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Kräuterwanderungen – Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

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Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die zu meinen Kräuterwanderungen oft gestellt werden. also die sogenannten „Frequently Asked Questions“ (FAQ):

Werden die Kräuterwanderungen bei jedem Wetter durchgeführt?

Ja. Ich behalte mir aber vor, die Route der Witterung anzupassen, insbesondere wenn die Sicherheit es erfordert. Nehmen Sie daher wetterfeste Kleidung mit.

Es wäre organisatorisch kaum möglich, kurzfristig eine solche Veranstaltung abzusagen und längerfristig sind die Prognosen zu ungenau.

Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass das Wetter zur Natur gehört. Uns heutigen Menschen ist die Auseinandersetzung mit dem Wetter grossenteils abhanden gekommen. Ich selber bin natürlich gerne bei schönem Wetter unterwegs. Die Stimmungen in der Natur sind bei wechselhaftem Wetter aber oft eindrücklicher. Zudem kommt es nur selten vor, dass ein Tag durchgängig nass ist und oft ist das Wetter vor Ort besser, als es vom Wetterbericht her zu erwarten war. Nur weil die Wetterprognose ein Wölkchen zeigt, muss der Tag noch nicht schlecht werden – so ist jedenfalls meine Erfahrung.

Wie fit muss ich körperlich sein?

Das ist unterschiedlich bei den verschiedenen Touren. Klar ist, das wir in der Regel den ganzen Tag wandernd unterwegs sind, allerdings mit Unterbrüchen, weil wir ja immer wieder Pflanzen anschauen.

Es gibt flachere Touren und solche mit Auf- und/oder Abstiegen. Wenn Ihnen das aus der Kursbeschreibung zu wenig klar wird und sie unsicher sind, ob Sie der Tour körperlich gewachsen sind, dann rufen Sie mich am besten vor der Anmeldung an. Am Telefon lassen sich diese Fragen am besten klären (052 202 20 29).

Als grobe Richtlinie könnte man noch sagen: Wenn in der Kursausschreibung „Wanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in derjenigen Zeit zu wandern, die auf den gelben Wanderwegweisern angegeben ist. Wenn in der Kursausschreibung „Bergwanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in der Zeit zu wandern, die auf den weiss-rot-weiss markierten Wanderwegweisern angegeben ist. Bergwanderfähigkeit setzt zudem eine normale Trittsicherheit voraus,

Braucht es botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse?

Nein, botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Sammeln wir auch Pflanzen auf den Kräuterwanderungen?

Nein, wir sammeln keine Pflanzen. Ich halte es für unsinnig, mit einer ganzen Gruppe Heilkräuter zu sammeln. Dadurch wird an einem Ort oft viel zu viel gepflückt, was den Beständen schaden könnte. Sie können auf meinen Kräuterwanderungen Erkennungsmerkmale und Verwechslungsmöglichkeiten kennenlernen – und danach selber mit dem nötigen Respekt sammeln, was Sie brauchen können.

Was kann ich genau lernen auf den Kräuterwanderungen?

Im Zentrum der Kräuterwanderungen stehen natürlich die Heilpflanzen und da geht es in erster Linie um das genaue Wahrnehmen. Wir laufen ja oft ziemlich blind durch die Welt, auch wenn unsere Augen vollkommen intakt sind. Nicht selten sagen mir Teilnehmende nach dem Kurs, dass sie nun viel mehr Blumen sehen. Dann ist ein Ziel erreicht, denn die (wahrgenommene) Welt wird so bunter, lebendiger und reichhaltiger. Ich erzähle auf den Kräuterwanderungen aber auch gerne Geschichten zu den Heilpflanzen, über ihre Wirkungen, Erkennungsmerkmale, Lebensweisen und über ihre frühere Bedeutung im Volks- und Aberglauben.

Ich finde es allerdings nicht sehr sinnvoll, auf einer Kräuterwanderung nur Pflanzen zu beachten, die uns unmittelbaren Nutzen bringen, also als Heilpflanzen oder als Wildgemüse gebraucht werden können. Wir werden darum auch Pflanzen anschauen und kennenlernen, die „nur“ das Auge oder das Herz erfreuen. Und ich werde gerne vielleicht auch einmal etwas sagen, wenn ein interessanter Vogel zu hören ist oder ein schöner Schmetterling vorbeigaukelt. Wir versuchen also, neben den Heilkräutern auch die Natur als Ganzes wahrzunehmen und ich habe mir seit den ersten geleiteten Exkursionen im Jahr 1986 ein vielfältiges Wissen erwerben können.

Kann ich meinen Hund mitnehmen?

