Beiträge

Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ bringt ein Gespräch mit dem Dermatologen Franz Legat, dem Leiter der Juckreizambulanz in Graz.

Dabei wird als Mittel gegen Juckreiz (Pruritus) unter anderem auch Menthol erwähnt.

Zitat:

„Auch Cremes mit speziellen Inhaltsstoffen, etwa mit Urea, also Harnstoff, oder Menthol können helfen. Eine Therapie in Kältekammern oder die Phototherapie, also die Therapie mit UV-Strahlen, kann juckreizlindernd wirken.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000057056706/Pruritus-Im-Juck-Kratz-Zyklus-sein

Kommentar & Ergänzung:

Menthol ist ein Bestandteil des Pfefferminzöls und dort in einem Anteil von 35 – 70 % vorhanden. Man kann also grob davon ausgehen, dass Pfefferminzöl etwas zur Hälfte aus Menthol besteht.

Bei der Anwendung von Menthol ist die Konzentration wichtig.

Um Juckreiz zu lindern sind Konzentrationen von 0,1 – 1% Menthol wirksam. Rechnet man bei Pfefferminzöl mit einen Mentholgehalt von etwa 50%, könnte man deshalb 1 – 2 % Pfefferminzöl in einer Salbengrundlage oder in fettem Öl (z. B. Mandelöl) applizieren.

Als Counterirritant zum Beispiel gegen Spannungskopfschmerzen beträgt die empfohlene Konzentration 1,25 – 16% Menthol. Üblich ist hier eine 10%ige Pfefferminzöl-Lösung auf alkoholischer Basis.

Urea (Harnstoff) ist eine organische Verbindung und bei Säugetieren ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das mit dem Urin und dem Schweiß ausgeschieden wird. In Salben und Lotionen dient er als Feuchtigkeitsspender und wird zu diesem Zweck synthetisch hergestellt.

Wissenschaftsgeschichtlich gilt Harnstoff als die erste aus anorganischen Ausgangsstoffen synthetisierte organische Verbindung.

Das widersprach der damals verbreiteten Vorstellung, dass organische Substanzen grundsätzlich nur von Lebewesen durch die so genannte vis vitalis (Lebenskraft) hergestellt werden könnten. Die erste Synthese von Harnstoff im Jahr 1828 durch Friedrich Wöhler gilt daher als Geburtsstunde der Biochemie. Durch diese Entwicklung galt der vitalistische Ansatz in der Biologie zunehmend als überholt.

Der Vitalismus nahm als Grundlage aller Lebensvorgänge als eigenständiges Prinzip eine Lebenskraft an. Die Hernstoffsynthese zeigte, dass zur Herstellung organischer Substanzen die Annahme einer Lebenskraft nicht notwendig ist.

Erwähnen möchte ich noch einen anderen interessanten Aspekt, der im Gespräch mit Franz Legat zu Sprache kommt:

Ein Juckreiz kann chronisch werden und sich dann von der ursprünglichen Ursache lösen. Zitat:

„Es entsteht ein Juck-Kratz-Zyklus, und der wird zu einer eigenen Juckreizerkrankung, die dann oft mit speziellen juckenden Hautveränderungen in einer sogenannten chronischen Prurigo mündet. In diesem Stadium bringt dann auch die Behandlung der auslösenden Ursache keine Hilfe mehr.“

Das scheint mir ähnlich zu sein wie bei chronischen Schmerzen. Auch sie können sich von der ursprünglichen Ursache lösen und zur eigenständigen Schmerzkrankheit werden.

Starker Juckreiz kann genauso stark belasten wie chronischer Schmerz.

In der Medizin kommen gegen Juckreiz oft Arzneimittel zur Anwendung, die eigentlich gegen andere Erkrankungen entwickelt wurden. Im Interview erwähnt werden als Optionen die Wirkstoffe Gabapentin und Pregabalin, die die Wahrnehmung und Weiterleitung von Juckreiz hemmen und bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder mit Nervenschäden meist gut wirken sollen.

Auch der Neurokinin-1-(NK1)-Antagonist Aprepitant habe sich als gutes Mittel gegen schweren chronischen Pruritus erwiesen, sei aber eigentlich zugelassen, um die Übelkeit bei stark wirksamen Chemotherapien zu lindern. Das Mittel sei teuer, und die Erfahrungen mit Langzeitbehandlungen seien derzeit noch gering.

Es gebe derzeit noch kein Medikament, das gegen Juckreiz zugelassen sei, sagt Legat.

