Beiträge

Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ bringt ein Gespräch mit dem Dermatologen Franz Legat, dem Leiter der Juckreizambulanz in Graz.

Dabei wird als Mittel gegen Juckreiz (Pruritus) unter anderem auch Menthol erwähnt.

Zitat:

„Auch Cremes mit speziellen Inhaltsstoffen, etwa mit Urea, also Harnstoff, oder Menthol können helfen. Eine Therapie in Kältekammern oder die Phototherapie, also die Therapie mit UV-Strahlen, kann juckreizlindernd wirken.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000057056706/Pruritus-Im-Juck-Kratz-Zyklus-sein

Kommentar & Ergänzung:

Menthol ist ein Bestandteil des Pfefferminzöls und dort in einem Anteil von 35 – 70 % vorhanden. Man kann also grob davon ausgehen, dass Pfefferminzöl etwas zur Hälfte aus Menthol besteht.

Bei der Anwendung von Menthol ist die Konzentration wichtig.

Um Juckreiz zu lindern sind Konzentrationen von 0,1 – 1% Menthol wirksam. Rechnet man bei Pfefferminzöl mit einen Mentholgehalt von etwa 50%, könnte man deshalb 1 – 2 % Pfefferminzöl in einer Salbengrundlage oder in fettem Öl (z. B. Mandelöl) applizieren.

Als Counterirritant zum Beispiel gegen Spannungskopfschmerzen beträgt die empfohlene Konzentration 1,25 – 16% Menthol. Üblich ist hier eine 10%ige Pfefferminzöl-Lösung auf alkoholischer Basis.

Urea (Harnstoff) ist eine organische Verbindung und bei Säugetieren ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das mit dem Urin und dem Schweiß ausgeschieden wird. In Salben und Lotionen dient er als Feuchtigkeitsspender und wird zu diesem Zweck synthetisch hergestellt.

Wissenschaftsgeschichtlich gilt Harnstoff als die erste aus anorganischen Ausgangsstoffen synthetisierte organische Verbindung.

Das widersprach der damals verbreiteten Vorstellung, dass organische Substanzen grundsätzlich nur von Lebewesen durch die so genannte vis vitalis (Lebenskraft) hergestellt werden könnten. Die erste Synthese von Harnstoff im Jahr 1828 durch Friedrich Wöhler gilt daher als Geburtsstunde der Biochemie. Durch diese Entwicklung galt der vitalistische Ansatz in der Biologie zunehmend als überholt.

Der Vitalismus nahm als Grundlage aller Lebensvorgänge als eigenständiges Prinzip eine Lebenskraft an. Die Hernstoffsynthese zeigte, dass zur Herstellung organischer Substanzen die Annahme einer Lebenskraft nicht notwendig ist.

Erwähnen möchte ich noch einen anderen interessanten Aspekt, der im Gespräch mit Franz Legat zu Sprache kommt:

Ein Juckreiz kann chronisch werden und sich dann von der ursprünglichen Ursache lösen. Zitat:

„Es entsteht ein Juck-Kratz-Zyklus, und der wird zu einer eigenen Juckreizerkrankung, die dann oft mit speziellen juckenden Hautveränderungen in einer sogenannten chronischen Prurigo mündet. In diesem Stadium bringt dann auch die Behandlung der auslösenden Ursache keine Hilfe mehr.“

Das scheint mir ähnlich zu sein wie bei chronischen Schmerzen. Auch sie können sich von der ursprünglichen Ursache lösen und zur eigenständigen Schmerzkrankheit werden.

Starker Juckreiz kann genauso stark belasten wie chronischer Schmerz.

In der Medizin kommen gegen Juckreiz oft Arzneimittel zur Anwendung, die eigentlich gegen andere Erkrankungen entwickelt wurden. Im Interview erwähnt werden als Optionen die Wirkstoffe Gabapentin und Pregabalin, die die Wahrnehmung und Weiterleitung von Juckreiz hemmen und bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder mit Nervenschäden meist gut wirken sollen.

Auch der Neurokinin-1-(NK1)-Antagonist Aprepitant habe sich als gutes Mittel gegen schweren chronischen Pruritus erwiesen, sei aber eigentlich zugelassen, um die Übelkeit bei stark wirksamen Chemotherapien zu lindern. Das Mittel sei teuer, und die Erfahrungen mit Langzeitbehandlungen seien derzeit noch gering.

Es gebe derzeit noch kein Medikament, das gegen Juckreiz zugelassen sei, sagt Legat.

In der Phytotherapie wird als Option bei Juckreiz noch der Paprika-Wirkstoff Capsaicin äusserlich angewendet. Siehe dazu:

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Diesen Artikel teilen:

Blumen „reden“ elektrisch – Insekten verstehen die Botschaft

Diesen Artikel teilen:

Um ihre Bestäubung sicherzustellen, haben Petunien einen speziellen Trick entwickelt. Sie teilen Hummeln mit Hilfe elektrischer Signale mit, wie viel Nektar es zu holen gibt. Eine Studie zeigt nun: Die Insekten verstehen die Meldung.

.Der Tauschhandel, den Samenpflanzen und Insekten seit mehr als 100 Millionen Jahren betreiben, geht nach dem Grundsatz:

Nahrung gegen Bestäubung.

Damit die Bestäuber zu „ihren“, also den passenden Blüten finden, entwickelten die Pflanzen im Lauf der Zeit eine ganze Reihe von Orientierungshilfen.

Manche davon nehmen wir als Blütenfarben wahr, andere sind für unser Auge unsichtbar (UV-Zeichnungen), und manche belegen auch recht deutlich, dass die Signale nicht für uns entwickelt wurden: Der faulige Duft von Aasblumen hat die gleiche Funktion wie der Duft des Veilchens – er soll Bestäuber anlocken – zum Beispiel Fliegen – nicht Menschen.

Der Wissenschaftler Daniel Robert konnte nun mit Hilfe von Experimenten zeigen, dass Pflanzen sogar mit Hilfe elektrischer Signale kommunizieren.

Bekannt war bereits, dass Insekten während des Fluges positive Ladungen akkumulieren und dabei eine Spannung von bis zu 200 Volt aufbauen. Bei Pflanzen verhält es sich umgekehrt, sie sind (schwach) negativ geladen.

Robert hat dieses Phänomen nun erstmals systematisch überprüft. Der Biologe von der University of Bristol befestigte an Petunien kleine Elektroden und konnte feststellen, dass der Blütenbesuch einer Hummel eine kleine, jedoch immerhin mehrere Minuten anhaltende Veränderung der Ladung bewirkt.

Robert geht davon aus, dass diese Veränderung der Ladung ein Signal an das Insekt ist. Die Hummeln sind nämlich fähig, zwischen den elektrischen Felder von bereits besuchten und jungfräulichen Blüten zu unterscheiden. Sie optimieren dadurch sowohl ihren eigenen Profit (Nektarausbeute) als auch die Bestäubung bei den besuchten Petunien.

Auf welche Art die Hummeln die elektrischen Felder der Blüten wahrnehmen, ist bisher unbekannt.

Möglicherweise bewegen sich unter dem Einfluss elektrostatischer Kräfte die Haare auf dem Insektenpanzer – das wäre der selbe Effekt, welcher auch menschliche Haare in der Nähe eines TV-Bildschirms vom Kopf abstehen lässt.

Petunien (und vermutlich auch andere Pflanzenarten) informieren jedenfalls offenbar ihre Bestäuber über das vorhandene Nahrungsangebot.

„Blumen wollen vermeiden, dass ihre Bestäuber auf Blüten ohne Nektar treffen“, erklärt Robert. Denn Bienen und Hummeln seien lernfähig und würden andernfalls schnell das Interesse verlieren. Das elektrische Signal sei also so etwas ähnliches wie eine Werbebotschaft mit Zertifikat. Im Sinne von: Wo Nektar draufsteht, ist auch Nektar drin.

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1713195/

Die Studie:

„Detection and learning of floral electric fields by bumblebees“, Science online (21.2.2013; doi: 10.1126/science.1230883).

http://www.sciencemag.org/content/early/2013/02/20/science.1230883

Kommentar & Ergänzung:

Sehr interessante Untersuchung. Hummeln sind sehr faszinierende Lebewesen, aber Blumen aller Art natürlich auch.

Mit der Formulierung: „Blumen wollen vermeiden, dass ihre Bestäuber auf Blüten ohne Nektar treffen“, wäre ich aber vorsichtig. Sie unterstellt den Blumen Willen und Absicht, was wohl nicht korrekt ist. Beim Reden über die Natur passiert es uns sehr leicht, dass wir ihr menschliche Verhaltensmuster zuschreiben, wohl einfach, weil uns das so vertraut ist von unserer eigenen Welt. Blumen und Bestäuber haben eine lange gemeinsame Entwicklung mit wechselseitigen Anpassungen hinter sich. Aus dieser Co-Evolution sind solche „Kommunikationssysteme“ entstanden, ohne das sie ein angestrebtes Ziel gewesen wären. Dass sich etwas so Komplexes und Faszinierendes ohne Plan und Absicht entwickeln kann, ist einfach bewundernswert.