Nein, ich habe entschieden, keine Hunde mitlaufen zu lassen. Wir machen nicht einfach eine Wanderung. Es gibt dazwischen immer wieder Unterrichtssequenzen. Und im Unterricht – so meine Erfahrung – hat auch ein ganz netter Hund durchaus Störungspotential. Das ist nicht hundefeindlich gemeint.

Ab welchem Alter können Kinder mitkommen?

Meine Kurse richten sich von Stil und Inhalt her an Erwachsene. Kindern müsste man didaktisch etwas ganz anderes anbieten. Für Kinder sind meine Kräuterwanderungen daher ungeeignet. Gute Erfahrungen habe ich aber schon mit Jugendlichen gemacht, falls sie speziell an Biologie und Botanik interessiert sind. Fragen Sie mich im Zweifelsfall.

Gibt es Geschenkgutscheine?

Wir haben keine vorgedruckten Geschenkgutscheine, finden es aber eine gute Idee, Kräuterwanderungen zu verschenken an Leute, die an Pflanzen interessiert sind und sich gerne in der Natur bewegen. Ich würde allerdings empfehlen, ein solches Geschenk nicht „blind“ zu machen, sondern mit der beschenkten Person zusammen entscheiden, für welche Tour und welches Datum sie sich am meisten interessiert.

Es ist auch unumgänglich, dass die beschenkte Person vor der Anmeldung die Kursausschreibung gelesen, hat, damit sie die körperlichen Voraussetzungen kennt und einschätzen kann, ob die Tour für sie geeignet ist.

Bei der Anmeldung können Sie meiner Mitarbeiterin mitteilen, wem die Rechnung und wem die Kursinformationen zu schicken sind.

Habe ich Zeit zum Fotografieren auf den Kräuterwanderungen?

Grundsätzlich schon. Ich habe immer wieder Teilnehmende auf Kräuterwanderungen, die tolle Fotos machen (und sie mir manchmal für die Flickr-Fotoplattform zur Verfügung stellen). Sie müssen sich beim Fotografieren allerdings dem Tempo der Gruppe anpassen. Die Wanderungen sind in der Regel zeitlich so berechnet, dass wir zu einer bestimmten Zeit zum Beispiel an einer Busstation sein müssen. Wir können also nur sehr ausnahmsweise warten, bis die Sonne optimal steht……

Was heisst „hohe Wanderschuhe“?

Bei manchen Kräuterwanderungen steht unter „Mitnehmen“: Hohe Wanderschuhe.

Das bedeutet: Über den Knöchel reichend und mit Profilgummisohle.

Wenn ich schreibe „Mitnehmen: Hohe Wanderschuhe“, dann ist das nicht nur eine Empfehlung – dann meine ich das auch so – und behalte mir vor, Leute mit ungenügendem Schuhwerk nicht mitzunehmen. Das ist eine Sicherheits- und Haftungsfrage, die nicht verhandelbar ist. Steht nur „Wanderschuhe“, dann empfehle ich zwar ebenfalls hohe Wanderschuhe, doch können sie auch mit anderen wandertauglichen Schuhen teilnehmen.

Trifft man auf den verschiedenen Kräuterwanderungen unterschiedliche Pflanzen oder dieselben?

Es gibt Pflanzen, die kommen sehr weit verbreitet vor, und die trifft man daher fast auf jeder Kräuterwanderung. Dann gibt es aber immer auch Unterschiede zwischen den einzelnen Kräuterwanderungen. Das hängt vom Boden ab (trocken oder feucht, sauer oder basisch), von der Lage (schattig oder sonnig), von der Höhe über Meer (Flachland oder Alpenregion) und von der Jahreszeit (Frühling oder Sommer).

Wenn Sie möglichst verschiedene Pflanzen kennenlernen möchten, empfehle ich die Exkursionen zu variieren bezüglich Jahreszeit, Region und Höhenlage. Manchmal lassen sich auch aus der Ausschreibung Unterschiede herauslesen. Eine Exkursion im Auenwald im Flachland (zum Beispiel „Petite Camargue“) bietet andere Pflanzen als eine Exkursion an einem trockenen Südhang in höheren Lagen (z, B. Rigi).

Unterstreichen möchte ich aber, dass es beim Kennenlernen von Pflanzen auch wichtig ist, dieselbe Pflanze mehrfach anzuschauen. Wiederholung macht auch hier den Meister oder die Meisterin. Sie können mit mir also quasi Lehr-Gänge machen, wenn Sie über einen gewissen Zeitraum immer wieder einmal eine Kräuterwanderung mitmachen – und dabei Schritt für Schritt vertrauter werden mit der Pflanzenwelt und mit der Natur überhaupt.

Sind die Kräuterwanderungen EMR-anerkannt?

Keine Ausbildungsinstitution hat vom EMR eine schriftliche Anerkennung. Schon seit vielen Jahren reichen aber Naturheilpraktikerinnen und Naturheilpraktiker Teilnahmebescheinigungen meiner Weiterbildungskurse und Lehrgänge beim EMR ein. Dass dabei Schwierigkeiten aufgetreten wären, ist mir nicht bekannt. So gehe ich davon aus, dass das auch in Zukunft klappen sollte. Für einen Tag Kräuterwanderung können Sie mit der Bescheinigung von 6 mal 60 Minuten rechnen.

(Erklärung für „Uneingeweihte“: Das EMR = Erfahrungsmedizinische Register ist einer Firma, die Entscheidet, wer als Naturheilpraktiker / Naturheilpraktikerin über Zusatzversicherungen abrechnen darf. Dazu zählt das EMR eingerechte Ausbildungsstunden und Weiterbildungsstunden zusammen).

Gibt es eine maximale Zahl an Teilnehmenden?

Ja, pro Kräuterwanderung hat es maximal 16 Plätze.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

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Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältungskrankheiten – Tagesseminar am 26. November 2014

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Der Winter steht wieder vor der Tür – und damit auch Husten, Halsweh, Heiserkeit, Schnupfen & Co.

Am Tagesseminar vom 26. November 2014 lernen Sie Heilpflanzen-Anwendungen kennen zur Behandlung von Erkältungskrankheiten.

Sie erfahren also viel Wissenswertes über Thymian, Eibisch, Eukalyptus, Spitzwegerich, Salbei, Malvenblüten etc.

Der Kurs eignet sich gut zur Weiterbildung für Pflegepersonen aus Spitex, Pflegeheim, Palliative Care und Klinik, aber auch für Fachleute aus Naturheilkunde und Medizin. Der Kursinhalt wird aber gut verständlich vermittelt, so dass auch Teilnehmende ohne medizinische Vorkenntnisse profitieren können und willkommen sind.

Die Detailangaben zu diesem fundierten Kräuterkurs finden Sie im Kursprogramm.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Zitat des Tages zu Blocher, Hildebrand und gewissen Insidergeschäften

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„Die süsseste Versuchung im fortgeschrittenen Alter ist: die eigenen Fehler bei anderen Leuten zu korrigieren. Niemand ist davor gefeit, selbst Christoph Blocher nicht. Dieser warf gestern auf TeleZüri Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand Insidergeschäfte vor. Er selbst habe bei seiner Firma Ems-Chemie so etwas nie getan. Dabei vergass Blocher, dass er selbst seinen Reichtum dem kühnsten Insidergeschäft der Schweizer Wirtschaftsgeschichte verdankt. 1983, als Geschäftsführer der Ems-Chemie, lieferte er der Besitzerfamilie düstere Zahlen. Und riet zum sofortigen Verkauf. Verhandlungsführer war wieder Blocher, der an einen unbekannten Investor verkaufte. Der, wie sich danach herausstellte, Blocher selber war. So kaufte Blocher eine Fabrik für 20 Millionen Franken, deren innerer Wert von Experten auf 80 Millionen geschätzt wurde.“

Quelle: Tages-Anzeiger, 7. Januar 2012

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Inserat

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Mit Heilfasten und Entschlackungskuren ins neue Jahr 2012?

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Rechtzeitig zur Nach-Feiertagszeit bringt der österreichische „Standard“ ein Interview mit dem Ernährungsmediziner Kurt Moosburger zum Thema Heilfasten und Entschlacken.

Zitat:

„STANDARD: Heilfasten und Entschlackungskuren stehen schon seit Jahren hoch im Kurs. Sie sollen den Körper entgiften. Aber welchen gesundheitlichen Nutzen haben solche Kuren tatsächlich?

Moosburger:  Gar keinen. Sie haben sogar eher gesundheitliche Nachteile. Fasten ist Raubbau am eigenen Körper. Sie induzieren damit einen Hungerstoffwechsel, bei dem nicht nur Fett, sondern auch Muskelprotein abgebaut wird. Dieser Muskelmasse-Abbau ist vor allem in der ersten Woche des Fastens enorm. Man frisst sich also quasi selbst auf. Das ist völlig grotesk. Und was die Schlackenstoffe betrifft: Solche gibt es in Hochöfen, aber nicht im menschlichen Körper. Wenn die Nieren des Menschen und seine Leber in Ordnung sind, werden wir täglich von selbst entgiftet. Darüber braucht man sich keine Gedanken zu machen.“

Quelle:

http://derstandard.at/1324501618894/Nahrungsverzicht-Fasten-Raubbau-am-eigenen-Koerper

Kommentar & Ergänzung:

Unumstritten scheint mir, dass Fasten bei manchen Menschen das Wohlbefinden verbessern kann. Dafür verantwortlich ist aber wohl nicht die Ausscheidung ominöser „Schlacken“, sondern die Ausschüttung von „Glückshormonen“:

„Fasten tut wohl, meinen viele, die es praktizieren, und berichten von Entspannung und Euphorie. Physiologisch lässt sich das leicht erklären. Der Körper schaltet beim Hungern auf Notfallprogramm um. Er schüttet verstärkt Endorphine, Glückshormone, aus. Christliche Asketen und andere tiefreligiöse Menschen konnten sich so vermutlich gar in ekstatische Zustände versetzen – Erscheinungen inklusive. Dem modernen Fasten-Fan dagegen geht es meist um „Wellness“ irdischer Prägung. Leib und Seele sollen gestärkt und gereinigt werden. Und das lässt man sich mitunter auch gerne etwas kosten.“

Quelle: http://derstandard.at/1324501596187/Fastenkuren-Jetzt-mal-wieder-halblang

Gesunden Menschen, die solche Erfahrungen machen wollen, würde ich nicht davon abraten.

Allerdings sehe ich auch kaum Argumente dafür, dass solche Fastenkuren für die Gesundheit gut oder gar wichtig wären.

Von Heilfasten zu reden, ist jedenfalls sehr gewagt.

Und wer mit Fasten eine nachhaltige Gewichtsabnahme anstrebt, ist sowieso auf dem Holzweg.

Heikel können sich Fastenkuren auswirken bei älteren Personen, die sich auch sonst mangelhaft ernähren, und bei Menschen mit chronischen Krankheiten. In solchen Situationen würde ich empfehlen, eine geplante Fastenkur mit dem Hausarzt oder der Hausärztin vorgängig zu besprechen.

Problematisch an diesem ganzen Entschlackungskult scheint mir, dass uns damit mehr oder weniger subtil vermittelt wird, unser Körper sei „vermüllt“ und dadurch behandlungsbedürftig. Das unterminiert das Vertrauen in die „Entsorgungs-Kompetenz“ unseres Körpers. Ist dieses Vertrauen weg, übernimmt eine ganze Armada von Fastengurus mit einem Arsenal von Entschlackungsmitteln sehr gerne und immer wiederkehrend diese „Müllabfuhr“. Das ist meines Erachtens eine komplementärmedizinische Variante der Medikalisierung. Menschen werden per Theorie für behandlungsbedürftig erklärt und dann mit entsprechenden Therapien versorgt.

Dass der Begriff „Schlacken“ ausgesprochen fragwürdig ist, habe ich an anderer Stelle schon thematisiert:

Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungkur

Darmreinigung ist überflüssig bis gefährlich

Schlechte Schlankheitsmethoden: Heilfasten

Entschlackung – was ist das?

Fasten – Entschlacken

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Ist Heilfasten gesund?

Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsabnahme

Wenn Ihnen jemand mit dem Begriff „Schlacken“ daher kommt und eine „Entschlackungskur“ anpreist, dann fragen Sie doch genau nach, um welche Stoffe es sich bei diesen „Schlacken“ handelt, wo sie im Körper abgelagert sind und wie genau sie durch das Entschlackungsmittel ausgeschieden werden sollen.

Aber lassen sie sich bei der Erklärung nicht abspeisen mit Begriffen, die genauso nebulös sind wie die zu erklärenden „Schlacken“. Meistens dreht sich die Erklärung nämlich im Nebel.

Die beiden Artikel im „Standard“ sind übrigens lohnenswert – auch die Diskussion in der Kommentarspalte. Immer wieder erstaunlich ist, welch heftige Reaktionen kritische Fragen zu den Themen Heilfasten und Entschlacken auslösen. Verteidiger dieser Verfahren gehen kaum je auf Argumente ein. Vielmehr werden Kritiker als Knechte der „Schulmedizin“ oder der „Pharmaindustrie“ in die Ecke gestellt. Mit dieser Art der Reaktion macht man es sich aber sehr einfach. Ähnliche Reaktionen sieht man oft bei Leuten, die ihre religiösen Überzeugungen in Frage gestellt sehen. Das ist nicht ganz erstaunlich. Viele Ernährungslehren scheinen zunehmend den Status von Ersatzreligionen zu erlangen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde

www.phytotherapie-seminare.ch

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen?  www.patientenseminare.ch

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