In der Phytotherapie wird als Option bei Juckreiz noch der Paprika-Wirkstoff Capsaicin äusserlich angewendet. Siehe dazu:

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Diesen Artikel teilen:

Zitrusöle auf der Haut steigern Sonnenbrandrisiko

Diesen Artikel teilen:

Zitrusöle auf der Haut steigern das Sonnenbrandrisiko. Nach der Massage mit solchen ätherischen Ölen sollten deshalb starke UV-Strahlen gemieden werden. Zitrusöle enthalten phototoxische Substanzen, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Die Haut kann mit Rötungen bis hin zur Brandblasenbildung reagieren, wenn nach Applikation von Zitrusölen Sonnenbestrahlung folgt.

Es empfiehlt sich daher genau nachzufragen, welche Bestandteile ein Massageöl enthält. Neben Zitrusölen machen auch Lavendelöl, Lindenöl, Sandelholzöl und Zedernöl die Haut lichtempfindlicher, heisst es in der Pressemeldung, die vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen stammt. Wer mit diesen ätherischen Ölen massiert wurde, solle die Sonne für rund zwölf Stunden meiden.

Gewarnt wird auch vor dem Besuch im Solarium mit Zitrusölen auf der Haut.

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/3077427/zitrusoel-haut-erhoeht-sonnenbrandgefahr.story

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Risiko für phototoxische Reaktionen auf bestimmte ätherische Öle ist auch aus der Parfümerie bekannt, beispielsweise beim Bergamottöl.

Bergamottöl gehört auch zu den Zitrusölen (Bergamotte = Citrus aurantium subsp. bergamia, Rutaceae) und ist ein wichtiger Bestandteil aller Arten von Kölnisch Wasser. Trägt man solche Parfümprodukte vor dem Sonnenbad auf die Haut auf, kann dies zu einer sogenannten „Berloque-Dermatitis“ führen.

Was ist eine Berloque-Dermatitis?

„Die Berloque-Dermatitis ist eine Sonderform der phototoxischen Reaktion. Die phototoxische Reaktion wird überwiegend durch bestimmte Pflanzen, Lebensmittel und Medikamente ausgelöst. Sie erhöhen die Wirkung des Strahleneffektes auf der Haut und es kann leicht ein Sonnenbrand entstehen.

Bei der Berloque-Dermatitis spielen bestimmte Pflanzenstoffe (Furocumarine) eine Rolle, die man häufig in Parfüm finden kann. Durch das Besprühen oder Betupfen der Haut und die anschließende Bestrahlung mit dem Sonnenlicht kommt es zu verbrennungsähnlichen Symptomen, wie Hautrötung, Schwellung und Blasenbildung. Später entstehen dauerhafte Pigmentflecken.“

(Quelle: Wikipedia)

Das aus den Schalen der Bergamotte gewonnene ätherische Bergamottöl soll offenbar mit einer sehr viel größeren Menge an Olivenöl verdünnt auch als Bräunungsbeschleuniger eingesetzt werden. Davon ist abzuraten, weil auch die Schäden durch UV-Strahlen verstärkt werden.

Furanocumarine sind als phototoxische Pflanzeninhaltsstoffe generell von Bedeutung.

Was sind Furanocumarine?

„Furocumarine (auch Furanocumarine) kommen häufig in Doldenblütlern vor wie Bärenklau (Riesen-Bärenklau, Wiesen-Bärenklau) und Angelika (Engelwurz), außerdem in Rautengewächsen wie Zitruspflanzen (darunter Bergamotte, Zitrone, Limette, Grapefruit, Bitterorange u.a.) sowie in einer Reihe weiterer Pflanzen. Furocumarine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und dienen als Phytoalexine.

Im Grundgerüst der Furocumarine ist Cumarin mit einem Furanring fusioniert. Bekannte Furocumarine sind Xanthotoxin, Psoralen und Bergapten.

Wie die meisten α,β-ungesättigten Carbonylverbindungen sind Furocumarine sehr reaktiv. Unter Einwirkung von Sonnenlicht (UVA- und UVB-Strahlung) werden Furocumarine photoaktiviert. Prominentes Beispiel ist der giftige Saft des Riesen-Bärenklaus (Herkulesstaude). Die darin enthaltenen Furocumarine schädigen den menschlichen Organismus auf zweierlei Weise:

– Photosensibilisierend/Phototoxisch: Gelangen Furocumarine auf die Haut und werden anschließend dem Sonnenlicht (UV-Strahlung) ausgesetzt, kommt es je nach Schwere zu verbrennungsähnlichen Symptomen (Hautrötung, Schwellung, Blasenbildung, Läsionen, Photopigmentierung, Narbenbildung).