Wenn Sie noch viele weitere Wunder an Wegrand kennenlernen wollen, dann kommen Sie einmal mit auf eine Heilkräuterexkursion.

Daten und Orte finden Sie via Kurskalender.

Dass die Blüten mit ihren Farben und Formen ganz und gar auf ihre Bestäuber ausgerichtet sind – und nicht auf uns – das ist im übrigen ein wichtiges Argument gegen die Signaturenlehre, die aus Farben und Formen der Blüten Botschaften über die Heilwirkungen der Pflanzen für uns herauslesen will.

Historisch gesehen ist die Signaturenlehre sehr interessant, aber wer heute noch unreflektiert an solche Aussagen glaube, bezieht die Formen und Farben der Blüten viel zu stark auf sich selber und stellt sich damit meines Erachtens zu stark in den Mittelpunkt der „Veranstaltung“.

Siehe auch:

Pflanzenheilkunde: John Ray zur Signaturenlehre

Wilde Möhre, Leberblümchen und die Signaturen der Heilpflanzen

Von Schopenhauers Feldblume zu den Signaturen der Pflanzen

Naturheilkunde: Hoch fragwürdige Theorie von der Signatur der Pflanzen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Heilpflanzenkunde: Engelwurz (Angelica archangelica)

Diesen Artikel teilen:

Engelwurz (Angelikawurzel) stammt aus dem Norden Europas, wo sie im Mittelalter als Gemüsepflanze verwendet wurde.

Der Legende nach machte erst ein Engel die Menschheit auf die Heilwirkung der Angelikawurzel aufmerksam. „Angelus“ bedeutet im Lateinischen Engel und liefert den Gattungsnamen für diese Heilpflanze. Paracelsus propagierte sie als giftaustreibendes Mittel und sogar zur Verhinderung einer Pestinfektion wurde die Inhalation einer essiggetränkten Angelikawurzel empfohlen.

Alte Kräuterbücher sagen der Angelikawurzel „als vornehmlichste Tugend, Gift auszutreiben und den Leib zu erwärmen“ nach. Arzneilich eingesetzt wird der Wurzelstock. Angelicae radix ist als Heilpflanze zugelassen und im Arzneibuch aufgeführt. Sie zählt in der Heilpflanzenkunde zur Gruppe der Amara-Aromatika und wirkt anregend auf die Magensaft- und Pankreassekretion und wird auch zur Steigerung des Gallenflusses angewendet.

Wirksamkeitsbestimmend ist das ätherische Öl der Engelwurz.

Hauptbestandteile des ätherischen Öls sind hauptsächlich Monoterpene vom Phellandrentyp und α-Pinen, Borneol und Camphen, ausserdem wurden Sesquiterpene wie β-Bisabolen und Kumarine (Osthenol und Furokumarine) in der Wurzel nachgewiesen. Der typische Geruch ist auf die enthaltenen Laktonderivate zurückzuführen. Extrakte aus Engelwurz wirken antibakteriell und krampflösend auf den Verdauungstrakt.

In der Volksheilkunde ist Angelikawurzel als alkoholischer Auszug in Magen- und Stärkungsmitteln unverzichtbarer Bestandteil von verdauungsstärkenden Präparaten, beispielsweise in der Rezeptur des Melissengeists oder in verdauungsfördernden Klosterlikören. Bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl sowie krampfartigen Beschwerden des Magen- Darm-Trakts verschaffen diese Engelwurz-Extrakte Linderung. Auch als sekretionsfördernder Bestandteil in Erkältungstees, besonders bei Nebenhöhleninfektionen ist Angelicae radix speziell zu empfehlen.

Alkoholische Auszüge enthalten allerdings hohe Anteile an Furanocumarinen, die bei UVA-Belastung phototoxisch wirken. Solche Engelwurz-Auszüge sollen bei UV-Belastung nicht großflächig in Dermatika verwendet werden. In Teezubereitungen stellen diese Inhaltstoffe wegen der geringen Wasserlöslichkeit kein Problem dar.

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at

Kommentar & Ergänzung:

Klar ist bei der Engelwurz die Anwendung zur Linderung von Verdauungsbeschwerden wie Völlebefühl, Krämpfen im Magen-Darm-Trakt etc. Weniger geklärt scheint mir die erwähnte Wirksamkeit bei Nebenhöhleninfektionen.

