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Süssholzwurzeltee schützt Magenschleimhaut

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Das Magazin „Focus“ schreibt zur Wirkung von Süssholzwurzel:

„Die Süßholzwurzel hemmt Entzündungen, schützt die Magenschleimhaut und entkrampft den Magen. Hauptwirkstoff ist das Saponin Glycyrrhizin, das auch der Lakritze ihren charakteristischen Geschmack verleiht.

Für den Tee die Süßholzwurzel in kleine Stücke schneiden und kurz aufkochen lassen. Wer mag, kann auch etwas Fenchel dazugeben. Dann fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Je süßer der Tee werden soll, desto länger muss er ziehen. Schluckweise über den Tag verteilt trinken.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/magen/tid-21554/hausmittel-magenkraempfe-entspannung-fuer-den-magen_aid_605248.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist soweit korrekt. Häufiger als bei Magenschleimhautentzündung wird Süssholz allerdings als schleimlösendes Mittel bei Husten eingesetzt.

Süssholz ist ein häufiger Bestandteil von Hustentee-Mischungen („Brusttee“), beispielsweise zusammen mit Thymiankraut, Schlüsselblumenblüten, Spitzwegerichkraut, Anisfrüchten, Malvenblüten oder Königskerzenblüten.

Die Süssholzpflanze (Glycyrrhiza glabra) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und ist im Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet (Abbildung auf Wikipedia).

Mit verschiedenen Varietäten besiedelt die Pflanze eine große Region vom südöstlichen Europa über Vorderasien, Ukraine, Mittelrussland, südliches Sibirien, Afghanistan bis zum westlichen China.

Die stark süß schmeckende Süssholzwurzel enthält Glycyrrhizin, ein Triterpensaponin, das etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker (Saccharose) besitzt.

Die Wurzeln werden zur Gewinnung von „Süßholzsaft“ (Liquiritiae succus) verwendet, der in die weltweit beliebten Lakritz-Süßwaren eingearbeitet wird. Zu diesem Zweck werden die frischen Wurzeln zerkleinert und mit Wasser viele Stunden ausgekocht. Der so gewonnene Saft wird anschliessend ganz langsam bis zur zähflüssigen Konsistenz eingedickt. Bei diesem Vorgang bildet sich das so charakteristische Lakritzaroma. Der zähflüssige Extrakt wird zu 5% bis maximal 50% zusammen mit Zucker, Mehl, Stärke und/oder Gelatine sowie Geruchs- und Geschmacksstoffen zu Lakritzwaren verarbeitet.

Bei längerer Anwendung und höherer Dosierung kann Lakritze Störungen im Mineralstoffhaushalt bewirken: mineralokortikoide Effekte in Form einer Natrium- und Wasser-Retention, Kaliumverlust mit Bluthochdruck, Ödeme (Wasseransammlung in Geweben) und in seltenen Fällen Myoglobinurie (Eiweiß des Muskelgewebes im Harn).

Während der Schwangerschaft ist Lakritze zu meiden.

Siehe auch:

In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden

Lakritze schädlich in der Schwangerschaft?

Und sonst noch zu Süssholz bzw. Lakritze:

Amorfructine aus Süssholz gegen Diabetes

Fundstück: Rezept für hausgemachte Lakritze

Süssholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt

Zuviel Lakritze kann den Blutdruck steigern

Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Pflanzenheilkunde / Phytotherapie: Dillfrüchte (Anethum graveolens)

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Dill (Anethum graveolens) zählt zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Pflanze stammt ursprünglich aus Vorderasien, wird heute aber weltweit angebaut. Dill ist im deutschsprachigen Gebiet eines der meistkultiverten Gewürze.

In der Phytotherapie wird Dill selten genutzt. Die Pflanze ist aber verwandt mit Kümmel, Fenchel und Anis.

Dillfrüchte (und auch Dillkraut) enthalten ein ätherisches Öl, das als Hauptkomponente Carvon enthält. Carvon ist ebenfalls Hauptbestandteil im Kümmelöl.

Aus dieser Verwandtschaft kann man schliessen, dass Dillfrüchte ähnlich wie Kümmelfrüchte und Fenchelfrüchte bei Blähungen und Völlegefühl nützlich sind.

Dillfrüchte kommen daher manchmal in Verdauungstees vor.

Als Gewürzpflanze ist Dill vielseitig anwendbar und beliebt. Er wird für Salate genutzt. In Saucen auf Grundlage von Salatöl, Joghurt, Quark und in Gewürzbutter wird er gerne verwendet und eignet sich als Brotaufstrich. Ausserdem dient Dill auch zum Würzen von Fisch- und Fleischspeisen. Durch Destillation lässt sich Dillöl gewinnen, auch für die Likörindustrie. Frisch und getrocknet kann es auch für Konserven und für Kräuteressenzen eingesetzt werden. Dillblätter und Dill-Blütendolden sind ein bedeutendes Gewürz für Gewürzgurken, hauptsächlich für Salz-Dill-Gurken. Meist werden die Dillspitzen in frischem, getrocknetem, tiefgefrorenem oder gefriergetrocknetem Zustand genutzt. Seltener wird das Dillkraut (das junge Kraut) oder die ganze oberirdische Pflanze eingesetzt. Das frische Dillkraut hat den besten Geschmack und kann auch auf gegarte Kartoffeln gestreut werden.

In der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde verwendet man allerdings nicht Dillkraut, sondern Dillfrüchte.

Dill hatte früher wohl grössere Bedeutung als Heilpflanzen im Vergleich zur Gegenwart. Bereits im alten Ägypten wurde die Pflanze  als Küchenkraut und Arzneipflanze angebaut. Griechische und römische Autoren der Antike erwähnen ihn vielfach. Dioskurides schrieb, eine Abkochung der Früchte fördere die Milchbildung, lindere Leibschmerzen, vertreibe Blähungen, stille Erbrechen und treibe den Harn, schwäche jedoch bei andauerndem Gebrauch die Sehkraft. Dill ist auch im Klosterplan des Klosters St. Gallen verzeichnet.

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Myrtol (Gelomyrtol®) bei Husten und Bronchitis

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Die Österreichische Apothekerzeitung (8. Oktober 2012) geht bei Thema Hustenbehandlung auf den pflanzlichen Wirkstoff Myrtol ein:

„Myrtol (Gelomyrtol®) zählt zur Wirkstoffgruppe der schleimlösenden Mittel und besitzt als ätherisches Öl sowohl sekretolytische als auch mukolytische Eigenschaften. So verhilft es zum erleichterten Abtransport des zähen, keimlastigen Schleims aus den Bronchien und Nebenhöhlen.  Des Weiteren ist der Wirkstoff für seine antibakterielle sowie antiinflammatorische Wirkung bekannt. In der Regel wird der als ätherisches Öl vorliegende Wirkstoff in Form von magensaftresistenten Weichkapseln verabreicht, die mit kalter Flüssigkeit eingenommen werden sollten. Damit wird eine frühzeitige Freisetzung der enthaltenen Wirkstoffe und damit Beschwerden im Bereich des Magen-Darmtraktes vermieden.“

Was genau ist Myrtol?

„Myrtol ist kein eindeutig definierter Begriff; er wird teilweise mit dem ätherischen Öl der Myrte (Myrtus communis), eines immergrünen Strauches, der im Mittelmeergebiet und in Vorderasien verbreitet ist, in Zusammenhang gebracht. Die exakte Bezeichnung dafür ist Myrtenöl.

In Arzneimitteln wird ein standardisiertes pflanzliches Mischdestillat als Myrtol bezeichnet, das laut Herstellerangaben nicht weniger als 25 Prozent Limonen, 25 Prozent Cineol und 6,7 Prozent (+)-α-Pinen enthält. Dieses Stoffgemisch….wirkt auswurffördernd und wird daher bei akuten und chronischen Bronchitiden sowie bei einer Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) angewandt.“

Quelle: Wikipedia

Das in den Gelomyrtol-Kapseln enthaltene Stoffgemisch namens Myrtol besteht aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süssorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl.

Hauptanwendungsgebiet der Kapseln sind produktiver Husten / Bronchitis und Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

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Mäusedorn bei Venenbeschwerden

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Bei Venenbeschwerden (Ödeme, Krampfadern, Venenschwäche) stehen in der Phytotherapie als Heilpflanzen-Anwendungen Rosskastanien-Extrakt, Buchweizenkraut und Rotes Weinlaub im Zentrum. Weniger bekannt ist Stechender Mäusedorn (Ruscus aculeatus).

Foto auf Wikipedia

Der Stechende Mäusedorn ist im Mittelmeergebiet und Nordafrika bis Vorderasien heimisch und auch an der Atlantikküste Frankreichs und Englands zu finden. Die Pflanze gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) und wächst als immergrüner, die Trockenheit liebender Strauch in Gebüschen und an trockenen, steinigen Abhängen.

Mäusedornwurzelstock enthält Steroidsaponine.

Wissenschaftlich anerkannte Anwendungbereiche:

„Zur unterstützenden Therapie von Beschwerden bei chronisch venöser Insuffizienz wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Schwellungen. Unterstützende Therapie von Beschwerden bei Hämorrhoiden wie Juckreiz, Brennen (Kommission E, ESCOP).“

Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/maeusedorn.php

Kommentar & Ergänzung:

Mäusedorn ist in der Schweiz hauptsächlich als Venengel im Handel. Die Wirksamkeit von Venengelen und Venensalben ist aber generell nicht plausibel belegt.

Für die innerliche Anwendung ist die Auswahl an Fertigpräparaten bescheiden. Neben Mäusedorntinktur gibt es noch Mäusedorn-Kapseln von Arkokaps.

Rosskastanien-Extrakte sind sehr viel besser belegt bezüglich Wirkung gegen Venenbeschwerden (Chronisch-venöse Insuffizienz: Krampfadern, Schmerzen, Schweregefühl, geschwollene Beine, Wadenkrämpfe).

Siehe auch:

Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden

Phytotherapie – chronisch-venöse Insuffizienz

Heilpflanzen-Präparate lindern Venenbeschwerden

Heilpflanzen bei Venenbeschwerden

Weinlaub-Extrakt gegen schwere Beine

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

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Was ist Johannisbrotkernmehl?

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Johannisbrotkernmehl ist als Heilpflanzen-Anwendung wenig bekannt und kommt auch in der Phytotherapie selten zum Einsatz.

Das ist schade, weil Johannisbrotkernmehl durchaus interessante Wirkungen zeigt  – beispielsweise gegen Durchfall. Sehr vielfältig eingesetzt wird Johannisbrotkernmehl zudem in der Lebensmittelindustrie.

Johannisbrotkernmehl stammt vom Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua), auch Karubenbaum oder Karobbaum genannt, einer Pflanzenart aus der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Diese Pflanzenart kommt im Mittelmeerraum und Vorderasien vor.

Johannisbrotkernmehl stammt von den extrem harten, glänzenden Samen der Johannisbrotbaumfrucht.

Zur Zusammensetzung von Johannisbrotkernmehl schreibt Wikipedia:

„Das Johannisbrotkernmehl ist weiß, manchmal leicht beige und geschmacksneutral. Es ist ein Polysaccharid, das größtenteils aus Galactose (20 %) und Mannose (80 %) besteht. Dieser Mehrfachzucker kann vom menschlichen Körper nur teilweise verdaut werden und gilt deshalb als Ballaststoff. Neben dem Polysaccharid sind noch ca. 6 % Eiweißstoffe sowie wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide) und Spuren von Mineralstoffen enthalten. Alles in allem entsprechen die Eigenschaften größtenteils denen des Guarkernmehls, wobei die Viskosität der Lösungen bei gleicher Konzentration etwas geringer ist. Johannisbrotkernmehl kann zwischen dem 80- und 100-fachen seines Eigengewichts an Wasser binden (fünfmal so quellfähig wie Stärke), stabilisiert Emulsionen und unterbindet Kristallbildung. Weiterhin zeigt es Synergien mit Xanthan, Carrageen und Agar.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur Nutzung von Johannisbrotkernmehl:

„Heute liefern die Kerne ein technologisch genutztes Verdickungsmittel, das Carubin oder auch Johannisbrotkernmehl, Karuben- oder Carubenmehl genannt wird. Hierzu werden das Endosperm abgetrennt und die Samen vermahlen.

Unter der Nummer E 410 ist es in der EU uneingeschränkt (auch für Bio-Produkte) als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Es kommt in Süßwaren, Soßen, Suppen, Puddings und Speiseeis vielfach zum Einsatz. Für diätetische Zwecke dient Johannisbrotkernmehl als Backhilfsmittel in glutenfreiem Brot. Akute Ernährungsstörungen, Verdauungsstörungen, Durchfallerkrankungen, Erbrechen, Colitis und Zöliakie sind Anwendungsgebiete für Diätprodukte aus dem Samenmehl. Außerdem sind ein hoher Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus und Fettsucht möglicherweise mit Johannisbrotkernmehl zu behandeln.

Ein aus dem Kern isolierter Stoff senkt erwiesenermaßen sowohl den Blutzuckerspiegel als auch den Cholesterinspiegel und wirkt gewichtsreduzierend. Johannisbrotkernmehl wirkt bei einer Überdosierung leicht abführend und vergrößert durch sein Quellvermögen den Darminhalt. Es behindert geringfügig die Eiweißverdauung und kann in Einzelfällen Allergien auslösen.“

(Quelle: Wikipedia)

Und dann  gibt es noch eine interessante geschichtliche Bedeutung der Johannisbrotkerne:

„Die sehr harten und unverwüstlichen Kerne hatten früher noch eine weitere Bedeutung: Da die Samenkörner des Johannisbrotbaumes ein konstantes Durchschnittsgewicht von rund 200 Milligramm aufweisen (das Gewicht der einzelnen Samen variiert beim Johannisbrotbaum ebenso stark wie bei vielen anderen Baumarten!), vor allem aber, weil sich bei ihnen auch sehr kleine Gewichtsunterschiede von nur 5 Prozent zwischen einzelnen Samenkörnern mit erstaunlicher Genauigkeit (> 70 % Trefferquote) schätzen lassen, wurden sie in der Antike als Wägeeinheit für Diamanten verwendet. Daran erinnert die noch heute gebräuchliche Bezeichnung Karat. Das Karat ist ein Lehnwort nach dem Französischen le carat, welches seinen Ursprung im italienischen carato, m. hat. Dieses entstand über das Arabische qi¯ra¯t aus dem Griechischen kerátion („Hörnchen“), da die Frucht (Hülse) des Johannisbrotbaumes hörnchenförmig ist. Daraus hat sich auch der wissenschaftliche Name für den Johannisbrotbaum, Ceratonia siliqua, hergeleitet.“

(Quelle: Wikipeda)

Das Beispiel des Johannisbrotkernmehls zeigt übrigens, was die Phytotherapie zu einem spannenden Wissensgebiet macht: Sie verbindet medizinische Fragen mit Kenntnissen über die Pflanzenwelt und mit kulturgeschichtlichen Aspekten,

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Kräuterexkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

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Myrtol bei Bronchitis & Sinusitis

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Die „Welt“ veröffentlichte vor kurzem einen Text über „Sechs verbreitete Irrtümer über Erkältungen. Aus Sicht der Phytotherapie ist Irrtum 3 interessant:

„Bei Bronchitis braucht man andere Medikamente als bei einer Sinusitis“

Die „Welt“ schreibt dazu:

„Das kann man so nicht sagen. Es gibt einige wenige Arzneimittel, die sowohl gegen Bronchitis als auch gegen Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) helfen. Allerdings lösen viele Wirkstoffe nur den fest sitzenden Schleim in den Bronchien und haben keinerlei Einfluss auf den Schleim in Nase und Nasennebenhöhlen, wie etwa Ambroxol, N-Acetylcystein und Efeu. Immer mehr Mediziner fordern jedoch einen gemeinsamen therapeutischen Ansatz, um Erkrankungen der Atemwege zu behandeln. Diese hohe Anforderung können bislang nur wenige Medikamente erfüllen – etwa das ätherische Öl Myrtol. Es wirkt gleichermaßen gegen den fest sitzenden Schleim in Nase, Nasennebenhöhlen und Bronchien und sorgt für raschen Abtransport.“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article12681026/Hatschi-Sechs-verbreitete-Irrtuemer-ueber-Erkaeltungen.html

Kommentar & Ergänzung:

Myrtol scheint tatsächlich sowohl auf Bronchitis als auch auf Sinusitis günstig zu wirken.

Was aber ist überhaupt Myrtol?

Hier eine gekürzte Beschreibung aus Wikipedia:

„Myrtol ist kein eindeutig definierter Begriff, er wird teilweise mit dem ätherischen Öl der Myrte (Myrtus communis), einem immergrünen Strauch, der im Mittelmeergebiet und in Vorderasien verbreitet ist, in Zusammenhang gebracht. Die exakte Bezeichnung dafür ist Myrtenöl.

In Arzneimitteln wird ein standardisiertes pflanzliches Mischdestillat als Myrtol bezeichnet, das laut Herstellerangaben nicht weniger als 25 Prozent Limonen, 25 Prozent Cineol und 6,7 Prozent (+)-α-Pinen enthält. Dieses Stoffgemisch hat die CAS-Nr. 8002-55-9 und weist eine Dichte von 0,895 g/cm3 auf. Es wirkt auswurffördernd und wird daher bei akuten und chronischen Bronchitiden sowie bei einer Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) angewandt.

Myrtol wird am häufigsten in Form von magensaftresistenten Weichgelatinekapseln, die das Myrtol erst im Dünndarm freisetzen, verabreicht. Daher sollen myrtolhaltige Kapseln ca. eine halbe Stunde vor dem Essen mit ausreichend kalter Flüssigkeit zu sich genommen werden. Heiße Flüssigkeit oder die Einnahme nach der Mahlzeit würde die Magensaftresistenz vermindern und ein Auflösen der Kapseln bereits im Magen bewirken. Im Magen bewirkt Myrtol saures bzw. „ätherisches“ Aufstoßen und eine Reizung der Magenschleimhaut.

Gelegentliche Nebenwirkungen von Myrtol sind Magen-Darm-Beschwerden, selten können Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten. Selten kann es auch zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit zur Rhinosinusitis wurde nur eine randomisierte, kontrollierte Studie zu Myrtol gefunden. Dort wurde Überlegenheit gegenüber Placebo, jedoch nicht gegenüber anderen ätherischen Ölen gezeigt.“

(Quelle: Wikipedia, Literatur siehe dort)

Im Text der „Welt“ erwähnt wird auch Efeu. Efeu-Extrakt gilt in der Phytotherapie vor allem als gut belegtes Heilpflanzen-Präparat gegen krampfartigen Husten. Er ist ein Bronchospasmolytikum.

Falls Sie sich Kompetenz im Bereich der Selbstbehandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen erwerben möchten:

Einen guten Überblick über die Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen bietet das Tagesseminar zu diesem Thema.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

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Ohne Hinweise auf eine bakterielle Ursache sind Antibiotika bei akuter Bronchitis nicht sinnvoll. Alternativen sind unter anderem Heilpflanzen-Präparate auf der Basis von standardisiertem Myrtol.

In den Wintermonaten leiden bis zu zwei Drittel der Patienten in allgemeinmedizinischen Praxen an Atemwegsinfektionen. Meist sind die Erkältungskrankheiten viral bedingt, und nur bei Hinweisen auf eine bakterielle Ursachen ist eine Antibiotika-Behandlung sinnvoll.

Das gilt speziell für die akute Bronchitis, wie Professor Adrian Gillissen vom Klinikum Kassel erklärt hat.

Lassen sich bei Verdacht Zeichen einer Lungenentzündung ausschließen und fehlen auch Hinweise auf eine bakterielle Infektion wie Fieber oder grün-gelblicher Auswurf, dann werden bei akuter Bronchitis hauptsächlich Mukopharmaka (Schleimlösende Medikamente) wie Ambroxol und Acetylcystein (ACC) empfohlen, die dem Patienten das Abhusten erleichtern sollen.

Durch Reduktion der Viskosität des Schleims wird damit die Reinigung der Bronchien erleichtert. Solche Schleimlöser sollten ein bis zwei Wochen angewandt werden. Harte Studiendaten für ihren Einsatz fehlen allerdings, räumt Gillissen ein.

Wegen ihres erweiterten Wirkspektrums bevorzugt der Internist und Pneumologe bei akuter Bronchitis Phytopharmaka mit standardisiertem Myrtol. „Das sind eigentlich ideale Medikamente, weil sie in vieler Hinsicht wirken“, stellt Gillissen fest.

Für ein Heilpflanzen-Präparat auf der Basis von Myrtol wurde in Studien außer einer sekretolytischen und antientzündlichen Wirkung auch ein antimikrobieller Effekt belegt, und zwar gegen speziell häufige Atemwegskeime wie Pneumokokken und H. influenzae. Zudem fördert Myrtol-Medikament die mukoziliäre Clearance (die Aktivität der Flimmerhärchen) und damit die Selbstreinigungsmechanismen der Bronchien.

In einer doppelblinden Vergleichsstudie an 40 Prüfzentren in Polen wurden die Wirksamkeiten standardisiertem Myrtol, dem Antibiotikum Cefuroxim sowie von Ambroxol und Placebo verglichen (Arznm.-Forsch./ Drug Res 50 (8); 2000: 700). 676 Patienten mit akuter Bronchitis wurden dabei nach dem Zufallsprinzip je einer von vier Behandlungsgruppen zugeteilt.

Resultat: Nach zwei Wochen lagen die Responderraten bei allen aktiv Behandelten über 90 Prozent, im Vergleich zu 85 Prozent unter Placebo. Keine Differenzen bei den Behandlungsresultaten gab es zwischen Myrtol standardisiert und dem Antibiotikum.

Die Auskultationsbefunde nach zwei Wochen sprachen insgesamt für eine ebenbürtige Wirksamkeit von standardisiertem Myrtol und Cefuroxim, beide Substanzen waren bei diesem Kriterium Ambroxol und Placebo deutlich überlegen.

79 Prozent der Ärzte beurteilten die Wirksamkeit von Myrtol standardisiert mit „gut“ oder „sehr gut“, verglichen mit 74 Prozent (Cefuroxim), 66 Prozent (Ambroxol) und 42 Prozent (Placebo).

Ein postinfektiöser Husten kann den Bronchialinfekt um mehrere Wochen überdauern. Wird dabei die Lebensqualität etwa durch gestörten Schlaf wesentlich beeinträchtigt, rät die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie zu einer bis zu zwei Wochen dauernden Behandlung mit zentralwirksamen Antitussiva wie Codein.

Antibiotika sind beispielsweise bei bakteriellen Superinfektionen einer akuten Bronchitis angezeigt. Anzeichen dafür können verschlechterte Symptome bei einer meist verschleppten Erkrankung sein, ebenso Fieber, eitriger Auswurf oder erste Symptome einer Lungenentzündung.

In der Annahme, die Patienten erwarteten eine Antibiotika-Therapie, verschreiben Ärzte manchmal wider besseres Wissen diese Medikamente. Diese vorauseilende Wunscherfüllung ist jedoch meist überflüssig, wie vor Kurzem eine Umfrage von Forschern des Robert Koch-Instituts und der Charité ergeben hat

(http://www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleID=19655).

In der Untersuchung wurden bundesweit 1076 Personen im Alter von 15 bis 78 Jahren über ihre Einstellungen zu Antibiotika befragt. Nur gut jede zehnte teilnehmende Person (n = 113) gab dabei an, dass sie erwarte, bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschrieben zu bekommen.

Und von diesen würden wiederum über drei Viertel die ärztliche Entscheidung gegen ein solches Medikament akzeptieren. Ärzte und Ärztinnen haben also praktisch keine Nachteile zu befürchten, wenn sie bei Erkältungen mit Antibiotika zurückhaltend sind.