– Krebserregend: Furocumarine gehen unter UV-Einwirkung kovalente Bindungen mit den Pyrimidinbasen der DNA ein, vernetzen so die DNA-Doppelstränge irreversibel miteinander (cross-linking) und wirken dadurch krebserregend.“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) siehe auch:

Riesenbärenklau: Risiko von Hautentzündungen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Photosensibilisierung durch Johannisöl?

Diesen Artikel teilen:

Johannisöl ist ein altes Hausmittel in der Wundbehandlung, gegen Sonnenbrand, zur Narbenpflege etc.

Wann genau eine Anwendung von Johannisöl sinnvoll ist, müsste noch genauer unter die Lupe genommen werden.

Oft hört man im Zusammenhang mit Johannisöl, dass es eine photosensibilisierende Wirkung habe, also die Haut empfindlicher gegen Sonnenstrahlung mache.

Beim Johanniskraut ist die Frage einer Photosensibilisierung schon seit längerem ein Thema, doch geht es dabei um die Einnahme von Johanniskraut-Extrakten gegen Depressionen. Verantwortlich für diesen Effekt ist der Inhaltsstoff Hypericin.

Es spricht sehr viel dafür, dass dieses Risiko überschätzt wird.

Siehe:

Risiko der Photosensibilisierung durch Johanniskraut wird überschätzt

Johanniskraut & Sonnenlicht

Bei der äusserlichen Anwendung von Johannisöl spricht alles dafür, dass vom Hypericin auf diesem Weg kein Risiko einer Photosensensibilisierung ausgeht. Allenfalls bewirkt der „Brennglaseffekt“ des fetten Öls ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko. Das sieht auch eine Publikation der carstens-stiftung so:

„Eine Photosensibilisierung konnte lediglich für das Johanniskrautöl mit der sensitiven photometrischen Erythemmessung nachgewiesen werden. Dieser signifikante Effekt (Erythemverstärkung) konnte  allerdings mit dem visuellen Score nicht betätigt werden, so dass der Effekt insgesamt als klinisch nicht relevant eingestuft werden kann. Unter Umständen ist die leichte Erythemverstärkung durch das Öl auf einen ‚Brennglaseffekt’ zurückzuführen, indem die Durchlässigkeit für UV-Strahlen erhöht wird. Eine Photosensibilisierung, die den Hypericinen zugeschrieben wird, ist beim Öl eher unwahrscheinlich,  da die Hypericine als lipophile Oxidationsprodukte (Ölhypericine) vorliegen und wahrscheinlich nicht mehr photodynamisch aktiv sind.“

Aus: Photosensibilisierende und immunmodulierende Eigenschaften von Johanniskrautcreme und Johanniskrautöl; Ch. M. Schempp, B. Winghofer, R. Lüdtke, J.C. Simon, E. Schöpf, auf: http://www.carstens-stiftung.de/wissen/phyto/pdf/jahrbuch_johanniskraut_schempp.pdf

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Diesen Artikel teilen:

Sonnenbrand & Insektenstiche in Phytotherapie & Aromatherapie

Diesen Artikel teilen:

Im Sommer kommt es oft zu Sonnenbrand und Insektenstichen. Die Phytotherapie und die Aromatherapie bieten in beiden Fällen effiziente Behandlungsmöglichkeiten.

In Newsletter von pharmavista.net werden einige dieser Möglichkeiten vorgestellt. Hier die wichtigsten Infos als Zitate (kursiv) mit anschliessendem Kommentar:

„Im Sommer kommt es häufig zu Sonnenbrand und Insektenstichen. Die Phyto- und Aromatherapie bieten in beiden Fällen effiziente Behandlungsmöglichkeiten.

Bei Sonnenbrand wird z.B. empfohlen, die betroffenen Körperstellen zuerst gut zu kühlen und anschliessend mehrmals täglich Johanniskrautöl aufzutragen. Aufgrund des Risikos einer Photosensibilisierung ist eine erneute Sonnenexposition erst recht zu vermeiden.“

Kommentar & Ergänzung:

Zur Kühlung eignet sich zum Beispiel eine Mischung von Joghurt und Gurkensaft. Der Hinweis auf das Risiko einer Photosensibilisierung nach Auftragen von Johannisöl ist fragwürdig. Ein geringes und eher überschätztes Risiko für die Entwicklung einer Photosensibilisierung besteht bei der Einnahme von Johanniskraut-Extakten.