Engelwurz taucht als Bestandteil in vielen Klosterschnäpsen und Kräuterlikören wie Boonekamp, Bénédictine und Chartreuse. Kandierte Engelwurzstängel werden als Süßigkeit und als Verzierung für Backwaren angeboten. Engelwurz ist zudem Bestandteil des Schneeberger Schnupftabaks.

Die als Heilpflanze verwendete Angelica archangelica kommt bei uns nicht wild vor.

„Unsere“ einheimische Engelwurz heisst Angelica sylvestris, meist übersetzt mit Wald-Engelwurz, wobei aber passender „Wilde Engelwurz“ wäre – im Unterschied zur kultivierten Angelica archangelica. Angelica sylvestris wird auch Brustwurz genannt (Foto auf Wikipedia).

Angelica silvestris wird selten als Heilpflanze verwendet und wächst gerne an feuchten Stellen wie zum Beispiel an Flussufern. Die Blüten sind eine wertvolle Nahrungsquelle für viele Insektenarten. In den Stängeln wurden 65 Tierarten als Überwinterer gefunden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren: Günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Diesen Artikel teilen:

Der regelmäßige Konsum von Erdbeeren und (amerikanischen) Heidelbeeren war in einer prospektiven Beobachtungsstudie mit besseren kognitiven Leistungen in Alter verbunden. Die Wissenschaftler erklären diesen Effekt in den Annals of Neurology (2012; doi: 10.1002/ana.23594) mit dem Gehalt an Anthocyanen und Flavonoiden.

Flavonoide sind Farbstoffe, die in Blüten und Früchten Insekten und Vögel anlocken. Sie schützen ausserdem die Pflanzen vor UV-Licht und einer Oxidation. Besonders kräftig färben die Anthocyane, welche für die dunkelblaue bis schwarze Farbe vieler Beeren verantwortlich sind. Diese Inhaltsstoffe der Beeren gelangen nach dem Konsum ins Blut. Ernährungswissenschaftler schreiben den Anthocyanen seit längerem eine gesundheitsfördernde Wirkung zu, was sich aber schwer beweisen lässt.

Hinweise auf eine gesundheitsfördernde Wirkung der Anthocyane geben  neben tierexperimentellen Studien immer wieder die Ergebnisse von prospektiven Beobachtungsstudien. Eine der größten Studien dieser Art sind die Nurses‘ Health Studies. Seit 1976 befragen Wissenschaftler der Harvard Universität in Boston mehr als 120.000 Krankenschwestern regelmäßig nach deren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, um den Einfluss auf die Gesundheit zu untersuchen. Von 1995 bis 2001 wurden bei 16.010 älteren Krankenschwestern ausführlichen kognitiven Tests durchgeführt.

Die Harvard-Wissenschaftlerin Elizabeth Devore und Mitarbeiter haben die Testresultate jetzt mit den früheren Angaben zur Ernährung in Beziehung gesetzt. Sie fanden einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Erdbeeren und (amerikanischen) Heidelbeeren zum kognitiven Abbau im Alter. Frauen, die diese Beeren häufiger konsumiert hatten, zeichneten sich durch eine höhere geistige Regsamkeit aus. Devore geht von einer Verzögerung des normalen Alterungsprozesses im Bereich des kognitiven Abbaus um 1,5 bis 2,5 Jahre aus. Ein ähnlicher Zusammenhang bestand mit der errechneten Zufuhr von Flavonoiden und Anthocyanen.

Für Devore ist der Konsum von Beeren eine einfach umzusetzende Empfehlung, die kaum schaden kann. Die etwaigen günstigen Wirkungen könnten angesichts der zunehmenden Alterung der Bevölkerung kaum unterschätzt werden, findet die Wissenschaftlerin.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50009/Beeren-halten-das-Gehirn-jung

Kommentar & Ergänzung:

Vorbildlich weißt das Aerzteblatt auf die kritischen Punkte dieser Studie hin:

„Wie immer bei Beobachtungsstudien ist eine kausale Zuordnung nicht eindeutig möglich. So ist vorstellbar, dass die höhere kognitive Kompetenz bei den Frauen die Einsicht in die Vorteile einer gesünderen Lebensweise gefördert hat. Dazu könnten neben dem Verzehr von Beeren noch andere Lebensstilfaktoren gehören, die ebenfalls dazu beigetragen haben könnten, die geistigen Funktionen im Alter zu erhalten.“

Weitere Informationen zu Wirkungen der Anthocyane:

Schützen Flavonoide aus Beeren vor Parkinson?

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Anthocyane als Entzündunghemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen: