aberglauben, aber auch die neueren Erkenntnisse der der modernen Arzneipflanzenforschung.

Gönnen Sie sich 2013 naturnahe Aktivferien in den Bergen.

Die Details zu den Kursen finden Sie via Kurskalender.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Wandern reduziert Depressionen

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Regelmäßig wandern zu gehen lindert Depressionen und Suizidgedanken. Bei einer Studie mit 20 Patienten, die schon Suizidversuche hinter sich haben, zeigten sich durch regelmäßige Wanderungen deutliche Verbesserungen.

20 Patienten der Salzburger Christian-Doppler-Klinik, die bereits Suizidversuche hinter sich haben, wurden für die Studie ausgewählt. Die Teilnehmenden gingen abwechselnd neun Wochen lang je dreimal pro Woche in einer geführten Gruppe wandern.

Absolviert wurden kleine, moderate Touren von zwei bis drei Stunden auf den Bergen rund um die Stadt Salzburg, erklärt der Studienleiter, Sportwissenschaftler Josef Sturm.

Der Erfolg der regelmäßigen Wanderungen lag über den Erwartungen der Wissenschaftler:

Die Patienten freuten sich auf die Wanderungen und die Motivation lag deutlich höher als in vergleichbaren Studien. Dass auch die körperliche Verfassung der Patienten sich um 100 Prozent verbessert hat, bestätigte Sportmediziner Josef Niebauer durch Tests.

Vor allem aber wurde die seelische Lage der Suizid-Patienten deutlich positiver. Sechs Monate lang wurden die Teilnehmer der Studie per Onlinefragebogen täglich über ihren Gemütszustand befragt – mit einem Test, der von Günter Schiepek entwickelt wurde, dem Leiter des PMU-Instituts für Synergetic und Psychotherapieforschung. Zudem gab es am Anfang, zur Hälfte und am Schluss der Studie ein ausführliches Gespräch. Die Auswertung zeigte ganz klar, dass im Verlauf der Studie Suizidgedanken, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Depressionen deutlich seltener wurden.

Dass Bewegung in der Natur und in den Bergen gut gegen Depressionen und Suizidgefährdung ist, sei damit erstmals in einer wissenschaftlichen Studie bestätigt, kommentiert Reinhold Fartacek, ärztlicher Direktor der Christian-Doppler-Klinik und Leiter der Suizidprävention Es gebe viele Studien zum Thema Depression. Sehr rar seien aber die Studien, die diese Effekte mit einer wirklich sauberen und aufwändigen Methodik untersuchen, wo man danach wirklich sagen könne: Diese Intervention hat Hoffnungslosigkeit, Suizidgedanken verbessert und ist nicht durch andere Faktoren erklärbar. Da sei es am Beispiel der suizidgefährdeten Patienten die weltweit erste Studie, die das sauber zeigen konnte.

Bei den Wanderungen seien die Studienteilnehmer daher auch angewiesen worden, ohne viel Reden mit den anderen Gruppenmitgliedern zu gehen, um ausschließen zu können, dass das Gruppenerlebnis zur Verbesserung des Zustandes führt, sagt Fartacek.

Quelle:

http://salzburg.orf.at/news/stories/2546925/

Kommentar & Ergänzung:

Dass Wandern bzw. Bewegung günstig wirkt gegen Depressionen, ist meines Erachtens sehr plausibel.

Schon der dänische Philosoph Søren Kierkegaard (1813 – 1855) schrieb:

“Ich laufe mir jeden Tag mein tägliches Wohlbefinden an und entlaufe so jeder Krankheit; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und kenne keinen, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen loswürde. Ist man so am Gehen, so geht es schon.”

Allerdings erstaunt es mich schon, wenn gesagt wird, dass diese Studie die Effekte erstmals „sauber“ belegt habe.

Depressionen bessern häufig auch von selber innert einiger Monate. Es fehlt hier jedoch eine Kontrollgruppe mit vergleichbarer Symptomatik, aber ohne Wanderungen. Nur mit einer Kontrollgruppe könnte man den spontanen Verlauf mit der Interventionsgruppe vergleichen.

Ausserdem bewirkt fast jede einigermassen sinnvolle Intervention eine gewisse Entlastung – nur schon dadurch, dass „etwas“ getan wird. Dieses Phänomen kann man zum Placebo-Effekt rechnen – aber gut, den Patienten kann es egal sein, ob es ihnen durch das Wandern besser geht oder durch den Placebo-Effekt.

Aber nochmals, damit ich nicht falsch verstanden werde: Wandern ist mit oder ohne Depression gesund und empfehlenswert.

Erwähnt werden soll noch, dass Bewegung eine klassische Methode der Naturheilkunde ist und eine der fünf Säulen der Naturheilkunde nach Sebastian Kneipp (neben Hydrotherapie, Ernährung, Heilpflanzen-Anwendungen, Lebensordnung).

Naturheilkunde – was ist das?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Heilkräuter und Alpenblumen kennen lernen im Valsertal

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Wochenend-Exkursion mit Bergwandern in Graubünden

Kaum bekannt: Die Wiesen und Weiden im Valsertal sind einzigartig in ihrer Blumenvielfalt. Eine optimale Gegend für Wanderungen zum Entdecken der Heilkräuter und Alpenblumen.

Das Valsertal – ein Heilkräuter-Paradies

Sonnentau (Drosera rotundifolia) – die winzig kleine, jedoch wunderschöne, insektenfressende Heilp?anze – im Valsertal ist sie zu anzutreffen.
Isländisch Moos (Cetraria islandica) – im Norden eine bedeutende Nahrungsquelle der Rentiere – wächst auch in den Alpen. Wir entdecken diese Boden?echte in Vals knapp oberhalb der Baumgrenze.
Sonnentau und Isländisch Moos sind beides bewährte Hustenp?anzen.
Auf den Blumenwiesen des Valsertales ?nden wir aber noch viele weitere Heilkräuter wie Arnika (Arnica montana), Augentrost (Euphrasia montana), Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) oder Thymian (Thymus serphyllum).
Lassen sie sich Wirkungen, Erkennungsmerkmale, Lebensweise und geschichtliche Bedeutung der Heilkräuter und Alpenblumen erklären.

Orchideen noch und noch…

Im Valsertal wachsen jedoch auch zahlreiche botanische Kostbarkeiten, beispielsweise viele Orchideenarten oder Haller‘s Teufelskralle (Phyteuma halleri), die mit ihren schwarz-violetten Blüten die Wiesen verzaubert. Und mit etwas Glück lassen sich Steinadler im Flug beobachten, die hier zuhause sind.
Neben all den eindrücklichen Naturerlebnissen kommen aber auch kulturelle Aspekte nicht zu kurz: Im Peiltal besuchen wir den grossen Schalenstein (Menhir), vermutlich eine prähistorische Kultstätte. Nach den Wanderungen lockt die architektonisch spezielle Felsentherme zu einem Badegang. Und die Gasthäuser verwöhnen uns mit den berühmten Spezialitäten aus Graubünden – beispielsweise Capuns oder Pizockel.
Auf www.phytotherapie-seminare.ch ?nden Sie im Kurskalender weitere Informationen zu den Heilkräuter- und Alpenblumenkursen im Valsertal und in der Bildergalerie Fotos von Landschaften und P?anzenwelt dieser ganz besonderen Gegend.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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Tausend unscheinbare Wunder am Wegrand

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Kürzlich stiess ich auf ein bemerkenswertes Zitat:

“Die Rastlosigkeit des Alltags lässt den Menschen unserer Zeit auch am Wochenende und im Urlaub nicht zur Ruhe kommen. Selbst auf Spaziergängen und Wanderungen hastet er einem Ziel entgegen, ohne nach rechts oder links zu sehen, und unterbricht nur selten einmal Gespräche oder Gedanken, wenn ein Hase, aufgeschreckt aus seiner Sasse, über den Weg flitzt oder ein Reh in hohen Fluchten in ein Kornfeld taucht. Die tausend unscheinbaren Wunder am Wege übersieht er und schilt seine Kinder Bummelanten, wenn sie stehenbleiben und einer Spinne bei der Arbeit zusehen, oder gar verwunderte Fragen stellen.
Welchen Freuden und welchem Reichtum sie sich verschliessen, wird den wenigsten bewusst. Und doch – oder gerade deshalb – lohnt es sich, den Zugang zu den wunderbaren Lebensgesetzen und Erscheinungen der Natur wieder zu suchen.”

Was glauben Sie: Wann wurde dieser Text geschrieben?

Das Zitat stammt aus dem Vorwort des Buches “Wandern mit offenen Augen”, von Hans-Wilhelm Smolik. Erschienen ist es in der 1. Auflage im Jahr 1957. Von der Sprache und der Ausdrucksweise her könnte man ein solches Alter ja vermuten. Überraschend ist aber schon, dass bereits vor über 50 Jahren die Entfremdung des Menschen von der Natur angesprochen wurde.
Nun, der Text ist jedenfalls heute noch aktuell. Es lohnt sich sehr, die kleinen Wunder am Wegrand wieder genauer wahrzunehmen. Man kann sich so in der Pflanzenwelt viele Freunde und Bekannte schaffen. Solche Pflanzenfreundschaften können das Leben bereichern und Halt geben auch in schwierigen Zeiten.

Dabei sollten wir meiner Ansicht nach allerdings die Pflanzen nicht vermenschlichen, wie es in manchen Bereichen der Pflanzenheilkunde heute geschieht. Eine solche Vermenschlichung geschieht zum Beispiel, wenn den Heilpflanzen die Absicht unterstellt wird, uns gesund zu machen. Und ebenso bei Berichten über vertraute Kommunikation und “Gesprächen” mit Pflanzen. Hier nimmt der Mensch sich meines Erachtens schlicht zu wichtig. Pflanzen sind nicht auf uns gerichtet, sondern ganz einfach für sich selber da. Sie wollen nichts für uns und nichts von uns (abgesehen natürlich von Zimmerpflanzen und anderen Kulturpflanzen, die unsere Pflege brauchen).
Das scheint mir im Umgang mit Pflanzen eine bescheidenere und angemessenere Haltung. Mit der Vorstellung, dass die Pflanzen uns etwas mitteilen und wir sie verstehen können, setzen wir uns dagegen ganz schön ins Zentrum dieser “Veranstaltung”.
Das soll uns nun aber ganz und gar nicht daran hindern eine Beziehung zu Pflanzen zu pflegen. Das ist nun aber eine anspruchsvollere Beziehung auf dem Hintergrund, dass die Pflanze nichts für mich will und auch nichts von mir. Die Pflanze bleibt dabei ganz für sich und ich phantasiere sie nicht als auf mich gerichtet. Und weil die Pflanze nicht vermenschlicht wird, bleibt sie mir immer auch ein Stück weit fundamental fremd.
Treffend ausgedrückt hat das der Naturlyriker Nikolaus Lenau:
An Blumen freut sich mein Gemüte,
und ihren Rätseln lausch ich gern.
Wie nah sie uns durch Duft und Blüte,
und durch ihr Schweigen doch so fern.

(Nikolaus Lenau, 1802-1850, Schriftsteller, Naturlyriker, in: Savonarola, erschienen 1837)
Diese teilweise Fremdheit scheint mir ein wesentlicher Aspekt in der Beziehung zu Pflanzen. Beziehungen zu vermenschlichten Pflanzen scheinen mir dagegen ziemlich fragwürdig: Mit der schönen Vorstellung, dass hier eine Pflanze immer wohlwollend und heilend für mich da ist, ohne eigene Ansprüche, lässt sich zwar angenehm leben. Das ist aber eine Beziehung, wie sie eher für die Beziehung zwischen einem Säugling und seinen Eltern angemessen ist. Ein Säugling ist darauf angewiesen, dass liebende Erwachsene seine Wünsche und Bedürfnisse erfüllen und die eigenen Ansprüche für eine gewisse Zeit zurückstellen.
Wer Pflanzen vermenschlicht und zu wohlwollenden Wesen stilisiert mit dem Bedürfnis, uns zu heilen, sucht darin möglicherweise eher einen Anflug dieser urspünglichen Kind-Mutter-Beziehung.
Wenn wir eine Beziehung zu Pflanzen pflegen, welche die Pflanzen nicht vermenschlicht, sondern sie selbst sein lässt, gibt das auch mehr Raum für ein ästhetisches Erleben der Pflanzenwelt. Um die Schönheit wahrzunehmen und zu geniessen, ist eine Prise Fremdheit und Distanz wesentlich, wenn nicht gar unabdingbar. Das zeigt auch die Geschichte der Naturästhetik. Um die Schönheit der Berge und der Natur wahrzunehmen, brauchte es eine gewisse Distanzierung. Doch davon später einmal mehr.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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P.S.: Heilkräuter-Exkursionen sind eine gute Gelegenheit, um die Tausend Wunder am Wegrand immer besser wahrzunehmen. Angebote dazu finden Sie im Kurkalender auf meiner Website www.phytotherapie-seminare.ch

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