Siehe dazu:

Risiko der Photosensibilisierung durch Johanniskraut wird überschätzt

Dass es zu Photosensibilisierung bei der äusserlichen Anwendung von Johanniskrautöl kommt, dafür fehlen bisher fundierte Hinweise.

Es gibt eine Untersuchung dieser Frage, veröffentlicht durch die Carstens-Stiftung. Zitat:

„ Eine Photosensibilisierung konnte lediglich für das Johanniskrautöl mit der sensitiven photometrischen Erythemmessung nachgewiesen werden. Dieser signifikante Effekt (Erythemverstärkung) konnte  allerdings mit dem visuellen Score nicht betätigt werden, so dass der Effekt insgesamt als klinisch nicht relevant eingestuft werden kann. Unter Umständen ist die leichte Erythemverstärkung durch das Öl auf einen ‚Brennglaseffekt’ zurückzuführen, indem die Durchlässigkeit für UV-Strahlen erhöht wird. Eine Photosensibilisierung, die den Hypericinen zugeschrieben wird, ist beim Öl eher unwahrscheinlich,  da die Hypericine als lipophile Oxidationsprodukte (Ölhypericine) vorliegen und wahrscheinlich nicht mehr photodynamisch aktiv sind.“

Zitat aus: Photosensibilisierende und immunmodulierende Eigenschaften von Johanniskrautcreme und Johanniskrautöl; Ch. M. Schempp, B. Winghofer, R. Lüdtke, J.C. Simon, E. Schöpf.

http://www.carstens-stiftung.de/wissen/phyto/pdf/jahrbuch_johanniskraut_schempp.pdf

Klar ist aber, dass man bei einem Sonnenbrand nicht Johanniskrautöl auftragen und sich dann der Sonne exponieren soll. Das würde wohl den Sonnenbrand verstärken  – wohl wegen dem „Brennglaseffekt“ und nicht wegen einer Photosensibilisierung – wie auch die Autoren der Studie vermuten.

„Im Rahmen der Aromatherapie können je nach Ausdehnung des Erythems mehrmals täglich 2-6 Tropfen ätherischen Öls des Speiklavendels (Lavandula spica) lokal appliziert werden. Speiklavendel fördert die Wundheilung und wirkt schmerzstillend.

Speiklavendelöl eignet sich zudem zur lokalen Behandlung von Insektenstichen (Spinnen, Bienen, Wespen, Mücken, Quallen, Flöhe). Applikation alle 2 Minuten wiederholen. Schmerzen und Schwellungen klingen innerhalb von 10 Minuten ab.“

Kommentar & Ergänzungen:

Speiklavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen aus dem Breitblättrigen Lavendel (Lavandula latifolia), auch Großer Speik, Spanischer Lavendel, Speik-Lavendel (Lavandula spica) oder Gewürz-Lavendel genannt.

Speiklavendelöl wird gern in der Parfümerie eingesetzt. Es hat nicht die beruhigende Wirkung wie Lavendelöl aus Lavandula angustifolia. Aufgrund seines Gehaltes an Kampfer und Cineol eignet es sich gut  zur Behandlung von Erkältungskrankheiten. Äusserlich wirkt Speiklavendelöl antimikrobiell. Persönlich ziehe ich bei Insektenstichen Lavendelöl aus Lavandula angustifolia vor.

„Bei Insektenstichen werden in der Aromatherapie häufig auch Mischungen verschiedener ätherischer Öle verwendet. Dazu gehören Speiklavendel, Kamille, Teebaum sowie bestimmte als Repellens wirksame ätherische Öle wie Zitronell- und Geraniumöl, welche ebenfalls entzündungshemmende und/oder schmerzstillende Eigenschaften haben. Mischungen ätherischer Öle sind eher Erwachsenen vorbehalten.“

Kommentar & Ergänzung:

Repellens = insektenvertreibendes Mittel

Geranienöl stammt von Pelargonium graveolens (Duftgeranie, Rosengeranie, Duftpelargonie).

Literatur:

_Le conseil en phytothérapie, Chantal Ollier, éditions Pro-Officina, 2e édition 2011, p104-107

_L’aromathérapie, Dominique Baudoux, Editions Amyris, 2e édition 2008, p74, 169

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4353&NMID=1792&LANGID=2

Siehe ausserdem:

Zwiebel gegen Juckreiz nach Insektenstichen

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Diesen Artikel teilen:

Johanniskraut gegen Winterdepressionen

Diesen Artikel teilen:

Das wenige Sonnenlicht der Herbst- und Wintermonate schlägt zahlreichen Menschen auf das Gemüt. Umfragen zufolge leiden etwa zwei Drittel der Deutschen in der kalten Jahreszeit unter Stimmungsschwankungen. Neben Sport und Spaziergängen können auch Heilpflanzen-Präparate mit Johanniskraut gegen Winterdepressionen helfen. Thüringens Apotheker empfehlen jedoch, Präparate mit der Heilpflanze nicht ohne eine vorherige Beratung einzunehmen.

„Bei der saisonal abhängigen Depression, die vor allem in den dunklen Monaten auftritt, handelt es sich um den sogenannten Winterblues“, sagt Danny Neidel, Geschäftsführer der Apothekerkammer Thüringen. „Der Lichtmangel führt dazu, dass der Körper den Botenstoff Serotonin nicht mehr ausreichend produziert. Die Betroffenen fühlen sich niedergeschlagen und antriebslos.“ Erhöhtes Schlafbedürfnis und gesteigerter Appetit können als weitere Symptome auftreten.
Heilpflanzen-Präparate mit Johanniskrautextrakt können bei leichten depressiven Störungen helfen. „Die Arzneimittel sind ohne Rezept in Apotheken erhältlich“, erklärt Neidel. „Damit sich die stimmungsaufhellende Wirkung auch voll entfalten kann, ist es wichtig, das Mittel ausreichend hoch zu dosieren. Nahrungsergänzungsmittel sind oftmals wirkungslos, weil sie unterdosiert sind.“ Die Einnahmeempfehlungen liegen bei 600 bis 900 Milligramm standardisiertem Johanniskraut-Extrakt pro Tag. Die Wirkung von Johanniskraut setzt in der Regel erst nach etwa zwei bis vier Wochen ein; die entsprechenden Medikamente müssen regelmäßig angewendet werden.

Neidel empfielt, sich vor der Einnahme in einer Apotheke beraten zu lassen: „Arzneimittel mit Johanniskraut sind nicht für jeden geeignet“, betont der Apotheker. „Wer andere Medikamente einnimmt, muss womöglich mit Wechselwirkungen der Präparate untereinander rechnen.“ Denn gewisse Inhaltsstoffe der Arzneipflanze beeinflussen Stoffwechselenzyme in der Leber. Sie bewirken, dass andere – zeitgleich eingenommene – Medikamente wie die Antibabypille, Blutverdünner oder Präparate zur Behandlung von Krebserkrankungen oder der Immunschwächekrankheit AIDS rascher abgebaut und so in ihrer Wirkung abgeschwächt werden.

Außerdem kann Johanniskraut-Extrakt zu sogenannten phototoxischen Reaktionen führen. „Gerade bei hellhäutigen Personen kann die Einnahme von Extrakten der Heilpflanze die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht machen“, erklärt Neidel. Solarium oder Höhensonne lösen sonnenbrandähnliche Reaktionen aus und sind in der Zeit der Johanniskraut-Therapie tabu. Wer intensive UV-Strahlen nicht vermeiden kann, sollte gute Sonnenschutzmittel auftragen.

Neidel empfielt, bei Winterdepressionen nicht nur auf medikamentöse Behandlung zu setzen. „Einfache Maßnahmen wie Bewegung und Tageslicht können die Symptome bessern.“ Selbst an trüben und grauen Tagen ist die Lichtintensität im Freien intensiver als in geschlossenen Räumen. Um die Ausschüttung des stimmungsaufhellenden Hormons Serotonin anzukurbeln, genügt bereits eine halbe Stunde Spaziergang. Auch Sport kann die Produktion des Botenstoffs in Gang setzen.

Quelle:

Pressemeldung der Landesapothekerkammer Thüringen

http://www.lak-thueringen.de/index.php?neloh=S010825&jahr=2010&newsbeitrag=916

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich spricht sehr viel dafür, dass es für eine wirksame Dosis 600 bis 900 mg standardisierten Johanniskraut-Trockenextrakt braucht, und dass zahlreiche unterdosierte und unwirksame Johanniskraut-Präparate verkauft werden.