Im Zweifelsfall habe sich zudem bewährt: Die Patienten erhalten ein Rezept für ein Antibiotikum, das sie nur im Bedarfsfall einlösen. Damit bekommen sie die Möglichkeit, sich bei Verschlimmerung der Symptome das Mittel ohne erneute Arztkonsultation in der Apotheke zu besorgen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/636377/bronchitis-nur-selten-antibiotika-noetig.html?sh=21&h=-1351492366

Kommentar & Ergänzung:

Bemerkenswert beim Thema akute Bronchitis ist tatsächlich, dass die Wirkung von synthetischen Schleimlösern (Mukolytika) wissenschaftlich nicht überzeugend belegt ist. Im Vergleich dazu stehen Heilpflanzen-Präparate geradezu gut da. Nicht nur für standardisierte Myrtol-Präparate, auch für Umckaloabo sowie für Kombinationspräparate mit Efeu, Schlüsselblumenwurzel und Thymian existieren ziemlich gute Studienresultate.

Der oben aufgeführte Bericht wirft einige interessante Fragen auf:

1. „Nach zwei Wochen lagen die Responderraten bei allen aktiv Behandelten über 90 Prozent, im Vergleich zu 85 Prozent unter Placebo“ – Verblüffend hier wieder einmal, wie gering diese Differenz ist. Spricht sehr für die Selbstheilungskräfte unseres Organismus und für die Selbstheilungstendenz der akuten Bronchitis.

2. „Keine Differenzen bei den Behandlungsresultaten gab es zwischen Myrtol standardisiert und dem Antibiotikum.“

Na, wenn Antibiotika bei viraler Bronchitis sowieso sinnlos und dadurch unwirksam sind, dann ist eine Gleichwertigkeit von Myrtol noch keine Ergebnis, die vom Stuhl reisst.

3. „79 Prozent der Ärzte beurteilten die Wirksamkeit von Myrtol standardisiert mit „gut“ oder „sehr gut“, verglichen mit 74 Prozent (Cefuroxim), 66 Prozent (Ambroxol) und 42 Prozent (Placebo).“

Hier ist die Differenz zwischen Myrtol und Placebo sehr deutlich. Allerdings ist mir nicht klar, wie die Verblindung durchgeführt wurde. Entscheidend bei Vergleichen mit Placebo ist, dass das reale Medikament und das Placebo von den Probanden nicht unterschieden werden können. Myrtol verrät sich meiner Erfahrung gemäss aber nach der Resorption in der Atemluft.

4. Ich bin kein fundamentalistischer Antibiotika-Gegner. Manchmal braucht es diese Medikamente. Skeptisch bin ich aber gegenüber der in diesem Bericht skizzierten Lösung eines Antibiotika-Rezeptes für den Bedarfsfall, wenn Antibiotika zwar nicht indiziert sind, der Patient sie aber  erwartet. Meiner Ansicht nach soll ein Arzt oder eine Ärztin Antibiotika nicht verschreiben, wenn sie unsinnig sind – wie beispielsweise bei viralen Erkältungskrankheiten.

Zu Myrtol hier noch ein paar ergänzende Informationen (aus Wikipedia):

„Myrtol ist kein eindeutig definierter Begriff, er wird teilweise mit dem ätherischen Öl der Myrte (Myrtus communis), einem immergrünen Strauch, der im Mittelmeergebiet und in Vorderasien verbreitet ist, in Zusammenhang gebracht. Die exakte Bezeichnung dafür ist Myrtenöl.

In Arzneimitteln wird ein standardisiertes pflanzliches Mischdestillat als Myrtol bezeichnet, das laut Herstellerangaben nicht weniger als 25 Prozent Limonen, 25 Prozent Cineol und 6,7 Prozent (+)-α-Pinen enthält. Dieses Stoffgemisch hat die CAS-Nr. 8002-55-9 und weist eine Dichte von 0,895 g/cm3 auf. Es wirkt auswurffördernd und wird daher bei akuten und chronischen Bronchitiden sowie bei einer Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) angewandt.

Myrtol wird am häufigsten in Form von magensaftresistenten Weichgelatinekapseln, die das Myrtol erst im Dünndarm freisetzen, verabreicht.“

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