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Olbas Tropfen – ein Gemisch von ätherischen Ölen – getestet auf antimikrobielle Wirkung

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Olbas Tropfen – ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel – enthalten ein Destillat aus einer Mischung von Pfefferminzöl, Cajeputöl, Eukalyptusöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl im Verhältnis von 53 : 21 : 21 : 3 : 2.

Das Präparat wird traditionell zur Einnahme und Inhalation bei Erkältungskrankheiten (Husten, Schnupfen, Heiserkeit) empfohlen, zur Einnahme bei leichten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, zur äußerlichen Anwendung bei leichten Kopfschmerzen, beispielsweise bei Verspannungszuständen, sowie zur äußerlichen Anwendung bei umschriebenen (lokalen) Muskelschmerzen nach Überanstrengung / Fehlbelastung. Darüber hinaus ist es auch bekannt für seine Anwendung bei diversen Sportverletzungen.

Die „Pharmazeutische Zeitung“ hat den Stand der Forschung zu Olbas zusammengestellt. Daraus lassen sich interessante Schlüsse ziehen. unter anderem auch bezüglich der antimikrobiellen Wirkungen der einzelnen ätherischen Öle, die Bestandteil der Olbas-Mischung sind.

Zahlreiche Laboruntersuchungen (in-vitro) belegen zweifelsfrei die antimikrobielle Wirkung von ätherischen Ölen. Viele Bakterien, Pilze und Viren reagieren äusserst sensibel auf ätherische Öle.

Solche positiven Resultate lassen den unterstützenden oder zum Teil alleinigen Einsatz von ätherischen Ölen in der Phytotherapie und Aromatherapie bei Haut- und Wundinfektionen sowie bei Erkältungskrankheiten plausibel erscheinen.

Eine In-vitro-Studie untersuchte das antimikrobielle Potenzial von Olbas im Vergleich zu seinen individuellen Basisölen (Cajeputöl, Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl). Die Ergebnisse zeigen, dass Olbas ein relativ breites Wirkungsspektrum mit insgesamt guter bis sehr guter antimikrobieller Wirkung gegen alle Testkeime besitzt, einschließlich Methicillin-resistenter (MRSA) Stämme und Vancomycin-resistenter Enterococcus (VRE) Stämme. Besonders hervorgehoben wird von den Autoren die relativ hohe Sensibilität der Bakterien Acinetobacter baumanii, Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa sowie des Hefepilzes Candida albicans gegen Olbas. Die genannten Bakterien bewirken Wundinfektionen sowie Spitalinfektionen und erweisen sich oft als multiresistent gegen verschiedene Antibiotika. Im Fall der erwähnten Untersuchung war Pseudomonas aeruginosa gegen die Antibiotika Ampicillin und Vancomycin resistent. Interessant ist die Wirksamkeit gegen Pseudomonas aeruginosa, weil dieser Keim gegen zahlreiche ätherische Öle eine stark verminderte Sensibilität aufweist. Dies hängt damit zusammen, dass Pseudomonas aeruginosa über sogenannte MDR-Effluxpumpen verfügt, die in der Lage sind, eingedrungene Monoterpene (= Bestandteile vieler ätherischer Öle) wieder aus der Zelle zu schleusen.

Vergleicht man die Wirksamkeit der einzelnen Basisöle mit derjenigen der Olbas-Kombination, dann sind nur die antimikrobiellen Aktivitäten von Pfefferminzöl und Cajeputöl erwähnenswert. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die antimikrobielle In-vitro-Wirkung von Olbas weitgehend auf derjenigen von Pfefferminzöl beruht.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=51283

Kommentar & Ergänzung:

Für mich sind vor allem die Vergleichswerte der verschiedenen ätherischen Öle interessant. Die detaillierten Werte sind im Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ in einer Tabelle zusammengestellt.

Bemerkenswert ist für mich die klare Überlegenheit von Pfefferminzöl gegen Bakterien. Nur gegen Pseudomonas aeruginosa ist Cajeputöl sehr deutlich und Eukalyptusöl deutlich wirksamer. Und gegen Streptococcus pyogenes und Streptococcus oralis ist Pfefferminzöl gleichauf mit Cajeputöl an der Spitze. Auch gegen Hefepilze (Candida albicans) zeigt Pfefferminzöl von den untersuchten Einzelöle die beste Wirkung.

Cajeputöl (aus Melaleuca leucadendra) ist botanisch verwandt mit Teebaumöl (aus Melaleuca alternifolia).

Generell muss zu diesen Untersuchungsergebnissen gesagt werden:

Dass ätherische Öle zum Teil bemerkenswerte antimikrobielle Wirkungen haben und in dieser Hinsicht angesichts zunehmender Antibiotika-Resistenzen vermehrte Beachtung verdienen, steht ausser Frage.

Man muss aber wissen, dass solche eindrücklichen Ergebnisse wie in der beschriebenen Untersuchung im Labor stattfinden, in dem ätherische Öle in eine Bakterien- oder Pilzkultur appliziert werden. Das ist ein sehr direkter Kontakt mit hoher Konzentration.

Mir fällt einfach auf, dass in der Aromatherapie-Literatur solche In-vitro-Ergebnisse oft sehr schnell auf die Anwendung von Aromaölen im Alltag übertragen werden. Beispielsweise wird dann einem ätherischen Öl, das im Labor in einer Bakterienkultur einen Spitalkeim abtöten kann, auch zugetraut, dass es diesen Spitalkeim genauso hemmt, wenn man es im Spital als Duft einsetzt. Das sind aber zwei völlig unterschiedliche Kontexte und es wird beim Verdunstenlassen im Raum einfach nicht annähernd die Konzentration erreicht, die in der Bakterienkultur direkt wirksam wird.

Der Kontext, in dem eine Erkenntnis gewonnen wurde, darf bei der Beurteilung nicht ausser acht gelassen werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

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Kräuterexkursion Jeizinen – Gampel (Wallis) – Heilpflanzen, Wildblumen und Schmetterlinge

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Am 26. Mai 2013 findet eine Kräuterexkursion in die Walliser Felsensteppe statt.

Wir fahren dazu mit der Luftseilbahn nach Jeizinen, erkunden die blumenreiche Sonnenterrasse und wandern auf einem schönen, spannenden Weg nach Gampel zurück. Hier blüht die Jupiter-Lichtnelke in grosser Zahl und taucht die Weide in ein leuchtendes Rosa. In der Walliser Felsensteppe treffen wir auf eine ganz spezielle Pflanzenwelt. Unzählige Wacholder- und Sefisträucher sorgen mit ihren ätherischen Ölen für „Out-door-Aromatherapie“ und ein südländisches Ambiente. Wir treffen hier die absoluten Spezialisten für trocken-warme Standorte, zum Beispiel die wunderschön blühenden Hauswurze und das elegante Federgras. Und mit etwas Glück entdecken wir den Dingel, eine seltene, wunderschöne Orchideenart.

Diese Gegend ist aber auch ein Paradies für Schmetterlinge, zum Beispiel für den eleganten Segelfalter.

Kurskosten: Fr. 120.-

Leitung: Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Mitnehmen:

Hohe Wanderschuhe, Regenschutz, Tagesrucksack, Feldflasche, Sonnenschutz, Verpflegung. Falls vorhanden: Lupe, Feldstecher,

Voraussetzungen: Bergwanderfähigkeit, normale Trittsicherheit.

Detaillierte Informationen zu dieser Kräuterwanderung finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Aromatherapie unterm Weihnachtsbaum: Wacholderöl gegen Enttäuschungen?

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Ätherische Öle können uns Dufterlebnisse bieten und in bestimmten Bereichen heilende Wirkungen entfalten. Dass Düfte auch unsere Stimmungen beeinflussen können, dafür sprechen sowohl Jahrtausende alte Erfahrungen als auch moderne experimentelle Untersuchungen.

Wie aber mit den psychischen Wirkungen der ätherischen Öle in der Aromatherapie gegenwärtig umgegangen wird, scheint mir oft ausgesprochen fragwürdig.

In einer Dapd-Nachricht äussert sich eine Osmopraktikerin zum Einsatz von Düften in der Weihnachtszeit. Sie erklärt, dass Düfte eine grosse Wirkung auf das Unterbewusstsein haben und dabei bei jedem Menschen individuell wirken.

Tatsächlich ist der Einfluss von Düften auf die Gefühlslage eines Menschen in weiten Bereichen von seiner „Duftbiografie“ abhängig, also von den Erfahrungen, die jemand mit bestimmten Düften gemacht hat. Vor allem im Bereich von anregenden oder beruhigenden Wirkungen gibt es allerdings auch Duftwirkungen, die sich weitgehend verallgemeinern lassen (beispielsweise beruhigend: Lavendelöl, Melissenöl; anregend: Pfefferminzöl, Rosmarinöl, Kampfer). Aber abgesehen von solchen eng begrenzten Bereichen sind die Wirkungen der ätherischen Öle auf die Psyche wohl genau so  individuell verschieden, wie es die Osmopraktikerin darstellt.

Schwierig daran ist allerdings, dass auf der Basis dieser individuellen Effekte kaum allgemeine Tipps über die psychischen Wirkungen eines ätherischen Öles in Büchern, Schulungsunterlagen und Interviews abgegeben werden können.

Viele Aromatherapie-Bücher enthalten aber genau solche detaillierten und zugleich pauschalen Angaben in rauer Menge.

Auch die von Dapd befragte Osmopraktikerin läuft voll in diesen Widerspruch. Nachdem sie eingangs erklärt, die Wirkungen der ätherischen Öle seien bei jedem Menschen individuell, gibt sie abschliessend verallgemeinernd Tipps für „Gute Stimmung vor dem Baum“.

Die Wirkung von ätherischen Ölen könne auch gezielt eingesetzt werden, zum Beispiel um familiäre Spannungen vorm Weihnachtsbaum vorzubeugen oder zumindest zu reduzieren, erklärt sie, und empfiehlt „eine Ölmischung, die den Bedürfnissen der Familie entspricht“.

Das dürfte im Vorfeld der Weihnachtsfeier nicht ganz einfach werden. In Familien, in denen Spannungen im Raum stehen, sind die Bedürfnisse ja vielleicht gerade unterschiedlich.

Da fängt der Streit dann wohl schon bei der Diskussion um die angemessene Ölmischung an. Oder wird die Ölmischung, die den Bedürfnissen der Familie entspricht, von einem einzelnen Familienmitglied autokratisch bestimmt? Ohne Diskussion oder gar ohne Information der restlichen Mitglieder? Das wäre ein ziemlich manipulativer Ansatz.

Die Duftexpertin nennt im Beitrag sehr konkrete Möglichkeiten zur weihnachtlichen Spannungsprävention und stellt allgemeingültige Wirkungen der ätherischen Öle in Aussicht: Wacholder mindert Enttäuschungen, Jasmin und Blutorange stärken die Persönlichkeit, Geranium und Rose lassen Gefühle sprechen.

Anzuraten ist, diese ätherischen Öle bei nächster Gelegenheit zu erwerben, da sie nach dieser Meldung wohl demnächst ausverkauft sind…….

Im Ernst: Zu dieser Empfehlung gibt es einige offene Fragen.

Wacholderöl soll also Enttäuschungen mindern? Wie genau schafft das Wacholderöl sowas eigentlich?

Enttäuschungen sind ein ziemlich komplexes Phänomen. Hat mit Täuschung zu tun (Selbsttäuschung? Fremdtäuschung?) und mit (zu hohen?) Erwartungen.

Wo genau setzt das Wacholderöl an? Reduziert es die Erwartungen? Und hat es keine unerwünschten Nebenwirkungen, wenn man in ein so komplexes Geschehen eingreift?

Jasminöl und Blutorangenöl sollen die Persönlichkeit stärken. Das tönt jedenfalls gut. Aber auch hier stellt sich die Frage, wie ein ätherisches Öl solches bewerkstelligen kann.

Der Begriff Persönlichkeit, schreibt Wikipedia, „umfasst die einzigartigen psychischen Eigenschaften eines Individuums, in denen es sich von anderen unterscheidet. ‚Temperament’ und ‚Charakter’ sind ältere Bezeichnungen für Teilaspekte. Es werden zahlreiche Persönlichkeitseigenschaften unterschieden.“

Stärken Jasminöl und Blutorangenöl nun alle Persönlichkeitsmerkmale gleichermassen oder einzelne ganz besonders? Und ist das – falls eine solche Wirkung tatsächlich vorhanden sein sollte – nicht ein Eingriff in die Persönlichkeit, der sorgfältig geplant und mit den Betroffenen abgesprochen sein müsste? Und könnte es am Weihnachtsfest nicht kontraproduktiv sein, wenn Persönlichkeitseigenschaften („Temperament“) von Verwandten, über die man sich schon das ganze Jahr über aufregt, ausgerechnet jetzt noch verstärkt werden?

Geranium und Rose sollen Gefühle sprechen lassen. Das kann ja heiter werden: Ärger, Wut, Hass, Enttäuschung sind doch auch Gefühle? Oder lassen Geraniumöl und Rosenöl nur positive Gefühle sprechen wie Liebe, Freude…und lassen die unerwünschtere Seite der Gefühlspalette aussen vor? Das wäre dann wieder ein bisschen manipulativ, vor allem wenn dieser Einfluss nicht transparent gemacht würde. In einer spannungsgeladenen Atmosphäre harmonisierende Düfte verströmen zu lassen, wird wohl kaum von allen Konfliktparteien als konstruktiv erlebt werden. Daher dürfte Transparenz nicht so einfach zu erreichen sein.

Ich selber glaube nicht daran, dass Wacholderöl Enttäuschungen mindert, Blutorangenöl und Jasminöl die Persönlichkeit stärken und Geraniumöl und Rosenöl die Gefühle sprechen lassen.

Mir ist das zu simpel und zu konsumistisch-zeitgeistig.

Diese Tipps sind viel zu pauschal, insofern sie Wirkungen eines bestimmten ätherischen Öles auf alle Menschen postulieren. Und sie schreiben gleichzeitig den ätherischen Ölen eine viel zu differenzierten Einfluss auf psychische Prozesse wie „Enttäuschung“ zu.

Wer aber an solche Wirkungen glaubt, müsste sich ernsthaft mit den oben aufgeworfenen Fragen befassen.

Nur schön klingende, aber hohle Phrasen in den Raum stellen wie „stärkt die Persönlichkeit“ – das ist etwas mager.

Leider sind solch wolkig-blumige Worthülsen in der Aromatherapie-Literatur sehr verbreitet. Genau und hartnäckig nachfragen, was damit gemeint ist – das ist mein Tipp an Konsumentinnen und Konsumenten.

Damit bin ich weder „gegen Aromatherapie“ noch mache ich „die ätherischen Öle schlecht“. Mir liegt nur an einem sorgfältigen Umgang mit Aussagen zu Heilwirkungen – vor allem auch, wenn es um den psychischen Bereich geht.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/weihnachtsdüfte-können-gereizt-und-depressiv-machen-065234463.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Ameisen vertreiben mit Lavendelöl, Kerbel, Farnkraut, Backpulver..

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Im Sommer kriechen Ameisen durch alle Ritzen und bauen ihre Straßen manchmal auch in Wohnungen und Häusern. Zur Abwehr braucht es nicht unbedingt giftige Chemikalien.

Ohne chemische Ameisengifte könne eine Ameisenstraße durch stark riechende Kräuter wie Farnkraut, Wacholderblätter, Tausendgüldenkraut, Kerbel, Zitronensaft, Lavendelöl oder Lavendelblüten unterbrochen werden, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg. Der Geruch verwirre den Orientierungssinn der Ameisen. Schlupflöcher ins Haus wie Ritzen sollten mit Silikon verschlossen werden. Klebende Barrieren, die im Handel erhältlich sind, blockieren zudem den Zugang durch Fenster und Türen.

Für die Ameisen tödlich seien Backpulver und Hirschhornsalz. Vermischt mit Zucker werden sie von den Ameisen gefressen, blähen deren Magen auf und töten so die Tiere.

Auch Kieselgur, ein fein gemahlenes, fossiles Pulver aus Kieselalgen, wirkt laut Verbraucherzentrale für die Ameisen tödlich. Es verletzt den Chitinpanzer der Insekten und trocknet sie innert kurzer Zeit aus. Der Einsatz von Kieselgur habe jedoch nur Sinn, wenn das Pulver gezielt in den Schlupfwinkeln oder an den Wanderwegen der Ameisen platziert werde. Kieselgur sollte nicht eingeatmet und von Kindern und Haustieren ferngehalten werden.

Quelle:

http://www.focus.de/immobilien/wohnen/wohnen-kerbel-farnkraut-und-backpulver-vertreiben-ameisen_aid_779075.html

Kommentar & Ergänzung:

Grundsätzlich müsste man ja vor allem festhalten, dass Ameisen Respekt und Schutz verdienen. Aber wenn sie in die Wohnung eindringen?

Interessant sind in diesem Zusammenhang Diskussionen innerhalb der Naturethik:

Soll die Natur (z. B. Ameisen) geschützt werden, weil sie in irgendwelchen Bereichen nützlich sind für die Menschen (anthropozentrische Position) oder weil sie einen Wert an sich haben, unabhängig von menschlichen Kriterien (physiozentrische Position).

Eine kleine Einführung in die Naturethik gibt’s übrigens im Kurs „Naturerlebnis Oberengadin“ vom 13. – 17. August 2012.

Zu den Tipps der Verbraucherzentrale Hamburg gegen Ameisen noch eine Anmerkung:

Ameisen sind tatsächlich sehr duftgesteuerte Tiere. Daher ist es gut möglich, dass sie sich durch starke Düfte quasi vom Weg abbringen lassen. Tausendgüldenkraut duftet allerdings kaum, es enthält vor allem Bitterstoffe. Bitter ist aber kein Geruch, sondern ein Geschmack. Mir ist nicht bekannt, dass Ameisen Geschmacksrezeptoren für bitter haben…….

Und Wacholder hat keine Blätter, sondern Nadeln.

Immer wieder höre ich ausserdem, dass Zimtpulver auf Ameisenstrassen gestreut, die Insekten ebenfalls vertreibt.

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Pfingstmontag: Tagesexkursion Jeizinen (Oberwallis) – Heilpflanzen, Wildblumen, Schmetterlinge

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Am Pfingstmontag 28. Mai noch nichts vor?

Dann kommen Sie doch mit in die aussergewöhnliche, faszinierende Landschaft zwischen Jeizinen und Gampel (Oberwallis).

Wir fahren mit der Luftseilbahn nach Jeizinen erkunden die blumenreiche Sonnenterrasse und wandern auf einem schönen, spannenden Weg nach Gampel zurück. Dabei treffen wir auf ausserordentlich blumenreiche Wiesen. Unzählige Wacholder- und Sefisträucher sorgen mit ihren ätherischen Ölen für „Out-door-Aromatherapie“ und ein südländisches Ambiente. Anschliessend durchqueren wir die einmalige „Walliser Felsensteppe“. Hier treffen wir die absoluten Spezialisten für trocken-warme Standorte, zum Beispiel die wunderschön blühenden Hauswurze und das elegante Federgras.

Jeizinen ist durch den Lötschberg-Basistunnel von Bern aus verhältnismässig rasch erreichbar und ist doch eine andere, mediterranere Welt – und aussergewöhnlich reich an Wildpflanzen, Schmetterlingen und Vögeln.

Detailinformationen hier.

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Linktipp: Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch

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Das Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch (MUVS) ist weltweit das einzige Museum, das sich ausschließlich den Schwerpunkten Empfängnisverhütung, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbruch widmet.

Das Museum befindet sich in Wien, ist aber auch mit einer informativen Website im Internet präsent.

Seine Zielsetzung beschreibt das MUVS so:

„ Aufgabe ist es, jederfrau / jedermann wissenschaftlich korrekte Informationen über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Verhütung, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbruch anzubieten. Damit soll die ‚Wucht der Fruchtbarkeit’ greifbar gemacht werden: Durchschnittlich 15 Schwangerschaften pro Frauenleben sind ‚natürlich’, ‚naturgewollt’. Von den etwa 10 Geburten haben früher rund sieben Kinder überlebt. Das ist den meisten Menschen aus wirtschaftlichen, sozialen oder anderen Gründen aber zu viel, früher wie heute. Die Beschränkung der Kinderzahl war und ist daher für alle Generationen und die meisten Kulturen ein wichtiges Thema.“

Im Abschnitt „Kräutergarten der Natur“ werden Pflanzen beschrieben, die als Abtreibungsmittel gebraucht wurden und zum Teil mit grossen Risiken verbunden waren (das sind aber keine Anleitungen für Experimente):

Aloe vera

Alraune

Beifuss

Eibe

Haselwurz

Lorbeer

Mutterkorn

Mutterkraut

Petersilie

Poleiminze

Rainfarn

Römische Kamille

Rosmarin

Safran

Tollkirsche

Sadebaum

Weinraute

Wermut

Die historischen Beschreibungen zu diesen Abtreibungs-Pflanzen sind interessant, wobei ich noch nicht alle im Detail gelesen habe. Ein Irrtum ist mir allerdings aufgefallen: Wacholder und Sadebaum werden quasi gleichgesetzt. Wacholder (Juniperus communis) und Sadebaum (Sefi, Juniperus sabina) gehören zwar der gleichen Gattung Juniperus an, doch unterscheiden sie sich in ihren Inhaltsstoffen sehr deutlich.

Der Sadebaum enthält ein ätherisches Öl mit Sabinen, Sabinylacetat, Thujon und weiteren Monoterpenen, ferner das zytotoxische Podophyllotoxin, ein Lignan, das als Mitosehemmer wirkt.

Wacholder dagegen enthält vor allem Wacholderöl mit alpha-Pinen, beta-Pinen, beta-Myrcen, Sabinen, Limonen, Terpinen-4-ol.

Mit Wacholderöl muss man selbstverständlich auch sorgfältig umgehen. Wacholder hat aber nicht im Ansatz das gleiche Giftpotenzial wie die Inhaltsstoffe des Sadebaums. Mir ist bisher auch kein Hinweis unter die Augen gekommen, dass Wacholder als Abtreibungsmittel Bedeutung gehabt hätte.

Link zum Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch: http://de.muvs.org/

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Garten: Weissdorn, Holunder, Wacholder statt Mahonie, Cotoneaster & Co.

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Einheimische Sträucher im Garten vorziehen

Wer in seinen Garten Tiere locken und sie beobachten möchte, sollte auf jeden Fall auch einheimische Sträucher pflanzen. Oft werden bevorzugt fremdländische Ziergehölze und Nadelbäume gepflanzt, die für die einheimische Tierwelt nur von bescheidenem ökologischem Nutzen sind. Zwar werden zum Beispiel auch die Blüten der Zwergmispel (Cotoneaster) von Bienen umschwärmt und die Beeren der Mahonie von Amseln gefressen. Das ist aber kein Vergleich zu dem überaus reichen Tierleben in einer Hecke aus heimischen Wildsträuchern.

Sie bieten unseren Wildvögeln einen wichtigen Lebensraum.

Die Früchte des heimischen Weißdorns (Crataegus spec.) werden zum Beispiel von 32 Vogelarten gefressen, die des nahverwandten nordamerikanischen Scharlachdorns dagegen nur von zwei Arten. Der heimische Wacholder ernährt sogar 43 Vogelarten, der oft in Gärten gepflanzte Chinesische Wacholder jedoch nur eine einzige Art.

Ähnlich verhält es sich mit Insekten, deren Larven oftmals auf wenige oder gar nur eine einzige Nahrungspflanze spezialisiert sind. Während heimische Wildsträucher ein schier unerschöpfliches Nahrungsangebot für viele Insekten in allen Entwicklungsstadien bieten, wird man an exotischen Gehölzen in unseren Gärten kaum jemals Fraßspuren von Raupen entdecken. Ein gutes Beispiel hierfür ist der beliebte, aber nichtheimische Sommerflieder (Buddleja) oder Schmetterlingsstrauch – für erwachsene Falter zwar eine sehr begehrte Nektarquelle, als Raupenfutterpflanze jedoch absolut wertlos. Ohne Raupen fehlt aber die Nahrungsgrundlage für Meisen und andere Vögel. Auch ein wohlmeinend aufgehängter Nistkasten nützt dann nicht mehr viel.

Dagegen nisten im schützenden Dickicht von Sträuchern wie Holunder, Weißdorn oder Pfaffenhütchen gerne zahlreiche Vögel wie Heckenbraunelle und Nachtigall. Im Herbst bieten die bunten Beeren den Vögeln einen reich gedeckten Tisch: Von Vogelbeere und Schwarzem Holunder ernähren sich zum Beispiel jeweils über 60 Vogelarten. Aber auch zahlreiche Säugetiere wie Mäuse und selbst Fleischfresser wie Fuchs und Marder naschen gerne an den leckeren Früchten.
Zahlreiche gute Gründe also, im Herbst einige einzelne Sträucher zu setzen oder eine ganze Hecke aus mehreren Arten anzulegen. Im übrigen sind einheimische Sträucher anspruchsloser und widerstandsfähiger, auch gegen witterungsbedingte Einflüsse und gegen Schädlinge. Zudem ist für jeden Gartenstandort etwas dabei: Weißdorn und Wildrosen lieben es sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen genügt ein halbschattiger Standort und die Heckenkirsche gibt sich sogar mit einem schattigen Plätzchen zufrieden. Einheimische Sträucher sind jedoch nicht nur nützlich, sondern sehen auch hübsch aus. Und sie bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Naturbeobachtung.
Quelle:

http://hamburg.nabu.de/projekte/garten/gartentipps/05228.html

www.nabu.de

Kommentar & Ergänzung:

Für Naturbeobachtungen empfehle ich Ihnen meine Naturseminare

– Weissdorn, Holunder und Wacholder sind im Übrigen auch wichtige Heilpflanzen:

Weissdorn ist die wichtigste Herzpflanze der Phytotherapie, Schwarzer Holunder wirkt gegen Erkältungskrankheiten und Wacholderbeeren lindern Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl.

– Aus der Mahonie (Mahonia aquifolium, Zierberberitze) werden Salben hergestellt, die unterstützend eingesetzt werden bei Psoriasis, also bei Schuppenflechte.

– Beim Weissdorn-Strauch ist ein Problem im Auge zu behalten: Weissdorn überträgt – wie z. B. Cotoneaster, Loorbeermispel (Photinia davidiana), Vogelbeere – die Pflanzenkrankheit Feuerbrand, die durch Bakterien (Erwinia amylovora) verursacht wird.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

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Phytotherapie: wo sie helfen kann….

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Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel ist die oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Heilpflanzen in der Volksmedizin. In einer modernen, wissenschaftlich orientierten Therapieform reicht dies jedoch nicht als Wirksamkeitsbeweis. Darum strebt die Arzneipflanzenforschung danach, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Phytopharmaka zu liefern.

Im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ wird aufgeführt, in welchen Einsatzbereichen sich die Phytotherapie, alleine oder in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt. Hier eine modifizierte Übersicht auf der Basis dieser Publikation:

1. Vorbeugung von Krankheiten

– Stärkung des Immunsystems:

Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea

– Schwitzkuren bei beginnenden grippalen Infekten:

Holunderblüten, Sambucus nigra

Lindenblüten, Tilia – Arten (Tilia cordata, Tilia platyphyllos)

2. Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt

– Entzündungen im Bereich der Mundhöhle:

Salbei, Salvia officinalis

– Blähungstreibend, krampflösend:

Kamille, Matricaria recutita

Kümmel, Carum carvi

Fenchel, Foeniculum vulgare

Pfefferminze, Mentha piperita

– Appetitanregend:

Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:

Enzian, Gentiana-Arten, vor allem Gelber Enzian, Gentiana lutea

Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea

Fieberklee, Menyanthes trifoliata

Arzneipflanzen mit aromatisch-

bitterem Geschmack:

Wermut, Artemisia absinthium

Schafgarbe, Achillea millefolium

– Übersäuerung des Magens:

Käsepappel, Malva – Arten (Chäslichrut, Malva silvestris, Malva neglecta)

– Lebererkrankungen:

Mariendistel, Silybum marianum

– Erkrankungen der Galle:

Artischocke, Cynara scolymus

Löwenzahn, Taraxacum officinale

– Durchfallerkrankungen:

Tormentillwurzel, Potentilla erecta

Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus

– Verstopfung:

Faulbaum, Frangula alnus

Senna, Cassia – Arten

Rhabarber, Rheum palmatum

Leinsamen, Linum usitatissimum

Flohsamen, Plantago ovata

3. Erkrankungen im Bereich der Atemwege:

– Reizhusten: Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen:

Eibisch, Althaea officinalis

Isländische Flechte (Isländisches Moos), Cetraria islandica

– Auswurffördernde Hustenmittel:

Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:

Thymian, Thymus vulgaris

Anis, Pimpinella anisum

Eukalyptus, Eucalyptus globulus

Latschenkiefer, Pinus mugo

Arzneipflanzen mit Saponinen:

Schlüsselblume, Primula veris

Efeu, Hedera helix

– Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:

Sonnentau, Drosera rotundifolia

4. Erkrankungen im Urogenitaltrakt:

– Erhöhung der Harnmenge, besonders bei Steinleiden oder Entzündungen der ableitenden Harnwege:

Birke, Betula pendula

Hauhechel, Ononis spinosa

Schachtelhalm, Equisetum arvense

Wacholder, Juniperus communis

– Unterstützung bei gutartiger Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie):

Weidenröschen, Epilobium angustifolium

Sägepalme, Serenoa repens (Sabal serrulata)

5. Herz- Kreislaufbeschwerden

– Leichte Herzmuskelschwäche, „Altersherz“:

Weißdorn, Crataegus-Arten, vor allem Crataegus oxyacantha und Crataegus monogyna)

– Krampfadern:

Rosskastanie, Aesculus hippocastanum

– Durchblutungsstörungen:

Ginkgo, Ginkgo biloba

– Vorbeugung gegen Arteriosklerose (= „Verkalkung“):

Knoblauch, Allium sativum

6. Nervöse Störungen

– Leichte und mittelschwere Depressionen:

Johanniskraut, Hypericum perforatum

– Einschlafstörungen:

Baldrian, Valeriana officinalis

Melisse, Melissa officinalis

Hopfen, Humulus lupulus

Lavendel, Lavandula angustifolia

7. Gynäkologische Erkrankungen

– Prämenstruelles Syndrom (PMS), klimakterische Beschwerden (z. B. Wallungen):

Mönchspfeffer, Vitex agnus-castus

Nordamerikanisches Wanzenkraut ( = Traubensilberkerze), Cimicifuga racemosa

8. Hauterkrankungen / Wunden:

Ringelblume, Calendula officinalis

Arnika, Arnica montana

Quelle:

Kleines Wörterbuch der Pflanzenmedizin,

herausgegeben von Pharmig, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, Wien

in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pharmakognosie der Universität Wien

www.pharmig.at

Kommentar & Ergänzung:

Die Aufstellung im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ gibt einen guten Überblick, führt aber natürlich längst nicht alle wichtigen Heilpflanzen der Phytotherapie auf.

Wichtig zu wissen ist aber auch, dass es nicht nur darauf ankommt, welche Heilpflanze bei welcher Krankheit eingesetzt werden kann. Mindestens so entscheidend ist auch die Frage, in welcher Arzneiform die jeweilige Heilpflanze optimal zur Wirkung kommt, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, Frischpflanzenpresssaft etc.

Vollständig vergessen ging in der Übersicht der Bereich Rheuma / Arthrose. Hier gibt es interessante und bewährte Heilpflanzen, die auch mit Patientenstudien erforscht werden, zum Beispiel Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), Weidenrinde (Salix-Arten), Weihrauch (Olibanum), Paprika (Capsaicin), Hagebutte.

Interessant ist, dass die Publikation von Pharmig herausgegeben wird, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen. Es gibt in der Komplementärmedizin ein weit verbreitetes Feindbild, wonach die „Pharmaindustrie“ die Naturheilmittel kaputt machen will. Das ist ziemlich naiv, weil die Hersteller komplementärmedizinischer und phytotherapeutischer Präparate längst ein Teil der Pharmaindustrie sind. Sie sind bestens in die entsprechenden Branchenverbände eingebettet. Das pauschale Feinbild „Pharmaindustrie“ ist zwar unsinnig, doch soll die Absage an pauschale Feindbilder nicht davon abhalten, konkrete Pharmafirmen für konkrete Missstände zu kritisieren, wo dies nötig ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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[Buchtipp] Blütenpflanzen und ihre Gäste, Band 1, Hrsg. v. Bayer. Landesverband f. Gartenbau u. Landespflege — von Helmut und Margrit Hintermeier

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Blütenpflanzen und ihre Gäste

Wer sich für die faszinierenden Zusammenhänge zwischen Blütenpflanzen und Insekten interessiert, wird durch dieses Buch eine Fülle von Anregungen erhalten. In einleitenden Abschnitten werden die Blüten und Insekten als Partner beschrieben, genauer: Honigbienen als Blütengäste, Hummeln als Blütengäste, Wildbienen als Blütengäste, Wespen als Blütengäste, Schwebfliegen als Blütengäste, Schmetterlinge als Blütengäste und Käfer als Blütengäste. Dann werden 60 Pflanzenarten mit ihren Beziehungen zur Insektenwelt genauer vorgestellt. Darunter auch die Heilpflanzen Weide, Huflattich, Bärlauch, Schlüsselblume, Stiefmütterchen, Löwenzahn, Linde, Königskerze, Nachtkerze, Eibisch, Boretsch, Rosskastanie, Wacholder und Birke. Wer besucht die Blüten? Welche Schmetterlingsraupen finden hier Nahrung?

Über die Beziehungen zwischen Blüten und Insekten hinaus gehen die Pflanzenportraits auch ein auf die Bedeutung der jeweiligen Pflanze in der Volksmedizin und ihre Rolle in Brauchtum, Aberglaube und Mythologie.

37 Zeichnungen und 307 Fotos illustrieren die beschriebenen Pflanzen und Tiere

Ich empfehle allen, die sich mit Pflanzenheilkunde befassen, einmal einen Blick in ein solches Buch zu werfen. Es gibt in der Pflanzenheilkunde nämlich eine meines Erachtens hoch fragwürdige Strömung, die glaubt aus den Farben und Formen der Blüten auf bestimmte Heilwirkungen schliessen zu können. Wer aber um das enge Zusammenspiel zwischen Blüten und Insekten weiss, sieht auch, dass die Blüten mit ihren Farben und Formen vollkommen auf die Insekten ausgerichtet sind. Und das bewahrt vor der Täuschung, dass die Farben und Formen der Blüten für uns gemacht sind, auf uns ausgerichtet, um uns zu sagen, wozu sie für uns gut seien. Mit dieser Idee von den Signaturen der Heilpflanzen ist eine sehr anthropozentrische Sicht auf die Natur verbunden: Der Mensch steht im Zentrum der Veranstaltung und die Pflanzen sind auf ihn ausgerichtet und für ihn da. Das Wissen um das vollkommene Zusammenwirken von Blüten und Insekten bringt diesen Anthropozentrismus ins Wanken. Wir können uns zwar an den Blüten erfreuen, doch sind wir unwichtig für sie. Ihre Botschaft ist an die Insekten gerichtet.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie im Überblick: Dermatologie

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Im Bereich Hauterkrankungen / Dermatologie werden verschiedenste Heilpflanzen-Präparate empfohlen und angewendet.

Hier als Überblick eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen bei Ekzemen, Wunden, Warzen und Fieberbläschen.

Entzündlich-nässende Dermatosen (Nässende Ekzeme)
Verwendet werden Heilpflanzen mit Gerbstoffen:
– Eichenrinde (Quercus robur, Quercus cortex)
– Hamamelisblätter und Hamamelisrinde (Hamamelis virginiana)

Ekzematöse Dermatosen
Bewährt haben sich Heilpflanzen mit Schleimstoffen oder Saponinen zur äußerlichen Anwendung
– Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor)
– Spitzwegerichkraut (Plantaginis herba, Plantago lanceolata)
– Holzteerpräparate (gewonnen aus Kiefer, Buche, Birke oder Wacholder)
– Mahonia aquifolia (Mahonie, Zierberberitze)
Innerlich kann das Öl aus den Samen der Nachtkerze oder aus Borretschsamen eingesetzt werden (Nachtkerzenöl = Oenotherae oleum, Borretschsamenöl = Boraginis oleum)
Wirksam in Nachtkerzenöl und Borretschöl ist der Gehalt an Gamma-Linolensäure.

Leichte Hautverletzungen, Wundheilungsstörungen
– Ringelblume (Calendula officinalis, Calendulae flos)
– Johanniskrautöl (Hyperici oleum)

Warzen (erfahrungsmedizinisch)
– Schöllkrautsaft (aus Chelidonium majus)
– Zitronensaft
– Zwiebelsaft
– Umckaloabo (Pelargonium sidoides, Kapland-Pelargonie)
– Knoblauchsaft
– Efeublätter (Hedera helix)
Herpes labialis (Fieberbläschen)
– Melissenblätter (Melissa officinalis, Melisae folium)
– Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea), zur äußeren Anwendung als Salbe

Verbrennungen I. und II.Grades:
– Johanniskrautöl (Hyperici oleum)
– Ringelblume (Calendula officinalis) als Salbenverband

Kommentar & Ergänzung:

Bei nässenden Ekzemen kommen neben Eichenrinde und Hamamelis (Virginische Zaubernuss) auch andere gerbstoffreiche Heilpflanzen in Frage wie Schwarztee, Tormentill (Blutwurz) oder Walnussblätter.
Im Abschnitt Ekzematöse Dermatosen fehlt die Ballonrebe (Cardiospermum) und bei Mahonia müsste das Anwendungsgebiet präzisiert werden auf Psoriasis (Schuppenflechte) und allenfalls Akne.
Nachtkerzenöl und Borretschöl sind vor allem bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis) zu empfehlen.
Bei leichten Hautverletzungen und Wunden wären noch zu erwähnen Chäslichrut (Malva silvestris / Malva neglecta), Hamamelis, Aloe vera und Kamille.
Im Bereich “Warzen” gibt es zahlreiche Hausrezepte, die aber kaum geklärt oder in ihrer Wirksamkeit dokumentiert sind. In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird der Schöllkrautsaft sehr geschätzt (äusserlich aufgetragen).
Bei Fieberbläschen zeigen Salbei-Extrakt und Rhabarberwurzel-Extrakt Wirksamkeit gegen Herpes-Viren, in Salben ähnlich wie Zovirax.
Bei leichten Verbrennungen eignet sich Gel aus Aloe vera.

Ausführliche Informationen zu Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden bekommen Sie in meinem Tagesseminar zu diesem Thema.
Siehe dazu:
www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen soll noch betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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