Ernst nehmen würde ich mögliche Wechselwirkungen zwischen Johanniskraut-Extrakten und verschiedenen anderen Medikamenten. Insbesondere ist es wichtig, dass behandelnde Ärztinnen oder Ärzte von einer Johanniskraut-Einnahme wissen.

Es stimmt auch, dass Johanniskraut die Empfindlichkeit der Haut gegenüber von UV-Strahlung erhöhen kann. Daher ist extreme Sonnenbestrahlung während der Johanniskraut-Therapie (aber auch sonst) zu meiden. Es wäre aber auch falsch, diesen Punkt zu dramatisieren. Eine normale Sonnenbestrahlung tut gerade depressiven Menschen ja auch gut.

Dass Bewegung auch antidepressiv wirken kann, ist inzwischen überzeugend belegt.

Dazu kommt mir ein schönes Zitat in den Sinn von Sören Kierkegaard“

“Ich laufe mir jeden Tag mein tägliches Wohlbefinden an und entlaufe so jeder Krankheit; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und kenne keinen, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen loswürde. Ist man so am Gehen, so geht es schon.”

(Sören Kierkegaard, dänischer Philosoph, 1813 – 1855)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Kakao mit Flavanol günstig für Herzkranzgefässe?

Diesen Artikel teilen:

Nicht nur Rotwein und Grüntee sollen gut sein für das Herz, sondern auch Kakao mit einem grossen Anteil des Pflanzeninhaltsstoffs Flavonol. Er gehört zu den Flavonoiden, einer Gruppe von Pflanzenstoffen, die hauptsächlich in Früchten und Gemüse, aber auch in Rotwein und Tee vorkommen.

Über die positiven Eigenschaften des Kakaos berichteten Wissenschaftler des Universitätsklinikums Aachen und der Universität von Kalifornien Davis auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim.

In einer Studie erhielten Patienten mit einer Herzkranzgefäßerkrankung, die medikamentös optimal versorgt waren, zweimal täglich Kakao-Drinks. Ein Teil der Getränke hatte einen speziell hohen Anteil am Pflanzeninhaltsstoff Flavonol. Diese Substanz bindet sehr reaktive, zellschädigende Stoffe, sogenannte freie Radikale.

Anhand verschiedener Messwerte wurde darauf die Wirkung dieser Maßnahme auf Vorläuferzellen erfasst, die wichtig sind für die Regenerationsfähigkeit geschädigter Gefäßwände. Die Forscher fanden heraus, dass Flavonol-haltiger Kakao bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) diese Vorläuferzellen mobilisiert.

Je mehr Flavonol im Kakao enthalten ist, desto stärker ist die Wirkung, heißt es in dem Bericht. „Das könnte zur nachhaltigen Verbesserung der Gefäßschäden und zum besseren Krankheitsverlauf bei KHK-Patienten beitragen, die regelmäßig Flavonol-haltige Nahrungsmittel zu sich nehmen“, stellen die Wissenschaftler fest. Einige Schokoladenhersteller haben bereits spezielle Schokoladen entwickelt, die sich durch einen besonders grossen Gehalt an Flavonol auszeichnen sollen.

Dem Pflanzeninhaltsstoff werden noch weitere günstige Eigenschaften zugeschrieben. So soll er einen gewissen Schutz vor UV-Strahlen bieten sowie die Struktur und Funktion der Haut verbessern.

Quelle: www.aerztezeitung.de

Kommentar & Ergänzung:

Flavonoide sind eine wichtige Wirkstoffgruppe in der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie.
Die Wirkung vieler bedeutender Heilpflanzen basiert auf den Flavonoiden.
Beispiele sind:
Ginkgo-biloba-Extrakte bei Demenz und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK);
Buchweizenkraut mit dem Flavonoid Rutin gegen Beschwerden bei Venenerkrankungen (z. B. Chronisch-venöse Insuffizienz, venöse Ödeme)
Mariendistel mit dem Flavonoid-Gemisch Silymarin (als Leberschutz bei Zufuhr leberbelastender Stoffe und bei chronischen Lebererkrankungen);
Weissdorn-Extrakte bei leichten Formen von Herzschwäche und leichten Formen von Angina pectoris.
Flavonoide kommen auch vor in vielen harntreibenden Heilpflanzen wie Goldrutenkraut (Solidago) oder Birkenblätter.

Es ist aber bei allen Flavonoid-Heilpflanzen sehr wichtig, in welcher Form sie angewendet werden und in welcher Dosierung, damit eine gute Wirkung erzielt werden kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen: