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BOTANICA 2017: Über 100 Veranstaltungen in Botanischen Gärten zu bedrohten Wildpflanzen

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Die BOTANICA 2017 präsentiert vom 17. Juni bis 16. Juli ein spannendes Programm rund um das Thema «Die Letzten ihrer Art». Die Vorträge, Ausstellungen, Führungen, und Workshops befassen sich mit der Erhaltung bedrohter Wildpflanzen.

In der Schweiz ist beinahe die Hälfte aller Lebensraumtypen bedroht und knapp ein Drittel der Schweizer Flora gefährdet. In den letzten 100 Jahren hat die Biodiversität Verluste erlitten und intakte, naturnahe, reich strukturierte Flächen sind stark zurückgegangen.

Um die Biodiversität langfristig zu sichern und zu fördern, müssen unterschiedliche Massnahmen umgesetzt werden. Die Förderung von gefährdeten Arten an ihren natürlichen Wuchsorten, das Ausbringen von Pflanzen in ursprüngliche Habitate und die Erhaltung ausserhalb der natürlichen Lebensräume sind heute unvermeidliche Massnahmen, um die Biodiversität langfristig zu erhalten. Die Wahrung und Förderung noch bestehender Bestände gefährdeter Arten durch die Schaffung von Schutzgebieten und die nachhaltige Nutzung der übrigen Landesfläche hat dabei oberste Priorität.

Auch die Botanischen Gärten spielen dabei eine wichtige Rolle, zum Beispiel indem sie gefährdete Wildpflanzen konservieren und wieder ansiedeln, damit sie nicht für immer von der Erde verschwinden.

Am Veranstaltungsprogramm der BOTANICA 2017 beteiligen sich neun botanische Gärten in der Deutschschweiz, zwölf in der Westschweiz und die Isole di Brissago im Tessin. Beispiele:

Botanischer Alpengarten Meyrin
Botanischer Garten Genf
Isole di Brissago Parco botanico del Canton Ticino
Botanischer Garten der Universität Basel
Sukkulenten-Sammlung Zürich
Sortengarten Erschmatt (Wallis)
Botanischer Garten der Universität Freiburg
Botanischer Garten St. Gallen
Botanischer Garten Grüningen
Botanischer Garten der Universität Bern
Botanischer Garten Neuenburg
Alpengarten Schynige Platte (Berner Oberland)
Botanischer Garten Jurassica Pruntrut
Botanischer Garten der Universität Zürich
Botanischer Alpengarten La Linnaea, Bourg-St-Pierre
Botanischer Alpengarten Flore–Alpe, Champex-Lac
Botanischer Garten Alpinum Schatzalp Davos (Graubünden)
Pont-de-Nant Botanischer Alpengarten La Thomasia

Detailinformationen:

http://botanica-suisse.org

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Bullshit zu Aromapflege und Aromatherapie

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Bullshit redet, wer wohlklingende Worte äussert, die nichts aussagen. Ein Beispiel für solchen Bullshit sind meines Erachtens folgende Sätze über Aromapflege und Aromatherapie:

„Aromapflege und Aromatherapie folgen den Prinzipien der Naturheilkunde. Sie wollen die Lebenskraft und Selbstheilungskräfte des Menschen wecken und stärken. Die ätherischen Öle haben tiefe Wirkungen auf unser psychisches Gleichgewicht. Sie bewirken eine seelische Umstimmung, regulieren aus der Balance Geratenes und entziehen einer Krankheit den eigentlichen Nährboden. Sie wirken gleichermaßen auf den Körper und die Seele, also im ganzheitlichen Sinne.“

Quelle:

http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=50130

Kommentar und Ergänzung:

Hier werden wohlklingende Begriffe aneinandergereiht, die kaum irgendwelche konkreten Inhalte haben.

⇒ Die „Prinzipien der Naturheilkunde“ sind nicht so klar definiert, wie das hier aussieht. Der Autor müsste konkrete Beispiele bringen um zu illustrieren, was genau er damit meint. Aber wenn man konkret wird, stösst man schnell an Grenzen oder verwickelt sich in Widersprüche. Bleibt man schön im wohlklingenden Allgemeinen, lässt sich diese Schwierigkeit vermeiden.

„Lebenskraft“ ist ein schillernder Begriff, der spontan oft klar und einleuchtend klingt, aber sofort schwierig wird, wenn man genau erklären soll, was damit gemeint ist.

Wikipedia schreibt dazu:

„Der Begriff Lebenskraft war in seiner Entstehungszeit sehr populär und wurde oft auch wenig spezifisch gebraucht, als weit verbreiteter Platzhalterbegriff für unverstandene körperliche Vorgänge……

Die Vorstellung einer Lebenskraft wurde als Gesundheits- und Krankheitskonzeption von Christoph Wilhelm Hufeland Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts differenziert beschrieben…..

Hufeland sah als Grundursache aller Lebensvorgänge und als Selbsterhaltungsprinzip des Organismus eine allgemeine Lebenskraft mit weiteren Teilkräften:

  • eine erhaltende Kraft,
  • eine regenerierende und neubildende Kraft,
  • eine besondere Lebenskraft des Blutes,
  • eine Nervenkraft,
  • eine Kraft, die eine allgemeine Reizfähigkeit des Körpers bewirke, sowie
  • eine Kraft, die eine spezifische Reizfähigkeit des Körpers bewirke.

Krankheit sei eine Beeinträchtigung der Lebenskraft beziehungsweise der Lebenskräfte durch krankmachende Reize. Sichtbare Zeichen der Krankheit seien Heilreaktionen der Lebenskraft auf solche Krankheitsreize. Die Heilkraft der Natur (vis medicatrix naturae) und die Lebenskraft seien wesensgleich, wenn nicht identisch. Jedes therapeutische Handeln des Arztes wie auch jede Selbstbehandlung durch den Patienten solle die individuelle Lebenskraft unterstützen. Insgesamt habe sich das ärztliche Handeln am Prinzip des contraria contrariis zu orientieren. Dabei empfahl Hufeland neben der vorsichtigen Anwendung von Medikamenten die Beachtung diätetischer Regeln und physikalische Therapien (zum Beispiel als Wasseranwendungen).

Auf Hufelands Konzept gehen Impulse für die Entwicklung der Naturheilkunde im 19. Jahrhundert zurück.“

⇒  Die „Selbstheilungskräfte des Menschen wecken und stärken“ tönt auch immer gut. Die Selbstheilung des Menschen ist faszinierend. Daran wirken aber tausende von Vorgängen im Organismus mit, die sich je nach Krankheit beträchtlich unterscheiden können. Die Selbstheilungskräfte als feststehende Grösse wird es daher kaum geben. Auch hier wären detaillierte Angaben vorzuziehen. Welche Prozesse beeinflusst das ätherische Öl genau und wie? Aber auch hier gilt: Sobald man genaue Aussagen macht, können diese auch in Frage gestellt, kritisiert und widerlegt werden. „Die Selbstheilungskräfte“ dagegen bieten keine Angriffsfläche für konkrete Einwände.

 „Die ätherischen Öle haben tiefe Wirkungen auf unser psychisches Gleichgewicht.“ – „Tief“ tönt immer gut. Aber was heisst „tief“ genau in diesem Zusammenhang? Eingreifend? Tief eingreifend in die Psyche? Könnte das, wenn es stimmt, nicht gefährlich werden? Oder ist nur immer und ausschliesslich eine positive Wirkung zu erwarten im Sinne einer Förderung des Gleichgewichts. Ist das nicht etwas gar viel Wunschdenken?

 „Sie bewirken eine seelische Umstimmung…“  Wenn das stimmt, kann das nicht auch schiefgehen? Oder muss ich mir das einfach immer positiv vorstellen? In Sinne von: Das ätherische Öl weiss schon, was es machen muss? Ist das nicht allzu schön um plausibel zu sein?

„…regulieren aus der Balance Geratenes…“ Da haben wir sie wieder, die umfassende Regulation. Damit kann man nie schiefliegen.

 „…und entziehen einer Krankheit den eigentlichen Nährboden.“    Das ist eine sehr weitreichende Versprechung. Wie machen die ätherischen Öle das und was sollen wir verstehen unter dem „eigentlichen Nährboden“ einer Krankheit: Auch hier: Wer nicht konkret wird, versteckt sich vor möglichen konkreten Einwänden.

„Sie wirken gleichermaßen auf den Körper und die Seele, also im ganzheitlichen Sinne.“ Das tönt immer gut, sagt aber auch nichts Konkretes aus.

Diese Kritik richtet sich nicht generell gegen Aromatherapie und Aromapflege. Ätherische Öle sind im vielen Bereichen interessante und wirksame Heilmittel. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass ich in Texten über Aromatherapie und Aromapflege auf derartigen Worthülsen treffe.

Das ist meines Erachtens immer ein Anlass für genaues, kritisches Nachfragen, auch wenn es um andere Bereiche als Aromapflege und Aromatherapie geht – zum Beispiel um Texte in der Pflanzenheilkunde.

Vorgänge und Begriffe möglichst genau zu beschreiben ist eine Grundvoraussetzung guter Kommunikation und fachlicher Auseinandersetzung. Mit schwammigen Begriffen wie sie das oben aufgeführte Zitat enthält, redet man weitgehend aneinander vorbei. Das gilt auch für Vorträge, Kurse und Ausbildungen. Haken Sie nach, wenn Sie in Lehrveranstaltungen mit wohlklingenden, aber schwammigen Begriffen „gefüttert“ werden.

Wer leere Worthülsen einfach schluckt, weil sie so gut tönend daherkommen, lässt sich einlullen oder lullt sich selber ein. Wer dagegen genau nachfragt, klärt die Begriffe so weit es geht und bekommt dadurch einen stabileren Stand in der Welt.

Der amerikanische Philosoph Harry G. Frankfurt hat übrigens ein lesenswertes Büchlein geschrieben mit dem Titel „Bullshit“ (Suhrkamp Verlag).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Phytotherapie: EMA veröffentlicht Empfehlungen zu Phytopharmaka

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Die europäische Aufsichtsbehörde „European Medicines Agency“ (EMA) will Informationen zu pflanzlichen Arzneimitteln (Phytopharmaka) einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Deshalb werden ab sofort die Empfehlungen zur Anwendung von Phytopharmaka, die der zuständige Ausschuss, das Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), publiziert, in laienverständlicher Sprache zusammengefasst.

Die Zusammenfassungen umfassen Informationen zur Bewertung des Phytopharmakons, die Schlussfolgerungen des HMPC betreffend die empfohlene Anwendung, sowie die Daten, auf denen die Empfehlungen basieren und Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen.

Diese Angaben sollen die Packungsbeilage ergänzen und den Bürgern helfen, informierte Entscheidungen zu treffen, wenn sie die entsprechenden Präparate in der Selbstmedikation anwenden.

Für sechs Heilpflanzen, deren Bewertung schon abgeschlossen ist, wurden die Zusammenfassungen nun publiziert.

In Zukunft sollen diese Dokumente für alle neu bewerteten Heilpflanzen sowie für alle Revisionen, die im Rahmen der üblichen Routine stattfinden, verfügbar sein.

Die EMA beabsichtigt, nach und nach die publizierten Zusammenfassungen in alle offiziellen Sprachen der EU zu übersetzt.

Bislang publiziert sind:

 

Kalifornischer Mohn (Eschscholzia california)

Ginkgo (Ginkgo biloba)

Beinwell (Symphytum officinale)

Paprika (Capsicum annuum)

Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Mausohr-Habichtskraut (Hieracium pilosella)

 

Quelle:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2015/08/05/phytoempfehlungen-der-ema-kuenftig-auch-fuer-laien-verstaendlich/16417.html

Kommentar & Ergänzung:

So kommen Sie zu diesen Zusammenfassungen:

Gehen Sie auf die Übersichtsseite. Unter „Browse A – Z“ klicken Sie auf den Buchstaben, der dem ersten Buchstaben des lateinischen Namens der Heilpflanze entspricht, die Sie suchen.

Aus der Liste wählen Sie die entsprechende Heilpflanze aus.

Wenn Sie auf der Seite der gesuchten Heilpflanze sind, zum Beispiel „Ginkgo“, dann sehen Sie zuerst die Zusammenfassung. Unter „All documents“ kommen Sie zu PDFs mit weiteren Informationen.

Dort können Sie zum Beispiel die Monografie zu Ginkgo abrufen.

Die Beschreibungen der Heilpflanzen ist nicht umfangreich. Davon sollte man sich nicht über ihren Wert täuschen lassen. Die Knappheit ist Resultat eines wohl ziemlich aufwendigen Auswahlprozesses. Die Quantität sagt nichts über die Qualität aus. Das ist im übrigen ähnlich bei Vorträgen und Kursen über Heilpflanzen. Wer am meisten über fast unendliche und wunderbare Anwendungsmöglichkeiten erzählt, hat sich vielleicht einfach um den aufwendigen Auswahlprozess gedrückt.

Interessant bei diesen Monografien ist zum Beispiel die Unterscheidung in „Well-established-use“ (linke Spalte) und „Traditional use“ (rechte Spalte).

„Well-established-use“ – das umfasst Aussagen, für die es wissenschaftliche Daten gibt.

„Traditional use“ – damit sind Aussagen zu Heilwirkungen gemeint, die ausschliesslich auf überlieferten Angaben aus langjähriger Anwendung basieren.

Monografien als Form der Qualitätssicherung

Die detaillierte Beschreibung von Heilpflanzen in Monografien, wie es hier das HMPC macht, ist eine Form der Qualitätssicherung in der Phytotherapie. Der wesentlichste Punkt dabei ist, dass die Quellen offengelegt werden, auf denen die Aussagen basieren.

Sie finden diese Quellenangaben unter „All documents“ als PDF mit dem Titel „List of references supporting the assessment of….“.

Prägnant formulierte der amerikanische Philosoph John Dewey (1859-1952) „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.

(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004)

Aussagen in Monografien, die in einem kooperativen Verfahren zustande gekommen sind und auf offengelegten Quellen beruhen, haben einen viel höheren Glaubwürdigkeitsgrad als isolierte Behauptungen von Einzelpersonen.

Der Weg, wie eine Aussage zustande gekommen ist, muss so gut wie möglich dokumentiert sein. Das bieten Monografien in hohem Mass.

Neben diesen neuen HMPC-Monografien sind in der Phytotherapie die ESCOP-Monografien und die älteren Monografien der Kommission E wichtig. Auch die WHO erstellt Monografien von Heilpflanzen.

Phytotherapie: Was sind ESCOP-Monografien

Phytotherapie: Kommission E – was beudeutet das?

Es wimmelt aber von isolierten Behauptungen von Einzelpersonen über die Wirkungen von Heilpflanzen. Behauptungen, die keinen kooperativen Diskussionsprozess überstanden haben und deren Entstehungsweg nicht transparent dokumentiert ist.

Was ist von solchen Behauptungen zu halten?

Nur weil es isolierte, undokumentierte und oft intransparent entstandene Behauptungen von Einzelpersonen sind, müssen sie ja nicht falsch sein.

Sie könnten trotzdem korrekt sein, aber sie haben wesentliche Prüfungen durch die „Community“ der Fachleute nicht hinter sich. Und daher sind sie wesentlich ungewisser und weniger glaubwürdig.

Beispiele für solche freischwebenden, isolierten, undokumentierten Behauptungen, die häufig anzutreffen, aber fragwürdig sind:

Storchenschnabeltinktur gegen Schock

Karde gegen Borreliose

Kleiner Kommentar zu den 6 veröffentlichten Zusammenfassungen

Da sind sehr unterschiedliche Heilpflanzen ausgewählt worden von den Anwendungsbereichen und von der Bedeutung her.

Ein paar Stichworte:

Kalifornischer Mohn (Eschscholzia california)

Kalifornischer Mohn (Eschscholzia californica, Papaveraceae) wird traditionell als Beruhigungsmittel und als leichtes Schlafmittel in der amerikanischen Indianermedizin angewendet. Diese Heilpflanze ist in der Schweiz wenig bekannt. Es gibt aber seit 2008 ein zugelassenes Arzneimitttel. Die wissenschaftliche Datenbasis ist schmal (Tierversuche, keine ausreichenden Patientenstudien)

Ginkgo (Ginkgo biloba)

Ginkgo-Extrakt gehört zu den meistverkauften und am besten untersuchten Heilpflanzen. Patientenstudien sprechen für eine positive Wirkung im Frühstadium von Demenzerkrankungen.

Beinwell (Symphytum officinale)

Äusserlich als entzündungshemmende Salbe oder Gel oft angewendet bei stumpfen Verletzungen (Prellungen, Verstauchungen) und Gelenkentzündungen. In den letzten Jahren zunehmend wissenschaftlich erforscht mit Patientenstudien, welche diese Wirkungen teilweise untermauern konnten.

Paprika (Capsicum annuum)

Paprika enthält als wichtigsten Inhaltsstoff das Alkaloid Capsaicin mit schmerzstillender, juckreizlindernder und entzündungshemmender Wirkung. Äusserlich angewandt lassen sich damit zum Beispiel Gelenkschmerzen, Neuralgien und manche Formen von Juckreiz behandeln. Dazu gibt es eine ganze Reihe von Studien.

Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Enthält Gerbstoffe und kann beispielsweise bei leichten Durchfallerkrankungen und leichten Mundschleimhautentzündungen angewendet werden. Da es viele und wahrscheinlich auch besser wirksame Gerbstoffpflanzen gibt, wird Odermennigkraut nur selten eingesetzt. Patientenstudien fehlen.

Mausohr-Habichtskraut (Hieracium pilosella)

Diese Pflanze ist mir in der Phytotherapie-Fachliteratur noch nie über den Weg gelaufen und daher überrascht es mich, sie hier in dieser Liste anzutreffen. Auf den Kräuterwanderungen sehe ich sie oft. Die langen Haare auf den Blättern sind sehr auffällig und haben zur Bezeichnung Mausohr-Habichtskraut geführt (auch: „Langhaariges Habichtskraut“ oder von mir inoffiziell „Dreitagebart-Habichtskraut“ genannt).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Phytotherapie-Kongress vom 8. – 10. März 2013 in Leipzig

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Phytopharmaka erfreuen sich großer Beliebtheit. Für viele dieser Präparate gibt es auch Wirksamkeitsbelege aus klinischen Studien und die Wirkmechanismen der Bestandteile pflanzlicher Extrakte werden immer detaillierter entschlüsselt.

Ein Thema des Phytokongresses 2013 ist deshalb auch „evidenzbasierte Medizin und Phytotherapie“. Im wissenschaftlichen Programm des Kongresses werden darüber hinaus technologische und pharmakokinetische Aspekte bei der Entwicklung von Phytopharmaka diskutiert, ebenso wie neue Wirkmechanismen und toxikologische Aspekte.

Dem Einsatz von Phytopharmaka in der Infektabwehr ist ein spezielles Symposium gewidmet: „Pflanzliche Wirkstoffe als Antiinfektiva – Möglichkeiten und Grenzen“. Der Kongress findet statt vom 8. bis 10. März in der Universität Leipzig.

Es gibt auch ein spezielles Symposium für MFA, PTA, MTA, zum Beispiel mit Themen wie:

Phytotherapie bei Atemwegserkrankungen

Phytopahrmaka bei Harnwegsinekten

Am Sonntag stehen zudem Vorträge für die Bevölkerung auf dem Programm:

„Vorträge:

1. Brennpunkt Gehirn: Phytopharmaka für das Gehirn (S. Michael, Waldheim)

2. Brennpunkt Hormone: Phytopharmaka bei Wechseljahresbeschwerden (A. Görgner, Leipzig)

3. Brennpunkt Magen-Darm: Phytopharmaka bei Magen-Darm-Problemen (A. Madisch, Hannover)

4. Brennpunkt Kaffee: Kaffee- mehr als ein Genussmittel) (K. Nieber, Leipzig)

Moderation A. Görgner, Leipzig“

Info: http://www.phyto2013.de/

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Botanica – Woche der Botanischen Gärten der Schweiz – 16. – 24. Juni 2012

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23 Botanische Gärten aus allen Regionen der Schweiz laden vom 16. bis 24. Juni 2012 zum sechsten Mal ein zur Botanica – der Woche der Botanischen Gärten.

Sie umfasst mehr als hundert Veranstaltungen der verschiedensten Art: Workshops, Begegnungen mit Gärtnern und Botanikern, Führungen, Brunchs, Konzerte, Pflanzenmärkte, nächtliche Führungen, Kurse, Vorträge.

Die Botanica 2012 steht unter dem Motto «Zurück zur Natur». Dieses Thema verstehen die Veranstalter als Hommage an Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) anlässlich seines 300. Geburtstags:

„Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau und die botanischen Gärten der Schweiz haben eines gemeinsam: eine grosse Liebe zur Botanik. Mit BOTANICA möchten die Gärten diese Liebe zur Natur mit dem Publikum teilen und Ihnen zeigen, dass ein «zurück zur Natur» ganz einfach ist. Besuchen Sie uns also – vielleicht barfuss, mit einem Lächeln!“

Quelle und weitere Infos: http://www.botanica-week.org/page.php?p=accueil

Die Veranstaltungen finden in fast allen Regionen der Schweiz statt. Auf untenstehender Liste können Sie nachschauen, ob auch ein Botanischer Garten in Ihrer Nähe mitmacht.

Deutschschweiz:

Basel

Bern

Brüglingen

Davos

Freiburg

Grüningen

Schynige Platte

St. Gallen

Wädenswil

Zürich

Westschweiz:

Aubonne

Bourg-Saint-Pierre

Champex-Lac

Freiburg

Genf

Lausanne

Leysin

Meyrin

Neuenburg

Pont de Nant

Porrentruy

Prangins

Tessin:

Isole di Brissago

Kommentar & Ergänzung:

Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) war tatsächlich ein grosser Pflanzenfreund. Je schwieriger seine Beziehungen zu Menschen wurden, desto intensiver widmete er sich seinen botanischen Studien. Den ihm oft zugeschriebenen Ausspruch „Zurück zur Natur“ findet man so allerdings nicht in seinen Schriften.

„Natur“ ist bei Rousseau jedoch klar ein positiver Bezugspunkt:

„Lernen wir, zwischen uns und ihr zu verweilen und uns von der Müssigkeit und von der Langeweile zu heilen. Verschaffen wir uns leichte, unschuldige und liebenswerte Vergnügungen, die uns davon abhalten, verderbliche, verbrecherische und unsinnige zu suchen. Das Studium der Pflanzen reinigt mir die Seele. Das ist mir genug, ich will gar keine andere Arznei.“

(Zitat aus: Fragmente zur Botanik)

Schön gesagt, Monsieur Rousseau.

Im Einklang mit Jean-Jacques Rousseau kann ich daher nur raten:

Wenn Sie sich von verderblichen, verbrecherischen und unsinnigen Vergnügungen abhalten wollen, dann kommen Sie doch einfach mit auf meine Pflanzenexkursionen……Und als Zugabe reinigt das Pflanzenstudium auch noch die Seele. Was will man mehr.

Ich würde natürlich niemals wagen, meine Pflanzenexkursionen mit so grossen Versprechungen anzupreisen. Aber wenn Meister Rousseau das sagt, dann bitte:

Die Daten und Orte finden Sie hier.

Im Ernst: Ein guter Naturkontakt kann durchaus eine Quelle für Lebensqualität sein und eine Ressource für unsere physische und psychische Gesundheit.

Zu Rousseau wäre allerdings noch anzumerken, dass er, wenn er von „Natur“ spricht, meistens die menschliche Natur meint, den Naturzustand des Menschen.

Darum ist es irreführend, wenn der ihm untergeschobene Ausspruch „Zurück zur Natur“ nur im Sinne einer Rückkehr zu Ökologie, Umweltschutz und Naturschutz verwendet wird.

Und ein Programm zur Rückkehr zum Naturzustand des Menschen wäre eine ziemlich schwierige Angelegenheit, weil nur schon geklärt werden müsste, was mit der Natur des Menschen genau gemeint ist.

Wenn auf der „Botanica“-Website erwähnt wird, dass ein „Zurück zur Natur“ ganz einfach sei, dann mag das vielleicht stimmen, wenn damit der Besuch in einem Botanischen Garten gemeint ist. Das ist natürlich ganz einfach und empfehlenswert.

Nimmt man die Forderung „Zurück zur Natur“ aber umfassender ernst in dem Sinne, wie Rousseau es gemeint haben könnte, dann tut sich ein ganzer Katalog von Fragen auf.

Naturphilosophische Fragen sind im Übrigen auch ein Element im Kurs „Naturerlebnis Oberengadin“ vom 13. – 17. August 2012.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Mieten Sie mich für Vorträge, Kurse, Teamweiterbildungen….

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…zum Beispiel in Vereinen, Pflegeinstitutionen, Firmen.

Themenbereiche:

1. Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

2. Nachdenkliches zu Gesundheit & Krankheit

1. Phytotherapie / Pflanzenheilkunde:

Ob eine Stunde, ein Abend, ein Wochenende, eine Woche…….wir finden eine Form, zeitlich und thematisch massgeschneidert nach Ihren Wünschen.

Themenauswahl:

– Was sind ätherische Öle und wozu sind sie gut?

– Altbewährtes und Neues aus der Heilpflanzenkunde

– Was ist Phytotherapie? Und was nicht?

– Erkältungskrankheiten – Vorbeugen und behandeln mit Heilpflanzen

– Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden

– Heilpflanzen bei Verdauungsstörungen

(Verstopfung, Durchfall, Völlegefühl, Appetitlosigkeit….)

– Heilpflanzen begleitend zur Tumortherapie

(Linderung von Beschwerden wie Müdigkeit, Übelkeit, Mundschleimhautentzündung ect.)

– Heilpflanzen für Psyche & Nervensystem

(Depression, Angst, Schlafstörungen, Schmerz)

2. Nachdenkliches zu Gesundheit und Krankheit

Die Vorträge und Kurse in diesem Bereich verbinden gesundheitsberaterische Aspekte mit Erkenntnissen aus Psychotherapie, Philosophie und Medizingeschichte.

P.S.: Sie können diese Themen auch im Einzelgespräch mit mir klären. Weitere Infos:

Eidberger Gedankengänge

Themenauswahl für Vorträge / Kurse:

– Herausforderung Komplementärmedizin

Komplementärmedizin boomt, und doch bleiben viele Fragen rund um diesen Begriff offen. Was meint „Komplementärmedizin“ überhaupt und wie unterscheidet sie sich von „Schulmedizin“ und „Naturheilkunde“?

Wir werden überschwemmt mit Ratschlägen und Versprechungen aus der Komplementärmedizin.  Woran kann man fragwürdige Aussagen erkennen und wie die Spreu vom Weizen trennen?  Dieser Vortrag  bietet die wichtigsten Informationen, um sich im „Dschungel“ Komplementärmedizin zu Recht zu finden.

– Chronische Erkrankung als Herausforderung – was heisst das?

Eine chronische Erkrankung wird man nicht los. Darum kommt man nicht darum herum zu lernen, mit ihr umzugehen. Das erfordert Strategien und Fähigkeiten, die man als gesunder Mensch nicht unbedingt gelernt hat. Ausserdem ist eine chronische Erkrankung auch eine Herausforderung für die Angehörigen. Dieser Vortrag zeigt die wichtigsten Punkte, die für den guten Umgang mit einer chronischen Krankheit wichtig sind.

– Phänomen Schmerz besser verstehen

Schmerz ist ein allgegenwärtiges und gleichzeitig mehr denn je verdrängtes Phänomen. In diesem Vortrag / Kurs stehen weniger die medizinischen Aspekte des Schmerzes im Zentrum als  vielmehr der Bezug, den der leidende Mensch selbst zu seinem Schmerz aufbaut und zu allen Zeiten aufgebaut hat. Vorgestellt werden nicht nur kulturelle, religiöse, psychologische, philosophische und medizinische Aspekte des Schmerzes, sondern auch eine Vielzahl von symbolischen und praktischen Strategien, um das bisweilen Unbegreifliche und Grausame des Schmerzes zu integrieren.

Das facettenreiche Phänomen Schmerz wird dadurch in einer Vielfalt offenbar, die ein rein medizinischer  Zugang an den „kranken Menschen“ notgedrungen ausblendet.

Davon profitieren Schmerzpatientinnen und –patienten sowie ihre Angehörigen, aber selbstverständlich auch Berufsleute aus Medizin, Naturheilkunde, Pflege etc.

Für sie alle gilt: Wer Schmerz besser versteht, kann besser mit ihm umgehen.

Weitere Themen folgen…..

Anfragen für Vorträge, Kurse (Termine, Kosten etc.) am besten per Telefon:

Martin Koradi, 052 202 20 29

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Unsinnige Krebstherapie: Bittere Aprikosenkerne

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Gelegentlich werde ich an Kursen oder Vorträgen über Heilpflanzen auf die Wirkung von Bitteren Aprikosenkernen gegen Krebs angesprochen.

Es ist manchmal geradezu erschütternd, wie viele völlig haltlosen Heilungsversprechungen zum Thema Krebs herumgeistern.

Zu den Bitteren Aprikosenkernen hat kürzlich sogar die „Bild“-Zeitung Stellung genommen – ein Presseerzeugnis, dem ich sonst nicht immer traue……

„Oft werden bittere Aprikosenkerne beworben, die mit einem Inhaltsstoff namens Amygdalin, Laetrile oder Vitamin B17 angeblich Tumorzellen zerstören können. Eine Studie ergab, dass diese sogenannte Blausäureverbindung einem Tumor überhaupt nichts tut. Sie kann aber zu Vergiftungserscheinungen führen! Von einer Einnahme ist dringend abzuraten.“

Quelle:

http://www.bild.de/BILD/ratgeber/gesund-fit/2011/02/24/naturmedizin-gegen-krebs-serie/diese-krebs-wundermittel-helfen-ihnen-garantiert-nicht.html

Und Wikipedia schreibt zum Thema Bittere Aprikosenkerne & Krebs:

„In der Stellungnahme des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz heißt es: ‚Die Nachfrage nach Bitteren Aprikosenkernen ist gestiegen, seit in verschiedenen Medien der Verzehr als alternativmedizinische Maßnahme zur Krebsbehandlung empfohlen wurde. Diese Empfehlungen zielen auf nicht wissenschaftlich anerkannte, therapeutische Wirkungen ab und lassen die für ein Lebensmittel anzuwendenden Sicherheitsaspekte in gefährlicher Weise außer Acht.’

Auch die Apothekerkammer Westfalen warnt vor dem Verzehr von bitteren Aprikosenkernen wegen der Gesundheitsrisiken. In einer Stellungnahme heißt es: ‚In verschiedenen Medien wurden sie als Alternativmedizin gegen Krebs empfohlen – wissenschaftlich ist dies nicht gesichert. Aprikosenkerne sind nach jetzigem Wissensstand als gesundheitsgefährdende Lebensmittel einzustufen und nicht als medizinisch wirksame Arzneimittel.’

Die Substanz Amygdalin, die aus Aprikosenkernen isoliert werden kann, hat weder in Tierversuchen noch in einer klinischen Studie mit Krebspatienten irgendeine Wirkung auf die Entwicklung des Tumors gehabt. ‚Im Rahmen einer im renommierten Medizinjournal New England Journal of Medicine publizierten klinischen Studie wurden 178 Krebspatienten mit Amygdalin behandelt. Ein Drittel der Patienten hatte zuvor keine Chemotherapie erhalten. Die Patienten befanden sich in einem guten klinischen Zustand. Es wurden verschiedene in praxi eingesetzte Dosierungsregime von Amygdalin untersucht. Es wurde kein Benefit in Bezug auf Heilungsraten, Verbesserung oder Stabilisierung der Krebserkrankung, Verbesserung der mit der Krebserkrankung korrelierten Symptomatik oder eine Ausdehnung der Lebensspanne beobachtet. Jedoch wurden bei verschiedenen Patienten Symptome einer Cyanidintoxikation festgestellt oder Blutspiegel gemessen, die annähernd letal-toxische Werte annahmen. Die Autoren resümieren als Ergebnis ihrer klinischen Untersuchung: Amygdalin sei eine toxische Substanz ohne Effekte bei der Krebstherapie.’

Der Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung verweist darauf, dass schon Ende der 1980er Jahre in wissenschaftlichen Untersuchungen über Vergiftungen und Todesfälle durch Blausäure berichtet wurde.“

Quelle: Wikipedia

Kommentar & Ergänzung:

Die Bezeichung Vitamin B17 ist eine Phantasie-Bezeichnung für Amagdalin. Es existiert kein Vitamin B17.

Es gibt hunderte von völlig unseriösen Heilungsversprechungen im Umfeld von Krebserkrankungen.

Deshalb ist es so wichtig, Kriterien zu entwickeln, mit denen fragwürdige aussagen und Behauptungen erkannt werden können.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin – woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Zum Thema Bittere Aprikosenkerne / Amygdalin siehe auch:

Amygdalin / Vitamin B17 als angebliches Krebsmittel alt, unwirksam und wieder aktuell

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wie wirkt Zitronenthymian?

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Ich werde an Kursen oder Vorträgen immer wieder mal gefragt, was genau Zitronenthymian ist und ob er die gleiche Wirkung hat wie der Arzneithymian.

Zu Zitronenthymian schreibt Wikipedia:

„Der Zitronen-Thymian (Thymus × citriodorus) ist eine Hybride aus der Gattung der Thymiane (Thymus) in der Familie der Lippenblütler.“

Und zu den Merkmalen des Zitronenthymians:

„ Der Zitronen-Thymian ist ein immergrüner Halbstrauch, mit mehr oder weniger niederliegenden Zweigen, der Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimeter erreicht. Dieser Chamaephyt ist in Mitteleuropa winterhart. Der Duft ist würzig oder zitronenartig. Die Zweige sind vierkantig und ringsum unregelmäßig behaart. Die Behaarung ist an den Kanten stärker als an den Seitenflächen. Die ganzrandigen Blätter sind lanzettlich, elliptisch bis verkehrt rhombisch-eiförmig geformt. Ihre durchschnittliche Länge beträgt etwa 15 mm, die Blattbreite variiert zwischen 2 und 8 mm. Der Blattrand ist nur zum Teil eingerollt und weist am Grund oft einzelne Wimpern auf. Die Unterseite ist kurz samtig bis kahl.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Die oberen Kelchzähne sind meist bewimpert. Die Krone ist hell bis purpur-rosa gefärbt. Die Blütezeit reicht von Juni bis September.“

(aus Wikipedia)

Und zur Nutzung von Zitronenthymian:

„Der Zitronen-Thymian ist eine Natur- und Kulturhybride. Er wird verbreitet als Zierpflanze für Steingärten, Einfassungen, Balkons und Pflanzschalen sowie als Gewürz- und Heilpflanze genutzt und ist seit spätestens 1596 in Kultur. Es gibt zahlreiche Sorten, die zum Beispiel gelbe, weiße oder gefleckte Blätter besitzen oder verschiedene Wuchsformen.“

(aus Wikipedia)

Für die Wirkung des Zitronenthymians dürfte das ätherische Öl entscheidend sein. Hier Angaben zu seiner Zusammensetzung:

„Der Zitronenthymian, Thymus citriodorus, enthält ein ätherisches Ö mit dem Hauptbestandteil Geraniol (bis zu 60%); weiters wurden Geranylester, Nerol und Citronellol identifiziert. Der Zitronengeruch geht auf Citral zurück (14%), und es wurden auch kleine aber nicht unbedeutende Mengen (0.5%) an Thymol gefunden. (Flavour Fragrance Journal, 10, 225, 1995)“

Quelle: http://www.uni-graz.at/~katzer/germ/Thym_vul.html

Zitronenthymian zählt nicht zu den offiziell anerkannten Heilpflanzen. Schaut man sich die Zusammensetzung des ätherischen Öls an, dann fällt der tiefe Gehalt an Thymol und der hohe Gehalt an Geraniol auf. Thymianöl aus Arzneithymian (Thymus vulgare) wird dagegen dominiert von Thymol. Ein prägnanter Unterschied also. In der Aromatherapie-Literatur (zum Beispiel hier) wird ein Thymianöl Chemotyp Geraniol beschrieben, dem eine stark antimikrobielle Wirkung  zugeschrieben wird. Thymol wirkt aber ebenfalls sehr gut antimikrobiell.

Interessanter als diese Thymol / Geraniol – Differenz scheint mir, dass die Zusammensetzung des ätherischen Öls aus Zitronenthymian gewisse Ähnlichkeiten zeigt zu den ätherischen Ölen aus Melissenöl (z. B. Citral) und Orangenblütenöl (Nerol, Geraniol). Vielleicht – aber das ist nur eine Vermutung – ergibt sich daraus für Zitronenthymian eine gewisse beruhigende Wirkung.

Jedenfalls würde ich Zitronenthymian und Arzneithymian niemals gleichsetzen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Was ist Gentianaviolett? – Wikipedia weiss mehr dazu….

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Ich begegne an Kursen und Vorträgen über Heilpflanzen gelegentlich der Ansicht, dass Gentianaviolett ( = Kristallviolett) ein pflanzlicher Wirkstoff aus Enzian sei. Das ist ein Irrtum.

Gentianaviolett ist ein synthetisch hergestellter, violetter Triphenylmethanfarbstoff. Nur seiner Farbe wegen kam diese Substanz zum Namen Gentianaviolett. „Gentiana“ heisst die Gattung „Enzian“ in der botanischen Fachsprache. Darüber hinaus hat Gentianaviolett mit Enzian aber gar nichts zu tun.

Gentianaviolett ist aber ein interessanter Stoff.

Zur Verwendung von Gentianaviolett schreibt Wikipedia (kursiv und leicht modifiziert):

Gentianaviolett findet Verwendung als Farbstoff in Farbbändern oder Kopierstiften und vor allem in der mikroskopischen Färbetechnik. Hier bildet es den Hauptbestandteil der sogenannten Gram-Färbung, mit deren Hilfe sich Bakterien grob klassifizieren lassen.

Gentianaviolett wird als pH-Indikator bei der wasserfreien Gehaltsbestimmung von schwachen Basen eingesetzt. Säuert man eine Lösung von Gentianaviolett leicht an, erfolgt ein Farbumschlag von Violett nach Grün, weil das Auxochrom des dritten Kernes seine elektronenliefernde Fähigkeit und damit seine Farbrelevanz durch Addition eines Protons verliert. Ein stärkeres Ansäuern führt zu einer gelben Verbindung, bei der ein weiteres Auxochrom durch Protonierung deaktiviert wird.

Medizinisch wurde Gentianaviolett lange Zeit, bis zur Entdeckung anderer wirksamer Antimykotika, zur Behandlung von Hautpilzerkrankungen (Mykosen), insbesondere Fußpilzen, sowie von Mundsoor verwendet. Dazu wird es als sogenannte Pyoktaninlösung (1–2%) aufgepinselt. Heute wird es wegen der lästigen Einfärbung der Haut in der westlichen Welt fast nur noch in der Naturheilkunde verwendet. Nach Empfehlungen der WHO ist Kristallviolett jedoch als ein essenzielles Medikament einzustufen.

Intravenös wird es eingesetzt zur Therapie von sekundären Lungenmykosen. Die fungistatische Wirkung von Gentianaviolett ist, je nach Mykosenart, um den Faktor 10–100-stärker als das heute stark verbreitete Clotrimazol. Übertroffen wird es nur noch von Amphotericin B, welches jedoch im Vergleich stark toxisch ist. Daher wird Gentianaviolett häufig bei immungeschwächten Patienten eingesetzt.

Gentianaviolett darf nicht ins Auge gelangen, da es schwere Augenschäden verursachen kann. Ferner ist bei äußerlicher Anwendung eine Überdosierung zu vermeiden, da Gentianaviolett, ebenso wie die verwandten und ähnlich verwendeten Triphenylmethanfarbstoffe Malachitgrün und Brillantgrün, zelltoxisch auf die Haut wirkt.

Also gar nix mit Enzian. Die blauen Enziane werden im übrigen auch gar nicht als Heilpflanzen verwendet. Sie gehören einfach zu den Schönheiten unserer Alpenflora und es gibt davon viele verschiedene Arten. Wenn Sie diese Farbkünster näher kennenlernen möchten, dann kommen Sie doch in einen Kräuterwanderkurs zu Heilpflanzen und Alpenblumen in Lenk, Mürren, Vals oder Feldis.

Zu den Heilpflanzen zählt eindeutig der Gelbe Enzian, Gentiana lutea. Er kommt im Enzianschnaps zur Anwendung und in Heilpflanzen-Präparaten gegen Verdauungsschwäche und Appetitlosigkeit.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Gute Gründe für Phytotherapie in der Spitex

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Heilpflanzen-Anwendungen knüpfen vor allem bei der älteren Generation an vertraute Erfahrungen mit bewährten Hausmitteln an, was ein positiver Kontextfaktor sein kann im Rahmen eines Behandlungskonzepts.

Heilpflanzen-Anwendungen ermöglichen es den Pflegenden in Situationen, in denen sie bei der Betreuung von schwerkranken Personen wenig zur Linderung des Leidens beitragen können,  oft noch positive Veränderungen zu bewirken. Sie können zudem den Angehörigen sinnvolle Instrumente in die Hand geben, womit diese im täglichen Umgang mit ihren Verwandten ebenfalls handlungsfähiger werden. Dies hat sich auch in der Palliativ-Pflege bewährt.

Spitex-Organisationen haben oft einen offiziellen Auftrag betreffend Gesundheitsförderung.

Die Integration von Phytotherapie in die Spitex kann ein Beitrag sein zur Umsetzung dieses Auftrages.

Phytotherapie eignet sich ausgezeichnet für Bildungsangebote mit dem Fokus Gesundheitsförderung. Vorträge, Heilpflanzenkurse, Heilkräuterexkursionen in der Umgebung oder Beiträge in der Dorfzeitung regen zur Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit an. Sie vermitteln zudem der Bevölkerung die heute oft nur mangelhaft vorhandene Fähigkeit, kleinere Beschwerden eigenständig zu behandeln, zugleich aber auch zu wissen, wann eine Arztkonsultation nötig ist.

Solchermassen vermehrte Gesundheitskompetenz entlastet sowohl das Gesundheitswesen

als Ganzes als auch Einzelpersonen mit hohen Franchisen. Für die Spitex-Organisation können solche Angebote kostendeckend durchgeführt werden und sie eignen sich zugleich als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Für freischaffende Spitex-Pflegefachleute bietet Phytotherapie eine interessante Möglichkeit, sich mit einem attraktiven Zusatzangebot zu positionieren.

Die Spitex nimmt mit der Integration professioneller Heilpflanzen-Anwendungen auch ein Bedürfnis nach vermehrter Kooperation zwischen Komplementärmedizin / Naturheilkunde einerseits und den medizinischen Diensten andererseits auf – das unter anderem in der Volksabstimmung „Zukunft mit Komplementärmedizin“ zum Ausdruck kam.

Weitere Pluspunkte für professionelle Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege generell:

Gute Gründe für Phytotherapie in der Pflege

Noch umfassender orientiert das „Dokument Phytotherapie in der Pflege“.

Falls Sie als Pflegeperson an der Innovation „Phytotherapie in der Pflege“ mitwirken wollen, finden Sie am „Seminar für Integrative Phytotherapie“ in Winterthur eine fundierte Phytotherapie-Ausbildung.

Patienten und Angehörige können Phytotherapie in der Pflege sehr unterstützen, wenn sie bei den Leitungen der Pflegeorganisationen nach diesem Angebot fragen und Pflegefachleute darauf aufmerksam machen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Teamweiterbildungen für Spitex-Organisationen

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